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Corona-Special: in Deutschland, Europa und Global


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vor 39 Minuten schrieb bw83:

Wenn ich aber von Verwandten höre, dass Ü80 in NRW erst im April (!) einen Termin für die Erstimpfung (!) haben

Ist leider der Fall, ja

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Die Angelika
Am 25.2.2021 um 17:40 schrieb laura:

 

Irgendwie verstehe ich dein Argument nicht.

Du gehst auf die Website und sie zeigt dir - nach Überprüfung der Impfberechtigung und Auswahl des Impfzentrums - 3 Termine an, also z.B. 8.3., 17 Uhr, 11.3., 13.30 und 12.3., 14.45 Uhr. Du wählst einen aus, gehst dann auf "zweiten Termin buchen" und das System zeigt dir - mindestens 63 Tage später - wieder drei Termine an, aus dem du einen auswählst.

Wo ist das Problem?

 

Das Problem ist wohl, dass es, wenn man deine Erfahrungen auf ganz BaWü übertragen kann, in BaWü alles ganz wunderbar perfekt und genial funktioniert, während in Bayern und (was man so hört) auch in anderen Bundesländern nahezu alles zu holpern und stolpern scheint.

Ich habe mich in Bayern zur Impfung angemeldet und außer einer aslbungsvollen Mail, dass ich Verständnis und Geduld haben möge und bittebittebitte nicht nochmal nachfragen möge, nichts mehr gehört. Von Auswahlterminen sind wir hier offenbar weit entfernt. Aber vielleicht ist ja auch das für mich zuständige Impfzentrum das einzige, das nicht funktioniert.

Desweiteren schütteln hier die Leute den Kopf, weil sie 50 km weit zum Impfen fahren sollen, während in der Stadt, etwa 6 km von ihrem Dorf entfernt, drei Impfstationen sind. Aber nein, das wird ganz bürokratisch und hirnlos (nicht hirnkrank) bürokratisch nach Kreisen zugeordnet. Umgekehrt dürfen die aus unserem Nachbardorf nun überlegen, wie sie die alten Leutle ins ebenfalls 50 km (mit dem Auto) entfernte Impfzentrum schaffen, weil nunn leider der ÖNVP aus unseren Käffern in dieses mehr als bescheiden ist. Da fährt im Prinzip nur frühmorgens und mittags und irgendwann abends ein Bus (und das ist der Bus, in dem, sofern Schule ist, sich die Schulkinder tummeln)...

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Mistah Kurtz

San Marino wurde es leid auf die EU und Italien zu warten und hoffen und hat sich nun anderweitig nach Impfstoff umgesehen. Der Zwergstaat mit einer - auf die Bevölkerung bezogen - der höchsten Covid-Sterberaten weltweit - hat sich an Russland mit der Bitte um eine rasche Lieferung von Impfstoff - Sputnik V - gewandt. Und Russland lieferte prompt und somit konnte San Marino beginnen seine Bürger zu impfen. Weitere Lieferungen aus Russland sind zugesichert und sollen bald erfolgen. 

 

Zitat

“We are at zero vaccinations," San Marino Secretary of State for Health Roberto Ciavatta told Italian TV on Tuesday. "We tried to work with friendly countries, we have tried every path, but it is extremely late, so we went with what the market made available." - From Russia with Love

 

Edited by Mistah Kurtz
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Aristippos
vor 1 Stunde schrieb Mistah Kurtz:

San Marino wurde es leid auf die EU und Italien zu warten und hoffen und hat sich nun anderweitig nach Impfstoff umgesehen. Der Zwergstaat mit einer - auf die Bevölkerung bezogen - der höchsten Covid-Sterberaten weltweit - hat sich an Russland mit der Bitte um eine rasche Lieferung von Impfstoff - Sputnik V - gewandt. Und Russland lieferte prompt und somit konnte San Marino beginnen seine Bürger zu impfen. Weitere Lieferungen aus Russland sind zugesichert und sollen bald erfolgen. 

 

 

Ja, Russland scheint so ziemlich jeden zu impfen, außer die Russen.

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vor 5 Stunden schrieb Aristippos:

Ja, Russland scheint so ziemlich jeden zu impfen, außer die Russen.

 

Hier mal eine genauere Beschreibung der russischen Impfpolitik, es scheint große Probleme bei einer ausreichenden Impfstoffproduktion zu geben, im Land selbst starkes Misstrauen gegen die Impfung. Ausländische Impfstoffe sind in Russland nicht zugelassen.

Ob unter diesen Umständen ausländische Besteller überhaupt genug Impfstoff bekommen, ist eine interessante Frage.

https://www.freiheit.org/de/russland-und-zentralasien/impfsituation-russland-politische-ambitionen-gegen-die-realitaet

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vor 10 Stunden schrieb Die Angelika:

 

Das Problem ist wohl, dass es, wenn man deine Erfahrungen auf ganz BaWü übertragen kann, in BaWü alles ganz wunderbar perfekt und genial funktioniert, während in Bayern und (was man so hört) auch in anderen Bundesländern nahezu alles zu holpern und stolpern scheint.

Ich habe mich in Bayern zur Impfung angemeldet und außer einer aslbungsvollen Mail, dass ich Verständnis und Geduld haben möge und bittebittebitte nicht nochmal nachfragen möge, nichts mehr gehört. Von Auswahlterminen sind wir hier offenbar weit entfernt. Aber vielleicht ist ja auch das für mich zuständige Impfzentrum das einzige, das nicht funktioniert.

