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Eine christliche Perspektive auf den Umgang mit der AfD


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Geschrieben
1 hour ago, Flo77 said:

Seit wann redest Du nur noch in Antifa-Soziolekt?

 

Die Sprachentgleisung des Kanzlerspielers gestern war ja schon gruselig, aber Deine Wortwahl ist echt jenseits der Grenzen...


Glaubst Du denn ernsthaft, dass der Bischof „Freunde“ bei der „Antifa“ hat? Wer ist damit genau gemeint?

Manchmal kann es sinnvoll sein, eine Polemik zu spiegeln, damit sie als solche erkennbar wird.

Geschrieben
vor 2 Minuten schrieb Shubashi:


Glaubst Du denn ernsthaft, dass der Bischof „Freunde“ bei der „Antifa“ hat? Wer ist damit genau gemeint?

Manchmal kann es sinnvoll sein, eine Polemik zu spiegeln, damit sie als solche erkennbar wird.

Nachdem Du sonst eher ein Verfechter verbaler Abrechnung erscheinst, wundere ich mich doch sehr.

Geschrieben
vor 20 Stunden schrieb Weihrauch:

 

Stellte sich nicht schon lange vor dem Wahlergebnis viel mehr die Frage, ob es der Kirche noch gelingt, mit allen gesellschaftlichen Gruppen im Gespräch zu bleiben?

 

Die Kirche stand nicht zur Wahl für den Landtag. Wo ist denn da jetzt der Zusammenhang für dich? Was soll denn das Wahlergebnis mit der Kirche zu tun haben, außer dass sich halt auch Kirchenvertreter als Personen des öffentlichen Lebens dazu äußern?

Geschrieben
vor 5 Stunden schrieb Flo77:

Nachdem Du sonst eher ein Verfechter verbaler Abrechnung erscheinst, wundere ich mich doch sehr.

 

 Abrechnung oder Abrüstung?

Geschrieben
vor 10 Minuten schrieb Die Angelika:

Die Kirche stand nicht zur Wahl für den Landtag. Wo ist denn da jetzt der Zusammenhang für dich?

 

Wer im Glashaus sitzt, sollte nicht mit Steinen werfen - oder die Sache mit dem Splitter und dem Balken. Anderen vorzuhalten, dass es ihnen nicht gelingt, mit allen gesellschaftlichen Gruppen im Gespräch zu bleiben, wenn es einem selbst schon viel länger nicht mehr gelingt. Das ist der Zusammenhang für mich. 

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Geschrieben
13 hours ago, Weihrauch said:

 

Wer im Glashaus sitzt, sollte nicht mit Steinen werfen - oder die Sache mit dem Splitter und dem Balken. Anderen vorzuhalten, dass es ihnen nicht gelingt, mit allen gesellschaftlichen Gruppen im Gespräch zu bleiben, wenn es einem selbst schon viel länger nicht mehr gelingt. Das ist der Zusammenhang für mich. 


Der Sachverhalt, den Du schilderst ist erstmal richtig - 85% der Wähler in Sachsen-Anhalt gehören keiner Kirche an.

Auf der anderen Seite darf (und sollte ich auch) mir als Christ Gedanken um das Wohl meiner Mitmenschen machen, auch ohne dass sie Christen sind. Christliches Handeln, dass sich grundsätzlich missionarisch verstünde, wäre überhaupt kein christliches Handeln mehr. Der Samariter will keinen Co-Samariter kooptieren, sonder einfach nur, dass ein Opfer versorgt wird. Von daher ist es völlig okay christlich seinen Meinungssenf dazuzugeben. Es genügt dann nur nicht, sich einfach auf seine christliche Glaubensposition zu stützen, sondern ein ernsthafter Diskussionsbeitrag sollte dann schon inhaltlich sinnvoll argumentieren, denn der Glaube ist nur Motiv zu handeln, garantiert aber keinen größeren Sachverstand in politischen Fragen. Deshalb hat Bischof Wilmer in meinen Augen recht: von oben bischöflich verordnen wollen geht in dieser Zeit nicht mehr. Was die Kirche aber als christlich ansieht, darf sie aber sehr wohl sagen.

Geschrieben
vor 2 Stunden schrieb Shubashi:

Christliches Handeln, dass sich grundsätzlich missionarisch verstünde, wäre überhaupt kein christliches Handeln mehr.

 

Sagt wer?

Geschrieben (bearbeitet)
vor 3 Stunden schrieb Shubashi:

Der Sachverhalt, den Du schilderst ist erstmal richtig - 85% der Wähler in Sachsen-Anhalt gehören keiner Kirche an.

