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Synodaler Weg - schon versperrt?


Jan_Duever

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4 minutes ago, Gerhard Ingold said:

Du kannst doch Deine Erfahrung nicht als Regel erklären. Und dann müsste ich hier nur tatsächlich auch die Seite der Frau hören. 

 

Du hast mit ihr doch zwei Töchter groß gezogen und wenn es schlussendlich auseinander gegangen ist, liegt die Schuld nie auf nur einer Seite. 

 

Tue ich ja auch nicht. Ich habe mich profund informiert, um diese Katastrophe zu erklären. Ich hätte mir gewünscht, dieses Wissen 15 Jahre eher gehabt zu haben.

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Just now, Ennasus said:

Ich glaube, hier haben einige wirklich keine Vorstellung von der Dynamik, die sich innerhalb von geistlichen Wegbegleitungen entwickeln kann. Wer sich einem anderen so anvertraut wie das in solchen Beziehungen geschieht, macht sich extrem verletzlich und ist darauf angewiesen, dass der Begleiter sehr bewusst mit seiner Verantwortung umgeht. Das geschieht aber leider oft nicht, stattdessen werden Sätze aus der Bibel, theologische Aussagen und spirituelle Praktiken benutzt, um subtil zu manipulieren und abhängig zu machen - solange, bis die begleitete Person ihrem eigenen Spüren und ihren eigenen Impulsen nicht mehr traut und ein "Nein" nicht mehr möglich ist.

 

Ich bezweifle in keiner Weise, dass dies passieren kann und oft auch tut. Du und laura seid Euch anscheinend deswegen völlig sicher, dass die vorliegende Anschuldigung auch der Wahrheit entspricht.

 

Ich weiß nicht, ob sie stimmt. Ich sage nur: Wenn jemand sagt, die Anschuldigung stimmt (vielleicht) nicht, dann "gibt"derjenige nicht "der Frau die schuld", sondern sagt, dass es keine Schuld gegeben hat. Und falls sie damals einverstanden war, gab es sie auch wurklich nicht.

 

Ich hoffe, dies ist evrständlich.

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vor 5 Minuten schrieb Ennasus:

Ich glaube, hier haben einige wirklich keine Vorstellung von der Dynamik, die sich innerhalb von geistlichen Wegbegleitungen entwickeln kann. Wer sich einem anderen so anvertraut wie das in solchen Beziehungen geschieht, macht sich extrem verletzlich und ist darauf angewiesen, dass der Begleiter sehr bewusst mit seiner Verantwortung umgeht.

Exakt!

Jeder, der mal eine geistliche Begleitung gehabt hat, weiß, wie abhängig man werden kann. Und wie unmerklich man selbst da rein rutscht. Und wie schnell ein Begleiter auch in die Versuchung kommt, diese Abhängigkeit auch selbst wertzuschätzen, sich daran zu freuen, sich vielleicht auch an der Nähe der begleiteten Person zu freuen.

Und dann ist es von der Begleitung zu einer Art Freundschaft zu "mehr" leider auch nicht mehr weit.

 

Und weil der/ die Begleitete in der abhängigen Position ist, ist es die Aufgabe des Begleiters die Dynamik der Beziehung sehr genau im Blick zu haben und keine Abhängigkeit zuzulassen.

 

Ich habe vor mehr als 10 Jahren mal eine Begleitung gesucht und ein Vorgespräch geführt. Ein Begleiter hat damals zu mir gesagt: "Ich möchte klarstellen, dass wir hier in der Begleitung sind. Wir sind keine Freunde. Ich werde mit Ihnen keinen Kaffee trinken gehen, nicht spazieren gehen, nichts..."  Ich habe erstmal geschluckt und war erstaunt. Aber: Er hatte verdammt recht.

