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Geschrieben

Sehen: House of Cards

Hören: Good Omens

Lesen: Herr der Ringe ( in der Übersetzung von Margaret Carroux)

Geschrieben

Herbert Rosendorfer, Der Meister

 

„ …sehr oft benutzte ich die Bibliothek (des Musikologischen Instituts). Ich rühme mich, dass ich wohl der einzige war, der – mit dem ausgerüstet, was ich, in Analogie zum absolutem Gehör, den absoluten Blick nenne – wußte, wo ungefähr welches Buch stand.“

 

So einen ungefähr absoluten Blick habe ich auch und da finde ich dieses Buch nicht in innerhalb der knapp zwei Meter vorschriftsmäßigem Regal, sondern im nächsten Zimmer unter einen Sammelsurium gemischter Lektüre. Ich stutze, muss erst kurz überlegen, habe ich das etwa noch nicht gelesen, aber dann kommt eine blasse Erinnerung zurück und man freut sich, ein Meisterwerk beinahe als neu wieder zu entdecken.

 

Der Meister des Romans schrieb, um seinen Lebensunterhalt aufzubessern Artikel für ein Musilexikon – und erfand dabei so manchen Komponisten hinzu, etwa Thremo Tofandor. Die Steinlaus (Petrophaga lorioti) lässt grüßen. Als jedoch eine Studentin über diesen zu forschen begann, geriet der Meister in Bedrängnis. Um nicht aufzufliegen, erfand er immer neue Details hinzu, komponierte sogar dessen Werke – bis ihm seine Erfindung zum Verhängnis wurde…

 

Es gibt darin musiktheoretische Erörterungen mit Notenbeispielen, die ich nicht verstehe und die mich trotzdem amüsieren.

 

Lesefrüchte daraus:

·         Er war einer der verbissenen Streber gewesen, von denen man erzählte, dass sie , wenn sie die Mühen des Tages hinter sich gebracht hatten, abends in den weichen Sessel sanken und genüssslich die Neue Juristische Wochenschrift zur Hand nehmen.

 

·         „Werfen S‘ die Champagnerflaschen weiter vorn in die öffentlichen Mülltonnen“, sagte Monsignore Rohrdörfer zu seiner Haushälterin, „nicht in unsere, damit sich die Leut‘ nicht das Maul zerreissen.“

 

·         Rohrdörfer kannte sich aus, war selbstredend oft in Rom, zumal sein Duzfreund und Seminarkomilitone und zudem Jahrgangsgenosse „Sepp“ (der Nachname wird hier bewusst unterschlagen) Curiencardinal geworden war.

 

·         Das Missverständnis kam bedauerlicherweise zustande, dass Kyomori ausgerechnet den vernunftresistenten Hauberlechner nach der Hausnummer fragte, der in Attnang-Puchheim die Funktion des Dorfdeppen ausübte.

 

·         „Kennen Sie einen Herrn Tofandor?“

„Tofandor?“ Er wandte sich an die Alte: „Kenschep’r- oan, wo Tofador hoaßt.

 

Bei dieser Umschrift hört man doch sogleich die Sprache des autochthonen Tirolers in seinem inneren Ohr.

 

 

Geschrieben
vor 23 Stunden schrieb Wunibald:

Herbert Rosendorfer, Der Meister

 

Hach, macht direkt Lust, zu lesen.

 

Geschrieben

Ich muss mir mal "Der ungeheure Raum" von E E Cummings merken.

Keine Ahnung ob ich eine Chance habe es zu verstehen, aber sein Busy Monster beeindruckt mich auch wenn ich es nicht vollständig verstehe (was wohl auch die Absicht ist)

 

Auf den Youtube Link (siehe "Was hörst Du) bin ich gestoßen, weil ich den Text gesucht habe.

Geschrieben (bearbeitet)
vor 8 Stunden schrieb Kulti:

Ich muss mir mal "Der ungeheure Raum" von E E Cummings merken.

