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Ich war eine Nonne, eine Klarissin


echterschmitt

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Ich habe auch schon eine Reihe von Gemeinde- oder Pastoralreferenten "im Dienst" erlebt. Bei der Beerdigung meiner Mutter habe ich ausdrücklich darum gebeten, dass der Gemeindereferent diese Aufgabe übernimmt. Er hat das sehr gut gemeistert.

Was schlägst du vor: die Pfarrer kommen (in den großen Pfarrei- oder Seelsorgeeinheiten) nicht mehr rum, soll man sich auf den Gelben Seiten einen Beerdigungsredner suchen?

 

Auch andere Aufgaben können Laien mit entsprechender Ausbildung übernehmen. Die Pastoralreferentin meiner ehemaligen Pfarrei hielt ausgezeichnete Predigten (WoGos, die brauchst du wahrscheinlich auch nicht, sind aber z-B- bei Schulgottesdiensten die Gottesdienstform der Wahl), gestaltete Andachten, Kreuzweg, Maiandachten usw., arbeitete in der Familien- und Jugendpastoral mit usw. Sie war wirklich ein Segen für die Pfarrei.

 

Aber jemand, der sein eigene religiöses Leben an Ludwig Ott und dem CIC zu orientieren scheint, wird das vermutlich nicht verstehen.

 

Ich habe in den letzten Jahren mehrere Kapläne erlebt, denen es im Laufe ihres Priesterlebens sicher gelingen wird, die Frauen aus den Kirchen "hinauszupredigen". Es sind gar nicht wenige jüngere Frauen, die der Kirche den Rücken zugewendet haben, weil sie nicht länger ertragen konnten (oder wollten), dass sie und ihre Fähigkeiten in der kath. Kirche nicht geschätzt und nicht gebraucht würden.

 

Ich dagegen habe Jesus Christus versprochen, dass mich weder ein einzelner Kleriker noch die Klerisei in ihrer Gesamtheit aus der Kirche vertreiben würde.

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vor 2 Stunden schrieb Studiosus:

Und was das Thema "Hauptamtliche" betrifft: Ich sehe nicht, warum gebildete Laien nicht jene katechetischen und karitativen Aufgaben ausüben können sollten, die aktuell von alimentierten Hauptamtlichen besorgt werden.

 

Mit dem Klerus sieht das freilich anders aus: hauptamtliche Laien sind, selbst bei angenommener gleicher Qualifikation, dem geweihten Priester nicht vergleichbar. Es ist schlichtweg unvernünftig, den Priestern Hauptamtliche in "Seelsorgeteams" gleichrangig und mit ähnlicher Vergütung an die Seite zu stellen, die keine genuin priesterlichen Funktionen ausüben können. Ich sehe hierin eine unnötige Multiplikation von Arbeitskraft und Lohnkosten.

 

So, jetzt könnt ihr gerne wieder schreiben wie "vorkonziliar" und "klerofetischistisch" meine Ansichten sind. 

 

Saluti cordiali, 

Studiosus. 

Ehrenamtliche wollen das oft gar nicht. Die haben ja noch einen anderen Job.

 

 

 

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Das wär's dann: einen Theologiestudiengang für's Ehrenamt einführen. Möglichst auf Sparflamme, damit es nicht am Ende heisst, der ehrenamtliche Pastoralreferent, oder gar die ehrenamtliche Pastoralreferentin seien theologisch um Längen besser drauf als der Pfarrer. Die Konstellation gibt es ja. :D

bearbeitet von Julius
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vor 14 Minuten schrieb Elima:

Ich habe in den letzten Jahren mehrere Kapläne erlebt, denen es im Laufe ihres Priesterlebens sicher gelingen wird, die Frauen aus den Kirchen "hinauszupredigen". Es sind gar nicht wenige jüngere Frauen, die der Kirche den Rücken zugewendet haben, weil sie nicht länger ertragen konnten (oder wollten), dass sie und ihre Fähigkeiten in der kath. Kirche nicht geschätzt und nicht gebraucht würden.