 

Darum geht es mir gar nicht in erster Linie, aber mit dieser gesellschaftliche Gruppe ist die Kirche seit langem nicht im Gespräch und auf Gesamtdeutschland bezogen, ist das auch so, dass sie mit vielen gesellschaftlichen Gruppen nicht im Gespräch ist. Mit der eigenen gesellschaftlichen Gruppe, den Katholiken gelingt ihr das auch immer weniger, weshalb ihr diese hierzulande in Scharen davonlaufen.

 

vor 3 Stunden schrieb Shubashi:

Christliches Handeln, dass sich grundsätzlich missionarisch verstünde, wäre überhaupt kein christliches Handeln mehr.

 

Grundsätzlich missionarische ist es allemal, da es um einen Gott und den Menschen an sich - also alle Menschen geht, aber natürlich nicht ausschließlich missionarisch. Die Kirche ist mittlerweile dennoch in einer vergleichbaren Position wie die Parteien, denen sie diese Vorhaltungen macht, weil es der Kirche auch um Wähler gehen muss, da es immer weniger Eingeborene in der Kirche gibt und geben wird, wegen der Überalterung ihrer Mitglieder. Die Babyboomer, Standard-Haarfarbe Grau, sind bald aus den Gottesdiensten verschwunden, und werden demnächst auf den Friedhöfen liegen.

 

vor 3 Stunden schrieb Shubashi:

Was die Kirche aber als christlich ansieht, darf sie aber sehr wohl sagen.

 

Klar, alle politischen Parteien dürfen auch sagen, was sie als sinnvoll erachten, und an der Wahlurne zeigt sich dann, welche Gespräche mit welchen gesellschaftlichen Gruppen erfolgreich waren, und welche nicht. 

 

vor 3 Stunden schrieb Shubashi:

Der Samariter will keinen Co-Samariter kooptieren, sonder einfach nur, dass ein Opfer versorgt wird. Von daher ist es völlig okay christlich seinen Meinungssenf dazuzugeben. Es genügt dann nur nicht, sich einfach auf seine christliche Glaubensposition zu stützen, sondern ein ernsthafter Diskussionsbeitrag sollte dann schon inhaltlich sinnvoll argumentieren, denn der Glaube ist nur Motiv zu handeln, garantiert aber keinen größeren Sachverstand in politischen Fragen.

 

Ja, aber dann sieh dir mal die letzte Enzyklika Magnifica Humanitas an. All die Bedenken die Papst Leo in Bezug auf die KI äußert, treffen viel mehr seine eigene Kirche, wenn man nur mal das bevorzugte Medium Schrift in der Kirchengeschichte in den Blick nimmt. Während eine LLM nicht nur mit Daten der Kirche arbeitet, zeigt sich schon in den Fußnoten der Enzyklika, dass die Kirche mit einer sehr viel selektiveren Datengrundlage, nämlich nur mit den eigenen Daten ihrer eigenen Dokumente arbeitet.

 

Über ihren eigenen Horizont blickt sie dabei überhaupt nicht, weder in die Sozialwissenschaften - es scheint einzig die der Kirche auf der Welt zu geben, noch irgendwelche anderen Akteure, die sie höchstens als Mägde der Kirche wahrnimmt. Alle Referenzen die in den Fußnoten angeführt werden, sind Referenzen auf sich selbst, die Kirche. Sie ist diesbezüglich viel schlimmer als ChatGpt, Grok und wie sie alle heißen.

 

Wieder sieht sie nur den Splitter im Auge derer, die sie anklagt, und nicht den Balken im eigenen Auge. Ob Schrift oder Bits und Bytes macht nicht den entscheidenden Unterschied in der Sache, auch die Bibel und Kirchendokumente sind Datensätze, mit denen KIs arbeiten, aber darüber hinaus noch mit viel mehr anderen, aus Philosophie, Wissenschaften, Politik, Literatur, Kunst, Allgemeinwissen usw. 

 

Mir geht es um die Argumentation dabei. Die Kirche stellt sich als die Lösung für alles dar, aber sie war schon immer Teil des Problems: Mea culpa, mea culpa, mea maxima culpa, ist nur ein Lippenbekenntnis, das sich vornehmlich auf die Vergangenheit bezieht. Im Hier und Jetzt macht sie immer alles richtig, und meint überdies auch noch bestens über die Zukunft orientiert zu sein (Heilsgeschichte).