 

Ein Antikriegsroman, in dem kein einziger Schuss fällt. Ich weiß nicht, wie ich heute, Jahrzehnte später, diesen Roman - mehr eine realistische Beschreibung einer mehrmonatigen Haft in einem französischen Militärgefängnis - fände. Ich habe das Buch gerade aus dem Regal gefingert und beliebig aufgeschlagen. Also die Sprache gefällt mir nach wie vor:

"Ich lächelte ihn verbindlich an, was bedeuten sollte, Wenn ich langsam und bedächtig die kleine eiserne Kugel einer großen hölzernen Walze drehen dürfte, die deine Eingeweide aufwickelt - glaub' mir, dann wäre ich unwahrscheinlich glücklich; und ich verbeugte mich bedächtig und langsam vor Monsieur le Directeur und ging durch die Tür mit all den lotrechten Zentimetern, die Gott mir gegeben hat. Draußen begann ich zu zittern."

 

bearbeitet von Alfons
Geschrieben (bearbeitet)

Was ich gerade angefangen habe zu lesen ist ein Buch, das ich vorhin aus einem öffentlichen Bücherschrank gezuppelt habe. Verfasser ist ein Rettungssanitäter namens Jörg Nießen, der Titel lautet "Schauen Sie sich mal diese Sauerei an", Untertitel: "20 wahre Geschichten von Lebernsrettern".

Zitat aus dem Vorwort: 
"Wenn Sie einmal mit Blaulicht und Tatütata durch die Stadt gerast sind, um einen Patienten mit starken Unterbauchschmerzen zu retten, und der Ihnen sagt: >>Ich habe Magen-Darm-Grippe. Können Sie mir mal die Zeitung aufheben, die ist mir runtergefallen<<, dann ahnen Sie bereits, welchen Herausforderungen wir gelegentlich gegenüberstehen. Nein, der Gute war nicht gehbehindert, der Hausarzt hatte lediglich Bettruhe verordnet."

Holla, das kann ja Eiter werden.

@Shubashi Hey, kann es sein, dass Du das unter einem Pseudonym geschrieben hast?


 

bearbeitet von Alfons
Geschrieben
22 hours ago, Alfons said:

……
Holla, das kann ja Eiter werden.

@Shubashi Hey, kann es sein, dass Du das unter einem Pseudonym geschrieben hast?


 


Es gibt ja genügend Kollegen, die solche Geschichten erzählen. Ausreichender Humor und Gelassenheit sind wesentliche Qualifikationsmerkmale. Die wahre Kunst dabei ist das Ausmalen der Kulissen: mein Klassiker sind der gehäufte Teller mit Bratkartoffeln und Sülze um Mitternacht, der nur vom Kippenhügel im Aschenbecher überragt wird und der Bierpulle daneben überragt wird.

Wie beschreibt man dann den diagnostischen Kennerblick und das verstehende therapeutische Nicken zur Klage über ein gewisses „Magendrücken“?

Geschrieben

Habe gerade versehentlich "Mein deutsches Dschungelbuch" von Wladimir Kaminer durchgelesen. Also das Versehen bestand eigentlich darin, dass ich das Buch aus einem öffentlichen Bücherschrank mitgenommen hatte, daheim aber feststellte, dass das Werk bereits in einem meiner Regale steht. Ungelesen. Hab das dann nachgeholt.

Ja, ist nett. Kaminer beschreibt (das Buch ist von 2003) Stationen seiner Lesereisen. Orte wie Sinsheim, Grevenbroich, Waldbröl - kennt jemand Waldbröl? "Tatsächlich scheint dieses Städtchen der unbekannteste Ort Deutschlands zu sein." Kaminer versichert, er habe ihn fluchtartig verlassen. 

Einige der beschriebenen Orte kenne ich, und ja, Kaminer hat deren gelegentlich skurrile Besonderheiten gut eingefangen. Wirklich witzig wirken die Texte aber nur, wenn man sich die Stimme des russisch-deutschen Autors beim Lesen hinzu imaginiert. 

So. Wo ist die nächste Bücherzelle? Ich entlasse das Büchlein wieder in die Freiheit.