 

 

Warum? Macht den Frauen Kirche nur "Spaß", wenn sie Priester spielen dürfen?

 

Man fragt sich, wie Frauen es die letzten Jahrhunderte in der Kirche "ausgehalten" haben.

 

Die Kirche als solche und die Liturgie im Besonderen ist kein Raum für Selbstdarstellung. Weder  für männliche noch für weibliche. Laien beiderlei Geschlechts können ihre Talente gewinnbringend für die Kirche einsetzen. Dass das nur geht indem man eine "Funktion" im Altarraum oder am Ambo ausübt ist eine moderne Misskonzeption. Ebensowenig ist hierzu ein Amt mit Besoldungsstufe notwendig.

 

Nicht zuletzt die Reformen während und nach dem letzten Konzil haben zu einer unheilvollen Verwässerung der natürlichen Trennlinie zwischen Laien und Klerus geführt. Sowohl Laien als auch Kleriker müssen ihren Platz wieder klar erkennen. Dies hat im Rahmen gegenseitiger Wertschätzung und Nächstenliebe zu geschehen. Verklerikaliserte Laien und "laisierte" Priester nützen niemandem etwas. Außer sich selbst und der Entfaltung ihrer eigenen Bedürfnisse.

 

Saluti cordiali, 

Studiosus. 

bearbeitet von Studiosus
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Um noch einmal auf Joseph Ratzinger zurück zu kommen - in  seiner Schrift "Die christliche Brüderlichkeit", neu aufgelegt in seiner Zeit als Papst 2006, plädiert er für kleine, überschaubare Gemeinden. Eine Pfarrgemeinde dürfe nur so groß sein, dass jeder den anderen noch kennen kann. Denn unter Christen sei die Brüderschaft der gesamten Gemeinde das, was das Gemeinschaftsleben in Liebe und Erleben lebendig macht. (Diese Haltung klingt auch in seiner Freiburger Rede an.) Das ist so ziemlich das Gegenteil von den derzeit üblichen riesigen Seelsorgeeinheiten und fusionierten Großgemeinden.

Wenn aber einerseits die Gemeinden klein sein sollen, die Zahl der Priester hingegen immer geringer wird, bietet sich als Lösung - nach meiner Ansicht - nur an, den Beruf der Gemeinde- und Pastoralassistentin / des Gemeinde- und Pastoralassistenten so auszugestalten, dass diese verantwortlich als Leiter der Gemeinden arbeiten. Idealerweise in zwei verschiedenen Ausbildungszweigen: Seelsorgerische und administrative Gemeindeleiter. Die übrig gebliebenen Priester sind dann für das zuständig, was angeblich nur sie allein können: die Feier der Eucharistie. Das können sie dann aber für fünf oder zehn Gemeinden leisten, ohne wie heute vom Bürokratie- und Pastoralstress aufgefressen zu werden.

Alfons

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vor 4 Minuten schrieb Alfons:

Wenn aber einerseits die Gemeinden klein sein sollen, die Zahl der Priester hingegen immer geringer wird, bietet sich als Lösung - nach meiner Ansicht - nur an, den Beruf der Gemeinde- und Pastoralassistentin / des Gemeinde- und Pastoralassistenten so auszugestalten, dass diese verantwortlich als Leiter der Gemeinden arbeiten. Idealerweise in zwei verschiedenen Ausbildungszweigen: Seelsorgerische und administrative Gemeindeleiter. Die übrig gebliebenen Priester sind dann für das zuständig, was angeblich nur sie allein können: die Feier der Eucharistie. Das können sie dann aber für fünf oder zehn Gemeinden leisten, ohne wie heute vom Bürokratie- und Pastoralstress aufgefressen zu werden.

Alfons

 

Gegenvorschlag: Die Laienmitarbeiter halten dem Geistlichen administrative Dinge, vulgo: Papierkram, vom Hals, sodass diese sich dem Heil der Seelen und den Sakramenten vollends widmen können.

 

Das Modell des wandelnden Konsekrationsautomaten dürfte wohl bereits an den Regelungen bzgl. Bination und Trination scheitern.

