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Der neue DBK-Vorsitzende


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Damit hat es sicher auch zu tun, Bischof Reinhard Marx rückte mit seiner Berufung nach München in das Bewußtsein der Öffentlichkeit.

Der "Fall Hasenhüttl" steht darüber hinaus für seine strikte Ablehnung der Interzelebration.

 

das Thema ist so sensibel, so dass es nicht akzeptabel ist, dass Du hier alles durcheinanderschmeisst. Hasenhüttl hat in Berlin nicht "interzelebriert", d.h. beispielsweise mit einem evangelischen Pfarrer gemeinsam am Altar das Hochgebet zu sprechen.

 

Er hat lediglich einer katholischen Eucharistie als Priester vorgestanden und dann vor dem Kommuniongang alle getauften Christen eingeladen. Da aber nach katholischer Lehre nicht Christus, sondern die Kirche die Einladende ist, und sie verboten hat, nicht-katholisch Christen einzuladen, hat er hier ein Vergehen begangen, das Kardinal Lehman als am untersten Ende einer Übertretung einschätzte, nicht so der Hardliner Marx.

Edited by kurwenal56
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Das war kein logischer Schluß, sondern eine Feststellung.

Hast du für diese Feststellung irgendwelche Indizien? Dass Müller seinem Vorsitzenden spätestens seit seinem Alleingang in Sachen Rätereform auf den Zeiger ging, und seitdem mehr und mehr, kann man an den Verlautbarungen mühelos ablesen. Deutlicher als dort werden Bischöfe nie, das gilt als unfein. Als damals 2005 Müller in Spanien war, haben die anderen Bischöfe über ihn beraten. "Weil die ganze Unruhe inzwischen über die Grenzen eines Bistums hinausschwappt", wie Lehmann sagte. Außerdem nannte er dessen Anordnungen einen "echten Rückschritt". Von dem öffentlichen Tadel über Müllers Verhalten in Sachen pädophiler Priester mal ganz zu schweigen. (Quelle)

 

Es ist ein offenes Geheimnis, dass Müller daraufhin einen unverschämten Brief an Lehmann geschrieben hat (mit Kopie an seine Bischofskollegen), in dem er sich derartig unmöglich gemacht hat, dass er seitdem bei ihm unten durch ist.

Edited by Sokrates
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Vielleicht sollte man zwischendurch in Erinnerung rufen, dass Ratzinger vier Wahlgänge brauchte, bis aus ihm Benedikt wurde. Zollitsch dagegen nur drei.

Und was willst du uns damit sagen?

 

Dass die Wahl eines Vorsitzenden einer unbedeutenden BK den gleichen Stellenwert besitzt, wie die eines Nachfolgers als Stellvertreter Christi auf Erden?

So hat Felix auch schon argumentiert. Habt ihr Fundis alle den selben Logikdefekt?

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Das war kein logischer Schluß, sondern eine Feststellung.

Hast du für diese Feststellung irgendwelche Indizien? Dass Müller seinem Vorsitzenden spätestens seit seinem Alleingang in Sachen Rätereform auf den Zeiger ging, und seitdem mehr und mehr, kann man an den Verlautbarungen mühelos ablesen. Deutlicher als dort werden Bischöfe nie, das gilt als unfein. Als damals 2005 Müller in Spanien war, haben die anderen Bischöfe über ihn beraten. "Weil die ganze Unruhe inzwischen über die Grenzen eines Bistums hinausschwappt", wie Lehmann sagte. Außerdem nannte er dessen Anordnungen einen "echten Rückschritt". Von dem öffentlichen Tadel über Müllers Verhalten in Sachen pädophiler Priester mal ganz zu schweigen. (Quelle)

 

Es ist ein offenes Geheimnis, dass Müller daraufhin einen unverschämten Brief an Lehmann geschrieben hat (mit Kopie an seine Bischofskollegen), in dem er sich derartig unmöglich gemacht hat, dass er seitdem bei ihm unten durch ist.

 

 

Und wieso wurde Müller dann auf der Herbstkonferenz 2006 zum Vorsitzenden der Ökumenekommission gewählt, wenn er doch "unten durch ist"?