 

Edited by laura
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Studiosus
vor 18 Minuten schrieb Ennasus:


Das ist schäbig.
An dieser Geschichte ist leider nichts dubios. Sie ist äußerst glaubwürdig.
(Ich lebe in der Diözese Feldkirch - ich habe von der "Geistlichen Familie" "Das Werk" leider schon viel früher ziemlich schlimme Geschichten von zumindest geistlichem Missbrauch mitbekommen. Nicht umsonst hat "Das Werk" nach einer Visitation von der vatikanischen Ordenskongregation die Auflage bekommen, die Regeln zu überarbeiten und die Strukturen zu ändern. ) 

 

 

Nein, keineswegs ist das schäbig. Vor keinem Gericht - keinem weltlichen und erst recht keinem kirchlichen - haben die Anschuldigungen Reisingers/Wagners (Fall 1: die behauptete Vergewaltigung, Fall 2: Übergriff in der Beichte) verfangen. Sei es, dass die deutsche und österreichische Justiz das Verfahren einstellten (Fall 1) oder dass eine kirchliche Untersuchung (Fall 2: behaupteter Übergriff im Rahmen der Seelsorge/Beichte) keine nennenswerte Verstöße des angeblichen Täters erkannte. 

 

Ich habe nicht vor, mich zu wiederholen. Im Missbrauchsthread gab es bereits dieselbe Diskussion. Kurzum: Ich halte Doris Wagner/Reisinger für unglaubwürdig. 

 

Ich bin überzeugt, dass es Missbrauch in kirchlichen Einrichtungen gibt. Die Evidenz ist da. Es gibt auch - aus meiner subjektiven Sicht! - überaus glaubwürdige Opfer. Die Genannte zähle ich nicht dazu. So, jetzt dürft ihr über mich herfallen, aber das ist meine Einschätzung in diesem Fall. 

 

 

Saluti cordiali, 

Studiosus 

Edited by Studiosus
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3 minutes ago, Gerhard Ingold said:

 

Nein. Das ist nicht so. Ich bin kein Heiliger. Ich war mit vielen Frauen im Bett. Und ich wurde nach Strich und Faden von Frauen ausgenützt. Trotzdem stehe ich auf ihrer Seite.

 

Was auch immer Dich glücklich macht...

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1 minute ago, laura said:

Jeder, der mal eine geistliche Begleitung gehabt hat, weiß, wie abhängig man werden kann.

 

Meinst Du damit, dass man (auch als Erwachsener) nicht in der Lage ist, eine einvernehmliche sexuelle Beziehung einzugehen mit der eigenen "geistigen Begleitung"? Das ist eine echte Frage, ich glaube nicht, dass ich je eine"geistige Begleitung" gehabt habe (was niemanden überraschen dürfte).

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1 hour ago, iskander said:

 

Und keine Blutwurst. Und keine unverheirateten Bischöfe. Und keine kirchlichen Eide. Steht immerhin viel eindeutiger in der Schrift (und zwar NT) als ein Verbot der Frauenordination. Es ist doch schön, dass wir komplexe Fragen so einfach mit Verweis auf die Bibel beantworten können:

https://www.snopes.com/fact-check/letter-to-dr-laura/

Das ist doch eine absolut populärwissenschaftliche These (und das ist noch höflich ausgedrückt), die in dieser Form kein seriöser Forscher teilen wird. Die kognitiven Unterschiede zwischen Mann und Frau sind großteils tendenzieller Art, und selbst diese sind womöglich vor allem kulturell bedingt:

 

"Im Oman waren 2015 fast 65 Prozent der Informatikstudierenden weiblich. Auch in den Vereinigten Arabischen Emiraten und Saudi-Arabien, Palästina oder Tunesien entscheiden sich viel mehr Frauen für MINT-Studiengänge als Männer, also für Fächer in den Bereichen Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft und Technik."

https://www.deutschlandfunknova.de/beitrag/frauen-in-der-it-branche-warum-andere-laender-weiter-sind-als-deutschland

 

Das ist so offensichtlich, daß wir dazu noch nichtmal Studien brauchen. Denn jeder hat das schon gehört: Frau zu Frau "du mußt auf dein Herz/Gefühl hören" oder "ich entscheide das aus dem Bauch heraus".

