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Pensées et Regards sur....


Cosifantutti

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Euer Herz lasse sich nicht  verwirren.....

 

Manche Klavierstücke und auch andere Musikstücke begleiten mich schon seit meiner Jugend durch das Leben bis heute. Genauso ergeht es  mir mit bestimmten Büchern, Erzählungen, Passagen der Heiligen Schriften. Schon von Jugend an faszinierten mich die Erzählungen des Ersten Testaments: Die Erzählungen der Abrahams-Isaaks-und Jakobssippen, Joef und seine Brüder, der Auszug aus Ägypten, die Wüstenwanderung, Landnahme Kanaans, die Richterzeit, die Könige David und Dalomo die zwei Reiche Isarels..... Dann aber auch: Immer wieder bleibe ich bei bestimmten Passagen der Heiligen Schriften hängen, bekommen bestimmte Abschnitte / Aussagen etc...für mich eine sehr wichtige Bedeutung und sind sozusagen immer wieder "Wegmarken" für die persönliche Spriritualität, so in der Weihnachtszeit ganz besonders der Prolog im Johannes-Evangelium.... In diesen Tagen bleibe ich immer wieder bei den "Abschiedsreden Jesu" im Johannes-Evangelium hängen und da besonders an diesen beiden Sätzen ( Johannes Kapitel 14, 1 und 27 )

 

Euer Herz lasse sich nicht verwirren.....

Glaubt an Gott und glaubt an mich....

 

Euer Herz beunruhige sich nicht 

und verzage nicht.....

 

 

 

( dazu passt ja auch das Evangelium des letzten Sonntags vom "Guten Hirten".... )

 

In der Bach-Kantaten-Pilgertour befinden wir uns ja zur Zeit nach dem Sonntag "Jubilate" ( letzten Sonntag ) heute im Sonntag "Cantate". An beiden Sonntagen lagen -zur Zeit Bachs - den Kantatentexten Passagen aus den "Abschiedsreden" des Johannes-Evangeliums zugrunde. Jesus nimmt nach dem letzten Mal Abschied von seinen Jüngern, die er in "in der Welt" zurücklässt, den Jüngern für das "Bleiben" und "Ausharren" in der Welt den "Beistand" und "Tröster" verspricht.... 

 

In der Kantate BWV 12 "Weinen, Klagen, Sorgen, Zagen" wird dieses "Sein in der Welt"   in barocker Sprachkraft und in barocken Sprachbildern sehr anschaulich "ausgemalt", eine kompositorische Steilvorlage für Johann Sebastian "Weinen, Klagen, Sorgen, Zagen, Angst und  Not, sind der Christen Tränenbrot".... Bach komponiert das Weinen, Klagen, Zagen als schmerzerfüllter Klagegesang aus, chormatische Passagen,Seufzer-Motive zuhauf.... ich frage mich bei diesen Kompositionen Bachs, die auch für unsere heutigen Ohren alles andere als gefällig sind, wie diese Musik wohl auf die Zuhörer Bachs in Leipzig gewirkt haben mag.... eine chromatisch absteigende Quart wird als "Bassio coninuo" im Sinne einer "Chaconne" ständig wiederholt, darüber türmt sich der mehrstimmige Klage- und Schmerzensgesang....

 

Bach selber verwendet diese chromatisch absteigende Qarrt-Figur auch in seiner großen h-Moll Messe beim "Crucifixus etaim pro nobis.....

 

Von Franz Liszt gibt es eine Komposition über diese "Chaconne" Bachs, diesen chromatsich absteigenden Basso coninuo, 

einmal für Klavier

 

https://www.youtube.com/watch?v=-AMUQCLhorQ

 

 

dann auch als "Fanatsie-Variationen für Orgel:

 

https://www.youtube.com/watch?v=55nYLrwy7S0

 

In der Bach-Kantate selber sozusagen das "Lebensmotto" des gläubigen, durch die "Welt" pilgernden Christenmenschen: 

 

"Wir müssen durch viel Trübsal in das Reich Gottes eingehen."

 

Und wie bei so vielen Bach-Kantaten auch hier: Vom "Dunkel" zum "Licht": Mit dem Blick auf Jesus, sein Sterben und Erlösungstod am Kreuz gewinnt der Christenpilger in der Welt zuversicht, Hoffung und Lebensmut. Schon alleine die abfolge der Kompositionen: Aria in c-Moll - Aria in Es-Dur / Aria in g-Moll - Choral in B-Dur.... Die Es-Dur Aria "Ich folge Christus nach, nimmt schon in der fugierten Einangsfigur den Schlusschoral vorweg:

 

"Was Gott tut das ist wohlgetan,

dabei will ich verbleiben.

Es mag mich auf die rauhe Bahn

Not. Tod und Elend treiben.

So wird Gott mich

ganz väterlich

in seinen Armen halten:

Drum lass ich ihn nur walten"

 

 

 

 

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Die Akte "Jesus von Nazareth" - neu aufgerollt.....

 

Für die Hohenpriester Hannas und Kaiphas und wohl auch für die Mehrheit des Hohen Rates in Jerusalem ist die Rechnung letztlich aufgegangen: diesen Aufwiegler und Störenfried Jesus aus Nazareth "aus dem Verkehr" zu ziehen und ihn beseitigen lassen. Schon eine ganze Zeit lang sind in Jerusalem Nachrichten eingegangen über den Wanderprediger Jesus aus Nazareth in Galiläa. Rund um den See Genesareth in Galiläa hatte Jesus zahlreiche Anhänger und Symathisanten gewonnen durch sein neues "Evangelium", wie er es nannte. Allen Verantwortlichen im Hohen Rat zu Jerusalem war noch lebhaft die Gerichtspredigt des Johannes des Täufers in Erinnerung, der das religiöse System in den Grundfesten erschüttert hatte und den Menschen als einzige Möglichkeit, dem kommenden Gottesgericht zu entgehen, die radikale Umkehr als letzte Chance anbot. Und zum Zeichen dafür, die Menschen im Jordan taufte. Das Schicksal dieses Johannes des Täufers war zur Ziefriedenheit aller religiös und politisch Verantwortlichen bald besiegelt. Diesmal hatte König Herodes die unangenehme Aufgabe übernommen, diesen phantastischen Schwärmer und Endzeitprediger mundtot zu machen und in Verwahrung zu nehmen. Wenn die Entscheidung von den entsprechenden Gremien gefällt ist, findet man immer ein Grund, dem Leben eines Rebellen ein Ende zu setzen, damit wieder Ruhe in Politik und Religion einkehren konnte.... 

 

Und war dieser Jesus, der in den Dörfern Galiläas umherzog mit seinem Evangelium vom Reich Gottes nicht auch ein großer Anhänger dieses Johannes, der der Täufer genannt wurde ?  Hatte er sich nicht auch - wie so viele - am Jordan taufen lassen ? War er nicht auch ein Jünger dieses Johannes geworden ? Aber was man von diesem Jesus aus Nazareth hörte, war einigermaßen verwirrend. Jetzt nicht eine harte, unerbittliche Predigt vom nahen Strafgericht Gottes, sondern das Kommen Gottes als Liebe und Vergebung. Schriftgelehrte und Pharisäer wurden immer nervöser und drängten den Hohen Rat, etwas zu unternehmen. Die Scharfsinnigsten unter den Verantwortlichen erkannten glasklar, dass auch dieses neue "Evangelium" des Wanderpredigers aus Galiläa die Grundfesten der überlieferten Religion erschüttern würde, mehr noch als die Gerichtspredigt des Johannes.