Desweiteren schütteln hier die Leute den Kopf, weil sie 50 km weit zum Impfen fahren sollen, während in der Stadt, etwa 6 km von ihrem Dorf entfernt, drei Impfstationen sind. Aber nein, das wird ganz bürokratisch und hirnlos (nicht hirnkrank) bürokratisch nach Kreisen zugeordnet. Umgekehrt dürfen die aus unserem Nachbardorf nun überlegen, wie sie die alten Leutle ins ebenfalls 50 km (mit dem Auto) entfernte Impfzentrum schaffen, weil nunn leider der ÖNVP aus unseren Käffern in dieses mehr als bescheiden ist. Da fährt im Prinzip nur frühmorgens und mittags und irgendwann abends ein Bus (und das ist der Bus, in dem, sofern Schule ist, sich die Schulkinder tummeln)...

 

Es läuft in Bayern mittlerweile wohl (im Vgl. zu bspw. NRW :D ) halbwegs "okay", aber was ich alleine von meinen Nachbarn mitbekommen habe, einfach unwürdig. Impfzentrum wird in einem Ort errichtet, das mit ÖPNV nicht so toll erreichbar ist, das Impfzentrum selber ist dann an den ÖPNV gar nicht angebunden. Ü80 + Ü90 sind die beide, haben kein Auto mehr, können nicht mehr weit zu Fuß laufen, obwohl sie sonst noch relativ fit sind, müssen dann mit dem Taxi hinfahren und bekommen nicht mal beide einen Termin am selben Tag. Totaler Irrsinn, was da abläuft. Taxi müssen sie natürlich selbst zahlen, wobei der Lkr. jetzt zumindest insoweit entgegenkommt, dass er die Hälfte der Kosten für solche Taxifahrten übernimmt.

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vor 3 Stunden schrieb Shubashi:

 

Hier mal eine genauere Beschreibung der russischen Impfpolitik, es scheint große Probleme bei einer ausreichenden Impfstoffproduktion zu geben, im Land selbst starkes Misstrauen gegen die Impfung. Ausländische Impfstoffe sind in Russland nicht zugelassen.

Ob unter diesen Umständen ausländische Besteller überhaupt genug Impfstoff bekommen, ist eine interessante Frage.

https://www.freiheit.org/de/russland-und-zentralasien/impfsituation-russland-politische-ambitionen-gegen-die-realitaet

 

Kann natürlich "anekdotisch" sein und demzufolge ohne Gewähr, aber meine Kollegin mit russischen Wurzeln berichtet zumindest von ihrer Verwandtschaft, dass sich in Russland kaum jemand an irgendwas hält, sehr viele Covid-Leugner unterwegs sind und aufgrund des Misstrauens ggü. der Regierung auch kaum Vertrauen bzgl. des Impfstoffs da ist. Von dem her würde das deinen Post bestätigen.

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vor 37 Minuten schrieb bw83:

 

Kann natürlich "anekdotisch" sein und demzufolge ohne Gewähr, aber meine Kollegin mit russischen Wurzeln berichtet zumindest von ihrer Verwandtschaft, dass sich in Russland kaum jemand an irgendwas hält, sehr viele Covid-Leugner unterwegs sind und aufgrund des Misstrauens ggü. der Regierung auch kaum Vertrauen bzgl. des Impfstoffs da ist. Von dem her würde das deinen Post bestätigen.

 

Was eigentlich sehr schade ist, denn der „sozialistische“ Osten war tatsächlich mal eine echte Hochburg staatlicher Impfpolitik.

https://www.mdr.de/zeitreise/impfen-ddr-sozialismus-100.html

 

(Woran auch die historische Krankenhaus-Soap „Charité“ jüngst zufällig passend erinnerte.)

 

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vor 57 Minuten schrieb bw83:

Taxi müssen sie natürlich selbst zahlen, wobei der Lkr. jetzt zumindest insoweit entgegenkommt, dass er die Hälfte der Kosten für solche Taxifahrten übernimmt.

Ich kenne jetzt zwar nicht die Taxitarife im Bayerischen Hinterland, aber es klingt trotzdem noch unbezahlbar.

Und: Gibt es im ländlichen Raum eigentlich genug Taxis, um die hochbetagten Impfwilligen zu den abgelegenen Impfzentren zu karren?

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vor 2 Stunden schrieb bw83:

 

Es läuft in Bayern mittlerweile wohl (im Vgl. zu bspw. NRW :D ) halbwegs "okay", aber was ich alleine von meinen Nachbarn mitbekommen habe, einfach unwürdig. Impfzentrum wird in einem Ort errichtet, das mit ÖPNV nicht so toll erreichbar ist, das Impfzentrum selber ist dann an den ÖPNV gar nicht angebunden. Ü80 + Ü90 sind die beide, haben kein Auto mehr, können nicht mehr weit zu Fuß laufen, obwohl sie sonst noch relativ fit sind, müssen dann mit dem Taxi hinfahren und bekommen nicht mal beide einen Termin am selben Tag. Totaler Irrsinn, was da abläuft. Taxi müssen sie natürlich selbst zahlen, wobei der Lkr. jetzt zumindest insoweit entgegenkommt, dass er die Hälfte der Kosten für solche Taxifahrten übernimmt.


