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Der religiöse Glaube und die Liebe, wie vereinbar?


Oliver007
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Ich brauche dringend einen Rat hier aus dem Forum. Zur Vorgeschichte:

Ich bin (noch) evangelisch auch sehr gläubig, meine Freundin ist katholisch. Wir sind seit einem halben Jahr zusammen. Sie hat vor acht Jahren katholisch in der Schweiz kirchlich geheiratet, die Ehe ging in die Brüche und sie hat sich scheiden lassen. Der Scheidungswille ging von ihrem damaligen Mann aus. Allerdings besteht die Ehe vor Gott nach katholischem Glauben ja bis das der Tod beide scheidet. Meine Freundin ist sehr gläubig und nun hat sich die Situation so entwickelt, dass sie am kommenden Montag zur Beichte geht und auch den Ehebruch, bzw. Unkeuschheit beichten wird. Wir lieben uns sehr und möchten auch zusammen bleiben, allerdings hat sie gesagt dass jeglicher Geschlechtsverkehr nach der Beichte zwischen uns und für sie auch überhaupt in ihrem weiteren Leben nicht mehr stattfinden darf und wird, weil sie sich damit gegen Jesus stellt.

 

Natürlich liebe ich sie so sehr, dass ich das eingehen werde aber ich weiß nicht ob ich auf Dauer auf diese besondere Art der Nähe mit ihr verzichten kann weil ich sie so sehr liebe. Ich bin einfach verzweifelt, aber durch sehr dramatische Erlebnisse in der Vergangenheit muss sie auch zur Beichte gehen. Ich möchte auch hier nicht falsch verstanden werden, dass Sexualität bei mir an erster Stelle steht. Es geht nur darum, dass ich das mit ihr sehr vermissen werde. Seit ca. 5 Wochen haben wir auch keinerlei Intimitäten mehr ausgetauscht, seit sie quasi ihre Beichte nieder geschrieben hat.

 

Kennt jemand so eine Situation oder war in derselben? Gibt es keine Zukunft für meine geliebte Freundin und mich? Kann die Barmherzigkeit und Gnade Gottes nicht größer sein als der Ehebruch? Gott weiß wie sehr wir uns lieben und das haben auch wir beide für uns festgestellt und wollen aneinander festhalten. Ich brauche echt guten Rat.... Bitte antwortet mir, ich danke euch im voraus.

 

Ich bin momentan sehr verzweifelt und merke wie mir das Wichtigste in meinem irdischen Leben aus den Fingern zu gleiten scheint. Kann Gottes Gnade und Barmherzigkeit wenn er doch sieht wie nahe sich unsere Seelen stehen nicht größer sein als die Sünde des Ehebruchs? Ich weiß echt nicht mehr weiter....was soll ich bloß tun?

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Ich brauche dringend einen Rat hier aus dem Forum. Zur Vorgeschichte:

Ich bin (noch) evangelisch auch sehr gläubig, meine Freundin ist katholisch. Wir sind seit einem halben Jahr zusammen. Sie hat vor acht Jahren katholisch in der Schweiz kirchlich geheiratet, die Ehe ging in die Brüche und sie hat sich scheiden lassen. Der Scheidungswille ging von ihrem damaligen Mann aus. Allerdings besteht die Ehe vor Gott nach katholischem Glauben ja bis das der Tod beide scheidet. Meine Freundin ist sehr gläubig und nun hat sich die Situation so entwickelt, dass sie am kommenden Montag zur Beichte geht und auch den Ehebruch, bzw. Unkeuschheit beichten wird. Wir lieben uns sehr und möchten auch zusammen bleiben, allerdings hat sie gesagt dass jeglicher Geschlechtsverkehr nach der Beichte zwischen uns und für sie auch überhaupt in ihrem weiteren Leben nicht mehr stattfinden darf und wird, weil sie sich damit gegen Jesus stellt.

 

Natürlich liebe ich sie so sehr, dass ich das eingehen werde aber ich weiß nicht ob ich auf Dauer auf diese besondere Art der Nähe mit ihr verzichten kann weil ich sie so sehr liebe. Ich bin einfach verzweifelt, aber durch sehr dramatische Erlebnisse in der Vergangenheit muss sie auch zur Beichte gehen. Ich möchte auch hier nicht falsch verstanden werden, dass Sexualität bei mir an erster Stelle steht. Es geht nur darum, dass ich das mit ihr sehr vermissen werde. Seit ca. 5 Wochen haben wir auch keinerlei Intimitäten mehr ausgetauscht, seit sie quasi ihre Beichte nieder geschrieben hat.

 

Kennt jemand so eine Situation oder war in derselben? Gibt es keine Zukunft für meine geliebte Freundin und mich? Kann die Barmherzigkeit und Gnade Gottes nicht größer sein als der Ehebruch? Gott weiß wie sehr wir uns lieben und das haben auch wir beide für uns festgestellt und wollen aneinander festhalten. Ich brauche echt guten Rat.... Bitte antwortet mir, ich danke euch im voraus.

 

Ich bin momentan sehr verzweifelt und merke wie mir das Wichtigste in meinem irdischen Leben aus den Fingern zu gleiten scheint. Kann Gottes Gnade und Barmherzigkeit wenn er doch sieht wie nahe sich unsere Seelen stehen nicht größer sein als die Sünde des Ehebruchs? Ich weiß echt nicht mehr weiter....was soll ich bloß tun?

 

Lieber Oliver, das ist natürlich eine harte Nuss.

Als ich 14 Jahre alt war,schien mir eine unheilbare Krankheit die gesamte Zukunft zu verbauen. Ich könnte also nie eine Frau haben. Ein Leben aber ohne Sex erschien mir sooo sinnlos... Mein ganzes Beten nutzte nichts. Ich wurde zutiefst depressiv. Als ich mich dann mit 21 Jahren Gott zuwandte, kam ich langsam durch Erkenntnis der Wahrheit aus dieser Depression heraus.

