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Pensées et Regards sur....


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Cosifantutti

 

 

 

 

Euer Herz lasse sich nicht  verwirren.....

 

Manche Klavierstücke und auch andere Musikstücke begleiten mich schon seit meiner Jugend durch das Leben bis heute. Genauso ergeht es  mir mit bestimmten Büchern, Erzählungen, Passagen der Heiligen Schriften. Schon von Jugend an faszinierten mich die Erzählungen des Ersten Testaments: Die Erzählungen der Abrahams-Isaaks-und Jakobssippen, Joef und seine Brüder, der Auszug aus Ägypten, die Wüstenwanderung, Landnahme Kanaans, die Richterzeit, die Könige David und Dalomo die zwei Reiche Isarels..... Dann aber auch: Immer wieder bleibe ich bei bestimmten Passagen der Heiligen Schriften hängen, bekommen bestimmte Abschnitte / Aussagen etc...für mich eine sehr wichtige Bedeutung und sind sozusagen immer wieder "Wegmarken" für die persönliche Spriritualität, so in der Weihnachtszeit ganz besonders der Prolog im Johannes-Evangelium.... In diesen Tagen bleibe ich immer wieder bei den "Abschiedsreden Jesu" im Johannes-Evangelium hängen und da besonders an diesen beiden Sätzen ( Johannes Kapitel 14, 1 und 27 )

 

Euer Herz lasse sich nicht verwirren.....

Glaubt an Gott und glaubt an mich....

 

Euer Herz beunruhige sich nicht 

und verzage nicht.....

 

 

 

( dazu passt ja auch das Evangelium des letzten Sonntags vom "Guten Hirten".... )

 

In der Bach-Kantaten-Pilgertour befinden wir uns ja zur Zeit nach dem Sonntag "Jubilate" ( letzten Sonntag ) heute im Sonntag "Cantate". An beiden Sonntagen lagen -zur Zeit Bachs - den Kantatentexten Passagen aus den "Abschiedsreden" des Johannes-Evangeliums zugrunde. Jesus nimmt nach dem letzten Mal Abschied von seinen Jüngern, die er in "in der Welt" zurücklässt, den Jüngern für das "Bleiben" und "Ausharren" in der Welt den "Beistand" und "Tröster" verspricht.... 

 

In der Kantate BWV 12 "Weinen, Klagen, Sorgen, Zagen" wird dieses "Sein in der Welt"   in barocker Sprachkraft und in barocken Sprachbildern sehr anschaulich "ausgemalt", eine kompositorische Steilvorlage für Johann Sebastian "Weinen, Klagen, Sorgen, Zagen, Angst und  Not, sind der Christen Tränenbrot".... Bach komponiert das Weinen, Klagen, Zagen als schmerzerfüllter Klagegesang aus, chormatische Passagen,Seufzer-Motive zuhauf.... ich frage mich bei diesen Kompositionen Bachs, die auch für unsere heutigen Ohren alles andere als gefällig sind, wie diese Musik wohl auf die Zuhörer Bachs in Leipzig gewirkt haben mag.... eine chromatisch absteigende Quart wird als "Bassio coninuo" im Sinne einer "Chaconne" ständig wiederholt, darüber türmt sich der mehrstimmige Klage- und Schmerzensgesang....

 

Bach selber verwendet diese chromatisch absteigende Qarrt-Figur auch in seiner großen h-Moll Messe beim "Crucifixus etaim pro nobis.....

 

Von Franz Liszt gibt es eine Komposition über diese "Chaconne" Bachs, diesen chromatsich absteigenden Basso coninuo, 

einmal für Klavier

 

https://www.youtube.com/watch?v=-AMUQCLhorQ

 

 

dann auch als "Fanatsie-Variationen für Orgel:

 

https://www.youtube.com/watch?v=55nYLrwy7S0

 

In der Bach-Kantate selber sozusagen das "Lebensmotto" des gläubigen, durch die "Welt" pilgernden Christenmenschen: 

 

"Wir müssen durch viel Trübsal in das Reich Gottes eingehen."

 

Und wie bei so vielen Bach-Kantaten auch hier: Vom "Dunkel" zum "Licht": Mit dem Blick auf Jesus, sein Sterben und Erlösungstod am Kreuz gewinnt der Christenpilger in der Welt zuversicht, Hoffung und Lebensmut. Schon alleine die abfolge der Kompositionen: Aria in c-Moll - Aria in Es-Dur / Aria in g-Moll - Choral in B-Dur.... Die Es-Dur Aria "Ich folge Christus nach, nimmt schon in der fugierten Einangsfigur den Schlusschoral vorweg:

 

"Was Gott tut das ist wohlgetan,

dabei will ich verbleiben.

