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Die Bibel als das Ganze neu entdecken - Wort für Wort, Zeile für Zeile, Schritt für Schritt ...


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Geschrieben (bearbeitet)
Am 13.8.2026 um 01:32 schrieb Higgs Boson:

 

 

Gen 1, 22 (Buber)
Gott segnete sie, sprechend: Fruchtet und mehrt euch und füllt das Wasser in den Meeren, und der Vogel mehre sich auf Erden! 

ויברך אתם אלהים לאמר פרו ורבו ומלאו את־המים בימים והעוף ירב בארץ

 

ויברך : und er segnete, 3.Person männlich, singular, Zukunft, Wayyiqtol. Ein neues Wort und ein sehr wichtiges Wort: segnen. Wurzel ב.ר.ך Mit einem Wort dieser Wurzel beginnen alle Segensgebete im Judentum. Auch wenn es manche in diesen Gebeten mit „Gepriesen bist Du, Herr unser Gott, König der Welt, …“ dann geht das genau und exakt auf die Einleitungsformel dieser Segensgebete zurück: ברוך אתה יי אלהינו מלך העולם Und ja, das ist wirklich die Welt, nicht das Land, das ist hier auch ein total anderes Wort, aber das ist hier nicht Thema. Aber der eine oder andere kennt die deutsche Formel.

 

 אתם : sie. Personalpronomen, 3.Person männlich, Plural. 

 

 אלהים : Gott

 

 לאמר : sprechen, Verb, infinitiv. Da es im Folgenden die direkte Rede einleitet, muss es mit ‚sprechend‘ übersetzt werden

 

 פרו : Seid fruchtbar! männlich, Plural, Imperativ. Richtiger Imperativ. Keine höfliche Bitte, das ist ein absoluter Befehl. Die Frucht Wurzel  פ.ר.ה  hatten wir schon bei den Bäumen

 

  ורבו : und werdet zahlreich, männlich, Plural, Imperativ. Schon wieder. Wurzel ר.ב.ה  ist auch die Wurzel für das Wort ‚viel‘

 

 ומלאו : und füllt, männlich, Plural, Imperativ. 

 

 את־המים : die Wasser 

 

 בימים : in den Meeren

 

 והעוף : und das Luftgetier

 

 ירב : wird zahlreich, 3.Person männlich , Plural, Zukunft, höflicher Imperativ.

 

 בארץ : im Land

 

Übersetzung

 

ויברך אתם אלהים לאמר
Und Gott segnete sprechend

 

 פרו ורבו ומלאו את־המים בימים
Seid fruchtbar und werdet zahlreich und füllt die Wasser in den Meeren 

 

 והעוף ירב בארץ
Und das Fluggetier wird zahlreich im Land


Was hier auffällt, die Wasserwesen bekommen den Befehl !!!! Fruchtbar zu sein, sich zu vermehren und die Wasser der Meere zu füllen. Das ist keine nette Bitte. Uns sehen wir uns nochmal an, wie es zu diesem Befehl kommt. 

 

Gott segnet indem er spricht. Und jetzt spricht er einen Befehl aus. Den ersten überhaupt. Fruchtbar, vermehren und füllen! Dieser Befehl IST der Segen. Das ist kein kreatives, schöpferisches ‚es werde‘, das ist der erste Dialog, den Gott hier mit seiner Schöpfung beginnt. 

 

Fruchtbar sein, sich vermehren und füllen, das sind neue kreative Aufgaben, die nun den Geschöpfen übertragen werden.

 

Auch ist hier die Erzählstruktur geändert. Die Erschaffung durch das Wort Gottes,  dann die Nacherzählung , das findet Gott gut. Jetzt kommt noch der Nachklapp mit dem Segen dazu. Dann erst ist der Tag aus.

 

Gen 1, 22 (Buber) Abend ward und Morgen ward: fünfter Tag. 

ויהי־ערב ויהי־בקר יום חמישי
 

חמישי : fünfter, Ordnungszahl, 

 

Übersetzung

 

ויהי־ערב
Und es war Abend

 

 ויהי־בקר
Und es war Morgen

 

 יום חמישי
fünfter Tag

 

 

 

Gen 1,24 (Buber)
Gott sprach: Die Erde treibe lebendes Wesen nach seiner Art, Herdentier, Kriechgerege und das Wildlebende des Erdlands nach seiner Art! Es ward so.

ויאמר אלהים תוצא הארץ נפש חיה למינה בהמה ורמש וחיתו־ארץ למינה ויהי־כן 


ויאמר : und er sprach, 3. Person Singular, männlich, Futur, Wayyiqtol

 

 אלהים : Gott

 

 תוצא : Sie wird herausbringen, 3. Person Singular, weiblich, Futur, wir hatten das Wort schon am 3. Tag in Vers 12. Wurzel י.צ.א, Hifil, also passiv

 

 הארץ : das Land

 

נפש : ein Wesen, wie 5. Tag

 

 חיה : Leben, wie 5. Tag

 

 למינה : nach ihrer Art. Baukastenwort wie 5. Tag

 

בהמה : Biest, Großgetier, Wurzel ב.ה.ם  Die Pluralsform ‘Behemot’ dürfte bekannt sein. Übrigens, das Wort ist weiblich. Und singular. Das ist die Landform der SeeMonsters vom 5. Tag. Die lebten im Wasser. 

 

 ורמש : und ein Insekt, Kleinvieh, Kriechgetier, Die Wurzel hatten wir auch schon. Das sind die Kriecher vom 5. Tag

 

 וחיתו־ארץ : Erdes Getier. Tier חיתו , hat die selbe Wurzel wie Leben. Damit müssten die domestizierten Tiere gemeint sein, im Gegensatz zum Großgetier, den Biestern

 

 למינה : nach ihrer Art. Baukastenwort, das hatten wir schon mehrmals

 

 ויהי־כן :  Und es war so. Hier wieder  Wayyiqtol, denn jetzt spricht wieder der Erzähler, nicht mehr Gott.


Übersetzung

ויאמר אלהים תוצא הארץ
Und Gott sprach hervorbringen wird das Land

 

נפש חיה למינה
Lebendiges Wesen nach seiner Art

 

 בהמה ורמש וחיתו־ארץ למינה
Großgetier und Kriechgetier und Landes Getier nach seiner Art

 

 ויהי־כן
Und es war so


Während am 5 Tag nur 2 Sorten Tiere geschaffen wurden, sind es diesmal zunächst drei. Große Tiere, kleine (kriechende) Tiere und Landtiere.

Alle leben an Land. Nicht im Wasser, nicht in der Luft (am Himmelsgewölbe). Weshalb die Fledermaus schon geschaffen wurde und heute nicht dran ist. Die gibts schon. 

bearbeitet von Higgs Boson
Geschrieben (bearbeitet)
vor 49 Minuten schrieb Higgs Boson:

 

 

Gen 1,24 (Buber)
Gott sprach: Die Erde treibe lebendes Wesen nach seiner Art, Herdentier, Kriechgerege und das Wildlebende des Erdlands nach seiner Art! Es ward so.

ויאמר אלהים תוצא הארץ נפש חיה למינה בהמה ורמש וחיתו־ארץ למינה ויהי־כן 


ויאמר : und er sprach, 3. Person Singular, männlich, Futur, Wayyiqtol

 

 אלהים : Gott

 

 תוצא : Sie wird herausbringen, 3. Person Singular, weiblich, Futur, wir hatten das Wort schon am 3. Tag in Vers 12. Wurzel י.צ – א, Hifil, also passiv

 

 הארץ : das Land

 

נפש : ein Wesen, wie 5. Tag

 

 חיה : Leben, wie 5. Tag

 

 למינה : nach ihrer Art. Baukastenwort wie 5. Tag

 

בהמה : Biest, Großgetier, Wurzel ב.ה.ם  Die Pluralsform ‘Behemot’ dürfte bekannt sein. Übrigens, das Wort ist weiblich. Und singular. Das ist die Landform der SeeMonsters vom 5. Tag. Die lebten im Wasser. 

