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Geschrieben
vor 6 Stunden schrieb phyllis:

nach dem Tod ist Schluss? kann doch nicht sein!) dass es mmn nur das Wunschdenken der Religionen resp. ihrer Autoren belegt und wiedergibt. Ditto die Gschichterl über Purgatorium und Hölle.

Ich habe diese Frage mal in einem Chat mit ner KI gehabt. Eigentlich ging es um die Frage welches Bild von Leib und Seele das Alte Testament reflektiert (es ist ein anthropologischer Monismus, d.h. es gibt keine Zweiteilung und nach dem Tod ist finis).

 

Kurzgefasst hielt die KI denDualismus aus Leib und Seele mit ewigem Leben für attraktiver, da er den Umgang mit der eigenen Sterblichkeit erleichtere und menschliches Gerechtigkeitsbedürfnis befriedige...

Geschrieben
7 hours ago, phyllis said:

Die einzige halbwegs plausible Vorstellung ist die Wiedergeburt.

Der "Vorteil" der Wiedergeburt ist, dass hier technisch gesehen kein wissendes Wesen erforderlich ist. (es genügt ein wissender Transportbehälter mit allem was es braucht um das "Du" zu beschreiben)

 

Sobald Du Gott hast wird alles plausibel (weil Gott das schon macht).

Geschrieben
vor 7 Stunden schrieb phyllis:

Die einzige halbwegs plausible Vorstellung ist die Wiedergeburt.

Wiedergeburt wovon?

 

Auch dieses Konzept ergibt nur Sinn, wenn man den Menschen streng dualistisch versteht und die Seele quasi als Betriebssystem, das nach der Verschrottung der Hardware in einer Cloud zwischengespeichert wird und dann auf eine neue Hardware aufgespielt wird. Unlogischer als die christliche Idee mit der Wiederauferstehung (Seele als "Prinzip" im Himmel wird in der Auferstehung auf eine neue verklärte Hardware gespielt, wobei im Unterschied zur Wiedergeburt wohl auch die bereinigten Benutzerdaten/Anwendungsdaten mitbekommt.

Geschrieben
vor 7 Stunden schrieb phyllis:

Die einzige halbwegs plausible Vorstellung ist die Wiedergeburt.

 

Erschließt sich mir nicht, was daran plausibler sein soll, als alle anderen Vorstellungen.

 

vor 7 Stunden schrieb phyllis:

Die gängigen Vorstellungen, von den 72 Jungfrauen über ewiges Halleluja-Singen bis zum buddhistischen Samsara sind so von menschlichen Unzufriedenheiten geprägt (nach dem Tod ist Schluss? kann doch nicht sein!) dass es mmn nur das Wunschdenken der Religionen resp. ihrer Autoren belegt und wiedergibt. Ditto die Gschichterl über Purgatorium und Hölle.

 

Das Samsara beschreibt den Kreislauf der Wiedergeburten. Nirwana ist das Austreten aus diesem Kreislauf. 

 

Was ist gegen Wunschdenken einzuwenden? Das ist ja nur ein Problem, wenn man Fakten ignoriert oder erfindet. Jeder der schon mal in einem Flugzeug saß, weiß doch, dass sich damit ein lange gehegtes Wunschdenken des Menschen erfüllt hat. Die Anschlussfähigkeit dieses Wunschdenkens ist doch der beste Beweis, dass der Mensch ohne die Fähigkeit sich Dinge zu wünschen, kein Mensch ist. Wer ohne Wunschdenken ist, werfe den ersten Stein.  

 

vor 6 Stunden schrieb Higgs Boson:

Was ist eigentlich der Sinn des ewigen Lebens?

 

Wer jetzt sagt: glücklich sein (mit Halleluja Singen, 72 Jungfrauen, bitte für mich keine 72 unerfahrene Männer, ich will denen nix beibringen müssen), worin liegt der Sinn des Glücks? Glück ist gleichfalls sinnlos, aber das ist egal, weil Glück nicht nach dem Sinn fragt. Es ist das Leid, das wenigstens Sinn braucht, um ertragen zu werden, und der Gedanke an den Tod wird als leidvoll erlebt. 

