Aleachim

Historische vs. psychologische Bibelauslegung

635 Beiträge in diesem Thema

War Marcus Caelius verheiratet? Was hat er gedacht und geglaubt? Hatte er Freunde? Hatte er Kinder? 

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vor 2 Minuten schrieb nannyogg57:

War Marcus Caelius verheiratet? Was hat er gedacht und geglaubt? Hatte er Freunde? Hatte er Kinder? 

 

Er war Centurio der XVIII. Legion, die im Krieg des Varus im Jahr 9 n.u.Z. vernichtet wurde und deren Legionsadler 41 n.u.Z. zurückerobert wurde. Er hatte zumindest einen Bruder, der den Grabstein hat anfertigen lassen, und zwei Freigelassene. Das sind Fakten (schon deshalb, weil es keinen Grund gibt, sie zu verfälschen). Den Rest kennen wir nicht. Nicht mehr, nicht weniger.

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Wusstest du, dass Jesus auch einen Bruder hatte? Quellen: Josephus Flavius, Paulus, Lukas.

 

Wenn es Jesus nicht gab, war Jakobus ein Einzelkind. Oder er hatte zwei Brüder, die Jesus waren.

 

"Ich bin Brian und meine Frau ist auch Brian!"

 

Ok, das war jetzt unseriös.

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vor 26 Minuten schrieb nannyogg57:

Nicht nach ihm zu fragen nach den Methoden der Geschichtswissenschaft ist praktizierter Doketismus.

 

 

Das sehe ich entschieden anders. Doketismus wäre die menschliche Natur Christi bzw. seine physische Menschlichkeit (siehe Scheinleib) zu leugnen. Tut man das, wenn man den Christus der Evangelien als identisch mit der historischen Person Jesu betrachtet? Ich denke nicht. Denn der reine Befund des NT, ohne historische Forschung, stellt uns klar vor Augen, dass Christus solange er auf Erden lebte, menschlichen Konditionen ausgesetzt war (er schläft, er isst und trinkt, er weint) und zugleich göttliche Macht besaß (er heilt, er wird verklärt, er prophezeit, er ersteht von den Toten auf). Menschheit und Gottheit Christi werden in der Schrift bereits perfekt ausgedrückt. In Einklang mit den späteren christologischen Dogmen der alten Kirche.

 

Bedenklicher finde ich da, wie ich bereits zuvor erwähnte, den Versuch die rein menschliche Komponente Christi in der Person eines Jesus von Nazareth gegen den Sinn der Schrift und mit inadäquaten Methoden herauszudestilieren.

 

Gegenläufige Ansätze, die meiner Auffassung nach besser mit der kirchlichen Doktrin harmonieren, sind das Jesus-Buch Benedikt XVI. und einige Arbeiten des Exegeten Klaus Berger.

 

Saluti cordiali, 

Studiosus. 

bearbeitet von Studiosus

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vor 4 Minuten schrieb nannyogg57:

Ok, das war jetzt unseriös.

 

Ja. :D

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Ihr wisst ja, ich kann nicht aus meiner Haut:

 

Der "Herrenbruder" Jakobus war kein Bruder Christi im leiblichen Sinne. Sondern, gemäß hebräischer Sprachkonventionen, wohl eher vergleichbar mit einer Art Vetter oder weiterer Sippschaft.

 

Und auch kein Kind Mariens, die, wie wir ja wissen, Jungfrau war vor, während und nach Christi Geburt.

 

Saluti cordiali, 

Studiosus. 

bearbeitet von Studiosus

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vor 7 Stunden schrieb nannyogg57:

Ich bewundere deine Konsequenz, gleich mehrere Jesus zu postulieren. Immerhin gibt es ja noch die These, es hätte gar keinen Jesus gegeben. Ohne Frage ist die Position, es hätte einen Jesus gegeben, um den sich verschiedene Wundergeschichten, auch nach dem literarischen Vorbild der Antike angelagert hätten, einfach komplett unseriös. Mindestens zwei oder gar keiner.

 

Ehrlich gesagt: Ich bin der Schweinegeschichte gegenüber durchaus skeptisch, besonders, da die Anzahl der Tiere überliefert ist, aber die Anzahl der Besessenen je nach Evangelium (bei Mk einer, bei Mt zwei, bei Lk fehlt die Perikope, da Lk alle Geschichten im heidnischen Umland rauslässt, Joh bringt sie auch nicht) unterschiedlich ist.

