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Synodaler Weg - schon versperrt?


Jan_Duever

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vor 2 Minuten schrieb Chrysologus:

Man könnte zumindest für Priester die Beschneidung wieder einführen als von Gott angeordnetes Gebot.

 

Auf diese abwegige Idee könnte man in der Tat kommen, wenn man noch in den Schemata des Alten Bundes dächte, also gleichsam unter dem Gesetz stünde. Doch ist dieses Argument in etwa so stimmig wie der Verweis auf Mischgewebe und Krebstiere, der eher von Atheisten kommt, denen ich diese Differenzierungsfähigkeit in theologischen Fragen nicht unterstellen will. 

 

Um es kurz zu machen: In Christus ist das Gesetz nicht aufgehoben, aber erfüllt. Was heißt, dass Bestimmungen derart, auf die Du anspielst, für die Kirche keine Bedeutung haben, zumal sie in apostolischer Autorität - ein nicht unwesentlicher Unterschied zu irgendwelchen Laieninitiativen, derogiert wurden.

 

 

Saluti cordiali, 

Studiosus. 

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vor 1 Minute schrieb Studiosus:

zumal sie in apostolischer Autorität - ein nicht unwesentlicher Unterschied zu irgendwelchen Laieninitiativen, derogiert wurden.

Oh bitte. Als ob die Apostolische Autorität immer so konsistent und vorallem so unabhängig vom Einfluss der Laien war.

 

Die Rolle der Kaiser der Antike in Ost und West dürfte Dir geläufig sein.

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vor 48 Minuten schrieb Studiosus:

Vielleicht sollte man nicht überall auf die Landessprache pochen und dagegen lieber die noch von Sacrosanctum Concilium beschworene Hochschätzung des Lateinischen zur Geltung bringen? Dann verstehen wenigstens alle gleich viel oder wenig und die Nicht-Muttersprachler müssten sich keinen Knoten in die Zunge machen.

Hast Du mal Amerikanern zugehört, wenn sie versuchen, Latein zu sprechen?

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vor 7 Minuten schrieb Flo77:

Oh bitte. Als ob die Apostolische Autorität immer so konsistent und vorallem so unabhängig vom Einfluss der Laien war.

 

Die Rolle der Kaiser der Antike in Ost und West dürfte Dir geläufig sein.

 

Ist sie. Doch ging es hier um jüdische Sitten und Gebote des Alten Bundes und deren Aussetzung zur Zeit Pauli bzw. des Apostelkonvents, ca. 49 n. Chr. 

 

Da spielten die besagten Kaiser (noch) keine kirchenpolitische Rolle, es sei denn als Feindbilder.

 

 

Saluti cordiali, 

Studiosus. 

bearbeitet von Studiosus
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vor 3 Stunden schrieb duesi:

Okay. Danke.

 

Das ganze beruht biblisch auf 2 Petrus 1,3 f. (Hervorhebung von mir).


 

Zitat

 

3 Alles, was für unser Leben und unsere Frömmigkeit gut ist, hat seine göttliche Macht uns geschenkt; sie hat uns den erkennen lassen, der uns durch seine Herrlichkeit und Kraft berufen hat.

4 Durch sie sind uns die kostbaren und überaus großen Verheißungen geschenkt, damit ihr durch diese Anteil an der göttlichen Natur erhaltet und dem Verderben entflieht, das durch die Begierde in der Welt herrscht.

 

 

Diese Teilhabe ist eine Unio mystica mit den - in der Orthodoxie so genannten und dort dogmatisch fixierten - "Göttlichen Energien", die wirklich erfahrbar sind, auch göttlichen Ursprunges sind, ohne am Wesen Gottes teilzuhaben.

 

Bei Wikipedia findet man die kernaussagen des sog. "Palamismus".

 

Der Weg dort hin ist einer des Hesychasmus, die bekannteste Gebetspraxis ist die des Herzensgebets.

 

Im Westen (also bei uns) ist diesbezüglich nichts dogmatisiert worden, was diese Ansichten natürlich nichts falsch macht. Doch wir gehen nicht davon aus, daß dies endgültig offenbart wurde. Ich denke - persönlich - daß insbesondere die Göttlichkeit der Energien kritisch gesehen wird, weil gleichzeitig behauptet wird, sie seien nicht eines Wesens mit Gott. Letztlich ist es wie so oft, wenn es um den Wesen Gottes geht, ein Beispiel für die Aussage des IV. Laterankonzils: „Zwischen Schöpfer und Geschöpf läßt sich keine so große Ähnlichkeit feststellen, dass zwischen ihnen nicht noch eine größere Unähnlichkeit festzustellen wäre.“ Hier zeigt es sich vor allem sprachlich.

