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Kirche und Islam


laura
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vor einer Stunde schrieb laura:

Medizin-Studierende beklagen Diskriminierung an Uni-Klinik

Ein interessanter Artikel: Ein katholisches Krankenhaus verbietet dem Personal das Tragen von Kopftüchern. 

 

Kirche zeigt mal wieder als weltoffen und tolerant... 

 

Krankenhäuser verbieten auch das Tragen von Schmuck und haben nichts gegen Verheiratete.

 

Könnte es sein, dass da jemand mal wieder so richtig viel Ahnung hat?

 

Ich beantrage die Umbenennung des Threads in „Wer alles von Hygiene nichts versteht“, angefangen bei der Fachschaft, erschreckenderweise auch ein wohl feiges Dekanat.

 

Etwaige Kopftücher müssten vom Arbeitgeber gestellt werden und sind bspw. im OP ganz tabu:

 

https://www.krankenhaushygiene.de/informationen/hygiene-tipp/hygienetipp2015/535

 

Wenn eine Studentin also im Pflicht-Tertial Chirurgie auf ein Kopftuch besteht, kann sie nicht in den OP und kann sich Medizin abschminken.

Edited by rorro
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vor 6 Minuten schrieb rorro:

Krankenhäuser verbieten auch das Tragen von Schmuck und haben nichts gegen Verheiratete.

Könnte es sein, dass da jemand mal wieder so richtig viel Ahnung hat?

@rorro ist offensichtlich mal wieder der große Spezialist. Wie konnte ich das vergessen.

Das Seltsame ist: Es gibt zahllose Krankenhäuser, in denen Kopftücher erlaubt sind und die Sache ist juristisch durchaus umstritten. 

Aber dafür müsste der Spezialist halt googeln können ... 

 

https://www.rechtsdepesche.de/kirchliches-krankenhaus-kann-kopftuch-verbieten/

 

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vor 45 Minuten schrieb Werner001:

Im Zusammenhang mit Kopftüchern haben Begriffe wie „Weltoffenheit“ und „Toleranz“ schon eine eigene Note….

Toleranz bedeutet zu akzeptieren, dass andere anders denken und handeln als ich. Auch dass sie religiöse Vorstellungen haben, die ich nicht teile... 

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Ich schrieb von angehenden Medizinern, nicht vom Pflegepersonal. Darum geht es hier. 

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Studiosus

Früher war das Gesundheitswesen ja noch stark in der Hand der Orden und karitativen Gemeinschaften, die sich der Krankenpflege widmeten. Vor allem die Vinzentinerinnen mit ihrem auffälligen Kopfputz - ähnlich wie Frau Antje, was nicht verwundert, da der Habit der Frauenkleidung aus der Zeit der Gründung des Ordens entlehnt ist - waren ein üblicher Anblick in katholischen Krankenhäusern. Diese Nonnen haben auch als OP-Schwestern gedient - - mit Kopfbedeckung. Mit steigendem Bewusstsein darüber, was Hygiene und Kontaminationen angeht, ging man sukzessive davon ab, diese Nonnen im OP einzusetzen. 

 

Soviel nur zu einer Parallele vor unserem eigenen kulturellen Hintergrund. 

 

 

 

Edited by Studiosus
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Posted (edited)
vor 29 Minuten schrieb rorro:

Ich schrieb von angehenden Medizinern, nicht vom Pflegepersonal. Darum geht es hier. 

Auch bei denen gibt es durchaus Ärzte mit Kopftuch.

 

Als Uni würde ich dem Krankenhaus, das Kopftuchträgerinnen ablehnt, schlicht die Lizenz als Lehrkrankenhaus entziehen. Dann hat das Krankenhaus nämlich ein echtes Problem.

Bei Lehrkräften ist das übrigens ganz einfach. Es gibt ein Recht auf das Referendariat und daher darf keine Ausbildungsschule eine Kopftuchträgerin ablehnen.