Hier im Landkreis - und auch, soweit ich es mitbekomme, in den Nachbarlandkreisen haben Städte und Gemeinden vorbildlich reagiert. Ziemlich rasch, und zumeist in der Regie der Stadt- und Gemeindeverwaltung, sind Ehrenamtliche älteren Herrschaften bei der Reservierung von Impfterminen beigestanden und wurden Fahrdienste - ebenfalls mit Hilfe von Ehrenamtlichen - organisiert. Bei den Stadtverwaltungen gibt's derzeit genügend Leute, die sowas gut koordinieren können - etwa beim Jugend- und Kulturzentrum, dessen Betrieb coronabedingt heruntergefahren ist. Ein Lokalredakteur hat das als ehrenamtlicher Fahrer mal getestet, es habe hervorragend funktioniert: "Hallo, hier ist das JUKS. Können Sie am Montag oder Dienstag für uns fahren?" Montag passte besser. Umgehend die Mail mit den Kontaktdaten der zu transportierenden Dame. Fahrt in die Kreisstadt zum Impfzentrum. Auch dort sei alles hervorragend gelaufen ... und die mit der Koordination beauftragten Jugendhausmitarbeiter seien schon lange nicht mehr mit so viel Lob, Anerkennung und Dankbarkeit überschüttet worden wie in den letzten drei Wochen ...
Bei uns im Dorf surrt das "Dorftaxi" jetzt auch wieder ... ist ein coronabedingt vorübergehend eingestellt gewesener, von der Ortsseniorenvertretung initiierter Fahrdienst für ältere Herrschaften zu Fahrtzielen im Radius von ca. 10 bis 15 km, die mit ÖPNV etwas schwieriger zu erreichen sind. Er wurde jetzt erst mal für Fahrten zum Impfzentrum reaktiviert. Wird von der Seniorensachbearbeiterin auf dem Rathaus koordiniert ...
Kostet nix, wer möchte, darf nach Selbsteinschätzung spenden, im (Elektro-)Auto ist ein Spendenkässle montiert.
Davon abgesehen: die reguläre, im Viertelstundentakt bediente ÖPNV-Haltestelle vor dem Impfzentrum ist einen Steinwurf von selbigem entfernt. Hat bei der Entscheidung für diesen Standort eine nicht unwesentliche Rolle gespielt.

Edited by Julius
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vor 3 Stunden schrieb bw83:

 

Es läuft in Bayern mittlerweile wohl (im Vgl. zu bspw. NRW :D ) halbwegs "okay", aber was ich alleine von meinen Nachbarn mitbekommen habe, einfach unwürdig. Impfzentrum wird in einem Ort errichtet, das mit ÖPNV nicht so toll erreichbar ist, das Impfzentrum selber ist dann an den ÖPNV gar nicht angebunden. Ü80 + Ü90 sind die beide, haben kein Auto mehr, können nicht mehr weit zu Fuß laufen, obwohl sie sonst noch relativ fit sind, müssen dann mit dem Taxi hinfahren und bekommen nicht mal beide einen Termin am selben Tag. Totaler Irrsinn, was da abläuft. Taxi müssen sie natürlich selbst zahlen, wobei der Lkr. jetzt zumindest insoweit entgegenkommt, dass er die Hälfte der Kosten für solche Taxifahrten übernimmt.

 

Vorweg: Ich zitiere diesen Post als typischens Beispiel für die Argumentation hier, meine Antwort ist nicht direkt an @bw83 gerichtet...

 

Keine Frage, dass nicht alles optimal läuft.

Aber für mich geht hier was nicht zusammen. Einerseits wird immer wieder "Eigenverantwortung" gefordert, dass jeder für sein eigenes Verhalten Verantwortung übernehmen soll und die Coronaregeln als eine Art bessere Diktatur beschimpft.

 

Bei den Impfungen fordern manche hier ein Nannyverhalten des Staates: Er soll sicher stellen, dass definitiv jeder zum Impfzentrum gebracht wird, dass - noch besser - Impfkommandos nach Hause kommen. Der Bürger muss bei jeder Impfung selbst für An- und Abreise sorgen. Warum sollte es bei Corona anders sein?

Und es ist durchaus auch von einer Gesellschaft zu erwarten, dass sie sich ohne staatlichen Eingriff so organisiert, dass die Schutzbefohlenen ggf. zu der Impfung gebracht werden.

Dafür braucht es keine Politik, sondern in erster Linie Nachbarschaftshilfe.

 

Sehr hart gesagt: Wer auf dem Land lebt, weiß um die Probleme der Beförderung zu ärztlicher Behandlung. Das tritt nicht erst bei den Coronaimpfungen auf, sondern betrifft in der Regel jeden Arztbesuch. Und dann müssen sich halt die Familien, Nachbarschaften, Dörfer etc. organisieren.

 

Und für diejenigen, bei denen es wirklich gar nicht anders geht, können die Taxikosten übernommen werden.

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vor 1 Stunde schrieb Mistah Kurtz:

Laut Anna ist die Russlandberichterstattung bei uns generell sehr verzerrt, sie erkennt darin, meint sie, ihr eigenes Land kaum wieder. Und sie ist keine Putin-Apologetin oder ein Fan der derzeitigen Regierung. Aber was hier aus Russland gemacht wird, meint sie, ist eine schlechte Karikatur. Auch das nur nebenbei als Randnotiz angemerkt. 

Es gibt natürlich auch ein Riesenproblem, wenn man selbst in Russland lebt, welches uns hier eher fremd ist. Wenn man gegen Putin ist, wofür es natürlich reichlich Gründe gibt, muss man dann ja trotzdem beantworten, was denn eigentlich danach passieren soll. Es besteht nämlich mit Sicherheit eine sehr hohe Chance, nach Putin vom Regen in die Traufe zu kommen. Und das dann bei deutlich weniger stabilen Verhältnissen. 

 

Ich würde aber schon vermuten, dass die Corona Schäden in Russland ungleich höher sind, als das was von dort offiziell gemeldet wird. Window Dressing gehört im System Putin ganz sicher zum bevorzugten Instrumentarium.

 

 

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vor 9 Minuten schrieb laura:

 

Vorweg: Ich zitiere diesen Post als typischens Beispiel für die Argumentation hier, meine Antwort ist nicht direkt an @bw83 gerichtet...