 

 ורמש : und ein Insekt, Kleinvieh, Kriechgetier, Die Wurzel hatten wir auch schon. Das sind die Kriecher vom 5. Tag

 

 וחיתו־ארץ : Erdes Getier. Tier חיתו , hat die selbe Wurzel wie Leben. Damit müssten die domestizierten Tiere gemeint sein, im Gegensatz zum Großgetier, den Biestern

 

 למינה : nach ihrer Art. Baukastenwort, das hatten wir schon mehrmals

 

 ויהי־כן :  Und es war so. Hier wieder  Wayyiqtol, denn jetzt spricht wieder der Erzähler, nicht mehr Gott.


Übersetzung

ויאמר אלהים תוצא הארץ
Und Gott sprach hervorbringen wird das Land

 

נפש חיה למינה
Lebendiges Wesen nach seiner Art

 

 בהמה ורמש וחיתו־ארץ למינה
Großgetier und Kriechgetier und Landes Getier nach seiner Art

 

 ויהי־כן
Und es war so


Während am 5 Tag nur 2 Sorten Tiere geschaffen wurden, sind es diesmal zunächst drei. Große Tiere, kleine (kriechende) Tiere und Landtiere.

Alle leben an Land. Nicht im Wasser, nicht in der Luft (am Himmelsgewölbe). Weshalb die Fledermaus schon geschaffen wurde und heute nicht dran ist. Die gibts schon. 

 

Gen 1,25 (Buber)
Gott machte das Wildlebende des Erdlands nach seiner Art und das Herdentier nach seiner Art und alles Gerege des Ackers nach seiner Art. Gott sah, daß es gut ist. 

ויעש אלהים את־חית הארץ למינה ואת־הבהמה למינה ואת כל־רמש האדמה למינהו וירא אלהים כי־טוב 

 

ויעש : und er machte, 3. Person Singular, männlich, Futur, Wayyiqtol

 

 אלהים : Gott

 

 את־חית הארץ : Landes Getier, Achtung, Akkusativ

 

 למינה : nach ihrer Art, Wort ist mittlerweile bekannt

 

 ואת־הבהמה : und Großgetier, Achtung, Akkusativ

 

 למינה : nach ihrer Art, Wort ist mittlerweile bekannt

 

 ואת כל־רמש : und jedes  Kriechgetier,  Achtung, Akkusativ , jedes / alles  כל

 

האדמה : der Erdboden. Wurzel א.ד.ם , alles was sich auf die Erde bezieht. Erde wie das englische Wort ‚soil‘. Und die Farbe ‚rot‘. Es hat mit den Nachkommen Esaus zu tun, der rothaarig war und sein Erstgeburtsrecht für ‚das rote, das rote‘ (er war so hungrig, er kriegte keinen vernünftigen Satz mehr raus) verkauft hat. Seine Nachkommen sind traditionell die Edomiter. Und ja, wir kennen auch noch den Erdling aus dem 2. Schöpfungsbericht. Der heißt dann ganz phantasielos ‚Adam‘.

 

 למינהו : nach seiner Art

 

 וירא אלהים כי־טוב : Und Gott sah: gut

 

Übersetzung


ויעש אלהים
Und Gott machte

 

 את־חית הארץ למינה
Landes Getier nach seiner Art

 

 ואת־הבהמה למינה
Und Großgetier nach seiner Art

 

 ואת כל־רמש האדמה למינהו
und jedes Erdbodens Kriechgetier nach seiner Art

 

 וירא אלהים כי־טוב
Und Gott sah: gut


nur so als Hinweis: Alle Wesen an diesem Tag stehen bisher im Singular! Aber sie sind alle nach ihrer Art. Damit wird die Vielfältigkeit ausgedrückt.

 

Bis auf Erdboden אדמה war bisher an diesem Tag kein einziges neues Wort.

 

Und die Sprache ist deutlich weniger verschwurbelt, viel glatter, aber nicht ganz so klinisch wie an den ersten Tagen

bearbeitet von Higgs Boson
Geschrieben (bearbeitet)
vor 45 Minuten schrieb Higgs Boson:

 

Gen 1,25 (Buber)
Gott machte das Wildlebende des Erdlands nach seiner Art und das Herdentier nach seiner Art und alles Gerege des Ackers nach seiner Art. Gott sah, daß es gut ist. 

ויעש אלהים את־חית הארץ למינה ואת־הבהמה למינה ואת כל־רמש האדמה למינהו וירא אלהים כי־טוב 

 

ויעש : und er machte, 3. Person Singular, männlich, Futur, Wayyiqtol

 

 אלהים : Gott

 

 את־חית הארץ : Landes Getier, Achtung, Akkusativ

 

 למינה : nach ihrer Art, Wort ist mittlerweile bekannt

 

 ואת־הבהמה : und Großgetier, Achtung, Akkusativ

 

 למינה : nach ihrer Art, Wort ist mittlerweile bekannt

 

 ואת כל־רמש : und jedes  Kriechgetier,  Achtung, Akkusativ , jedes / alles  כל

 

האדמה : der Erdboden. Wurzel א.ד.ם , alles was sich auf die Erde bezieht. Erde wie das englische Wort ‚soil‘. Und die Farbe ‚rot‘. Es hat mit den Nachkommen Esaus zu tun, der rothaarig war und sein Erstgeburtsrecht für ‚das rote, das rote‘ (er war so hungrig, er kriegte keinen vernünftigen Satz mehr raus) verkauft hat. Seine Nachkommen sind traditionell die Edomiter. Und ja, wir kennen auch noch den Erdling aus dem 2. Schöpfungsbericht. Der heißt dann ganz phantasielos ‚Adam‘.

 

 למינהו : nach seiner Art

 

 וירא אלהים כי־טוב : Und Gott sah: gut

 

Übersetzung


ויעש אלהים
Und Gott machte

 

 את־חית הארץ למינה
Landes Getier nach seiner Art

 

 ואת־הבהמה למינה
Und Großgetier nach seiner Art

 

 ואת כל־רמש האדמה למינהו
und jedes Erdbodens Kriechgetier nach seiner Art

 

 וירא אלהים כי־טוב
Und Gott sah: gut


nur so als Hinweis: Alle Wesen an diesem Tag stehen bisher im Singular! Aber sie sind alle nach ihrer Art. Damit wird die Vielfältigkeit ausgedrückt.

 

Bis auf Erdboden אדמה war bisher an diesem Tag kein einziges neues Wort.

 

Und die Sprache ist deutlich weniger verschwurbelt, viel glatter, aber nicht ganz so klinisch wie an den ersten Tagen

 

Gen 1,26 (Buber)

Gott sprach: Machen wir den Menschen in unserem Bild nach unserem Gleichnis! Sie sollen schalten über das Fischvolk des Meeres, den Vogel des Himmels, das Getier, die Erde all, und alles Gerege, das auf Erden sich regt.

 

ויאמר אלהים נעשה אדם בצלמנו כדמותנו וירדו בדגת הים ובעוף השמים ובבהמה ובכל־הארץ ובכל־הרמש הרמש על־הארץ

 

ויאמר אלהים : Und Gott sprach. Das drösel ich jetzt nicht mehr auf

 

נעשה : wir werden machen, 1. Person männlich, Plural, Futur. Prinzipiell, ohne Kontext im Satzverlauf, ist es nicht von ‚es werde gemacht‘ zu unterscheiden. Die Wurzel von machen ע.שׂ.ה hatten wir ja schon des öfteren.

 

אדם : eine Menschheit. Das ist das gleiche Wurzel, auf den auch der Erdboden vom letzten Vers zurückgeht. Das Wort ist unbestimmt. Es könnte theoretisch auch ein Eigenname sein. Aber da im Versverlauf diese Menschheit mit einem Pluralverb angesprochen wird, ist es kein Eigenname

 

בצלמנו : in unserem Abbild. Das ist wieder so ein Baukastenwort. ב in etwas, hatten wir schon, doch wir haben eine neues Suffix נו , ein Hinweis auf erste Person Plural. Die Wurzel צ.ל.ם bedeutet Abbild. Wird heute auch für Photographie eingesetzt. Sie kommt vermutlich aus der Bildhauerei.