 

Auch die KI Entwickler und Vermarkter bedienen sich eines Marketing-Narratives der Problemlösung zum Wohle einer besseren Zukunft des Menschen - wie der Samariter, und die KI will natürlich auch keine menschlichen Co-Intelligenzen kooptieren, sondern viele Menschen wegrationalisieren, aus ihren Entscheidungskompetenzen, was uns ja irgendwoher bekannt vorkommt. Es geht um die eigene Deutungshoheit, die die Kirche bedroht sieht. 

bearbeitet von Weihrauch
Geschrieben
vor 23 Stunden schrieb Shubashi:

Die Kirche ist seit der DDR sehr erfahren mit der Rolle des Dissidententums. Vorher war die SED die „Mitte der Gesellschaft, jetzt ist es eben die AfD. Kirche kommt damit klar.

 

In 10 Tagen ist Wahl in Berlin und Mecklenburg-Vorpommern. Nach den Umfragen wird die SED alias "Die Linke" in Berlin die kommende Regierung anführen und in Mecklenburg-Vorpommern auch weiter regieren.

 

Habe bisher noch kein Statement der Genossen Koch und Feige dazu gehört.

Geschrieben
vor 4 Stunden schrieb Shubashi:

Von daher ist es völlig okay christlich seinen Meinungssenf dazuzugeben. Es genügt dann nur nicht, sich einfach auf seine christliche Glaubensposition zu stützen, sondern ein ernsthafter Diskussionsbeitrag sollte dann schon inhaltlich sinnvoll argumentieren, denn der Glaube ist nur Motiv zu handeln, garantiert aber keinen größeren Sachverstand in politischen Fragen. Deshalb hat Bischof Wilmer in meinen Augen recht: von oben bischöflich verordnen wollen geht in dieser Zeit nicht mehr. Was die Kirche aber als christlich ansieht, darf sie aber sehr wohl sagen.

Dies ist ein entscheidender Gesichtspunkt: die Kirche hat in "weltlichen" Sachgebieten und Fragestellungen keinen größeren Sachverstand und keinen besseren Zugang zur menschlichen Erkenntnis. Jeder Diskussionsbeirag musst daher im rationalen, argumentativen Diskurs erfolgen.

 

Die Kirche muss auch sehr darauf aufpassen, dass sie sich nicht in ganz spezifischen Einzelfragen verheddert, bei denen verschiedene grundsätzlich sinnvolle Handlungsmögkichkeiten zur Auswahl stehen und es oft / meist auf eine Güterabwägung hinausläuft. Sinnvoll finde ich es, wenn die Kirche immer wieder ihre Sozialprinzipien in den politischen Diskurs einbringt zur grundsätzlichen ethischen Orienrierung....

Geschrieben
3 hours ago, Guppy said:

 

In 10 Tagen ist Wahl in Berlin und Mecklenburg-Vorpommern. Nach den Umfragen wird die SED alias "Die Linke" in Berlin die kommende Regierung anführen und in Mecklenburg-Vorpommern auch weiter regieren.

 

Habe bisher noch kein Statement der Genossen Koch und Feige dazu gehört.


Ein in meinen Augen berechtigter Einwand. Keine Partei ist aktuell dermaßen antisemitisch unterwegs wie die „Linke“ in Berlin. Etwas mehr öffentliche Solidarität mit den Juden hierzulande stünde den Kirchen auch gut an - obwohl Kirchengemeinden deshalb hier und dort schon selbst Ziel der antisemitischen Haßprediger wurden.

Geschrieben

Sobald die AfD irgendwo die Regierung stellt, ändert sich auch der Fokus dieses Threads:

 

vom Umgang mit einer Oppositionspartei hin zum Umgang mit einer Regierungspartei, jeweils aus christlicher Motivation.

Geschrieben
4 hours ago, rorro said:

 

Sagt wer?


Das ist z.B. konfessionsübergreifend Regel in der Notfallseelsorge - wer sich in einer psychsozialen Notlage befindet, ist einfach erstmal ein Mitmensch in Not. Und ich würde jetzt mal ganz vorwitzig annehmen, dass Du Deinen Beruf nicht völlig von Deinem Glauben trennen kannst, ohne dass jedem Patienten gleich auf‘s Butterbrot zu schmieren. Das Beispiel vom Samariter beinhaltet ja ebenfalls, dass der Nächste eben nicht nach der Konfession ausgesucht werden kann.

Geschrieben
vor 2 Stunden schrieb Shubashi:

Das ist z.B. konfessionsübergreifend Regel in der Notfallseelsorge - wer sich in einer psychsozialen Notlage befindet, ist einfach erstmal ein Mitmensch in Not. Und ich würde jetzt mal ganz vorwitzig annehmen, dass Du Deinen Beruf nicht völlig von Deinem Glauben trennen kannst, ohne dass jedem Patienten gleich auf‘s Butterbrot zu schmieren. Das Beispiel vom Samariter beinhaltet ja ebenfalls, dass der Nächste eben nicht nach der Konfession ausgesucht werden kann.

