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Synodaler Weg - schon versperrt?


Jan_Duever

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vor 1 Stunde schrieb Studiosus:

In Pastor Aeternus selbst, aber auch in der Tradition der Kirche, finden sich Anhaltspunkte, die das päpstliche Urteil freilich nicht juridisch beschränken, aber ihm doch einen bestimmten, immanenten Rahmen setzen. Das Stichwort lautet hier Lehrkontinuität, sowohl unter Beachtung der Lehre der Vorgänger als auch unter Rücksicht auf den status ecclesiae.

 

Die Frage ist hier halt nur: Wer entscheidet, ob eine Kontinuität besteht oder nicht? Wer entscheidet, ob eine bestimme päpstliche Lehre eine Vertiefung der Tradition darstellt, selbst wenn sie in unwichtigen, oberflächlichen Punkten zu einer gewissen "Korrektur" des bisherigen führen mag, dadurch aber gerade das eigentliche Anliegen der Tradition umso klarer erscheinen lässt - oder ob eine Neuerung eine Verfälschung der Tradition ist? Eine Instanz (außer der Papst selbst) nicht, also bliebe nur noch das individuelle Gewissen.

 

vor 44 Minuten schrieb Inge33:

Ich bitte herzlich darum, dass alle hier möglicherweise anwesenden Pawolw'schen Hunde, wenn sie den Namen des Autors des folgenden Zitates lesen, die Füße still halten können:

 

"[...] Die Vereindeutigung ist richtig und auch gut und es gehört nur insofern zum Gegenstand kirchlicher Lehre, als der Papst die höchste Instanz bei der Interpretation des natürlichen Sittengesetzes ist." (Gerhard Kardinal Müller 2020)

 

So gesehen gehört auch die gesamte Sexuallehre - jedenfalls sofern sie sich nicht wirklich glaubwürdig aus der Bibel begründen lässt - "nur insofern zum Gegenstand kirchlicher Lehre, als der Papst die höchste Instanz bei der Interpretation des natürlichen Sittengesetzes ist".

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vor 2 Stunden schrieb Reisender:

Es geht nicht um die Formulierung, sondern um den Inhalt. Eine Teilkirche, in der Frauen geweiht werden, ist raus.

Wenn sie die ausdrückliche Erlaubnis von Rom haben, nicht....

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vor 3 Minuten schrieb iskander:

 

Die Frage ist hier halt nur: Wer entscheidet, ob eine Kontinuität besteht oder nicht? Wer entscheidet, ob eine bestimme päpstliche Lehre eine Vertiefung der Tradition darstellt, selbst wenn sie in unwichtigen, oberflächlichen Punkten zu einer gewissen "Korrektur" des bisherigen führen mag, dadurch aber gerade das eigentliche Anliegen der Tradition umso klarer erscheinen lässt - oder ob eine Neuerung eine Verfälschung der Tradition ist? Eine Instanz (außer der Papst selbst) nicht, also bliebe nur noch das individuelle Gewissen.

 

Eben. Der Papst ist der authentische Interpret der Tradition und stellt Übereinstimmung oder Abweichung mit der Lehre fest. Genau das ist das "Problem". Wobei Problem in der Regel zu viel gesagt ist. Meistens funktioniert das ganz gut. Immer noch. 

bearbeitet von Studiosus
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vor 2 Stunden schrieb Reisender:

Grundsätzlich würde sich mit der Einführung der Frauenweihe die Positionen von Konservativen und Liberalen vertauschen: während die Liberalen auf einmal die Unfehlbarkeit des Lehramts verteidigen würden, dürften die Konservativen darauf verweisen, dass die Kirche aktuell irrt und dies, geführt vom Heiligen Geist, irgendwann erkennen werde.

Solche Gruppen ( von Konservativen ) sind in der Kirche überhaupt nichts Ungewöhnliches, die in jeder Veränderung sofort "Häresie" rufen, z B die Pius-Brüder, die Sedisvakantisten; die "Dubia-Kardinäle" angesichts Amoris Laetitia...da gehört offensichtlich zu einer sehr lebendigen und vielfältigen Kirche dazu, auch in der Gemeinde von Korinth ging es nacj Auskunft des Paulus keineswegs nur harmonisch zu...