 

Die Erfahrungen der Mönche des Ostens bedurften einer sprachlichen Beschreibung in Einklang mit der kirchlichen Tradition, gleichzeitig sprengen sie die exakte Beschreibbarkeit.

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vor 4 Stunden schrieb Franziskaner:

Vielleicht wäre es eine Lösung, die gesamten Strukturen kirchlicher Sozialfürsorge (vom Kindergarten bis zum Seniorenheim) in Stiftungen zu überführen, die nicht den Bischöfen unterstellt sind.

 

Eine sehr gute Idee.

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vor 1 Stunde schrieb Flo77:

Das ist kein Martyrium sondern die Vermeidung desselbigen.

 

Exakt. Ein orthodoxer Priester erklärte mir, der Grund für die Krone bei der byzantinischen Trauliturgie sei genau das: das Martyrium.

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vor 1 Stunde schrieb nannyogg57:

Der Laie vor Ort soll wohl dem Ungläubigen vermitteln, dass Frauen als Priester wirklich nicht gehen, Diakoninnen auch nicht, dass die Sache mit dem Missbrauch jetzt bei den Klerikern in guten Händen ist, dass Priester im Zölibat grundsätzlich Verheirateten vorzuziehen seien und so weiter und so fort.

 

Nö, das soll der Laie alles nicht. Es geht tatsächlich nur um Jesus, ausschließlich. Von dem sollen wir erzählen (wenn's paßt, was es selten tut). Und den finde ich leibhaftig dort, wo Frauen keine Priester werden können - doch diese Aussage ist für den Anfang viel zu viel. Bekehren können wir eh nicht (GottSeiDank!!)

 

Benedikt XVI. hat bei einem Treffen mit Mißbrauchsopfern bei einem der Opfer erleichtert reagiert, daß dieser zu Freikirchen gewechselt hat - denn er habe den Herrn nicht verloren. Um Ihn geht es primär und vor allem und allen anderen.

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vor einer Stunde schrieb Franziskaner:

 

Ich verstehe Deine ganze Argumentation nicht, und zwar wirklich von Grund auf nicht. Die Zukunft der Kirche ist mir zunächst einmal nicht wichtig. Ich muss da nichts verändern, ich muss da nicht wichtig genommen werden. Ich gehe da hin, um den Leib und das Blut Christi zu empfangen, das Evangelium zu hören (und vielleicht noch eine gute Auslegung dazu) und gemeinsam zu beten.

 

Ansonsten versuche ich, das Evangelium in meinen Alltag zu übertragen, so gut es eben geht. Und gelegentlich entstehen da auch Gespräche über persönliche Glaubenshaltungen daraus. (Gespräche über kirchenpolitische Themen mit Nichkatholiken führe ich grundsätzlich nicht.) Da ist dann kein Kleriker dabei, und das wird auch von keinem Kleriker bewertet, auch nicht über einen internalisierten Zensor.

 

Mir hat überhaupt noch nie in meinem Leben ein Priester eine Anweisung gegeben; und ich habe auch nicht vor, daran irgend etwas zu ändern. Das Machtproblem existiert nur für Nichtgeweihte, die von der Kirchenleitung ein Gehalt beziehen möchten und dann natürlich in Anweisungsstrukturen eingebunden sind. Wie alle Menschen, die einen bezahlten Beruf ausüben.

Ja, das kannst du machen und auch nicht verstehen, wenn du willst.

 

Aber ich bin nun mal in der Verkündigung tätig und kann es mir nicht so einfach machen.

 

Tatsächlich bekomme ich auch Anweisungen von Klerikern, vulgo meinem Pfarrer. Da ich komplett unideologisch diesem grundvernünftigen Menschen vertraue und er mir, ist das derzeit kein Problem. Aber meine Kirchlichkeit erschöpft sich halt nicht darin, die Sakramente zu empfangen und gelegentlich per Zufall mit jemanden über Glauben ins Gespräch zu kommen.

 

Und dann hast du mich auch noch an meiner Achillesferse erwischt: Die Zukunft der Kirche ist mir wichtig.