 

Und seit ein paar Tagen hatte sich alles nochmals zugespitzt: Dieser Jesus von Nazarth vom Norden Galiläas nach Jerusalem gekommen, wie auch als eine zusätzliche Provokation genau zum Pessah-Fest, er wurde bei seinem Einzug wie ein König, wie ein Messias begrüßt, ja wie DER MESSIAS. Dann seine Auftritte im Tempelbezirk, seine Aktion gegen die Händler und Geldwechsler im Tempelareal. Seine Predigt gegen den Tempel und den ganzen Tempelkult. Es gab für die Mitglieder des Hohen Rates letztlich keine Alternative, war doch der Hohe Rat dafür verantworlich, dass das Volk Gottes ihre Religion auch in diesen schwierigen Zeiten, unter der Herrschaft der Römer, weiter leben und paktizieren konnten. Zuletzt ging alles sehr schnell: Die Gefangennahme am Ölberg, zum Erstaunen aller war der Widerstand von Jesus und seinen Begeiter gering. Jesus ließ sich ohne jede Gegenwehr festnehmen, seine Begleiter ergriffen panikartig die Flucht, rannten weg in alle Richtungen, verschwanden im Dunkel der Nacht. Die Überstellung am frühen Morgen an Pilatus war eine heikle Angelegenheit, hatte dieser doch keinerlei Interesse, sich auch nur im gringsten in die Streitigkeiten der jüdischen Religion einzmischen. Seine Aufgabe war schlicht: In dieser Provinz des römischen Reiches für Ruhe und Ordnung zu sorgen. Letztlich konnte Pilatus überzeugt werden, Jesus als politischen Rebellen und politischen Aufwiegler zum Tod zu verurteilen und ihn der Strafe der Kreuzigung auszuliefern. Der Tod Jesu trat erstaunlich schell ein, nach ein paar Stunden konnte bereits sein Tod am Kreuz festgestellt werden. Pilatus war großzügig, erlaubte einem Sympathisanten von Jesu noch, diesen ehrenhaft zu bestatten. Pilatus wollte endlich seine Ruhe haben, war letztlich froh, dass das Pessah-Fest ohne größere Zwischenfälle vorüberging und zig sich wieder zurück in seine Residenz in Cäsarea. Auch im Hohen Rat legte man den Fall Jesus von Nazerth zu den Akten. Das Leben konnte seinen gewohnten Gang weitergehen....

bearbeitet von Cosifantutti
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die Bach-Kantaten-Pilgertour geht weiter......

 

heute dürfen wir Halt machen und Einkehr halten zum Fest Christi Himmelfahrt.

Bach hat uns zu diesem Fest alleine drei Kantaten hinterlassen.

Besonders schön die Kantate "Gott fähret auf mit Jauchzen" BWV 43

Was mich bei den Bach-Kantaten immer wieder ganz besonders anspricht - wohl durch meine katholische Prägung - wenn Bach eben nicht , inspiriert durch die Kantatentexte, herumwühlt und sich suhlt im Sündenpfuhl des Menschen, sich immer neu abarbeitet an seiner protestantischen Theologie, sondern wenn seine Musik reiner Lobpreis ist, so wie auch im Eingangschor dieser Kantate. Man ist sofort in der Musik "drin" wird mitgerissen....die Seele tut sich auf, wird weit und "erhoben"....

 

https://www.youtube.com/watch?v=PnWyQUR7d3o

 

und heute, zum Fest Christi Himmelfahrt, ein besonderes Geschenk von Johann Sebastian an uns, sein

"Himmefahrs-Oratorium" "Lobet Gott in seinen Reichen" BWV 11

 

Auch hier ein einzigartiger Lobgesang zu Beginn: "Lobet Gott in seinen Reichen, Preiset ihn in seinen Ehren, Rühmet ihn in seiner Pracht." im gewohnten "Bach-Sound"...ein sehr spiritueller, ein besonders bewegender Moment die Arie "Ach bleibe doch".... 

 

Wunderbar wie sich der Kantatendichter in die Szene des Abschieds einfügt. Nach dem Tod Jesu, hatten die Jünger und Jüngerinnen die Erfahrung gemacht, dass Jesus nicht im Tod geblieben ist, dass sich Gott endgültig und ein für alle Mal zu Jesus bekannt hat, ihn aus dem Tod auferweckt hat. Jesus "zeigte" sich den Jüngern und Jüngerinnen, war ihnen besonders nahe. Aber irgendwann ist doch die Stunde des Abschieds und des Loslassens gekommen. Jesus hatte schon Maria Magdalena gesagt: "Halte mich nicht fest".... 

 

Jesus geht zu seinem Vater, aber lässt die Jünger und Jüngerinnen nicht als "Waisen" zurück, sondern hinterässt, seine Liebe: Nr 8 , Aria: "Jesu, deine Gnadenblicke, deine Liebe bleibt zurücke...."

 

Und zuletzt schließt sich der Kreis zum Anfangschor: Wieder Mitreißender., synkopendurchtränkter, fasst jazzig zu bezeichnender Bach_Swing, als wollte Bach uns imme neu daran erinnern, dass die Evangelien warhhaft eine "Frohe Botschaft" veerkündigen, Bach versteht es ganz besonders gut, diese froh machende Botschaft in seiner Musik als Eavangelium zu verkünden....

 

ein besonders schönes Beispiel ist die Interpretation von John Eliot Gardiner, live in der Roal Albert all zu London:

 

https://www.youtube.com/watch?v=mJeqUaqfkYk

 

 

 

 

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Pfingsten....und was unser 5. Evangelist und zu diesem Fest zu sagen hat....

 

..... zu Bachs Zeit feierte man offensichtlich das Pfingstfest an drei Tagen, Bach war hier sehr produktiv und hat uns insgesamt neun ( !!! ) Kantaten für dieses Fest überlassen.... 

 

Zwei Kantaten zum ersten Pfingsttag sprechen mich ganz besonders an, zunächst die Kantate BWV 172 "Erschallet ihr Lieder"... mit dem wunderbaren Schlusschoral "Von Gott kömmt mir ein Freudenschein"... alleine wir Bach diesen Choral ( "Wie schön leuchtet der Morgenstern" ) in F-Dur vierstimmig "arrangiert" ist ein Hochgenuss...die überaus elegante Stimmführung der vier verschiedenen Stimmen, alleine die Basslinie....

 

und dann, eine meiner aboluten Lieblingskantaten von Bach: "O ewiges Feuer. o Ursprung der Liebe" BWV 34

 

In dieser Kantate ist nichts vom Wühlen im "protestantischem Sündenpfuhl", was mir bisweilen doch beim Hören der Bach-Kantaten sehr auf den Keks geht.... 

 

In der Mitte der Kantate die Arie Nr 3 "Wohl euch, ihr auserwählten Seelen...." wiederum - wie so oft bei Bach - einer Art musikalisches "Andachtsbild".... 

 

Eingerahmt wird die Kantate durch zwei grandiose festliche Chosätze Nr 1 "O ewiges Feuer" und Nr 5 "Friede über Israel"... mitreißende Musik...

Daseinsgewandt, inspiriend, erhebend, belebend, freudig, wie ein warmer, beflügelnder Rückendwind, uns zurufend: "Macht weiter !"

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"Also hat Gott die Welt geliebt" ( Johannes 3, 16f. )

 

Immer wieder gab und gibt es Versuche, zwischen "Jesus" und "Gott" sozusagen einen Keil zu treiben. Diese Versuche fallen höchst unterschiedlich aus. In den ersten Jahrhunderten des Christentums könnte man an Marcion erinnern, der einen "guten, liebenden" Gott des Neuen Testamtents vom angeblich "bösen" Gott des Alten Testamentes unterscheiden wollte. Es war eine sehr wichtige Weichenstellung, dass die Kirche im 2. Jahrundert alle Versuche abgewehrt hat, solch eine Unterscheidung / Spaltung zuzulassen, ist getde eine solche Spaltung des Gottesbildes entlang des Alten und Neuen Testamtents doch ein sehr beliebtes Einfallstor für jeden innerchristlichen Antijudaismus , bis heute....