 

Dann solltest Du Deine Verwendung von Begriffen wie „missionarisch“ vorab erst klären.

Geschrieben

Eine Frau gab übrigens in einem Interview an, sie wähle unter anderem AfD, weil es Lebkuchen schon Ende August in den Supermärkten zu kaufen gäbe.

 

Bemerkenswert.

Geschrieben
4 hours ago, nannyogg57 said:

Eine Frau gab übrigens in einem Interview an, sie wähle unter anderem AfD, weil es Lebkuchen schon Ende August in den Supermärkten zu kaufen gäbe.

 

Bemerkenswert.


Das ist immerhin eines der Argumente, für das ich Verständnis entwickeln könnte! 

Geschrieben
vor 14 Stunden schrieb nannyogg57:

Eine Frau gab übrigens in einem Interview an, sie wähle unter anderem AfD, weil es Lebkuchen schon Ende August in den Supermärkten zu kaufen gäbe.

 

Bemerkenswert.

 

Würde man mich nach meiner Wahlpräferenz befragen, würde ich ähnlich sinnloses Zeug antworten. Was geht das den Frager an?

 

Übrigens gilt seit meiner Studentenzeit, daß das Winterhalbjahr mit dem Verkauf von Baumkuchen bei Aldi beginnt.

Geschrieben
Am 19.8.2026 um 20:42 schrieb rorro:

 

Tja, so ist das eben mit Statistiken, zumal bei Wikipedia. In Deutschland sind die wichtigsten Wirkstoffe der "Pille danach" mittlerweile rezeptfrei erhältlich (und sind ein Frühabortivum), in den USA ist das umstritten (geht durch diverse Instanzen gerade) und in Polen sind sie rezeptpflichtig.

Da die damit durchgeführten Früh-Abtreibungen in D gar nicht erfasst werden, kann man die genannte Statistik in der Pfeife rauchen.

 

Es ist politisch nicht gewollt und wurde verhindert, daß die vorgeburtlichen Kindstötungen statistisch erfaßt werden.

 

Korrigiere mich, aber meines Wissens gilt zumindest Levonorgestrel kaum als nidationshemmend, anders als (womöglich) Ulipristalacetat. Zudem weiß man doch, wie oft Ulipristalacetat verkauft wurde und kann abschätzen bzw. hochrechnen, in wie vielen Fällen es womöglich dann nidationshemmend gewirkt hat. Zudem kann man auch auf andere Länder schauen oder in die Vergangenheit, als es noch nicht großflächig zum Einsatz kam. Daten lassen oder ließen sich also sicher gewinnen - selbst wenn man Nidationshemmung unter "Abtreibung" subsumiert.

 

Völlig unabhängig davon aber gilt das Folgende: Entweder die Leute haben sehr viele Kinder oder verhüten sehr viel oder treiben sehr viel ab. Das zeigen die allgemeine Erfahrung ebenso wie systematische Studien. Falls Du das anders siehst, dann gib mir bitte ein Gegenbeispiel. (Siehe auch das Dekret 770 von Nicolae Ceaușescu, der beides simultan verhindern wollte: Verhütung und Abtreibung.)

 

Die einzige realistische und wirksame Möglichkeit, um massenhafte Abtreibungen zu verhindern, besteht also in großflächiger Verhütung.

 

Die inverse Beziehung ist auch nicht nur empirisch gut gestützt sondern sachlogisch naheliegend: Wo durch Verhütung effektiv eine ungewollte Empfängnis verhindert wird, dort kann ein ungewolltes Kind gar nicht erst abgetrieben werden. Oder wie es in einer Studie heißt:

 

"Common sense and an elementary understanding of the biological determinants of human reproduction indicate that contraception and induced abortion represent alternative means of achieving the same aggregate level of fertility in a population. If fertility and its other determinants (sexual exposure, lactation and pathological infertility, for example) remain constant, a rise in contraceptive use or in effectiveness of use must lead to a decline in induced abortion and vice versa."

https://www.researchgate.net/publication/10792850_Relationships_between_Contraception_and_Abortion_A_Review_of_the_Evidence

 

Und das Beste: Dieser Zusammenhang gilt vollkommen unabhängig davon, ob man den Begriff "Abtreibung" so definiert, dass nidationshemmende Medikamente unter ihn fallen oder nicht. Wer effektiv verhütet (auf eine Weise,  bei der eine Nidationshemmung nicht stattfinden kann), der wird kaum je in eine Situation kommen, in der er abtreiben könnte (und sei es im Sinne nidationshemmender Medikamente). 

 

 

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