 

Keine Frage, dass nicht alles optimal läuft.

Aber für mich geht hier was nicht zusammen. Einerseits wird immer wieder "Eigenverantwortung" gefordert, dass jeder für sein eigenes Verhalten Verantwortung übernehmen soll und die Coronaregeln als eine Art bessere Diktatur beschimpft.

 

Bei den Impfungen fordern manche hier ein Nannyverhalten des Staates: Er soll sicher stellen, dass definitiv jeder zum Impfzentrum gebracht wird, dass - noch besser - Impfkommandos nach Hause kommen. Der Bürger muss bei jeder Impfung selbst für An- und Abreise sorgen. Warum sollte es bei Corona anders sein?

Weil andere Impfungen vor Ort vom Hausarzt gemacht werden.

Ich verstehe weiterhin nicht, warum die mobile Impfteams, die ja in vielen Regionen mit den Altersheimen durch sind, nicht einen "Marktstand" aufbauen. Das würden viele Ältere alleine gewuppt bekommen. Gerade hier auf'm Dorf sind die Kinder zwecks Fahrdienste nicht immer in Reichweite.

Manch Älterer kommt sonst alleine gut zu Recht, aber eine Tagesreise (und das ist sie!) bekommen sie nicht alleine mit ÖPNV und allem anderen hin.

 

Außerdem hat die Politik immer den Gesundheitsschutz für jeden Einzelnen als das Allerwichtigste hochgehalten (wichtig ist es keine Frage), dann sollte auch eine dezentrale Impfmöglichkeit als besten Gesundheitsschutz möglich sein. Meinentwegen zusammen mit Armee, THW, Katastrophenschutz, dem örtlichen Stadtbauhof, dem örtlichen ÖPNV-Verein usw. usf.

 

vor 9 Minuten schrieb laura:

Und es ist durchaus auch von einer Gesellschaft zu erwarten, dass sie sich ohne staatlichen Eingriff so organisiert, dass die Schutzbefohlenen ggf. zu der Impfung gebracht werden.

Dafür braucht es keine Politik, sondern in erster Linie Nachbarschaftshilfe.

Nachbarschaftshilfe. Du bist lustig. In meiner Straße gibt es 10 Häuser. In nur dreien wohnen Menschen, die unter 65 sind und die alle arbeiten gehen.

 

vor 9 Minuten schrieb laura:

 

Sehr hart gesagt: Wer auf dem Land lebt, weiß um die Probleme der Beförderung zu ärztlicher Behandlung. Das tritt nicht erst bei den Coronaimpfungen auf, sondern betrifft in der Regel jeden Arztbesuch. Und dann müssen sich halt die Familien, Nachbarschaften, Dörfer etc. organisieren.

 

Und für diejenigen, bei denen es wirklich gar nicht anders geht, können die Taxikosten übernommen werden.

Das eine Facharztdichte nach Einwohnerdichte und nicht nach Entfernung festgelegt wird, ist schlimm genug (Stichwort: Politik für die Großstädte und nicht für das Land, obwohl dort mehr leben lt. Herrn Steinmeier von wenigen Jahren).

Außerdem meine ich, daß irgendwo was von gleichwertigen Lebensbedingungen steht.

Damit meine ich nicht, daß jedes Dorf einen Onkologen oder einen Kardiologen braucht, aber gängige Fachärzte wie HNO oder Orthopäde sollten in der nächsten größeren Stadt einfach erreichbar sein.

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vor 29 Minuten schrieb laura:

Keine Frage, dass nicht alles optimal läuft.

Aber für mich geht hier was nicht zusammen. Einerseits wird immer wieder "Eigenverantwortung" gefordert, dass jeder für sein eigenes Verhalten Verantwortung übernehmen soll und die Coronaregeln als eine Art bessere Diktatur beschimpft.

 

Bei den Impfungen fordern manche hier ein Nannyverhalten des Staates: Er soll sicher stellen, dass definitiv jeder zum Impfzentrum gebracht wird, dass - noch besser - Impfkommandos nach Hause kommen. Der Bürger muss bei jeder Impfung selbst für An- und Abreise sorgen. Warum sollte es bei Corona anders sein?

Und es ist durchaus auch von einer Gesellschaft zu erwarten, dass sie sich ohne staatlichen Eingriff so organisiert, dass die Schutzbefohlenen ggf. zu der Impfung gebracht werden.

Dafür braucht es keine Politik, sondern in erster Linie Nachbarschaftshilfe.

 

Sehr hart gesagt: Wer auf dem Land lebt, weiß um die Probleme der Beförderung zu ärztlicher Behandlung. Das tritt nicht erst bei den Coronaimpfungen auf, sondern betrifft in der Regel jeden Arztbesuch. Und dann müssen sich halt die Familien, Nachbarschaften, Dörfer etc. organisieren.

"nicht alles optimal"? Das ist mal ein netter Euphemismus...

 

Zur Eigenverantwortung und der Rolle des Staates: So lange der Staat die Corona-Impfung komplett koordiniert bestimmt, wer wann an der Reihe sein soll und wer Impfen darf, dann hat er bei den definierten Risikogruppen der älteren Senioren auch die entsprechenden Lebenswirklichkeiten zu berücksichtigen. Im Gegensatz zu zu jeder anderen Impfung darf das nämlich meines Wissens immer noch nicht der Hausarzt machen.

 

Du vergleichst in meinen Augen munter Äpfel mit Birnen. Einfach mal 5 Minuten Nachdenken, bevor du mit den Schimpftiraden loslegst...