 

כדמותנו : wie unsere Ähnlichkeit. Wieder Baukastenwort, diesmal mit der Vorsilbe ‚wie‘ כ , dann die Wurzel ד.מ.ה steht für Ähnlichkeit, der schwache Vokal ה entfällt, mit ות wir ein weibliches Substantiv konstruiert und das Suffix נו kennen wir schon, erste Person Plural

 

וירדו : und sie werden herrschen, 3. Person männlich Plural Zukunft. Die Wurzel für herrschen ר.ד.ה bedeutet eigentlich ‚tyrannisieren‘ oder ‚unterdrücken‘, das ist eine durch und durch aktive Geschichte. Weshalb ich an dieser Stelle das Wort herrschen verwende, und am vierten Tag die Herrschaft der Leuchten mit Regieren ersetzen werde. Denn diese beiden Begriffe sind unterschiedlich. Dort Regierung, im Sinne eines Regiments, das durch Regeln vorgegeben ist und keine wirkliche Entscheidungsfreihat hat. (Die Wurzel hatte mit Vergleich zu tun, ist also gebunden) Herrschaft dagegen, mit Tyrannei als negatives Pendant, hat die volle Freiheit zu tun und zu lassen.

 

בדגת הים : in der Meere Fischwelt. Präposition ב in etwas, Fisch דג , Fischwelt דגה , der schwache Konsonant ה wird zum ת , da das mit dem nächsten Wort ein status konstruktus ist. Das mit ה und ת kann man sich merken, das kommt in allen möglichen Situationen vor. Die Meere הים

 

ובעוף השמים : und über der Himmel Fluggetier ; da es im Deutschen nicht möglich ist ‚in einem Getier‘ zu herrschen, sondern nur ‚über‘ (das funktioniert ausnahmsweise in der Fischwelt), wird im Folgenden die Präposition mit ‚über‘ übersetzt. Manche Präposition gehen halt nicht immer glatt.

 

ובבהמה : und über Großgetier

 

ובכל־הארץ : und über das ganze Land

 

ובכל־הרמש : und über jedes Kriechgetier

 

הרמש : kriechig, Adjektiv zum vorhergehenden Wort, mit der gleichen Wurzel

 

על־הארץ : auf dem Land

 

 

Übersetzung

 

ויאמר אלהים

Und Gott sprach

 

נעשה אדם בצלמנו כדמותנו

wir werden eine Menschheit machen in unserem Abbild wie unser Ebenbild

 

וירדו בדגת הים ובעוף השמים

sie werden herrschen in der Meere Fischwelt und über der Himmel Fluggetier

 

ובבהמה ובכל־הארץ ובכל־הרמש הרמש על־הארץ

und über Großgetier und über das Land und über jedes kriechige Kriechgetier auf dem Land

 

Diesmal keine Analyse direkt hier, ich mache dafür einen neuen Beitrag, weil der interpretiert. Ich will das nicht vermischen.

bearbeitet von Higgs Boson
Geschrieben (bearbeitet)
vor 11 Minuten schrieb Higgs Boson:

 

Gen 1,26 (Buber)

Gott sprach: Machen wir den Menschen in unserem Bild nach unserem Gleichnis! Sie sollen schalten über das Fischvolk des Meeres, den Vogel des Himmels, das Getier, die Erde all, und alles Gerege, das auf Erden sich regt.

 

ויאמר אלהים נעשה אדם בצלמנו כדמותנו וירדו בדגת הים ובעוף השמים ובבהמה ובכל־הארץ ובכל־הרמש הרמש על־הארץ

 

ויאמר אלהים : Und Gott sprach. Das drösel ich jetzt nicht mehr auf

 

נעשה : wir werden machen, 1. Person männlich, Plural, Futur. Prinzipiell, ohne Kontext im Satzverlauf, ist es nicht von ‚es werde gemacht‘ zu unterscheiden. Die Wurzel von machen ע.שׂ.ה hatten wir ja schon des öfteren.

 

אדם : eine Menschheit. Das ist das gleiche Wurzel, auf den auch der Erdboden vom letzten Vers zurückgeht. Das Wort ist unbestimmt. Es könnte theoretisch auch ein Eigenname sein. Aber da im Versverlauf diese Menschheit mit einem Pluralverb angesprochen wird, ist es kein Eigenname

 

בצלמנו : in unserem Abbild. Das ist wieder so ein Baukastenwort. ב in etwas, hatten wir schon, doch wir haben eine neues Suffix נו , ein Hinweis auf erste Person Plural. Die Wurzel צ.ל – ם bedeutet Abbild. Wird heute auch für Photographie eingesetzt. Sie kommt vermutlich aus der Bildhauerei.

 

כדמותנו : wie unsere Ähnlichkeit. Wieder Baukastenwort, diesmal mit der Vorsilbe ‚wie‘ כ , dann die Wurzel ד.מ – ה steht für Ähnlichkeit, der schwache Vokal ה entfällt, mit ות wir ein weibliches Substantiv konstruiert und das Suffix נו kennen wir schon, erste Person Plural

 

וירדו : und sie werden herrschen, 3. Person männlich Plural Zukunft. Die Wurzel für herrschen ר.ד.ה bedeutet eigentlich ‚tyrannisieren‘ oder ‚unterdrücken‘, das ist eine durch und durch aktive Geschichte. Weshalb ich an dieser Stelle das Wort herrschen verwende, und am vierten Tag die Herrschaft der Leuchten mit Regieren ersetzen werde. Denn diese beiden Begriffe sind unterschiedlich. Dort Regierung, im Sinne eines Regiments, das durch Regeln vorgegeben ist und keine wirkliche Entscheidungsfreihat hat. (Die Wurzel hatte mit Vergleich zu tun, ist also gebunden) Herrschaft dagegen, mit Tyrannei als negatives Pendant, hat die volle Freiheit zu tun und zu lassen.

 

בדגת הים : in der Meere Fischwelt. Präposition ב in etwas, Fisch דג , Fischwelt דגה , der schwache Konsonant ה wird zum ת , da das mit dem nächsten Wort ein status konstruktus ist. Das mit ה und ת kann man sich merken, das kommt in allen möglichen Situationen vor. Die Meere הים

 

ובעוף השמים : und über der Himmel Fluggetier ; da es im Deutschen nicht möglich ist ‚in einem Getier‘ zu herrschen, sondern nur ‚über‘ (das funktioniert ausnahmsweise in der Fischwelt), wird im Folgenden die Präposition mit ‚über‘ übersetzt. Manche Präposition gehen halt nicht immer glatt.

 

ובבהמה : und über Großgetier

 

ובכל־הארץ : und über das ganze Land

 

ובכל־הרמש : und über jedes Kriechgetier

 

הרמש : kriechig, Adjektiv zum vorhergehenden Wort, mit der gleichen Wurzel

 

על־הארץ : auf dem Land

 

 

Übersetzung

 

ויאמר אלהים

Und Gott sprach

 

נעשה אדם בצלמנו כדמותנו

wir werden eine Menschheit machen in unserem Abbild wie unser Ebenbild

 

וירדו בדגת הים ובעוף השמים

sie werden herrschen in der Meere Fischwelt und über der Himmel Fluggetier

 

ובבהמה ובכל־הארץ ובכל־הרמש הרמש על־הארץ

und über Großgetier und über das Land und über jedes kriechige Kriechgetier auf dem Land

 

Diesmal keine Analyse direkt hier, ich mache dafür einen neuen Beitrag, weil der interpretiert. Ich will das nicht vermischen.

 

 

 

Der göttliche Plural in Genesis 1,26

 

Wir haben hier die erste von vier Stellen im Tenach, in denen Gott von sich selbst im Plural spricht. Die anderen sind in der Garten Eden Geschichte, wo Gott die Menschen aus Gan Eden wirft, die dritte beim Turmbau von Babel. Diese drei, alle in der Genesis müssen die gleiche Intention haben. Und alle drei Stellen können auf eine gemeinsame zurückgeführt werden.

 

Die vierte ist bei der Berufung des Jesaja, also nicht mehr Tora. Und an der Stelle passt das in gewisser Weise auch.

 

Es gibt dabei mehrere Deutungen.

 

1. Der himmlische Hofstaat (die Thronsaal-Theorie)

 

Gott spricht mit seinem himmlischen Hofstaat. Das funktioniert tatsächlich für den Jesaja, die Serafim sind versammelt, es handelt sich um eine Vision. Das ist vergleichsweise einfach.

 

2. Der Mensch als Schöpferkollege (eine alternative rabbinische Deutung)

 

Eine rabbinische Deutung geht dahin, dass Gott mit dem ‚Wir‘ den Menschen mitanspricht, den zu erschaffen er im Begriff ist. Der Mensch ist Schöpferkollege Gottes, sein Auftrag ‚Tikun Olam‘, die Welt zu verbessern. Ich finde die Idee nett. Und genauso einleuchtend wie die Thronsaal-Theorie.