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vor 2 Stunden schrieb Flo77:

Ich würde eher sagen: Pratikabilitätsignoranz.

 

Oder einen sehr, sehr viel engeren Begriff, was "Glaubensgut" eigentlich ist. Dazu gehört für mich nämlich tatsächlich nur das Nicäno-Constantinopolitanum und daraus folgernd die Sakramente (wobei das schon ein Gang über's Wasser ist, weil die Sakramente in ihrer heutigen Form erst in Trient konkretisiert wurden, ich aber alles seit Lat1 für wenigstens hinterfragbar halte), sowie das Vaterunser und das Evangelium wie es in der Schrift formuliert und durch die Kirche ausgelegt wird. Eine Auslegung ist aber immer eine Momentaufnahme die sowohl die Aussage des Textes zur Zeit seiner Entstehung reflektiert wie auch die "Brille" der Zeit für die die Antworten gesucht werden. Insofern halte ich viel davon den Ursinn zu bewahren und zu reflektieren aber ebenso viel davon eine "Übersetzung" in unseren heutigen Alltag zu finden.

 

Dazu kommt, daß für mich Kirche keine Glaubens- bzw. Bekenntnisgemeinschaft ist. Nicht in dem Sinne, daß man um zur Kirche zu gehören ein Dokument unterzeichnen muss und von dem Tag an nichts anderes mehr denkt. Diesen Unsinn haben die Reformatoren aufgebracht und teilweise hat sich die Katholika davon anstecken lassen. Kirche ist Gemeinschaft der Getauften und sichtbare Kirche ist da, wo Christen miteinander handeln. Dazu gehört an allererster Stelle das Brotbrechen und Danksagen, aber da hört es nicht auf.

Deine völlig willkürliche und subjektive Auswahl aus dem Depositum fidei ist vollkommen irrelevant. Der katholische Glaube ist kein Buffet, aus dem man eine beliebige Auswahl treffen kann. Manche machen sich nicht nur die Welt, sondern auch die Kirche so, wie sie ihnen gefällt. Ich finde das Pippi-Langstrumpf-Prinzip allerdings dann doch etwas infantil.

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vor 3 Stunden schrieb iskander:

Die Bedingung stammt von Dir. Du hattest gesagt:

 

"[...] letztlich lehrt die Kirche nichts anderes als die Ablehnung der sexuellen Bulimie [...]"

 

Ich hatte das dann nur in einem Konditionalsatz wiedergegeben:

 

"Wenn allerdings alles, was der kirchlich vorgegebenen kath. Lehre nicht entspricht, eine Form der sexuellen Bulimie ist [...]"

 

Wenn die von mir formulierte Bedingung" nicht stimmt", dann muss auch Dein originärer Satz falsch sein.

 

Mir ist erst nach meinem Beitrag klargeworden, daß Du diesen beiden Wörter komplett falsch verstanden hast. Das ist das Problem der fehlenden Kommunikationsebene in rein schriftlicher Form. "nichts anderes" steht hier natürlich für "in diesem Fall ist das so gemeint wie" - mir war das so klar, daß ich erst gar nicht gemerkt habe, wie sehr Du Dich da verrennst.

 

vor 3 Stunden schrieb iskander:

Ich "verstehe" das schon, ich halte es nur nicht für ehrlich und konsequent.

 

Nein, ich bin ziemlich sicher, daß Du nicht verstehst. Ist aber auch nicht schlimm - und in der Außensicht vielleicht auch nicht zu verstehen. Niemand muß alles verstehen. Ich verstehe bei Religionen, denen ich nicht angehöre, auch manches nicht.

 

vor 3 Stunden schrieb iskander:

Auf meine inhaltliche Darlegung ("Die Kirche betrachtet jedes Kaugummi-Kauen als 'schwere Sünde', um im Bilde zu bleiben." usw.), gehst Du inhaltlich überhaupt nicht ein.

