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Geschrieben
vor 8 Stunden schrieb Shubashi:

Aaaah, Partizip Präsens aktiv, ich wusste gar nicht, dass Homer schon so eifrig gegendert hat

 

Homner war halt ein großer Ally.

Geschrieben (bearbeitet)
vor 10 Stunden schrieb Wunibald:

In der altgriechischen Sprache Homers (dem epischen oder homerischen Griechisch) spielen Partizipien eine fundamentale Rolle. Sie werden extrem häufig genutzt, um Handlungen lebendig, fließend und dramatisch zu gestalten...

 

Aber im Rest der altgriechischen Sprache, einschließlich der christlichen Literatur, nicht? Man lernt nie aus...

 

Aber vielleicht ist es im NT und den Kirchenvätern tatsächlich anders (wie dann im Neugriechischen). Ich habe nicht extrem viel Erfahrung mit diesen Texten.

bearbeitet von Domingo
Geschrieben (bearbeitet)
Am 1.9.2026 um 03:02 schrieb rorro:

Zum vielleicht vierten Mal:

 

Fjodor Dostojewski, Die Brüder Karamasow

Es ist immer absolut bereichernd und jedesmal ein großer Erkenntnisgewinn, zudem ein tolles Leseerlebnis, sich die absoluten "Klassiker" der Weltliteratur anzunehmen. Diese großartigen Weke kann man sich in Abständen immer wieder vornehmen....

bearbeitet von Cosifantutti
Geschrieben
vor 5 Stunden schrieb Domingo:

 

Aber im Rest der altgriechischen Sprache, einschließlich der christlichen Literatur, nicht? Man lernt nie aus...

 

Aber vielleicht ist es im NT und den Kirchenvätern tatsächlich anders (wie dann im Neugriechischen). Ich habe nicht extrem viel Erfahrung mit diesen Texten.

Das Englische verwendet es im übertragenen Sinne ständig: Peter saw Jesus walking over the sea. Singing I begin the morning ...

 

Im Lateinischen nervt es permanent in verschiedenen Konstruktionsvarianten.

 

Im Französischen muss es auch ziemlich präsent sein. Einer unserer ehemaligen Pfarrer kam aus Afrika, Französisch zweite Sprache, und alle meinten, er wäre schlecht zu verstehen, weil er so einen starken Akzent habe. Nein, es war die Tatsache, dass er das PPA in der Predigt verwendete, ich habe einfach nur auf die Sprache geachtet, da ist es mir aufgefallen.

 

Ich habe mir aufm kindle die Ilias und die Odysee für 0,99 Cent gekauft, die Übersetzung ist halt uralt und werauchimmer es war, er hat halt ein absurdes Deutsch konstruiert, damit er irgendwie auf ein Versmaß kommt.

 

Für einen Prosatext baut man in der Übersetzung die PPAs und PPPs, whatever, halt zu hübschen deutschen Relativsätzen um und weg ist der Zauber.

Geschrieben

Golo Mann, Deutsche Geschichte des 19. und 29. Jahrhunderts.
Trockener Titel, spannende und lehrreiche Lektüre. 


Von Preußen hat Golo Mann nicht viel gehalten. Ich habe mir deshalb als Antidot "Sprechen wir über Preußen" von Joachim Fernau daneben gelegt. Habe ich seit Jahrzehnten nicht mehr reingeschaut, macht aber sofort wieder Vergnügen, zu lesen.
Den Bismarck hat Mann auch nicht gemocht. Da bin ich dann eher wieder auf seiner Wellenlänge. Aber vielleicht sollte ich mir doch eine Bismarck-Biografie zusätzlich neben das Kopfkissen legen. 

Geschrieben
vor einer Stunde schrieb nannyogg57:

Das Englische verwendet es im übertragenen Sinne ständig: Peter saw Jesus walking over the sea. Singing I begin the morning ...

 

 

Wird auch in anderen Sprachen ganz selbstvwrständlich verwendet....

Geschrieben
vor 8 Stunden schrieb nannyogg57:

Ich habe mir aufm kindle die Ilias und die Odysee für 0,99 Cent gekauft, die Übersetzung ist halt uralt und werauchimmer es war, er hat halt ein absurdes Deutsch konstruiert, damit er irgendwie auf ein Versmaß kommt.

Das wird wohl die Übersetzung von Johann Heinrich Voß gewesen sein. 

Als dessen Johann Heinrich Voß 1794 das erste Mal nach Weimar kam und ab 1802 im benachbarten Jena lebte, wurde er für Goethe zu einer Art absolutem metrischem Lehrmeister. Ich habe das vor einiger Zeit in Goethe in vertraulichen Briefen seiner Zeitgenossen gelesen  und habe mir von der Ki jetzt noch ein wenig aufhelfen lassen.

