johannes12 Geschrieben 27. August Autor Melden Geschrieben 27. August vor 1 Stunde schrieb Higgs Boson: Aber um herauszufinden, ob das stimmt, darf man nicht vom Neuen auf das Alte schließen, das wäre ein Zirkelschluss. Stichwort ist "schließen". Wenn man schließt, dann ja - Zirkelschluss. Beim 'Fragen offen lassen' - nur neue Sicht der Dinge, kein Zirkelschluss. vor 1 Stunde schrieb Higgs Boson: Das heißt beim Lesen des Alten die Brille des Neuen absetzen, verstehen, was es zu sagen. Dann das Neue lesen und sich fragen: Stimmt meine These? Diese Phase ist schon hinter mich. vor 2 Stunden schrieb Higgs Boson: Alles andere ist unredlich. ? Zitieren
Higgs Boson Geschrieben 27. August Melden Geschrieben 27. August vor 11 Stunden schrieb johannes12: vor 13 Stunden schrieb Higgs Boson: Aber um herauszufinden, ob das stimmt, darf man nicht vom Neuen auf das Alte schließen, das wäre ein Zirkelschluss. Stichwort ist "schließen". Wenn man schließt, dann ja - Zirkelschluss. Beim 'Fragen offen lassen' - nur neue Sicht der Dinge, kein Zirkelschluss. Fragen offen lassen ist immer ein gutes Mittel, um voreiligen Schlüssen vorzubeugen. vor 11 Stunden schrieb johannes12: vor 13 Stunden schrieb Higgs Boson: Das heißt beim Lesen des Alten die Brille des Neuen absetzen, verstehen, was es zu sagen. Dann das Neue lesen und sich fragen: Stimmt meine These? Diese Phase ist schon hinter mich. Bist Du sicher? Wie kommt dann die Trinität ins Sichtfeld, beim Lesen von Texten im Tenach? Hast Du sie wirklich schon belegt, oder ist die Frage noch offen? Zitieren
Higgs Boson Geschrieben 27. August Melden Geschrieben 27. August (bearbeitet) Am 26.8.2026 um 14:31 schrieb Higgs Boson: Gen 1,31 (Buber) Gott sah alles, was er gemacht hatte, und da, es war sehr gut. Abend ward und Morgen ward: der sechste Tag. יוֹם (yom) – Tag הַשִּׁשִּׁי (ha’schischi) – der sechste Wortzerlegung: ha- (Artikel) + schischi (sechster, Ordnungszahl, männlich, einzahl) Diskussion: Die Übersetzung ‚sechster‘ Tag ist wörtlich richtig, aber das ist, wie wir bereits wissen, auch ein Wochentagsname, also Der Freitag Und Gott sah was er gemacht Und siehe es ist sehr gut Und es war Abend Und es war Morgen Der sechste Tag Der sechste Tag. Dieser Tag hat einen bestimmten Artikel Weil ich gerade die restlichen Verse des Schöpfungsberichts fertig gemacht habe, hier eine Ergänzung zum Namen des sechsten Tages: Waren alle Tage bisher einfach nur ‚yom‘, also unbestimmt, allgemein und damit möglicherweise Personennamen, ist hier an diesem Tag klar: nein. Diese Tage sind keine Personen (Bisher). bearbeitet 27. August von Higgs Boson Zitieren
KevinF Geschrieben 27. August Melden Geschrieben 27. August (bearbeitet) On 8/25/2026 at 4:56 PM, Alfons said: Was Gradl in ihrer Deutung des sechsten Schöpfungstages macht, ist das, was in der Bibel ständig geschieht. Sie wendet ein äußeres Geschehen auf das innere an. In den Aufträgen, die Welt zu erobern und zu beherrschen, erkennt sie Gottes Aufträge an den Menschen, sein Inneres zu beherrschen, innerlich zu wachsen. Nur gibt es in Genesis 1 keinerlei Hinweis auf eine "innere" Version der Weisungen. Zu der von Dir referierten "inneren" Version kommt man, wenn man sich überlegt, was, gemäß unserer heutigen Ethik, ein liebender Gott wohl sagen würde, man noch ein wenig Psychologie dazunimmt und das Ganze dann noch irgendwie einen Bezug zum Originaltext haben soll. Das ist keine Interpretation, das ist eine neue, ergänzende Version des Textes. Und dann sollte man das auch so sagen. Bereichernd kann so eine Ergänzung ja trotzdem sein (hatte ich erwähnt, dass ich Fanfiction liebe?). bearbeitet 27. August von KevinF Zitieren
KevinF Geschrieben 27. August Melden Geschrieben 27. August (bearbeitet) On 8/26/2026 at 3:05 PM, Cosifantutti said: In den meisten biblischen Kommentaren wird ja die Zerstörung des Tempels und die Eroberung Jerusalems 70 n. Chr. sozusagen als zeitlicher Referentpunkt angenomnen: Sprachliche Hinweise von Zerstörung und Verfolgung im Markusevangelium, etc... Das klingt ja alles sehr plausibel, logisch, nachvollziehbar. Aber es fehlt der entscheidende historische "Beleg", die "smoking gun", es bleiben alles letztendlich Hinweise, "Indizien".... Ich bin kein Experte, aber mir kommt es nicht so ungewöhnlich vor, wenn im Rahmen eines apokalyptischen Textes eine Tempelzerstörung vorhergesagt wird. Das ist imo kein guter Beleg für irgendetwas, nicht für eine Frühdatierung und nicht für eine spätere Datierung. Und zum Stichwort "Spätdatierung": Bis (als spätester Zeitpunkt) Mitte des zweiten Jahrhunderts scheint nicht unplausibel zu sein, siehe https://www.youtube.com/watch?v=CYMgxhYSmiw Dies auch als Hinweis an @rorro bearbeitet 27. August von KevinF Zitieren