Am (katholischen) Canisius-Kolleg in Berlin unterrichten meines Wissens sogar Lehrerinnen mit Kopftuch. 

Edited by laura
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vor 3 Minuten schrieb laura:

Auch bei denen gibt es durchaus Ärzte mit Kopftuch.

 

Ich hoffe für ihre Patientinnen, dass sie im OP keins trägt.

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vor 5 Minuten schrieb rorro:

Ich hoffe für ihre Patientinnen, dass sie im OP keins trägt.

Das Interessante ist doch, dass die betroffene Klinik grundsätzlich Kopftuch verbietet. 

Man könnte relativ einfach eine Lösung finden, bei der das Kopftuch bei bestimmten Aufgaben (eben im OP z.B.) abgenommen werden muss, sonst aber getragen werden darf. 

Das katholische Krankenhaus scheint aber genau daran gar kein Interesse zu haben. Und das zeigt die Ignoranz und Intoleranz. 

 

Die muslimische Sportreferendarin an einer Realschule trägt in der Schwimmhalle auch kein Kopftuch. Das versteht sich von selbst. Aber im Matheunterricht im Klassenraum darf sie es tragen. Zumindest während der Ausbildung. 

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Werner001

Ich warte einfach erst mal ab, bis irgendwo auf der Welt ein demokratischer, weltoffener und toleranter islamischer Staat entsteht, dann überdenke ich meine Meinung nochmal.

Bis dahin bleibe ich im Grundsatz misstrauisch, was nicht heißt, dass mir nicht Einzelpersonen zeigen können, dass sie weltoffen und tolerant sind. 
Schließlich kenne ich da einige, die seltsamerweise mein grundsätzliches Misstrauen verstehen bzw. teilen

 

Werner

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vor einer Stunde schrieb Werner001:

Ich warte einfach erst mal ab, bis irgendwo auf der Welt ein demokratischer, weltoffener und toleranter islamischer Staat entsteht,

Und ich werde belächelt, wenn ich sage an Hauswichtel zu glauben...

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Werner001

Als erster Schritt wäre es ja schon mal schön, wenn Leute, die öffentlich einen liberalen Islam predigen möchten, keinen Polizeischutz bräuchten oder nicht zu 1.000 Peitschenhieben (muss man sich mal vorstellen!) verurteilt würden.

Ich will  von keiner Religion jemanden an offizieller Stelle haben, der absonderliche Dinge tut „weil meine Religion das so will“.


Werner

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https://www.youtube.com/watch?v=DRZCd3VYw0k

 

Solange der Islam keine rein spituelle Bewegung ist (was er aufgrund seiner DNA kaum sein kann), werden wir immer das Problem haben, daß seine Symbole eine politische Konnotation haben. Da der Islam aber keinen Vatikan hat, bzw. seine Geistlichen augenscheinlich kein Interesse daran haben, diesen Geburtsfehler des Islam zu beseitigen, sehe ich wenig vertrauenerweckende Perspektiven.

 

Bezogen auf Lehrerinnen mit Kopftuch löst das bei mir Fragen aus, die weit über die Kippa und den Habit hinausgehen.

 

Und wenn sich ein Omid Nouripour vor die Presse stellt und vollmundig fordert die Sharia Teil unserer Gesetzgebung zu machen - soweit sie mit unserem GG vereinbar sei (Ha. Ha.) - wird der Islam noch nicht einmal im Westen eine Reformation erleben.

Edited by Flo77
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vor 8 Stunden schrieb laura:

Medizin-Studierende beklagen Diskriminierung an Uni-Klinik

Ein interessanter Artikel: Ein katholisches Krankenhaus verbietet dem Personal das Tragen von Kopftüchern. 

 

Kirche zeigt mal wieder als weltoffen und tolerant... 

"Kirche und Islam" gekonnt heruntergebrochen auf ein katholisches Krankenhaus, das einer jungen Frau ("dem Personal") das Tragen des Kopftuchs verboten hat.