 

"Korrekturlesung im Hause Goethe: Goethe legte Voß die Manuskripte seiner Epen und Gedichte vor. In den überlieferten Briefen der Zeitgenossen schildert vor allem der Sohn, Heinrich Voß, wie akribisch diese Treffen abliefen. Vater Voß* saß mit Goethe zusammen, ging Zeile für Zeile durch und strich unbarmherzig jene Verse an, in denen der Rhythmus holperte oder gegen die Gesetze der antiken Prosodie verstieß. 

Das „Umschmelzen“ der Verse: In den Briefen findet sich explizit die Erwähnung, dass Entwürfe Goethes von Voß „in bessere Hexameter umgeschmolzen“ wurden. Voß zeigte Goethe, wie er durch das Umstellen von Worten oder das Ersetzen von Silben den deutschen Wortakzent exakt mit dem antiken Versmaß in Einklang bringen konnte, ohne dass der natürliche Klang der deutschen Sprache verloren ging. 

Goethes Dankbarkeit und Bewunderung: Obwohl Voß als pedantisch galt und die Zusammenarbeit menschlich nicht immer leicht war, hatte Goethe tiefen Respekt vor dessen Wissen. Er gab offen zu, dass er von Voß gelernt habe, wie man der deutschen Sprache „zu wahren Wohllauten verhilft“. Ohne die metrische Nachhilfe von Voß hätte Goethes berühmtes Epos „Hermann und Dorothea“ nicht seine feine, harmonische Form erhalten."

 

* Disclaimer: Nach meiner ziemlich belastbaren Erinnerung (schwören könnte ich, aber wetten tät ich mich nicht trauen hat dersell Holzknecht gsagt) war Vater Voß nicht daran beteiligt.


Geschrieben

Stimmt. Ist der Voß, den zu lesen ich derzeit mich mühe,

 

Und dessen Versmaß, gewiss, ich derzeit mir redlich reinziehe.

Geschrieben

Dieselbe Übersetzung von Homer habe ich mir neulich als Buch gekauft. Anaconda Verlag, <€10 glaube ich war’s.

Geschrieben (bearbeitet)
vor 19 Stunden schrieb nannyogg57:

Stimmt. Ist der Voß, den zu lesen ich derzeit mich mühe,

Und dessen Versmaß, gewiss, ich derzeit mir redlich reinziehe.

Ich empfehle dir die Prosaübersetzungen von

  • Wolfgang Schadewalt, die mich vom Anfang meines Griechischunterrichts an begleitet hat, leider vergriffen, aber wohl antiquitarisch aufzutreiben
  • die Hörspielbearbeitung von Christoph Martin, auch als Buch im Eichborn-Verlag und die
  • englische Kindle-Version von Emely Wilson, die sich flüssig vom Blatt herunterliest. 

Mit allen dreien wird dir die Odyssee ein wahres Vergnügen werden.

 

Schön handlich und zweisprachig ist auch die Reclamausgabe mit der modernen Versübersetzung von Roland Hampe. Die liegt bei mir derzeit auf dem Kanapee und hilft mir, die unsäglichen Werbeunterbrechungen im Fernseher zu ertragen.

 

Dann hätte ich die früher hochgelobte Übersetzung von Rudolf Alexander Schröder die mich als Jüngling noch beeindruckt hat, aber nun nicht mehr meinem Geschmack entspicht. Die KI meint sie werde heute vor allem als ein kunstvolles, aber historisch distanziertes Dokument gehobener Dichterkultur gewürdigt, das von moderneren, philologisch genauerem oder sprachlich flüssigeren Nachdichtungen übertroffen wurde. Im Klartext: pompöse Dichtersprache. 

 

Wer will, kann sich auch aus historiischen Interesse noch die alte englische Übersetzung von Alexander Pope ansehen. Die habe ich in zwei Bändchen aus dem 19. Jahrhundert mir 1979 aus einem Antiquariat in Newcastle mitgebracht. Und schon wieder, auch diese stehen derzeit nicht an dem Platz, den ich ihnen zugewiesen habe. Heiliger Antonius hilf!

 

Nachtrag: Jetzt habe ich gerade gesehen, dass es die hochgerühmte Übersetzung von Steinbach, die beim Erscheinen 99,00 € gekostet hat nun auch bei Kindle für 13,99 gibt. Bestellt und ich werde zu gegebener Zeit berichten.

bearbeitet von Wunibald
Nachtrag
Geschrieben

Danke!

 

Aber ich habe 0,99 Cent in den Voß investiert!

Geschrieben

weniger als einen Euro?

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