KevinF Geschrieben 27. August Melden Geschrieben 27. August On 8/20/2026 at 5:42 PM, Higgs Boson said: Das Johannesevangelium beginnt mit ‚Im Anfang‘. Ich habe das immer so überlesen. Mit meinem bisschen Griechisch war ich auch mit der Version vertraut. Bis ich eines Tages eine LXX auf Griechisch in die Hände bekam. Da hat es mich gerissen. Im Anfang, diesmal waren das keine einfachen Wörter, diesmal war es exakt dieselbe Formulierung, dasselbe Schriftbild. Johannes startet seine eigene Genesis. Mit den gleichen Methoden wie der Verfasser von Genesis. Er greift auf und deutet um. Und dann ergibt auch die Aussage ‚Und das Wort war ein Gott‘ wieder Sinn. (Und ja, der unbestimmte Artikel muss an der Stelle eingefügt werden, das regelt die griechische Grammatik). Zur Grammatik: Ich kann kein Altgriechisch, aber so eindeutig wie Du sagst, ist die Sache afaik nicht: So gibt es afaik auch in der Septuaginta Stellen, wo kein Artikel bei "Gott" steht und wir trotzdem nicht "ein Gott" übersetzen. Und wir wissen, dass das korrekt ist, weil wir auch den hebräischen Text kennen. Cornthwaite hat ein Video, dazu, von dem ich aber selbst erst nur den Anfang gesehen habe: https://www.youtube.com/watch?v=HsT1sbJHN0s Zitieren
Higgs Boson Geschrieben 27. August Melden Geschrieben 27. August (bearbeitet) vor 47 Minuten schrieb KevinF: Zur Grammatik: Ich kann kein Altgriechisch, aber so eindeutig wie Du sagst, ist die Sache afaik nicht: So gibt es afaik auch in der Septuaginta Stellen, wo kein Artikel bei "Gott" steht und wir trotzdem nicht "ein Gott" übersetzen. Und wir wissen, dass das korrekt ist, weil wir auch den hebräischen Text kennen. Cornthwaite hat ein Video, dazu, von dem ich aber selbst erst nur den Anfang gesehen habe: https://www.youtube.com/watch?v=HsT1sbJHN0s Ja, das ist richtig, auch göttlich ist eine mögliche Übersetzung. Nur sind Gott und Logos nicht gleichzusetzen, auch grammatikalisch nicht und das würde einfach den Monotheismus gleich sofort killen. Worum es mir geht: Johannes 1 setzt komplett neu auf, mit neuem Verständnis von Gott. Ab hier kann Trinität gedacht werden. Vorher nicht. (Ich hatte das mal dem griechischen Ex-Verlobten meiner Jüngsten vorgelegt.) Meinen größten Respekt vor der LXX - aber an manchen Stellen greift sie ins Klo. Und damit meine ich ausdrücklich nicht die Jungfrau bei Jesaja, für die gibt es tatsächlich eine Erklärung, die sich zwar nicht auf Jesus, sondern auf die Propheten Jesaja und Hosea bezieht. bearbeitet 27. August von Higgs Boson Zitieren
KevinF Geschrieben 27. August Melden Geschrieben 27. August (bearbeitet) 2 hours ago, Higgs Boson said: Ja, das ist richtig, auch göttlich ist eine mögliche Übersetzung. Nur sind Gott und Logos nicht gleichzusetzen, auch grammatikalisch nicht und das würde einfach den Monotheismus gleich sofort killen. Der Monotheismus wird gewahrt, solange Gott als das Gute oder als die ultimative Manifestation des Guten gedacht wird. Das bedeutet religiöse Fokussierung auf ein Prinzip ("das Gute") statt mehrere gleichzeitig und das ist per Definition monotheistisch imho. 2 hours ago, Higgs Boson said: Worum es mir geht: Johannes 1 setzt komplett neu auf, mit neuem Verständnis von Gott. Ab hier kann Trinität gedacht werden. Vorher nicht. Ja nun, im AT gibt es keine Trinität und auch im NT, hm, eher so ansatzweise, würde ich sagen? 2 hours ago, Higgs Boson said: Meinen größten Respekt vor der LXX - aber an manchen Stellen greift sie ins Klo. Und damit meine ich ausdrücklich nicht die Jungfrau bei Jesaja, für die gibt es tatsächlich eine Erklärung, die sich zwar nicht auf Jesus, sondern auf die Propheten Jesaja und Hosea bezieht. Erzähle 🙂 bearbeitet 27. August von KevinF Zitieren
Flo77 Geschrieben 27. August Melden Geschrieben 27. August vor 2 Stunden schrieb Higgs Boson: Meinen größten Respekt vor der LXX - aber an manchen Stellen greift sie ins Klo. Na, na, na. Zum einen ist überhaupt nicht klar, wie der hebräische Text aussah auf dem die LXX erstellt wurde, zum anderen muss auch offen bleiben, wie "orthodox" das hellenistische Diasporajudentum überhaupt noch war. Die Texte reflektieren ja nun immer nur die Geisteswelt ihrer Autoren. Zitieren