Mit 28 Jahren hatte ich zwar immer noch den Wunsch nach einer Frau (nun natürlich nicht lediglich um sexuelle Bedürfnisse zu befriedigen)aber durch die Erfüllung im Glauben auch bereit in Zukunft darauf zu verzichten. So kam es zu einem Gebet, auf das ich eine unmittelbare Antwort durch eine Vision erhielt. Der Inhalt war, dass ich mit 35 eine Partnerin bekommen würde. Das hat sich auch bewahrheitet. Heute sind wir beide soweit, dass uns der Verzicht auf Sex, der nun freiwillig ist, nicht schwer fällt. Die Liebe zueinander leidet nicht darunter. Im Gegenteil.

Sinn und Zweck dieses Lebensverlaufes war es eine Fehlentwicklung meiner früheren Erdenleben auszugleichen.

Auch wenn Du nicht an frühere Erdenleben glaubst, so ist doch auch eure gegenwärtige Situation nicht ein Produkt des Zufalls, sondern etwas Sinnvolles für eure Seelenentwicklung.

Ich kann Euch keinen direkten Rat geben außer dem,vertraut!Vertraut, dass alles gut wird, wie es auch kommen mag. Ich weiß, es ist leichter gesagt, als getan. Aber Gott vertrauen, das ist es, was wir alle lernen müssen.

Edited by New Aaron
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ie hat vor acht Jahren katholisch in der Schweiz kirchlich geheiratet, die Ehe ging in die Brüche und sie hat sich scheiden lassen.

Hat sie prüfen lassen, ob eine Annulierung ihrer ersten Ehe in Betracht kommt?

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Ich brauche dringend einen Rat hier aus dem Forum. Zur Vorgeschichte:

Ich bin (noch) evangelisch auch sehr gläubig, meine Freundin ist katholisch. Wir sind seit einem halben Jahr zusammen. Sie hat vor acht Jahren katholisch in der Schweiz kirchlich geheiratet, die Ehe ging in die Brüche und sie hat sich scheiden lassen. Der Scheidungswille ging von ihrem damaligen Mann aus. Allerdings besteht die Ehe vor Gott nach katholischem Glauben ja bis das der Tod beide scheidet. Meine Freundin ist sehr gläubig und nun hat sich die Situation so entwickelt, dass sie am kommenden Montag zur Beichte geht und auch den Ehebruch, bzw. Unkeuschheit beichten wird. Wir lieben uns sehr und möchten auch zusammen bleiben, allerdings hat sie gesagt dass jeglicher Geschlechtsverkehr nach der Beichte zwischen uns und für sie auch überhaupt in ihrem weiteren Leben nicht mehr stattfinden darf und wird, weil sie sich damit gegen Jesus stellt.

 

Natürlich liebe ich sie so sehr, dass ich das eingehen werde aber ich weiß nicht ob ich auf Dauer auf diese besondere Art der Nähe mit ihr verzichten kann weil ich sie so sehr liebe. Ich bin einfach verzweifelt, aber durch sehr dramatische Erlebnisse in der Vergangenheit muss sie auch zur Beichte gehen. Ich möchte auch hier nicht falsch verstanden werden, dass Sexualität bei mir an erster Stelle steht. Es geht nur darum, dass ich das mit ihr sehr vermissen werde. Seit ca. 5 Wochen haben wir auch keinerlei Intimitäten mehr ausgetauscht, seit sie quasi ihre Beichte nieder geschrieben hat.

 

Kennt jemand so eine Situation oder war in derselben? Gibt es keine Zukunft für meine geliebte Freundin und mich? Kann die Barmherzigkeit und Gnade Gottes nicht größer sein als der Ehebruch? Gott weiß wie sehr wir uns lieben und das haben auch wir beide für uns festgestellt und wollen aneinander festhalten. Ich brauche echt guten Rat.... Bitte antwortet mir, ich danke euch im voraus.

 

Ich bin momentan sehr verzweifelt und merke wie mir das Wichtigste in meinem irdischen Leben aus den Fingern zu gleiten scheint. Kann Gottes Gnade und Barmherzigkeit wenn er doch sieht wie nahe sich unsere Seelen stehen nicht größer sein als die Sünde des Ehebruchs? Ich weiß echt nicht mehr weiter....was soll ich bloß tun?

 

Lieber Oliver, das ist natürlich eine harte Nuss.

Als ich 14 Jahre alt war,schien mir eine unheilbare Krankheit die gesamte Zukunft zu verbauen. Ich könnte also nie eine Frau haben. Ein Leben aber ohne Sex erschien mir sooo sinnlos... Mein ganzes Beten nutzte nichts. Ich wurde zutiefst depressiv. Als ich mich dann mit 21 Jahren Gott zuwandte, kam ich langsam durch Erkenntnis der Wahrheit aus dieser Depression heraus.

Mit 28 Jahren hatte ich zwar immer noch den Wunsch nach einer Frau (nun natürlich nicht lediglich um sexuelle Bedürfnisse zu befriedigen)aber durch die Erfüllung im Glauben auch bereit in Zukunft darauf zu verzichten. So kam es zu einem Gebet, auf das ich eine unmittelbare Antwort durch eine Vision erhielt. Der Inhalt war, dass ich mit 35 eine Partnerin bekommen würde. Das hat sich auch bewahrheitet. Heute sind wir beide soweit, dass uns der Verzicht auf Sex, der nun freiwillig ist, nicht schwer fällt. Die Liebe zueinander leidet nicht darunter. Im Gegenteil.

Sinn und Zweck dieses Lebensverlaufes war es eine Fehlentwicklung meiner früheren Erdenleben auszugleichen.

Auch wenn Du nicht an frühere Erdenleben glaubst, so ist doch auch eure gegenwärtige Situation nicht ein Produkt des Zufalls, sondern etwas Sinnvolles für eure Seelenentwicklung.

Ich kann Euch keinen direkten Rat geben außer dem,vertraut!Vertraut, dass alles gut wird, wie es auch kommen mag. Ich weiß, es ist leichter gesagt, als getan. Aber Gott vertrauen, das ist es, was wir alle lernen müssen.

 

 

Vielen Dank für die aufmunternden Worte. Gott Vertrauen haben wir beide und ich hoffe sehr, dass er uns einen Weg zeigt bei dem wir gemeinsam unser Leben in Zukunft zusemmen gestalten können.