Es mag mich auf die rauhe Bahn

Not. Tod und Elend treiben.

So wird Gott mich

ganz väterlich

in seinen Armen halten:

Drum lass ich ihn nur walten"

 

 

 

 

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Die Akte "Jesus von Nazareth" - neu aufgerollt.....

 

Für die Hohenpriester Hannas und Kaiphas und wohl auch für die Mehrheit des Hohen Rates in Jerusalem ist die Rechnung letztlich aufgegangen: diesen Aufwiegler und Störenfried Jesus aus Nazareth "aus dem Verkehr" zu ziehen und ihn beseitigen lassen. Schon eine ganze Zeit lang sind in Jerusalem Nachrichten eingegangen über den Wanderprediger Jesus aus Nazareth in Galiläa. Rund um den See Genesareth in Galiläa hatte Jesus zahlreiche Anhänger und Symathisanten gewonnen durch sein neues "Evangelium", wie er es nannte. Allen Verantwortlichen im Hohen Rat zu Jerusalem war noch lebhaft die Gerichtspredigt des Johannes des Täufers in Erinnerung, der das religiöse System in den Grundfesten erschüttert hatte und den Menschen als einzige Möglichkeit, dem kommenden Gottesgericht zu entgehen, die radikale Umkehr als letzte Chance anbot. Und zum Zeichen dafür, die Menschen im Jordan taufte. Das Schicksal dieses Johannes des Täufers war zur Ziefriedenheit aller religiös und politisch Verantwortlichen bald besiegelt. Diesmal hatte König Herodes die unangenehme Aufgabe übernommen, diesen phantastischen Schwärmer und Endzeitprediger mundtot zu machen und in Verwahrung zu nehmen. Wenn die Entscheidung von den entsprechenden Gremien gefällt ist, findet man immer ein Grund, dem Leben eines Rebellen ein Ende zu setzen, damit wieder Ruhe in Politik und Religion einkehren konnte.... 

 

Und war dieser Jesus, der in den Dörfern Galiläas umherzog mit seinem Evangelium vom Reich Gottes nicht auch ein großer Anhänger dieses Johannes, der der Täufer genannt wurde ?  Hatte er sich nicht auch - wie so viele - am Jordan taufen lassen ? War er nicht auch ein Jünger dieses Johannes geworden ? Aber was man von diesem Jesus aus Nazareth hörte, war einigermaßen verwirrend. Jetzt nicht eine harte, unerbittliche Predigt vom nahen Strafgericht Gottes, sondern das Kommen Gottes als Liebe und Vergebung. Schriftgelehrte und Pharisäer wurden immer nervöser und drängten den Hohen Rat, etwas zu unternehmen. Die Scharfsinnigsten unter den Verantwortlichen erkannten glasklar, dass auch dieses neue "Evangelium" des Wanderpredigers aus Galiläa die Grundfesten der überlieferten Religion erschüttern würde, mehr noch als die Gerichtspredigt des Johannes.

 

