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Synodaler Weg - schon versperrt?


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Geschrieben
vor 19 Minuten schrieb Werner001:

Das sind dann die, die besonders lehramtstreu und fromm tun. Von den andern geht ja eh kaum einer in einen Beichtstuhl 

 

In den Beichtstuhl gehen die, die sich dessen bewusst sind, dass sie gesündigt haben, die ihre Sünden bereuen und den Wunsch haben wieder ins Reine mit sich und Gott zu kommen. Ein schlechtes Gewissen zu haben, wenn man gesündigt hat, finde ich für einen gläubigen Menschen völlig normal. Alles andere wäre seltsam, wenn man sündigt und es wäre einem völlig egal. 

 

 

Geschrieben
Am 6.5.2026 um 08:30 schrieb Merkur:

Damit meint sie aber etwas anderes als du (vermutlich). Daher solltest du vorher klarstellen, ob du den Sprachgebrauch der Theologen oder deinen eigenen meinst. 

 

Ich wüsste das nicht und glaube das nicht. Was soll die Kirche denn anderes meinen als ich, wenn sie ihre Lehren als "wahr" betrachtet? Wenn die Kirche beispielsweise sagt. dass X eine Sünde ist, dann meint sie doch wohl, dass X tatsächlich eine Sünde ist. 

 

vor 5 Stunden schrieb Cosifantutti:

Ich kann mich überhaupt nicht erinnern, dass die Sexualmoral der katholischen Kirche, Humanae Vitae etc....irgendwann man auf dem Programm als Diskussionsthema stand. Bei festen Beziehungen, Partnerschaften z.B. während des Studiums war es der absolute "Normalfall", dass Sex selbstverständlich dazugehörte ( Safer Sex / Kondom / Pille...etc.... ). 

 

Das glaube ich Dir auch, und ich finde das auch gut. Aber erstens gibt es wie gesagt offenbar auch immer noch ganz andere Erfahrungen (wenn auch relativ selten in Westeuropa, obwohl selbst dort immer noch. Und zweitens ist das eigentlich ein Grundwiderspruch, der nicht wirklich aufgelöst ist, sondern eher ignoriert wird. Dass Katholiken einfach von der Lehre abweichen, ist im kath. System selbst nicht vorgesehen - da wird eigentlich der Gehorsam eingefordert.

 

Genauso wenig ist im kath. System übrigens die Möglichkeit vorgesehen, dass einzelne Gläubige gegen die offizielle kirchliche Lehre recht haben - für die Kirche ist das Gewissen, das von ihrer Lehre abweicht, offenbar immer ipso facto das "irrende Gewissen". (Nachdem die Kirche sich mitunter gravierend geirrt hat und einzelne Gläubge gegen sie recht hatten - man denke nur an Religionsfreiheit usw. - ist das eigentlich seltsam.)

 

vor 5 Stunden schrieb Cosifantutti:

Was das Lehramt ganz ungern macht: Dass ein Papst ganz direkt einem Vorgänger widerspricht..... Man geht da etwas "geschmeidigere", eleganter Wege. Das kann man ja auch sehr schön bei Franziskus und jetzt auch Leo beobachten: Man relativiert bestimmte Lehraussagen, differenziert, schränkt ein, verweist auf die jeweils persönliche Situation, betont die Funktion der Lehre als Grundorientierung, Richtungsweisung, Idealvorstellung, etc.... fährt allgemein die Bedeutung der ganzen Thematik herunter ( aktuell Leo.... ) setzt im Pontifikat ganz andere Schwerpunkte, redet über ganz andere Themen ( Franziskus ).

 

Das Thema Sexualität und die damit verbundenen Einzelnormen der katholischen Lehre, wird in seiner Bedeutung herabgestuft, marginalisiert, allmählich komplett überlagert von ganz anderen Themen, die die päpstliche Agenda bestimmen.... bis die Thematik nur noch interessant ist für Kirchenhistoriker.... 

 

"Kompostierung" nennt man dieses Prinzip in der Katholischen Kirche...... 

 

Schon deshalb ist für mich persönlich der Katholizismus wohl nichts. Für mich ist Geradlinigkeit wichtig, ebenso wie die Fähigkeit, Fehler zuzugeben. Wohlgemerkt nicht Fehlerlosigkeit, aber die Bereitschaft, wahrhaftig und angemessen mit Fehlern umzugehen. Wenn jemand zwanghaft versucht, sich selbst als perfekt und fehlerlos darzustellen und dafür die Realität systematisch verbiegt oder ausblendet, macht ihn das für mich unsympathisch. Ein solches Verhalten ist für mich auch ein Merkmal von Selbstgerechtigkeit und/oder ideologischer Verbohrtheit. (Damit will ich niemandem zu nahe treten - aber das ist mein Empfinden.) 