 

Ich habe de Eindruck, mir ist es nicht gelungen, Dir den Kerngedanken meiner These zu vermitteln. Nur von einem Jesus, die ich erwähnte, wird berichtet, er habe Anhänger um sich geschart. Nehme mal an, das ist "der" Jesus. Wenn Du es so interpretieren willst, der eine Kristallisationspunkt. Nur ist genauso anzunehmen, wie man es auch heute beobachten kann, Jünger berichten nicht "objektiv" über ihren Sekten-Guru. Da wird geschönt, überbetont und vielleicht auch Sachen dazu gedichtet. Was ist eigentlich Dein Punkt, warum  es Dir so völlig unmöglich erscheint, dass in Laufe von 50 Jahren die mündlicher Erzählung über Jesus auch mit Handlungen andere Menschen - die gleichfalls Jesus benannt wurden und im geographisch gleichen Gebiet zur gleichen Zeit lebten - aufgepeppt worden sind? Wenn Du akzeptierst einen Jesus angereichert mit Wundergeschichten aus der antiken Literatur, warum ist dann einen Jesus angereichert mit dem Handeln anderen, zeitgleich lebender Jesusse für Dich völlig absurd? Ich verstehe wirklich nicht Deine fundamentale Kritik an diesem Gedanken. Wunderheiler und Wandermagier gab es damals nun wirklich nicht selten.

 

Die These von mir kann man auf die triviale Frage kondensieren: Ist Markus zu 100% eine Erzählung über "den" Jesus oder nur zum Beispiel nur zu 25% und der Rest sind Handlungen von anderen Leute oder antike Sagen oder völlig sich vom Markus-Autor aus den Fingern gesaugt? 

 

DonGato. 

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Aber mal ganz ernsthaft: Dass Jesus Brüder hatte ist ausgeschlossen. Denn er war ja, da sind wir uns hoffentlich einig, n i c h t  das Kind Marias und Josephs. Sondern vom Heiligen Geist empfangen. Joseph ist somit nicht der leibliche Vater Jesu, sondern der Nährvater. Und selbst wenn wir die immerwährende Jungfräulichkeit Mariens für einen Moment beiseite lassen (was wir nicht tun sollten) und annehmen nach Jesus hätte Maria weitere Kinder geboren, so kommen wir doch nur höchstens zu Halbgeschwistern (da unterschiedliche Väter).

 

Oder sieht das tatsächlich jemand anders?

 

Saluti cordiali, 

Studiosus. 

bearbeitet von Studiosus

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vor 3 Stunden schrieb Marcellinus:

Nein, Historiker nennen das einfach Tatsachen. ZB. ist dieser Grabstein ist eine Tatsache. Die Überreste aus der Schlacht am Harzhorn sind Tatsachen, die übrigens eine hübsche Theorien über die Varus-Schlacht ins Reich der Mythen verwiesen haben. Jede Quelle ist erst einmal ein Tatsache. Was diese Tatsache über einen bestimmten historischen Zusammenhang aussagt, das sind Modelle, Theorien, manchmal auch nur Hypothesen. Den Rest lernt man im historischen Grundstudium unter Quellenkunde.

 

 

Ok, damit kann ich etwas anfangen. Belastbare 'Tatsachen' sind so Sachen wie Gräber oder ähnliches. Also so eine Art 'Videobeweis'.

 

Berichte von Historiker und anderen Personen aus dem schreibenden Volk hingegen nicht. Deren Schriften sind also keine geschichtswissenschaftlich relevanten Tatsachen.

 

Habe ich das richtig verstanden?

 

Das bedeutet, die meisten Menschen sind geschichtswissenschaftlich nicht nachweisbar. Und da von Jesus zwar ein Grab überliefert ist, es aber keine Inschrift gibt, auch er nicht. Das gilt dann auch für Leonidas und ähnliche Gestalten, von denen uns Geschichtslehrer also irrtümlich als Fakten berichten. Wird meinem Schwiegersohn nicht gefallen. (Weil sein Rückentatoo ist auch keine geschichtswissenschaftliche Tatsache :-) )

 

 

bearbeitet von Higgs Boson

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vor 48 Minuten schrieb Studiosus:

Aber mal ganz ernsthaft: Dass Jesus Brüder hatte ist ausgeschlossen. Denn er war ja, da sind wir uns hoffentlich einig, n i c h t  das Kind Marias und Josephs. Sondern vom Heiligen Geist empfangen. Joseph ist somit nicht der leibliche Vater Jesu, sondern der Nährvater. Und selbst wenn wir die immerwährende Jungfräulichkeit Mariens für einen Moment beiseite lassen (was wir nicht tun sollten) und annehmen nach Jesus hätte Maria weitere Kinder geboren, so kommen wir doch nur höchstens zu Halbgeschwistern (da unterschiedliche Väter).

 

Oder sieht das tatsächlich jemand anders?

 

Ganz ernsthaft, Halbgeschwister wäre für mich ein möglicher Kompromiss

bearbeitet von Higgs Boson

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