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Cosifantutti

Pensées et Regards sur....

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phyllis
1 hour ago, Chrysologus said:

Also nochmals gefragt: Ist NFP sicher oder nicht? Wird hier Zeugung und Beziehungspflege entkoppelt oder nicht? 

Sex auf den empfängnisfreien Zyklus zu beschränken macht beides kaputt. Die Zeugung, sofern man sich nicht verrechnet, und die Beziehung. Was HV dazu schreibt, scheint mir eine gestattete Ausnahme von der Regel zu sein.Wers braucht... bitteschön.

Edited by phyllis

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ThomasB.
vor 5 Minuten schrieb Chrysologus:

aber ich halte dann mal fest: Es scheint eine schwammige Angelegenheit zu sein, in der man besser nicht so genau hinschaut, sich die beliebigen Rosinen heraus pickt und die Lehre in den nicht genehmen Teilen ignoriert.

Mach das. Aber gut festhalten!  Und nicht loslassen. Denke dran: Wehe wenn sie losgelassen...

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ThomasB.
vor 3 Minuten schrieb phyllis:

Was HV dazu schreibt, scheint mir eine gestattete Ausnahme von der Regel zu sein.

Ja. Mit der Regel hat das was zu tun...

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Cosifantutti

Pensées....

 

....die Ehe und die sexuelle Wollust

 

Nach etlichen Jahren habe ich mir vorgenommen, noch einmal die wichtigsten Werke Thomas Manns einer intensiven "Relecture"  zu unterzeihen... 

 

so lese ich seit ein paar Wochen mit höchstem Vergnügen seinen fulminanten Roman "Der Zauberberg".... 

in siebten und letzten Kapitel seines Romans läuft Thomas Mann in den Abschnitten über Mynheer Peeperkorn nochmals zur absoluten Hochform auf... 

Mit feinem Humor und leiser Ironie, sprachlich ein eingziges Lesevergnügen.... streift er in diesen Abschnitten immer wieder auch das sexuelle Verlangen der Menschen, die sexuelle Lust, de, "Sexualtrieb"....

 

S.614: "Auch von dem priesterlichen feinen Begriff der Indulgenz habe er folglich noch nie gehört, 

unter den sogar ein Sakrament, nämlich das der Ehe falle, welches gar kein positives Gut,

gleich den anderen Salramenten,

sondern nur ein Schutz gegen die Sünde sei, verliehen einzig zur Einschränkung der sinnlichen Begierde und der Unmäßigkeit,

so dass das asketische Prinzip sich darin behauptete....."

 

S.643: "....aber von der Tortur der Fleischesbegierde kann man einzig und allein loswollen auf dem Wege

und unter der Bedingung, dass sie gestillt wird- sonst nicht, sonst um keinen Preis....Gott im Himmel,,

was für eine Einrichtung und Angelegenheit ist es doch, dass das Fleisch so nach dem Fleisch begehrt, nur,

weil es nicht das eigene ist, sondern einer fremden Seele gehört....

...Man könnte sagen: wenn es weiter nichts will, in Gottes Namen, es sei ihm gewährt !

Was will ich denn,. Castorp ? Will ich sie morden ? Will ich ihr Blut vergießen ? 

.....Castorp, lieber Castorp, entschuldigen Sie, dass ich winsele, aber sie könnte mir in Gottes Namen zu Willen sein !...

 

....Mich verlangt doch nicht  bloß nach ihrem Körperrumpf und nach der Fleischpuppe ihres Leibes,

 sondern wenn in ihrem Angesicht auch nur ein kleines Etwas anders gestaltet wäre, siehe,

so verlangts mich´s möglicherweise nach ihrem Leibe gar nicht, und daher so zeiget sich´s,

dass ich ihre Seele liebe und dass ich sie mit der Seele liebe..."

 

( Es geht so eine ganze Seite weiter...und zuletzt ein sehr interessantes "Bild".... ich stelle mir immer vor, wann der Roman geschrieben wurde und veröffentlicht wurde: )

 

"....Castorp, lieber Castorp, lassen Sie mich etwas winseln, denn was habe ich für Nächte !