 

Dir nicht. Schön für dich.

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vor einer Stunde schrieb laura:

 

Was du noch vergessen hast: Seine geistliche Nahrung erhält der Laie in der sonntäglichen Eucharistiefeier, die vom indischen Priester zelebriert wird, der kein Deutsch kann und  eine Predigt abliest, die der Mesner aus dem  Internet gezogen hat. Oder alternativ ein Pensionär, der sich kaum noch auf den Beinen halten kann und dessen Sprache leider auch vom hohen Alter gezeichnet ist. Beide stehen auch für die regelmäßige Beichte zur Verfügung.

Und in seinem Büro und an der Werkbank  erklärt der Laie dann  noch dem Kollegen, die völlig entsetzt von der Beerdigung der eigenen Mutter durch eben den Inder oder den Pensionär oder ... sind, dass es überhaupt nicht darauf ankommt, dass man irgendetwas versteht, sondern nur um das Sakrament.

 

Halleluja

 

Die Hl. Schrift gibt's für den Preis einer Pizza. Wer - wie die meisten - im Netz recherchiert, bevor er ein Handy oder andere technische Geräte kauft, soll sich nicht selbst so infantilisieren und meine, er müsse jetzt vom Priester geistig gefüttert werden und dessen Brei schmeckt nicht so. Das ist armselig.

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vor 2 Minuten schrieb rorro:

 

Nö, das soll der Laie alles nicht. Es geht tatsächlich nur um Jesus, ausschließlich. Von dem sollen wir erzählen (wenn's paßt, was es selten tut). Und den finde ich leibhaftig dort, wo Frauen keine Priester werden können - doch diese Aussage ist für den Anfang viel zu viel. Bekehren können wir eh nicht (GottSeiDank!!)

 

Benedikt XVI. hat bei einem Treffen mit Mißbrauchsopfern bei einem der Opfer erleichtert reagiert, daß dieser zu Freikirchen gewechselt hat - denn er habe den Herrn nicht verloren. Um Ihn geht es primär und vor allem und allen anderen.

Ja, das mit den Freikirchen ist tatsächlich eine gute Idee. Man hat den ganzen Schlonz nicht mit Klerikerkirche und Missbrauchsgeschichten, Zölibat und Männerwirtschaft und den Jesus trotzdem.

 

Warum gibt es dann die RKK noch?

 

PS: Warnung - Dieser Post kann Polemik enthalten.

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vor 21 Minuten schrieb rorro:

 

Das ganze beruht biblisch auf 2 Petrus 1,3 f. (Hervorhebung von mir).


 

 

Diese Teilhabe ist eine Unio mystica mit den - in der Orthodoxie so genannten und dort dogmatisch fixierten - "Göttlichen Energien", die wirklich erfahrbar sind, auch göttlichen Ursprunges sind, ohne am Wesen Gottes teilzuhaben.

 

Bei Wikipedia findet man die kernaussagen des sog. "Palamismus".

 

Der Weg dort hin ist einer des Hesychasmus, die bekannteste Gebetspraxis ist die des Herzensgebets.

 

Im Westen (also bei uns) ist diesbezüglich nichts dogmatisiert worden, was diese Ansichten natürlich nichts falsch macht. Doch wir gehen nicht davon aus, daß dies endgültig offenbart wurde. Ich denke - persönlich - daß insbesondere die Göttlichkeit der Energien kritisch gesehen wird, weil gleichzeitig behauptet wird, sie seien nicht eines Wesens mit Gott. Letztlich ist es wie so oft, wenn es um den Wesen Gottes geht, ein Beispiel für die Aussage des IV. Laterankonzils: „Zwischen Schöpfer und Geschöpf läßt sich keine so große Ähnlichkeit feststellen, dass zwischen ihnen nicht noch eine größere Unähnlichkeit festzustellen wäre.“ Hier zeigt es sich vor allem sprachlich.

 

Die Erfahrungen der Mönche des Ostens bedurften einer sprachlichen Beschreibung in Einklang mit der kirchlichen Tradition, gleichzeitig sprengen sie die exakte Beschreibbarkeit.