 

Dann die Ablehnung der arianisches Sichtweise im 4. Jahrhundert.... "Gott" und "Jesus" immer zusammenzudenken und nicht auseinanderdividieren war ein Kernanliegen des Christentums, davon zeugen alle biblischen Schriften, ob man sich die Briefe des Paulus anschaut oder die vier kanonisch gewordenen Evangelien....

 

Am 2. Pfingsttag stand zu Bachs Zeiten der Abschnitt aus dem Johannesevangelium als Evangelientext auf der liturgsichen Agenda:

 

"Sosehr hat Gott die Welt geliebt,

dass er seinen einzigen Sohn hingab,

damit jeder, der an ihn glaubt,

nicht zugrunde geht,

sondern das ewige Leben hat"

 

( oder wie es in der Matthäuspassion in einer Aria heißt: "aus liebe will mein Heiland sterben...."

 

...die Liebe Gottes und die Liebe Jesu / Christi sind eins....

 

Der Eingangschor der Bach-Kantate BWV 68 "Also hat Gott die Welt geliebt" ist von ergreifender, eindringlicher Geste... eine unvergleichlich sinnliche Atmosphäre ist sofort beim erstern Choreinsatz da,..... die Liebesthematik wird entfaltet über den wiegenden "pastoralen" Sizilianorhythmus, nicht in einem Dur-Klang, sondern in dem etwas dunkleren d-Moll.... 

 

Schon in der Kantate zum ersten Pfingsttag "Erschallet ihr Lieder" BWV 172 wird das Thema der Liebe, an der die gläubige Seele durch den Empfang des Geistes Anteil erhält, breit entfaltet: Aria ( Nr. 5 ) schildert ein Dialog zwischen der Seele und dem Heiligen Geist. Der Text der "Dialog" Arie führt uns mitten hinein in die Sprachwelt und Bildwelt des Hoheliedes Salomo:

 

Anima:

Komm lass mich nicht länger warten,

komm du sanfter Himmelswind !

Wehe durch den Herzensgarten.....

 

Liebste Liebe, die so süße

Aller Wollust Überfluss...

Ich vergehe, wenn ich dich vermisse....

 

Spiritus Sanctus:

Nimm von mir den Gnadenkuss

 

Anima:

Höchste Liebe komm herein !

Du hast mir das Herz genommen

 

Spiritus Sanctus

Ich bin dein und du bist mein....

 

an diese Bildwelt schließt dann wie von selbst der Choral an

"Von Gott kömmt mir ein Freudenschein...."

 

Zurück zur Kantate des heutigen 2. Pfingstages: die  Kantate BWV 68 endet mit einem höchst komplexen, polyphonen Chorsatz "Wer an ihn gläubet, der wird nicht gerichtet....". Man hört dieser komplexen Musik zu und glaut sich in einer großen Kathedrale sitzend, sich umschauend, die Architektur der Kathedrale bewundernd, immer auch Neues  entdeckend....

 

eine besonders schöne, aktuelle Life-Aufnahme in Zeiten von Corona:

 

https://www.youtube.com/watch?v=NLA2i1-Rxco

 

 

bearbeitet von Cosifantutti
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Chronik der laufenden Ereignisse.....

 

Wenn ich auf meine Kirche schaue, dann tue ich mir manchmal schwer, den "Überblick" zu behalten, was im Moment so alles "los" ist....Es ist ja in Bezug auf Themen der Kirche nicht anders als bei sonstigen gesellschaftlichen / politischen Themen: Durch die Vielfalt der Medien, durch die Flut der Informationen auf allen möglichen Kanälen kann man leicht orientierungslos werden. Ich versuche dann einfach, irgendwo einen "roten Faden" zu entdecken, etwas festzuhalten, was wirklich über die vielfältigen "Tagesnachrichten" hinaus Bestand hat. 

 

Was die Kirche angeht, so ist - für die gegenwärtige Situation - mit Sicherheit  die Wahl von Bergolio zum Papst 2013 eine solche entscheidende Zäsur. Schon dass er den Mut hatte, sich - als erster Papst der Kirchengeschichte - "Franziskus" zu nennen, war Programm. Nach dem langen Pontifikat von Johannes Paul II und dem anschließenden "Abklingbecken" von Benedikt XVI, hat doch ein neues Kapitel in der Geschichte der Kirche begonnen. Ganz offensichtlich stellt Franziskus die diakonische, die seelsorgerliche Dimension von Kirche in den Mittelpunkt, das ist für ihn wohl das Zentrum, alles zusammengefasst mit dem Leitwort "Barmherzigkeit". Auch dass er immer wieder die Verantwortlichen der Kirche ermuntert, selber Verantwortung zu übernehmen, je nach ihren Positionen, die Bischöfe, die Priester, sich stark macht für "synodale" Formen, wo Bischöfe lernen sollen, sich ganz offen und ungeschützt über Themen auszutauschen.... 

 

Franziskus kann vielleicht nicht mehr machen, als hier einen Anfang zu setzten, zu "säen"... Anstöße, Impulse zu geben... Natürlich "rumpelt" es bei einer solchen Neuakzentuierung an allen möglichen Ecken, entscheidend wird wohl sein, ob der nächste Papst, diese Linie von Franziskus weiterführen wird..... 

 

Wie auch immer, man hat doch das Gefühl, die Kirche ist im Moment mitten in einem definitiven Umbruch, eine bestimmte Gestalt von Kirche geht zu Ende - ähnlich etwa als mit Papst Johannes XXIII die Epoche der Pius-Päpste beendet wurde und mit dem zweiten Vatikanischen Konzil die Kirche eine andere Gestalt angenommen hatte...

 

Insofern ist es sehr spannend, diesen Umbruch in der Kirche mitzuerleben.....

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Der Blick in den SPIEGEL.....

 

Diese Woche ist aus der Reihe SPIEGEL-GESCHICHTE ein Heft erschienen mit dem Titel:

 

ANITISEMITISMUS - Was der uralte Hass mit modernen Verschwörungsmythen zu tun hat. 

 

in der "Hausmitteilung" zu diesen Heft heißt es: "Deutschland hat ein Problem mit Antisemitismus: 2351 antisemitische Straftaten registrierten die Behörden im Jahr 2020, 16 Prozent mehr als 2019. Niemals seit 2001, seitdem solche Straftaten gesondert erfasst wurden, gab es mehr".

 

Eindrücklich sind in diesem Heft nicht einmal so sehr die verschiedenen ( geschichtlichen ) Artikel zum Antisemitismus, z. B auch ein Artikel über den Antijudaismus in der Geschichte des Christentums, der Antisemitismus zur "Wilheminischen" Zeit und weitere interessante Artikel... sondern die persönlichen Stellungnahmen von Zeitgenossen,         z. B. ein über mehrere Seiten dokumentiertes Gespräch mit Charlotte Knobloch und Marina Weisband über ihren Kampf gegen  Antisemitismus. 

 

Auch eine eindrückliche und sehr pointierte Stellungnahme von Igor Levit. 

 

 

bearbeitet von Cosifantutti
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Es muss nicht immerJohann Sebastian Bach sein....

 

...für mich ist Olivier Messaien, einer der wichtigsten Komponisten des 20. Jahrhunderts, der nach dem Zweiten Weltkrieg eine ganze Generation von Komponisten als Lehrer am Konservatorium in Paris nachhaltig beeinflusst hat ( Stockhausen, Boulez, Xenaxis, Nono.......etc... ), so etwas wie der Bach des zwanzigsten Jahrhunderts.  Wie bei Bach so verbindet sich bei Messaien in seinem kompositorischen Werk eine unglaubliche Universalität des musikalischen Denkens ( bei Messiaen besonders: eine originelle, geniale und sehr "sinnliche" Weiterführung aller Versuche der sogenannten "Zwölf-Ton-Musik" )  mit einer tiefen persönlichen Frömmigkeit und Spirituatlität, die wiederum eine wichtige schöpferische Quelle für seine Kompositionen waren. Was die Kompositionen von Messaien letztlich auch einmalig und unverwechselbar machen, ist, dass er die Stimmen der Vögel ganz bewusst, konsequent und systematisch in seine Kompositionen eingebaut hat. Meissaien war der Überzeugung, dass gerade die Vögel in ihrem Gesang am reinsten und vollkommensten das Lob Gottes und das Lob der Schöfpung besingen.

