Jump to content

Recommended Posts

Geschrieben (bearbeitet)
On 7/2/2026 at 8:31 PM, iskander said:

Das heißt ja: Davon auszugehen, dass man aus der Erfahrung (auch in Zukunft) lernen kann, ist die beste Option, die wir haben. Das setzt aber eben voraus, dass zumindest eine gewisse Plausibilität besteht, dass das Lernen aus der Erfahrung auch künftig zum Erfolg führen könnte.

 

Zumindest nicht im Sinne eines philosophischen a-priori:

 

Der Versuch des Lernens aus Erfahrung, die Suche nach Invarianzen, ist ein Grundprinzip menschlichen Lebens, das keine Rechtfertigung in Form einer a-priori-Erfolgswahrscheinlichkeit benötigt.

Und es kann wie gesagt eine solche Rechtfertigung auch nicht geben, da wir den Erfolg des Versuchs des Lernens aus Erfahrung eben nur aus Erfahrung kennen.

 

 

On 7/2/2026 at 8:31 PM, iskander said:

 

Dazu würde ich wiederholen, was ich bereits kürzlich schrieb: 

 

"Mein Argument ließe sich vielleicht so zusammenfassen: 'Nehmen wir an, dass wir wissen, dass ein Zustand (zeitlich oder räumlich) schon sehr lange anhält; und das wir auch wissen, dass er mindestens eine bestimmte Ausdehnung hat. Wir haben aber absolut keinen Anhaltspunkt dafür, dass die tatsächliche Ausdehnung der Mindestausdehnung entspricht. In diesem Fall ist es beim Fehlen weiterer Kenntnisse unplausibel, dass die Ausdehnung ausgerechnet der Mindestausdehnung entspricht.' 

 

Ist diese Formulierung wirklich eine zirkuläre Rechtfertigung des induktiven Schließens?"

 

Du wählst hier eine bestimmte Wahrscheinlichkeitsverteilung (B).

Um die Relevanz des Induktionsproblems zu verteidigen sagst Du hingegen, zu jedem Zeitpunkt in der Zukunft seien unendlich viele verschiedene Abweichungen von den Naturgesetzen logisch möglich und nutzt dies um eine andere Wahrscheinlichkeitsverteilung (A) zu konstruieren.

Wenn Du nun sagst, die Vergangenheit ermöglicht uns B den Vorzug vor A zu geben, im Sinne einer Lösung des Induktionsproblems, dann setzt Du das voraus, was Du zeigen wolltest.

 

On 7/2/2026 at 8:31 PM, iskander said:

Wenn man unendlich viele konträre Thesen hat und überhaupt keinen Anhaltspunkt dafür, dass eine von ihnen wahrscheinlicher ist als eine der anderen, dann ist der einzige rationale Zugang, jede dieser Thesen als gleich (un)wahrscheinlich zu betrachten; eine Privilegierung mancher Thesen gegenüber anderen ist dann nicht gerechtfertigt, sondern wäre rein willkürlich.

 

A priori weißt Du ja nicht, welche Zahl aus der Menge der reelen Zahlen die gesuchte objektive Wahrscheinlichkeit ist.
So betrachte würde die Wahrscheinlichkeit, dass sie 0 ist selbst gegen 0 gehen.

Wie gesagt, solche Konstruktionen sagen uns nichts über die Natur.

 

On 7/2/2026 at 8:31 PM, iskander said:

Das Problem ist dieses: Dieser Ansatz erlaubt nicht nur kein sicheres Wissen. Das wäre kein Problem - sicheres Wissen gibt es an dieser Stelle strenggenommen eh nicht. Aber der Ansatz erlaubt nicht einmal ein unsicheres, ein mit Zweifeln behaftetes Wissen. Es erlaubt an dieser Stelle gar kein Wissen (sofern man den Begriff "Wissen" im üblichen Sinne versteht).

 

Strenggenommen nicht.
Aber eben schon in jeder Hinsicht, die von praktischer Relevanz ist.

Eigentlich habe ich dazu schon alles geschrieben.

Versuchst Du nur Deinen Ansatz argumentativ zu verteidigen (was ja auch intellektuell redlich möglich ist) oder kannst Du Dich an dieser Stelle wirklich nicht aus Deiner Philosophie herausdenken?

bearbeitet von KevinF
Geschrieben (bearbeitet)
On 7/2/2026 at 8:31 PM, iskander said:

  

Warum nicht? Wenn man nicht entscheiden kann, ob der Beobachtungssatz, mit dem man eine Theorie falsifizieren möchte, (wahrscheinlich) wahr ist: Wie soll man die Theorie dann mit seiner Hilfe falsifizieren können? "Falsifizieren" heißt doch: Beweisen, dass etwas falsch ist. Und ein Beweis, zu dessen unabdingbaren Prämissen eine bloßer Spekulation gehört, ist eben kein Beweis - außer, Du hättest hier eben ein wesentlich anderes Sprachverständnis. (Siehe zum üblichen Beweis-Begriff beispielhaft den entsprechenden Wikipedia-Artikel.) 

 

Ich hatte in der Vergangenheit ja schon mehrfach versucht, das Schritt für Schritt aufzudröseln. Vielleicht kann eine KI es besser als ich?

 

Es würde reichen wenn Du sauber trennen würdest zwischen empirischer Wissenschaft und Philosophie.

 

Das hatten wir doch auch schon?

 

Aber ich versuche es auch noch einmal:

 

 

On 7/2/2026 at 8:31 PM, iskander said:

Weil sie sich nicht fragen, warum induktive Schlüsse gültig sind bzw. woher man wissen kann, dass sie gültig sind, sondern weil sie einfach von der Gültigkeit ausgehen. Das "dürfen" sie auch gerne - aber ohne die zumindest implizite Annahme, dass induktive Schlüsse tatsächlich gültig sind

 

Welche implizite Annahme?

Dass entsprechende Invarianzen in der Natur existieren?

 

Wie in einem der Beiträge oben gesagt:

 

"Es handelt sich um eine falsifizierbare Hypothese auf Basis von empirischen Daten, die als Implikat unserer grundlegendsten Theorien Teil des beschriebenen Verfahrens ist.

Mehr ist da nicht."

 

Wobei das "Verfahren" das Wechselspiel von Beobachtung/Experiment einerseits und Theoriebildung andererseits ist, durch das falsifizierbare Hypothesen auf Basis von empirischen Daten in Form von Verallgemeinerungen entstehen.

 

Funktioniert unabhängig von der philosophischen Metaebene, also unabhängig von dem Streit um Wissens-Begriff und Letztbegründung.

bearbeitet von KevinF

Join the conversation

You can post now and register later. If you have an account, sign in now to post with your account.

Gast
Auf dieses Thema antworten...

×   Du hast formatierten Text eingefügt.   Formatierung jetzt entfernen

  Only 75 emoji are allowed.

×   Dein Link wurde automatisch eingebettet.   Einbetten rückgängig machen und als Link darstellen

×   Dein vorheriger Inhalt wurde wiederhergestellt.   Clear editor

×   You cannot paste images directly. Upload or insert images from URL.

×
×
  • Neu erstellen...