Flo77 Geschrieben 27. August Melden Geschrieben 27. August vor 1 Minute schrieb KevinF: Der Monotheismus wird gewahrt, solange Gott als das Gute oder als die ultimative Manifestation des Guten gedacht wird. Das bedeutet religiöse Fokussierung auf ein Prinzip ("das Gute") statt mehrere gleichzeitig und das ist per Definition monotheistisch imho. Der Begriff "Monotheismus" ist erst +/- 350 Jahre alt und wurde von westlichen Theologen/Soziologen (ja, Anachronismus) verwendet um eine Hierarchie/Evolution der Religionen zu definieren. Sachlich ist der Begriff kaum zu fassen, da er massiv auf westlichen Vorstellungen von Religion basiert. Das alte Israel war henotheistisch bzw. monolatristisch, ein echter Monotheismus, also ein Glaube, in dem es nur eine einzige Gottheit gibt, kamnerst später auf. Das Christentum sollte mMn sehr vorsichtig mit dem Begriff umgehen, wenn man nicht mal genauer unter die Lupe nehmen will, was Paulus mit "Macht der Sünde" und "Macht des Todes" beschreibt und wie man diese Vorstellungen sauber von einem Polytheismus trennen will, wenn diese Mächte offensichtlich nicht der Macht Gottes unterliegen. Monotheismus bedeutet schlicht Glauben an die Existenz eines einzigen Gottes. Über das Konzept des Logos hat Philo versucht nachzuweisen, daß die griechische Philosophie auf der Torah basiert (was schon damals völliger Unfug war). Philo hat Gott selbst so weit abstrahiert und von dieser Welt abgeschieden, daß er den "Logos" als das mit der Schöpfung interagierende göttliche "Moment" definierte. Wenn ich es richtig in Erinnerung habe, berief sich Philo auf den Akt des Aussprechens als konstante Offenbarungsmethode Gottes. Wie genau das ganze funktionieren soll, hab ich nicht verstanden (ich glaube nicht, daß Philo oder irgendeiner seiner christlichen Rezipienten es wirklich verstanden haben), aber ich bin an der Stelle dann auch endgültig raus. Sowohl die Idee Gott wäre in seiner Schöpfung nicht unmittelbar gegenwärtig und würde nicht auch unmittelbar mit ihr interagieren, erscheint mir völlig absurd. Sowohl im Textbefund des ATm als auch in meinem eigenen Erleben der "ruach"/"sechina" (mangels besserer Begriffe). Zitieren
Higgs Boson Geschrieben 27. August Melden Geschrieben 27. August vor 2 Minuten schrieb Flo77: Na, na, na. Zum einen ist überhaupt nicht klar, wie der hebräische Text aussah auf dem die LXX erstellt wurde, zum anderen muss auch offen bleiben, wie "orthodox" das hellenistische Diasporajudentum überhaupt noch war. Die Texte reflektieren ja nun immer nur die Geisteswelt ihrer Autoren. Du hast natürlich völlig Recht, und es gibt keine bessere Übersetzung als die King James. Oder die Vulgata. Weil Übersetzungen sind ja eh viel besser zu verstehen. Mit Imprimatur. Dass Übersetzungen problematisch sind, kurze Frage, hast du schon mal versucht zum Beispiel die Genesis aus dem Hebräischen zu übertragen? Was meinst Du, warum ich so einen Respekt vor der LXX habe, aber blub-bla werden aus zentralen Schlüsselwörtern irgendwelche Nebensätze. Ja, kann man machen, man wills ja verstehen. Und manchmal Mist ist besser als nix. Das entwertet das Werk nicht. Dass das hellenistische Judentum sich ziemlich von der 'orthodoxie' wegentwickelt hat, klar. Doch ging das nicht von heute auf morgen, das war ein Prozess, der sich im Christentum als Ableger erhalten hat. Mitsamt seiner Schrift. Zitieren
Flo77 Geschrieben 27. August Melden Geschrieben 27. August vor 5 Minuten schrieb Higgs Boson: Dass Übersetzungen problematisch sind, kurze Frage, hast du schon mal versucht zum Beispiel die Genesis aus dem Hebräischen zu übertragen? Was meinst Du, warum ich so einen Respekt vor der LXX habe, aber blub-bla werden aus zentralen Schlüsselwörtern irgendwelche Nebensätze. Ja, kann man machen, man wills ja verstehen. Und manchmal Mist ist besser als nix. Das entwertet das Werk nicht. Worauf ich hinauswill ist, daß der "Urtext" zur LXX nicht zwangsläufig mit dem Leningradensis übereinstimmen muss. Wir haben diesen Text nicht, entsprechend ist es unmöglich zu sagen, wie sehr die Übersetzung - wenn es denn eine Übersetzung war und nicht eine Nacherzählung die direkt auf griechisch verfasst wurde - tatsächlich von ihrer Vorlage abwich. Ich hätte beispielsweise auch überhaupt kein Problem damit, wenn die Katholika, die LXX als "ihr" AT festgelegt und den hebräischen Text verworfen hätte. Kann man ja machen. Jede Gruppe ist - wenn sie sie nicht eh selbst schreibt - in der Wahl ihrer heiligen Texte völlig frei. Zitieren
johannes12 Geschrieben 27. August Autor Melden Geschrieben 27. August vor 6 Stunden schrieb Higgs Boson: Bist Du sicher? Wie kommt dann die Trinität ins Sichtfeld, beim Lesen von Texten im Tenach? Hast Du sie wirklich schon belegt, oder ist die Frage noch offen? Klar doch - die Frage ist noch offen. 1 Zitieren
Higgs Boson Geschrieben 27. August Melden Geschrieben 27. August vor 35 Minuten schrieb KevinF: vor 3 Stunden schrieb Higgs Boson: Meinen größten Respekt vor der LXX - aber an manchen Stellen greift sie ins Klo. Und damit meine ich ausdrücklich nicht die Jungfrau bei Jesaja, für die gibt es tatsächlich eine Erklärung, die sich zwar nicht auf Jesus, sondern auf die Propheten Jesaja und Hosea bezieht. Erzähle 🙂 Ich rede hier definitiv NIE WIEDER über junge Jungfrauen. Und wenn ich die LXX hier auch noch als parallel Text mit einbaue, werden wir niemals fertig. Aber falls es sich ergibt, dann rolle ich den Psalm 22 gerne mal auf, aber nicht jetzt. Zitieren