Jede Nacht träume ich von ihr, ach, was träume ich nicht alles von ihr,

es brennt mir im Schlunde und in der Magengegend, wenn ich daran denke !

Und immer endet es damit, dass sie mir Ohrfeigen gibt, mich ins Gesicht schlägt und manchmal auch anspeit -

mit vor Ekel verzerrtem Seelenangesicht speit sie mich an,

und dann wache ich auf,

mit Schweiß und Schmach und Lust bedeckt......"

 

Schon in Thomas Mans Novelle "Der Tod in Vendedig", die ich letztes Frühjahr Jahr passend zu den besonderen Umständnen gelesen hatte ( nach Camus´ "Die Pest" ...)

hat mich die deutliche Thematik der Erotik überrascht. In der Novelle "Der Tod in Venedig" die Thematik  Erotik / Sexualität nochmals sehr speziell bezogen auf die erotische Liebe eines alternden Schriftsellers zu einem schönen, knabenhaften Jüngling..... 

ich habe mich natürlich bei der Lektüre immer auch gefragt, ob Thomas Mann diese Novelle genau so heute in einem Verlag veröffentlichen könnte....

 

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Alfons
vor 11 Stunden schrieb Cosifantutti:

[Zitat aus Thomas Manns Zauberberg:]
"Was will ich denn, Castorp ? Will ich sie morden ? Will ich ihr Blut vergießen ? 

.....Castorp, lieber Castorp, entschuldigen Sie, dass ich winsele, aber sie könnte mir in Gottes Namen zu Willen sein !...

....Mich verlangt doch nicht  bloß nach ihrem Körperrumpf und nach der Fleischpuppe ihres Leibes ...

 

Ach ja, des Herrn Wehsals Verlangen nach Madame Chauchat.

 

Ist dir aufgefallen - mir ist es beim Lesen seinerzeit nämlich nicht aufgefallen, aber Michael Maar hat mich in seinem Buch über Stilistik "Die Schlange im Wolfspelz" darauf aufmerksam gemacht - dass die wuchtige und schwüle Sprache, die Thomas Mann seiner Figur in den Mund legt, zu der eher biederen Romanfigur Ferdinand Wehsal, so wie sie zuvor angelegt worden war, gar nicht passt? "Man nimmt der Figur kein Wort davon ab, zu solch archaisierender Verve wäre das Würstchen, bisher durch keinerlei Brillanz hervorgetreten, nie in der Lage" schreibt Maar. Auch Thomas Mann also sei zu Kunstfehlern fähig, dies gerade in einem Roman, der durch die glaubwürdige Sprache seiner Figuren überzeugt.

 

Aber Thomas Mann und Erotik - das ist ein Thema für sich.

 

Edited by Alfons

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Cosifantutti
vor 12 Stunden schrieb Alfons:

 

Ach ja, des Herrn Wehsals Verlangen nach Madame Chauchat.

 

Ist dir aufgefallen - mir ist es beim Lesen seinerzeit nämlich nicht aufgefallen, aber Michael Maar hat mich in seinem Buch über Stilistik "Die Schlange im Wolfspelz" darauf aufmerksam gemacht - dass die wuchtige und schwüle Sprache, die Thomas Mann seiner Figur in den Mund legt, zu der eher biederen Romanfigur Ferdinand Wehsal, so wie sie zuvor angelegt worden war, gar nicht passt? "Man nimmt der Figur kein Wort davon ab, zu solch archaisierender Verve wäre das Würstchen, bisher durch keinerlei Brillanz hervorgetreten, nie in der Lage" schreibt Maar. Auch Thomas Mann also sei zu Kunstfehlern fähig, dies gerade in einem Roman, der durch die glaubwürdige Sprache seiner Figuren überzeugt.

 

Aber Thomas Mann und Erotik - das ist ein Thema für sich.