 

Den Sinn des ewigen Lebens muss man sich nicht so vorstellen, glücklich zu sein. Man kann es sich auch so vorstellen, das der Sinn darin besteht, immer glücklicher zu werden.

 

vor 6 Stunden schrieb Higgs Boson:

Um auf die Thread-Frage zurückzukommen, ich wünsche mir alles zu verstehen und zu begreifen. Vor allen Dingen, wie Quantenphysik und Relativitätstheorie zusammenpassen. Danach habe ich vermutlich neue Fragen.

 

In deinem Fall so.

 

vor 3 Stunden schrieb Kulti:

Also wenn ich in ewig weiter existieren soll, dann bitte am liebsten als Best Of Kulti.

Best Of Kulti kann ziemlich unbegrenzt lieben und das ganz ohne Kaffee.

 

Falls du das (auch?) auf deinen Körper beziehst, ist das natürlich eine interessante Frage, mit welchem Körper man nach dem Tod konfrontiert wird. Dem alten, verbrauchten zum Zeitpunkt des Todes, oder dem Best Of der Jugend. Was mit den gestorbenen Kindern? Da könnte ich mir vorstellen, dass sie mit ihrem Körper dort weitermachen dürfen, wo sie aufgehört haben. So wäre das Wiedersehen mit ihren Eltern, auch für die Eltern optimal. 

 

vor 26 Minuten schrieb Flo77:

Auch dieses Konzept ergibt nur Sinn, wenn man den Menschen streng dualistisch versteht und die Seele quasi als Betriebssystem, das nach der Verschrottung der Hardware in einer Cloud zwischengespeichert wird und dann auf eine neue Hardware aufgespielt wird.

 

Die neue Hardware muss ja nicht eine andere Hardware sein. Je älter man wird, desto häufiger begegnet man Clonen von anderen Menschen, die man früher als man noch jung war kannte. Man kann sich also die Wiedergeburt so vorstellen, dass man in denselben Körper mit derselben Seele wiedergeboren wird, nur in einer späteren Zeit und in einem anderen Umfeld - allerdings ohne die Erinnerung an frühere Leben und immer im selben biologischen Geschlecht.

 

So wäre es nicht streng dualistisch sondern anthropologisch monistisch. Wie sinnvoll das wäre, steht auf einem anderen Blatt. Denkbar wäre, dass man so nach und nach alle menschlichen Erfahrungen macht, und mit der Zusatzannahme, dass es zwischendurch oder wenn das Pensum erfüllt ist, einen Datensatz der Erinnerungen zur Verfügung hat, für so etwas wie eine Inventur oder Bilanz. Das ist aber weder eine christliche noch die katholische Vorstellung. 

Geschrieben
1 hour ago, Weihrauch said:

Falls du das (auch?) auf deinen Körper beziehst, ist das natürlich eine interessante Frage, mit welchem Körper man nach dem Tod konfrontiert wird.

Bzw. ist der Knackpunkt, was macht mich eigentlich aus?

Ehrlich gesagt kann ich mich nicht ohne Körper denken. Oder genauer: Ich brauche etwas was das Empfinden hat, dass da gerade ein schöner Wald ist.

Aber - ich könnte auch den schönsten Wald nicht ohne Pause aushalten.

 

Also ewige Gottesschau so wie manche an der Ostsee auf nem Badetuch liegen ohne wenigstens ein Steinmosaik zu legen - das könnte ich nicht.

 

Es gibt allerdings körperliche Aspekte, auf die kann ich gut verzichten. Bei der verklärter Leib Nummer wäre ich dabei (ich bin allerdings auch ein alter Sack, keine Ahnung wie ich das mit 16 gesehen hätte)

Geschrieben
vor 19 Stunden schrieb phyllis:

Die einzige halbwegs plausible Vorstellung ist die Wiedergeburt. Wer weiss denn schon ob sie/er nicht früher schonmal gelebt hat, und ergo ebensowenig, ob sie/er nach dem Tod nochmals leben wird. Da es aber keinerlei Verbindungen zwischen diesen möglichen Mehrfachleben gibt, sind alle Fragen oder Spekulationen darüber hinfällig.