 

Mich langweilt es, wenn Externe mir zu erklären versuchen, was meine Kirche lehrt.

 

vor 3 Stunden schrieb iskander:

Wie hatte es der verärgerte Pius IX., der "Unfehlbarkeits-Papst", dem Vernehmen nach bei einer Privataudienz gegenüber Kardinal Guidi formuliert?

 

Ist "dem Vernehmen nach" ein Synonym für "ich habe keine Belege, paßt aber in meine Argumentation"?

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vor 2 Stunden schrieb Flo77:

Ganz praktisch heißt das für mich: war die Kathedra Materni damit nicht eigentlich die letzten Jahrzehnte vakant … ?

Und noch weiter gedacht: Gilt (galt) das Translationsverbot auch für das Bistum Rom? Wann war zuletzt einer Bischof von Rom, der nicht zuvor woanders Bischof gewesen war?

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vor 2 Stunden schrieb Flo77:

Sehe ich etwas anders. Ganz einfaches Beispiel: Das Translationsverbot. Die Alte Kirche verbot - völlig zurecht - den Wechsel eines Bischofs in ein anderes Bistum.

 

Wer entscheidet das "völlig zurecht"? Du?

 

Und wenn ja, waren alle disziplinarischen Entscheidungen der Alten Kirche "völlig zurecht" gefällt worden - ich denke da besonders an die Bußpraktiken? Und wenn nein, warum nicht?

 

Und vor allem. wieso kommen immer Menschen mit ihnen genehmen alten disziplinarischen Vorschriften, deren Abschaffung sie bedauern (andere werden nie genommen) und um damit ein angebliches Argument gegen Lehrkontinuität zu haben? Das ist einfach so extrem durchschaubar...

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Die deutschen Synodalen finden ihre parlamentarische Methode besser als Hinhören und darüber nachdenken:

 

“Ich finde die Arbeitsweise auf jeden Fall spannend, die jetzt bei der Kontinentalsynode läuft. Da werden immer etwa vier oder fünf Statements gebracht und dann ist erst einmal ein Gebet oder eine Stille. Das merke ich schon, dass ich da weniger affekthaft denke oder reagiere. Das finde ich eine spannende Herangehensweise.

Ich merke aber auch, dass es dazu führt, dass gerade kein Dialog stattfindet, sondern es wird ein Statement an das andere gereiht. Und das merke ich, dass das im deutschen Synodalen Weg, auch wenn ich einigen Meinungen auch widerspreche, dass das ein bisschen besser funktioniert. Das ist tatsächlich ein miteinander Diskutieren und das rückt gerade auch mein Unverständnis manchmal, wie es im deutschen Synodalen Weg abläuft, in ein besseres Licht. Und es ist tatsächlich einfach sehr viel besser strukturiert. Also ja, ich glaube, ich habe gerade eine größere Zufriedenheit mit dem, was in Deutschland so passiert, was natürlich nicht heißt, dass wir uns da irgendwie zurücklehnen können.“

 

https://www.domradio.de/artikel/katholische-jugend-wuenscht-sich-mehr-dialog-prag

 

Wir Deutschen sind nicht nur Papst, wir können sogar besser Synode 🤣🤣🤣

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@rorro

 

vor 1 Stunde schrieb rorro:

Mir ist erst nach meinem Beitrag klargeworden, daß Du diesen beiden Wörter komplett falsch verstanden hast. Das ist das Problem der fehlenden Kommunikationsebene in rein schriftlicher Form. "nichts anderes" steht hier natürlich für "in diesem Fall ist das so gemeint wie" - mir war das so klar, daß ich erst gar nicht gemerkt habe, wie sehr Du Dich da verrennst.

 

Ist vielleicht auch nicht so wichtig, aber ich verstehe es in der Tat immer noch nicht. @Flo77 hatte ja geschrieben:

 

Zitat

Mein persönlicher Höhepunkt dieses Elaborats: "prokreative Finalität der Sexualität" - DAS muss man erst mal zu Papier bekommen

 

Darauf Du:

 

Zitat

So was wie „nutritive Finalität des Essens“ - letztlich lehrt die Kirche nichts anderes als die Ablehnung der sexuellen Bulimie. Beides ist mit Lust verbunden, weil es dem Leben dient.

