Jump to content

Recommended Posts

Geschrieben (bearbeitet)
vor 4 Stunden schrieb rorro:

Besser wäre ein „zu rechtfertigender Krieg“ - aber auch den kann es im 21. Jh. eigentlich nicht mehr geben

 

Das klingt halt irgendwie immer, als würde der Krieg insgesamt irgendwie gerechtfertigt. Gerechtfertigt werden kann ja aber eben höchstens jener "Teil" des Krieges, der in der Verteidigung besteht. Man sollte dann m.E. eher von der "zu rechtfertigenden Verteidigung" sprechen.

 

Ein wirkliches Problem sehe ich allerdings darin, dass die Medien - und zwar auch in Demokratien - Kriege oft so darstellen, dass die eigene Seite der Verbündete das gutwillige und friedliebende Opfer der Aggression ist, dem nichts andere übrig bleibt, als sich zu wehren. Und das ist in vielen Fällen sehr einseitig. Oft ist die Wirklichkeit viel komplexer und weniger eindeutig, als das weithin vermittelt wird.  

 

bearbeitet von iskander
Geschrieben
Am 27.6.2026 um 22:06 schrieb rorro:

 

Besser wäre ein „zu rechtfertigender Krieg“ - aber auch den kann es im 21. Jh. eigentlich nicht mehr geben

Ein Krieg sollte nie gerechtfertigt sein, die einzige Frage ist, ob ich mich wehren darf, wenn ein anderer mich mit Krieg überzieht.

 

Werner

Geschrieben

Wortlaut: Angelus mit Papst Leo XIV. am 5.7.2026

 

In der Knechtschaft ist Christus Befreiung.

Und doch heißt dies nicht, dass faktische Knechtschaft durch diese Befreiung notwendigerweise enden würde. Befreiung wovon also?

 

Unter der Geißel des Krieges ist Christus Hoffnung.

Und doch heißt dies nicht, dass Hoffnung auf Ende des Krieges im Hier und Jetzt begründet wäre (fragt die Ukrainer). Hoffnung worauf also?

 

In der Stunde der Sünde ist Christus Vergebung.

Und doch heißt dies nicht, dass die eben begangene Sünde sogleich vergeben wäre. Vergebung durch was also?

 

Fragen über Fragen. Lest selbst, ob ihr die Antwort findet.

 

Geschrieben (bearbeitet)

Papst: „Nicht zulassen, dass Flamme des Friedens erlischt“

 

Ich bekräftige meinen Wunsch, dass der Weg des Dialogs, der Begegnung und der Diplomatie beharrlich beschritten wird – der einzige Weg, der zu einem gerechten und dauerhaften Frieden führen kann, in dem die Völker versöhnt in gegenseitiger Sicherheit und unter Achtung der Würde jedes Menschen leben können.“

 

Man beachte, dass "der einzige Weg" zu einem transzendenten Konstrukt ("gerechter und dauerhafter Friede, in dem ...") führen soll. Da kann man kaum erahnen, welcher Art "der Weg des Dialogs, der Begegnung und der Diplomatie" hier sein müsste.

Aber um den Boden des Spekulativen zu verlassen, sollte einfach mal die vatikanischen Diplomatie sich als Unterhändler zwischen Kriegsparteien engagieren. Das wäre doch die einzige Möglichkeit, um mit Leben zu füllen, was der Robert in unzähligen Appellen an die Welt nicht aufhört zu fordern und zu wünschen. Hört auf zu wünschen und zu fordern, bietet eure Dienste an und macht es besser und lasst die Welt endlich sehen, dass ihr selbst könnt, was ihr fordert.

bearbeitet von SteRo
Geschrieben

Der Papst spricht immer als Seelsorger

 

Wenn der Papst fordert, dass das menschliche Leben in jeder Phase seiner Existenz stets geachtet und geschützt wird; wenn er vom Frieden spricht und dabei das Wohl der Völker im Blick hat und fordert, dem Wahnsinn des Wettrüstens ein Ende zu setzen, auch indem man die Theorie des »gerechten Krieges« überwindet; wenn er zum Dialog und zu Verhandlungen aufruft und dabei auf die Soziallehre der Kirche verweist; wenn er fordert, Migranten als Menschen zu betrachten, die aufgenommen werden müssen, ohne jemals ihre Menschenwürde zu vergessen; wenn er uns daran erinnert, dass die Armen im Mittelpunkt des Evangeliums stehen und dass wir faire und gerechte Gesellschaften aufbauen müssen; wenn er das Recht auf Religionsfreiheit verteidigt; wenn er die Bedeutung des Schutzes der Schöpfung betont, um sie an unsere Kinder und Enkel weiterzugeben: dann spricht der Nachfolger Petri nicht als Staatsoberhaupt. Er verkündet schlicht und einfach das Evangelium.