 

Ansonsten vom Gedankengang her schon ein erwägungswerter Vorschlag.

 

Saluti cordiali, 

Studiosus. 

bearbeitet von Studiosus
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@Studiosus

Ich verstehe deine Kritik am Berufsbild Pastoral/Gemeindereferent nicht ganz.

Ich denke wir sind uns darüber einig, dass neben Sakramentenspendung auch verschiedene andere Aufgaben (Jugendarbeit, Katechese (v.A. Erstkommunion/Firmvorbereitung und Reliunterricht), Organisation, ...) notwendig sind und ein einzelner Priester, gerade in einer größeren Gemeinde, das alles nicht ausreichend leisten kann.

Und da es eben vielfach nicht mehr möglich ist, dass mehrere Priester (Pfarrer und Kaplan/Kapläne) für eine Gemeinde zuständig sind, ist es doch eine intelligente Lösung, für die Aufgabenbereiche, die Laien übernehmen können, geeignete Laien einzustellen, wenn die Aufgaben den Bereich des durch das Ehrenamt übernehmbaren übersteigen.

Oder was spricht deiner Meinung nach dagegen?

 

Ich meine natürlich keinen wandelnden Konsekrationsautomat, das tut ja auch keinem Priester gut. Aber warum sollten Laien nicht auch Teile der Jugendarbeit, Katechese etc. übernehmen?

bearbeitet von theresa???
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vor 3 Minuten schrieb theresa???:

Ich meine natürlich keinen wandelnden Konsekrationsautomat, das tut ja auch keinem Priester gut. Aber warum sollten Laien nicht auch Teile der Jugendarbeit, Katechese etc. übernehmen?

 

Das bestreite ich ja gar nicht. Nur die daraus erwachsenende Notwendigkeit eines eigenen Berufs mit Besoldung.

 

Im Übrigen sollten wir uns wohl alle einig sein, dass es mehr Priester braucht, um die Versorgung mit den Sakramenten sicher zu stellen. Hier sollte man dringend ansetzen. Der Priesterberuf muss attraktiver werden. Wie das geht zeigen die vollen Seminare katholischer Bischöfe, die den Priester und seine besondere Sendung nicht verschleiern und fördern. 

 

Eine deutsche Kirche, die auf die priesterlose Gemeinde als Ziel hinarbeitet, kann dagegen natürlich nur abstinken.

 

Saluti cordiali, 

Studiosus. 

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Gerade eben schrieb Studiosus:

 

 

Das bestreite ich ja gar nicht. Nur die daraus erwachsenende Notwendigkeit eines eigenen Berufs mit Besoldung.

 

Im Übrigen sollten wir uns wohl alle einig sein, dass es mehr Priester braucht, um die Versorgung mit den Sakramenten sicher zu stellen. Hier sollte man dringend ansetzen. Der Priesterberuf muss attraktiver werden. Wie das geht zeigen die vollen Seminare katholischer Bischöfe, die den Priester und seine besondere Sendung nicht verschleiern und fördern. 

 

Eine deutsche Kirche, die auf die priesterlose Gemeinde als Ziel hinarbeitet, kann dagegen natürlich nur abstinken.

 

Saluti cordiali, 

Studiosus. 

Was das Bemühen darum, den Priesterberuf attraktiver zu machen, angeht, so würde ich das nicht gegen den Beruf der Pastoralreferentin ausspielen.

Man müsste das eine tun, ohne das andere zu lassen. (Und nein, das ist keine Anspielung auf Jesu Aussage zur Gesetzestreue der Pharisäer, mir fiel bloß einfach gerade keine andere Formulierung ein.)

 

Und ich denke, dass das durchaus ein Beruf mit Besoldung sein sollte, denn zum einen gelten auch hier die Worte Jesu "Wer arbeitet, hat ein Recht auf seinen Unterhalt.", zum anderen ist das auch eine Form der Wertschätzung, die denjenigen damit für ihr Engagement gezeigt wird und zu guter letzt ist die Menge der Arbeit, die von Laien übernommen worden muss durch Ehrenamt einzelner kaum zu leisten -und auf das Ehrenamt vieler kann man sich zur Zeit leider nicht verlassen.