 

...genau... was mich bei der "Relecture" nach so vielen Jahren vollkommen fasziniert hat: wie Thomas Mann nach dem Tod des Vetters von Hans Castorp nochmals zur absoluten erzählerischen Hochform aufläuft, als Madame Chauchat mit ihrer "Reisebegleitung", Mynheer Peeperkorn, auf dem Berghof auftaucht... die Kapitel sind einfach meisterhaft geschrieben und höchst vergnüglich zu lesen, schon mal die große "Sause" am Abend, die bis um 2 Uhr früh geht, wo Peeperkorn immer neue Sachen auffahren lässt....die sehr spezielle "Dreiecksbeziehung", welch vielfältige Aspekte Thomas Mann da zur Sprache bringt und ausleuchtet, da kommt man ja selber nie drauf.... und auch wie Peeperkorn selber dargestellt wird: er kann sich eigentlich alles leisten, ist ein "Alpha"-Tier und gleichzeitig hat er panische Angst davor sexuell, beim Sex selber vollkommen zu versagen.... , im Bett, bei Madame Chauchat als ultimative Demütigung nicht "seinen Mann stehen zu können".....( und gerade auch das ist meisterlich von Thomas Mann in Worte gekleidet....) 

Und literarisch erzählerisch ein besondereres Meisterstück ist der Schluss... wie Thomas Mann die Welt des "Zauberbergs" letztlich genial "auflöst" ...mit dem Rekurs auf "Der Lindenbaum"

 

Ja und in der Tat, ein ganz eigenesThema für sich: Thomas Mann und Erotik....

 

auf jeden Fall hat es mich doch vollkommen überrascht bei der Novelle "Der Tod in Venedig", wenn man das Erscheinungsjahr berücksichtigt, wie er - für seine Verhältnisse doch relativ offen -  über nicht nur homoerotische Neigungen, sondern auch über "Knabenliebe" so unverhüllt schreiben konnte...

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Cosifantutti

sexueller Missbrauch / sexualisierte Gewalt....

 

In der neuesten Ausgabe des Nachrichtenmagazins DER SPIEGEL erscheint ein ausführlicher Bericht über sexuellen Missbrauch und sexualisierte Gewalt in der Welt des Hochleistungssports.

 

DER SPIEGEL hat in letzter Zeit verschiedene ausführliche und sehr konkrete Berichte über sexuellen Missbrauch im Hochleistungssport gebracht, sexueller Missbrauch im Bereich Fechten, Boxen und Judo.

 

In der SPIEGEL-Ausgabe vom 20.2.2021 nun ( Seite 92 - 97 )  sexueller Missbrauch / sexualisierte Gewalt im Schwimmsport, näherhin beleuchtet der Artikel die Vorgänge in der "Medaillenschmiede" in Würzburg um den Bundestrainer Stefan Lurz. Rein strafrechtlich ist es oft so, dass viele Straftaten aus heutiger Sicht, zur Zeit als die Vorfälle sich ereigneten entweder noch keine Straftaten / Verbrechen waren oder aus heutiger Sicht verjährt sind. Eine andere Frage ist es , wie die einzelnen Sportverbände heute damit umgehen, dass diese Vorfälle innerhalb des Verbandes vertuscht wurden, geleugnet wurden ( auch innerhalb der betroffenen Familien!!!! ) ...um des sportlichen Erfolges wegen ( "Medaillenschmiede" ).

Es ist eigentlich immer dasselbe: Die besondere Situation von  in ganz verschiedener Weise "Abhängigen" wird sexuell ausgenützt, der sexueller Missbrauch wird begünstigt durch die jweilige Machtopsition. Es geht weniger um einen bestimmten Bereich, sondern um die Frage der "Macht" über andere und der konkreten Abhängigkeit von Menschen dieser "Macht" gegenüber. Dasselbe in der Welt der Schauspielerei ( "Metoo"-Debatte, Dieter Wedel.... ) oder in der Welt der Musik ( Beispiel: Musikhochschule München, der ehemaliger Rektor Siegfried Mauser ist rechtskräftig verurteilt.....