 

Komisch, das letzte indologische Buch, das ich gelesen habe (vor etwa 9 Monaten), führt die Einwände aus, die im alten Indien gegen die Lehre von der Wiedergeburt vorgebracht wurden. Die gingen alle in die Richtung, dass die zukünftige Person, die nach meinem Tod aus meinem gegenwärtigen Karma entsteht, sich nicht sinnvollerweise als "ich" bezeichnen lässt - vor allem, weil sie eben keinerlei Erinnerung an mein Leben haben wird.

 

Ich vermute übrigens, dass der Glaube an ein Jenseits weniger aus einem Bedürfnis nach Unsterblichkeit entstanden ist, als aus der Erkenntnis, dass nicht jeder in diesem Leben das kriegt, was er verdient. Ein wünschenswertes Jenseits kannten ja viele "heidnische" Religionen, und auch das Alte Testament, nicht; da erwartete man durch und durch diesseitige Strafen oder Segnungen. Bei der Wiedergeburt kommt hinzu, dass sie auch erklären kann, warum die einen schön und reich geboren werden und andere nicht.

Geschrieben
Am 17.6.2026 um 04:26 schrieb Higgs Boson:

Glück ist gleichfalls sinnlos, aber das ist egal, weil Glück nicht nach dem Sinn fragt.

 

Dieser Satz von dir, lässt mir keine Ruhe. Da ist schon was dran, aber irgendwie ist das drüber, es ist too much, hat was von "zu viel ist nicht genug". Das klingt nicht gesund, nicht heil. 

 

Dazu fällt mir eine Stelle aus dem Tankerkönig von Hannes Waader ein:

 

Zitat

 

Ich blieb so lange unsichtbar, bis keine Zeitungsmeldungen mehr über 

mich erschienen; beschaffte mir dann nach und nach alles, was ich 

brauchte, und verlebte ein paar sehr ruhige Monate. Ich pflanzte Hanf 

im Blumenpott, rauchte ab und zu einen Joint, schaukelte bei sonnigem 

Wetter in meiner Hängematte, und hörte, die MP auf dem Bauch, die 

Hitparade im Kofferradio und war glücklich. Aber, wie alle glücklichen     
Leute, war ich nach 'ner Weile schon nahe am Verblöden. Um dem     
entgegenzuwirken, schrieb ich zentnerweise Leserbriefe ...

 

 

Um in diesem Bild zu bleiben: Ein Joint lässt noch eine gewisse Reflektionsfähigkeit zu. Dein Satz beschreibt eher jemanden auf Heroin, der endlos seine Welle der Ektase auf dem Meer der Liebe reitet, ein Glück, das dem absoluten Egotrip seiner Emotionen hoffnungslos verfallen ist. 

 

Liebe macht blind, sagt man, aber gemeint ist die Verliebtheit, sind die starken Emotionen, denen das logische Denken zum Zwecke der Fortpflanzung geopfert wird. Liebe liebt nicht mehr nur den Nächsten, den Sexualpartner, sondern die Übernächsten, die Kinder, Enkel, Eltern und Großeltern, die ganze Verwandtschaft, ist eine lebensbejahende Haltung dem Menschen gegenüber - im Idealfall. Um den geht es wohl beim ewigen Leben. Eine Verblödung leistet sich die Liebe nicht, sie ist Antwort. Liebende Antworten haben einen Sinn, sind Verantwortungen.  