 

Beide Deutungen nehmen den Text ernst, weshalb ich sie nicht verwerfe, sie sind eine brauchbare Alternative zur historisch-kritischen Deutung, der sich viele aus Glaubensgründen nicht anschließen wollen.

 

3. Historisch-Kritische Deutung (der Rap-Battle)

 

In Genesis 1 wurde bisher noch kein Hofstaat erwähnt. Der Plural kommt aus dem Nichts. Trotzdem hat es mich gerissen, als ich einen anderen Schöpfungsmythos gelesen habe. In polytheistischen Götterkreisen gibt es einen Rat der Götter. Im Enuma Elisch hat Tiamat eine Idee, ‚Lasst uns Monster machen‘, also den Satz kannte ich. Und den Satz kannte der Verfasser von Genesis 1. Und den hat er knallhart gebitet, so nennt man das in Rap-Battles, wenn man eine Line klaut, um sie gegen den anderen zu verwenden. Das ist ein Bite. Und statt versklavter Menschen erschafft Gott freie Wesen, mit der totalen, bis zur Tyrannis gehenden Herrschaft über sämtliche Schöpfung. – Into Your Face, Bitch!

 

Auch erschaffen sich 2 Götter in diesem Epos der eine ein Ebenbild und der andere ein Spiegelbild. Diese Doppelung greift die Genesis auf.

 

Auch finden wir jetzt heraus, warum die Wasserwesen am 5. Tag im Plural stehen. Tiamat erschafft 11 Monster, denen stehen 6 Lebewesen in der Genesis gegenüber (Seetiere, Luftgetier, Großtier, Kriechtier, Landtier, Mensch). Die Seetiere werden nicht aufgezählt, sie werden einfach in einer Kategorie im Plural abgehandelt. Und verniedlicht: In der Zusammenfassung des Erzählers kriechen sie. In der Vorlage sind sie furchteinflösende Wesen, vor denen sogar die Götter Angst haben. Und jetzt, Wimmelwesen.

 

Zusammenfassend: Die Gestirne des vierten Tag herrschen in irgendeinerweise auch, aber ihre Aufgaben sind administrativ. Ihr Wort für herrschen kommt von der Wurzel für vergleichen (weshalb ich es ersetzen werde). Das Wort für Herrschen bei den Menschen ist absolut. Tyrannei, Unterdrückung. Das sind die Wurzeln. Eingebettet in die Wiederholung ‚Und Gott sah: gut‘ Wird der Mensch in eine gute Umgebung gesetzt, in der er es jetzt besser machen kann, als die Götter Mesopotamiens. Das wird im Verlauf der Genesis noch Thema werden, denn Gott braucht noch ein paar Anläufe, bevor er (halbwegs) zufrieden sein wird. Das ganze findet am Berg Sinai damit seinen Höhepunkt. Die Herrschaft des Menschen soll eben keine maßlose Tyrannei sein.

 

Damit sortiere ich diesen Schöpfungsbericht in die Kategorie einer Götterdämmerung ein. Die Götter sind erledigt, die Herrschaft des Menschen hat begonnen.

 

Und ich werde in Zukunft, wenn ich von der Ebenbildlichkeit des Menschen mit Gott spreche, die jetzt namenlosen Götter, die dafür Pate gestanden haben, nicht mehr aus dem Kopf bekommen.

 

Ich finde die Hofstaat-Theorie richtiggehend lahm dagegen.

 

4. Alternativen, die ich nicht favorisiere.

 

Die grammatikalische Theorie

 

Das Wort für Gott ist ein Pluralwort. Heißt eigentlich Götter. Da es aber immer in Verbindung mit Verben im Singular steht, kann es als Singular übersetzt werden. Es gibt die Theorie, dass die Texte mit Pluralverben verfasst wurden und der Redaktor das lediglich an der einen Stelle dringelassen hat. Aber wie @nannyogg57 schrieb, der Verfasser dieser Schrift, im Exil Babylons verortet, ist blütenreiner Monotheist. Ich halte das für unwahrscheinlich. Der hat hier einen Witz auf Kosten von Tiamat gemacht.

 

Eine Christliche Deutung (nicht alle Christen folgen dieser Idee):

 

Hier spricht die Dreifaltigkeit. Aber nur hier (und an den drei anderen Stellen). Jesaja könnte das Rätsel lösen, schließlich steht er im Thronsaal, aber er berichtet nur von der Größe Gottes, nicht seine Anzahl. Außerdem besteht er in den späteren Kapiteln bei Jesaja darauf, dass er nur einer ist. Das Konzept von Trinität ist unbekannt und bleibt dies auch in den hebräischen Schriften. Also, Gelegenheit hätte es ja gegeben… Ehrlich? Für den Bite beim Enuma Elisch gibt es mehr Beweise.

 

5. Epilog, die Rettungsgasse für die Trinität.

 

Trotzdem, wer sich der Enuma Elisch Version anschließen will, für den habe ich eine Möglichkeit, wie er sich seine Trinität retten kann, wenn er seine Religion als reinen Neubeginn und nicht als Fortsetzung einer alten begreift.

 

Das Johannesevangelium beginnt mit ‚Im Anfang‘. Ich habe das immer so überlesen. Mit meinem bisschen Griechisch war ich auch mit der Version vertraut. Bis ich eines Tages eine LXX auf Griechisch in die Hände bekam. Da hat es mich gerissen. Im Anfang, diesmal waren das keine einfachen Wörter, diesmal war es exakt dieselbe Formulierung, dasselbe Schriftbild. Johannes startet seine eigene Genesis. Mit den gleichen Methoden wie der Verfasser von Genesis. Er greift auf und deutet um. Und dann ergibt auch die Aussage ‚Und das Wort war ein Gott‘ wieder Sinn. (Und ja, der unbestimmte Artikel muss an der Stelle eingefügt werden, das regelt die griechische Grammatik).

 

Johannes startet, um im Rap-Jargon zu bleiben, einen Answer-Song mit einer Reboot-Line. Er bitet den Anfang und beginnt von neuem.

 

Der eine Gott ist doch nicht so ein einziger, und das macht den Weg frei für Nizea. Das Johannesevangelium widerspricht der Genesis an diesem Punkt. Wer diesem Widerspruch zustimmt, der kriegt seine Dreifaltigkeit. Wer von einem widerspruchsfreien Text ausgeht, der eben nicht.

 

Das NT hätte irgendwann einen finalen Redaktor gebraucht, der seine Schriften zusammensammelt und sinnvoll im Sinne Johannes zusammenfasst, dabei die alten Schriften eben nicht als reine Wahrheit integriert, der Tenach macht das mit dem Enuma Elisch ja auch nicht. Marcion wäre dafür zur Verfügung gestanden. Er hat es versucht. Aber man hat ihn nicht gelassen.

 

Eine neue Religion im römischen Reich? Undenkbar. Das Judentum war eine belächelte, aber zugelassene Religion. Man brauchte die alten Schriften, um sich überhaupt behaupten zu können. Man behielt sie und kanonisierte den Hebräerbrief. Aus Gründen. Als argumentatives Gelenkstück zwischen alt und neu. Wer versucht dieses Schriftstück gegen den Tenach querzuchecken, kriegt Kopfweh. Er reißt alles aus dem Kontext. Aber man musste im römischen Reich unter jüdischer Fahne segeln, denn die waren akzeptiert, weil sie ihren komischen Gott anbeteten, die römischen nicht, aber ansonsten keinen Stress machten. Eine neue Religion hätte man nicht einschätzen können. Den Tenach zu behalten, hatte mit absoluter Sicherheit auch politische Gründe. Als mit Konstantin dann das Ende des römischen Pantheons kam, war auch zeitlich der Punkt gekommen, sich endgültig von seinen Wurzeln zu trennen. Aber man musste einen Spagat schaffen, zwischen neuem ‚Polytheismus‘ und dem Monotheismus. Den man aus historischen Gründen nicht mehr loswurde. Und Nizea wurde.

 

Warum ich mich dem nicht anschließe? Ich habe doch gerade der Gottheit Jesu einen Weg gewiesen?