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Vielleicht sollte man zwischendurch in Erinnerung rufen, dass Ratzinger vier Wahlgänge brauchte, bis aus ihm Benedikt wurde. Zollitsch dagegen nur drei.

Und was willst du uns damit sagen?

 

Dass die Wahl eines Vorsitzenden einer unbedeutenden BK den gleichen Stellenwert besitzt, wie die eines Nachfolgers als Stellvertreter Christi auf Erden?

So hat Felix auch schon argumentiert. Habt ihr Fundis alle den selben Logikdefekt?

 

 

Also für ein Konklave halte ich 4 Wahlgänge für extrem kurz! Oder hat im Vergleich dazu die Wahl eines Vorsitzenden der DBK mal länger als 2 Jahre gedauert?

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So ein Quatsch. Bischof Müller und Kardinal Lehmann haben ein hervorragendes Verhältnis. Müller ist ein Lehmann-Schüler und er wurde von ihm gefördert. Darüber hinaus hat Müller bei ihm promoviert und habilitiert.

Wieder mal die berüchtigte felidische Logik. Daraus kannst du bestenfalls ableiten, dass Müller und Lehmann früher mal ein gutes Verhältnis hatten. Dass sich das geändert hat, ist offensichtlich.

... und nicht nur Insidern bekannt!

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Und wieso wurde Müller dann auf der Herbstkonferenz 2006 zum Vorsitzenden der Ökumenekommission gewählt, wenn er doch "unten durch ist"?

Weil jeder irgendein Amt übernehmen muss. Immerhin gibt es 14 Kommissionen.

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Und wieso wurde Müller dann auf der Herbstkonferenz 2006 zum Vorsitzenden der Ökumenekommission gewählt, wenn er doch "unten durch ist"?

Weil jeder irgendein Amt übernehmen muss. Immerhin gibt es 14 Kommissionen.

Der damals neue Regensburger Bischof bekam auf diese Weise auch dieses Amt. Der Vorsitz in dieser Kommission war nach dem Rücktritt des Würzburger Bischofs frei. Ob ihn seine Kollegen gerade auf diesem Posten wirklich haben wollten, bleibt ohnehin fraglich. Weil von den anderen Diözesanbischöfen schon jeder ein solches Amt hatte, blieb ihnen offensichtlich keine Wahl als GeLuMü zu wählen. Interessant wäre mit welchem Ergebnis er gewählt worden ist. Davon ließe sich ableiten, mit welcher Intensität die deutsche Bischöfe ihren besonders forschen Kollegen auf diesem besonders sensiblen Posten haben wollten.

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Also für ein Konklave halte ich 4 Wahlgänge für extrem kurz! Oder hat im Vergleich dazu die Wahl eines Vorsitzenden der DBK mal länger als 2 Jahre gedauert?

Eben. Genau das ist der Punkt. Um eine Zweidrittelmehrheit zu bekommen, kann es unter Umständen sehr lange dauern. Also spricht es überhaupt nicht gegen einen Kandidaten, wenn er drei Wahlgänge braucht. Also ist es in keinster Weise ein Zeichen mangelnden Vertrauens, wenn man nicht in den ersten beiden Wahlgängen eine Zweidrittelmehrheit bekommen hat. Wie hier von einigen insinuiert wurde.

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Der Vorsitz in dieser Kommission war nach dem Rücktritt des Würzburger Bischofs frei.

Das wäre eine elegante Lösung: Der Vorsitz der Glaubenskommission ist zur Zeit vakant, und da kann man nicht so viel kaputtmachen, der Glaube steht ohnehin fest, und auf ein paar markige Worte mehr oder weniger bezüglich Abtreibung kommt es im Moment eh nicht an, wahrscheinlich ist er glaubenstechnisch gesehen (wenn man von seinem übersteigerten Amtsverständnis einmal absieht) eher liberal (immerhin ist er mit einem ehemaligen Befreiungstheologen befreundet). Dann könnte die Ökumene unter dem neuen Chef wirklich zur Chefsache werden.

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Dann könnte die Ökumene unter dem neuen Chef wirklich zur Chefsache werden.

