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Das US-amerikanische Christentum


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Geschrieben

Das "Problem" bei "Seamless Garment" ist eben, daß es eine "consistent life ethic" ist, eine konsistente Lehre. Sie betrifft alle Lebensbereiche - gerade das macht sie katholisch. 

 

Es geht dabei nicht darum, daß sich jeder für alles einsetzen muß, man darf auch über die Wichtigkeit einzelner Punkte unterschiedliche Ansichten haben (ist Abtreibung als Thema wichiger als Euthanasie?), aber jeder Katholik sollte alle ihre Werte unterstützenswert finden. 

 

Und genau das passiert nicht. Leider.

Geschrieben
vor einer Stunde schrieb rorro:

 

Es ist natürlich auch einfach, in Schubladen zu denken. Ob MAGA oder Du über „die Lebensschützer“, einfaches Denken können viele.

Ist meine Erfahrung mit einigen Lebensschützern, Grundgütigster.

 

Dyba ließ die Glocken läuten, aber 10000 DM Werbungskosten für ein Siegel gegen Kinderarbeit hielt er für rausgeschmissenes Geld. Da habe ich ziemlich geschluckt.

 

Nur so ein Beispiel.

Geschrieben
vor 24 Minuten schrieb rorro:

 

 

Nein, das tat er nicht. 

 

Wenn Du glaubst, daß "seamless garment" bedeutet, daß alles gleich wichtig ist, dann irrst Du. Das hat Ratzinger kritisiert - zu Recht. Ohne das Recht auf Leben bspw. ist alles andere hinfällig (Tote nehmen weniger oft Rechte in Anspruch).

 

(Was anderes zu Ratzinger: ich weiß, Du tust das nicht, aber mich nervt es immer, wenn "Rechte" behaupten, Ratzinger hätte die Befreiungstheologie verdammt. Hat er nicht. Er hat deren marxistische Spielart in Diagnose und vor allem Therapie verurteilt. Gegen die Theologie der Befreiung als solche hatte er nichts. Gustavo Gutiérrez und Ratzingers Vertrauensmann Kardinal Gerhard L. Müller waren ja best buddies).

Ach?

 

War eine astreine Aktion in Recife

Geschrieben
vor 12 Minuten schrieb nannyogg57:

Ist meine Erfahrung mit einigen Lebensschützern, Grundgütigster.

 

Dyba ließ die Glocken läuten, aber 10000 DM Werbungskosten für ein Siegel gegen Kinderarbeit hielt er für rausgeschmissenes Geld. Da habe ich ziemlich geschluckt.

 

Nur so ein Beispiel.

 

Dann mach bitte die Erfahrungen Deiner Lebenswelt nicht zur Grundlage der Bewertungen anderer (die bestenfalls gar nicht bewertet werden).

Geschrieben
vor 57 Minuten schrieb rorro:

 

Dann mach bitte die Erfahrungen Deiner Lebenswelt nicht zur Grundlage der Bewertungen anderer (die bestenfalls gar nicht bewertet werden).

Schreibt einer, der aufgrund eigener Erfahrung deriliert, die deutschen Bischöfe und deren pastorales Personal beurteilen zu können. 

Geschrieben
vor 1 Stunde schrieb rorro:

 

Habe ich da das Wort "Ratzinger" überlesen?

Nein, natürlich nicht. Ratzinger war natürlich nicht informiert und nicht dabei. Weil es in diesem Artikel nicht drin stand, muss es so sein. Er war ja nur der Hausmeister im Vatikan.

Geschrieben
vor 1 Stunde schrieb rorro:

 

Dann mach bitte die Erfahrungen Deiner Lebenswelt nicht zur Grundlage der Bewertungen anderer (die bestenfalls gar nicht bewertet werden).

Dummerweise hat der MAGA-Mann meine Erfahrungen bestätigt.

Geschrieben
vor 7 Stunden schrieb nannyogg57:

Nein, natürlich nicht. Ratzinger war natürlich nicht informiert und nicht dabei. Weil es in diesem Artikel nicht drin stand, muss es so sein. Er war ja nur der Hausmeister im Vatikan.

 

Und natürlich hat Ratzinger alles entschieden. JPII war nur Statist…

 

🙄

Geschrieben
vor 7 Stunden schrieb nannyogg57:

Dummerweise hat der MAGA-Mann meine Erfahrungen bestätigt.