 

Vielleicht kannst Du mir sagen, was Du dann mit "in diesem Fall ist das so gemeint wie" sagen möchtest, wenn Deine Aussage nicht allgemein zu verstehen ist.

 

Zitat

Nein, ich bin ziemlich sicher, daß Du nicht verstehst. Ist aber auch nicht schlimm - und in der Außensicht vielleicht auch nicht zu verstehen. Niemand muß alles verstehen. Ich verstehe bei Religionen, denen ich nicht angehöre, auch manches nicht.

 

Na, das trifft sich doch gut. Dann musst Du meine Kritik schon nicht in concreto beantworten! Du hast schon recht, aber ich verstehe es eh nicht; hochherzig wie Du bist, bist Du jedoch voll Verständnis für diesen Mangel!

Allerdings hat @Flo77, der ja nun unzweifelhaft katholisch sein dürfte, ja ähnliche Bedenken geäußert wie ich.

 

Zitat

Mich langweilt es, wenn Externe mir zu erklären versuchen, was meine Kirche lehrt.

 

Dann allerdings solltest Du mal nach dem Logik-Fehler des "genetischen Fehlschlusses" googeln. Denn für die Qualität eines Argumentes kommt es nicht darauf an, wer es verbringt, sondern wie überzeugend es in der Sache ist.

Zudem "erkläre" ich Dir, was Deine Kirche lehrt, höchstens in dem schwachen Sinne, dass ich Dich darauf hinweise, was sie eindeutig lehrt. Und dass die Kirche lehrt, dass "widernatürliche Akte" (im Sinne ihres Sprachgebrauches) stets schwer sündhaft sind, anders als Deine Äußerungen es nahelegen, ist einfach eine Tatsache, die sich leicht beweisen lässt (bei Bedarf verweise ich gerne auf entsprechende Quellen, das allermeiste dazu findet sich allerdings bereits im KKK). 

 

Zitat

Ist "dem Vernehmen nach" ein Synonym für "ich habe keine Belege, paßt aber in meine Argumentation"?

 

Es ist ein Synonym für "es gibt wohl ernsthafte Argumente, aber vielleicht keinen eindeutigen Beweis". Im konkreten Fall kann ich es nicht sicher sagen, aber zumindest der Kirchenhistoriker Hubert Wolf schildert die Szene als historische Tatsache:

 

"Ein Wort gab das andere. «Nein, das ist nicht wahr», ereiferte sich Pius IX.

«Sie haben gesagt, und ich weiß es, dass der Papst verpflichtet ist, für die unfehlbaren Dekrete die Traditionen der Kirchen zu befragen. Nun, das ist ein Irrtum.»

Kardinal Guidi: «Es ist wahr, dass ich es gesagt habe, aber es ist kein Irrtum.» Darauf der Papst «erregt»:

«Doch, es ist ein Irrtum, denn ich, ich bin die Tradition, ich, ich bin die Kirche!!» – «Io, io sono la tradizione, io, io sono la Chiesa!!» 4 [...]

Kardinal Guidi fühlte sich von Pius IX. nicht nur persönlich beleidigt und zu Unrecht abgekanzelt, sondern auch theologisch zum Ketzer sowie zum Feind der Kirche und des Papstes abgestempelt. Dabei hatte er sich bei seinen Ausführungen in der Konzilsaula ausschließlich auf die Tradition der Kirche und speziell auf rechtgläubige katholische Autoritäten berufen. Mehr Orthodoxie, als den heiligen Thomas von Aquin und den bedeutenden Jesuitentheologen Robert Bellarmin als Kronzeugen anzurufen, war in der Tat kaum möglich. Das war dem Papst indes völlig gleichgültig [...]

[Pius weiter:] «Sie sind meine Kreatur, ohne mich wären Sie noch der obskure Mönch, der Sie gewesen sind, ich habe Sie mit Gnaden und Wohltaten überhäuft – und jetzt
gehen Sie in das Lager meiner Feinde und der Feinde der Kirche über und werden zum Häretiker. Sie haben eine Rede gehalten, die verdient, dass Ihre Mitbrüder vom Heiligen Offizium Sie zum Feuer verurteilen.»"