Edited by rince
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Nachtrag:

Die Tage hatte ich mit einer entfernten Kollegin* ein ähnliches Gespräch. Sie meinte, das Opfer (= alle Verwandten ins Impfzentrum fahren) kann man von der Gesellschaft in dieser Situation erwarten. Ähm ... ja ... Wir haben uns dann ausführlichst über die bisher gebrachten Opfer der Gesellschaft tiefgründiger unterhalten.

 

*Situation der Kollegin: sehr krisenfester Job, bisher keine finanziellen Einbußen beim Gehalt, keine pflege- oder sonstigen hilfsbedürftigen Alten in der Verwandtschaft. Ihre bisherigen Opfer waren der Sommerurlaub 2020, der kostenneutral in 2021 verlagert werden konnte, sowie der 15jährige Sohn, dem die Homeschoolingzeit besser als Präsenzzeit gefällt und eher Notenverbesserungen in den letzten 12 Monate hatte.

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Mir geht es um etwas ganz anderes: Ich erlebe gerade gesamtgesellschaftlich ein starkes "Gemotze" über das Krisenmanagement. Und oft wird erstmal gemeckert, bevor man sich mit der Komplexität der Sache beschäftigt hat.

 

Beispiel Impfzentren: Es scheint nun wirklich "auf der Hand zu liegen", dass man auch mehr Impfzentren einrichten könnte als eines pro Kreis. Klingt total plausibel. Man braucht ja nur eine Halle und ein paar Trennwände. Die Messebauer sind sowieso arbeitslos gerade... ginge doch.

Nun habe ich mich mit der Frage mal etwas beschäftigt und dann ist die Sache deutlich komplexer, denn

1. Die Impfzentren müssen mindestens 1 Jahr bestehen, d.h. man braucht eine Halle mindestens für 1Jahr.

2. Es muss genügend Parkplätze geben, denn es werden in der Pandemie ca 90% der Leute mit dem PKW kommen (jeder, der es kann). Der Weg vom Parkplatz zum Impfzentrum muss "pandemietauglich" sein (keine engen Fahrstühle etc).

3. Es müssen in jedem Impfzentrum ständig mehrere Ärzte verfügbar sein, einer für die Aufklärung und mindstens 1-2 für Krisenfälle. Daher kann man die Impfzentren nicht beliebig multiplizieren.

4. Man muss alle denkbaren Wetterbedingungen im Blick haben: Impfungen bei einer Hitzewelle im Sommer ebenso wie bei Schneesturm. Da fallen auch wieder Örtlichkeiten weg ...

 

Und es gibt ziemlich sicher noch weitere Aspekte, die man berücksichtigen muss. Wahrscheinlich bleiben dann pro Kreis eben nicht mehr so wahnsinnig viele Orte übrig...

Und dabei ergeben sich dann auch mal  Situationen, die Ärger oder Aufwand machen, eben z.B. dass das Impfzentrum eines ländliches Kreises eben in der Festhalle von Kleinkleckersdorf ohne ÖPNV ist, weil das die einzige Halle ist, die die Kriterien erfüllt ist. Natürlich wäre es anders besser, aber neben dem ZOB der Kreisstadt ist aber keine entsprechende Halle. Damit ist die Festhalle Kleinkleckersdorf vielleicht leider die beste oder gar die einzige Möglichkeit.

 

Hinzukommt: Auf dem Land herrscht Ärztemangel und die Hausärzte in den Dörfern können auch nicht einfach "on top" noch all ihre Patienten durchimpfen. Schon für die Grippeimpfung musste mein Hausarzt die Öffnungszeiten massiv erweitern...

 

 

Edited by laura
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vor 7 Minuten schrieb laura:

Mir geht es um etwas ganz anderes: Ich erlebe gerade gesamtgesellschaftlich ein starkes "Gemotze" über das Krisenmanagement. Und oft wird erstmal gemeckert, bevor man sich mit der Komplexität der Sache beschäftigt hat.

 

Beispiel Impfzentren: Es scheint nun wirklich "auf der Hand zu liegen", dass man auch mehr Impfzentren einrichten könnte als eines pro Kreis. Klingt total plausibel. Man braucht ja nur eine Halle und ein paar Trennwände. Die Messebauer sind sowieso arbeitslos gerade... ginge doch.

Nun habe ich mich mit der Frage mal etwas beschäftigt und dann ist die Sache deutlich komplexer, denn

1. Die Impfzentren müssen mindestens 1 Jahr bestehen, d.h. man braucht eine Halle mindestens für 1Jahr.

Warum ein Jahr?

Wenn endlich die Hausärzte können/dürfen, haben die sich doch erledigt. Mir fällt kein Grund ein, in ein Impfzentrum jwd statt zum Hausarzt vor Ort zu fahren.

 

vor 7 Minuten schrieb laura:

2. Es muss genügend Parkplätze geben, denn es werden in der Pandemie ca 90% der Leute mit dem PKW kommen (jeder, der es kann). Der Weg vom Parkplatz zum Impfzentrum muss "pandemietauglich" sein (keine engen Fahrstühle etc).

Das Vorhalten von Parkplätzen sind sinnvoll. Manchmal werden dadurch die Wege für nicht mehr ganz so mobilen Leutchen nur sehr bis zu weit.

 

vor 7 Minuten schrieb laura:

3. Es müssen in jedem Impfzentrum ständig mehrere Ärzte verfügbar sein, einer für die Aufklärung und mindstens 1-2 für Krisenfälle. Daher kann man die Impfzentren nicht beliebig multiplizieren.

Aufklärung ist wichtig - ohne Frage.

In einer TV-Reportage neulich wurde eine halbe Stunde für Aufklärung + Papierkram angesetzt. Geht's auch kürzer?

Ich persönlich hatte bisher zu keiner einzigen Impfung eine Aufklärung und ich habe auch nichts vermißt. Zur Grippeschutz sehe ich nicht mal meinen Hausarzt.