 

Nicht zuletzt deshalb sind die Werke Messiaes so lebenszugewandt, inspirierend, belebend, erfrischend, Geist, Sinn und Herz erweiternd.....

 

Messiaen hinterlässt bleibende Meisterwerke, die inzwischen zu wichtigen Schlüsselwerken des 20. Jahrhunderts geworden sind, in den verschiedensten Musikgattungen: Für Klavier, für Orchester, für Kammermusik

 

Messiaen war über 60 Jahre lang Titularorganist an der Kirche St Trinité in Paris. Deshalb umfasst sein kompositorisches Schaffen auch zahlreiche Werke für Orgel, darunter einige gewaltige, groß angelegte Orgelzyklen, in der er die Klangmöglichkeiten der gewaltigen Cavaillé-Coll Orgel voll ausschöpfte.  Ausgehend von seinem Organistenamt finden sich Orgelwerke zum ganzen Kirchenjahr: Weihnachten, Ostern, Pfingsten....zum Allerheiligsten Altarsakrament.....

 

Zum heutigen Fest Trinitatis hat Messiaen - man kann es durchaus schon als ein "Spätwerk" bezeichnen - ein umfassendes Werk für Orgel geschaffen:

 

Meditationen über das Geheimnis der Heiligen Dreifaltigkeit ( Méditations sur le mystère de la Sainte Trinité )

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Am 9.2.2021 um 00:03 schrieb Cosifantutti:

.... ich denke manchmal: Die Kirche kommt mit ihrer "Sexualmoral" erst dann aus ihrer "Sackgasse", wenn sie die pure sexuelle Lust, das reine und direkte sexuelle Erleben als etwas in der Schöpfung Gottes angelegtes Positives sehen lernt und es nicht immer wieder sogleich mit anderen "Zwecken" sozusagen "verknotet".... Fortplanzung...etc...

 

Ich vermute: Erst muss die Kirche mal von einem ganz grundlegenden Moralprinzip Abstand nehmen,

nämlich von einer belehrenden, direktiven, bedrohlichen und abwertenden Moral.

Dies würde allerdings voraussetzen, dass sie andere Moralprinzipien zulassen müsste.

Zum Beispiel Prinzipien, die nicht auf Befehl und Gehorsam,

sondern auf Einsichtigkeit, Faszination, Authentizität und Vertrauen beruhen.

 

PS: In manchen Punkten ist Jesus bereits vor 2000 Jahren auf diesen Trichter gekommen.

Zumindest insoweit, dass er vom Urteilen und Richten abgeraten hat.

Und noch zuvor Ezechiel, der über ein Gesetz spricht, das nicht auf Stein gemeißelt ist, sondern in unsere Herzen.

bearbeitet von Mecky
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Die Akte "Jesus von Nazareth" - neu aufgerollt....

 

....die "Auferstehung" / "Auferweckung" Jesu selber bleibt absolut im Dunkeln. Wir wissen es einfach nicht, was sich da genau im Einzelnen zugetragen hat. Was wir aber haben, sind die Erzählungen in den Evangelien über Erscheinungen des auferstandenen Jesus. Es geht in diesen "Ostererzählungen" weniger um allgemein philosophische Spekulationen und Gedankenexperimente über "Das Leben nach dem Tod", "Gibt es ein ewiges Leben ?", "Ist die Seele unsterblich ?" und dergleiche mehr Überlegungen. Zumdem: Im Judentum zur Zeit Jesu und zur Zeit der Abfassung der Evangelien gab es über diese sehr allgemeine Frage unterschiedliche Meinungen und Standpunkte. Menschen aus der Gruppe der Sadduzäer lehnten wohl solche Spekulationen im Sinne eine allgemeinen Aufestehung von den Toten rundweg ab. Menschen aus der Gruppe der Pharisäer vertraten wohl die Aufassung einer allgemeinen "Auferstehung" nach dem Tode, wie immer man sich dies dann auch genauer vorzustellen hatte. Das zu dieser Zeit weit verbeitete Weltbild der Apokalyptik ( vgl. Offenbarung des Johannes )stetze nochmals ganz eigene Akzente: ging ja von einer Neuschaffung  von "Himmel und Erde" aus....die alte Welt vergeht eine neue Welt Gottes entsteht: "Siehe ich mache alles neu" "Dann sah ich einen neuen Himmel und eine neue Erde...."

 

In den "Ostererzählungen" der Evangelien geht es überhaupt nicht um diese allgemeinen Spekulationen, "Weltbilder", Denkhaltungen, sondern ausschließlich und alleine darum, dass dieser eine Mensch Jesus von Nazareth, der am Kreuz Ermorderte, letztlich nicht im Tod geblieben ist, sondern dass dieser Gekreuzigte und am Kreuz gestorbene sich seinen Jüngern und Jüngerinnen als Lebender "gezeigt" hat "erschienen" ist.... Es sind allesamt wunderbare "Begegnungsgeschichten" , kleine Geschichten, die erzählerisch veranschaulichen, wie Menschen "Die Augen aufgehen"..wie Menschen "zum Sehen" und "zum Verstehen" kömmen.... eine ganz einmalige Erfahrung machen und von dieser Erfahrung natürlich anderen erzählen wollen.....

 

Im Johannes-Evangelium ist uns die wunderschöne Passage mit Maria Magdalena überliefert, der ersten Zeugin der Auferstehung ( "Apostola Apostolorum )

"Maria aber stand draußen vor dem Grab und weinte.." Maria sieht in der Grabkammer zwei Engel in weißen Gewändern sitzen. Auffallend an den Ostererzählungen sind die Fragen, die den Jüngerinnen und Jüngern gestellt werden: "Frau, warum weinst du ?" Die Fragen zielen mitten in das Herz, sprechen das, was die Jümgerinnen und Jünger umtreibt, bedrückt, bewegt, aufwählt.... Marias Anwort: "Sie haben meinen Herrn weggenommen....." Maria dreht sich um "und sah Jesus dastehen, wusste aber nicht, dass es Jesus war." Auch Jesus fragt sie: "Frau, warum weinst du ? Wen suchst du ?"..... und dann plötzlich das eine Wort, die kurze persönliche Anrede die mitten ins Herz trifft: "Maria" und sie kann antworten: "Meister"... und dann auch zu Maria: "Geh zu meinen Brüdern..."   "Maria von Magdala ging zu den Jüngern und verkündete ihnen: Ich habe den Herrn gesehen."

 

Immer geht das Geschehen, "die Aktion" von Jesus / Gott aus, den Jüngern "widerfährt" dieses Erlebnis der Erscheinung Jesu: 

"Am Abend des ersten Tages der Woche, als die Jünger aus Furcht vor den Juden die Türen verschlossen hatten, kam Jesus, trat in ihre Mitte und sagte zu ihnen: Friede sei mit euch ! nach diesen Worten zeigte er ihnen seine Hände und seine Seite....", daran schließt sich die schöne Episode mit Thomas an. Die kritische Nachfrage des Thomas wird die junge Kirche noch sehr lange beschäftigen: Hatte dieser Jesus, den die Kirche als Auferstandenen und "Sohn Gottes" verkünden wird, tatsächliche gelitten, ist er tatsächlich den schrecklichen Foltertod am Kreuz gestorben...ist er überhauopt gestorben oder hat er schwerzverletzt überlebt.... so dann Thomas: "Wenn ich nicht die Male der Nägel an seinen Händen sehe und wenn ich meinen Finger nicht in seine Male der Nägel und meine Hand nicht in seine Seite lege, so glaube ich nicht." Der Auferstandene gewährt es Thomas: "Streck deinen Finger aus - hier sind meine Hände. Streck deine Hand aus und leg sie in meine Seite ( Caravaggion hat dieses Szene in einem grandiosen Gemälde verewigt....) 