Bei dem, was ich jetzt gelesen habe, finde ich das Sprechen von einem Erfahrungsweg sehr ansprechend (ohne dass ich deswegen jetzt orthodox würde). Da das Christentum eine Offenbarungsreligion ist, lässt sie sich nur bedingt intellektuell durchdringen. Daher kann ich die Argumentation von Palmas gut nachvollziehen, dass der Prophet mehr Zugang zu Gott hat als der Philosoph, weil der Prophet Gott geschaut hat. Ein wenig Schwierigkeiten habe ich mit dem Hesychasmus, nicht, weil ich die Gebetsform ablehne. Sondern weil da so leicht eine Verfügbarkeit Gottes durchschimmert. Tue dies und das und du wirst den "Taborstrahl" sehen! Aber wie ich beispielsweise bei dem katholischen Priester Verlinde gelesen habe, ist Gott nicht verfügbar. Wir können uns im Gebet nach ihm ausstrecken, aber immer noch er entscheidet, wem er sich offenbart und wem er ein Taborerlebnis schenkt. (Sorry fürs Off topic)

bearbeitet von duesi
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vor 1 Minute schrieb rorro:

 

Die Hl. Schrift gibt's für den Preis einer Pizza. Wer - wie die meisten - im Netz recherchiert, bevor er ein Handy oder andere technische Geräte kauft, soll sich nicht selbst so infantilisieren und meine, er müsse jetzt vom Priester geistig gefüttert werden und dessen Brei schmeckt nicht so. Das ist armselig.

Wir ersetzen den Gottesdienst durch Bibellesen am Handy. Entlastet alle.

 

PS: Same. Polemik inbegriffen.

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vor einer Stunde schrieb duesi:

Ja, dem kann ich zustimmen. Manchmal denke ich, dass die Spaltung mit der Orthodoxie dadurch begründet ist, dass bei denen zu viel Gott Vater und bei uns zu viel Gott Sohn betont wird. Bei denen zu viel Jesus Gott und bei uns zu viel Jesus Mensch. Was sich auch praktisch in den Heiligenviten zeigt. Bei uns Menschen mit Dienst am Nächsten bis zur Selbstaufgabe ohne Barmherzigkeit gegen sich selbst. Und bei den Orthodoxen Menschen mit völliger Weltvergessenheit, die irgendwie ständig einen Meter über dem Boden schweben. Ob das je überwunden werden kann?

 

Ich sehe da derzeit keine Möglichkeit zur Überwindung. Vor allen sieht die Orthodoxie (Bartholomaios spricht bei weitem nicht für die Mehrheit der Bischöfe) keine Notwendigkeit einer Überwindung.

Auch Karl Christian Felmy in seinem Buch "Einführung in die orthodoxe Theologie der Gegenwart" schreibt, daß im Osten die Göttlichkeit Jesu immer mehr betont worden sei als die Menschlichkeit. Das zeigt sich auch im Alltag. Während es in der katholischen Welt kaum eine Pfarrei ohne irgendeine Form assoziierter Caritas gibt, hat das im Osten Seltenheitswert. Der irdischen Existenz wird - kanpp gesprochen - nicht so eine große Wichtigkeit zugestanden.

bearbeitet von rorro
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vor 16 Minuten schrieb rorro:

 

Exakt. Ein orthodoxer Priester erklärte mir, der Grund für die Krone bei der byzantinischen Trauliturgie sei genau das: das Martyrium.

Dann hat er keine Ahnung, wie wunderbar Ehe ist.

vor 36 Minuten schrieb Studiosus:

Um es kurz zu machen: In Christus ist das Gesetz nicht aufgehoben, aber erfüllt. Was heißt, dass Bestimmungen derart, auf die Du anspielst, für die Kirche keine Bedeutung haben, zumal sie in apostolischer Autorität - ein nicht unwesentlicher Unterschied zu irgendwelchen Laieninitiativen, derogiert wurden.

Eine nette, theologisch gut klingende Ausrede für Anpassung an den Zeitgeist um des Erfolges willen.

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vor 5 Minuten schrieb nannyogg57:

Wir ersetzen den Gottesdienst durch Bibellesen am Handy. Entlastet alle.

 

PS: Same. Polemik inbegriffen.

 

Wer meint, geistliche Nahrung erhalte man nur über die Homilie eines Priesters, verhält sich kindisch. Zumindest 2019.