 

vor 7 Minuten schrieb laura:

4. Man muss alle denkbaren Wetterbedingungen im Blick haben: Impfungen bei einer Hitzewelle im Sommer ebenso wie bei Schneesturm. Da fallen auch wieder Örtlichkeiten weg ...

 

Und es gibt ziemlich sicher noch weitere Aspekte, die man berücksichtigen muss. Wahrscheinlich bleiben dann pro Kreis eben nicht mehr so wahnsinnig viele Orte übrig...

Dass sich dabei dann Situationen ergeben, die Ärger oder Aufwand machen, eben z.B. dass das Impfzentrum eines ländliches Kreises eben in der Festhalle von Kleinkleckersdorf ohne ÖPNV ist, weil das die einzige Halle ist, die die Kriterien erfüllt ist dann vielleicht ätzend.  Neben dem ZOB der Kreisstadt ist nämlich keine entsprechende Halle. Damit ist die Festhalle Kleinkleckersdorf vielleicht leider die beste oder gar die einzige Möglichkeit.

Da finde ich das Berliner Konzept gut. Da gab es kostenlose Taxischeine.

 

vor 7 Minuten schrieb laura:

Hinzukommt: Auf dem Land herrscht Ärztemangel und die Hausärzte in den Dörfern können auch nicht einfach "on top" noch all ihre Patienten durchimpfen. Schon für die Grippeimpfung musste mein Hausarzt die Öffnungszeiten massiv erweitern...

Meine beiden letzten Hausärzte haben nie die Öffnungszeiten für Grippeimpfungen erweitert. (Bei meiner letzten war der einzige "Gast" zu dem Zeitpunkt und hat alles zwischen "Guten Tag, ich hätte gerne ..." bis "Tschüß" keine 4,5 min gedauert.)

Auch von den anderen und bisherigen Hausärzten im Dorf habe ich nichts diesbezüglich mitbekommen.

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vor 4 Minuten schrieb UHU:

Warum ein Jahr?

 

Das Jahr hat man wohl so berechnet, dass man alle Bürger*innen zweimal impfen kann. Und damit fallen alle Hallen weg, die Gastronomie enthalten, die auf eine baldige Öffnung hofft.

 

Zitat

Wenn endlich die Hausärzte können/dürfen, haben die sich doch erledigt. Mir fällt kein Grund ein, in ein Impfzentrum jwd statt zum Hausarzt vor Ort zu fahren.

 

Gute Frage.

Ein Hausarzt hat z.B. 1000 Patienten, die sich impfen lassen wollen. Durchschnittliche Dauer: 5 min (man muss ja auch die verpeilte Oma mit einrechnen).

Macht 5000 Minuten, das sind 83 Stunden. Also die Öffnungszeiten von mehr als 2 Wochen, die nur geimpft würde. Das muss man erstmal ins "normale Geschäft" reinbekommen.

 

Ich würde mal persönlich davon ausgehen, dass das Impfzentrum schneller geht.

 

Zitat

Kostenlose Taxischeine

 

Das ist gut und nötig für die, die es brauchen.

Es ist Verschwendung öffentlicher Mittel für die, die es nicht brauchen. Nicht alle Rentner sind arm.

Und wenn jemand letztes Jahr noch auf Kreuzfahrt war, muss er jetzt nicht auf Kosten der Allgemeinheit Taxi fahren.

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vor 10 Minuten schrieb laura:
vor 15 Minuten schrieb UHU:

Warum ein Jahr?

 

Das Jahr hat man wohl so berechnet, dass man alle Bürger*innen zweimal impfen kann. Und damit fallen alle Hallen weg, die Gastronomie enthalten, die auf eine baldige Öffnung hofft.

Wird sich ja jemand ausgedacht haben ... erschließt sich mir zwar nicht, aber dafür kannst Du nichts.

 

vor 10 Minuten schrieb laura:

 

Zitat

Wenn endlich die Hausärzte können/dürfen, haben die sich doch erledigt. Mir fällt kein Grund ein, in ein Impfzentrum jwd statt zum Hausarzt vor Ort zu fahren.

 

Gute Frage.

Ein Hausarzt hat z.B. 1000 Patienten, die sich impfen lassen wollen. Durchschnittliche Dauer: 5 min (man muss ja auch die verpeilte Oma mit einrechnen).

Macht 5000 Minuten, das sind 83 Stunden. Also die Öffnungszeiten von mehr als 2 Wochen, die nur geimpft würde. Das muss man erstmal ins "normale Geschäft" reinbekommen.

 

Ich würde mal persönlich davon ausgehen, dass das Impfzentrum schneller geht.

Die kommen ja nicht alle am 01.03.2021 um 08:00 Uhr. Das wird durch die Prioritätsgruppen und die vorhandene Impfstoffmenge über Wochen und Monate gestreckt.

Gibt es eine verbindliche Vorschrift, daß ein Arzt impfen muß?

Mein Hausarzt wäre vielleicht in der priviligierte Situation, da er Ausbildungspraxis von einer Uni ist, so daß er vielleicht sich einen fast-fertig-oder-gerade-fertig-Studenten rekrutieren könnte. Aber über die Schiene und/oder Armee & Co. ließe sich bei Bedarf eine Hilfskraft bestimmt besorgen.

Ich vermute ganz stark, Hausärzte können auch kreativ werden. Einzige Voraussetzung: Sie bekommen das Impfen anständig vergütet.

 

vor 10 Minuten schrieb laura:

 

Zitat

Kostenlose Taxischeine

 

Das ist gut und nötig für die, die es brauchen.

Es ist Verschwendung öffentlicher Mittel für die, die es nicht brauchen. Nicht alle Rentner sind arm.