Higgs Boson Geschrieben 27. August Melden Geschrieben 27. August (bearbeitet) vor 16 Minuten schrieb Flo77: Worauf ich hinauswill ist, daß der "Urtext" zur LXX nicht zwangsläufig mit dem Leningradensis übereinstimmen muss. Wir haben diesen Text nicht, entsprechend ist es unmöglich zu sagen, wie sehr die Übersetzung - wenn es denn eine Übersetzung war und nicht eine Nacherzählung die direkt auf griechisch verfasst wurde - tatsächlich von ihrer Vorlage abwich. Ich hätte beispielsweise auch überhaupt kein Problem damit, wenn die Katholika, die LXX als "ihr" AT festgelegt und den hebräischen Text verworfen hätte. Kann man ja machen. Jede Gruppe ist - wenn sie sie nicht eh selbst schreibt - in der Wahl ihrer heiligen Texte völlig frei. Die LXX in der Kategorie 'Kommentar' oder Nacherzählung, kein Problem. Sowas gibt es auch auf Aramäisch, nennt sich dort Targum. Sind / waren sehr hilfreich, weil hebräisch nicht mehr flächendeckend gesprochen wurde, schon garnicht als Alltagssprache. Die war (West-)Aramäisch als Lingua Franka, die wurde dann von Griechisch abgelöst. Und sowas ist immer auch ein Prozess. (Das rabbinische Judentum hat sich Ost-Aramäisch als 'Geheimsprache' erhalten. Und ich hoffe, ich habe jetzt Ost und West nicht durcheinander gebracht) bearbeitet 27. August von Higgs Boson Zitieren
KevinF Geschrieben 27. August Melden Geschrieben 27. August 26 minutes ago, Flo77 said: 43 minutes ago, Higgs Boson said: Worauf ich hinauswill ist, daß der "Urtext" zur LXX nicht zwangsläufig mit dem Leningradensis übereinstimmen muss. Das ist natürlich richtig. Und ist afaik auch der Grund, warum man die Septuaginta überhaupt als Quelle heranzieht. Zitieren
KevinF Geschrieben 27. August Melden Geschrieben 27. August 23 minutes ago, Higgs Boson said: Ich rede hier definitiv NIE WIEDER über junge Jungfrauen. Und wenn ich die LXX hier auch noch als parallel Text mit einbaue, werden wir niemals fertig. Aber falls es sich ergibt, dann rolle ich den Psalm 22 gerne mal auf, aber nicht jetzt. Vielleicht ein Hinweis, den ich nachschlagen kann? Gerne auch via PN. Zitieren
KevinF Geschrieben 27. August Melden Geschrieben 27. August 1 hour ago, Flo77 said: Der Begriff "Monotheismus" ist erst +/- 350 Jahre alt und wurde von westlichen Theologen/Soziologen (ja, Anachronismus) verwendet um eine Hierarchie/Evolution der Religionen zu definieren. Sachlich ist der Begriff kaum zu fassen, da er massiv auf westlichen Vorstellungen von Religion basiert. Das alte Israel war henotheistisch bzw. monolatristisch, ein echter Monotheismus, also ein Glaube, in dem es nur eine einzige Gottheit gibt, kamnerst später auf. Das Christentum sollte mMn sehr vorsichtig mit dem Begriff umgehen, wenn man nicht mal genauer unter die Lupe nehmen will, was Paulus mit "Macht der Sünde" und "Macht des Todes" beschreibt und wie man diese Vorstellungen sauber von einem Polytheismus trennen will, wenn diese Mächte offensichtlich nicht der Macht Gottes unterliegen. Monotheismus bedeutet schlicht Glauben an die Existenz eines einzigen Gottes. Über das Konzept des Logos hat Philo versucht nachzuweisen, daß die griechische Philosophie auf der Torah basiert (was schon damals völliger Unfug war). Philo hat Gott selbst so weit abstrahiert und von dieser Welt abgeschieden, daß er den "Logos" als das mit der Schöpfung interagierende göttliche "Moment" definierte. Wenn ich es richtig in Erinnerung habe, berief sich Philo auf den Akt des Aussprechens als konstante Offenbarungsmethode Gottes. Wie genau das ganze funktionieren soll, hab ich nicht verstanden (ich glaube nicht, daß Philo oder irgendeiner seiner christlichen Rezipienten es wirklich verstanden haben), aber ich bin an der Stelle dann auch endgültig raus. Sowohl die Idee Gott wäre in seiner Schöpfung nicht unmittelbar gegenwärtig und würde nicht auch unmittelbar mit ihr interagieren, erscheint mir völlig absurd. Sowohl im Textbefund des ATm als auch in meinem eigenen Erleben der "ruach"/"sechina" (mangels besserer Begriffe). Jetzt muss ich doch noch mein Verständnis der Trinität beschreiben. Aber nicht in diesem Thread und vielleicht auch nicht mehr heute. Mal so viel als Hinweis: Ich verstehe die Trinität nicht als Beschreibung einer metaphysischen Realität, an die ich glauben muss, sondern als symbolische Beschreibung einer durch die Tradition geprägten dreifachen Erfahrung/Redeweise im Vollzug der Religion. 1 Zitieren