 

https://www.deutschlandfunk.de/der-unglaeubige-thomas-von-caravaggio-er-sah-und-beruehrte.2540.de.html?dram:article_id=351787

 

....ein besonders schones Beispiel für die Einfühlung des Auferstandenen in den Seelenzustand der Jünger begegnet uns in der "Emmauserzählung", wie sie im Lukas-Evangelium überliefert ist: Zwei Jünger sind nach Emmaus unterwegs, ein Mann gesellt sich zu ihnen und stellt ihnen Fragen, trifft mit seinen Fragen mitten in ihr Herz,  mitten in das, was sie umtreibt, aufwühlt, bewegt: "Was sind das für Dinge, die ihr auf eurem Weg miteinander redet ?"...und dann die Szene am Abend: die Bitte an den fremden Begleiter: "Bleibe bei uns, denn es wird Abend und der Tag hat sich geneigt."... und sie werden ihn erkennen am Brotbrechen.....Die Gegenwart des Auferstandenen ist eine vollkommen andere "Präsenz" als vorher: "Da gingen ihnen die Augen auf und sie erkannten ihn, dann sahen sie ihn nicht mehr..."

 

"Da verließen ihn alle Jünger und flohen", so heißt es in den Evangelien im Abschnitt über die Gefangennahme Jesu im Garten Getsemani. Die Fachwissenschaftler, die sich berufsmäßig mit diesen Fragen beschäftigen, gehen davon aus, dass einige der Jünger / Jüngerinnen ("flohen" ) zurückgingen nach Galiläa. En Echo auf diese Vermutung finden wir im Johannes-Evabgelium im 21. Kapitel, wo sich Jesus am See Tiberias / See Genesareth den Jüngern als Auferstandener zeigt, eine sehr persönliche, tief berührende Szenerie. Die Jünger sind die ganze Nacht schon im Boot unterwegs, haben aber nichts gefangen "Als es schon Morgen war, stand Jesus am Ufer... " Am Land sehen sie dann auf dem Boden ein Kohlenfeuer, Fisch und Brot darauf. Hier teilt nun Jesus das Brot und den Fisch mit den Jüngern.... danach die Frage an Jesus, "Simon, Sohn des Johannes, liebst du mich mich".....dreimal wird Jesus diese Frage an Petrus richten ( und selbstverständlich ist diese Frage Jesu auch an die Hörer / Leser des Evangeliums gerichtet....)

 

Von diesen "Ostererfahrungen" der Jünger und Jüngerinnen ging ein ganz neuer, gewaltiger Impuls aus, zusammengefasst jeweils am Ende der Evangelien:

Markus 16, 15: "Geht hinaus in die ganze Welt und verkündet das Evangelium allen Geschöpfen" ( Deshalb predigte ja der Heilige Franziskus von Assisi den Vögeln... )

 

Und in der Apostelgeschichte: "Ihr werdet meine Zeugen sein in Jerusalem und in ganz Judäa und Samarien und bis an die Grenzen der Erde......"

...diese Zeugen werden dafür sorgen, dass die Akte "Jesus von Nazareth" neu aufgerollt wird, dass die Akte eben nicht für immer "Ad Acta" liegen bleibt....

 

Zu dem Thema, wie man etwas erzählt, was man selber erlebt hat, hat Peter Handke einmal sehr gute, wichtige und interessante Gedanken aufgeschrieben:

 

"Das Erlebnis von Wahrheit bringt, im Versuch der Erzählung,

von selber die Erfindung hervor.

Die äußeren Umstände des Erlebnisses verrücken dann notwendig,

um die Wahrheit erst sinnfällig zu machen,

und rücken in der Erfindung neu zusammen.

Die erfindende Erzählung ist also, habe ich nur das Erlebnis "Wahrheit" gehabt,

ein Ding der Selbstverständlichkeit.

 

Und wie weiß ich, dass ich Wahres erlebt habe ?

Ich möchte unbedingt davon erzählen"

( Peter Handke: Geschichte des Bleistifts, S. 71f. )

 

 

 

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Aus dem 5. Evangelium nach Johann Sebastian.....

 

die Bach-Kantaten-Pilgertour geht weiter....

 

Nach Pfinsten und dem darauf folgenden Sonntag "Trinitatis" gehen jetzt die Sonntage durch bis zum Ende des Kirchenjahres in der evangelischen Zählung "X. Sonntag nach Trinitatis".... manche Kantaten bleiben  - wie immer - in meinem "inneren" Gedächtnis ganz  besonders hängen, so die fulminante Kantate BWV 20 "O Ewigkeit, du Donnerwort" oder die Kantate "Ich hatte viel Bekümmernis" BWV 21, die den emotionalen Bogen spannt, nach einer Einleitungssinfonia von "Ich hatte viel Bekümmernis, in meinem Herzen," bis zu "aber deine Tröstungen erquicken meine Seele".... Zuletzt ein grandios jubelnder Chor in einem kunstvoll polyphonen Geflecht auskomponiert: "Lob und Ehre und Preis und Gewalt sei unserem Gott von Ewigkeit zu Ewigkeit..."

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Hast du bestimmte Referenzaufnahmen? Die von Harnoncourt und Herreweghe klingen mMn immer ein wenig altbacken. Ich habe vor einiger Zeit eine Gesamtaufnahme von Leusink erwerben können, die mit den Star-Aufnahmen durchaus mithalten kann und der Bachschen Aufführungspraxis näher kommt, weil keine Frauen mitsingen. Leider gibt es keine Gesamtaufnahme mit dem Thomanerchor. Dessen Sound ist immer noch unerreicht (Dank an Gotthold Schwarz). Selbst englische Chöre reichen da nicht heran. 

bearbeitet von Merkur
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Ton Koopman, Suzuki Masaaki z. B. ich habe gerade gestern die Kantate BWV 177 "Ich ruf zu dir Herr Jesus Christ" von Masaaki angehört und war vollkommen überwältigt von dem absolut runden, weichen vollkommen schwerelosen Klang, auf youtube findest du ebenfalls eine Auswahl...., ich habe hier schon ein paar Links von tollen Einspielungen schon eingestellt....

 

hier z.B von diesem Ensemble, die Kantate BWV 21 "Ich hatte viel Bekümmernis"

 

https://www.youtube.com/watch?v=rNgQ8tK08EU

 

 

 

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Zusatz zu dem Hörbeispiel vorher Bach Kantate BWV 21 "Ich hatte viel Bekümmernis"

 

Ab 36:40 Minuten beginnt der grandiose Schlusschor, mitreißend musiziert von diesem Ensemble aus der Schweiz. ich finde die unterschiedlichsten Videos auf Youtube toll, da man wirklich hautnah miterleben kann, mit welcher Freude, mit welcher Hingabe und absoluter Begeisterung für Bachs Musik die Ensembles musizieren, einfach jedesmal neu: ansteckend.....Nach einer Einleitung "Das Lamm, das erwürget ist...geht es in Bachs bester poyphoner Manier in Fugenform los auf die Worte: "Lob und Ehre und Preis....und schwingt sich immer mehr empor zum jubelnden Lobgesang.....ünmöglich, davon nicht angesteckt zu werden.....

 

Interessant, dass Johannes Brahms genau diese Stelle aus der Offenbarung des Johannes in seinem "Deutschen Requiem" vertont in seinem Chorsatz" Herr du bist würdig zu nehmen Preis und Ehre

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Aus dem 5. Evangelium des Johann Sebastian.....

