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Synodaler Weg - schon versperrt?


Jan_Duever

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vor 37 Minuten schrieb Werner001:

Ich sprach von “Unreinem”, nicht von Todsünden.

Von Schweinefleisch, Schläfenlocken, Cordon Bleu, Menstruationsblut, Mischgewebe, Blutwurst und dergleichen

 

Werner

 

Nun, die Todsünde macht unrein. Das ist doch eigentlich ganz einfach.

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vor 18 Minuten schrieb Flo77:

Äh? Nein. Die Todsünde hebt den Stand der Gnade auf, den es braucht damit der Mensch in die Anschauung Gottes eintreten kann.

 

Das hat mit kultischer Unreinheit wie sie aus dem alten Judentum und etlichen antiken heidnischen Kulten bekannt ist, wenig bis gar nichts zu tun.

 

Äh, doch. Der Gott, an den ich glaube, hat als Mensch gesagt, daß u.a. böse Gedanken, falsche Zeugenaussagen und Lästerungen den Menschen unrein machen. Doch, er hat unrein gesagt.

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1 hour ago, rorro said:

 

Nun, die Todsünde macht unrein. Das ist doch eigentlich ganz einfach.

Ja, die Todsünde, aber doch nicht Mischgewebe oder Cordon Bleu oder abgeschnittene Schläfenlocken oder Geschlechtsverkehr.

Oh, halt, Geschlechtsverkehr anscheinend doch? 
Also Todsünde und Geschlechtsverkehr machen unrein.

Aber nein, das ist natürlich überhaupt kein bisschen sexualfeindlich, nein, wie kann man nur auf diese abwegige Idee kommen!

 

Werner

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1 hour ago, ultramontanist said:

Der Witz ist gut!

Ich kenne noch einen: Demokratie bedeutet “Herrschaft des Volkes”

 

Werner

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vor einer Stunde schrieb rorro:

 

Äh, doch. Der Gott, an den ich glaube, hat als Mensch gesagt, daß u.a. böse Gedanken, falsche Zeugenaussagen und Lästerungen den Menschen unrein machen. Doch, er hat unrein gesagt.

Er hat aber an derselben Stelle auch gesagt, dass weder Speisen noch Körperflüssigkeiten unrein machen.

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vor 30 Minuten schrieb Chrysologus:
vor 2 Stunden schrieb rorro:

Äh, doch. Der Gott, an den ich glaube, hat als Mensch gesagt, daß u.a. böse Gedanken, falsche Zeugenaussagen und Lästerungen den Menschen unrein machen. Doch, er hat unrein gesagt.

Er hat aber an derselben Stelle auch gesagt, dass weder Speisen noch Körperflüssigkeiten unrein machen.

Ach, Chryso, was soll das. Du weißt doch: Der Liebe Gott weiß alles, der Katholik weiß alles besser.

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vor 55 Minuten schrieb Chrysologus:

Er hat aber an derselben Stelle auch gesagt, dass weder Speisen noch Körperflüssigkeiten unrein machen.

 

Das bestreite ich ja auch nicht. Und Jesus sprach von "Körperflüssigkeiten"?

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@ rorro:

 

Die Sache ist doch nicht ist schwierig. Die Juden kannten Sünde und kultische Unreinheit, und beides musst nicht zusammenfallen:

Eine Ehebrecherin (und ein Ehebrecher) sündigte - eine menstruierende Frau war unrein.

 

Sünde kann man natürlich auch als "Unreinheit" bezeichnen, und Jesus tut das ja auch - ich würde meinen, um gerade diesen alten Begriff der kultischen Unreinheit zu überwinden. Und tatsächlich wurde die kultische Unreinheit im Christentum ja bald weitgehend überwunden - nur lange nicht beim Thema Sexualität.

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vor einer Stunde schrieb iskander:

@ rorro:

 

Die Sache ist doch nicht ist schwierig. Die Juden kannten Sünde und kultische Unreinheit, und beides musst nicht zusammenfallen:

Eine Ehebrecherin (und ein Ehebrecher) sündigte - eine menstruierende Frau war unrein.