 

 

Also, dass das u.U. das Selbstbild des Papstes ist, dass er mit all dem "schlicht und einfach das Evangelium" verkündet, oder das Bild, von welchem er wünscht, dass die Öffentlichkeit es habe, das nehme ich ja gerne an, aber mir verkündet er mit all dem nicht das Evangelium. In den Evangelien wie sie mir vorliegen steht was anderes. Und so frage ich mich, wer eigentlich die Zielgruppe ist, die er mit seiner vermeintlichen Evangeliumsverkündung adressieren will. Wenn der Papst glaubt, dass all dies sich aus den Evangelien ergebe, dann muss er sein Publikum doch mitnehmen, damit es verstehen kann und nachvollziehen kann wie man zu all den Ansichten gelangen kann und warum überhaupt man zu diesen Ansichten gelangen sollte und wen im Publikum es besonders betrifft. Denn da es sich um viele Punkte handelt, die ggf. Relevanz für politische Entscheider haben können, dann sollte er doch die politischen Entscheider zu bekehren versuchen zum rechten Glauben, auf dass sie zu diesen Ansichten gelangen und an der praktischen Umsetzung arbeiten. Ohne Bekehrung der Zielgruppe aber ist das alles doch nur leeres Gerede, denn jedes Dach benötigt ein Fundament und Mauern und diese sind's doch, Fundament und Mauern, von denen in den Evangelien die Rede ist.

Abgesehen davon, wenn seine Verkündungen in offensichtlichem zeitlichem Zusammenhang mit politischen Ereignissen der Welt stehen, dann nennt man das "Politik machen". Und wenn der Zusammenhang mit dem, was tatsächlich in den Evangelien steht, der Öffentlichkeit gar nicht bekannt ist, wie kann an das dann "schlichte" und "einfache" Verkündung des Evnagelums nennen?

All diese Ansichten und Forderungen kennen wir doch auch von anderen Gruppierungen, von Humanisten, Sozialisten, Grünen etc - alles Gruppierungen die gänzlich ohne die Evangelien auskommen. Alle die Politik machen, werben um Zustimmung bei anderen. Was also soll das Besondere, das spezifisch "päpstliche", das "Seelsorgerische" sein? Warum soll beim Papst "Verkündung des Evangeliums" sein, was bei anderen schlicht Werbung für's eigene Programm ist? Da fehlt doch einfach die Substanz.

Geschrieben

Papst beim Angelus: Die Katechese im Wortlaut

 

Im Anschluss an das Gleichnis vom Sämann spricht Jesus weiterhin durch einige Bilder zu den Menschenmengen: der gute Weizen und das Unkraut, das Senfkorn, der Sauerteig im Mehl (vgl. Mt 13,24–43).

Es handelt sich um drei kurze Gleichnisse, die auf das Kommen des Reiches Gottes in der Geschichte hinweisen sollen, auf sein Wirken im Leben der Menschen, auf die Art und Weise, wie es wächst, sich ausbreitet und die Welt von innen heraus verwandelt.

 

Wobei "das Kommen des Reiches Gottes in der Geschichte" so missverstanden werden kann als ob das Reich Gottes erst noch kommen werde. Es ist aber bereits da und wirkt bereits im Leben des Menschen, wenn - und nur wenn - diese es zulassen. Und in dem Maße wie jeder einzelne Mensch es also zulässt, breitet es sich bereits aus.

Lk 17, 21 Denn siehe, das Reich Gottes ist mitten unter euch.

 

Brüder und Schwestern, mit diesen Gleichnissen sagt uns Jesus etwas Wichtiges darüber, wie Gott in unserem Leben und in der Geschichte wirkt.

Er wirkt im Hier und Jetzt. Kein Gedanke könnte uns kommen ohne den Großen Beweger. Nichts könnten wir tun. Dabei bleibt aber dennoch offen, was wir denken oder tun.

 

Stattdessen breitet sich das Reich Gottes auch inmitten des Unkrauts aus und fordert von uns einen Blick, der, ohne alles sofort zu beurteilen, das Gute wahrnehmen kann, das selbst in der Finsternis des Bösen aufkeimt;

Das les ich öfters "ohne alles sofort zu beurteilen". Leute die so reden, reden auch häufig von "Loslassen". Aber beides ist verhängnisvoll. Das Urteil der Vernunft ist nichts Schlechtes, denn es gehört zur Natur der Vernunft, der Kognition, zu urteilen. Die Vernunft erkennt spontan Sein, abstrahiert und urteilt was das ist, das ist. Das was ist bloß nicht loslassen, denn das führt sonst in blinde Orientierungslosigkeit hinein. Aber vielleicht meint er ja nicht das objektive Urteil, sondern das subjektiv-egozentrische, welches alles, was ist, danach beurteilt, ob es mir gefällt oder mir nützlich ist/sein kann ... das wäre dann nicht gut, wäre eine Perversion von vernünftigem objektivem Urteil.