Außerdem halte ich gerade für die Erstkommunion- und Firmvorbereitung eine Qualifikation die über Wochenendkurse hinausgeht, für unumgänglich. Einfach, um zu vermeiden, dass den Kindern theologischer Unsinn erzählt wird, dessen intellektuelle Unredlichkeit sie evtl. vom Glauben abschreckt. Schließlich ist das häufig die einzige Chance, Kinder von Seite der Kirche zu erreichen.

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vor 11 Minuten schrieb theresa???:

Man müsste das eine tun, ohne das andere zu lassen. 

 

Sicher, das ist möglich. Wenn jeder das tut, was ihm von Standes wegen zukommt, dann ist ja alles in Butter. 

 

In Anlehnung an Benedikt XVI. kann ich mein Postulat nur wiederholen: Was die Kirche braucht sind keine Berufskatholiken, sondern Berufungskatholiken.

 

 

Saluti cordiali, 

Studiosus. 

bearbeitet von Studiosus
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Und zur Frauenfrage: Der Versuch der katholischen Kirche Misogynie anzudichten läuft ins Leere. 

 

Im Gegenteil: Die Kirche hat die exponierte Stellung der Frau in der Heilsgeschichte und im religiösen Leben stets betont.

 

Saluti cordiali, 

Studiosus. 

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vor 5 Minuten schrieb Studiosus:

Und zur Frauenfrage: Der Versuch der katholischen Kirche Misogynie anzudichten läuft ins Leere. 

 

Im Gegenteil: Die Kirche hat die exponierte Stellung der Frau in der Heilsgeschichte und im religiösen Leben stets betont.

 

Saluti cordiali, 

Studiosus. 

 

Ja, aber immer nur im Jenseits! ;) Im Hier und Jetzt blieb es bei Haushälterin und Putzfrau.

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vor 16 Minuten schrieb Studiosus:

Und zur Frauenfrage: Der Versuch der katholischen Kirche Misogynie anzudichten läuft ins Leere. 

 

Im Gegenteil: Die Kirche hat die exponierte Stellung der Frau in der Heilsgeschichte und im religiösen Leben stets betont.

 

Saluti cordiali, 

Studiosus. 

 

 

Lass gut sein, Studiosus. Du musst nicht jeden ultramontanen Dünnpfiff, der in den vergangenen zehn Jahren hier ausgebreitet worden ist, wiederholen. Es reicht, wenn du dich auf eine kleine Auswahl beschränkst.

Alfons

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vor 24 Minuten schrieb Marcellinus:

 

Ja, aber immer nur im Jenseits! ;) Im Hier und Jetzt blieb es bei Haushälterin und Putzfrau.

 

Und Mutter!

 

Die Berufung zur Mutterschaft, einer Würde, der weder Du noch ich je teilhaft werden können, wird leider von Kirche und Welt gleichermaßen missachtet und niedrig geschätzt.

 

Dieser besonderen Berufung verdanken wir beide es, dass wir uns hier online zanken können. Keiner von uns beiden ist vom Himmel gefallen (vermute ich mal kühn).

 

Außerdem habe ich nie behauptet, dass sich Wert und Sendung der Frau in Kirche und Welt auf Mütter, Haushälterinnen und Putzfrauen beschränken. Das hast Du mir in den Mund gelegt.

 

Saluti cordiali, 

Studiosus. 

bearbeitet von Studiosus
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vor 4 Minuten schrieb Alfons:

 

 

Lass gut sein, Studiosus. Du musst nicht jeden ultramontanen Dünnpfiff, der in den vergangenen zehn Jahren hier ausgebreitet worden ist, wiederholen. Es reicht, wenn du dich auf eine kleine Auswahl beschränkst.

Alfons

 

Was stimmt ist es wert wiederholt zu werden. Egal ob es vor 10, 100 oder 2000 Jahren bereits gesagt wurde.