KevinF Geschrieben 27. August Melden Geschrieben 27. August (bearbeitet) 32 minutes ago, Higgs Boson said: Ich rede hier definitiv NIE WIEDER über junge Jungfrauen. Und wenn ich die LXX hier auch noch als parallel Text mit einbaue, werden wir niemals fertig. Kennst Du schon das hier? https://www.die-bibel.de/wissenschaftliche-ausgaben/biblia-hebraica-quinta Edit: Die Genesis wird als erschienen gelistet... bearbeitet 27. August von KevinF 1 Zitieren
Higgs Boson Geschrieben 28. August Melden Geschrieben 28. August Am 26.8.2026 um 14:31 schrieb Higgs Boson: Gen 1,31 (Buber) Gott sah alles, was er gemacht hatte, und da, es war sehr gut. Abend ward und Morgen ward: der sechste Tag. וירא אלהים את־כל־אשר עשה והנה־טוב מאד ויהי־ערב ויהי־בקר יום הששי Wa’yar elohim asah we’hineh’tov meod wa’yehi-erev wa’yehi-boker yom ha’schischi וַיַּרְא (wa’yar) – und … sah Wortzerlegung: wa- (und) + yar (sah, 3.Person, männlich, einzahl, Wayyiqtol) Wurzel: ר.א.ה (R-A-H) – sehen Binyan: Kal/Paal (einfach) אֱלֹהִים (elohim) - Gott אֶת־כָּל־אֲשֶׁר (et’kol’aser) Wortzerlegung: et- (Akkusativanzeiger) + kol (jedes) + aser (welches) עָשָׂה (asah) – gemacht hat Wortzerlegung: asah (gemacht hat, Vergangenheit, 3. Person männlich, einzahl) Wurzel: ע.ש.ה (Aj-S-H) – machen, tun, herstellen Binyan: Kal/Paal (einfach) וְהִנֵּה־טוֹב (we’hineh’tov) – und siehe gut Wortzerlegung: we- (und) + hineh (siehe) + tov (gut) Wurzel: ט.ו.ב (T-W-B)) – gut sein מְאֹד (meod) - sehr Wurzel: א.ו.ד (A-W-D) – Kraft, Überfluss וַיְהִי־עֶרֶב (wa’yehi-erev) – und es war Abend וַיְהִי־בֹקֶר (wa’yehi-boker) – und es war Morgen יוֹם (yom) – Tag הַשִּׁשִּׁי (ha’schischi) – der sechste Wortzerlegung: ha- (Artikel) + schischi (sechster, Ordnungszahl, männlich, einzahl) Diskussion: Die Übersetzung ‚sechster‘ Tag ist wörtlich richtig, aber das ist, wie wir bereits wissen, auch ein Wochentagsname, also Der Freitag Und Gott sah was er gemacht Und siehe es ist sehr gut Und es war Abend Und es war Morgen Der sechste Tag Der sechste Tag. Dieser Tag hat einen bestimmten Artikel Gen 2,1 Vollendet waren der Himmel und die Erde, und all ihre Schar. ויכלו השמים והארץ וכל־צבאם Wa’jchul’u ha’schamajim we’ha’arez we’kol-zeva’am Einzelwortbetrachtung וַיְכֻלּוּ (wa’jchul’u) – (wurden vollendet) Wortzerlegung: wa- (und) + jchulu (wurde vollendet, 3. Person, männlich, Vielzahl, passiv, Wayyiqtol) Wurzel: כ.ל.ה (Ch-L-H) vollenden, abschließen Binyan: Pual (intensiv, passiv) הַשָּׁמַיִם (ha’schamajim) – die Himmel וְהָאָרֶץ (we’ha’arez) – und das Land וְכָל־צְבָאָם (we’kol-zeva’am) – und ihr ganzes Heer Wortzerlegung : wa- (und) + kol (jedes) + tzeva (Heer) + -am (ihr, besitzanzeigend, männlich, Vielzahl (wie -im)) Wurzel: צ.ב.א (Ts-B-A) — dienen/ein Heer bilden Diskussion: zevaam, das klingt nicht von ungefähr wie Zebaot. Es ist tatsächlich dieselbe Wurzel, die hier zu Grunde liegt. Gott Zebaot ist der Gott der Heere, das hat tatsächlich was militärisches. kol hat die Bedeutung von ganzes und jedes. Gibt hier nur ein Wort dafür. Übersetzung kommt am Ende, wir sind gleich fertig Zitieren
Higgs Boson Geschrieben 28. August Melden Geschrieben 28. August Gerade eben schrieb Higgs Boson: Gen 2,1 Vollendet waren der Himmel und die Erde, und all ihre Schar. ויכלו השמים והארץ וכל־צבאם Wa’jchul’u ha’schamajim we’ha’arez we’kol-zeva’am Einzelwortbetrachtung וַיְכֻלּוּ (wa’jchul’u) – (wurden vollendet) Wortzerlegung: wa- (und) + jchulu (wurde vollendet, 3. Person, männlich, Vielzahl, passiv, Wayyiqtol) Wurzel: כ.ל.ה (Ch-L-H) vollenden, abschließen Binyan: Pual (intensiv, passiv) הַשָּׁמַיִם (ha’schamajim) – die Himmel וְהָאָרֶץ (we’ha’arez) – und das Land וְכָל־צְבָאָם (we’kol-zeva’am) – und ihr ganzes Heer Wortzerlegung : wa- (und) + kol (jedes) + tzeva (Heer) + -am (ihr, besitzanzeigend, männlich, Vielzahl (wie -im)) Wurzel: צ.ב.א (Ts-B-A) — dienen/ein Heer bilden Diskussion: zevaam, das klingt nicht von ungefähr wie Zebaot. Es ist tatsächlich dieselbe Wurzel, die hier zu Grunde liegt. Gott Zebaot ist der Gott der Heere, das hat tatsächlich was militärisches. kol hat die Bedeutung von ganzes und jedes. Gibt hier nur ein Wort dafür. Übersetzung kommt am Ende, wir sind gleich fertig Gen 2,2 Vollendet hatte Gott am siebenten Tag seine Arbeit, die er machte, und feierte am siebenten Tag von all seiner Arbeit, die er machte. ויכל אלהים ביום השביעי מלאכתו אשר עשה וישבת ביום השביעי מכל־מלאכתו אשר עשה Wa’jechal elohim ba’yom ha’schevi melachto ascher asah wa’jischbot ba’yom ha’schevi mi’kol-melachto ascher asah Einzelwortbetrachtung וַיְכַל (wa’jechal) – und … vollendete Wortzerlegung: wa- (und) + jechal (vollendet, 3. Person, männlich, Einzahl, Wayyiqtol) Wurzel: כ.ל.