 

Ebenfalls ein interessanter Bericht darüber, was sich zur Zeit in Deutschland in der Welt der Schauspelerei tut. Der Artikel ( S. 112 - 115 ) bezieht sich unter anderem auf ein "Outing" von 185 "lesbisch, schwule, bisexuelle, queere,  nichtbinäre und trans*" -Schauspielerinnen und Schauspielern. im Magazin der "Süddeutschen Zeitung" Anfang Februar und die jeweiligen Diskriminierungen bei Besetzung von Rollen in Theater oder Film. Auch geht es um die Diskussion darüber ob z. B ein Heterosexueller einen Homosexuellen spielen darf / soll... wie Tom Hanks in "Philadelphia" oder ein "Nicht-Behinderter" oder "Nicht-in einer bestimmten Weise-Eingeschränkter" eine Person mit einem bestimmten "Handicap"...z. B Dustin Hoffman in "Rain Man".....

 

...und auf Seite 45 ein Interview mit der FDP-Vizechefin Katja Suding über Sexismus in der Politik und in ihrer Patei

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Cosifantutti

...aus dem fünften Evangelium nach Johann Sebastian:

 

......Auch Johann Sebastian hat in der Fastenzeit / österlichen Bußzeit sein Kantatenpogramm etwas heruntergefahren. Da ja die geistlichen Kantaten von Bach reine "Gottesdienstmusik" sind, ist ihre Produktion auch direkt abhängig vom Kirchenjahr / liturgischen Jahr, gibt es Ballungen / Konzentrationen, wie etwa die rund 30 Kantaten zwischen Weihnachten und Epiphanias und dann etwas ruhigere Wochen, wie etwa in dieser österlichen Bußzeit. Das schafft doch etwas freie Zeit, nochmals auf die Kantaten seit Epiphanias zurückzublicken. Ohne Zweifel haben alle Kirchenkantaten Bachs ein unglaubliches musikalisches Niveau oder musikalische "Tiefe".... bei den Kantatentexte schwankt es manchmal ein bisschen.  Dennoch sind mir auch die Kantatentexte, die "Dichtungen" und literarisch-theologisch-mystischen Assoziationen zum jeweiligen Sonntagsevangelium, die Bach dann in Musik umgesetzt hat, letztlich viel lieber als manche heutige Wohlfühl-Sprech-Theologen-Prosa.... Für mich ist eine Margot Käßmann so etwas wie die Helene Fischer der Theologie. ( Ich mein das überhaupt nicht abwertend....)..... da bevorzuge ich dann doch das kernige "Schwarzbrot" der Kantatentexte....

 

Eine Kantate in den Wochen "nach Epiphanias" ( wie hier die Zählung läuft ), bei der ich jedes Jahr neu "hängen" bleibe ist 

 

Jesus schläft, was soll ich hoffen BWV 81

( vierter Sonntag nach Epiphanias )

 

Das Evangelium, das dem Kantatentext zugrunde liegt, ist Matthäus 8, 23 - 27, eine sehr kurze Perikope:

"Er stieg in das Boot  und seine Jünger folgten ihm.

Plötzlich brach auf dem See ein gewaltiger Sturm los,

so dass das Boot von den Wellen überflutet wurde.

 

Jesus aber schlief.

 

Da traten die Jünger zu ihm und weckten ihn;

sie riefen: Herr rette uns, wir gehen zugrunde!

Er sagte zu ihnen:

Warum habt ihr solche Angst ihr Kleingläubigen ?

Dann stand er auf und drohte den Winden und dem See,

und es trat völlige Stille ein...."

 

Bach verwendet unter anderem in seinen Kantatenvertonungen ganz selbstverständlich das aus  Opernvertonungenseiner Zeit bekannte Schema "Rezitativ - Arie". 