 

https://therationalmale.com/2018/04/30/the-emotional-process/

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Gerhard Ingold
vor 1 Minute schrieb Domingo:

 

Was auch immer Dich glücklich macht...

 

Wir Männer denken oft mit dem Schwanz. Das ist einfach eine Wirklichkeit, die eine Frau mit dem Begriff "Schwanzfechter" sehr treffend formuliert hat. Wir Männer wissen, wie wir eine Frau um die Finger wickeln können. Dass das auch Frauen verstehen, darin besteht kein Zweifel.

Ich glaube den Frauen, weil sie Menschinnen sind. Wortwahl von @ThomasB.Grins.

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vor 8 Minuten schrieb Domingo:

 

Meinst Du damit, dass man (auch als Erwachsener) nicht in der Lage ist, eine einvernehmliche sexuelle Beziehung einzugehen mit der eigenen "geistigen Begleitung"? Das ist eine echte Frage, ich glaube nicht, dass ich je eine"geistige Begleitung" gehabt habe (was niemanden überraschen dürfte).

Ich habe seit 35 Jahren eine geistliche Begleitung - unterschiedliche Menschen, aus sehr unterschiedlichen Kontexten. Ordensleute, Priester, Laien, verheiratete Frauen und Männer. Alles schon dabei gewesen. Ich bin keine abhängige Persönlichkeit, wirklich nicht. Selbstsicher, im Beruf gut angekommen. Zur Beruhigung der Mit-Foranten: Nein, ich habe mit keinem der geistlichen Begleiter bisher eine sexuelle Beziehung gehabt und habe dies auch in Zukunft nicht vor.

 

Es liegt in der Natur der geistlichen Begleitung, dass man viel von sich preisgibt und dadurch auch viel Nähe entsteht. Und man muss sehr genau differenzieren und reflektieren, um sich immer wieder bewusst zu machen, dass der Begleiter kein Freund ist. Dass man ihm/ ihr zwar viel erzählt, dass das aber eben rein professionell ist. Und dass das entgleisen kann, gerade dann, wenn der Begleiter die begleitete Person auch nett, attraktiv, witzig oder was auch immer findet und selbst die Distanz nicht mehr einhält, ist für jeden, der mal eine längere Begleitung hatte, völlig klar.

Und wie gesagt: ich hatte schon viele unterschiedliche Begleiter*innen - und kann daher auch sehr klar sagen, wie stark eigene Abhängigkeit von dem Verhalten des Begleiters mit verursacht wird oder nicht. Ein banales Beispiel: Es ist ein fundamentaler Unterschied, ob die Begleitung in einem neutralen Sprechzimmer stattfindet oder im Wohnzimmer des Begleiters, der einem dann vielleicht sogar noch Kaffee und Kuchen anbietet. Es ist ein fundamentaler Unterschied, ob ein Zeitrahmen respektiert wird oder Gespräche (grundlos) auch mal 2 Stunden oder länger dauern. Ob es zwischen den Gesprächen Kontakt gibt oder nicht ... Ob der Begleiter auch von sich erzählt, oder nicht...

Edited by laura
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8 minutes ago, laura said:

Exakt!

Jeder, der mal eine geistliche Begleitung gehabt hat, weiß, wie abhängig man werden kann. Und wie unmerklich man selbst da rein rutscht. Und wie schnell ein Begleiter auch in die Versuchung kommt, diese Abhängigkeit auch selbst wertzuschätzen, sich daran zu freuen, sich vielleicht auch an der Nähe der begleiteten Person zu freuen.

Und dann ist es von der Begleitung zu einer Art Freundschaft zu "mehr" leider auch nicht mehr weit.

 

Und weil der/ die Begleitete in der abhängigen Position ist, ist es die Aufgabe des Begleiters die Dynamik der Beziehung sehr genau im Blick zu haben und keine Abhängigkeit zuzulassen.