ה (Ch-L-H) vollenden, abschließen Binyan: Kal / Paal (einfach, aktiv) Diskussion: Dieses Wort hatten wir schon in Vers 2,1 Da war es passiv. אֱלֹהִים (elohim) – Gott בַּיּוֹם (ba’yom) – an dem Tag Wortzerlegung: be- (in) + ha- (Artikel) + yom (Tag) Diskussion: be- und ha- verschmelzen zu ba- הַשְּׁבִיעִי (ha’schevi) – der siebte Wortzerlegung: ha- (Artikel) + schevii (siebter, Ordnungszahl, männlich, Einzahl) Wurzel: ש.ב.ע (Sch-B-Aj) sieben, aber auch Wochen Diskussion: Die Wurzel (Sch-B-Aj) wird in abgewandelter Form gleich wieder vorkommen. מְלַאכְתּוֹ (melachto) – sein Werk Wortzerlegung: melacht- (Werk, weiblich, weiblich, Konstruktus) + -o (sein, besitzanzeigend, männlich, Einzahl) Wurzel: ל.א.ך (L-A.Ch) von der Wurzel senden, beauftragt Diskussion: Das ist ein sehr interessantes Wort, denn es bedeutet nicht unbedingt ‚Arbeit‘. Es ist normal etwas, was man baut, weil man dafür einen Auftrag bekommen hat. Und mit diesem Beauftragen Gottes, dem Engel, teilt sich dieses Wort auch die Wurzel. Darunter ist kreative, schöpferische Arbeit gemeint, weshalb Werk eine passende Übersetzung ist. Es ist diese Art von Arbeit, die dann später für den Schabbat verboten ist. Wissenswert: Das Interessante an dem Wort für ‚Werk‘ – ‚beauftragt‘ ist, dass es wunderbar mit der Bedeutung ‚lesen‘ bei der Namensgebung zusammen passt. Die Tora als Manual für Erschaffung. Muss nicht sein, ist aber ein Match. Unser Wort ‚Maloche‘ ist direkt davon abgeleitet אֲשֶׁר (ascher) – welcher עָשָׂה (asah) – gemacht וַיִּשְׁבֹּת (wa’jischbot) – und er hörte auf zu arbeiten Wortzerlegung: wa- (und) + jischbot (er hörte auf zu arbeiten, 3. Person, männlich, Einzahl, Wayyiqtol) Wurzel: ש.ב.ת (Sch-B-T) aufhören zu arbeiten, streiken Binyan: Kal / Paal (einfach, aktiv) Diskussion: Das wird allgemein mit ‚ruhen‘ übersetzt, ist aber falsch. Gott ruht nicht. Er wird ja nicht müde. Er hört auf zu arbeiten, das ist was anderes. Aber vergleicht mal die Wurzel mit der von sieben (Sch-B-Aj). Dass sie ähnlich sind, ist kein Zufall, das ist ein Wortspiel. בַּיּוֹם (ba’yom) – an dem Tag הַשְּׁבִיעִי (ha’schevi) – der siebte מִכָּל־מְלַאכְתּוֹ (mi’kol-melachto) – von seinem ganzen Werk Wortzerlegung: mi- (von) + kol (ganzem) + melacht- (Werk, weiblich, weiblich, Konstruktus) + -o (sein, besitzanzeigend, männlich, Einzahl) אֲשֶׁר (ascher) - welches עָשָׂה (asah) – gemacht Zitieren
Higgs Boson Geschrieben 28. August Melden Geschrieben 28. August Gerade eben schrieb Higgs Boson: Gen 2,2 Vollendet hatte Gott am siebenten Tag seine Arbeit, die er machte, und feierte am siebenten Tag von all seiner Arbeit, die er machte. ויכל אלהים ביום השביעי מלאכתו אשר עשה וישבת ביום השביעי מכל־מלאכתו אשר עשה Wa’jechal elohim ba’yom ha’schevi melachto ascher asah wa’jischbot ba’yom ha’schevi mi’kol-melachto ascher asah Einzelwortbetrachtung וַיְכַל (wa’jechal) – und … vollendete Wortzerlegung: wa- (und) + jechal (vollendet, 3. Person, männlich, Einzahl, Wayyiqtol) Wurzel: כ.ל.ה (Ch-L-H) vollenden, abschließen Binyan: Kal / Paal (einfach, aktiv) Diskussion: Dieses Wort hatten wir schon in Vers 2,1 Da war es passiv. אֱלֹהִים (elohim) – Gott בַּיּוֹם (ba’yom) – an dem Tag Wortzerlegung: be- (in) + ha- (Artikel) + yom (Tag) Diskussion: be- und ha- verschmelzen zu ba- הַשְּׁבִיעִי (ha’schevi) – der siebte Wortzerlegung: ha- (Artikel) + schevii (siebter, Ordnungszahl, männlich, Einzahl) Wurzel: ש.ב.ע (Sch-B-Aj) sieben, aber auch Wochen Diskussion: Die Wurzel (Sch-B-Aj) wird in abgewandelter Form gleich wieder vorkommen. מְלַאכְתּוֹ (melachto) – sein Werk Wortzerlegung: melacht- (Werk, weiblich, weiblich, Konstruktus) + -o (sein, besitzanzeigend, männlich, Einzahl) Wurzel: ל.א.ך (L-A.Ch) von der Wurzel senden, beauftragt Diskussion: Das ist ein sehr interessantes Wort, denn es bedeutet nicht unbedingt ‚Arbeit‘. Es ist normal etwas, was man baut, weil man dafür einen Auftrag bekommen hat. Und mit diesem Beauftragen Gottes, dem Engel, teilt sich dieses Wort auch die Wurzel. Darunter ist kreative, schöpferische Arbeit gemeint, weshalb Werk eine passende Übersetzung ist. Es ist diese Art von Arbeit, die dann später für den Schabbat verboten ist. Wissenswert: Das Interessante an dem Wort für ‚Werk‘ – ‚beauftragt‘ ist, dass es wunderbar mit der Bedeutung ‚lesen‘ bei der Namensgebung zusammen passt. Die Tora als Manual für Erschaffung. Muss nicht sein, ist aber ein Match. Unser Wort ‚Maloche‘ ist direkt davon abgeleitet אֲשֶׁר (ascher) – welcher עָשָׂה (asah) – gemacht וַיִּשְׁבֹּת (wa’jischbot) – und er hörte auf zu arbeiten Wortzerlegung: wa- (und) + jischbot (er hörte auf zu arbeiten, 3. Person, männlich, Einzahl, Wayyiqtol) Wurzel: ש.ב.