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ie hat vor acht Jahren katholisch in der Schweiz kirchlich geheiratet, die Ehe ging in die Brüche und sie hat sich scheiden lassen.

Hat sie prüfen lassen, ob eine Annulierung ihrer ersten Ehe in Betracht kommt?

 

Also erstens wird ihr Ex Mann da voll auf die Barrikaden gehen, sie hat auch einen 5 jährigen Sohn und will das Verhältnis nicht überstrapazieren und ehrlich gesagt haben wir im Kirchenrecht keinen wirklichen Grund gefunden um ein Ehenichtigkeitsverfahren anzustreben. Vielleicht ist sie aber auch heute einfach noch nicht soweit dem nachzugeben... wie gesagt es sind weitaus schlimme Dinge in den letzten 5 Monaten passiert, wir sind auch bei einem Pfarrer in Seelsorge und bei diesem legt sie auch die Beichte ab. Ich habe selber nächste Woche dort einen Einzeltermin um mit ihm darüber zu sprechen.

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Sie könnte sich einen Beichtvater suchen, der eine weniger liebesfeindliche Moral vertritt.

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@ Marmot

 

Hallo erstmal. Also unser Pfarrer ist nicht liebesfeindlich. Er ist sehr sehr nett sogar und hat uns schon viel geholfen, aber was mich und meine Freundin betrifft waren seine Worte : "Gott will diese Verbindung nicht, denn vor Gott bleiben Sie mit ihrem (EX)Mann bis das der Tod Sie scheidet verheiratet". Der Wille geht auch von ihr aus nach der Beichte keusch zu leben. Und nach den Geboten würde sie ja vorsätzlich unkeusch und in Sünde leben und damit den Zorn Gottes auf sich ziehen. Es gibt einfach keine Lösung.....

 

es ist zum verrückt werden... aber verlassen mag ich sie auch nicht, denn wir lieben uns wirklich sehr... aber Gott kennt in diesem Punkt seiner Gebote einfach keine Gnade... :-(

Edited by Oliver007
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@ Marmot

 

Hallo erstmal. Also unser Pfarrer ist nicht liebesfeindlich. Er ist sehr sehr nett sogar und hat uns schon viel geholfen, aber was mich und meine Freundin betrifft waren seine Worte : "Gott will diese Verbindung nicht, denn vor Gott bleiben Sie mit ihrem (EX)Mann bis das der Tod Sie scheidet verheiratet". Der Wille geht auch von ihr aus nach der Beichte keusch zu leben. Und nach den Geboten würde sie ja vorsätzlich unkeusch und in Sünde leben und damit den Zorn Gottes auf sich ziehen. Es gibt einfach keine Lösung.....

 

es ist zum verrückt werden... aber verlassen mag ich sie auch nicht, denn wir lieben uns wirklich sehr... aber Gott kennt in diesem Punkt seiner Gebote einfach keine Gnade... :-(

 

Ich kann Dir nur sagen, dass heute ein sehr hoher Prozentsatz von Priestern eine solche Antwort wie Du sie von eurem "nichzt liebesfeindlichen Priester zitierst nicht gäbe. Ich weiß, dass vielfach ein geschlechtliche Vereinigung nicht als Sünde angesehen wird, wenn das Paar eine dauerhafte Verbindung anstrebt und dass in vielen Pfarren wiederverheiratete Geschiedene die Kommunion gereicht erhalten

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aber Gott kennt in diesem Punkt seiner Gebote einfach keine Gnade... :-(

 

Ich befürchte eher, dass manche Menschen hier um einiges ungnädiger mit anderen oder auch mit sich selbst sind als Gott!

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ie hat vor acht Jahren katholisch in der Schweiz kirchlich geheiratet, die Ehe ging in die Brüche und sie hat sich scheiden lassen.

Hat sie prüfen lassen, ob eine Annulierung ihrer ersten Ehe in Betracht kommt?

 

Also erstens wird ihr Ex Mann da voll auf die Barrikaden gehen, sie hat auch einen 5 jährigen Sohn und will das Verhältnis nicht überstrapazieren und ehrlich gesagt haben wir im Kirchenrecht keinen wirklichen Grund gefunden um ein Ehenichtigkeitsverfahren anzustreben. Vielleicht ist sie aber auch heute einfach noch nicht soweit dem nachzugeben... wie gesagt es sind weitaus schlimme Dinge in den letzten 5 Monaten passiert, wir sind auch bei einem Pfarrer in Seelsorge und bei diesem legt sie auch die Beichte ab. Ich habe selber nächste Woche dort einen Einzeltermin um mit ihm darüber zu sprechen.

 

Ein einfacher Blick ins Kirchenrecht alleine wird kaum helfen, eine sichere Aussage über die Chancen eines Nichtigkeitsverfahrens zu treffen - und ob die Beratung durch einen "normalen" Pfarrer hier größere Sicherheit bietet, ich wage das einfach mal zu bezweifeln. Dass deine Freundin so weit noch nicht ist, das kann allerdings schon sein.

 

Dennoch rate ich zu einer kirchenrechtlichen Beratung bei jemandem, der sich da auch auskennt. Ob der Vater ihres Kindes mitspielt oder nicht, das ist rein juristisch betrachtet irrelevant, kann aber je nach Klagegrund problematisch werden. Das müßte man sehen.

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ie hat vor acht Jahren katholisch in der Schweiz kirchlich geheiratet, die Ehe ging in die Brüche und sie hat sich scheiden lassen.

Hat sie prüfen lassen, ob eine Annulierung ihrer ersten Ehe in Betracht kommt?

 

Also erstens wird ihr Ex Mann da voll auf die Barrikaden gehen, ...

 

Entschuldige bitte, wenn ich hier einhake: Weiter oben hast Du geschrieben, der Anstoß zur Scheidung sei von ihrem Ex-Mann ausgegangen. Weswegen sollte er also "auf die Barrikaden" gehen, wenn erstmal (am besten von jemandem, der im Kirchenrecht bewandert ist) geprüft wird, ob es Sinn macht, ein Ehenichtigkeitsverfahren einzuleiten? Das tangiert doch die bei der Scheidung getroffenen Vereinbarungen ebensowenig wie den Umgang mit dem gemeinsamen Kind. :unsure:

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ie hat vor acht Jahren katholisch in der Schweiz kirchlich geheiratet, die Ehe ging in die Brüche und sie hat sich scheiden lassen.