 

Wenn ignorante Journalisten dem Irrtum aufsitzen, der DBK-Vorsitzende sei eine Art Oberbischof für Deutschland, ist das ja verzeihlich. Bei gestandenen Katholiken wundert mich diese Überhöhung des Amtes. Grüße, KAM

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Der Vorsitz in dieser Kommission war nach dem Rücktritt des Würzburger Bischofs frei.

Das wäre eine elegante Lösung: Der Vorsitz der Glaubenskommission ist zur Zeit vakant, und da kann man nicht so viel kaputtmachen, der Glaube steht ohnehin fest, und auf ein paar markige Worte mehr oder weniger bezüglich Abtreibung kommt es im Moment eh nicht an, wahrscheinlich ist er glaubenstechnisch gesehen (wenn man von seinem übersteigerten Amtsverständnis einmal absieht) eher liberal (immerhin ist er mit einem ehemaligen Befreiungstheologen befreundet). Dann könnte die Ökumene unter dem neuen Chef wirklich zur Chefsache werden.

 

Den Vorsitz der Glaubenskommision hat Kardinal Lehmann übernommen.

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Dann könnte die Ökumene unter dem neuen Chef wirklich zur Chefsache werden.

 

Wenn ignorante Journalisten dem Irrtum aufsitzen, der DBK-Vorsitzende sei eine Art Oberbischof für Deutschland, ist das ja verzeihlich. Bei gestandenen Katholiken wundert mich diese Überhöhung des Amtes.

Vom Vorsitzenden des DBK gute Impulse für die Ökumene zu erhoffen (oder zumindest bessere als von Müller), ist nun durchaus keine Überhöhung des Amtes. Unter Brüdern: Selbst ein Sack Kartoffeln wäre besser als Müller, weil ein Sack Kartoffeln keine destruktiven Vorschläge machen würde, welche die Ökumene zurückwerfen.

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Und wieso wurde Müller dann auf der Herbstkonferenz 2006 zum Vorsitzenden der Ökumenekommission gewählt, wenn er doch "unten durch ist"?

Weil jeder irgendein Amt übernehmen muss. Immerhin gibt es 14 Kommissionen.

 

Und dann hat man ihm dieses absolut heikle "Chefsachen-Thema" übertragen? B)

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OneAndOnlySon
Wenn ignorante Journalisten dem Irrtum aufsitzen, der DBK-Vorsitzende sei eine Art Oberbischof für Deutschland, ist das ja verzeihlich. Bei gestandenen Katholiken wundert mich diese Überhöhung des Amtes. Grüße, KAM
Wieso behaupten dann gerade konservative Katholiken immer wieder, dass die DBK-Leitung durch Kardinal Lehmann der Kirche in Deutschland geschadet hätte? Wenn das Amt kein besonderes Leitungsamt ist, dann müsste es doch egal sein, ob dort ein Konservativer oder ein Liberaler sitzt.
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Und dann hat man ihm dieses absolut heikle "Chefsachen-Thema" übertragen? B)

Tja, dumm geloffen, das war eben gerade freigeworden. So ist das mit dem unseligen aber unvermeidlichen Proporz.

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Und dann hat man ihm dieses absolut heikle "Chefsachen-Thema" übertragen? B)

Tja, dumm geloffen, das war eben gerade freigeworden. So ist das mit dem unseligen aber unvermeidlichen Proporz.

 

Man hätte doch auch umverteilen können!

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Der Vorsitz in dieser Kommission war nach dem Rücktritt des Würzburger Bischofs frei.

Das wäre eine elegante Lösung: Der Vorsitz der Glaubenskommission ist zur Zeit vakant, und da kann man nicht so viel kaputtmachen, der Glaube steht ohnehin fest, und auf ein paar markige Worte mehr oder weniger bezüglich Abtreibung kommt es im Moment eh nicht an, wahrscheinlich ist er glaubenstechnisch gesehen (wenn man von seinem übersteigerten Amtsverständnis einmal absieht) eher liberal (immerhin ist er mit einem ehemaligen Befreiungstheologen befreundet). Dann könnte die Ökumene unter dem neuen Chef wirklich zur Chefsache werden.

 

Das möge Gott verhüten - GeLuMü könnte in der Rolle weit mehr Unheil anrichten, weil er damit auch für die Lehrbeanstandungsverfahren zuständig würde!