 

Geschrieben

Angeregt durch diesen Faden, habe ich mal wieder in meinen Bücherregalen geschaut, was da noch ungelesen vor sich hin döst. Kennt jemand das Buch "Die Schlüssel von Sankt Peter" von Roger Peyrefitte? Und falls ja, lohnt es sich, das zu lesen? Es ist schon sehr alt, von 1956. Der Klappentext erklärt, dass es sich um eine Geschichte aus dem Vatikan handelt, und verspricht: "Der Leser bleibt in dauernder geistiger Spannung, ob Institution oder Erscheinung gemeint seien ...". Das verstehe ich erst recht nicht. 

Geschrieben

"In a hole in the ground there lived a hobbit."

25. März. Heute ist Internationaler Tolkien-Lesetag. 

Geschrieben

Ich kenne Waldbröl. 

 

Es gibt einen internationalen Tolkien- Lesetag? Wieder was gelernt..

Geschrieben (bearbeitet)

Andy Weir, wie sonstwo geschrieben. Genauer, ich habe kürzlich Project Hail Mary gelesen; die Trailers zum neuen Film haben mich auf die Existenz dieses letzten Romans von ihm aufmerksam gemacht. Früher habe ich The Martian gelesen und dann Artemis, obwohl letzteres Buch mich weniger mitgerissen hat und ich den Plot so ziemlich vergessen habe.

bearbeitet von Domingo
Geschrieben

Michael Witzel, The Origins of the World's Mythologies. Ich bin viel zu müde (hier ist es fast Zeit, ins Bett zu gehen), um auch nur anzufangen, die These des Buches hier wiederzugeben. Tue ich irgendwann, wenn ich mehr gelesen habe von diesem gerade angefangenen, 450-680 Seiten starken Buch (je nachdem, ob man die Endnoten, die endlose Bibliographie und die Verzeichnisse mitzählt). Ich kannte Witzel bis vor kurzem als Indologieprofessor in Harvard, einen der führenden Vedenexperten und Hassgegenstand der Hindunationalisten. Jetzt aber habe ich herausgefunden, dass er 2012 ein Buch veröffentlicht hat, in dem er die Mythologien der ganzen Welt vergleicht.

 

Es soll auch eine Webseite dazu geben, http://www.laurasianacademy.com/, ich kann sie aber nicht erreichen, weil sie anscheinend problematisch oder aus sonst einem Grund blockiert ist. Schade.

Geschrieben

Er hat auch ein Kapitel im Buch Höhlen, Kultplätze, sakrale Kunst : Kunst der Urgeschichte im Spiegel sprachdokumentierter Religionen (hg. von Bosinski and Strohm) mit dem Titel "Die Laurasiatische Mythologie und ihr Gegenüber", S. 77-107. Von dem kenne ich seine Hauptthese. Für die eigentlichen Belege muss man das o.g. Buch lesen.

Geschrieben
Am 18.4.2026 um 06:28 schrieb Domingo:

 ... einen der führenden Vedenexperten und Hassgegenstand der Hindunationalisten.

 

Das klingt spannend. Ich habe von dem noch nie gehört.

Geschrieben

Meine heutige Lektüre der Times zeigt mir einen Cartoon mit dem Text "I’m not evading Richard Tice, I’m avoiding him". Ich habe, weil ich es nicht besser wußte, die KI befragt und erhielt zur Antwort: 

Der Hauptunterschied zwischen avoid und evade liegt in der Absicht und der Art und Weise, wie einer Situation oder Person aus dem Weg gegangen wird. Während avoid (vermeiden) allgemein das Fernhalten von etwas beschreibt, impliziert evade (ausweichen/umgehen) oft List, Cleverness oder den bewussten Versuch, sich einer Pflicht zu entziehen. 

 

Das passt aber nicht zum Bild, wo die Protagonisten sich unter dem Fenster vor dem nervigen Wahlkämpfer verstecken.

 

Geh nicht zum Schmiedl sondern gleich zum Schmied! So befrage ich also das OED.

OED
avoid: To leave alone, keep clear of or away from, shun; to have nothing to do with, refrain from: a.III.8.a a person or place.
evade: to escape by contrivance or artifice from (attack, pursuit, adverse designs; an assailant, pursuer, or adversary); to avoid, save oneself from (a threatened evil or inconvenience); to elude (a blow), avoid encountering (an obstacle).