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Die Angelika
Am 14.3.2022 um 11:03 schrieb laura:

Medizin-Studierende beklagen Diskriminierung an Uni-Klinik

Ein interessanter Artikel: Ein katholisches Krankenhaus verbietet dem Personal das Tragen von Kopftüchern. 

 

Kirche zeigt mal wieder als weltoffen und tolerant... 

 

Das hat was. Wie fortschrittlich und zeitgeistig Katholiken doch sein können, wenn es nicht ihre eigene Religion betrifft.

Bei in Krankenhäusern tätigen Ordensschwestern hatte man doch keinerlei Probleme mit Kopfbedeckungen, oder irre ich mich da?

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Die Angelika
Am 14.3.2022 um 12:04 schrieb rorro:

Etwaige Kopftücher müssten vom Arbeitgeber gestellt werden und sind bspw. im OP ganz tabu:

 

Nun, wenn Kopftücher im OP tabu sind, dann könnte man sich hier eine Sonderregelung einfallen lassen.

Ich vermute mal ganz bösartig, dass da für eine im OP tätige Ordensschwester ganz schnell eine Lösung gefunden würde. 😈

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Die Angelika
Am 14.3.2022 um 12:13 schrieb laura:

Toleranz bedeutet zu akzeptieren, dass andere anders denken und handeln als ich. Auch dass sie religiöse Vorstellungen haben, die ich nicht teile... 

 

das ist mir, so definiert, zu pauschal.

Akzeptanz und Toleranz sind zwei Begriffe, die unterschiedliche Bedeutung haben. Ich kann durchaus akzeptieren, dass jemand andere religiöse Vorstellungen hat als ich, und muss sie dennoch nicht ausnahmslos auch tolerieren. 

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Die Angelika
Am 14.3.2022 um 12:17 schrieb rorro:

Ich schrieb von angehenden Medizinern, nicht vom Pflegepersonal. Darum geht es hier. 

 

Da sehe ich schon auch einen Unterschied.

Ich kann mir auch vorstellen, dass ein Kopftuch in einem OP-Saal wirklich problematisch ist. Da lassen sich aber doch Lösungen finden. Meines Wissens tragen die Ärzte doch im OP-Saal Hauben. Die sind nichts anderes als hygienisch einwandfreie Kopftücher. Es wäre also denkbar, dass man für angehende muslimische Medizinerinnen OP-Hauben entwickelt, die sich nicht mit ihren religiösen Vorschriften beißen. Wo auf Station ein Kopftuch ein Problem sein sollte, erschließt sich mir nicht

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Die Angelika
Am 14.3.2022 um 12:45 schrieb laura:

Als Uni würde ich dem Krankenhaus, das Kopftuchträgerinnen ablehnt, schlicht die Lizenz als Lehrkrankenhaus entziehen. Dann hat das Krankenhaus nämlich ein echtes Problem.

 

Da hat die Uni dann aber auch ein Problem. Denn geeignete Lehrkrankenhäuser gibt es auch nicht wie Sand am Meer.

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vor 7 Minuten schrieb Die Angelika:

 

das ist mir, so definiert, zu pauschal.

Akzeptanz und Toleranz sind zwei Begriffe, die unterschiedliche Bedeutung haben. Ich kann durchaus akzeptieren, dass jemand andere religiöse Vorstellungen hat als ich, und muss sie dennoch nicht ausnahmslos auch tolerieren. 

Das ist sehr interessant.

 

Bei dir ist also Toleranz ("tolerare" --> dulden, ertragen) stärker als die Akzeptanz ("accipere" --> gutheißen, anerkennen)?

Das halte ich für ein Gerücht.

 

Es muss genau anders rum sein. Toleranz bedeutet eine passive Haltung, man erträgt etwas, lässt etwas zu. Im Gegensatz dazu ist die Akzeptanz etwas, das eine aktive Handlung beinhaltet.