 

Die historische Person Jesu hat das nicht verdient. Ich habe viel zuviel Respekt vor diesem Mann, als dass ich mich auf Taschenspielertricks mit seiner Person einlassen möchte. Ich lasse ihn dort wo er war, im Judentum seiner Zeit, in seinem theologischen Kontext, der in der pharisäischen Tradition liegt. Aus dem das heutige rabbinische Judentum wurde.

 

Und nicht etwa deshalb, weil mich der Verfasser der Genesis überzeugt, dass es SO und nicht anders gewesen ist.

bearbeitet von Higgs Boson
Geschrieben
vor 22 Stunden schrieb Higgs Boson:

Das sich daraus ergebende Problem beim Segensspruch bevor man sie isst wird dadurch gelöst, dass man nicht den Segensspruch über die Feldfrüchte spricht, sondern einen allgemeinen (wie auch über Wasser) (rabbinische Sicht).

Ok, das ist allerdings gravierend. Nicht dass man das falsche Tischgebet spricht und der Herr einen dann mit Bauchgrimmen und Flatulenz straft…

 

Werner

Geschrieben
vor einer Stunde schrieb Werner001:

Ok, das ist allerdings gravierend. Nicht dass man das falsche Tischgebet spricht und der Herr einen dann mit Bauchgrimmen und Flatulenz straft…

 

Oder es ist einfach ein Ausdruck von Respekt vor der Schöpfungsordnung. Sind ja nicht alle gleich abergläubisch.

Geschrieben
vor 6 Minuten schrieb Higgs Boson:

 

Oder es ist einfach ein Ausdruck von Respekt vor der Schöpfungsordnung. Sind ja nicht alle gleich abergläubisch.

Sorry, das Wort „Schöpfungsordnung“ verursacht bei mir Bauchgrimmen und Flatulenzen…

 

Werner

Geschrieben
Am 19.8.2026 um 12:16 schrieb johannes12:

22 Gott segnete sie und sprach: Seid fruchtbar und mehrt euch! Füllt das Wasser im Meer und die Vögel sollen sich auf Erden www. 1 Mose 1,22

 

Gott segnete sie - ...

 

und sprach: - dabei es war kein Wunsch von Ihm, es war ein Befehl.

 

Seid fruchtbar und mehrt euch! - ... ...

 

Füllt das Wasser im Meer - 

 

und die Vögel sollen sich auf Erden vermehren. -  ...

23 Es wurde Abend und es wurde Morgen: fünfter Tag. 1 Mose 1,23

 

Geschrieben (bearbeitet)
On 8/19/2026 at 11:53 PM, Weihrauch said:

Also inhaltlich einsteigen, statt dich auf meine Person zu fokussieren.

 

 

Ad personam habe ich nicht argumentiert.

 

 

On 8/19/2026 at 11:53 PM, Weihrauch said:

Die historisch-kritische Methode, bezweckt doch gerade, das persönliche Vorverständnis aus der Arbeit herauszuhalten, um die Verfasserintention heraus zu arbeiten, Anwalt des Textes zu werden. Wo habe ich dagegen verstoßen? Das müsstest du im Detail anhand des Textes zeigen, so wie ich das getan habe. Also inhaltlich einsteigen, statt dich auf meine Person zu fokussieren. Völlig egal, ob ich oder sonst wer, diese Interpretation vorgelegt hat. In der Sache argumentieren, nicht mit Personen, die mit dem Text nichts zu tun haben. Dann landet meine Interpretation schneller in meinem Papierkorb, als du Amen sagen kannst. Gib mir etwas, und ich lass sofort von ihr los, ohne ihr eine Träne nach zu weinen. Wäre nicht die erste, und vermutlich nicht die letzte. 

 

 

Was soll ich denn sinnvoll mehr sagen als "Das ist frei interpretiert." und "Es gibt keine Belege im Text, dass das die Intention der Verfasser war."?

 

Wenn Du einen Text als (vielleicht sogar historisch-kritische) Herausarbeitung einer Verfasserintention siehst, der für mich freie Interpretation ist, dann sind die Unterschiede in der Hermeneutik zu groß, als dass hier eine Diskussion innerhalb dieses Rahmens sinnvoll wäre.

 

Damit will ich Dir Deine Interpretation gar nicht madig machen.

 

Wenn Du für Dich eine passende Interpretation gefunden hast, ist das doch super.

 

Schräg finde ich nur Deinen diesbezüglichen Anspruch auf Objektivität.
Hier werden wir uns wie gesagt nicht einig.
Auch nicht schlimm.

 

On 8/19/2026 at 11:53 PM, Weihrauch said:

Die historisch-kritische Methode, bezweckt doch gerade, das persönliche Vorverständnis aus der Arbeit herauszuhalten, um die Verfasserintention heraus zu arbeiten, Anwalt des Textes zu werden.

"Anwalt des Textes"
Nein, denn das wäre gerade nicht objektiv.

 

Vielleicht ist es im Kontext ja auch anders gemeint, aber angesichts dessen, wie unterschiedlich wir Deine Bibelinterpretationen kategorisieren, erscheint mir die Formulierung bemerkenswert.

 

bearbeitet von KevinF
Geschrieben
vor 11 Stunden schrieb johannes12:

23 Es wurde Abend und es wurde Morgen: fünfter Tag. 1 Mose 1,23

 

24 Dann sprach Gott: Die Erde bringe Lebewesen aller Art hervor, von Vieh, von Kriechtieren und von Wildtieren der Erde nach ihrer Art. Und so geschah es. Mose 1,24

 

Dann sprach Gott: - ...

 

Die Erde bringe Lebewesen aller Art hervor, - ... die Erde soll Lebewesen aller Art hervorbringen  ... weist diese Aussage darauf hin, daß jedes chemische Element aus denen alle Lebewesen bestehen hat die Erde auch?

 

von Vieh, - welche Tieren gehörten zu Vieh?

 

von Kriechtieren - einigermaßen verständlich was für Lebewesen gehörten dazu ...

 

und von Wildtieren - sofort kommen Assoziationen hoch - wenn es Wildtieren gab, dann sollten es auch Haustiere geben ...

 

der Erde - die lebten und sich bewegten auf der Ede - nicht in der Luft oder im Wasser ... ?

 

nach ihrer Art. - ...

 

Und so geschah es. - weil Gott sprach ....

Geschrieben

 

vor 37 Minuten schrieb KevinF:

Ad personam habe ich nicht argumentiert.

 

Lies mal deine eigenen Texte. Du redest in einer Tour über mich. Checkst du das nicht?

 

vor 6 Minuten schrieb KevinF:

 

Was soll ich denn sinnvoll mehr sagen als "das ist frei interpretiert" und "Es gibt keine Belege im Text, dass das die Intention der Verfasser war"?

 

Wenn Du einen Text als (vielleicht sogar historisch-kritische) Herausarbeitung einer Verfasserintention siehst, der für mich freie Interpretation ist, dann sind die Unterschiede in der Hermeneutik zu groß, als dass hier eine Diskussion innerhalb dieses Rahmens sinnvoll wäre.

 

Meine Begründungen sind Begründungen anhand des Textes, also in keiner Weise frei interpretiert. Dass du sie ignorierst, bedeutet nicht, dass sie nicht da stehen, wo ich sie hingeschrieben habe. Sie ergeben Sinn, keinen den ich je im Sinn gehabt hätte, aber Sinn. Die Alternative ist, dass wir Sätze stehen lassen, denen wir keinen Sinn entnehmen konnten. Warum das besser sein sollte, als anzunehmen, dass das Sinnvolle möglicherweise im Sinne der Verfasser sein könnte, erschließt sich mir nicht. 

 

Wieso steht in der Überschrift, dass elohim die Himmel und das Land erschuf, wenn dann zwar der Himmel aber nicht das Land von elohim erschaffen wurde? Ich habe eine Erklärung, sonst hat man keine, und den ersten Satz nicht verstanden, wenn er keinen Sinn ergibt. Es wurde Abend und es wurde Morgen - ein Tag. Das ist auch nicht der Sinn, obwohl es so da steht, denn das ist eine Nacht. Ich habe eine Erklärung, sonst haben wir keine - also den Sinn des Textes nicht verstanden. Wir können ewig so weitermachen, und sagen: Das ist Weltliteratur, erfassen aber den Sinn dieser Weltliteratur nicht. 