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Das möge Gott verhüten - GeLuMü könnte in der Rolle weit mehr Unheil anrichten, weil er damit auch für die Lehrbeanstandungsverfahren zuständig würde!

OK. Das ist ein Argument. Akzeptiert.

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Dann könnte die Ökumene unter dem neuen Chef wirklich zur Chefsache werden.

 

Wenn ignorante Journalisten dem Irrtum aufsitzen, der DBK-Vorsitzende sei eine Art Oberbischof für Deutschland, ist das ja verzeihlich. Bei gestandenen Katholiken wundert mich diese Überhöhung des Amtes. Grüße, KAM

Der darf höchstens zum ökumenischen Kaffeekränzchen einladen. B)

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btw: Ist Bischof Müller eigentlich noch Vorsitzender der Ökumenekommission oder wurde da auch neu gewählt?

Die Mitglieder, der Vorsitzende und der Stellvertretende Vorsitzende einer jeden Kommission werden für fünf Jahre von der Vollversammlung aus ihren Mitgliedern gewählt.

 

Die letzten Wahlen waren auf der Herbstkonferenz 2006.

Aber faktisch ist Bischof Müller in dieser Position abgelöst. Kardinal Lehmann hatte erklärt, dass auf die Ökumene in Zukunft mehr Wert gelegt werden muß. Auch Erzbischof Zollitsch hat quasi erklärt, die Ökumene zur "Chefsache" werden zu lassen. Ich habe den Eindruck, daß aufgrund der (Nicht-, Fehl-)Leistungen von Bischof Müller dieser tatsächlich auf diesem Gebiet nichts mehr zu sagen hat. Er steht als Vorsitzender nur noch auf dem Papier.

 

Meint @'Ältester, der wieder einmal seinen Wunsch zum Fakt erklärt.

Da muss ich auch zur Vorsicht mahnen. "Auch Erzbischof Zollitsch hat quasi erklärt, die Ökumene zur "Chefsache" werden zu lassen." - Hat er das???

Hier ein Auszug aus dem Interview von Radio Vatican mit Erzbischof Zollitsch.

Die Ökumene haben Sie gleich nach der Wahl als ein wichtiges Anliegen genannt. Sie beginnen Ihre Amtszeit in der Zeit der Vorbereitungen für den zweiten ökumenischen Kirchentag in München. Wie wollen Sie es angehen, dass nicht nur das Thema Abendmahlsgemeinschaft in der Öffentlichkeit präsent bleibt?

 

„Ich habe gute Erfahrungen bei uns sammeln dürfen in der Erzdiözese Freiburg mit der evangelischen Landeskirche in Baden Wir werden die theologischen Fragen, die da sind, offen miteinander ansprechen, aber so ansprechen, dass ich dem anderen dabei ins Auge schauen kann; dann aber auch schauen, wo wir in der Praxis, im Leben vieles schon gemeinsam machen können, und uns nicht abhalten lassen von den theologischen Unterschieden. Zugleich gilt dann für mich, dass keine Seite Forderungen an die anderen stellt, die die anderen aus theologischen Gründen nicht nachvollziehen können. Ich darf also den Gesprächspartner auch nicht überfordern. Wenn das von beiden Seiten gilt, dann glaube ich, können wir ein schönes Stück gemeinsam vorangehen. Und es wäre tatsächlich schade, wenn etwa das Thema gemeinsames Abendmahl diesen ökumenischen Kirchentag in München überschatten würde. Wir sollen das respektieren, und dann entdecken wir plötzlich viele gemeinsame Möglichkeiten, wenn wir uns nicht auf einen Punkt fixieren.“ Quelle: http://www.oecumene.radiovaticana.org/ted/...lo.asp?c=186450

 

Das hört sich doch ganz anders an als das Handeln von Bischof Müller, der schon bei seiner ersten Fronleichnamspredigt in der Stadt Regensburg die evangelischen Mitchristen so vor den Kopf gestoßen hat, daß sie die Prozession verlassen haben. Ich lese das so, daß Erzbischof Zollitsch künftig auf katholischer Seite auch in der Ökumene den Ton angeben will.