 

(Da mir auch nur die Vorschau zur Verfügung steht, kann ich die Quellenverweise nicht prüfen.)

 

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Anmerkung zum letzten Beitrag von mir. Zu der kolportierten Aussage von Pius, er sei die Tradition und die Kirche, habe ich durch die Online-Buch-Vorschau noch Folgendes gefunden: In einem Buch John W. O'Malley mit dem Titel "Vatican I: The Council and the Making of the Ultramontane Church" heißt es zu dem kolportierten Papst-Wort:

 

"This incident is so shocking that it hardly seems credible. Did it happen, and did it happen as it has consistently been described? Theologians and historians have time and again shifted the evidence. Their conclusion is anambiguous: there is no reason to doubt the incident occured and occured as it has commonly been told.63"

 

Die Frage, ob ich mit "Dem Vernehmen nach" meine, dass ich keine Belege habe, es mir aber in meine Argumentation passt, kann ich wohl erneut verneinen.

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vor 42 Minuten schrieb iskander:

@rorro

 

 

Ist vielleicht auch nicht so wichtig, aber ich verstehe es in der Tat immer noch nicht. @Flo77 hatte ja geschrieben:

 

 

Darauf Du:

 

 

Vielleicht kannst Du mir sagen, was Du dann mit "in diesem Fall ist das so gemeint wie" sagen möchtest, wenn Deine Aussage nicht allgemein zu verstehen ist.

 

 

Na, das trifft sich doch gut. Dann musst Du meine Kritik schon nicht in concreto beantworten! Du hast schon recht, aber ich verstehe es eh nicht; hochherzig wie Du bist, bist Du jedoch voll Verständnis für diesen Mangel!

Allerdings hat @Flo77, der ja nun unzweifelhaft katholisch sein dürfte, ja ähnliche Bedenken geäußert wie ich.

 

 

Dann allerdings solltest Du mal nach dem Logik-Fehler des "genetischen Fehlschlusses" googeln. Denn für die Qualität eines Argumentes kommt es nicht darauf an, wer es verbringt, sondern wie überzeugend es in der Sache ist.

Zudem "erkläre" ich Dir, was Deine Kirche lehrt, höchstens in dem schwachen Sinne, dass ich Dich darauf hinweise, was sie eindeutig lehrt. Und dass die Kirche lehrt, dass "widernatürliche Akte" (im Sinne ihres Sprachgebrauches) stets schwer sündhaft sind, anders als Deine Äußerungen es nahelegen, ist einfach eine Tatsache, die sich leicht beweisen lässt (bei Bedarf verweise ich gerne auf entsprechende Quellen, das allermeiste dazu findet sich allerdings bereits im KKK). 

 

 

Es ist ein Synonym für "es gibt wohl ernsthafte Argumente, aber vielleicht keinen eindeutigen Beweis". Im konkreten Fall kann ich es nicht sicher sagen, aber zumindest der Kirchenhistoriker Hubert Wolf schildert die Szene als historische Tatsache:

 

"Ein Wort gab das andere. «Nein, das ist nicht wahr», ereiferte sich Pius IX.

«Sie haben gesagt, und ich weiß es, dass der Papst verpflichtet ist, für die unfehlbaren Dekrete die Traditionen der Kirchen zu befragen. Nun, das ist ein Irrtum.»

Kardinal Guidi: «Es ist wahr, dass ich es gesagt habe, aber es ist kein Irrtum.» Darauf der Papst «erregt»:

«Doch, es ist ein Irrtum, denn ich, ich bin die Tradition, ich, ich bin die Kirche!!» – «Io, io sono la tradizione, io, io sono la Chiesa!!» 4 [...]