Hat sie prüfen lassen, ob eine Annulierung ihrer ersten Ehe in Betracht kommt?

 

Also erstens wird ihr Ex Mann da voll auf die Barrikaden gehen, ...

 

Entschuldige bitte, wenn ich hier einhake: Weiter oben hast Du geschrieben, der Anstoß zur Scheidung sei von ihrem Ex-Mann ausgegangen. Weswegen sollte er also "auf die Barrikaden" gehen, wenn erstmal (am besten von jemandem, der im Kirchenrecht bewandert ist) geprüft wird, ob es Sinn macht, ein Ehenichtigkeitsverfahren einzuleiten? Das tangiert doch die bei der Scheidung getroffenen Vereinbarungen ebensowenig wie den Umgang mit dem gemeinsamen Kind. :unsure:

 

 

Hallo, danke für Deinen Beitrag. Nun es ist einfach so, dass ihr Ex Mann wahrscheinlich genau das Gegenteil von dem sagen wird, was wir als Grund angeben würden. Aber ich denke auch Dein Vorredner hat recht, man muss sich einfach in einer Beratung über Kirchenrecht näher informieren. Aber wie gesagt, momentan zumindest ist das für meine Freundin noch ein ziemlich rotes Tuch. Der Trennungswille ging von ihrem Ex aus, die Scheidung wurde dann einernehmlich über einen Anwalt abgewickelt.

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Ich hatte gerade ein interessantes Telefonat mit eiem katholischen Pfarrer. Marmot hat mich mit seinem ersten und zweiten Beitrag zum Überlegen gebracht. Diese Geschichte mit der liebesfeindlichen Haltung hat mich beschäftigt. Ich habe also dem besagten Pfarrer eben einfach meinen Beitrag vor gelesen und um seine Meinung gebeten und habe auch gesagt was ihr Beichtvater sagte, dass Gott diese Verbindung nicht will und sie bis dass der Tod sie scheidet ihrem (ex) Mann vor Gott gehöre.

 

Zunächst hat er gesagt, dass der Ehebruch besteht auch wenn er gebeichtet wurde. Er wird zwar vergeben, besteht aber fort - getrennt von Tisch und Bett (durch die Trennung kann der Beischlaf nicht vollzogen werden und die Gemeinschaft der Liebe ist gestört). Er sagte weiter: "Wo glauben Sie kommt die Liebe her? Sie kommt von oben, von Gott. Sie ist ein Gottesgeschenk. Wo Liebe ist ist Gott und wo Gott ist ist Liebe. Wenn Sie sich lieben ist Gott mit Ihnen. Hätte Gott diese Liebe wirklich nicht gewollt wäre sie niemals zustande gekommen" Er hat auch gesagt, dass er Paare segnet die in einer Beziehung leben und sich lieben, denn alles was aus Liebe besteht ist immer gut vor Gott und verdient schon aus diesem Grund den Schutz einer Segnung. Und er hat bestätigt, was Mitglied "Der Geist" oben sagte, das wiederverheiratete Geschiedene in vielen katholischen Gemeinden die hl.Kommunion erhalten, denn dann ist die Liebe vor Gott gesegnet. Aber: "Der Ehebruch bleibt natürlich bestehen, aber mit der Segnung der neuen Liebe vor Gott stellt man sich ganz klar auf die Seite Gottes - denn die Liebe kommt durch ihn."

 

Das werde ich meiner Freundin heute abend mal erzählen. Eine andere, aber auch christliche Sichtweise wie ich finde. Was meint ihr?

Edited by Oliver007
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Meine Freundin ist sehr gläubig und nun hat sich die Situation so entwickelt, dass sie am kommenden Montag zur Beichte geht und auch den Ehebruch, bzw. Unkeuschheit beichten wird. Wir lieben uns sehr und möchten auch zusammen bleiben, allerdings hat sie gesagt dass jeglicher Geschlechtsverkehr nach der Beichte zwischen uns und für sie auch überhaupt in ihrem weiteren Leben nicht mehr stattfinden darf und wird, weil sie sich damit gegen Jesus stellt.

 

Warum macht ihr den Ehebruch macht alleine am Geschlechtsverkehr fest? Für mich ist es eine etwas einengende Vorstellung, nur den Sex als Ehebruch zu sehen und nicht auch das gemeinsame Zusammenleben (zumindest ich persönlich würde es meiner Freundin eher verzeihen, wenn sie mich einmal betrügt als wenn sie auf Dauer "keusch" mit einem anderen zusammenlebt).

Was ich damit sagen will: wenn deine Freundin ihre erste gescheiterte Ehe noch nicht ad acta legen kann und deshalb eine neue Beziehung als fortgesetzten "Ehebruch" empfindet, wird ihr wenig helfen, ob das jetzt "keusch" oder "unkeusch" abläuft.

Ein guter Seelsorger wird ihre diesbezüglichen Gewissensbisse anhören und sie nicht nur auf formale kirchenrechtliche Vorschriften verweisen, sondern auch auf das Gewissen des Einzelnen und das pastorale Ermessen der einzelnen Seelsorger.

 

Mehr will ich dazu nicht sagen; das war eigentlich schon zu viel, denn Ferndiagnosen sind auf diesem Feld eher heikel.

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:daumenhoch:

Ich hatte gerade ein interessantes Telefonat mit eiem katholischen Pfarrer. Marmot hat mich mit seinem ersten und zweiten Beitrag zum Überlegen gebracht. Diese Geschichte mit der liebesfeindlichen Haltung hat mich beschäftigt. Ich habe also dem besagten Pfarrer eben einfach meinen Beitrag vor gelesen und um seine Meinung gebeten und habe auch gesagt was ihr Beichtvater sagte, dass Gott diese Verbindung nicht will und sie bis dass der Tod sie scheidet ihrem (ex) Mann vor Gott gehöre.