 

Ich habe vor mehr als 10 Jahren mal eine Begleitung gesucht und ein Vorgespräch geführt. Ein Begleiter hat damals zu mir gesagt: "Ich möchte klarstellen, dass wir hier in der Begleitung sind. Wir sind keine Freunde. Ich werde mit Ihnen keinen Kaffee trinken gehen, nicht spazieren gehen, nichts..."  Ich habe erstmal geschluckt und war erstaunt. Aber: Er hatte verdammt recht.

 

 

Ich weiß genau, wovon du redest. Ohne Priester zu sein, habe ich eine Freundin meiner Tochter in einer kritischen Entwiscklung begleitet. Die hatte sogar nach dem Urteil meiner Ex eine "Modelfigur". Das war nicht übertrieben.

Tja, da muß man hart sein. Als die Tränen flossen, hätte ich sie schon gern mal in den Arm genommen, das war so süß. Man muß da richtig hart sein und den Abstand wahren. Sonst erreicht man sonstwas aber nicht das Ziel der Sache.

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vor 4 Minuten schrieb Domingo:

 

Ich bezweifle in keiner Weise, dass dies passieren kann und oft auch tut. Du und laura seid Euch anscheinend deswegen völlig sicher, dass die vorliegende Anschuldigung auch der Wahrheit entspricht.

 

Ich weiß nicht, ob sie stimmt. Ich sage nur: Wenn jemand sagt, die Anschuldigung stimmt (vielleicht) nicht, dann "gibt"derjenige nicht "der Frau die schuld", sondern sagt, dass es keine Schuld gegeben hat. Und falls sie damals einverstanden war, gab es sie auch wurklich nicht.

 

Ich hoffe, dies ist evrständlich.


Das ist verständlich.

Ich weiß über die Frau, um die es in dem einen Bericht geht nichts - allerdings sehe ich keinen Grund, warum ich ihr nicht glauben sollte. Es passt zu anderen Geschichten, über die ich mehr weiß. Über die Geschichte von Doris Wagner/Reisinger weiß ich auf jeden Fall sehr viel und auch über die Gemeinschaft, in der sie sich damals befunden hat. Da gibt es für mich keinen Grund, ihr nicht zu glauben. Statt dessen sehr viele Gründe, mir sicher zu sein, dass sie die Wahrheit sagt.

Und was ich auch weiß, ist, wie zusätzlich verletzend und zerstörerisch es für missbrauchte Menschen ist, wenn ihren Aussagen (zu denen sie sich oft erst nach vielen Jahren durchringen konnten), misstraut wird. Ich reagiere ziemlich allergisch auf Versuche, sowas zu bagatellisieren oder die Verantwortung dafür dem Opfer zuzuschieben.
 

Das heißt nicht, dass ich nicht denke, dass vermutlich viele der Täter selbst Opfer waren und ihnen vielleicht wirklich nicht bewusst war (oder sie es nicht wissen wollten), dass sie ihre Macht missbraucht haben und dass ihre Opfer keinesfalls freiwillig mit dabei waren. Ich sehe schon auch dort sehr viel Not. Nur: Es wird nichts besser, wenn man Dinge nicht beim Namen nennt und wenn das Unrecht durch andauernde Verdrehungen der Fakten prolongiert wird. Für niemanden.   



 

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Gerhard Ingold
vor 2 Minuten schrieb Ennasus:


Das ist verständlich.

Ich weiß über die Frau, um die es in dem einen Bericht geht nichts - allerdings sehe ich keinen Grund, warum ich ihr nicht glauben sollte. Es passt zu anderen Geschichten, über die ich mehr weiß. Über die Geschichte von Doris Wagner/Reisinger weiß ich auf jeden Fall sehr viel und auch über die Gemeinschaft, in der sie sich damals befunden hat. Da gibt es für mich keinen Grund, ihr nicht zu glauben. Statt dessen sehr viele Gründe, mir sicher zu sein, dass sie die Wahrheit sagt.