 

Wieso soll deine Hermeneutik dann die bessere sein, wenn sie keinen Sinn erschließt als meine, die einen Sinn erschließt? Dann sag halt, was der Sinn des Textes ist!

 

Du sagst du brauchst das nicht als Welterklärung, darum ist dir der Sinn auch egal - obwohl es nicht um die Erklärung der Welt geht. Dann müsstest du das aber zurücknehmen, wenn das keine Kosmologie ist. Das ist der einzige Grund, warum du meine Interpretation für frei hältst, weil du hier schon zig mal gesagt hast, dass du das nicht für die Erklärung der Welt brauchst.

 

Dann zeige, dass hier eine Welterklärung steht mit deiner Hermeneutik!

Ich habe meine Hermeneutik offen gelegt, wie man das so macht.

Von deiner Hermeneutik weiß hier niemand etwas. 

 

vor 41 Minuten schrieb KevinF:

Damit will ich Dir Deine Interpretation gar nicht madig machen.

 

Wenn Du für Dich eine passende Interpretation gefunden hast, ist das doch super.

 

 

vor 23 Minuten schrieb KevinF:

Schräg finde ich nur Deinen diesbezüglichen Anspruch auf Objektivität.
Hier werden wir uns wie gesagt nicht einig.
Auch nicht schlimm.

 

Never ever habe ich von Objektivität gesprochen. 

 

vor 25 Minuten schrieb KevinF:

"Anwalt des Textes"
Nein, denn das wäre gerade nicht objektiv.

 

Never ever habe ich von Objektivität gesprochen. Bau deinen Strohmann und fackel den ab. Dein Problem nicht meines.  

 

vor 42 Minuten schrieb KevinF:

Vielleicht ist es im Kontext ja auch anders gemeint, aber angesichts dessen, wie unterschiedlich wir Deine Bibelinterpretationen kategorisieren, erscheint mir die Formulierung bemerkenswert.

 

Wer ist wir? Wer hat dich denn hier zum Sprachrohr für alle anderen gewählt. 

 

Fazit:

Kein einziges textbezogenes, inhaltliches Argument, warum der Text nicht so zu deuten ist.

Kein einziges textbezogenes, inhaltliches Argument, wie der Text stattdessen zu deuten ist.

Keine einzige meiner Begründungen hast du widerlegt, sondern Behauptungen vorgetragen, noch dazu falsche, und alle ohne Begründung.

Zum Sinn des Textes, oder wie du ihn verstehst, hast du kein einziges Wort gesagt. 

Geschrieben (bearbeitet)
33 minutes ago, Weihrauch said:

Lies mal deine eigenen Texte. Du redest in einer Tour über mich.

 

Zeig mir ein ad hominem oder wo ich sonst unangemessen auf einer persönlichen Ebene agiert habe.

 

Pronomen anzustreichen reicht nicht, die brauche ich für die Grammatik.

Du verstehst?

 

 

33 minutes ago, Weihrauch said:

Wieso steht in der Überschrift, dass elohim die Himmel und das Land erschuf, wenn dann zwar der Himmel aber nicht das Land von elohim erschaffen wurde?

 

Ich würde hier nicht mit "Land" übersetzen.

Darüber haben wir vor ein paar Seiten oder so sachlich und auf sprachlicher Ebene diskutiert.

 

 

33 minutes ago, Weihrauch said:

Du sagst du brauchst das nicht als Welterklärung, darum ist dir der Sinn auch egal - obwohl es nicht um die Erklärung der Welt geht. Dann müsstest du das aber zurücknehmen, wenn das keine Kosmologie ist. Das ist der einzige Grund, warum du meine Interpretation für frei hältst, weil du hier schon zig mal gesagt hast, dass du das nicht für die Erklärung der Welt brauchst.

 

Nein.

Imo ist da auch mindestens ein non sequitur drin.

Und Du argumentierst unangemessen auf der persönlichen Ebene, also genau das, was Du mir vorwirfst.

 

33 minutes ago, Weihrauch said:
1 hour ago, KevinF said:

Vielleicht ist es im Kontext ja auch anders gemeint, aber angesichts dessen, wie unterschiedlich wir Deine Bibelinterpretationen kategorisieren, erscheint mir die Formulierung bemerkenswert.

 

Wer ist wir? Wer hat dich denn hier zum Sprachrohr für alle anderen gewählt. 

 

Mit "wir" waren Du und ich gemeint.

 

 

33 minutes ago, Weihrauch said:

Kein einziges textbezogenes, inhaltliches Argument, warum der Text nicht so zu deuten ist.

 

Über die Land-Übersetzung hatten wir sachlich und imo angenehm diskutiert.

 

Zu den Interpretationen, die diesen erneuten Austausch ausgelöst haben, habe ich sinngemäß tatsächlich nur gesagt, dass ich sie offensichtlich für frei halte und dass es keine Belege im Text dafür gibt, dass die Verfasser es so im Sinn hatten.

 

Das, was Du hier als Belege siehst, ist für mich offensichtlich freie Interpretation.

 

Und weil diese Einschätzung so unterschiedlich ist, hatte ich geschrieben:

 

"Wenn Du einen Text als (vielleicht sogar historisch-kritische) Herausarbeitung einer Verfasserintention siehst, der für mich freie Interpretation ist, dann sind die Unterschiede in der Hermeneutik zu groß, als dass hier eine Diskussion innerhalb dieses Rahmens sinnvoll wäre."

 

33 minutes ago, Weihrauch said:

Never ever habe ich von Objektivität gesprochen. Bau deinen Strohmann und fackel den ab.

 

Zwar gibt es ohne Vorverständnis keine Hermeneutik.

 

Aber eine historisch-kritische Analyse möchte ihrem eigenen Anspruch nach schon möglichst objektiv sein.

 

Und davon hattest Du gesprochen.

Also nichts mit Strohmann.

 

 

bearbeitet von KevinF
Geschrieben

Und es war Abend

Und es war Morgen

ein Tag

 

Das ist ein Kehrvers. Der muss irgendwie sein. Und in unserem Kulturkreis beginnt der Tag morgens, da kommen wir schon mal ins Schleudern. Darum fällt uns das auf. Scheint es uns ein Rätsel aufzugeben. Ich formuliere das mal so, wie das ein Europäer geschrieben hätte:

 

 

Und es war Morgen

Und es war Abend

ein Tag

 

Welche Fragen haben wir jetzt?

Geschrieben
16 minutes ago, Higgs Boson said:

Und es war Abend

Und es war Morgen

ein Tag

 

Das ist ein Kehrvers. Der muss irgendwie sein. Und in unserem Kulturkreis beginnt der Tag morgens, da kommen wir schon mal ins Schleudern. Darum fällt uns das auf. Scheint es uns ein Rätsel aufzugeben. Ich formuliere das mal so, wie das ein Europäer geschrieben hätte:

 

 

Und es war Morgen

Und es war Abend

ein Tag

 

Welche Fragen haben wir jetzt?

 

Ich habe zu dem Vers nicht einmal ohne jüdische Tageinteilung eine Frage:

 

Gott erschafft irgendwelches Zeugs, dann wird es Abend, dann wird es Morgen und ein Tag ist vorbei.

 

Nennt mich ignorant, aber ich sehe da kein Problem.

 

Und @Alfons hatte es glaub ähnlich geschrieben, also es geht vielleicht nicht nur mir so.

Geschrieben
Am 20.8.2026 um 17:41 schrieb Higgs Boson:

 

Gen 1,26 (Buber)

Gott sprach: Machen wir den Menschen in unserem Bild nach unserem Gleichnis! Sie sollen schalten über das Fischvolk des Meeres, den Vogel des Himmels, das Getier, die Erde all, und alles Gerege, das auf Erden sich regt.

 

ויאמר אלהים נעשה אדם בצלמנו כדמותנו וירדו בדגת הים ובעוף השמים ובבהמה ובכל־הארץ ובכל־הרמש הרמש על־הארץ

 

ויאמר אלהים : Und Gott sprach. Das drösel ich jetzt nicht mehr auf

 

נעשה : wir werden machen, 1. Person männlich, Plural, Futur. Prinzipiell, ohne Kontext im Satzverlauf, ist es nicht von ‚es werde gemacht‘ zu unterscheiden. Die Wurzel von machen ע.שׂ.ה hatten wir ja schon des öfteren.