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vor 9 Minuten schrieb duesi:

Bei dem, was ich jetzt gelesen habe, finde ich das Sprechen von einem Erfahrungsweg sehr ansprechend (ohne dass ich deswegen jetzt orthodox würde). Da das Christentum eine Offenbarungsreligion ist, lässt sie sich nur bedingt intellektuell durchdringen. Daher kann ich die Argumentation von Palmas gut nachvollziehen, dass der Prophet mehr Zugang zu Gott hat als der Philosoph, weil der Prophet Gott geschaut hat. Ein wenig Schwierigkeiten habe ich mit dem Hesychasmus, nicht, weil ich die Gebetsform ablehne. Sondern weil da so leicht eine Verfügbarkeit Gottes durchschimmert. Tue dies und das und du wirst den "Taborstrahl" sehen! Aber wie ich beispielsweise bei dem katholischen Priester Verlinde gelesen habe, ist Gott nicht verfügbar. Wir können uns im Gebet nach ihm ausstrecken, aber immer noch er entscheidet, wem er sich offenbart und wem er ein Taborerlebnis schenkt. (Sorry fürs Off topic)

 

Oh, so ist das bei den Orthodoxen nicht gemeint, da sollte man ihnen nicht Unrecht tun. Auch bei ihnen ist alles Gnade. Sie empfehlen diesen Weg aus Erfahrung, nicht aus Gewißheit.

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vor 15 Minuten schrieb nannyogg57:

Aber ich bin nun mal in der Verkündigung tätig und kann es mir nicht so einfach machen.

 

Ich hoffe sehr, daß Du nicht meinst, die Kirche verkündigen zu müssen.

 

vor 15 Minuten schrieb nannyogg57:

Und dann hast du mich auch noch an meiner Achillesferse erwischt: Die Zukunft der Kirche ist mir wichtig.

 

Dir nicht. Schön für dich.

 

Ich glaube, @Franziskaner meinte es eher im Sinne von Johannes XXIII. vor dem Schlafengehen "Herr, es ist Deine Kirche, nicht meine, Gute Nacht!".

 

Wir machen nicht die Zukunft der Kirche.

 

ich kann ja nur aus Erfahrung meiner kleinen lokalen Gemeinschaft des OFS sprechen: erst als intensiv gebetet wurde, kamen Menschen und schlossen sich uns an. Erst als wir anfingen, uns mehr als Geschwister zu sehen, blieben sie auch. Die Menschen (einschließlich mir selbst) kamen nicht, weil irgendjemand sie aktiv eingeladen hatte (die, die wir einluden, blieben nämlich nie), sondern weil sie - so bin ich überzeugt - vom Hl. Geist gezogen wurden. Er trifft die bessere Auswahl und hat auch die viel besseren Ideen als wir.

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vor 9 Minuten schrieb rorro:

 

Ich hoffe sehr, daß Du nicht meinst, die Kirche verkündigen zu müssen.

 

 

Ich glaube, @Franziskaner meinte es eher im Sinne von Johannes XXIII. vor dem Schlafengehen "Herr, es ist Deine Kirche, nicht meine, Gute Nacht!".

 

Wir machen nicht die Zukunft der Kirche.

 

ich kann ja nur aus Erfahrung meiner kleinen lokalen Gemeinschaft des OFS sprechen: erst als intensiv gebetet wurde, kamen Menschen und schlossen sich uns an. Erst als wir anfingen, uns mehr als Geschwister zu sehen, blieben sie auch. Die Menschen (einschließlich mir selbst) kamen nicht, weil irgendjemand sie aktiv eingeladen hatte (die, die wir einluden, blieben nämlich nie), sondern weil sie - so bin ich überzeugt - vom Hl. Geist gezogen wurden. Er trifft die bessere Auswahl und hat auch die viel besseren Ideen als wir.

Das erinnert mich an einen früheren Freund, der sehr offen für die Botschaft von Jesus war, aber noch nicht bereit war, ja dazu zu sagen. Irgendwie war mir der Vers wichtig geworden "bittet den Herrn der Ernte, dass er Arbeiter sende" und ich betete zwei Wochen jeden Tag darum, dass Gott zu diesem Freund Arbeiter senden möge. Als wir danach miteinander telefonierten, erzählte er mir, dass er einen neuen besten Freund hätte, der überzeugter Christ sei und den er sehr schätzen würde. Unser Kontakt ist irgendwann verloren gegangen. Aber Gott arbeitet sicher weiter an ihm. 

 

Da in fast jeder Messe für diesen synodalen Weg gebetet wird, sollten wir auch bei allen Differenzen Vertrauen haben, dass Gott diese Konferenzen führen wird und die Kirche vor Irrtümern bewahren wird und auch dabei helfen wird, für die pastoralen Probleme Lösungen zu finden.