 

Sünde kann man natürlich auch als "Unreinheit" bezeichnen, und Jesus tut das ja auch - ich würde meinen, um gerade diesen alten Begriff der kultischen Unreinheit zu überwinden. Und tatsächlich wurde die kultische Unreinheit im Christentum ja bald weitgehend überwunden - nur lange nicht beim Thema Sexualität.

 

Es geht beim Zölibat ja nicht um die Unreinheit aller, sondern um die des Priesters. Der Tempeldienst der Leviten durfte nur im Stadium der Reinheit vollzogen werden - und im buch Levitikus Kap. 15 geht es eben nicht nur um die Unreinheit der Frau, sondern auch des Mannes (bspw. durch Geschlechtsverkehr unrein bis zum Abend).

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vor 11 Stunden schrieb rorro:

 

Nein, das hat das Christentum nicht über Bord geworfen. Schau Dir nur einmal die klassische Liste der sieben Todsünden an, da wirst Du vieles davon wiederfinden. Nur wird das eben nicht mehr so sehr an externen Handlungen festgemacht wie an inneren Einstellungen dazu. Doch manches, wie K.o.-Saufen, würde das eine oder andere Kriterium für eine Todsünde voll erfüllen.

Ahja? Wenn sich ein Alkoholiker, ergo ein Kranker, KO. säuft, ist das eine Todsünde? Meines Wissens müsste das aber in vollem Bewusstsein geschehen und aus freiem Willen. Worauf du hinaus willst, kann ich persönlich (mag sein, dass ich zu doof bin) auch nicht aus der konkreten Erklärung von JPII, was denn eine Todsünde sei, ableiten. Das halte ich nicht zuletzt aus persönlicher bzw. familiärer Erfahrung, bspw. eben in Bezug auf Alkohol, für Kokolores.

bearbeitet von bw83
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vor 7 Minuten schrieb rorro:

 

Es geht beim Zölibat ja nicht um die Unreinheit aller, sondern um die des Priesters. Der Tempeldienst der Leviten durfte nur im Stadium der Reinheit vollzogen werden - und im buch Levitikus Kap. 15 geht es eben nicht nur um die Unreinheit der Frau, sondern auch des Mannes (bspw. durch Geschlechtsverkehr unrein bis zum Abend).

 

Ja gerne, ändert aber doch nichts daran, dass solche archaischen Vorstellungen weitgehend überwunden wurden, nur eben lange nicht bei der Sexualität. Und dass sie jedenfalls heute bei der Debatte um den Zölibat sicher nichts verloren haben.

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Am 25.2.2021 um 19:32 schrieb iskander:

 

Dass die Kirche heutzutage in der westlichen Welt wenig Einfluss auf die Sexual-Moral ihrer Gläubigen hat, ist sicherlich richtig; sie hatte es aber lange. Und es scheint nicht so, dass das den Menschen unbedingt gut tat. In Ländern, in denen sie stark verbreitet war, scheinen regelmäßig Skrupulanz, Rigorismus und Doppelmoral vorzukommen, auch wenn nicht alles so extrem ist wie in Irland:

https://www.kirche-und-leben.de/artikel/9000-kinder-starben-in-katholischen-mutter-heimen-in-irland

 

Zudem entfaltet die kirchliche Sexualmoral in manchen Fällen immer noch Wirkung, wenn auch nicht mehr in der breiten Masse. Die Frau, die von den zwei Priestern zur Abtreibung gedrängt wurde, scheint ja in diese Kategorie zu fallen. Und in anderen Teilen der Welt ist der Einfluss der Kirche noch stärker.

 

Worauf ich hinauswill: Es stünde der kath. Kirche gut an, ihre Sexualmoral kritisch zu prüfen

 

Es ist übrigens auch ein Unterschied, ob eine junge Frau bewusst einige Zeit Single bleibt, oder ob sie dies tut, weil sie jeden Sexualität vor der Ehe aufgrund ihrer Erziehung als schwer sündhaft empfindet und sich daher nicht traut.

Die Frage ist für mich aber auch, wie lange die Kirche diesen Einfluss hatte. Ich komme aus einer sehr katholischen, ländlichen Ecke und bin (so mein Eindruck) hier aufgrund meines Alters <40 noch einer der jüngeren User. 