Ein Beispeil auch dafür, dass die strenge Trennung zwischen "weltlicher" und "geistlicher" Musik eigentlich wenig Sinn macht, außer eben von der jeweiligen Tematik her. Aber sowohl in formaler Sicht ( welche  musikalische Gattungen Gattungen werden konkret verwendet ? ) als auch in der Hinsicht auf musikalisches Nievau / "Tiefe" / Qualität macht die Unterscheidung wenig Sinn. Die musikalische Qualität entscheidet sich nicht am konkreten "Thema" sondern, wie ein "Thema" in Musik umgesetzt wird. So liegen z. B bei Mozart zwischen seinen Messvertonungen, die er in seiner Salzburger Zeit, vor seinem Weggang nach Wien 1981 komponiert hat und seinen drei "Da-Ponte-Opern" im rein muikalischen Sinn Welten, obwohl natürlich die Vertoung des katholischen Messordinariums an sich "viel erhabener" "gehaltvoller" ist, als etwa die Inhalte der drei Da-Ponte-Opern, bei der musikalischen Qalität ist es genau umgekehrt. Die Messvertonungen Mozarts zu seiner "Salzburger Zeit" sind - verglichen etwa mit seinen Klavierkonzerten ab KV 449 und seinen Da-PonteOpern oder auch seiner Zauberflöte - eher Belanglosigkeiten. Oder nochmals anders formuliert: Auch als glaubender und paktizierender Katholikenmensch kann man sagen, dass seine Klavierkonzerte und seine Da-Ponte-Opern muikalisch viel wichtiger und mehr "Tiefgang" haben als seine kleinen Salzburger Messen.....

 

Ich kann auch überhaupt nichts anfangen, wenn man Verdis Requiem als seine "bester Oper" bezeichnet oder eher "vorfwurfsvoll" herummäkelnd meint, da kommt die Totenmesse im "Gewande einer Oper daher", als ob dies irgendwas über die rein musikalische Qualität der Komopsition sagen würde

 

Die Musik des Barock zeichnet sich durch direkte, sinnliche Ausdrucksweise aus. Alle kennen "Die vier Jahreszeiten" von Vivaldi, wo die einzelnen vier Jahresezeiten sehr plastisch musikalisch beschrieben werden. 

 

Bach hat diese barocken "rhetorischen Figuren" meisterlich in seiner Kirchenmusik angewendet, ganz besonders in seiner Vokalmusik ( seine Passionen und Kantaten ). Gerade aus diesem Grunde gefällt mir die Kantats "Jesus schläft, was soll ich hoffen" ganz besonders, da in zwei zentralen Arien, die ganze Lebendigkeit der barocken "rhetorischen" Figuren ausgebreitet wird:

 

Zuerst in der ersten Arie: "Die schäumenden Wellen von Belials Bächen verdoppeln die Wut:"

Dann, nach dem Arioso: "Ihr Kleinglaubigen, warum seid ihr so furchtsam ?"

......die zweite Arie: "Schweig schweig auftetürmtes Meer ! Verstumme, Sturm und Wind !"

 

Sowohl der Tenor ( erste Arie ) als auch der Bass ( zweite Arie ) werden rein instrumental behandelt, sind Teil der lebendigen, rasanten, lebhaften "die schäumenden Wellen" und das "aufgetürmte Meer, Sturm und Wind" sinnlich darstellenden Musik, für die Solisten jeweils eine sehr "sportliche Angelegenheit.....

 

https://www.youtube.com/watch?v=YR0V5my_iU8

 

erste Arie ab 6:30 Minuten / zweite Arie ab 11:00 Minuten....

 

Eine andere Kantate, bei der ich auch jedes Jahr "hängen" bleibe ist die Kantate:

 

Nimm was dein ist und gehe hin BWV 144

( Sonntag Septuagesimae )

 

Das Gleichnis von den Arbeitern im Weinberg mag ich ganz besondes, der Evangeliumstext, der dieser Kantatenvertonung zugrunde liegt

( vgl. Matthäus 20, 1- 16 ).

Es ist immer wieder sehr spannend und interessant zu entdecken, was den Kantatendichtern des Barock aus den jeweiligen biblischen Texten der liturgsichen "Agenda" besonders wichtig war. Hier bei dieser Kantate BWV 144 ist es die Antwort des Verwalters an einen Arbeiter der ersten Stunde:

 

"Mein Freund, dir geschieht kein Unrecht.

Hast du nicht einen Denar mit mir vereinbart ?

Nimm dein Geld und geh"

 

 

und fügt im Evangelium noch diese interessante Bemerkung an:

 

"Darf ich mit dem, was mir gehört, nicht tun was ich will ?