 

Im Katechismus der kath. Kirche steht unter dem Stichwort Himmel:

 

Zitat

1028 Da Gott unendlich erhaben ist, kann er nur dann gesehen werden, wie er ist, wenn er selbst den Menschen sein Mysterium unmittelbar schauen läßt und ihn dazu befähigt. Diese Schau Gottes in seiner himmlischen Herrlichkeit wird von der Kirche „die beseligende Schau" [visio beatifica] genannt.

 

„Welcher Ruhm, welche Lust wird es sein, wenn du zugelassen wirst, um Gott zu schauen, wenn du der Ehre gewürdigt wirst, mit Christus, deinem Herrn und Gott, die Freude des ewigen Heils und Lichts zu genießen ...‚ mit den Gerechten und Freunden Gottes im Himmelreich dich der Wonne der verliehenen Unsterblichkeit zu freuen!" (Cyprian, ep. 58, 10,1).

 

1029 In der Herrlichkeit des Himmels erfüllen die Seligen weiterhin mit Freude den Willen Gottes. Sie tun dies auch in bezug auf die anderen Menschen und die gesamte Schöpfung, indem sie mit Christus herrschen; mit ihm werden sie „herrschen in alle Ewigkeit" (Offb 22,5) [Vgl. Mt 25,21.23].

 

Geschrieben
vor 5 Stunden schrieb Weihrauch:

 

Dieser Satz von dir, lässt mir keine Ruhe. Da ist schon was dran, aber irgendwie ist das drüber, es ist too much, hat was von "zu viel ist nicht genug". Das klingt nicht gesund, nicht heil. 

 

Zum einen fragt Glück nicht nach dem Sinn, weshalb die Frage danach mit 'ewigem Glück' beantwortet werden könnte. Doch sie Du im weiteren Verlauf schreibst, ist ein 'Dauerhoch' am Ende auch nicht befriedigend, wenn es zu einem statischen Zustand wird. (Das ist genau das Problem, das die Maschinen in 'Matrix' mit dem Menschen haben, als sie diese in einen paradiesischen Zustand versetzten. John Smith erklärt dies Neo. Darum spiegelt die Matrix keine perfekte Welt vor.)

 

Dieses Problem löst dagegen die Inkarnationstheorie. Da geht man von einem übergeordneten Bewusstsein aus, das immer wieder mit einem neuen Lebensplan inkarniert, um immer wieder neue Erfahrungen zu machen. Dabei wird die Erfahrung von Leid genauso eingeplant, wie Glück. Und löst damit ganz nebenher auch das Theodizee-Problem.

 

Nicht dass ich dem anhängen würde, aber interessant ist der Gedanke allemal.

Geschrieben (bearbeitet)
vor 25 Minuten schrieb Higgs Boson:

Doch sie Du im weiteren Verlauf schreibst, ist ein 'Dauerhoch' am Ende auch nicht befriedigend, wenn es zu einem statischen Zustand wird.

 

Es ging mir in meiner Antwort gar nicht um die Dauer sondern um die Qualität des Glücks. Nicht zuletzt darum habe ich das Zitat aus dem KKK angehängt, in dem zuerst die mystische visio beatifica beschrieben wird, im Anschluss daran aber dies hier steht: 

 

Zitat

1029 In der Herrlichkeit des Himmels erfüllen die Seligen weiterhin mit Freude den Willen Gottes. Sie tun dies auch in bezug auf die anderen Menschen und die gesamte Schöpfung, indem sie mit Christus herrschen; mit ihm werden sie „herrschen in alle Ewigkeit" (Offb 22,5) [Vgl. Mt 25,21.23].

 

Das ergibt für mich keinen Sinn. Wenn die Seligen im Himmel mit Freude den Willen Gottes tun, über wen herrschen sie denn dann? Welche anderen Menschen und was soll die gesamte Schöpfung sein - sorry, ich verstehe nur Bahnhof. Offensichtlich wird da nicht nur die seligmachende Light Show Gottes genossen, da scheinen ja noch andere Dinge zu passieren, im ewigen Leben.

 

Vielleicht können mir unsere Katholiken da hilfreich unter die Arme greifen.

bearbeitet von Weihrauch

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