Kardinal Guidi fühlte sich von Pius IX. nicht nur persönlich beleidigt und zu Unrecht abgekanzelt, sondern auch theologisch zum Ketzer sowie zum Feind der Kirche und des Papstes abgestempelt. Dabei hatte er sich bei seinen Ausführungen in der Konzilsaula ausschließlich auf die Tradition der Kirche und speziell auf rechtgläubige katholische Autoritäten berufen. Mehr Orthodoxie, als den heiligen Thomas von Aquin und den bedeutenden Jesuitentheologen Robert Bellarmin als Kronzeugen anzurufen, war in der Tat kaum möglich. Das war dem Papst indes völlig gleichgültig [...]

[Pius weiter:] «Sie sind meine Kreatur, ohne mich wären Sie noch der obskure Mönch, der Sie gewesen sind, ich habe Sie mit Gnaden und Wohltaten überhäuft – und jetzt
gehen Sie in das Lager meiner Feinde und der Feinde der Kirche über und werden zum Häretiker. Sie haben eine Rede gehalten, die verdient, dass Ihre Mitbrüder vom Heiligen Offizium Sie zum Feuer verurteilen.»"

 

(Da mir auch nur die Vorschau zur Verfügung steht, kann ich die Quellenverweise nicht prüfen.)

 

Wenn die Aussage stimmt, erhob sich dieser Papst Pius IX. zum allwissenden und allmächtigen Gott. Aber so wie dieser Papst sehen viele Katholiken ihren Papst.

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vor 6 Stunden schrieb laura:

Ich habe manchmal das Gefühl, dass einige den Schrumpfungsprozess eigentlich ganz gut finden.

Soll man die kirchliche Lehre, die ja dem Seelenheil dient und über die nicht einfach nach menschlichem Belieben verfügt werden kann, nach der erwünschten Anzahl von Mitglieder anpassen? Umgekehrt könnte man die Morallehre der Kirche auch so anpassen, dass sich die knapp 8 Milliarden Menschen auf der Welt mit ihrer Lebenswirklichkeit darin wiederfinden. Aber wir sind nicht die UNO. Damit ergäbe sich kein Plus an geretteten Seelen.

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vor 3 Stunden schrieb Inge33:

Soll man die kirchliche Lehre, die ja dem Seelenheil dient und über die nicht einfach nach menschlichem Belieben verfügt werden kann, nach der erwünschten Anzahl von Mitglieder anpassen? Umgekehrt könnte man die Morallehre der Kirche auch so anpassen, dass sich die knapp 8 Milliarden Menschen auf der Welt mit ihrer Lebenswirklichkeit darin wiederfinden. Aber wir sind nicht die UNO. Damit ergäbe sich kein Plus an geretteten Seelen.

Vom Seelenheil weiss ich nichts. Das ist vor allem erst mal eine nicht beweisbare Behauptung, was es angeblich dafür braucht.

 

Eine nicht bestreitbare Tstsache ist jedoch, dass die rkK mit ihrer absurden und menschenfeindlichen Morallehre bis heute Ursache für unendlich viel physisches und psychisches Leid ist.

bearbeitet von rince
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vor 2 Stunden schrieb Inge33:

Soll man die kirchliche Lehre, die ja dem Seelenheil dient und über die nicht einfach nach menschlichem Belieben verfügt werden kann, nach der erwünschten Anzahl von Mitglieder anpassen?

 

Nö, soll man nicht. Aber man sollte ab und an überprüfen, ob die kirchliche Lehre wirklich dem Seelenheil dient oder nicht eher bisweilen dem Seelenheil schadet. Um sich dieser Frage gedanklich anzunähern, würde es ausreichen, sich z.B. mit dem Begriff "Ekklesiogene Neurosen" zu befassen. Spätestens danach wäre man mit etwas Grips im Hirn vermutlich vorsichtiger damit, ganz selbstverständlich davon auszugehen, dass die kirchliche Lehre dem Seelenheil dient, und würde vorsichtiger formulieren, dass die kirchliche Lehre dem Seelenheil dienen soll.

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vor 2 Minuten schrieb rince:

Vom Seelenheil weiss ich nichts. Das ist vor allem erst mal eine nicht beweisbare Behauptung, was es angeblich dafür braucht.