 

Ich getraue mich aber zu sagen, dass obwohl hier bei uns fast jeder katholisch getauft und zumindest bis in die frühe Jugend in die Kirche "geschickt" wurde, schon während meiner Kindheit die kath. Sexualmoral bestenfalls für die damals (Ende 80er beginnt meine Erinnerung) "Älteren" noch irgendeine Rolle spielte. Diejenigen, die ganz, ganz eng mit der Kirche verflochten waren, mögen das noch enger gesehen haben, aber schon der "normale" Gläubige hatte da ganz andere Ansichten zur Sexualmoral. 

 

Und das ist nun schon über 30 Jahre her. Ich kann mir beim besten Willen nicht vorstellen, dass das für das Gros der Gläubigen oder Gesellschaft i. A. damals anders ausgesehen haben könnte, nachdem wir hier damals noch als so Stock-katholisch galten. 

 

Wie gesagt, in bestimmen Kreisen mag das noch (!) anders gewesen sein. Aber selbst das dürfte Jahrzehnte (!) her sein. 

 

Mein Eindruck als jemand, der Geschichte studiert hat, ist eher der, er mag falsch sein, dass viele Jahrhunderte die Sexuallehre der Kirche mit der Gesellschaft kongruent war, weil es Zeitgeist war. Und der Zeitgeist wäre vermutlich in Bezug auf Sexualmoral auch ohne die kath. Kirche ähnlich gewesen. 

 

Es mag Zufall sein, aber China hat mit dem kath. Glauben so wenig zu tun, dass es für mich eben kein Zufall sein kann, dass die kath. Kirche just dort "jeglichen" Anspruch auf den moralischen Zeigefinger in den Schlafzimmern verloren hatte, als sich in China die Sexualmoral trotz wesentlich stärkerer und massiverer Verbote (weil von Seiten des Staats!) ebenfalls begann, zu ändern. 

 

Das war genau die Zeit vor 30-40 Jahren, als ich eben auch anfing, wahrzunehmen. 

 

Von dem her bleibe ich dabei. Das, was als moralisch gilt oder galt, hat schon viel länger nix mehr mit der (kath.) Kirche zu tun, als diejenigen, die tief in ihr verwurzelt waren/sind (schon "damals" weniger als man dachte), annahmen bzw annehmen. 

 

Ich will da überhaupt nix verharmlosen oder dergleichen. Jede Untat ist eine Untat. Ende. Aber die Zahl derjenigen Untaten, die von der (kath.) Kirche in den letzten Jahrzehnten ausgingen, dürfte auf Basis dessen, was ich persönlich so wahrgenommen habe, weil sie einfach für die meisten absolut irrelevant ist, statistisch (!) komplett unbedeutend sein.

bearbeitet von bw83
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@ bw:

 

In Mitteleuropa dürfte es inzwischen nur noch wenige Leute geben, die von den krichl. Vorstellungen geprägt sind. Andererseits habe ich jedenfalls vom Internet her den Eindruck, dass es durchaus eine gewisse Gruppe mit solchen Vorstellungen gibt, die ziemlich präsent ist. Des Weiteren dürften zumindest manche älteren Leute noch stärker beeinflusst sein. Und dann gibt es neben Deutschland auch Länder wie Polen oder die Philippinen, wo es nochmals anders aussieht. Und dass die kirchl. Moral den Zeitgeist nicht alleine auf Dauer prägen kann, ist schon klar - aber sie wird ihn unter günstigen Bedingungen mit-formen können, und später wird sie dann zumindest seine Auflösung verzögern können.