Ich begrüße das alles ja auch sehr - nur steht da nichts davon, dass er die Ökumene in D zur "Chefsache" machen will, nicht mal andeutungsweise. Er redet hier nur von "wir" und ich lese das so, dass er alle Bischöfe in Deutschland meint. Sicher, die Ökumene liegt ihm besonders am Herzen, aber das heißt noch lange nicht, dass er die dafür vorgesehenen Ämter an sich reißen will.

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Ich weiß nicht, wieso auf einmal alle so auf Bischof Marx abfahren. Noch vor 3 Monaten hat kein Hahn nach ihm gekräht.

Da war er ja auch noch nicht Erzbischof. (meine Erklärung)

 

Damit hat es sicher auch zu tun, Bischof Reinhard Marx rückte mit seiner Berufung nach München in das Bewußtsein der Öffentlichkeit.

Der "Fall Hasenhüttl" steht darüber hinaus für seine strikte Ablehnung der Interzelebration.

 

Im Gegensatz dazu ist Erzbischof Zollitsch bislang lediglich durch seine Unauffälligkeit aufgefallen, ein häufig gehörter (gelesener) Satz in den letzen Tagen: "Kenne ich nicht, habe noch nichts über ihn gehört" - ein Satz, der nach der Wahl Marx' wohl kaum gefallen wäre.

 

Das verunsichert natürlich, so gar nicht zu wissen und einschätzen zu können, was die Wahl von Erzbischof Zollitsch zum Vorsitzenden der DBK für Folgen haben wird.

Dann die ersten Meldungen, Zollitsch will Kontinuität, und damit sind all die enttäuscht, die Lehmann (vorsichtig ausgedrückt) nicht als Idealbesetzung angesehen hatten.

Welchen Kurs Marx eingeschlagen hätte als neuer Vorsitzender, steht zwar in den Sternen, aber die Hoffnung wäre groß gewesen, dass er nicht Lehmanns Linie weiterverfolgen würde. Es lässt sich aber vorzüglich davon träumen, dass Marx just die Vorstellungen des Träumers verwirklicht hätte. Und dass der Traum in 6 Jahren doch noch in Erfüllung geht. Und in der Zwischenzeit wird die Person Zollitsch kleingeredet (keine Zweidrittelmehrheit, brauchte 3 Wahlgänge), das Amt kleingeredet (kann kaum etwas bewirken, kann keinen großen Schaden anrichten).

Aber warum Marx unbedingt dieses kleingeredete Amt übernehmen soll, habe ich noch nicht so wirklich erklärt bekommen.

So scharfsinnig B)

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Bei Radio Vatikan klingt es ein wenig anders:

 

D: Zollitsch gegen Parallelgesellschaften

 

(Nein, ich meine nicht, dass Zollitsch etwas anderes gesagt habe, ich meine die Schlagzeile, die so ganz anders klingt als der von Felix zitierte Spiegel-Satz.)

 

 

Also das steht bei Spiegel-Online als erster Satz:

 

Katholische Rückendeckung für die Muslime im Land: Robert Zollitsch, der neue Chef der Bischofskonferenz, unterstützt den Moscheebau in Deutschland - und will auch sonst bei der Integration behilflich sein.

 

Ist das jetzt irgendwie gehetzt oder schlimm?

Das ist ne Zuspitzung vom Spiegel und als solche von relativ geringem Informationsgehalt - wohingegen der Sensationsgehalt relativ groß ist, was an der gegenwärtigen Anti-Islam-Stimmung liegt. Eine Schlagzeile halt, eher BILD-Niveau, wohl berechnet, sollte man aber nicht einfach so von Spiegel oder BILD oder sonstwelchen Blättern unkommentiert übernehmen.

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Ich weiß nicht, wieso auf einmal alle so auf Bischof Marx abfahren. Noch vor 3 Monaten hat kein Hahn nach ihm gekräht.

Bereits vor der Erzbischof-München-Freising-Ernennung und dem Hasenhüttl-Problem war Bischof Marx einer der wenigen Bischöfe, denen ich Bild+Name+Bistum zu ordnen konnte. Interessant und symphatisch fand ich ihn schon damals und daran hat sich nix geändert.

=> also nix alle!

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btw: Ist Bischof Müller eigentlich noch Vorsitzender der Ökumenekommission oder wurde da auch neu gewählt?