Und was ich auch weiß, ist, wie zusätzlich verletzend und zerstörerisch es für missbrauchte Menschen ist, wenn ihren Aussagen (zu denen sie sich oft erst nach vielen Jahren durchringen konnten), misstraut wird. Ich reagiere ziemlich allergisch auf Versuche, sowas zu bagatellisieren oder die Verantwortung dafür dem Opfer zuzuschieben.
 

Das heißt nicht, dass ich nicht denke, dass vermutlich viele der Täter selbst Opfer waren und ihnen vielleicht wirklich nicht bewusst war (oder sie es nicht wissen wollten), dass sie ihre Macht missbraucht haben und dass ihre Opfer keinesfalls freiwillig mit dabei waren. Ich sehe schon auch dort sehr viel Not. Nur: Es wird nichts besser, wenn man Dinge nicht beim Namen nennt und wenn das Unrecht durch andauernde Verdrehungen der Fakten prolongiert wird. Für niemanden.   



 

Warum kann man hier nicht mit einem Herzchen Zustimmung signalisieren? Das ist ärgerlich, dass es nach einer gewissen Anzahl nicht mehr geht. Ich bin mit Dir hier völlig einig.

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13 minutes ago, Gerhard Ingold said:

 

Wir Männer denken oft mit dem Schwanz. Das ist einfach eine Wirklichkeit, die eine Frau mit dem Begriff "Schwanzfechter" sehr treffend formuliert hat.

 

Du kannst Dir wohl nicht erlauben, Inigos Ausführungen als auf Stammtischniveau einzustufen. Mir scheint, der Feminimsus und die Manosphere sind Spiegelbilder voneinander...

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7 minutes ago, Gerhard Ingold said:

 

Wir Männer denken oft mit dem Schwanz. Das ist einfach eine Wirklichkeit, die eine Frau mit dem Begriff "Schwanzfechter" sehr treffend formuliert hat. Wir Männer wissen, wie wir eine Frau um die Finger wickeln können. Dass das auch Frauen verstehen, darin besteht kein Zweifel.

Ich glaube den Frauen, weil sie Menschinnen sind. Wortwahl von @ThomasB.Grins.

 

Das muß ich etwas zurechtrücken. Zum einen haben nur wir Männer einen konstant hohen Testosteronspiegel. Frauen haben das nur ein paar Tage im Zyklus und das sind dann diese Tage, wo sie hinterher sagen: "so bin ich eigentlich nicht", "ich bein keine von DEN Frauen eigentlich", "ich weiß auch nicht, was da über mich gekommen ist" oder "da kam irgendwie eins zum anderen und ich konnte nichts machen".

Der Punkt ist, daß Männer jede Stunde am Tag 12 bis 17 Mal soviel Testosteron im Blut haben wie Frauen an diesem Punkt im Monat. Wir haben gelernt, das zu kontrollieren und deswegen sind wir das mehr rationale Geschlecht.

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8 minutes ago, Ennasus said:

Und was ich auch weiß, ist, wie zusätzlich verletzend und zerstörerisch es für missbrauchte Menschen ist, wenn ihren Aussagen (zu denen sie sich oft erst nach vielen Jahren durchringen konnten), misstraut wird.

 

Und die Alternative wäre - ihnen einfach bedingungslos zu glauben?

 

Was, wenn ich Dir sagen würde, ich habe viele Menschen gekannt, die zu Unrecht beschuldigt wurden und davon sehr betroffen wurden, und dass es mich ärgert, wenn man der Beschuldigung einfach so geglaubt wird?

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Gerhard Ingold
vor 7 Minuten schrieb Inigo:

 

Das muß ich etwas zurechtrücken. Zum einen haben nur wir Männer einen konstant hohen Testosteronspiegel. Frauen haben das nur ein paar Tage im Zyklus und das sind dann diese Tage, wo sie hinterher sagen: "so bin ich eigentlich nicht", "ich bein keine von DEN Frauen eigentlich", "ich weiß auch nicht, was da über mich gekommen ist" oder "da kam irgendwie eins zum anderen und ich konnte nichts machen".