ת (Sch-B-T) aufhören zu arbeiten, streiken Binyan: Kal / Paal (einfach, aktiv) Diskussion: Das wird allgemein mit ‚ruhen‘ übersetzt, ist aber falsch. Gott ruht nicht. Er wird ja nicht müde. Er hört auf zu arbeiten, das ist was anderes. Aber vergleicht mal die Wurzel mit der von sieben (Sch-B-Aj). Dass sie ähnlich sind, ist kein Zufall, das ist ein Wortspiel. בַּיּוֹם (ba’yom) – an dem Tag הַשְּׁבִיעִי (ha’schevi) – der siebte מִכָּל־מְלַאכְתּוֹ (mi’kol-melachto) – von seinem ganzen Werk Wortzerlegung: mi- (von) + kol (ganzem) + melacht- (Werk, weiblich, weiblich, Konstruktus) + -o (sein, besitzanzeigend, männlich, Einzahl) אֲשֶׁר (ascher) - welches עָשָׂה (asah) – gemacht Gen2,3 Gott segnete den siebenten Tag und heiligte ihn, denn an ihm feierte er von all seiner Arbeit, die machend Gott schuf. ויברך אלהים את־יום השביעי ויקדש אתו כי בו שבת מכל־מלאכתו אשר־ברא אלהים לעשות Wa’jevarech elohim et’yom ha’schevi wa’qadesch oto ki bo schavat mi’kol-melachto ascher-bara elohim la’asot Einzelwortbetrachtung וַיְבָרֶךְ (wa’jevarech) – und … segnete Wortzerlegung: wa- (und) + jevarech (segnete, 3. Person, männlich, Einzahl, Wayyiqtol) Diskussion: Dieses Wort hatten wir schon in Gen 1,22 אֱלֹהִים (elohim) – Gott אֶת־יוֹם הַשְּׁבִיעִי (et’yom ha’schevi) – Tag Wortzerlegung: et- (Akkusativanzeiger) + yom (Tag) + ha- (Artikel) + schevi (siebter, Ordnungszahl, männlich, Einzahl) Diskussion: Jetzt habe ich doch bei meinen Ausführungen zum Akkusativ geschrieben, dass beim Akkusativ alle Nichtpersonen zwingend einen Artikel brauchen. Bisher ist noch kein Tag im Akkusativ gestanden. Die Kombination „et’yom“ oder „et’ha’yom“ kam bisher noch nie vor. Das Licht wurde Tag genannt, das war ganz allgemein und unbestimmt und damit unklar, ob das ein Personenname ist. Aber der siebte Tag, der scheint personalen Charakter zu haben. Aber wartet noch ein bisschen, das wird noch besser. וַיְקַדֵּשׁ (wa’qadesch) – und heiligte Wortzerlegung: wa- (und) + qadesch (heiligte, 3. Person, männlich, Einzahl, Wayyiqtol) Wurzel: ק.ד.ש (Q-D-Sch) heiligen Binyan : Piel (intensiv) אֹתוֹ (oto) – ihn Wortzerlegung: et- (Akkusativanzeiger) + o (ihn, Endung für 3. Person, Singular, männlich). Diskussion: ihn. Er heiligt ihn. Und dabei wird ein persönliches Fürwort verwendet. Damit geht der Text ziemlich sparsam um. Aber hier wird der siebte Tag damit geadelt. Das war bisher nur Lebewesen vorbehalten. כִּי (ki) – weil Diskussion: das ist das ki, das wir schon aus dem ki tov kennen בוֹ (bo) – in ihm Wortzerlegung: be- (in) + o (ihn, Endung für 3. Person, Singular, männlich). be- o werden zu bo zusammengezogen. Diskussion: Und wieder, diesem in ihm, ein persönliches Fürwort, das sich auf einen Tag bezieht. שָׁבַת (schavat) – hörte auf zu arbeiten Wortzerlegung: schavat (hörte auf zu arbeiten, Vergangenheit, 3. Person, männlich, Einzahl ) Diskussion: Da ist es wieder, dieses aufhören zu arbeiten. Die Wurzel hatten wir schon, das ist die, die so ähnlich ist, wie sieben, dieses Wortspiel. Und dieses Wort ist dann auch der endgültige Name, dieses personalen siebten Tages: Schabbat מִכָּל־מְלַאכְתּוֹ (mi’kol-melachto) – von seinem ganzen Werk אֲשֶׁר־בָּרָא (ascher-bara) – welches ... erschuf Wortzerlegung: ascher (welches) + bara (erschuf, Vergangenheit, 3. Person, Einzahl, männlich, Einzahl) אֱלֹהִים (elohim) - Gott לַעֲשׂוֹת (la’asot) – zu tun Wortzerlegung: la- (zu, für) + asot (tun, unbestimmte Form (Infinitiv)) Wurzel: ע.ש.ה (Aj-Sch-H) tun, machen Binyan: Kal / Paal (einfach, aktiv) Übersetzung des siebten Tags Und vollendet wurden die Himmel und das Land und ihr ganzes Heer Und Gott vollendete an dem Tag dem siebten sein Werk welches er gemacht Und hörte auf zu arbeiten an dem Tag von seinem ganzen Werk welches er gemacht Und Gott segnete den siebten Tag und heiligte ihn Weil in ihm hörte auf zu arbeiten von seinem ganzen Werk welches Gott erschuf zu tun Meine Zusammenfassung Dieser letzte Tag war echte Maloche. Der siebte Tag hat einen eigenen Namen: Schabbat. Und dieser Name bedeutet, „er hat aufgehört zu arbeiten“. Dieser Tag wird wie ein Person behandelt. Ihm werden persönliche Fürwörter zugesprochen. Und er wird gesegnet. Was bisher nur den Tieren des fünften Tages und den Menschen vorbehalten war. An diesem Tag wird kein Werk getan. Welche Werke das sind, das ist eine eigene Geschichte, denn es ist nicht ‚Arbeit‘ allgemein. Das sind Tätigkeiten, die mit dem Bau (Werk!) der Stiftshütte in Verbindung stehen. Und doch – am Ende nicht: Gott hat gemacht, hatte gemacht, hatte gemacht gehabt. Sondern die unbestimmte, offene Form des Wortes: zu tun. Das klingt nach: To Be Continued. Und es hat sich ja schon angekündigt, mit dem Herrschen des Menschen am sechsten Tag: Jetzt sind wir dran. Aber nach dem Vers kann man verstehen, warum dieser Tag dem Judentum so besonders ist. Die Lyrik drückt sich in Doppelungen aus, in Wortspielen und in Doppeldeutigkeiten. Die man einfach nicht wirklich übersetzen kann. Was mir noch aufgefallen ist, weil ich gerade die ganzen Tage nochmal durchgehen und neu formatiere, es gibt ein Passv-Aktiv-Muster, das ich noch genauer untersuchen werde Zitieren