 

Eine nicht bestreitbare Tstsache ist jedoch, dass die rkK mit ihrer absurden und menschenfeindlichen Morallehre bis heute Ursache für unendlich viel physisches und psychisches Leid ist.

 

Oh ,...zwei Doofe ein Gedanke....

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vor 7 Stunden schrieb Reisender:

Die deutschen Synodalen finden ihre parlamentarische Methode besser als Hinhören und darüber nachdenken:

 

“Ich finde die Arbeitsweise auf jeden Fall spannend, die jetzt bei der Kontinentalsynode läuft. Da werden immer etwa vier oder fünf Statements gebracht und dann ist erst einmal ein Gebet oder eine Stille. Das merke ich schon, dass ich da weniger affekthaft denke oder reagiere. Das finde ich eine spannende Herangehensweise.

Ich merke aber auch, dass es dazu führt, dass gerade kein Dialog stattfindet, sondern es wird ein Statement an das andere gereiht. Und das merke ich, dass das im deutschen Synodalen Weg, auch wenn ich einigen Meinungen auch widerspreche, dass das ein bisschen besser funktioniert. Das ist tatsächlich ein miteinander Diskutieren und das rückt gerade auch mein Unverständnis manchmal, wie es im deutschen Synodalen Weg abläuft, in ein besseres Licht. Und es ist tatsächlich einfach sehr viel besser strukturiert. Also ja, ich glaube, ich habe gerade eine größere Zufriedenheit mit dem, was in Deutschland so passiert, was natürlich nicht heißt, dass wir uns da irgendwie zurücklehnen können.“

 

https://www.domradio.de/artikel/katholische-jugend-wuenscht-sich-mehr-dialog-prag

 

Wir Deutschen sind nicht nur Papst, wir können sogar besser Synode 🤣🤣🤣

Wie wäre es ohne Arroganz?

 

Die Weltsynode arbeitet methodisch anders und zwar mit der Methode der spiritual conversation, die vor allem in ignatianischen Gemeinschaften verwendet wird. Daher übrigens auch Mauricio Lopez als Moderator, der selbst aus der ignatianischen Spiritualität stammt und einer Laiengemeinschaft angehört.

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vor einer Stunde schrieb rince:

Eine nicht bestreitbare Tstsache ist jedoch, dass die rkK mit ihrer absurden und menschenfeindlichen Morallehre bis heute Ursache für unendlich viel physisches und psychisches Leid ist.

Ich kann darin nichts Menschenfeindliches entdecken. Das Leid, dass mir auch leid tut, kommt m.E. daher, dass sich in Zeiten der Säkularisierung in einer Person säkulare und katholische Werte mischen, was manchmal innere Wertekonflikte erzeugt. Das gibt es auch in der säkularen Welt, etwa wenn man mit seiner Biographie von einem Milieu in das andere gerät (etwa durch sozialen Aufstieg oder Abstieg) und die alten Werte noch mitschleppt, weil Wert- und Basisüberzeugungen oft tiefer verankert sind, als man glaubt.

bearbeitet von Inge33
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vor 7 Stunden schrieb iskander:

@rorroIst vielleicht auch nicht so wichtig, aber ich verstehe es in der Tat immer noch nicht.

 

Du hast Recht, ist nicht wichtig.

vor 7 Stunden schrieb iskander:

Zudem "erkläre" ich Dir, was Deine Kirche lehrt, höchstens in dem schwachen Sinne, dass ich Dich darauf hinweise, was sie eindeutig lehrt. Und dass die Kirche lehrt, dass "widernatürliche Akte" (im Sinne ihres Sprachgebrauches) stets schwer sündhaft sind, anders als Deine Äußerungen es nahelegen, ist einfach eine Tatsache, die sich leicht beweisen lässt (bei Bedarf verweise ich gerne auf entsprechende Quellen, das allermeiste dazu findet sich allerdings bereits im KKK). 

 

Danke, ich kenne die Lehre meiner Kirche. Und was Du aus meinen Äußerungen machst, entzieht sich meinem Einfluß. Geh einfach mal davon aus, daß sie im Einklang mit der Lehre der Kirche sind. Falls Du das nicht siehst, liegt das womöglich nicht an mir.