 

Zunächst hat er gesagt, dass der Ehebruch besteht auch wenn er gebeichtet wurde. Er wird zwar vergeben, besteht aber fort - getrennt von Tisch und Bett (durch die Trennung kann der Beischlaf nicht vollzogen werden und die Gemeinschaft der Liebe ist gestört). Er sagte weiter: "Wo glauben Sie kommt die Liebe her? Sie kommt von oben, von Gott. Sie ist ein Gottesgeschenk. Wo Liebe ist ist Gott und wo Gott ist ist Liebe. Wenn Sie sich lieben ist Gott mit Ihnen. Hätte Gott diese Liebe wirklich nicht gewollt wäre sie niemals zustande gekommen" Er hat auch gesagt, dass er Paare segnet die in einer Beziehung leben und sich lieben, denn alles was aus Liebe besteht ist immer gut vor Gott und verdient schon aus diesem Grund den Schutz einer Segnung. Und er hat bestätigt, was Mitglied "Der Geist" oben sagte, das wiederverheiratete Geschiedene in vielen katholischen Gemeinden die hl.Kommunion erhalten, denn dann ist die Liebe vor Gott gesegnet. Aber: "Der Ehebruch bleibt natürlich bestehen, aber mit der Segnung der neuen Liebe vor Gott stellt man sich ganz klar auf die Seite Gottes - denn die Liebe kommt durch ihn."

 

Das werde ich meiner Freundin heute abend mal erzählen. Eine andere, aber auch christliche Sichtweise wie ich finde. Was meint ihr?

:daumenhoch: :daumenhoch: :daumenhoch:

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Meine Freundin ist sehr gläubig und nun hat sich die Situation so entwickelt, dass sie am kommenden Montag zur Beichte geht und auch den Ehebruch, bzw. Unkeuschheit beichten wird. Wir lieben uns sehr und möchten auch zusammen bleiben, allerdings hat sie gesagt dass jeglicher Geschlechtsverkehr nach der Beichte zwischen uns und für sie auch überhaupt in ihrem weiteren Leben nicht mehr stattfinden darf und wird, weil sie sich damit gegen Jesus stellt.

 

Warum macht ihr den Ehebruch macht alleine am Geschlechtsverkehr fest? Für mich ist es eine etwas einengende Vorstellung, nur den Sex als Ehebruch zu sehen und nicht auch das gemeinsame Zusammenleben (zumindest ich persönlich würde es meiner Freundin eher verzeihen, wenn sie mich einmal betrügt als wenn sie auf Dauer "keusch" mit einem anderen zusammenlebt).

Was ich damit sagen will: wenn deine Freundin ihre erste gescheiterte Ehe noch nicht ad acta legen kann und deshalb eine neue Beziehung als fortgesetzten "Ehebruch" empfindet, wird ihr wenig helfen, ob das jetzt "keusch" oder "unkeusch" abläuft.

Ein guter Seelsorger wird ihre diesbezüglichen Gewissensbisse anhören und sie nicht nur auf formale kirchenrechtliche Vorschriften verweisen, sondern auch auf das Gewissen des Einzelnen und das pastorale Ermessen der einzelnen Seelsorger.

 

Mehr will ich dazu nicht sagen; das war eigentlich schon zu viel, denn Ferndiagnosen sind auf diesem Feld eher heikel.

 

Ich danke Dir für Deinen Beitrag, wie ich weiter oben schon schrieb, habe ich nächste Woche einen Seelsorgetermin. Die Scheidung ist ad acta, es handelt sich ausschliesslich um Glaubensgründe.

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Nun es ist einfach so, dass ihr Ex Mann wahrscheinlich genau das Gegenteil von dem sagen wird, was wir als Grund angeben würden.

Darf ich da mal was zurechtrücken, was mir als ziemlich missverständlich erscheint? Die (jetzt hier ja nur mal angesprochene) Nichtigkeitserklärung der ersten Ehe Deiner Partnerin ist eine Sache, die sie (und nicht Dich) und ihren geschiedenen Mann betrifft. Von daher erscheint mir die Formulierung "was wir als Grund angeben würden" reichlich unbedacht. Du bist in diesem Falle als ihr jetziger Freund zwar randständig mit betroffen, aber was mögliche Anullierungsgründe angeht, bist Du sicher nicht gefragt. Entschuldige bitte, wenn ich das so deutlich zum Ausdruck bringe.

 

Ob ein Ehenichtigkeitsverfahren eine "Lösung" Eures Problems sein könnte, steht dahin - dies wäre zunächst, wie bereits geschrieben wurde, von einem Fachmann zu prüfen. Selbstverständlich ist denkbar, dass Deine Freundin sich derzeit psychisch (noch) nicht in der Lage fühlt, ein solches Verfahren anzugehen. Aber das liegt nun tatsächlich in ihrem Ermessen, ob sie selbst die Prüfung der Möglichkeit ausschlägt oder verzweifelt die Hände ringt und wie Du meint, es gäbe "einfach keine Lösung" für Euch. Ich persönlich kann mir auch schlecht vorstellen, dass ich mir von einem angeblich so netten und freundlichen Pfarrer, ohne dass dieser die kirchenrechtliche Prüfung der Ehenichtigkeit überhaupt angesprochen hat, derart anmaßende Sätze wie den sagen ließe, den Du von ihm zitiert hast: "Gott will diese Verbindung nicht, denn ... " Woher will er denn das wissen? Soweit mir bekannt geworden ist, sind Pfarrer, bei aller Vorsicht, sogar gehalten, Menschen wie Deine Freundin auch auf die Möglichkeit aufmerksam zu machen, dass ihr Problem - vielleicht - mit Hilfe eines Ehenichtigkeitsverfahrens gelöst werden könnte ... In jedem anderen beratenden Beruf würde es jedenfalls als schlimmes Versäumnis betrachtet, wenn man Ratsuchende nicht auf Alternativen aufmerksam machen würde, die sie haben. Und da Pfarrer nur selten über das notwendige kirchenrechtliche Detailwissen verfügen, müssten sie in solchen Fällen von sich aus die Beratung durch einen Fachmann empfehlen, bevor Sie sich zu Sätzen wie "Gott will ... nicht" aufschwingen.

Edited by Julius
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Nun es ist einfach so, dass ihr Ex Mann wahrscheinlich genau das Gegenteil von dem sagen wird, was wir als Grund angeben würden.