 

..... sehr aufschlussreich finde ich, dass noch zu Zeiten Bachs in der protestantischen Kirche verschiedene Marienfeste gefeiert wurden, trotz des sich schon weit ausgeprägten "konfesssionellen Zeitalters".  Deshalb haben wir auch zu verschiedenen Marienfesten wunderchöne Kantaten von Bach überliefert: zum Fest "Maria Reinigung" ( = "Maria Lichmess ) am 2. Februar die Kantaten "Mit Fried und Freud ich fahr dahin" ( BWV 125 ) und "Ich habe genug" ( BWV 82 ) mit der wunderschönen Arie "Schlummert ein ihr matten Augen" und dann zu dem Marienfest Maria Verkündigung am 24. März "Wie schön leuchtet der Morgenstern" ( BWV 1 )..... vergangenen Freitag war ein weiteres Marienfest: "Maria Heimsuchung". Das Fest bezieht sich auf die Erzählung im Lukasevangelium, wo wir erfahren, dass die schwanger gewordene Maria nach der "Verkündigung" des Engels ihre ebenfalls schwangere Cousine Elisabeth besucht. Sozusagen "literarischer" oder "poetischer" Kern dieser Erzählpasssge des Lukasevangliums ist das "Magnificat" der Maria. Genau dieses Maginificat ist Grundlage der Bachkantate BWV 147 "Herz und Mund und Tat und Leben"   ( ....muss von Christo Zeugnis geben )

 

Jeder Mensch kennt den berühmten Choral aus dieser Kantate, der zweimal erklingt: "Wohl mir das ich Jesum habe" und "Jesus bleibet meine Freude"....

 

https://www.youtube.com/watch?v=sMUSdRVm0RQ

 

Jesus bleibet meine Freude,

Meines Herzens Trost und Saft,

Jesus wehret allem Leide,

Er ist meines Lebens Kraft,

Meiner Augen Lust und Sonne,

Meiner Seele Schatz und Wonne

Darum lass ich Jesum nicht

Aus dem Herzen und Gesicht

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".......der Sommer war sehr groß"

 

Yvonne hat sich jetzt nach sehr langem Hin und Her entschieden, Theologie zu studieren. Die wunderschönen gemeinsamen Urlaubstage im August im Süden Europas am Meer. Zusammensein, Gespräche. Beide sind wir sowohl an theologischen und spirituellen Fragen interessiert, leben aus der lebendigen katholischen Tradition und von den Schriften her, außerdem teilen wir - was eigentlich noch viel wichtiger ist - die Leidenschaft für die Musik. 

 

Ich musste immer wieder zurückdenken an meine "Jugendzeit", die Zeit nach dem Abitur, als ich vor der Frage stand: katholische Theologie ( auf "Diplom" ) oder eher Musik. Ich hatte mich damals für die Musik entschieden und die Lektüre theologischer Werke als "Hobby". Bei Yvonne ist es jetzt genau umgekehrt. Was mich sehr freut und was ich uneingeschränkt unterstütze ist: Sie folgt ihrem eigenen Interesse, ihren "Neigungen", ihrer Neugier an theologischen Fragen und geht das Theologiestudium an, vollkommen unabhängig von der Frage, wie wohl in 5 oder 10 Jahren die Position der Frau in der Katholischen Kirche ist, welche "Beruflichen Perspektiven" sie wohl in ein paar Jahren hat....

 

Auch was Fragen zur Sexualität angeht, denken und fühlen wir sehr ähnlich. Bei Gesprächen mit Yvonne muss ich dann immer wieder zurückdenken, wie ich selber als Jugendliche gedacht und gefühlt habe, wie ich selber als Jugendliche Sexualität "praktiziert" habe und sehe, dass es Yvonne auf ihrem Weg ganz ählich ergeht. Auch hier,  nicht nur "Seelenverwandtschaft"

 

Ich  bin immer schon in der Welt der Sexualität einen eigenen, ganz persönlichen Weg gegangen, der sehr sehr wenig zu tun hatte mit der "offiziellen" Katholischen Sexualmoral, ohne dass ich dabei irgendwie darunter gelitten hätte oder ich micht irgendwie in diesem Zusammengang als "sündig" empfunden hätte. Der Gedanke von "Sünde" ist mir in der Welt der Sexualität eigentlich nie gekommen. Ich hatte auch nie ein Problem damit, meine sehr eigene Einstellung und Praxis der Sexualität in Übereinstimmung zu bringen mit meinem Katholischen Glauben und der persönlichen Spiritualität. Und so ist es bis heute. Es macht auch keinerlei Sinn, sich über bestimmte sexuellen Neigungen, Leidenschaften, Vorlieben...etc... auszutauschen mit Menschen, die keinerlei "Antenne" dafür haben: Bisexualität, die Welt des BDSM, sexuellen Dominanz und Unterwerfung, Spanking, das gleichzeizige Erleben von Schmerz und Lust ..etc...Es gehört zur Intimsphäre man teilt diese sexuellen Leidenschaften mit Menschen, die ähnlich denken und fühlen.... Meine Lekrüte als gerade mal 18-Jähre von "Die Geschichte der O".....

 

Dennoch werde ich mir jetzt im Herbst / Winter die "Sexualethik" von Eberhard Schockenhoff vornehmen....Ich bin einfach neugierig darauf, welche neuen theologischen Wege und Richtungen er in dieser Frage einschlägt.

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Chronik der laufenden Ereignisse.....

 

...manchmal überlege ich mir, welche Ereignisse, Entscheidungen, Vorgänge der letzten Monate, des letzten halben Jahres, des bisherigen Jahres 2021 wirklich von Bedeutung waren für die weitere Entwicklung, so waren es neben der Bundestagswahl Ende September  vor allem zwei Entscheidungen:

 

Einmal die Entscheidung des Bundesverfassungsgerichtes zum Klimawandel, das Teile des Klimaschutzgesetzes für verassungswidrig erklärt hat und so den Gesetzgeber gezwungen hat, in manchen Bereichen "nachzuarbeiten.

 

Zum Anderen: Die Entscheidung, im Zusammenhang mit dem Abzug der amerikanischen Soldaten aus Afghanistan, die deutschen Soldaten aus Afghanistan abzuziehen und das deutsche "Engagement" in Afghanistan nach zwanzig Jahren zu beenden. Auf jeden Fall wird dieser Einsatz von deutschen Soldaten in Afghanistan, die jeweils wechselnden Begründugen und Zielsestzungen etc... Stoff liefern für das künftige Parlament, die ja jeweils die deutschen Soldaten in Auslandseinsätze schickt. Es ist wohl nicht getan mit einem Großen Zapfenstreich....

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Zwischen den Jahren.....

 

.... die Tage zwischen dem letzten Sonntag des Kirchenjahres und dem ersten Advent sind sehr inspirierend. Der November ist im liturgischen Jahr geprägt vom Ende des Lebens, Ende der Zeit, der Befristung der Zeit. Immer wieder faszinieren mich dabei die verschiedenen Vertonung des "Requiems" der Liturige der "Totenmesse... Mozart, Verdi, Berlioz Fauré, Britten...etc.... dabei besonders auch in der Liturgie der Totenmesse die Sequenz "Dies Irae".... 

 

Vielleicht brauchte es in der Kirchengeschichte doch einen Martin Luther, der entschieden darauf verwiesen hat, dass der Mensch sich sein "Heil" nicht durch "fromme Werke" "verdienen" muss / kann, dass es letztlich vollkommen zum Scheitern verurteilt ist, mit Gott in eine Geschäfts- oder Handelsbeziehung einzutreten, sondern, dass die Beziehung zu Gott immer eine sehr persönliche ( "Liebes"- ) Behiehung ist und bleibt. Aber das stand in der großen theologischen Tradition vor Luther auch nie infrage. Vor allem auch die Mystiker wie Meister Eckhardt haben immer wieder auf diese persönliche, direkte Gottesbeziehung verwiesen. So auch in seiner berühmten Predigt in der er die Passage des Evangeliums von Jesu Vertreibung der Händler aus dem Tempel genial auslegt..... 