 

Ja und? 

Geschrieben
vor 16 Stunden schrieb rorro:

Das "Problem" bei "Seamless Garment" ist eben, daß es eine "consistent life ethic" ist, eine konsistente Lehre. Sie betrifft alle Lebensbereiche - gerade das macht sie katholisch. 

 

Es geht dabei nicht darum, daß sich jeder für alles einsetzen muß, man darf auch über die Wichtigkeit einzelner Punkte unterschiedliche Ansichten haben (ist Abtreibung als Thema wichiger als Euthanasie?), aber jeder Katholik sollte alle ihre Werte unterstützenswert finden. 

 

Und genau das passiert nicht. Leider.

Sterbehilfe und Abtreibung sind doch völlig unterschiedliche Themen. Beides nicht aus sachlichen Gründen, sondern aus Gründen der Einheitlichkeit der Argumentation (prinzipieller Lebensschutz) abzulehnen, wird beiden Themen nicht gerecht. Da scheint eher alles über einen Kamm geschoren zu werden. 

Geschrieben
20 hours ago, Flo77 said:

Nun ist es ein offenes Geheimnis, daß die USA das Land mit der millitantesten Lebensschutzbewegung ist (was übrigens noch gar nicht so lange geht - die evangelikalen hatten da lange Zeit überhaupt kein Thema) und gleichzeitig alles, was das Familienleben stabilisieren würde - universale Krankenversicherung, gebührenfreies Bildungswesen, universales Bildungswesen, Arbeitnehmerrechte, Erziehungszeiten, Mutterschutz, etc. etc. aus der gleichen Ecke vehement abgelehnt wird.


Ich hatte das ja schon mal beschrieben; das „moralische“ Hauptthema der evangelikalen Kirchen war die Beibehaltung der Rassentrennung im Süden. Als das nach dem Erlass der Bürgerrechtsgesetze langsam unmöglich wurde, v.a. im Bildungswesen, wurde der Kampf gegen die Abtreibung zu einem Mobilisierungswerkzeug, das v.a. auch weiße evangelikale Wähler mobilisieren sollte. Theologisch sprach aus evangelikaler Sicht wenig gegen Abtreibung, politisch aber sehr viel, weil es eben ein Thema der Demokraten war.

Quote

….The historical record is clear. In 1968, Christianity Today, the flagship magazine of evangelicalism, organized a conference with the Christian Medical Society to discuss the morality of abortion. The gathering attracted 26 heavyweight theologians from throughout the evangelical world, who debated the matter over several days and then issued a statement acknowledging the ambiguities surrounding the issue, which, they said, allowed for many different approaches.

“Whether the performance of an induced abortion is sinful we are not agreed,” the statement read, “but about the necessity of it and permissibility for it under certain circumstances we are in accord.”

Two successive editors of Christianity Today took equivocal stands on abortion. Carl F. H. Henry, the magazine’s founder, affirmed that “a woman’s body is not the domain and property of others,” and his successor, Harold Lindsell, allowed that, “if there are compelling psychiatric reasons from a Christian point of view, mercy and prudence may favor a therapeutic abortion.” ..


https://www.politico.com/news/magazine/2022/05/10/abortion-history-right-white-evangelical-1970s-00031480

Geschrieben

Wobei sich mir nicht erschließt, wie sich dieser Umschwung trotzdem in der Bevölkerung so breit machen konnte.

 

Katholiken klar. Wir haben das Thema seit fast 2000 Jahren auf der Agenda, aber die waren in den USA ja nie Mainstream.

 

Geschrieben
vor 5 Stunden schrieb Merkur:

sondern aus Gründen der Einheitlichkeit der Argumentation (prinzipieller Lebensschutz) abzulehnen, wird beiden Themen nicht gerecht. 

 

Und wo ist das Argument?

Geschrieben
vor 12 Minuten schrieb rorro:

 

Und wo ist das Argument?

Es bringt nichts, an den Betroffenen vorbei zu argumentieren (jedenfalls nicht denen, die es angeht). 

Geschrieben

Ich will gar nicht auf das Thema eingehen, denn das werden wir uns eh nicht einig.

 

Die Heiligkeit des Lebens (und somit Unverfügbarkeit) als christliches Postulat wird eben nicht von allen Katholiken geteilt.