Und seit ein paar Tagen hatte sich alles nochmals zugespitzt: Dieser Jesus von Nazarth vom Norden Galiläas nach Jerusalem gekommen, wie auch als eine zusätzliche Provokation genau zum Pessah-Fest, er wurde bei seinem Einzug wie ein König, wie ein Messias begrüßt, ja wie DER MESSIAS. Dann seine Auftritte im Tempelbezirk, seine Aktion gegen die Händler und Geldwechsler im Tempelareal. Seine Predigt gegen den Tempel und den ganzen Tempelkult. Es gab für die Mitglieder des Hohen Rates letztlich keine Alternative, war doch der Hohe Rat dafür verantworlich, dass das Volk Gottes ihre Religion auch in diesen schwierigen Zeiten, unter der Herrschaft der Römer, weiter leben und paktizieren konnten. Zuletzt ging alles sehr schnell: Die Gefangennahme am Ölberg, zum Erstaunen aller war der Widerstand von Jesus und seinen Begeiter gering. Jesus ließ sich ohne jede Gegenwehr festnehmen, seine Begleiter ergriffen panikartig die Flucht, rannten weg in alle Richtungen, verschwanden im Dunkel der Nacht. Die Überstellung am frühen Morgen an Pilatus war eine heikle Angelegenheit, hatte dieser doch keinerlei Interesse, sich auch nur im gringsten in die Streitigkeiten der jüdischen Religion einzmischen. Seine Aufgabe war schlicht: In dieser Provinz des römischen Reiches für Ruhe und Ordnung zu sorgen. Letztlich konnte Pilatus überzeugt werden, Jesus als politischen Rebellen und politischen Aufwiegler zum Tod zu verurteilen und ihn der Strafe der Kreuzigung auszuliefern. Der Tod Jesu trat erstaunlich schell ein, nach ein paar Stunden konnte bereits sein Tod am Kreuz festgestellt werden. Pilatus war großzügig, erlaubte einem Sympathisanten von Jesu noch, diesen ehrenhaft zu bestatten. Pilatus wollte endlich seine Ruhe haben, war letztlich froh, dass das Pessah-Fest ohne größere Zwischenfälle vorüberging und zig sich wieder zurück in seine Residenz in Cäsarea. Auch im Hohen Rat legte man den Fall Jesus von Nazerth zu den Akten. Das Leben konnte seinen gewohnten Gang weitergehen....

Edited by Cosifantutti
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die Bach-Kantaten-Pilgertour geht weiter......

 

heute dürfen wir Halt machen und Einkehr halten zum Fest Christi Himmelfahrt.

Bach hat uns zu diesem Fest alleine drei Kantaten hinterlassen.

Besonders schön die Kantate "Gott fähret auf mit Jauchzen" BWV 43

Was mich bei den Bach-Kantaten immer wieder ganz besonders anspricht - wohl durch meine katholische Prägung - wenn Bach eben nicht , inspiriert durch die Kantatentexte, herumwühlt und sich suhlt im Sündenpfuhl des Menschen, sich immer neu abarbeitet an seiner protestantischen Theologie, sondern wenn seine Musik reiner Lobpreis ist, so wie auch im Eingangschor dieser Kantate. Man ist sofort in der Musik "drin" wird mitgerissen....die Seele tut sich auf, wird weit und "erhoben"....

 

https://www.youtube.com/watch?v=PnWyQUR7d3o

 

und heute, zum Fest Christi Himmelfahrt, ein besonderes Geschenk von Johann Sebastian an uns, sein

"Himmefahrs-Oratorium" "Lobet Gott in seinen Reichen" BWV 11

 

Auch hier ein einzigartiger Lobgesang zu Beginn: "Lobet Gott in seinen Reichen, Preiset ihn in seinen Ehren, Rühmet ihn in seiner Pracht." im gewohnten "Bach-Sound"...ein sehr spiritueller, ein besonders bewegender Moment die Arie "Ach bleibe doch".... 

 

Wunderbar wie sich der Kantatendichter in die Szene des Abschieds einfügt. Nach dem Tod Jesu, hatten die Jünger und Jüngerinnen die Erfahrung gemacht, dass Jesus nicht im Tod geblieben ist, dass sich Gott endgültig und ein für alle Mal zu Jesus bekannt hat, ihn aus dem Tod auferweckt hat. Jesus "zeigte" sich den Jüngern und Jüngerinnen, war ihnen besonders nahe. Aber irgendwann ist doch die Stunde des Abschieds und des Loslassens gekommen. Jesus hatte schon Maria Magdalena gesagt: "Halte mich nicht fest".... 

 

Jesus geht zu seinem Vater, aber lässt die Jünger und Jüngerinnen nicht als "Waisen" zurück, sondern hinterässt, seine Liebe: Nr 8 , Aria: "Jesu, deine Gnadenblicke, deine Liebe bleibt zurücke...."

 

Und zuletzt schließt sich der Kreis zum Anfangschor: Wieder Mitreißender., synkopendurchtränkter, fasst jazzig zu bezeichnender Bach_Swing, als wollte Bach uns imme neu daran erinnern, dass die Evangelien warhhaft eine "Frohe Botschaft" veerkündigen, Bach versteht es ganz besonders gut, diese froh machende Botschaft in seiner Musik als Eavangelium zu verkünden....

 

ein besonders schönes Beispiel ist die Interpretation von John Eliot Gardiner, live in der Roal Albert all zu London:

 

https://www.youtube.com/watch?v=mJeqUaqfkYk

 

 

 

 

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