Oder bist du neidisch, wil ich gütig  bin ?"

 

Im Kantatentext eben: "Nimm was dein ist und gehe hin"

In der Musik Bachs das: "gehe hin, gehe hin, gehe hin..... "

immer neu wiederholt....Geh jetzt endlich,...schleich dich... geht mir Gott aber geh....

 

Besondes schön sind natürlich immer auch in den geistlichen Werken Bachs seine genialen vierstimmigen Vertonungen und "Arragements" der "Kirchenchoräle". Neben dem geistlichen Gehalt der Texte nimmt die schlichte Schönheit des Chorklangs ( manchmal mit Instrumenten auch 5 Stimmen ..) immer neu gefangen: Hier ist es eine Strophe des Chorals "Was Gott tut das ist wohlgetan"....

 

https://www.youtube.com/watch?v=-Z75EXCOt-U

 

Der Choral ab: 7:25 Minuten

 

 

 

 

 

 

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rorro
vor 21 Stunden schrieb Cosifantutti:

Auch geht es um die Diskussion darüber ob z. B ein Heterosexueller einen Homosexuellen spielen darf / soll... wie Tom Hanks in "Philadelphia" oder ein "Nicht-Behinderter" oder "Nicht-in einer bestimmten Weise-Eingeschränkter" eine Person mit einem bestimmten "Handicap"...z. B Dustin Hoffman in "Rain Man".....

 

Ist das nicht der Job eines Schauspielers - jemanden zu spielen, der er nicht ist?

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Domingo
5 hours ago, rorro said:

 

Ist das nicht der Job eines Schauspielers - jemanden zu spielen, der er nicht ist?

 

Und wenn jemand einen Trans-Menschen spielen muss - Muss da der/die Schauspieler*in unbedingt selber trans sein? Dann wird es schwierig...

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Domingo

Heute koennte man den "Paten" nicht mehr drehen. Erstens wurde Marlon Brando als Vito Corleone eingesetzt, obwohl er keinerlei italienische Abkunft vorzuweisen hat. Dann wuerde die italienische community beleidigt sein und gegen den Film protestieren, weil er Italiener als Kriminelle und gewaltbereite Schergen darstellt.

 

Also wuerden Robert de Niro und Al Pacino heute wohl nicht die grossartige Karriere haben, die sie hatten, welche sie ja wahrscheinlich diesem Film verdanken. MIt anderen Worten, heute wuerden aufstrebende italienische Talente daran gehindert, ihre Karriere durch ihre Teilnahme an einem Strefen zu foerdern, in dem Italiener nicht 100% positiv dargestellt werden und die Hauptrolle nicht ethnisch, sexuell, gender- usw. korrekt besetzt ist. Normalerweise dienen solche "Falsch"besetzungen eben dazu, einen grossen Star in das Projekt einzubringen, um ein groesseres Publikum anzulocken, wodurch den weniger bekannten Schauspielern der Weg zum Ruhm freigemacht wird.

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Cosifantutti

ja, das ist auch mein Eindruck, dass manche da einfach vollkommen übers Ziel hinausschießen. Klar, es ist vollkommen berechtigt, wenn Schauspieler sich wehren gegen objektive Diskrininierungen bei Rollenbesetzungen, aber es geht dann auch für mich entschieden zu weit, wenn man meint: Homosexuelle "Rollen" können nur noch von Homosexuellen besetzt werden...und umgekehrt. Für mich lebt die Schauspielkunst davon, dass ein Schauspieler die entsprechende Rolle auch "verkörpern" und "darstellen" kann.... " So geht es halt zur Zeit bei solchen Diskussionen zu: neben berechtigten Anliegen wurchert auch der biszarre Wildwuchs von "Forederungen"..... 

Dustin Hoffman war ja in dem Film "Reifeprüfung" auch schon ein paar Jahre älter, als er den "Benjamin" spielte und das wirklich legendär glaubhaft im Film verkörperte.... und sich von "Mrs Robinson verführen ließ..... die Beispiele sind Legion.... insgesamt kann ich dir nur hier zustimmen....