 

In diesem Forum ist nicht nur theologischer, sondern auch philologischer Sachverstand in Überfülle vorhanden, der mir vielleicht ex cathedra bestätigen kann, dass der Zeichner da etwas verwechselt hat.

 

Da darf jetzt wieder der eine oder andere gerne denken: Wunibalds Sorgen möchte ich haben. Sokrates sagt zwar ich weiß, dass ich nichts weiß, an anderer Stelle aber auch,  ich bin wissbegierig. So verplempere ich halt meine Zeit mit sprachlichen Spitzfindigkeiten.

 

Geschrieben (bearbeitet)
vor 6 Stunden schrieb Alfons:

 

Das klingt spannend. Ich habe von dem noch nie gehört.

 Du hast auch nicht Indologie studiert, oder? Witzel kennt man außerhalb dieser Kreise, Indologie und vergleichender Mythenforschung, ebensowenig wie mich.

bearbeitet von Domingo
Geschrieben

@Wunibald:

 

Nach meiner Erfahrung mit der englsichen Sprache zu urteilen, kann ich den Unterschied, wie ihn Deine Quellen erklären, bestätigen. Allerdings kenne ich den Kontext des Witzes nicht, da ich mich für Großbritannien sehr wenig interessiere, so kann ich nicht behaupten, ihn zu verstehen.

Geschrieben

Tice war von Anfang an für einen harten Brexit und ist nachdem er die Konservativen verlassen hat seit 2019 Vorsitzender der neugegründeten Brexit Party. Dass millionenschwere Immobilieninvestoren oft nicht besonders beliebt sind, sieht man auch anderswo. Ich verstehe den Cartoon dahingehend, sich nicht nur einfach von seinem Wahlkampf fernhalten, sondern "Leute versteckt euch, diese Nervensäge will ins Haus!"

Geschrieben

Wäre „to avoid“ nicht gut mit „vermeiden, meiden“ übersetzt, „to evade“ hingegen eher mit „ausweichen, aus dem Weg gehen“?

Geschrieben

Ich kapiere den Witz trotzdem nicht.

Geschrieben

Müsste mich mal wieder hinter das eine oder andere Buch klemmen. Es vergeht so viel Zeit, dass das leider auf der Strecke bleibt.

Geschrieben (bearbeitet)
Am 19.4.2026 um 19:10 schrieb Wunibald:

Tice war von Anfang an für einen harten Brexit und ist nachdem er die Konservativen verlassen hat seit 2019 Vorsitzender der neugegründeten Brexit Party. Dass millionenschwere Immobilieninvestoren oft nicht besonders beliebt sind, sieht man auch anderswo. Ich verstehe den Cartoon dahingehend, sich nicht nur einfach von seinem Wahlkampf fernhalten, sondern "Leute versteckt euch, diese Nervensäge will ins Haus!"

 Es geht anscheinend um ein Wortspiel: tax evasion = Steuerhinterziehung, tax avoidance = (legale) Steuervermeidung. Der Politiker hat anscheinend bestimmte Steuern vermieden. 

bearbeitet von Merkur
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Geschrieben
On 3/15/2026 at 11:09 AM, Alfons said:

Waldbröl - kennt jemand Waldbröl

Und ob ich das kenne.

In den Tagen meiner Jugend gab es dort einen Tiermarkt.

Außerdem gab es den Ferienspaß inklusive Busfahrkarte bis Köln.

Also eine gute Gelegenheit mit meinem älteren Bruder und ein paar Kumpels nach Waldbröl zu fahren.

Gehen wir so über den Wochenmarkt und sehen neben Hasen auch Küken.

2 Deee Mark das Stück.

Wir waren Jungs, also erstmal handeln.

 

5 Küken und ein Karton später sitzen wir im Bus und überlegen wer denn die Küken jetzt nehmen könnte.

Und überlegen, und überlegen und haben dann einen mündlichen Vortrag verfasst wo wir denn die Küken gefunden haben.

Den hat dann irgendeiner von uns dem örtlichen Kleintierzoo gehalten und die Küken hatten eine neue Bleibe und wir waren raus aus der Nummer.

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