Darf ich da mal was zurechtrücken, was mir als ziemlich missverständlich erscheint? Die (jetzt hier ja nur mal angesprochene) Nichtigkeitserklärung der ersten Ehe Deiner Partnerin ist eine Sache, die sie (und nicht Dich) und ihren geschiedenen Mann betrifft. Von daher erscheint mir die Formulierung "was wir als Grund angeben würden" reichlich unbedacht. Du bist in diesem Falle als ihr jetziger Freund zwar randständig mit betroffen, aber was mögliche Anullierungsgründe angeht, bist Du sicher nicht gefragt. Entschuldige bitte, wenn ich das so deutlich zum Ausdruck bringe.

 

Ob ein Ehenichtigkeitsverfahren eine "Lösung" Eures Problems sein könnte, steht dahin - dies wäre zunächst, wie bereits geschrieben wurde, von einem Fachmann zu prüfen. Selbstverständlich ist denkbar, dass Deine Freundin sich derzeit psychisch (noch) nicht in der Lage fühlt, ein solches Verfahren anzugehen. Aber das liegt nun tatsächlich in ihrem Ermessen, ob sie selbst die Prüfung der Möglichkeit ausschlägt oder verzweifelt die Hände ringt und wie Du meint, es gäbe "einfach keine Lösung" für Euch. Ich persönlich kann mir auch schlecht vorstellen, dass ich mir von einem angeblich so netten und freundlichen Pfarrer, ohne dass dieser die kirchenrechtliche Prüfung der Ehenichtigkeit überhaupt angesprochen hat, derart anmaßende Sätze wie den sagen ließe, den Du von ihm zitiert hast: "Gott will diese Verbindung nicht, denn ... " Woher will er denn das wissen? Soweit mir bekannt geworden ist, sind Pfarrer, bei aller Vorsicht, sogar gehalten, Menschen wie Deine Freundin auch auf die Möglichkeit aufmerksam zu machen, dass ihr Problem - vielleicht - mit Hilfe eines Ehenichtigkeitsverfahrens gelöst werden könnte ... In jedem anderen beratenden Beruf würde es jedenfalls als schlimmes Versäumnis betrachtet, wenn man Ratsuchende nicht auf Alternativen aufmerksam machen würde, die sie haben. Und da Pfarrer nur selten über das notwendige kirchenrechtliche Detailwissen verfügen, müssten sie in solchen Fällen von sich aus die Beratung durch einen Fachmann empfehlen, bevor Sie sich zu Sätzen wie "Gott will ... nicht" aufschwingen.

 

Zunächst mal danke für Deinen Beitrag. Ja, das "wir" ist sehr unbedacht geschrieben - das liegt daran dass ich einfach so tief in der Sache stecke :unsure: Bei der anderen Sache bin ich voll auf Deiner Seite und Du konntest vielleicht auch meinen neusten Poste lesen, nach dem Telefonat mit einem kath. Pfarrer. Es scheint also auch innehalb der kath. Kirche verschiedene Sichtweisen zu geben was Sünde ist und was Liebe.

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ie hat vor acht Jahren katholisch in der Schweiz kirchlich geheiratet, die Ehe ging in die Brüche und sie hat sich scheiden lassen.

Hat sie prüfen lassen, ob eine Annulierung ihrer ersten Ehe in Betracht kommt?

 

Denke ich auch...das ist wie ein echter Neuanfang....

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Boah... ey echt kompliziert. Jetzt habe ich gerade meiner Freundin von dem Telefonat erzählt. Für sie gibt es keine neuen Erkenntnisse, da ich das Thema mit dem Beischlaf nicht konkret besprochen habe. Für mich hat es in dem Gespräch keine negativen Äußerungen dazu gegeben von des Pfarrers Seite aus. Ich meine wenn ich von Pertnerschaft, Liebe und Bindung rede denke ich weiß ein Pfarrer doch auch, das es nicht nur um Händchen halten geht.

 

Ihre Antwort war halt, sie geht am Montag beichten und sie darf in unserer Beziehung danach wissentlich keine Sünde mehr begehen, also Ehebruch - die eine Todsünde darstellt.

 

Sie sagte Gott wird uns zeigen ob diese Bindung richtig war oder in der Zukunft richtig sein wird, Gott wird das entscheiden und nicht wir. Da gebe ich ihr ja auch recht insoweit, aber wenn sie es so sieht.... ist dann nicht unsere Beziehung an sich schon Ehebruch?

 

Bitte um Statements, danke Euch!

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@ Marmot

 

Hallo erstmal. Also unser Pfarrer ist nicht liebesfeindlich. Er ist sehr sehr nett sogar und hat uns schon viel geholfen, aber was mich und meine Freundin betrifft waren seine Worte : "Gott will diese Verbindung nicht, denn vor Gott bleiben Sie mit ihrem (EX)Mann bis das der Tod Sie scheidet verheiratet". Der Wille geht auch von ihr aus nach der Beichte keusch zu leben. Und nach den Geboten würde sie ja vorsätzlich unkeusch und in Sünde leben und damit den Zorn Gottes auf sich ziehen. Es gibt einfach keine Lösung.....

 

es ist zum verrückt werden... aber verlassen mag ich sie auch nicht, denn wir lieben uns wirklich sehr... aber Gott kennt in diesem Punkt seiner Gebote einfach keine Gnade... :-(

Lieber Oliver,

 

Du sagst der Pfarrer habe gesagt "Gott will diese Verbindung nicht" - weil sie eben im Sakrament der Ehe damals vor Gott ihrem Ehemenan ewige Treue versprochen hat. So ernst solch ein Versprechen, zumal vor Gott, genommen werden soll - kann ein liebender Gott irgendeine Verbindung, die in aufrichtiger Liebe geschieht, nicht wollen?