 

Mir ist das vor sehr vielen Jahren schlagartig klar geworden bei der Beschäftigung mit Mozarts Requiem. Mitten in der Vertonung der Dies-Irae Sequenz komponiert Mozart ein inniges, meditatives sozusagen musikalisches "Andachtsbild": Gang sparsam in der Instrumentierung, ein Solistenqartett über den Instrumenten: "Recordare Jesu pie...."Milder Jesus, denk an mich....." Die Musik beginnt instrumental in einer Art Kanon im Sekundschritt der dann in Terzen, / Sexten übergeht.... Der Text veerweis auf Maria Magdalena in den Schächer am Kreuz..... ( In Taizé singen sie: "Jesus rember me, when you come in to your Kingdom".... )

 

Ein "Kontrapunkt" zu diesen Vertonungen des "lateinischen Reqiuems" ist das "Deutsche Reqiuem" vom Brahms, seine eigene Zusammenstellung von verschiedenen Bibeltexten... die großen weit ausholenden Chorfugen in verschiedenen Sätzen, besonder schön: Herr du bist würdig.... denn du hast alle Dinge erschaffen ( vgl Offenbarung des Johannes....)

 

Bei der jährlichen "Bach-Kantaten-Pilgertour" durch das Kirchenjahr...kommen wir dann am Ende bei BWV 140 an: "Wachet auf ruft uns die Stimme"... allein schon der Choral weckt vielfältige Assoziationen und regt zum "weiterdenken" an...die Anspielungen des Chorals an verschiedene Passagen aus der Heiligen Schrift..... und das wunderbare Bild des "Endes" eben nicht als kosmische Katastrophe, wo danach alles nur noch in Schutt und Asche liegt. sondern als Hochzeit...."Wo seid ihr klugen Jungfrauen ? Wohlauf der Bräutgam kommt, steht auf die Lampen nehmt..Macht euch bereit zu der Hochzeit..."  

 

Diese Woche über im Stundengebet ( Te Deum...) die Schriftlesungen aus dem Buch Daniel....die kühnen Visionen von der Vergänglichkeit der Weltreiche....

 

Und morgen beginnt die "Bach-Kantaten-Pilgertour" zum neuen Kirchenjahr erneut mit "Nun komm der Heiden Heiland".....BWV 61...

 

 

 

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......Nachtrag zum Buch Daniel, das Lektüre war im liturgischen Kalender der vergangenen Woche.... das berühmte Nachtmahl des Belsazar von Rembrandt:

 

 

https://de.wikipedia.org/wiki/Das_Gastmahl_des_Belsazar

 

Auch hierzu das wunderbare Gedicht von Heinrich Heine

 

https://www.ewi-psy.fu-berlin.de/einrichtungen/arbeitsbereiche/grundschulpaed-deutsch/mitarb/mitarbeitende/ziesmer_m/media_Lehre/Belsazar.pdf

 

 

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"Macht hoch die Tür" ist ein Adventslied, das ich besonders gerne singe, einmal wegen der schönen beschwingten Melodie, vor allem aber wegen des schönen poetischen Textes, den schönen Bildern....

 

und alles mündet in die Bitte der letzten Strophe:

 

"Komm o mein Heiland Jesu Christ,

meins Herzens Tür dir offen ist.....

 

....ach zieh mit deiner Gnade ein"

 

Die Seele bereiten, sie "leer fegen" mit unnötigem. überlfüssigem Kram.... damit Christus einziehen kann...

 

Die Evangelienesung des ersten Advents macht darauf augmerksam:

 

"Nehmt euch in acht, dass Rausch und Trunkenheit und die Sorgen des Alltags euch nicht verwirren 

und dass jener Tag euch nicht überrascht.....

 

.....wachet und betet allezeit" ( Lukas 21, 34f. )

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Heute ist der Gedenktag des Ambrosius von Mailand, Stadtheiliger besagter Stadt. 

Immer am Gedenktag des Ambrosius findet die feierliche Eröffnung der neuen Opernsaison in der Mailänder Scala statt.

Dieses Jahr steht Guiseppe Verdis Oper Macbeth auf dem Programm mit Anna Netrebko als Lady Macbeth und Riccardo Chailly am Dirigentenpult im Orchestergraben.

Zu sehen auf 3Sat 2015 Uhr bis 23.05 Uhr

bearbeitet von Cosifantutti
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"Am toten Punkt" oder.... zwischen den Jahren

 

Am Mai dieses Jahres hat Kardinal Marx dem Papst seinen "Rücktritt" angeboten und unter anderem das Bild vom "Toten Punkt" aufgegriffen:

"Das wird immer klarer im Blick auf die katholische Kirche insgesamt, nicht nur heute, sondern auch in den vergangenen Jahrzehnten. Wir sind - so mein Eindruck - an einem gewissen - toten Punkt. 

 

Ich hatte schon lange genau dieses Gefühl, alles dreht sich seit über 50 Jahren im Kreis, immer dieselben Diskussionen in der Kirche, nichts "Geht voran".... das Gefühl "Und täglich spricht das Murmeltier...."   Ungewöhnlich war doch, dass dieses "Bild" vom toten Punkt, von so einem "hochrangigen" Kirchenfunktionär ausgesprochen wurde.... 

 

Dennoch ist mein Eindruck, dass Papst Franziskus ein neues Kapitel in der Kirchengeschichte aufgeschlagen hat. Ob es eine Epidsode bleiben wird, ähnlich wie Papst Hadrian VI. zu Zeit der Reformation ( 1522 - 1523 ) - eigerahmt von den beiden Medici-Päpsten Leo X und nach Hadrian wieder - und noch schlimmer: Clemens VII oder ob eine neue Epoche der Kirchengeschichte beginnt, muss erst der nächste und übernächste Papst erweisen....

 

Franziskus setzt Akzente, gibt Impulse. vor allem stellt er die Seelsorge, die diakonische Dimension der Kirche in Vordergrund. Von daher zeigt er auch Wege, wie man mit pastoral schwierigen Situationen umgehen kann, z. B wiederverheirateten Geschiedenen. Für mich nur ein Beispiel dafür, wie Seelsorge grundsätzlich die Schwerpukte setzen soll. Natürlich sagt Franziskus nicht: Die Unauflöslichkeit der Ehe gilt nicht mehr oder wird relativiert. Aber er setzt ganz andere Akztente im Umgang mit Menschen in schwierigen Lebenssituationen: Das Sakrament der Eucharistie nicht als Belohnung für die Frommen, sondern als Nahrung und Wegzehrung für Menschen in schwierigen Lebenssituationen. 

 

Auch bei der Amazonas-Synode konnte man beobachten, dass mit den "Viri Pobati"  den "erprobten" verheirateten Männern, die man zu Priestern weihen könnte, mal ein "Versuchsballon" gestartet wurde... die Reaktionen immerhalb der Kurie waren dann entsprechend.....

 

Auch setzt er gegenüber Papst Benedikt eigene Akzente: Kardinal Ludwig Gerhard Müller hat er als "Chef" der Glaubenskongregation abgelöst, Gänswein hat er 

ebenso entlassen. Dann die Neuregelung bei der Messe im Alten Ritus, hier wohl die klarste Distanzierung zu Benedikt. 

 

Insgesamt schägt in der Kirche in Deutschland so langsam voll durch, was man wohl rein soziologisch den "Abschied von der Volkskirche" genannt hat und weltkirchlich, der Abschied vom Eurozentrismus. Waren vor hundert Jahren ca 70 % der Katholiken aus Europa oder Nordamerika, sind es jetzt nur noch 22 % Katholiken aus Europa...

 

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trinken aus den lebendigen Quellen....

 

.....immer wieder, in ganz verschiedenen Zusammenhänge: die wunderbare Musik von Olivier Messiean.