 

Da sagt man mal alle Schaltjahre was pro Frauen und dann ist es auch wieder nicht recht 🤔

 

Saluti cordiali, 

Studiosus. 

bearbeitet von Studiosus
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vor 7 Minuten schrieb Studiosus:

 

Und Mutter!

 

Die Berufung zur Mutterschaft, einer Würde, der weder Du noch ich je teilhaft werden können, wird leider von Kirche und Welt gleichermaßen missachtet und niedrig geschätzt.

 

Dieser besonderen Berufung verdanken wir beide es, dass wir uns hier online zanken können. Keiner von uns beiden ist vom Himmel gefallen (vermute ich mal kühn).

 

Saluti cordiali, 

Studiosus. 

 

Das ist eine Ausrede, und eine ziemlich dünne noch dazu!  Es ging um Positionen in deiner Kirche! Mütter wurden schon hoch geschätzt und schlecht bezahlt, bevor ist deine Kirche überhaupt gab.

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vor 11 Stunden schrieb Studiosus:

Ich meine u. a. den in Deutschland mittlerweile standardmäßig anzutreffenden Berufstypus des "Gemeinde- oder Pastoralreferenten". 

 

Dessen Nutzen (in Relation zu den Kosten) erschließt sich mir nicht. Den Priester kann er nicht ersetzen (selbst wenn er wollte). 

 

Dem Priester kraft seiner Weihe vorbehalten sind drei sakramentale Handlungen:

- der Feier der Heiligen Messe vorzustehen (unverzichtbar; und hier zeigt sich der Priestermangel)

- das Sakrament der Versöhnung zu spenden (derzeit kaum nachgefragt aber potentiell sehr zeitaufwändig)

- die Krankensalbung zu spenden (keine Ahnung, wie häufig die ist)

 

Der Pfarrer soll kraft seines Amtes (nicht seiner Weihe!)

- taufen (das kann, und soll im Notfall, aber auch jeder andere Mensch - man muß dazu nicht mal selbst getauft sein!)

- das Ehesakrament beglaubigen (hier ist primär der Pfarrer der Braut als 'kirchlicher Notar' gerfragt, er kann diese Aufgabe jedoch im Prinzip an jeden vertrauenswürdigen Menschen delegieren)

 

Dem Bischof vorbehalten sind

- die Firmung (die er delegieren kann, was in Einzelfällen auch gemacht wird)

- die Weihe (die ist nicht delegierbar).

 

Die 'pastoralen' Aufgaben in einer Pfarrei gehen jedoch weit über die Spendung der Sakramente hinaus.

Alle anderen Aufgaben können prinzipiell auch von Laien Ungeweihten übernommen werden: von der Diakonie (z.B. Seniorennachmittag) über die Katechese (z.B. Erstkommunionvorbereitung) bis hin zur Liturgie! (alles, was nicht Messe ist).

Und natürlich müssen alle diese Aufgaben auch organisiert werden. Hier kommen die hauptamtlichen pastoralen Mitarbeiter ins Spiel: Ihre Aufgabe ist es, all dieses, und zwar verlässlich und inhaltlich qualifiziert, zu organisieren.

bearbeitet von Moriz
Rächtschreipung
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Beispiel 1:

 

Vor viele Jahren bekam meine Gemeinde eine eigene Webseite. Gepflegt von einem jungen, engagierten, ehrenamtlichen Gemeindemitglied. Bis daß dieser junge Mann zum (Informatik-)Studium in eine andere Stadt zog. Da dümpelte diese Webseite dann für einige Jahre ziemlich ungepflegt (also nicht mehr aktuell) vor sich hin.

 

Inzwischen ist das ganze professionell organisiert, nicht zuletzt dank des CMS (Content Management Systems) des Bistums.

 

 

Beispiel 2:

 

Neulich zeigte mir ein Pfarrer seinen neuen Wirkungsbereich: Ein Schreibtisch im Pfarrhaus, für die theologische Arbeit; und ein Schreibtisch im Pfarrbüro, für die Verwaltungstätigkeiten...