Und wenn jemand letztes Jahr noch auf Kreuzfahrt war, muss er jetzt nicht auf Kosten der Allgemeinheit Taxi fahren.

bearbeitet vor 8 Minuten von laura

Da gebe ich Dir prinzipiell recht.

Andererseits wäre eine Bedürftigkeitsprüfung vermutlich deutlich teurer, aufwändiger und langwieriger.

(Ganz ehrlich, wenn angenommen ein Lockdowntag alles in allem eine Milliarde kosten sollte, wären die unberechtigten Taxischeine eher nebensächlich und durch jeden Tag früher die Wirtschaft wieder in die Gänge kriegen, wäre das Geld schnell amortisiert.)

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vor einer Stunde schrieb UHU:

Warum ein Jahr?

Wenn endlich die Hausärzte können/dürfen, haben die sich doch erledigt. Mir fällt kein Grund ein, in ein Impfzentrum jwd statt zum Hausarzt vor Ort zu fahren.

Die neuen mRNA-Impfstoffe haben eine aufwändige Logistik, die kein Hausarzt stemmen kann (Lagerung bei -70°C). Von daher ist der Ansatz, pro Kreis ein Impfzentrum, wohl ein ganz guter Kompromiss. Auch in Anbetracht der Tatsache, daß die gesamte Bevölkerung innerhalb eines Jahres geimpft werden soll.  Und Lauras Annahmen für die Anforderungen an die Örtlichkeiten halte ich auch für realistisch. Des Weiteren ist es dem größten Teil der Bevölkerung durchaus zuzumuten, sich zwei mal dahin zu begeben, wenn man geimpft werden möchte. Dennoch wäre eine brauchbare Anbindung der Impfzentren an den ÖPNV notwendig, denn nicht jeder hat ein Auto zur Verfügung, auch nicht auf dem Land.

Ein Problem ist, daß man davon ausgegangen ist, daß die immobilen Alten mit dem im Kühlschrank lagerbaren AstraZeneca-Präparat bei ihrem Hausarzt geimpft werden könnten. Dummerweise hat die StIKo da Pärparat nicht für diese Altersgruppe vorgesehen... Zeitlich wäre das weniger ein Problem, denn diese Altersgruppe dürfte vergleichsweise oft einen Arzttermin haben.

 

Ein anderes Problem ist die Organisation der Impftermine. Wenn es nicht mal möglich ist, betagten Ehepaaren einen gemeinsamen Impftermin zu vermitteln, dann entfallen auch andere Möglichkeiten, wie der vom Bürgermeister organisierte Transferbus für alle Alten aus Hinterkleinkleckersdorf zum gemeinsamen Impftermin.

 

Ich lebe in einer Großstadt, daß hiesige Impfzentrum ist gut an den ÖPNV angebunden; von der Trabantenstadt am anderen Ende ist man mit dem ÖPNV trotzdem eine Stunde unterwegs. Und sollte einen das mobilitätstechnisch überfordern, so könnte das Taxi hin und zurück leicht dreistellig kosten. Da hilft dann auch der Taxigutschein über 10 Euro nicht viel. Und in der Trabantenstadt wohnen eher nicht die Leute mit eigenem Chauffeur...

 

Hier wäre mehr Flexibilität gefordert: Ähnlich zu den Impfteams, die in die Heime gefahren sind, gemeinsame Impftermine beim Hausarzt oder im Gemeindezentrum. Oder zusätzliche lokale Standorte, zumindest für ein paar Wochen (die gibt es wohl teilweise). Ich weiß nur nicht, ob das Anmeldesystem das handhaben könnte (siehe betagte Ehepaare...)

Eine Mindestanforderung wäre meiner Meinung nach, daß in jedem Kreis ein Impfzentrum an den ÖPNV angeschlossen sein muß, zur Not mit einer zusätzlich eingerichteten Buslinie. In Anbetracht der Gesamtkosten der Pandemie ein überschaubarer Aufwand.

 

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vor 8 Stunden schrieb Moriz:

Ich kenne jetzt zwar nicht die Taxitarife im Bayerischen Hinterland, aber es klingt trotzdem noch unbezahlbar.

Und: Gibt es im ländlichen Raum eigentlich genug Taxis, um die hochbetagten Impfwilligen zu den abgelegenen Impfzentren zu karren?

Man kann das bei uns schon halbwegs bezahlen, sofern man eine entsprechende Rente hat. Die hat aber nicht jeder. Günstig ist jedenfalls was anderes.  Ich finde das einfach eine Frechheit. 

 

Taxis gibt es in meinem Wohnort schon genug, aber es gibt hier so viele kleine Orte, die das Taxi erst anfahren muss, dh. die Anfahrt muss auch noch gezahlt werden. Da wird das schon happig. 

 

Ich gehe mal davon aus, dass mobile Impfteams da effektiver und am Ende auch günstiger wären. Glaube auch gelesen zu haben, dass die kommen sollen. Aber so ist der Zustand ein unglaublicher Käse. 

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vor 22 Minuten schrieb Moriz:

Die neuen mRNA-Impfstoffe haben eine aufwändige Logistik, die kein Hausarzt stemmen kann (Lagerung bei -70°C). Von daher ist der Ansatz, pro Kreis ein Impfzentrum, wohl ein ganz guter Kompromiss. Auch in Anbetracht der Tatsache, daß die gesamte Bevölkerung innerhalb eines Jahres geimpft werden soll.  Und Lauras Annahmen für die Anforderungen an die Örtlichkeiten halte ich auch für realistisch. Des Weiteren ist es dem größten Teil der Bevölkerung durchaus zuzumuten, sich zwei mal dahin zu begeben, wenn man geimpft werden möchte. Dennoch wäre eine brauchbare Anbindung der Impfzentren an den ÖPNV notwendig, denn nicht jeder hat ein Auto zur Verfügung, auch nicht auf dem Land.