 

Dass z.B. auf den Philippinen trotz größter Schwierigkeiten mit dem Bevölkerungswachstum und kinderbedingter Armut (und jetzt mit HIV) die Bereitstellung und Akzeptanz von Verhütungsmitteln so schleppend anlief bzw. noch immer anläuft, dürfte wohl schon auch mit der kath. Kirche zu "verdanken" sein:

 

https://www.n-tv.de/panorama/Kirche-kaempft-gegen-Pille-und-Kondome-article2758571.html

 

https://religion.orf.at/v3/stories/2893265/

 

bearbeitet von iskander
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vor 10 Stunden schrieb iskander:

@ bw:

 

In Mitteleuropa dürfte es inzwischen nur noch wenige Leute geben, die von den krichl. Vorstellungen geprägt sind. Andererseits habe ich jedenfalls vom Internet her den Eindruck, dass es durchaus eine gewisse Gruppe mit solchen Vorstellungen gibt, die ziemlich präsent ist. Des Weiteren dürften zumindest manche älteren Leute noch stärker beeinflusst sein. Und dann gibt es neben Deutschland auch Länder wie Polen oder die Philippinen, wo es nochmals anders aussieht. Und dass die kirchl. Moral den Zeitgeist nicht alleine auf Dauer prägen kann, ist schon klar - aber sie wird ihn unter günstigen Bedingungen mit-formen können, und später wird sie dann zumindest seine Auflösung verzögern können.

 

Dass z.B. auf den Philippinen trotz größter Schwierigkeiten mit dem Bevölkerungswachstum und kinderbedingter Armut (und jetzt mit HIV) die Bereitstellung und Akzeptanz von Verhütungsmitteln so schleppend anlief bzw. noch immer anläuft, dürfte wohl schon auch mit der kath. Kirche zu "verdanken" sein:

 

https://www.n-tv.de/panorama/Kirche-kaempft-gegen-Pille-und-Kondome-article2758571.html

 

https://religion.orf.at/v3/stories/2893265/

 

1. Ich muss gestehen, dass ich keine Ahnung habe, welche Gruppe mit diesen Vorstellungen du meinst (inkl. Eindruck durch das Internet!?). 

 

2. Du gibst es ja (bzgl. Mitteleuropa) selbst zu, dass die Kirche (bzgl. Sexualmoral aber auch Moral i.A.!) bei "uns" im Westen so gut wie nichts mehr zu melden hat. Die Zahl der paar älteren Leute, die davon noch in einem  entsprechend bzw. ausreichend starken Maße beeinflusst sind, dürfte keine große Bedeutung für die Gesellschaft i.A. haben. Es sind einfach insgesamt viel zu wenige, Punkt. (Natürlich gibt es auch noch jüngere Leute mit diesen Vorstellungen, aber die haben ebenfalls keinen Einfluss, da zahlenmäßig unbedeutend.)

 

3. Was sollen diese "günstigen Bedingungen" sein? Die (kath.) Kirche ist bis auf absolute Ausnahmen eine "alte" Kirche, da ändert auch der Synodale Weg nix dran. Geh in einen Gottesdienst, geh zu Veranstaltungen von Pfarreien, es ist doch überall das Gleiche. 

 

4. Das mit den Philippinen bspw. mag stimmen, aber wir reden hier doch vom Synodalen Weg in Deutschland. Ich weiß, ich habe selbst das Ausland (China) in die Diskussion gebracht, aber doch von einer ganz anderen Warte her. Und bzgl. Polen muss man doch auch konstatieren, dass dort das "Katholische" auf dem absteigenden Ast ist. Das geben die Zahlen doch auch klar her.

 

Insgesamt dürfte die katholische Kirche, wenn man sie als weltweite Kirche betrachtet, keine Existenzprobleme haben. Aber bei uns hat sie das eben schon und das liegt m.E. nicht mal unbedingt an irgendwelchen Moralvorstellungen o.ä., sondern an vielen anderen Dingen, die man gar nicht bereit ist zu akzeptieren, weil man sie gar nicht erkennt (erkennen will?).

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Es wird ja hier immer wieder die These geäußert, der Synodale Weg und der Wunsch nach Reformen sei eine rein deutsche Angelegenheit.

 

Hierzu ein paar interessante Link:

Sendung des französischen Fernsehsenders ktotv über den Synodalen Weg

Domradio über eine polnische Laieninitiative

 

daraus:

Zitat

Wenige Tage zuvor plädierten 58,7 Prozent der Polen angesichts der Missbrauchsskandale dafür, dass die gesamte Bischofskonferenz zurücktritt. 33,9 Prozent wiesen dies zurück.