 

אדם : eine Menschheit. Das ist das gleiche Wurzel, auf den auch der Erdboden vom letzten Vers zurückgeht. Das Wort ist unbestimmt. Es könnte theoretisch auch ein Eigenname sein. Aber da im Versverlauf diese Menschheit mit einem Pluralverb angesprochen wird, ist es kein Eigenname

 

בצלמנו : in unserem Abbild. Das ist wieder so ein Baukastenwort. ב in etwas, hatten wir schon, doch wir haben eine neues Suffix נו , ein Hinweis auf erste Person Plural. Die Wurzel צ.ל.ם bedeutet Abbild. Wird heute auch für Photographie eingesetzt. Sie kommt vermutlich aus der Bildhauerei.

 

כדמותנו : wie unsere Ähnlichkeit. Wieder Baukastenwort, diesmal mit der Vorsilbe ‚wie‘ כ , dann die Wurzel ד.מ.ה steht für Ähnlichkeit, der schwache Vokal ה entfällt, mit ות wir ein weibliches Substantiv konstruiert und das Suffix נו kennen wir schon, erste Person Plural

 

וירדו : und sie werden herrschen, 3. Person männlich Plural Zukunft. Die Wurzel für herrschen ר.ד.ה bedeutet eigentlich ‚tyrannisieren‘ oder ‚unterdrücken‘, das ist eine durch und durch aktive Geschichte. Weshalb ich an dieser Stelle das Wort herrschen verwende, und am vierten Tag die Herrschaft der Leuchten mit Regieren ersetzen werde. Denn diese beiden Begriffe sind unterschiedlich. Dort Regierung, im Sinne eines Regiments, das durch Regeln vorgegeben ist und keine wirkliche Entscheidungsfreihat hat. (Die Wurzel hatte mit Vergleich zu tun, ist also gebunden) Herrschaft dagegen, mit Tyrannei als negatives Pendant, hat die volle Freiheit zu tun und zu lassen.

 

בדגת הים : in der Meere Fischwelt. Präposition ב in etwas, Fisch דג , Fischwelt דגה , der schwache Konsonant ה wird zum ת , da das mit dem nächsten Wort ein status konstruktus ist. Das mit ה und ת kann man sich merken, das kommt in allen möglichen Situationen vor. Die Meere הים

 

ובעוף השמים : und über der Himmel Fluggetier ; da es im Deutschen nicht möglich ist ‚in einem Getier‘ zu herrschen, sondern nur ‚über‘ (das funktioniert ausnahmsweise in der Fischwelt), wird im Folgenden die Präposition mit ‚über‘ übersetzt. Manche Präposition gehen halt nicht immer glatt.

 

ובבהמה : und über Großgetier

 

ובכל־הארץ : und über das ganze Land

 

ובכל־הרמש : und über jedes Kriechgetier

 

הרמש : kriechig, Adjektiv zum vorhergehenden Wort, mit der gleichen Wurzel

 

על־הארץ : auf dem Land

 

 

Übersetzung

 

ויאמר אלהים

Und Gott sprach

 

נעשה אדם בצלמנו כדמותנו

wir werden eine Menschheit machen in unserem Abbild wie unser Ebenbild

 

וירדו בדגת הים ובעוף השמים

sie werden herrschen in der Meere Fischwelt und über der Himmel Fluggetier

 

ובבהמה ובכל־הארץ ובכל־הרמש הרמש על־הארץ

und über Großgetier und über das Land und über jedes kriechige Kriechgetier auf dem Land

 

Diesmal keine Analyse direkt hier, ich mache dafür einen neuen Beitrag, weil der interpretiert. Ich will das nicht vermischen.

 

Gen 1,27 (Buber)

Gott schuf den Menschen in seinem Bilde, im Bilde Gottes schuf er ihn, männlich, weiblich schuf er sie

 

ויברא אלהים  את־האדם בצלמו בצלם אלהים ברא אתו זכר ונקבה ברא אתם

 

 

ויברא אלהים : und Gott  erschuf 3. Person Singular, männlich, Zukunft, aber Wayyiqtol. Hier ist das dritte Vorkommen des Wortes erschuf ברא Wir hatten es in Vers 1, dann am fünften Tag bei den Wasser und Luftwesen. Bei der Erdzählerversion der Landlebewesen haben wir es nicht. Die werden nur als ‚gemacht‘ nacherzählt.

 

  את־האדם : die Menschheit. Akkusativ Anzeiger und bestimmter Artikel. Damit ist klar, das im letzten Vers kann kein Eigenname gewesen sein, denn bei Eigennamen darf kein bestimmter Artikel stehen. Das wäre eine ungemeine Herabsetzung der Person dieses Namens. Für sowas bekommt man Haue. Ich bleibe hier beim Begriff ‚Menschheit‘. Weil nur das Wort auch im Satz vorher gepasst hat.

 

בצלמו : in seinem Abbild, in etwas ב, Abbild צלמ wie im vorigen Vers, das war das mit der Wurzel aus der Steinhauerei, und das Suffix ו das darauf hinweist, das etwas einer 3.Person Singular, männlich gehört. Das hatten wir schon mehrfach

 

בצלם אלהים : in Gottes Abbild , Exakt die gleiche Konstruktion wie das Wort davor, nur dass statt des Suffix mit einem Status constructus die Person spezifiziert wird.

 

ברא : er erschuf

 

אתו : ihn , das bezieht sich auf das Akkusativ Objekt. Das ו wiedermal das Possessivsuffix für die 3.Person männlich. Die Menschheit ist in unserer Sprache weiblich, im Hebräischen männlich

 

זכר : Männliches . Das ist ein Nomen wie ‚Das Männliche‘ , kein Adjektiv. Es bezeichnet ein biologisches Geschlecht. Vielleicht nehme ich tatsächlich das Wort ‚Männchen‘, auch wenn das im Deutschen etwas albern klingt. Aber unabhängig von der Albernheit, die Wurzel ז.כ.ר bezeichnet etwas spitzes, was durchdringt. Darum steht sie auch für Erinnerung: man kratzt mit etwas Spitzem in eine Tontafel, um sich zu erinnern. Notizzettel gab es noch keine. Und ja, das ist genau die Stelle für pubertäre Peniswitze.

 

ונקבה : und Weibliches. Wieder ein Nomen, kein Adjektiv. Auch hier wieder ein biologisches Geschlecht: נ.ק.ב es bezeichnet das, in das ein Loch gemacht wurde. Ich würde sagen, das ist ausreichend graphisch. Es ist auf den Punkt das Gegenstück zum Männchen. Also nehme ich hier dann Weibchen. Warum nicht ‚Als Mann und Frau‘ ganz einfach. Das steht da nicht. Kein ‚als‘, dafür gäbe es eine geeignete Präposition. Und Mann und Frau, das ist missverständlich. In einer Zeit, in der man auf die Frage ‚Was ist eine Frau‘ von gegenderten Stelle keine Antwort bekommt, außer ‚Eine Frau ist, wer sich als Frau fühlt‘, findet auch blind den Zirkelschluss der Aussage. Beide Begriffe bezeichnen in keinem Fall eine soziale Rolle. Das sind, wie die Wurzelbedeutungen zeigen, rein biologische Begriffe von Stift und Loch.

 

ברא : er erschuf

 

אתם : sie. 3. Person männlich, Plural, Personalpronomen. Akkusativobjekt, das sich auf Männchen und Weibchen bezieht. Bezeichnet eine Gruppe, in der es wenigstes ein Männchen gibt. Dadurch, dass unmittelbar die gleiche grammatikalische Konstruktion verwendet wird, einmal Singular, einem Plural (Erschuf er ihn / erschuf er sie) beziehen sich beide Akkusativobjekte auf das erste, nämlich die Menschheit – die lediglich ein Grammatikalisches Einzelwesen ist, semantisch ist das eine Gruppe, die sich aus mehreren Individuen zusammensetzt. Das ganze nennt sich parallele Konstruktion.

 

 

 

 

Übersetzung

 

ויברא אלהים  את־האדם

Und Gott erschuf die Menschheit

 

בצלמו בצלם אלהים ברא אתו

in seinem Abbild in Gottes Abbild erschuf er sie

 

זכר ונקבה ברא אתם

Männchen und Weibchen erschuf er sie

 

 

Was ich noch dazu sagen möchte, all denen, die vielleicht schon den 2. Schöpfungsbericht nahen sehen:

 

Wieviele Wesen seht ihr, wenn ihr von den Wimmelwesen lest?