 

Zur Weihnachtszeit ganz besonders inspirierend und immer neu beglückend seine beiden großen Werke zu Weihnachten:

 

1. La Nativité du Seigneur ( die Geburt des Herrn ). 

 

Neun musikalische "Bilder", die ganz unterschiedliche Dimensionen um das Geschehen der Geburt des Gottessohnes, der Menschwerdung Gottes umrkeisen: Einmal natürlich verschiedene Personen, mit denen man die Weihnachtserzählungen von Lukas und Matthäus verbindet: Die Hirten - die Engel - die Weisen - die Jungfrau und das Kind - das Kind. Auf der anderen Ebene mehr "theologische, spirituelle Dimensionen: Ewige Ratschlüsse - das Wort - Jesus nimmt das Leiden an - 

...und zuletzt das grandiose Stück in eine Toccata mündend: Gott unter uns

 

2. Vingt Regards sur l´enfant Jesus ( zwanzig Bertachtungen über das Jesus-Kind ) für Klavier solo.

 

ein gewaltiges Werk von über zwei Stunden Spieldauer, aber wenn man sich einmal hinbegeben hat in diese wunderbare, fazinierende Klangwelt von Messiaen, dann wird man immer wieder reich beschenkt: 

Auch hier umspielen und umkreisen die verschiedenen Stücke ganz unterschiedliche Dimensionen des Weihnachtsmysteriums: Betrachtung des Vaters - Betrachtung des Sterns - Verwandlung - Betrachtung der Jungfrau - Betrachtung des Sohnes über den Sohn - Durch ihn ward alles geschaffen - Betrachtung des Kreuzes - Betrachtung der Höhen - Betrachtung der Zeit - Die Erstkommunion der Jungfrau - das allmächtige Wort - Weihnacht - Die Betrachtung der Engel - Betrachtung der Propheten, der Hirten und der Weisen - Betrachtung des Schweigens - 

 

und immer wieder die Stücke, die schlichtweg überwältigen durch Messiaens "wolllüstige" Klangfarben und Rhythmen: Betrachtung des Geistes der Freude - der Kuss des Jesuskindes - Ich schlafe, aber mein Herz wacht - und ( gerade in den aktuellen Zeiten der Kirche ganz besonders wichtig ) Betrachtung der Kirche der Liebe

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Aus dem Evangelium des Johann Sebastian.....

 

.....nein es muss nicht immer Bach sein, obwohl Bach über die Feiertage und Sonntage von Weihnachten bis zum heutigen Hochfest Epiphanias ca. 30 verschiedene Kantaten komponiert hat. Gerade die Kantate "Sie werden aus Saba alle kommen" BWV 65 ist wunderschön und mit der Arie "Nimm mich hier zu eigen hin" kommt Bach selber wie die Weisen aus dem Morgenland zur Krippe, kniet sich hin und huldigt dem Kind mit seiner Musik der Arie. Die Gaben werden hier symbolisiert durch je zwei Hörner, zwei Flöten und zwei Oboen.

 

Doch zum heutigen Hochfest Ephanias greife ich musikalisch immer wieder gerne zurück auf zwei Oratorien, die eigentlich - vollkommen zu Unrecht - selbst unter den "Klassik-Fans" gar nicht so bekannt sind:

 

1. Hector Berlioz "L´Enfance du Christ". Das Oratorium struktiert sich in verschiedene "Szenen". Besonders beeindruckend und musikalisch / dramatisch sehr interessant ist der "Traum des Herodes", die Szene im Inneren des Palastes des Herodes:

 

"Immer der Traum ! Schon wieder dieses Kind, das mich entthront. Nicht wissen, was ich halten soll, von dieser Prophezeihung, die mein Leben, meine Macht bedroht: Herodes irrt des Nachts ruhelos in seinem Palast herum, ist von einem bösen Traum aufgescheckt....Er lässt die Weisen aus Judäa rufen, die ihm weiterhelfen sollen. Herodes erläutert den Weisen aus Judäa seinen Traum:

 

"Jede Nacht quält mich ein einziger Traum, und eine Stimme, ernst und streng, spricht stets dieselben Worte: 

Deine Zeit ist um. 

Ein Kindlein ist geboren, durch ihn geht dir verloren dein Thron und deine Macht"

 

Die Weisen bechwören  die Geister, um zu erfahren, was dieser Traum zu bedeuten hat. Und die Antwort dieser Geisterbeschwörung an Herodes:

"Du wirst gestürzt. 

Es sein denn, du besänftigst die Unheilsmacht, die bedroht.

Gibt den Befehl, dass alle Neugeborenen getötet werden.

 

Starker Szenenwechsel - auch musikalisch: Der Stall von Bethlehem, lyrische Musik sanft wunderschöe Melodienführung..

Der zweite Teil wird eingeleitet durch eine sehr schöne polyphon gestaltete Ouvertüre und dem Abschiedschor der Hirten für Maria und Joseoh und das Jesuskind, die sich nach Ägypten aufmachen und sie dann schließlich in Sais ankommen. 

 

Sehr schön bei dem Oratorium von Berlioz ist die ganz individuelle "französische" Klabgsprache, vor allem sehr gut zu hören im Gesang der Hirten. Ein musikalisch interessantes, abwechslungsreich gestaltetes udn von der ganzen Anlage her ungemein inspirierendes Werk, dass ich in diesen Tagen immer wieder gerne höre.

 

 

2. Franz List "Christus": Ein groß angelegtes Oratorium über fast drei Stunden Spielzeit. Ähnlich wie Berlioz hat auch das Oratorium von Liszt eine ganz eigene, einmlaige Anlage. Insgesamt ist das Oratorium in drei Teile eingeteilt. Der erste Teil, um den es mir jetzt im Zusammenhang mit der Weihnachtsbotschaft und dem Besuch der Weisen aus dem Osten und der Huldigung an der Krippe geht, nennt er "Weihnachtsoratorium, das wieder aus fünf Teilen besteht, wobei wiederum das eigentlich Kreative und Einmalige ist, dass von diesen 5 Teilen alleine drei Teile rein instrumental gestaltet sind. Einer der beiden Vokalteile bildet ein große angelegtes "Stabat Mater Speciosa", das über 10 Minuten geht. Ausgehend vom "Stabat Mater dolorosa", das die Gefühle der Gottesmutter am bei der Kreuzigung schildert, jetzt die Szene an derr Krippe.... 

 

Besonders mitreißend und begeisternd im Oratorium von Franz Liszt ist natürlich das groß angelegte Instrumentalstück unter dem Titel "Marsch der Heiligen drei Könige". Das ist wirlich großes Kino, fast Filmmusik und die Könige kommen an ihrem Ziel an in einem wahren Triumpfmarsch.

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Heute Nachmittag im Café blättere ich die Samstagsausgabe der Süddeutschen Zeitung durch und stelle im "Feuilleton"-Teil hocherfreut fest, dass der schon lange vorab angekündigte neue Roman von Michel Houellebecq nächste Woche erscheinen wird. Die Süddeutsche bringt eine überaus positive Besprechung. Es scheint so, dass er mit seinem neuen Roman "Venichten" anschließt an die letzten beiden "Unterwerfung" und "Serotonin". Auch in der neuesten Ausgabe des SPIEGEL eine Besprechung, die Lust darauf macht, den Roman möglichst bald zu lesen. 

 

Ich jedenfalls fand Houellebecqs Roman "Unterwerfung" wirklich toll zu lesen, inspirierend.....

 

Ich lese mir immer auch wieder sehr gerne die verschiedenen Kommentare von Lesern bei Amazon an, sie sind oft sehr gründlich und sorgfältig die eigene Leseerhahrung wiedergebend geschrieben. Mal sehen, was i ein paar Wochen die Leser von "Vernichten" auf amazon schreiben werden.

 

Michel Houellebecq: "Venrichten". 

DuMont; 624 Seiten; 28 €

bearbeitet von Cosifantutti
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