Edited by bw83
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Die Angelika
Am 14.3.2022 um 12:49 schrieb rorro:

 

Ich hoffe für ihre Patientinnen, dass sie im OP keins trägt.

 

Ich verstehe nicht, wieso ihr euch da nun auf die Ebene eines Glaubenskrieges begebt...

Es gibt für Musliminnen Badebekleidung, die unseren Hygienevorschriften in Schwimmbädern entspricht.

Und gerade sehe ich, dass es bereits sterile Hijabs gibt. Es ist also lediglich eine Frage des Wollens. DAs Hygiene-Argument fällt flach

 

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Die Angelika
vor 3 Minuten schrieb bw83:

Das ist sehr interessant.

 

Bei dir ist also Toleranz ("tolerare" --> dulden, ertragen) stärker als die Akzeptanz ("accipere" --> gutheißen, anerkennen)?

Das halte ich für ein Gerücht.

 

Es muss genau anders rum sein. Toleranz bedeutet eine passive Haltung, man erträgt etwas, lässt etwas zu. Im Gegensatz dazu ist die Akzeptanz etwas, das eine aktive Handlung beinhaltet.

 

Nein.

Ich kann eine andere religiöse Vorstellung als solche andere akzeptieren. Das bedeutet gerade nicht, dass ich sie selbst für mein Leben annehme.

Ich muss aber nicht in meinem Leben unbedingt andere religiöse Vorstellungen tolerieren, also ertragen. Z.B. kann niemand von mir verlangen, dass ich unhygienische OP- Voraussetzungen toleriere, weil ich die religiösen Vorstellungen anderer grundsätzlich akzeptiere. Hier würde die Toleranz zu weit gehen. Hier müssen die Voraussetzungen geschaffen werden, dass beides miteinander vereinbar ist. Dafür sorgt man z.B. mit der Nutzung steriler Hijabs. 

Genau das hat eine junge muslimische Assistenzärztin getan:

Zitat

 Um einen Mittelweg zu finden zwischen "der religiös vorgeschriebenen Kleiderordnung" und ihrer "Leidenschaft" für den Operationssaal, machte sich Roslan Gedanken über einen sterilen Hijab. Sie ließ sich von entsprechenden Lösungen in ihrem Geburtsland Malaysia inspirieren, testete Stoffe und kreierte ein Design für einen sterilen Einweg-Hijab. Dieser Hijab wurde im Dezember vom NHS-Krankenhausverband der Universitätskliniken von Derby und Burton offiziell eingeführt.

Quelle

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Gerhard Ingold
Am 14.3.2022 um 12:13 schrieb laura:

Toleranz bedeutet zu akzeptieren, dass andere anders denken und handeln als ich. Auch dass sie religiöse Vorstellungen haben, die ich nicht teile... 

 

Toleranz gegenüber Intoleranten ist keine Toleranz sondern schlicht und einfach Unklug. 

Wer im Iran, in Saudi-Arabien usw. arbeiten will, hat keine Möglichkeit auf eine Verschleierung zu verzichten. Da herrscht absolute Intoleranz. Und dann kommen Menschen zu uns, wo es andere Sitten und Gebräuche gibt und wollen ein religiöses Symbol bei der Arbeit tragen. Und zwar ein Symbol der Intoleranz. "Wir sind ehrbare Frauen und wer kein Kopftuch trägt ist keine ehrbare Frau", so sehen es Männer wie Frauen in Marokko. Und viele Marokkaner betrachten Frauen, die kein Kopftuch tragen, als Freiwild.

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GermanHeretic
Am 14.3.2022 um 12:13 schrieb laura:

Toleranz bedeutet zu akzeptieren, dass andere anders denken und handeln als ich. Auch dass sie religiöse Vorstellungen haben, die ich nicht teile... 

 

Nicht ganz. Tolerenz bedeutet, anderen Leuten aufgrund höherer Werte etwas durchgehen zu lassen, was man selbst als völlig unangebracht empfindet.

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