Es hieß von Anfang an, die tiefen Lagerungstemperaturen nur in der ersten Zeit notwendig sein werden. Bestrebungen und erste Studien zeigen eine entsprechende Entwicklung.

Wenn ein normaler Transporter für ein mobiles Impfteam funktioniert, kann man über diese Schiene zur Not vor Ort weitermachen.

Irgendwo fährt ein Linienbus als mobile Impfmöglichkeit. Finde ich klasse und kreativ.

 

Unabhängig von der Sinnhaftigkeit des Impfzentrums: Ob ein Impfzentrum pro Kreis gut, richtig und sinnvoll ist, hängt von der Größe und Bevölkerungszahl dieses Kreises ab.

 

Zitat

Ein Problem ist, daß man davon ausgegangen ist, daß die immobilen Alten mit dem im Kühlschrank lagerbaren AstraZeneca-Präparat bei ihrem Hausarzt geimpft werden könnten. Dummerweise hat die StIKo da Pärparat nicht für diese Altersgruppe vorgesehen... Zeitlich wäre das weniger ein Problem, denn diese Altersgruppe dürfte vergleichsweise oft einen Arzttermin haben.

Die StIko will diese Ansage ändern und AstraZeneca für alle freigeben. (Hintergrund sind u. a. die guten Erfahrungen in GB.)

 

Zitat

 

Ein anderes Problem ist die Organisation der Impftermine. Wenn es nicht mal möglich ist, betagten Ehepaaren einen gemeinsamen Impftermin zu vermitteln, dann entfallen auch andere Möglichkeiten, wie der vom Bürgermeister organisierte Transferbus für alle Alten aus Hinterkleinkleckersdorf zum gemeinsamen Impftermin.

Das ist wirklich ein Problem und null verständlich.

 

Zitat

 

Ich lebe in einer Großstadt, daß hiesige Impfzentrum ist gut an den ÖPNV angebunden; von der Trabantenstadt am anderen Ende ist man mit dem ÖPNV trotzdem eine Stunde unterwegs. Und sollte einen das mobilitätstechnisch überfordern, so könnte das Taxi hin und zurück leicht dreistellig kosten. Da hilft dann auch der Taxigutschein über 10 Euro nicht viel. Und in der Trabantenstadt wohnen eher nicht die Leute mit eigenem Chauffeur...

Für Ü80-Berliner wurde der komplette Preis übernommen. (eine Quelle - ich hatte es irgendwo in den Nachrichten gesehen)

 

Zitat

 

Hier wäre mehr Flexibilität gefordert: Ähnlich zu den Impfteams, die in die Heime gefahren sind, gemeinsame Impftermine beim Hausarzt oder im Gemeindezentrum. Oder zusätzliche lokale Standorte, zumindest für ein paar Wochen (die gibt es wohl teilweise). Ich weiß nur nicht, ob das Anmeldesystem das handhaben könnte (siehe betagte Ehepaare...)

Eine Mindestanforderung wäre meiner Meinung nach, daß in jedem Kreis ein Impfzentrum an den ÖPNV angeschlossen sein muß, zur Not mit einer zusätzlich eingerichteten Buslinie. In Anbetracht der Gesamtkosten der Pandemie ein überschaubarer Aufwand.

 

Eine zusätzliche Buslinie wurde hier auch eingerichtet. Das ist für die Kreisstädter auch toll - finde ich wirklich.

Von uhutown funktioniert das nur nicht. Denn die Fahrroute wäre uhutown-Zentrum* - 25 min in die ehem. Kreisstadt mit Bus** - 55 min in die aktuelle Kreisstadt mit Zug (Fahrschein am Automaten kaufen ist ...) - 20 min Bus im Stundentakt. Glaub' ja nicht, daß irgendwelche Zeiten aufeinander abgestimmt sind. Und zurück mußte ja auch wieder.

 

Die ehem. Kreisstadt hatte sich bei aktueller Kreisstadt "beworben", ein Impfzentrum zu werden. Ideale Räumlichkeiten vorhanden (wäre nämlich die ehem. Kreisverwaltung und genauer der Sitzungssaal. Da ich das Gebäude kenne, kann ich das wirklich bestätigen. Parkplätze vorhanden. Neben Ärztehaus und Krankenhaus. Neben ZOB/Bahnhof.) Da hat unsere ach so engagierte Kreisverwaltung gar nicht drüber nachgedacht, weil sie und die Kreisstadt jetzt Nabel der Welt seien.

 

* uhutown hat mehrere Dörfer, wo täglich nur zwei bis vier Busse fahren

** Bus rein in die ehem. Kreisstadt 3 x vormittags und raus 3 x nachmittags (letzter um halb fünf)

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vor 9 Minuten schrieb bw83:

Ich gehe mal davon aus, dass mobile Impfteams da effektiver und am Ende auch günstiger wären. Glaube auch gelesen zu haben, dass die kommen sollen. Aber so ist der Zustand ein unglaublicher Käse. 

Unsere Regionalzeitung hat vor wenigen Tagen festgestellt, daß die Abwicklung der Impfungen über das Impfzentrum im Gegensatz zu Vorortlösungen teurer und langwieriger sind und von der Bevölkerung nicht so angenommen werden, wie sie gedacht waren. Ich befürchte jedoch, daß diese Erkenntnis kein Gehör finden wird. Nach dem Motto: Wir haben diese schönen Impfzentren und jetzt müssen die genutzt werden - auf Teufel komm raus.

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