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Cosifantutti

Für die Fastenzeit.....

 

 

...neben dem "TE DEUM - Das Stundengebet im Alltag", das als "tägliches Brot" das ganze Jahr ein Begleiter ist....

....für diese 40 Tage vor Ostern als "geistlich-spirituelle" Lektüre:

 

Ernesto Cardenal: "Die Stunde Null", daraus besonders: "Das Buch der Liebe"

                               auch die Lektüre seines poetischen Gesamtwerkes: "Aus Sternen geboren",

                                daraus besonders sein poetisches Hauptwerk "Cantico Cosmico"   "Kosmische Gesänge"....

 

                                  .....und alles beginnt mit dem universellen, kosmischen, spirituellen DURST:

 

                                       Gott, du mein Gott,

                                       dich suche ich,

                                       meine Seele dürstet nach dir.

                                       

                                        Nach dir schmachtet mein Leib, wie dürres, lechzendes Land, ohne Wasser....

                                        ( Psalm 63 )

 

                                        Wie der Hirsch schreit, nach Wasserquellen, 

                                       so schreit meine Seele, Gott, zu dir

                                        ( Psalm 42 / vgl. auch die Vertonung von Mendelssohn-Bartholdy...

 

                                        besonders berührend, ansprechend sind die Psalmworte immer dann, wenn sie gleichzeitig

                                         in unserem Inneren "erklingen" und  "Musik werden".... weil wir mit den Worten geichzeitig die Musik mithören

                                         und die Psalmworte in uns einen vollkommen weiten "Resonanzraum" bekommen,

                                         so etwa bei Psalm 84, mit der "Musik" von Brahms ( Ein Deutsches Requiem, Satz 4 )

 

                                         Wie lieblich sind deine Wohnungen, Herr Zebaoth,

                                         meine Seele verlanget und sehnet sich

                                          nach den Vorhöfen des Herrn.....

 

                                          und auch sehr schön und poetisch, wie einmal Ernesto Cardenal für diese universelle, kosmische,

                                          spirituelle Sehnsucht diese Worte gefunden hat:

 

                                            ZUGVÖGEL

                                           Gott ist die Heimat aller Menschen.

                                           Er ist unsere einzige Sehnsucht.

                                           Gott ist im Innersten aller Kreaturen verborgen und ruft uns.....

 

                                            Obwohl wir Gott nie gesehen haben, sind wir wie Zugvögel,

                                             die, an einem fremden Ort geboren,

                                            doch eine geheimnisvolle Unruhe empfinden,

                                            wenn der Winter naht, ein Ruf des Blutes,  

                                            eine Sehnsucht nach der frühlingshaften Heimat,

                                            die sie nie gesehen haben und zu der sie aufbrechen,

                                            ohne zu wissen wohin......

 

                                             Erensto Cardenals Buch von der Liebe ( "Vida en el amor" ) beginnt dann auch mit dem

                                             ersten Kapitel, überschrieben:

 

                                               DER DURST.....

                                               ......in den Augen aller Menschen wohnt eine unstillbare Sehnsucht....

                                               ..... in allen wohnt der gleiche Funke unstillbaren Verlangens,

                                               das gleiche Feuer, der gleich tiefe Abgrund,

                                               der gleiche unendliche Durst nach Glück und Freude und Besitz ohne Ende.....

                                             ....dieser Durst, den alle Wesen spüren 

                                             und von dem auch im Gleichnis von der Samariterin am Brunnen gesprochen wird,

                                             ist die Liebe zu Gott....

 

                                            ..... Die Gesichter der ganz jungen Mädchen tragen einen Abglanz Gottes,

                                            darum sind sie so fazinierend für uns,

                                           weil wir geschaffen wurden für das ewige Leben.....

 

                                          ..... das ist die geheimnisvolle Ausstrahlung, die von allen Wesen ausgeht.

                                          Wir hören seinen Ruf in der Tiefe unseres Wesens wie die Lerche,

                                          die in der Frühe von ihrer Gefährtin geweckt wird.....

                                        

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

                               

 

 

Edited by Cosifantutti

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