Der Punkt ist, daß Männer jede Stunde am Tag 12 bis 17 Mal soviel Testosteron im Blut haben wie Frauen an diesem Punkt im Monat. Wir haben gelernt, das zu kontrollieren und deswegen sind wir das mehr rationale Geschlecht.

😂

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12 minutes ago, Ennasus said:


Das ist verständlich.

Ich weiß über die Frau, um die es in dem einen Bericht geht nichts - allerdings sehe ich keinen Grund, warum ich ihr nicht glauben sollte. Es passt zu anderen Geschichten, über die ich mehr weiß. Über die Geschichte von Doris Wagner/Reisinger weiß ich auf jeden Fall sehr viel und auch über die Gemeinschaft, in der sie sich damals befunden hat. Da gibt es für mich keinen Grund, ihr nicht zu glauben. Statt dessen sehr viele Gründe, mir sicher zu sein, dass sie die Wahrheit sagt.

Und was ich auch weiß, ist, wie zusätzlich verletzend und zerstörerisch es für missbrauchte Menschen ist, wenn ihren Aussagen (zu denen sie sich oft erst nach vielen Jahren durchringen konnten), misstraut wird. Ich reagiere ziemlich allergisch auf Versuche, sowas zu bagatellisieren oder die Verantwortung dafür dem Opfer zuzuschieben.
 

Das heißt nicht, dass ich nicht denke, dass vermutlich viele der Täter selbst Opfer waren und ihnen vielleicht wirklich nicht bewusst war (oder sie es nicht wissen wollten), dass sie ihre Macht missbraucht haben und dass ihre Opfer keinesfalls freiwillig mit dabei waren. Ich sehe schon auch dort sehr viel Not. Nur: Es wird nichts besser, wenn man Dinge nicht beim Namen nennt und wenn das Unrecht durch andauernde Verdrehungen der Fakten prolongiert wird. Für niemanden.   



 

 

"allerdings sehe ich keinen Grund, warum ich ihr nicht glauben sollte" - und welchen Grund hast du, ihr zu glauben, wenn du die andere Seite der Geschichte nicht kennst?

 

Frauen haben meistens recht ofer irgendwie so? Das ist ist ein völlig unsinniger und irrationaler Ansatz.

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vor 27 Minuten schrieb Studiosus:

 

Nein, keineswegs ist das schäbig. Vor keinem Gericht - keinem weltlichen und erst recht keinem kirchlichen - haben die Anschuldigungen Reisingers/Wagners (Fall 1: die behauptete Vergewaltigung, Fall 2: Übergriff in der Beichte) verfangen. Sei es, dass die deutsche und österreichische Justiz das Verfahren einstellten (Fall 1) oder dass eine kirchliche Untersuchung (Fall 2: behaupteter Übergriff im Rahmen der Seelsorge/Beichte) keine nennenswerte Verstöße des angeblichen Täters erkannte.


Vor den weltlichen Gerichten: Weil sie sich nicht gewehrt hatte und nicht beweisen konnte, dass es nicht einvernehmlich war.
Genau das ist das Problem bei geistlichem Missbrauch.
Was soll man da wie beweisen?

Und vor dem kirchlichen Gericht mit der Begründung, dass die Tat "nicht mit ausreichender moralischer Gewissheit bewiesen" worden ist. Nona.
Sie selbst wurde dazu nicht einmal gehört.
Ich wünschte, es gäbe in der Kirche mehr Menschen wie Kardinal Schönborn, der bereit war, ihr zu begegnen und ihr zuzuhören.

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2 minutes ago, Gerhard Ingold said:

😂

 

Lese es nach. Dazu brauchst du mich nicht.Wir sind gleichzeitig das rationale und auch das romantische Geschlecht. Die Damen werfen sich uns nicht an den Hals und wir müssen rational herausfinden, wie man das denn hinbekommt.

 

Schau dich einfach um und lese nach.