 

Zweitens: Wo bleiben bei einer solchen "Lösung" durch "Vergessen" eigentlich all diejenigen, über die die Kirche schweres und völlig unnötiges Leid gebracht hat, nur weil sie ihr vertraut haben (siehe z.B. hier)? Sollen sie dann auch einfach "vergessen" werden - weil die Illusion der eigenen Fehlerlosigkeit einem wichtiger ist als Wahrheit und Gerechtigkeit? 

Geschrieben (bearbeitet)
vor 10 Minuten schrieb rorro:

 

Das sieht man es mal wieder - nur die (nach außen) Lehramtstreuen sündigen. Die anderen nicht.

Das hab ich nicht gesagt. Aber die anderen gehören nicht unbedingt zu den eifrigen Beichtstuhlbesuchern

 

Werner

bearbeitet von Werner001
Geschrieben
vor 2 Minuten schrieb iskander:

Zweitens: Wo bleiben bei einer solchen "Lösung" durch "Vergessen" eigentlich all diejenigen, über die die Kirche schweres und völlig unnötiges Leid gebracht hat, nur weil sie ihr vertraut haben (siehe z.B. hier)? Sollen sie dann auch einfach "vergessen" werden - weil die Illusion der eigenen Fehlerlosigkeit einem wichtiger ist als Wahrheit und Gerechtigkeit? 

Ich verweise auf das Gleichnis von den Arbeitern im Weinberg.

Die Lehre ist zeitabhängig, jedet muss das als wahr und absolut ansehen, was zu seiner Zeit zufällig als solches verkündet wird.

 

Werner

Geschrieben
vor 19 Minuten schrieb rorro:

Das sieht man es mal wieder - nur die (nach außen) Lehramtstreuen sündigen. Die anderen nicht.

Ohne "Gesetz" keine Sünde. 

Geschrieben
vor 34 Minuten schrieb iskander:

 

Ich wüsste das nicht und glaube das nicht. Was soll die Kirche denn anderes meinen als ich, wenn sie ihre Lehren als "wahr" betrachtet? Wenn die Kirche beispielsweise sagt. dass X eine Sünde ist, dann meint sie doch wohl, dass X tatsächlich eine Sünde ist. 

 

Was meint die Kirche denn, wenn sie sagt, dass Jesus die Wahrheit ist?  Nicht dass er die Wahrheit spricht, sondern dass er sie ist?  Wenn du den Wahrheitsbegriff der Kirche zu kennen glaubst, solltest du das erklären können. 

Geschrieben
vor 49 Minuten schrieb Werner001:

Wenn man genau hinschaut, dann sind es auch nur einzelne Aspekte, aber nicht die Lehre in ihrer Gesamtheit. Die Afrikaner z. B. Tun beim Thema Homosexualität ganz besonders christlich, und labern pathetisch vom Willen Gottes und ähnlichem Quatsch, wenn es dann um eheliche Treue oder Sex außerhalb der Ehe geht ist das alles nicht mehr so wichtig.

Davon habe ich auch schon gehört, aber meine Frage war, ob die Bischöfe, die sich bei diesem Thema so hervortun, wirklich Rückhalt bei ihren Gläubigen haben, oder ob das allein eine Angelegenheit der Hierarchie ist. 

Geschrieben
vor 33 Minuten schrieb Werner001:
vor 39 Minuten schrieb iskander:

Zweitens: Wo bleiben bei einer solchen "Lösung" durch "Vergessen" eigentlich all diejenigen, über die die Kirche schweres und völlig unnötiges Leid gebracht hat, nur weil sie ihr vertraut haben (siehe z.B. hier)? Sollen sie dann auch einfach "vergessen" werden - weil die Illusion der eigenen Fehlerlosigkeit einem wichtiger ist als Wahrheit und Gerechtigkeit? 

Ich verweise auf das Gleichnis von den Arbeitern im Weinberg.

Die Lehre ist zeitabhängig, jedet muss das als wahr und absolut ansehen, was zu seiner Zeit zufällig als solches verkündet wird.

 

 

Vielleicht habe ich mich da unzulänglich ausgedrückt. Ich meinte das wie folgt: Wenn die Kirche Fehler, die Menschen erhebliches Leid gebracht haben, nicht einräumt, sondern vergessen machen will, dann macht sie sich an diesen Menschen erneut schuldig und verstößt nicht nur gegen das Prinzip der Wahrhaftigkeit, sondern auch gegen das der Gerechtigkeit. 

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