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vor 16 Stunden schrieb Studiosus:

Benedikt XVI. hat seinerzeit bei seinem Deutschlandbesuch als Maßnahme gegen die zunehmende Bedeutungslosigkeit der Kirche bei einer Rede in Freiburg eine "Entweltlichung" derselben angeregt. Dieses Monitum ging im innerdeutschen Diskurs ziemlich unter, weil es der deutsche Episkopat den berühmten drei Affen gleichtat: Wir hören nichts, wir sagen nichts und wir sehen nichts. Im Gegenteil wurden, kaum dass Benedetto im Flieger Richtung Roma saß, Interpretationsversuche gestartet, die das Gesagte des Papstes konterkarierten. Allerdings hätte die Kirche gut daran getan, diesem Rat zu folgen. Die Kirche muss sich, so denke ich, von allen Korsagen, die ihre Vitalität und Handlungsfähigkeit beeinträchtigen, befreien.

 

Saluti cordiali, 

Studiosus. 

weil der  gute Mann  vergessen hat daß er das umsetzten könnte mit konkreten Weisungen
er hat ja angeblich auch geglaubt durch seine konservative Art zu zelebrieren  würde er als Vorbild etwas bewirken  eine völlige Fehleinschätzung der Situation man muß daraus schließen so brillant wie alle immer behaupten kann er nicht sein wenn ihm solche Fehler unterlaufen  völlig entweltlicht ist noch das freundlichste was man dazu sagen kann

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Auch wenn ich fürchte, das wir weitab vom eigentlichen Threadthema sind:

Dass der Beruf des Pastoralreferenten sehr wohl eine Vollzeitbeschäfigung ist, für die auch ein theologiestudium durchaus sinnvoll ist, weiß ich nun wirklich.

 

Ich bin die Tochter eines Solchen.

bearbeitet von mn1217
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vor 22 Stunden schrieb Alfons:

Um noch einmal auf Joseph Ratzinger zurück zu kommen - in  seiner Schrift "Die christliche Brüderlichkeit", neu aufgelegt in seiner Zeit als Papst 2006, plädiert er für kleine, überschaubare Gemeinden. Eine Pfarrgemeinde dürfe nur so groß sein, dass jeder den anderen noch kennen kann. Denn unter Christen sei die Brüderschaft der gesamten Gemeinde das, was das Gemeinschaftsleben in Liebe und Erleben lebendig macht. (Diese Haltung klingt auch in seiner Freiburger Rede an.) Das ist so ziemlich das Gegenteil von den derzeit üblichen riesigen Seelsorgeeinheiten und fusionierten Großgemeinden.

Eine überschaubare Gruppe, in der jeder den anderen noch kennen kann, hat soziobiologisch gesehen nicht viel mehr als etwa hundert Mitglieder. Für jeweils 100 Menschen einen Seelsorger zu alimentieren dürfte schlicht nicht machbar sein. Er müsste also noch einen anderen Job machen und stände der Gemeinde allenfalls in Teilzeit zur Verfügung. Für jeweils 100 Menschen einen geeigneten Zölibatären zu finden scheint mir vollkommen unmöglich. Das konsequent weitergedacht kommt man bestenfalls zu den Viri Probati, eher noch zu auf Zeit gewählten ehrenamtlichen Gemeindeleitern beiderlei Geschlechts.

Dieses Modell sollte ernsthaft durchdacht werden - dürfte aber weit von dem weg sein, was Papa Ratzi sich für den Klerus vorstellen kann.

 

Zitat


Wenn aber einerseits die Gemeinden klein sein sollen, die Zahl der Priester hingegen immer geringer wird, bietet sich als Lösung - nach meiner Ansicht - nur an, den Beruf der Gemeinde- und Pastoralassistentin / des Gemeinde- und Pastoralassistenten so auszugestalten, dass diese verantwortlich als Leiter der Gemeinden arbeiten. Idealerweise in zwei verschiedenen Ausbildungszweigen: Seelsorgerische und administrative Gemeindeleiter. Die übrig gebliebenen Priester sind dann für das zuständig, was angeblich nur sie allein können: die Feier der Eucharistie. Das können sie dann aber für fünf oder zehn Gemeinden leisten, ohne wie heute vom Bürokratie- und Pastoralstress aufgefressen zu werden.