 

"das Gute, das selbst in der Finsternis des Bösen aufkeimt" ... schwierig dieser Ausdruck, wo doch das Böse die Abwesenheit des wahrhaft Guten ist .. deshalb müsste es sich um das bloß natürlich Gute handeln, denn dieses kann (mit der Vernunft) auch dann wahrgenommen werden, wenn das wahrhaft Gute abwesend ist. Aber so hat er das sicher nicht gemeint.

Aber wenn mir ein Böser begegnet, dann kann das auch gut für mich sein, und ich kann also zumindest hinterher das Gute darin erkennen (die Prüfung, Herausforderung).

Oder: nichts kann neu entstehen, wenn altes nicht vergeht. Das Vergehen kann eine Katastrophe sein, ein großes Leid, ein Übel oder eben Böses und das Neue kann das Gute sein.

Gibt sicher noch zahllose andere Interpretationsmöglichkeiten ...

 

es kommt wie der kleinste aller Samen und verlangt daher die Geduld, ... und lädt uns ein, auch dann Vertrauen zu haben, wenn uns Gott abwesend zu sein scheint. Denn in Wirklichkeit begleitet er uns immer und wirkt seine Liebe stets für uns.

Ja, die scheinbare Abwesenheit Gottes kann das beste Indiz für seine Allgegenwart sein ... wenn man nicht immer alles glaubt, was einem scheint. Sich selbst gegenüber kann man nicht misstrauisch genug sein.

 

 

Geschrieben

„Möge Gott uns auf Wegen der Gewaltlosigkeit führen“: Leo XIV. in Buch-Vorwort

 

Sämtliche Wortmeldungen von Papst Leo XIV. zu Krieg und Frieden seit seiner Wahl hat der Vatikanverlag LEV in einem neuen Buch gebündelt. Das Vorwort schrieb der Papst selbst, der Vatikan veröffentlichte es an diesem Dienstag. Leo ruft alle dazu auf, „den Frieden zum Anliegen des eigenen Lebens“ zu machen. „Möge Gott uns auf den Wegen der Gewaltlosigkeit führen“, so der Papst in seinem Text.

 

Als Illusion weist Leo die in der globalen Politik derzeit häufig zu hörende Vorstellung zurück, Friede sei durch Krieg zu erreichen. „Auch wer Krieg führt, sagt, er handle ,im Namen´ des Friedens. Niemand ist so dreist zu sagen, dass er Krieg um des Krieges willen will: ...

 

... Selbst die Mächtigen dieser Welt wissen, dass jeder Mensch nach Gerechtigkeit strebt und in Frieden leben möchte“, so der Papst wörtlich.

Und das weiß natürlich der Robert auch ganz genau. Das ist ja der Grund, warum es so leicht ist, unentwegt von Frieden zu reden. Denn mit keinem anderen Thema kann man so leicht Zustimmung bei Menschen finden, bei Menschen weit über die eigene "Blase" hinaus. Wie viel schwieriger wäre es da, der Welt das darzulegen, was den Glauben der eigenen Gemeinschaft ausmacht. Dieser Glaube würde wohl bei den meisten Menschen, die man mit dem Reden von Frieden erreichen kann, auf Ablehnung stoßen. Allgemeinplätze sind so viel unbeschwerter zu beackern, zusammen mit vielen vielen Parteien und NGOs, die das Gleiche tun, als das besondere Eigene darzulegen. Mission ist damit allerdings ausgeschlossen, aber die scheint ja nicht so wichtig zu sein ...

 

„Wir können von den Mächtigen dieser Welt keinen Frieden verlangen, wenn wir nicht selbst damit beginnen, ihn zu leben“, erklärte Leo XIV. Das fange bei alltäglichen Beziehungen an, „in unseren Familien, in unseren Häusern, in unseren Städten, an unseren Arbeitsplätzen.“

Aha ... wenn der Friede aber bei jedem Einzelnen beginnt, dann scheint das aber doch vorauszusetzen, dass die vielen Einzelnen auf dem richtigen Weg sind. Und wie bitte sollten die Vielen auf dem richtigen Weg sein, wenn sie nicht rechten Glaubens sind? Wie aber können die Vielen rechten Glaubens sein, wenn man ihnen nur unentwegt schöne Reden vom Frieden hält ohne ihnen den rechten Glauben zu vermitteln?

 

Join the conversation

You can post now and register later. If you have an account, sign in now to post with your account.

Gast
Auf dieses Thema antworten...

×   Du hast formatierten Text eingefügt.   Formatierung jetzt entfernen

  Only 75 emoji are allowed.

×   Dein Link wurde automatisch eingebettet.   Einbetten rückgängig machen und als Link darstellen

×   Dein vorheriger Inhalt wurde wiederhergestellt.   Clear editor

×   You cannot paste images directly. Upload or insert images from URL.

×
×
  • Neu erstellen...