 

bearbeitet von laura
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vor 2 Stunden schrieb laura:

 

Ich habe die Sendung gesehen, sie ist interessant. Die Fragen nach dem deutschen Sonderweg und der Gefahr eines Schismas werden von der Moderatorin deutlich gestellt, sind also offenbar in Frankreich ein Thema.

Der Interviewte, ein französische Beobachter beim synodalen Weg, zeichnet ein sehr positives Bild. Er beschreibt die Sicherheitsmaßnahmen ("garde-fous"), die die Einbindung in die Weltkirche gewährleisten sollen, und sagt etwas interessantes: Die Frage nach einer Refom der Zulassung zum Priesteramt (Frauenweihe, Zölibat etc.) würde keine große Rolle spielen! Das kommt beim deutschen Zeitungsleser zwar vollkommen anders rüber, aber er war ja dabei. Das deutet darauf hin, dass es konstruktive Entwicklungen beim synodalen Weg gibt, die aber an den Erwartungen der Öffentlichkeit völlig vorbei gehen. Mal sehen, was draus wird.

 

Die Moderatorin beschreibt auch, dass es synodale Ansätze auch in anderen Ländern und bei der geplanten Bischofssynode in Rom gibt. Als vorbildlich wird die paritätische Besetzung des SW gesehen; ebenso, dass die Strukturierung in Kleriker und Laien nicht aufgehoben wird.

 

Was aber in keiner Weise zum Ausdruck kam, war eine Zustimmung zum Dreiklang der deutschen Reformer: Frauenweihe, Aufhebung des Zölibats und Interkommunion. Nach allem was ich wahrnehme, sind das international auch gar keine Schwerpunkte, bzw. die Forderungen werden sehr kritisch betrachtet.

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vor 9 Stunden schrieb bw83:

1. Ich muss gestehen, dass ich keine Ahnung habe, welche Gruppe mit diesen Vorstellungen du meinst (inkl. Eindruck durch das Internet!?).

 

Zu einem Großteil widersprechen sich unsere Haltungen doch gar nicht; Du wiederholst dann, was ich schon gesagt hatte.

Mit "günstigen Bedingungen" meinte ich Gesellschaftsstrukturen, in denen die Kirche eine starke Rolle spielt(e): Wie früher bei uns, und zum Teil heute noch in einigen anderen Ländern.

 

Mit Internet meine ich beispielsweise Seiten und Foren, auf die man relativ schnell stößt. Das ist mein subjektiver Eindruck, dass da vieles in konservativer Hand ist. Ich glaube ansonsten schon, dass die moralische Haltung der Kirche (und damit verbunden ihre fehlende Glaubwürdigkeit) einen der Gründe für den Austritt darstellen:
 

Zitat

 

440 der Teilnehmer waren aus der Kirche ausgetreten. Bei den ausschlaggebenden Motiven entfielen die mit Abstand meisten Nennungen auf den Punkt Entfremdung beziehungsweise fehlende Bindung zur Kirche, gefolgt von der Kirchensteuer und einer "nicht mehr zeitgemäßen Haltung der Kirche". Andere Studienteilnehmer gingen hier noch mehr ins Detail: So haben es auch das Frauenbild der Kirche und der Zölibat in die Top Ten der Austrittsmotive geschafft sowie die "Diskrepanz zu ethischen Positionen" (worunter die Haltung zu Homosexuellen fällt).

 

https://www.katholisch.de/artikel/13648-es-ist-nie-ein-grund-allein

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vor 23 Stunden schrieb bw83:

Ahja? Wenn sich ein Alkoholiker, ergo ein Kranker, KO. säuft, ist das eine Todsünde? Meines Wissens müsste das aber in vollem Bewusstsein geschehen und aus freiem Willen.

 

Habe ich irgendwo von chronisch Kranken geschrieben? Das K.O.-Saufen ist als Begriff außerdem nicht dem Vollrausch des Alkoholikers gleichzusetzen, es ist ein Begriff aus dem Umgang der Jugend mit Alkohol. Wikpiedai dazu:
 

Zitat


Im öffentlichen Diskurs und in den Medien wird „Komasaufen“ meist mit „exzessivem Alkoholkonsum“, oft auch „mit dem erklärten Ziel, betrunken zu werden“, gleichgesetzt,[4] also mit „bewusstem Rauschtrinken“, „Wetttrinken“ oder „Kampftrinken“, und bezieht sich vor allem auf den Alkoholmissbrauch unter Jugendlichen.