Alfons

ich weiß nicht, ob sich so ein oben skizzierter Gemeindeleiter wirklich auf mehrere Gruppen aufteilen lässt. Vollzeit könnte er vielleicht zwei oder drei Gruppen leiten, aber mehr würde aus verschiedenen Gründen wieder schwierig (zumal das Leben nicht immer nur in ruhigen Bahnen verläuft...). Der Priester würde dann nur noch als Wandlungsreisender zur Messfeier 'eingeflogen' - aber ob das seiner Berufung entspricht?

 

Aus einem Dilemma kommt man jedenfalls nicht raus: Wenn man nicht Hinz und Kunz weihen will, dann kommt man nicht daran vorbei, ungeweihten Laien noch deutlich mehr pastorale Verantwortung zu übertragen als jetzt schon.

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vor 20 Minuten schrieb Moriz:

Für jeweils 100 Menschen einen Seelsorger zu alimentieren dürfte schlicht nicht machbar sein. Er müsste also noch einen anderen Job machen und stände der Gemeinde allenfalls in Teilzeit zur Verfügung. Für jeweils 100 Menschen einen geeigneten Zölibatären zu finden scheint mir vollkommen unmöglich.

 

Ohne dieser Gruppierung das Wort reden zu wollen (ich habe diesbezüglich meine eigenen Bedenken) muss man der Wahrheit halber feststellen, dass eben dies bei der Piusbruderschaft in ihren Prioraten (Gemeinden) die Norm ist. Die Gemeinden überschreiten hier, von Hochburgen (z.B. in Frankreich) abgesehen, selten 100 - 150 Mitglieder. Allerdings verlangen die Priester der FSSPX auch keine Beamtenbesoldung für ihren Dienst, sondern sind Priester für Christus und das Heil der ihnen anvertrauten Seelen. Versorgt werden sie ausschließlich von Spenden. Oftmals leben in den verschiedenen Prioraten auch mehrere Priester zusammen. Damit ist die Versorgung mit Klerikern pro Gemeinde nochmals ungleich größer und die Geistlichen sind in soziale bzw. familiäre Strukturen eingebunden. Viri probati als Ersatz für zölibatäre Priester braucht (und will) man dort nicht.

 

Wenn ich die deutsche, anonyme Mega-Church mit ihren pastoralen Räumen und Seelsorgeeinheiten hiermit vergleiche, dann komme ich zu dem Schluss, dass die FSSPX  auf organisatorischer Ebene näher an die Gemeinden der Urkirche herankommt als die "Amtskirche".

 

Allerdings muss man - ebenfalls der Wahrheit halber - auch anmerken, dass die Piusbruderschaft noch priesterliche  Berufungen hat. Auch diese sind in der Amtskirche Mangelware.

 

Saluti cordiali, 

Studiosus. 

bearbeitet von Studiosus
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Und was vielleicht auch ein nachdenkenswerter Punkt ist: bei den Traditionalisten  (um einmal alle derartigen Gruppierungen zusammenzufassen) hat sich, anders als nach der Nivellierung infolge des Konzils, eine "priesterliche Identität" bewahrt. Es gibt dort keine Seelsorge- oder Pastoralteams, denen der Ortspfarrer bestenfalls noch vorsteht. Gleichzeitig findet sich dort ein ausgedehntes Engagement der Laien, welche die Gemeinden, ganz ohne Vermischung von Stand und Kompetenzen, tragen. Oder anders gesagt: in den Gemeinschaften der Tradition entscheidet nicht der Liturgieausschuss oder der Pfarrgemeinderat welche - metaphorisch gesprochen - Unterhose sich der Priester anzieht. Dort sind Priester noch Priester und keine nach Belieben der Laiengremien zurechtgestutzten Wandlungsautomaten.

 

Saluti cordiali, 

Studiosus. 

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