 

Ich kann Dir nur mit solch einer Frage antworten. Ich weiß nicht, was Gott will. Ich glaube auch nicht, dass der Pfarrer mit Bestimmtheit weiß, was Gott will. Es gibt dieses Kirchenrecht, nach dem es keine Scheidung, keine zweite Ehe neben der ersten und schon gar keinen Sex außerhalb der Ehe geben darf. Und dann gibt es diesen Glauben an einen barmherzigen Gott. Und übrigens kirchlicherseits die Aufforderung, letztlich nach dem eigenen Gewissen zu entscheiden - zu wenig wird gerade in Fragen katholischer Moral hieran erinnert.

 

Und somit bleibt es eine Gewissensfrage zwischen Dir bzw. Deiner Geliebten und Gott. Ich habe großen Respekt vor Menschen, die ihr heiliges Versprechen sehr ernst nehmen. Die meisten sündigen, beichten und versprechen vor Gott Besserung, und sündigen doch wieder, und so wandelt man sein Leben lang wie in einem Labyrinth und ist mal Gott nahe, dann wieder ferner, dann wieder nahe. Wir wurden in eine Welt geworfen, die so ist; nicht dass wir keine Schuld hätten, wenn wir uns entfernen, aber es wird uns verdammt nochmal auch nicht leicht gemacht.

 

Ist es sinnvoll, aus ernsthafter Liebe für Gott auf körperliche Erfüllung in der Liebe zu verzichten? - Ich meine wenn, dann nur aus diesem einzigen Grund, und nur mit Gottes antwortender Liebe wird es gelingen. Nicht gelingen würde es, wenn Ihr darunter auf Dauer nur leidet.

 

Noch eine Frage, die mir in den Sinn kommt: Wenn Ihr ansonsten in Liebe zusammenlebt, einander zuhört, miteinander esst, auf Reisen geht etc. pp., wieviel weniger widerspricht das ihrem Eheversprechen als wenn Ihr Sex hättet?

 

Ich persönlich glaube an einen barmherzigen Gott. Ich glaube, dass er möchte, dass die Liebe fließt. Wer durch eine zölibatäre Lebensweise die Möglichkeit hat, die Liebe mehr fließen zu lassen, tut recht. Wenn einer durch diese Lebensweise aber eine Mauer aufbaut oder einen Deckel auf sein Seelengefäß, so dass der göttliche Fluss unterbrochen wird, wenn man daran irgendwie krank wird und die Umwelt vielleicht mit, dann ist diese Lebensweise allerdings nicht mehr stimmig.

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@ Marmot

 

Hallo erstmal. Also unser Pfarrer ist nicht liebesfeindlich. Er ist sehr sehr nett sogar und hat uns schon viel geholfen, aber was mich und meine Freundin betrifft waren seine Worte : "Gott will diese Verbindung nicht, denn vor Gott bleiben Sie mit ihrem (EX)Mann bis das der Tod Sie scheidet verheiratet". Der Wille geht auch von ihr aus nach der Beichte keusch zu leben. Und nach den Geboten würde sie ja vorsätzlich unkeusch und in Sünde leben und damit den Zorn Gottes auf sich ziehen. Es gibt einfach keine Lösung.....

 

es ist zum verrückt werden... aber verlassen mag ich sie auch nicht, denn wir lieben uns wirklich sehr... aber Gott kennt in diesem Punkt seiner Gebote einfach keine Gnade... :-(

Lieber Oliver,

 

Du sagst der Pfarrer habe gesagt "Gott will diese Verbindung nicht" - weil sie eben im Sakrament der Ehe damals vor Gott ihrem Ehemenan ewige Treue versprochen hat. So ernst solch ein Versprechen, zumal vor Gott, genommen werden soll - kann ein liebender Gott irgendeine Verbindung, die in aufrichtiger Liebe geschieht, nicht wollen?

 

Ich kann Dir nur mit solch einer Frage antworten. Ich weiß nicht, was Gott will. Ich glaube auch nicht, dass der Pfarrer mit Bestimmtheit weiß, was Gott will. Es gibt dieses Kirchenrecht, nach dem es keine Scheidung, keine zweite Ehe neben der ersten und schon gar keinen Sex außerhalb der Ehe geben darf. Und dann gibt es diesen Glauben an einen barmherzigen Gott. Und übrigens kirchlicherseits die Aufforderung, letztlich nach dem eigenen Gewissen zu entscheiden - zu wenig wird gerade in Fragen katholischer Moral hieran erinnert.

 

Und somit bleibt es eine Gewissensfrage zwischen Dir bzw. Deiner Geliebten und Gott. Ich habe großen Respekt vor Menschen, die ihr heiliges Versprechen sehr ernst nehmen. Die meisten sündigen, beichten und versprechen vor Gott Besserung, und sündigen doch wieder, und so wandelt man sein Leben lang wie in einem Labyrinth und ist mal Gott nahe, dann wieder ferner, dann wieder nahe. Wir wurden in eine Welt geworfen, die so ist; nicht dass wir keine Schuld hätten, wenn wir uns entfernen, aber es wird uns verdammt nochmal auch nicht leicht gemacht.

 

Ist es sinnvoll, aus ernsthafter Liebe für Gott auf körperliche Erfüllung in der Liebe zu verzichten? - Ich meine wenn, dann nur aus diesem einzigen Grund, und nur mit Gottes antwortender Liebe wird es gelingen. Nicht gelingen würde es, wenn Ihr darunter auf Dauer nur leidet.

 

Noch eine Frage, die mir in den Sinn kommt: Wenn Ihr ansonsten in Liebe zusammenlebt, einander zuhört, miteinander esst, auf Reisen geht etc. pp., wieviel weniger widerspricht das ihrem Eheversprechen als wenn Ihr Sex hättet?

 

Ich persönlich glaube an einen barmherzigen Gott. Ich glaube, dass er möchte, dass die Liebe fließt. Wer durch eine zölibatäre Lebensweise die Möglichkeit hat, die Liebe mehr fließen zu lassen, tut recht. Wenn einer durch diese Lebensweise aber eine Mauer aufbaut oder einen Deckel auf sein Seelengefäß, so dass der göttliche Fluss unterbrochen wird, wenn man daran irgendwie krank wird und die Umwelt vielleicht mit, dann ist diese Lebensweise allerdings nicht mehr stimmig.