 

Was den temperamentvollen Ausbruch von Pius IX. angeht, so ist das im Kontext des Buches von O‘Malley nachvollziehbar. Der abgekanzelte Kardinal unterstützte faktisch einen Semi-Konziliarismus, der Tor und Tür für Streitfragen im Falle der Anwendung geöffnet hätte.

 

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vor 1 Stunde schrieb rince:

Eine nicht bestreitbare Tstsache ist jedoch, 

 

daß die meisten „nicht bestreitbaren Tatsachen“ einfach nur als Tatsache ohne gute Evidenz behauptet werden.

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vor 11 Minuten schrieb Inge33:

Ich kann darin nichts Menschenfeindliches entdecken. Das Leid, dass mir auch leid tut, kommt m.E. daher, dass sich in Zeiten der Säkularisierung in einer Person säkulare und katholische Werte mischen, was manchmal innere Wertekonflikte erzeugt. Das gibt es auch in der säkularen Welt, etwa wenn man mit seiner Biographie von einem Milieu in das andere gerät (etwa durch sozialen Aufstieg oder Abstieg) und die alten Werte noch mitschleppt, weil Wert- und Basisüberzeugungen oft tiefer verankert sind, als man glaubt.

schwule Jugendlichen leiden unter der bigotten idiotischen kath Moral der Eltern und können den 18 Geburtstag erwarten um endlich da weg zu kommen 
gestern sagte mir ein junger Mann  der gerade von zu hause mit hilfe der Jugenhilfe von seinem Bigotten Eltern weg ist lieber geh ich zu Mc Donalds arbeiten als einen Tag länger dort zu bleiben 

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vor 3 Minuten schrieb rorro:

 

Du hast Recht, ist nicht wichtig.

 

Danke, ich kenne die Lehre meiner Kirche. Und was Du aus meinen Äußerungen machst, entzieht sich meinem Einfluß. Geh einfach mal davon aus, daß sie im Einklang mit der Lehre der Kirche sind. Falls Du das nicht siehst, liegt das womöglich nicht an mir.

 

Was den temperamentvollen Ausbruch von Pius IX. angeht, so ist das im Kontext des Buches von O‘Malley nachvollziehbar. Der abgekanzelte Kardinal unterstützte faktisch einen Semi-Konziliarismus, der Tor und Tür für Streitfragen im Falle der Anwendung geöffnet hätte.

 

nein dass war hauptsächlich die durch die Epilepsie geprägte Psyche des Pius IX. umsonst wäre er ja fast nicht geweiht worden

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vor 2 Minuten schrieb Spadafora:

schwule Jugendlichen leiden unter der bigotten idiotischen kath Moral der Eltern und können den 18 Geburtstag erwarten um endlich da weg zu kommen 
gestern sagte mir ein junger Mann  der gerade von zu hause mit hilfe der Jugenhilfe von seinem Bigotten Eltern weg ist lieber geh ich zu Mc Donalds arbeiten als einen Tag länger dort zu bleiben 

Wer Französisch kann, kann sich mal die Lebenszeugnisse ansehen von Jugendlichen, die im Tradi-Milieu aufgewachsen sind und sich dann im Studium anders orientiert haben. Wie in Sekten ... 

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vor 5 Minuten schrieb rorro:

 

daß die meisten „nicht bestreitbaren Tatsachen“ einfach nur als Tatsache ohne gute Evidenz behauptet werden.

ja wie das Lehramt dass von sich sagt es sei unfehlbar wer das glaubt sollte das Wort Evidenz nicht in den Mund nehmen 

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vor 2 Minuten schrieb laura:

Wer Französisch kann, kann sich mal die Lebenszeugnisse ansehen von Jugendlichen, die im Tradi-Milieu aufgewachsen sind und sich dann im Studium anders orientiert haben. Wie in Sekten ... 

da erscheint jetzt bald ein Buch eines ehemaligen Priester der FSSPX was er mitgemacht hat #

@laura könntest Du da etwas verlinken

bearbeitet von Spadafora
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