 

Das festzustellen ist ja keine Schmähung.

 

Und das ist auch der Grund, warum die consistent life ethic keine Breitenwirkung hatte. Der westliche Mensch ist vom Utilitarismus zutiefst geprägt.

Geschrieben
vor einer Stunde schrieb rorro:

Und das ist auch der Grund, warum die consistent life ethic keine Breitenwirkung hatte. Der westliche Mensch ist vom Utilitarismus zutiefst geprägt.

Die meisten Menschen sind einfach nicht begeistert davon, nur Verfügungsmasse einer Ideologie zu sein. Das ist ein gesunder Selbsterhaltungstrieb. 

Geschrieben
vor 23 Stunden schrieb nannyogg57:

Dyba ließ die Glocken läuten, aber 10000 DM Werbungskosten für ein Siegel gegen Kinderarbeit hielt er für rausgeschmissenes Geld.

Na wenn ich Glocken hätte, würde ich auch lieber die läuten lassen  als 10 k abzudrücken 


ja der Dyba…

Gott hab ihn selig.

Oder der Teufel, man weiss es nicht

 

Werner

 

Geschrieben
vor 22 Minuten schrieb Merkur:

Die meisten Menschen sind einfach nicht begeistert davon, nur Verfügungsmasse einer Ideologie zu sein. Das ist ein gesunder Selbsterhaltungstrieb. 

 

Wenn die Heiligkeit des Lebens in Deinen Augen eine Ideologie ist, dann, so wäre die Antwort meiner Kinder: „juckt?“

Geschrieben
vor 23 Stunden schrieb nannyogg57:

Dyba ließ die Glocken läuten, aber 10000 DM Werbungskosten für ein Siegel gegen Kinderarbeit hielt er für rausgeschmissenes Geld. Da habe ich ziemlich geschluckt.

 

Nur so ein Beispiel.

Und warum bitte soll man nicht das eine gut finden und das andere kritisieren?
Dyba war in meinen Augen kein Heiliger und auch bei weitem nicht mein Traumbischof, aber er war auch nicht das personifizierte Böse, als das ihn manche darstellten.

Geschrieben
2 hours ago, Flo77 said:

Katholiken klar. Wir haben das Thema seit fast 2000 Jahren auf der Agenda, aber die waren in den USA ja nie Mainstream.


Soweit ich weiss, hat sich auch die katholische Beurteilung in dieser Zeit gewandelt, v.a. im 19. Jh. und zuletzt eben mit dem Verbot einer kirchlichen Schwangerschaftsberatung unter JP II. Ich denke, heute wäre man da etwas realistischer.

Und an der Idee, eine Zygote sei mit einem ausgewachsenen Menschen gleichzusetzen, reizt vermutlich der moralisierende Radikalismus. Nicht umsonst ist die Antiabtreibungsbewegung nirgendwo so gewalttätig wie in den USA.

Geschrieben
vor 16 Minuten schrieb rorro:

 

Wenn die Heiligkeit des Lebens in Deinen Augen eine Ideologie ist, dann, so wäre die Antwort meiner Kinder: „juckt?“

Nicht die Heiligkeit des Lebens, sondern Einheitlichkeit als Selbstzweck. Mich juckt es nicht, ich muss dabei nicht mitmachen. 

Geschrieben
vor 20 Stunden schrieb Merkur:

Nicht die Heiligkeit des Lebens, sondern Einheitlichkeit als Selbstzweck. 

 

Ist eine durchgehende Betrachtung des menschlichen Lebens als heilig und unverfügar in Deinen Augen ein Selbstzweck?

Geschrieben

Übrigens: DAS US-amerikanische Christentum gibt es nicht, auch nicht DIE Art von US-amerikanischer Katholischer Kirche. In einem Land mit >300 Mio. gibt es extrem viel Varianz. Die New York Times kennt auch nur Bruchstücke und Pew Research erfaßt auch nur einen Teil auf unvollstädige Art und Weise. 

Geschrieben
vor 4 Stunden schrieb rorro:

 

Ist eine durchgehende Betrachtung des menschlichen Lebens als heilig und unverfügar in Deinen Augen ein Selbstzweck?

Es kommt darauf an, wie sie begründet wird. Durchgängigkeit alleine bringt möglicherweise dem Betrachter etwas, aber nicht den Betroffenen. Auf die sollte es aber ankommen. 

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