 

Liebe Schatzsucherin,

 

so etwas schönes und liebevolles hat gerade sehr gut getan und ich konnte meine Tränen nicht zurückhalten. Du hast mir gerade aus meiner Seele gesprochen, dies hätte auch von mir stammen können... ich bin noch ganz aufgelöst. Es ist einfach so kompliziert, wir sind ja jetzt auch noch nicht solange zusammen, dass ich sagen könnte: OK, nach 10 Jahren wär eh ein wenig die Luft raus. Ich muss dazu sagen, ich bin 15 Jahre älter als sie, aber ich hatte echt den Traum sie mal zu heiraten und ich hätte mir wirklich ein Kind von ihr gewünscht... und das zum ersten Mal in meinem Leben, ich bin 43.

Sie wird auch zunehmend aggressiv wenn dieses Thema von mir kommt, sie wird nichts ändern was das angeht. Vielleicht sollte ich einfach mal eine Weile Ruhe geben und in 4 oder 6 Wochen nochmal Kontakt mit einem kath. Pfarrer zu diesem Thema aufnehmen, der nicht ihr Beichtvater ist.

Ich danke Dir sehr für Deinen Beitrag!

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Ich hatte gerade ein interessantes Telefonat mit eiem katholischen Pfarrer. Marmot hat mich mit seinem ersten und zweiten Beitrag zum Überlegen gebracht. Diese Geschichte mit der liebesfeindlichen Haltung hat mich beschäftigt. Ich habe also dem besagten Pfarrer eben einfach meinen Beitrag vor gelesen und um seine Meinung gebeten und habe auch gesagt was ihr Beichtvater sagte, dass Gott diese Verbindung nicht will und sie bis dass der Tod sie scheidet ihrem (ex) Mann vor Gott gehöre.

 

Zunächst hat er gesagt, dass der Ehebruch besteht auch wenn er gebeichtet wurde. Er wird zwar vergeben, besteht aber fort - getrennt von Tisch und Bett (durch die Trennung kann der Beischlaf nicht vollzogen werden und die Gemeinschaft der Liebe ist gestört). Er sagte weiter: "Wo glauben Sie kommt die Liebe her? Sie kommt von oben, von Gott. Sie ist ein Gottesgeschenk. Wo Liebe ist ist Gott und wo Gott ist ist Liebe. Wenn Sie sich lieben ist Gott mit Ihnen. Hätte Gott diese Liebe wirklich nicht gewollt wäre sie niemals zustande gekommen" Er hat auch gesagt, dass er Paare segnet die in einer Beziehung leben und sich lieben, denn alles was aus Liebe besteht ist immer gut vor Gott und verdient schon aus diesem Grund den Schutz einer Segnung. Und er hat bestätigt, was Mitglied "Der Geist" oben sagte, das wiederverheiratete Geschiedene in vielen katholischen Gemeinden die hl.Kommunion erhalten, denn dann ist die Liebe vor Gott gesegnet. Aber: "Der Ehebruch bleibt natürlich bestehen, aber mit der Segnung der neuen Liebe vor Gott stellt man sich ganz klar auf die Seite Gottes - denn die Liebe kommt durch ihn."

 

Das werde ich meiner Freundin heute abend mal erzählen. Eine andere, aber auch christliche Sichtweise wie ich finde. Was meint ihr?

Ich meine: guter Mann! :) Da kommt doch endlich wieder die frohe Botschaft durch! In genau diesem Sinn kann "Liebe keine Sünde sein". Auch wenn der Ehebruch weiter fortbesteht. Durch diese Worte eines Pfarrers wird klar, dass das Trennungsgeschehen abseits von dem Liebesgeschehen betrachtet werden kann, und dass das kein fauler Trick ist. Anders gesagt, wenn man das nicht trennen würde, dann müsste man an einen gnadenlosen Gott glauben. Natürlich glauben wir Katholiken letztlich, dass es ums Ganze geht, die Dinge nie ganz voneinander trennbar sind. Da ist nun beides: Sünde und Liebe, Ihr legt beides vertrauensvoll in Gottes Hand. Denn damit könnt Ihr gar nicht allein fertig werden. Das verlangt niemand, auch Gott nicht.

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Sie sagte : Es gibt keine Lösung! Das ich ihr die Infos alle nahe gebracht habe fand sie gut, aber sie beharrt auf den Ehebruch als Todsünde solange sie lebt und vor Gott mit ihrem (ex)Mann verheiratet ist. Ich denke leider auf Dauer, dass ich damit so nicht umgehen kann.

 

Und nochmal die Frage an alle: Ist denn alleine die Beziehung zu mir nicht schon Ehebruch?

Edited by Oliver007
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Sie sagte Gott wird uns zeigen ob diese Bindung richtig war oder in der Zukunft richtig sein wird, Gott wird das entscheiden und nicht wir. Da gebe ich ihr ja auch recht insoweit, aber wenn sie es so sieht.... ist dann nicht unsere Beziehung an sich schon Ehebruch?

 

Bitte um Statements, danke Euch!

Lieber Oliver,

 

chrk hat es ja schon ausgedrückt, und ich auch: Der Ehebruch macht sich nicht allein an der Frage fest, mit wem man Sex hat. Ich meine, der Ehebruch besteht allein schon durch die Tatsache der Scheidung. Das ist ein Bruch in der Ehe. Und weit vorher schon, wenn man gestritten und sich auseianndergelebt hat. Jetzt könnte man sagen, schlimm genug, man muss ja nicht auch noch weiteres an Brüchen draufhäufen, Du nicht das Deinige dazu tun oder sie eben die Trennung durch eine neue Beziehung verstärken. Aber wenn Du mich fragst, aufrichtige Liebe kann einfach keine Sünde sein. Dieser Wunsch mit dem geliebten Menschen eins zu sein, kann keine Sünde sein. Von Gott selbst, sagt Meister Eckhart, könne man nichts Höheres sagen als dass er eins sei. Nun also dieses Geschenk der Liebe. Das kann man doch nicht ablehnen. Deswegen meine ich, ihr solltet Eure Verbindung ganz grundsätzlich nicht als sündhaft ansehen. Das kann nicht Sünde sein, meine ich. Anderes schon, aber das nicht.

 

Ich wünsche Euch beiden ganz viel Kraft und Gottes Segen!

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