Die Mitglieder, der Vorsitzende und der Stellvertretende Vorsitzende einer jeden Kommission werden für fünf Jahre von der Vollversammlung aus ihren Mitgliedern gewählt.

 

Die letzten Wahlen waren auf der Herbstkonferenz 2006.

Aber faktisch ist Bischof Müller in dieser Position abgelöst. Kardinal Lehmann hatte erklärt, dass auf die Ökumene in Zukunft mehr Wert gelegt werden muß. Auch Erzbischof Zollitsch hat quasi erklärt, die Ökumene zur "Chefsache" werden zu lassen. Ich habe den Eindruck, daß aufgrund der (Nicht-, Fehl-)Leistungen von Bischof Müller dieser tatsächlich auf diesem Gebiet nichts mehr zu sagen hat. Er steht als Vorsitzender nur noch auf dem Papier.

 

Meint @'Ältester, der wieder einmal seinen Wunsch zum Fakt erklärt.

Da muss ich auch zur Vorsicht mahnen. "Auch Erzbischof Zollitsch hat quasi erklärt, die Ökumene zur "Chefsache" werden zu lassen." - Hat er das???

Hier ein Auszug aus dem Interview von Radio Vatican mit Erzbischof Zollitsch.

Die Ökumene haben Sie gleich nach der Wahl als ein wichtiges Anliegen genannt. Sie beginnen Ihre Amtszeit in der Zeit der Vorbereitungen für den zweiten ökumenischen Kirchentag in München. Wie wollen Sie es angehen, dass nicht nur das Thema Abendmahlsgemeinschaft in der Öffentlichkeit präsent bleibt?

 

„Ich habe gute Erfahrungen bei uns sammeln dürfen in der Erzdiözese Freiburg mit der evangelischen Landeskirche in Baden Wir werden die theologischen Fragen, die da sind, offen miteinander ansprechen, aber so ansprechen, dass ich dem anderen dabei ins Auge schauen kann; dann aber auch schauen, wo wir in der Praxis, im Leben vieles schon gemeinsam machen können, und uns nicht abhalten lassen von den theologischen Unterschieden. Zugleich gilt dann für mich, dass keine Seite Forderungen an die anderen stellt, die die anderen aus theologischen Gründen nicht nachvollziehen können. Ich darf also den Gesprächspartner auch nicht überfordern. Wenn das von beiden Seiten gilt, dann glaube ich, können wir ein schönes Stück gemeinsam vorangehen. Und es wäre tatsächlich schade, wenn etwa das Thema gemeinsames Abendmahl diesen ökumenischen Kirchentag in München überschatten würde. Wir sollen das respektieren, und dann entdecken wir plötzlich viele gemeinsame Möglichkeiten, wenn wir uns nicht auf einen Punkt fixieren.“ Quelle: http://www.oecumene.radiovaticana.org/ted/...lo.asp?c=186450

 

Das hört sich doch ganz anders an als das Handeln von Bischof Müller, der schon bei seiner ersten Fronleichnamspredigt in der Stadt Regensburg die evangelischen Mitchristen so vor den Kopf gestoßen hat, daß sie die Prozession verlassen haben. Ich lese das so, daß Erzbischof Zollitsch künftig auf katholischer Seite auch in der Ökumene den Ton angeben will.

Ich begrüße das alles ja auch sehr - nur steht da nichts davon, dass er die Ökumene in D zur "Chefsache" machen will, nicht mal andeutungsweise. Er redet hier nur von "wir" und ich lese das so, dass er alle Bischöfe in Deutschland meint. Sicher, die Ökumene liegt ihm besonders am Herzen, aber das heißt noch lange nicht, dass er die dafür vorgesehenen Ämter an sich reißen will.

Niemand hat behauptet, dass Erzbischof Zollitsch "Ämter an sich reißen will". Es geht um die "Chefsache". Das gibt er schon sehr deutlich zu erkennen, wenn er sagt, daß das in Zukunft deutschlandweit so (erfolgreich) läuft, wie jetzt schon in seinem Bistum. Und in Freiburg läuft es - zugegeben etwas überspitzt - genau gegenteilig wie in Regensburg, nämlich gut.

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