johannes12 Geschrieben 28. August Autor Melden Geschrieben 28. August Am 25.8.2026 um 10:42 schrieb johannes12: 27 Gott erschuf den Menschen als sein Bild, als Bild Gottes erschuf er ihn. Männlich und weiblich erschuf er sie. 1 Mose 1,27 Gott - ... erschuf - in dem Er ... den Menschen - hier 'der Mensch' ist eine Bezeichnung der Einzelperson? ... oder als Sammelbegriff für alle Menschen? ... oder Beides? als sein Bild, - Bild einer Person als Bild Gottes - falls es eine Verdoppelung ist, dann mit ihr bekräftigt Er Seine Aussage erschuf er ihn. - es heißt für mich in diesem Augenblick: als Bild Gottes könnte man bezeichnen wie Eigenschaften die jeder einzelne von uns hat - so auch, dass jeder Mensch mit seinen nur ihn gezeichneten Eigenschaften trägt bei zum Verstehen was dabei gemeint ist. Männlich und weiblich - es heißt für mich: Ein Mann alleine nicht unbedingt ein Abbild Gottes ist - nur zusammen mit einer Frau ... Umgekehrt ist es genau so. erschuf - ... er - Lieber Gott sie - ...sie. - Mensch Frau ... Mensch Mann ... Mensch Mann und Frau ... Mensch alle Menschen ... 28 Gott segnete sie und Gott sprach zu ihnen: Seid fruchtbar und mehrt euch, füllt die Erde und unterwerft sie und waltet über die Fische des Meeres, über die Vögel des Himmels und über alle Tiere, die auf der Erde kriechen! 1 Mose 1,28 Gott segnete sie - segnen ist gut sprechen bzw. gut heißen und Gott sprach zu ihnen: zu Zwei oder zu einigen Paaren? Seid fruchtbar und mehrt euch, - ... füllt die Erde - ... gemeint ist doch nicht der Planet? .. wenn nicht, dann der Acker? und unterwerft sie - im Sinne 'benutzt sie'? und waltet über die Fische des Meeres, - ok über die Vögel des Himmels - auch ok und über alle Tiere, die auf der Erde kriechen! - "kriechen", oder "sich bewegen"? ... Sollte nur "kriechen" stehen, dann was ist mit anderen Tieren? Zitieren
Dies ist ein beliebter Beitrag. Alfons Geschrieben 29. August Dies ist ein beliebter Beitrag. Melden Geschrieben 29. August @Higgs Boson Danke für die Übersetzungsarbeit vulgo Maloche. Das bringt neue Blickwinkel und Einsichten. Und regt an, noch einmal über die Schöpfungsgeschichte nachzudenken. 4 Zitieren
Alfons Geschrieben 30. August Melden Geschrieben 30. August (bearbeitet) Am 28.8.2026 um 15:57 schrieb Higgs Boson: Übersetzung des siebten Tags Und vollendet wurden die Himmel und das Land und ihr ganzes Heer Und Gott vollendete an dem Tag dem siebten sein Werk welches er gemacht Und hörte auf zu arbeiten an dem Tag von seinem ganzen Werk welches er gemacht Und Gott segnete den siebten Tag und heiligte ihn Weil in ihm hörte auf zu arbeiten von seinem ganzen Werk welches Gott erschuf zu tun Zu den ersten beiden Versen des zweiten Genesis-Kapitels (die inhaltlich ja noch zum ersten Kapitel gehören, der engeren Schöpfungsgeschichte) habe ich noch zwei Anmerkungen. Die erste gilt dem Heer aus dem Satz "Und vollendet wurden die Himmel und das Land und ihr ganzes Heer". In der Septuaginta steht das griechische Wort für Heer. In der deutschen Übersetzung der Septuaginta hingegen lautet der Satz: "Und der Himmel und die Erde und ihre ganze Ausstattung wurden vollendet". Im Kommentar dazu heißt es, die Übersetzung "ganze Ausstattung" sei "kontextuell bedingt". Lutherbibel und Einheitsübersetzung haben das Heer, ebenso Menge. Die Grünewald-Bibel hat sich für "Vielfalt" entschieden. Und Buber schreibt "all ihre Schar". Die zweite Anmerkung gilt der doppelten Nennung des siebenten Tages in Genesis 2,2. An dieser Stelle hat die LXX tatsächlich einen anderen Wortlaut als der masoretische Text. In der Septuaginta steht, Gott vollendete "am sechsten Tag" seine Werke. Auch die Samaritanische Tora habe den sechsten Tag, steht im Anmerkungsapparat. Die Masora hingegen sagt "sieben". In der Buber-Fassung: "Vollendet hatte Gott am siebenten Tag seine Arbeit, die er machte, / und feierte am siebenten Tag von all seiner Arbeit, die er machte." Daraus lässt sich schließen, dass in der verschollenen Tora-Rolle, aus der im dritten Jahrhundert vor unserer Zeitrechnung die legendären 72 Gelehrten in Alexandria die LXX übersetzten, zuerst vom sechsten und dann vom siebten Tag die Rede war. bearbeitet 30. August von Alfons Zitieren
Recommended Posts
Join the conversation
You can post now and register later. If you have an account, sign in now to post with your account.