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Nun, und ich habe das Riesenglück, diese Gemeinschaft in meiner Ortsgemeinde zu erleben. Das Konzept, neue Mitglieder durch Gebet zu erwerben, ist sicher reizvoll, aber Paulus, Petrus und den anderen im Großen und Ganzen eher fremd. Es versteht auch sicherlich Johannes XXIII. und sein Gebet falsch, immerhin hat dieser Papst ein Konzil ins Leben gerufen um die Kirche zu erneuern. Hätte das Gebet genügt, dann hätte er sich den Stress sparen können.

 

Natürlich habe ich die Zukunft der Kirche nicht in der Hand, sonst wären meine Jungs alle fromme Kirchgänger. Ich folge da eher dem Gleichnis vom Sämann (der es auch nicht nur ausschließlich durch Beten versuchte, wie die Perikope verrät).

 

Sich fromm zurücklehnen und die Arbeit dem hlg. Geist zu überlassen ist sicher ein reizvoller Gedanke, der sehr fromm und spirituell rüberkommt, biblisch im Sinne Jesu oder franziskanisch im Sinne des Ordensgründers ist er weniger.

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vor 33 Minuten schrieb rorro:

 

Wer meint, geistliche Nahrung erhalte man nur über die Homilie eines Priesters, verhält sich kindisch. Zumindest 2019.

Nun, das Konzept des ordentlichen Ritus ist exakt so gemeint, dass man sowohl vom Tisch des Wortes als auch vom Altar aus geistige Nahrung erhält.

 

Wenn der Wortgottesdienst keinen geistlichen Gewinn bringen muss, dann könnte man ihn doch einfach streichen.

 

Ist das in deinem Sinne?

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vor 2 Minuten schrieb nannyogg57:

Nun, das Konzept des ordentlichen Ritus ist exakt so gemeint, dass man sowohl vom Tisch des Wortes als auch vom Altar aus geistige Nahrung erhält.

 

Wenn der Wortgottesdienst keinen geistlichen Gewinn bringen muss, dann könnte man ihn doch einfach streichen.

 

Ist das in deinem Sinne?

Dieser Argumentation möchte ich mich anschließen. Vielleicht ist es dann sogar im Einzelfall besser, wenn die Predigt nicht von einem Priester, sondern einer Pastoralreferentin gehalten wird. Das ist das einzige, was ich aus meiner Zeit als Protestant vermisse (außer dem sozialen Umfeld): Predigten, die länger als sieben Minuten dauern. Ich empfinde es immer als sehr wohltuend, wenn bei irgendwelchen besonderen Messfeiern mal eine ordentliche Predigt von 20-30 Minuten gehalten wird.

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vor 20 Minuten schrieb nannyogg57:

Sich fromm zurücklehnen und die Arbeit dem hlg. Geist zu überlassen ist sicher ein reizvoller Gedanke, der sehr fromm und spirituell rüberkommt, biblisch im Sinne Jesu oder franziskanisch im Sinne des Ordensgründers ist er weniger.

 

Wenn Du Dich da mal nicht irrst. Ich sage nicht, das Modell des OFS ist das für alle oder alles. Franziskus hat nie Menschen aufgefordert, sich ihm anzuschließen. Der folgende Abschnitt seines Testamentes war mir immer sehr wichtig:

 

Zitat

Und nachdem mir der Herr Brüder gegeben hatte, zeigte mir niemand, was ich tun sollte, sondern der Höchste selbst hat mir geoffenbart, dass ich nach der Form des heiligen Evangeliums leben sollte. Und ich habe es mit wenigen Worten und in Einfalt schreiben lassen, und der Herr Papst hat es mir bestätigt.

 

Vom Herrn selbst kommen die Brüder, durch Ihn geschickt. Er zeigt auch Franziskus, wie er leben soll, nicht die Kirche. Die bestätigt in der Person des Herrn Papstes, daß es evangeliumskonform ist, das ja, aber erfindet dieses Leben nicht.

 

Ich bin felsenfest davon überzeugt, daß am ehesten und am besten (und am überraschendsten!) die Kirche reformiert wird, wenn man sich weniger um sie kümmert, sondern sich viel mehr auf den Herrn konzentriert und sich immer neu bemüht Ihm bestmöglich nachzufolgen.

bearbeitet von rorro
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