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vor 7 Minuten schrieb Domingo:

 

Und die Alternative wäre - ihnen einfach bedingungslos zu glauben?

 

Was, wenn ich Dir sagen würde, ich habe viele Menschen gekannt, die zu Unrecht beschuldigt wurden und davon sehr betroffen wurden, und dass es mich ärgert, wenn man der Beschuldigung einfach so geglaubt wird?


Nein, ich denke nicht, dass man "ihnen" bedingungslos glauben muss.
Und ja, ich sehe die Problematik und die Möglichkeit, dass Menschen zu Unrecht beschuldigt werden.
Wenn ich irgendwovon zuwenig weiß, mische ich mich auch nicht ein.
Aber wenn ich mich lange genug mit jemandem und seiner Geschichte und den Hintergründen beschäftigt habe, glaube ich nicht mehr bedingungslos, sondern weil ich sicher bin, dass der/diejeinige die Wahrheit sagt.

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Gerhard Ingold
vor 2 Minuten schrieb Inigo:

 

Lese es nach. Dazu brauchst du mich nicht.Wir sind gleichzeitig das rationale und auch das romantische Geschlecht. Die Damen werfen sich uns nicht an den Hals und wir müssen rational herausfinden, wie man das denn hinbekommt.

 

Schau dich einfach um und lese nach.

 

Mit meiner ersten Frau hatte ich drei Töchter. Sowohl meine Frau und meine Töchter sind super.  Das Bild, das Du hast, ist Dein Bild. Tut mir leid für Dich. So wie ich es wahrnehme, ist immer noch viel Trauer.

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33 minutes ago, Domingo said:

 

Meinst Du damit, dass man (auch als Erwachsener) nicht in der Lage ist, eine einvernehmliche sexuelle Beziehung einzugehen mit der eigenen "geistigen Begleitung"? Das ist eine echte Frage, ich glaube nicht, dass ich je eine"geistige Begleitung" gehabt habe (was niemanden überraschen dürfte).

 

Solange man jemanden geistlich begleitet, darf man das nicht. Das ist eine Grundregel. Man muß auch positive Emotionen der anderen Person ignorieren, wenn man denen helfen will. Deswegen setzt man sich auch nicht gegenüber wie bei einem Date, sondern im Winkel von 90° idealerweise.

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Gerhard Ingold
vor 2 Minuten schrieb Ennasus:


Nein, ich denke nicht, dass man "ihnen" bedingungslos glauben muss.
Und ja, ich sehe die Problematik und die Möglichkeit, dass Menschen zu Unrecht beschuldigt werden.
Wenn ich irgendwovon zuwenig weiß, mische ich mich auch nicht ein.
Aber wenn ich mich lange genug mit jemandem und seiner Geschichte und den Hintergründen beschäftigt habe, glaube ich nicht mehr bedingungslos, sondern weil ich sicher bin, dass der/diejeinige die Wahrheit sagt.

😍

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Gerhard Ingold
vor 1 Minute schrieb Inigo:

 

Solange man jemanden geistlich begleitet, darf man das nicht. Das ist eine Grundregel. Man muß auch positive Emotionen der anderen Person ignorieren, wenn man denen helfen will. Deswegen setzt man sich auch nicht gegenüber wie bei einem Date, sondern im Winkel von 90° idealerweise.

😍

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1 minute ago, Gerhard Ingold said:

 

Mit meiner ersten Frau hatte ich drei Töchter. Sowohl meine Frau und meine Töchter sind super.  Das Bild, das Du hast, ist Dein Bild. Tut mir leid für Dich. So wie ich es wahrnehme, ist immer noch viel Trauer.

 

Natürlich! Mit einer ersten Frau hatte ich auch drei Kinder und auch einen Sohn dabei. Ich bin darüber hinweg und genieße auch die neuen Freiheiten, aber es ist nach wie vor schade, daß ich mir ein Weib genommen habe, mit dem es nur 27 Jahre durchgehalten hat.

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