 

 

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vor 18 Minuten schrieb rorro:

 

Habe ich irgendwo von chronisch Kranken geschrieben? Das K.O.-Saufen ist als Begriff außerdem nicht dem Vollrausch des Alkoholikers gleichzusetzen, es ist ein Begriff aus dem Umgang der Jugend mit Alkohol. Wikpiedai dazu:
 

 

 

Ja, und das ist einseitig: Alkoholismus (einschließlich K.O.-Trinken) ist ein gesamt-gesellschaftliches Problem:

 

https://www.tagblatt-anzeiger.de/Nachrichten/Alle-Altersgruppen-haben-Probleme-mit-dem-Alkoholkonsum-357775.html

bearbeitet von iskander
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vor 15 Minuten schrieb rorro:

 

Habe ich irgendwo von chronisch Kranken geschrieben? Das K.O.-Saufen ist als Begriff außerdem nicht dem Vollrausch des Alkoholikers gleichzusetzen, es ist ein Begriff aus dem Umgang der Jugend mit Alkohol. Wikpiedai dazu:
 

 

Wenn du so argumentierst:

Dann müssen wir konstatieren, dass ein großer Teil der mir bekannten Pfarrer in meiner Region ständig oder zumindest regelmäßig die Todsünde der Völlerei begeht. Denn irgendwo müssen die Bäuche ja herkommen. Glaube nicht, dass die alle Probleme mit dem Stoffwechsel haben. 

 

Wenn ich so manchen Internetgottesdienst anschaue, dann ist so ein Bäuchlein keine Ausnahme. 

 

Außerdem weißt du ja nicht, wo der KO-Suff anfängt und wo er aufhört. Was für den Außenstehende wie absolute Blödheit und bewusster Dummsuff aussieht, mag insgeheim bestimmte Gründe haben. 

bearbeitet von bw83
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vor 39 Minuten schrieb iskander:

Mit Internet meine ich beispielsweise Seiten und Foren, auf die man relativ schnell stößt. Das ist mein subjektiver Eindruck, dass da vieles in konservativer Hand ist. Ich glaube ansonsten schon, dass die moralische Haltung der Kirche (und damit verbunden ihre fehlende Glaubwürdigkeit) einen der Gründe für den Austritt darstellen:
 

Zitat

 

440 der Teilnehmer waren aus der Kirche ausgetreten. Bei den ausschlaggebenden Motiven entfielen die mit Abstand meisten Nennungen auf den Punkt Entfremdung beziehungsweise fehlende Bindung zur Kirche, gefolgt von der Kirchensteuer und einer "nicht mehr zeitgemäßen Haltung der Kirche". Andere Studienteilnehmer gingen hier noch mehr ins Detail: So haben es auch das Frauenbild der Kirche und der Zölibat in die Top Ten der Austrittsmotive geschafft sowie die "Diskrepanz zu ethischen Positionen" (worunter die Haltung zu Homosexuellen fällt).

 

https://www.katholisch.de/artikel/13648-es-ist-nie-ein-grund-allein

 

Du zitierst es doch selbst: „Entfremdung bzw. fehlende Bindung zur Kirche“. Sie glauben schlicht nicht! Der Glaube der Kirche sagt ihnen nichts. Das dürfte der wichtigste Grund sein. Und dann tut einem schnell das Geld leid, wenn man sieht, wie Bischöfe damit umgehen. Und wenn eine solche Kirche auch noch „uncool“ daherkommt.

 

Aber entscheidend dürfte sein, so sehe ich das als ehemaliges Kirchenmitglied jedenfalls, und als jemand, der viele ehemalige Kirchenmitglieder kennt, daß man nicht mehr an Götter glaubt, nicht an „Auferstehung“, und nicht an „ewiges Leben im Jenseits“. Das sind einfach ideologische Ladenhüter, die selbst den meisten, die heute noch Kirchenmitglieder sind, nichts mehr sagen. Für Kirchenaustritte ist da noch viel Potential, und da genügen dann Anlässe. Der Rest ist jährliche Statistik.

 

bearbeitet von Marcellinus
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vor 45 Minuten schrieb Marcellinus:

 

Du zitierst es doch selbst: „Entfremdung bzw. fehlende Bindung zur Kirche“. Sie glauben schlicht nicht! Der Glaube der Kirche sagt ihnen nichts. Das dürfte der wichtigste Grund sein. Und dann tut einem schnell das Geld leid, wenn man sieht, wie Bischöfe damit umgehen. Und wenn eine solche Kirche auch noch „uncool“ daherkommt.

 

Aber entscheidend dürfte sein, so sehe ich das als ehemaliges Kirchenmitglied jedenfalls, und als jemand, der viele ehemalige Kirchenmitglieder kennt, daß man nicht mehr an Götter glaubt, nicht an „Auferstehung“, und nicht an „ewiges Leben im Jenseits“. Das sind einfach ideologische Ladenhüter, die selbst den meisten, die heute noch Kirchenmitglieder sind, nichts mehr sagen. Für Kirchenaustritte ist da noch viel Potential, und da genügen dann Anlässe. Der Rest ist jährliche Statistik.

 

Sehe ich als gläubiger Katholik genauso. Und, wieder Anekdoten wie im Corona-Thread:

Je jünger die Leute, desto weniger Glaube. 

Je jünger die Leute, desto weniger Skrupel, aus der Kirche auszutreten. 

Ich persönlich behaupte mal, dass ich auch aufgrund meines Berufs "überdurchschnittlich" viele Leute kenne. 

In meinem Alter bin ich als gläubiger Katholik, der regelmäßig in die Kirche geht, eine größere Ausnahme als (ohne diese Menschen abwerten zu wollen, einfach nur zur Einordnung) 

- Veganer

- Homosexuelle

- Ganzkörper-Tätowierte

- mehrfach Verheiratete 

- Kiffer bzw. Konsumenten anderer nicht erlaubter Drogen 

Usw. 

 

In meinem gesamten Freundeskreis ist in der Mehrheit - und das gilt, obwohl fast alle katholisch getauft und als Kinder in die Kirche geschickt wurden - außer mir fast niemand, der öffentlich dazu steht, zu glauben. Es ist kein einziger dabei, der positiv über die katholischen Kirche spricht, die beiden, die noch zugeben zu glauben, wollen mit der Kirche nix zu tun haben. Meine Partnerin sagt von sich bspw, dass sie glaubt. Sie geht aber außer zu Beerdigungen, Taufen und Hochzeiten nur aus touristischen Gründen in eine Kirche. Sie weiß nicht mal mehr, wann ihr letzter sonntäglicher Gottesdienstbesuch war. Und jetzt ist sie aber noch eine, die "glaubt". 

Ich kenne mehr, die aus der Kirche ausgetreten sind als solche, die sagen, dass sie glauben. 

Ich kenne eine Person, die glaubt an gar nichts und ist noch in der Kirche. Weil sie bei der Diözese angestellt ist und "fürstlich" verdient. 

Wären manche Berufe nicht so streng an die Mitgliedschaft zu einer Kirche gebunden, gäbe es noch weniger Mitglieder. Oder anders gesagt: Dann gäbe es noch mehr Austritte.

Meine Schwester hat letztes Jahr ein Kind bekommen. Das wird getauft. 

Das ist das erste Kind seit 2017, das getauft wird. Die anderen Kinder, die in meinem Bekanntenkreis seither auf die Welt kamen, werden bzw. wurden alle nicht mehr getauft. 

 

Der Synadole Weg mag nicht falsch sein. Er greift aber viel zu kurz und immanent wichtige Ansatzpunkte fehlen. Da diskutiert ein Zirkel über Probleme des Zirkels. Dieser Zirkel sollte aber nicht nur darüber diskutieren, was in diesem Zirkel falsch läuft. Der Zirkel sollte auch mal darüber nachdenken, wie man dort wieder wächst, wo der Zirkel zu Hause ist. 

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