Wieviele Fische gibt es?

Wieviele Vögel?

Wieviele Fledermäuse?

 

Ich möchte wetten, jede Menge. Und dieser Text reduziert auch die Menschheit nicht auf zwei Einzelwesen.

 

Wieviele Menschen sind es?

 

Der Text lässt die Anzahl offen.

 

Und was auch auffällt: Hat Gott im vorigen Vers noch von Abbild und Ebenbild in der Doppelung gesprochen, ist hier in der Version des Erzählers nur eine Doppelung des Abbilds. Das Abbild ist konkreter als das Ebenbild (Ähnlichkeit).

 

 

Geschrieben (bearbeitet)
vor 13 Minuten schrieb Higgs Boson:

 

Gen 1,27 (Buber)

Gott schuf den Menschen in seinem Bilde, im Bilde Gottes schuf er ihn, männlich, weiblich schuf er sie

 

ויברא אלהים  את־האדם בצלמו בצלם אלהים ברא אתו זכר ונקבה ברא אתם

 

 

ויברא אלהים : und Gott  erschuf 3. Person Singular, männlich, Zukunft, aber Wayyiqtol. Hier ist das dritte Vorkommen des Wortes erschuf ברא Wir hatten es in Vers 1, dann am fünften Tag bei den Wasser und Luftwesen. Bei der Erdzählerversion der Landlebewesen haben wir es nicht. Die werden nur als ‚gemacht‘ nacherzählt.

 

  את־האדם : die Menschheit. Akkusativ Anzeiger und bestimmter Artikel. Damit ist klar, das im letzten Vers kann kein Eigenname gewesen sein, denn bei Eigennamen darf kein bestimmter Artikel stehen. Das wäre eine ungemeine Herabsetzung der Person dieses Namens. Für sowas bekommt man Haue. Ich bleibe hier beim Begriff ‚Menschheit‘. Weil nur das Wort auch im Satz vorher gepasst hat.

 

בצלמו : in seinem Abbild, in etwas ב, Abbild צלמ wie im vorigen Vers, das war das mit der Wurzel aus der Steinhauerei, und das Suffix ו das darauf hinweist, das etwas einer 3.Person Singular, männlich gehört. Das hatten wir schon mehrfach

 

בצלם אלהים : in Gottes Abbild , Exakt die gleiche Konstruktion wie das Wort davor, nur dass statt des Suffix mit einem Status constructus die Person spezifiziert wird.

 

ברא : er erschuf

 

אתו : ihn , das bezieht sich auf das Akkusativ Objekt. Das ו wiedermal das Possessivsuffix für die 3.Person männlich. Die Menschheit ist in unserer Sprache weiblich, im Hebräischen männlich

 

זכר : Männliches . Das ist ein Nomen wie ‚Das Männliche‘ , kein Adjektiv. Es bezeichnet ein biologisches Geschlecht. Vielleicht nehme ich tatsächlich das Wort ‚Männchen‘, auch wenn das im Deutschen etwas albern klingt. Aber unabhängig von der Albernheit, die Wurzel ז.כ.ר bezeichnet etwas spitzes, was durchdringt. Darum steht sie auch für Erinnerung: man kratzt mit etwas Spitzem in eine Tontafel, um sich zu erinnern. Notizzettel gab es noch keine. Und ja, das ist genau die Stelle für pubertäre Peniswitze.

 

ונקבה : und Weibliches. Wieder ein Nomen, kein Adjektiv. Auch hier wieder ein biologisches Geschlecht: נ.ק.ב es bezeichnet das, in das ein Loch gemacht wurde. Ich würde sagen, das ist ausreichend graphisch. Es ist auf den Punkt das Gegenstück zum Männchen. Also nehme ich hier dann Weibchen. Warum nicht ‚Als Mann und Frau‘ ganz einfach. Das steht da nicht. Kein ‚als‘, dafür gäbe es eine geeignete Präposition. Und Mann und Frau, das ist missverständlich. In einer Zeit, in der man auf die Frage ‚Was ist eine Frau‘ von gegenderten Stelle keine Antwort bekommt, außer ‚Eine Frau ist, wer sich als Frau fühlt‘, findet auch blind den Zirkelschluss der Aussage. Beide Begriffe bezeichnen in keinem Fall eine soziale Rolle. Das sind, wie die Wurzelbedeutungen zeigen, rein biologische Begriffe von Stift und Loch.

 

ברא : er erschuf

 

אתם : sie. 3. Person männlich, Plural, Personalpronomen. Akkusativobjekt, das sich auf Männchen und Weibchen bezieht. Bezeichnet eine Gruppe, in der es wenigstes ein Männchen gibt. Dadurch, dass unmittelbar die gleiche grammatikalische Konstruktion verwendet wird, einmal Singular, einem Plural (Erschuf er ihn / erschuf er sie) beziehen sich beide Akkusativobjekte auf das erste, nämlich die Menschheit – die lediglich ein Grammatikalisches Einzelwesen ist, semantisch ist das eine Gruppe, die sich aus mehreren Individuen zusammensetzt. Das ganze nennt sich parallele Konstruktion.

 

 

 

 

Übersetzung

 

ויברא אלהים  את־האדם

Und Gott erschuf die Menschheit

 

בצלמו בצלם אלהים ברא אתו

in seinem Abbild in Gottes Abbild erschuf er sie

 

זכר ונקבה ברא אתם

Männchen und Weibchen erschuf er sie

 

 

Was ich noch dazu sagen möchte, all denen, die vielleicht schon den 2. Schöpfungsbericht nahen sehen:

 

Wieviele Wesen seht ihr, wenn ihr von den Wimmelwesen lest?

Wieviele Fische gibt es?

Wieviele Vögel?

Wieviele Fledermäuse?

 

Ich möchte wetten, jede Menge. Und dieser Text reduziert auch die Menschheit nicht auf zwei Einzelwesen.

 

Wieviele Menschen sind es?

 

Der Text lässt die Anzahl offen.

 

Und was auch auffällt: Hat Gott im vorigen Vers noch von Abbild und Ebenbild in der Doppelung gesprochen, ist hier in der Version des Erzählers nur eine Doppelung des Abbilds. Das Abbild ist konkreter als das Ebenbild (Ähnlichkeit).

 

 

 

 

Gen 1,28 (Buber)

Gott segnete sie, Gott sprach zu ihnen: Fruchtet und mehrt euch und füllet die Erde und bemächtigt euch ihrer! schaltet über das Fischvolk des Meers, den Vogel des Himmels und alles Lebendige, das auf Erden sich regt!

 

ויברך אתם אלהים ויאמר להם אלהים פרו ורבו ומלאו את־הארץ וכבשה ורדו בדגת הים ובעוף השמים ובכל־חיה הרמשת על־הארץ

 

 

ויברך : und er segnete : 3. Person Singular, männlich, Zukunft, Wayyiqtol, das Wort hatten wir schon

 

אתם : sie, wieder Akkusativobjekt, bezieht sich immer noch auf Männlein und Weiblein

 

אלהים : Gott

 

ויאמר : und er sprach : 3. Person Singular, männlich, Zukunft, Wayyiqtol, das Wort hatten wir auch schon

 

להם : zu ihnen : auf etwas zu ל, sie, הם, Personalpronomen, 3. Person männlich, plural

 

אלהים : Gott

 

פרו : Seid fruchtbar! männlich, Plural, Imperativ. Richtiger Imperativ. Keine höfliche Bitte, das ist ein absoluter Befehl. Die Frucht Wurzel פ.ר.ה hatten wir schon bei den Bäumen

 

ורבו : und werdet zahlreich, männlich, Plural, Imperativ. Schon wieder. Wurzel ר.ב.ה ist auch die Wurzel für das Wort ‚viel‘

 

ומלאו : und füllt, männlich, Plural, Imperativ.

 

את־הארץ : das Land, Akkusativ, bestimmter Artikel usw. ארץ ist immer noch das Land. Das trockene. Das ist wirklich exakt die gleiche Formulierung wie bei den Wasserwesen am fünften Tag. Und doch ist es anders. Ganz anders. Das erkläre ich am Ende.

 

וכבשה : und erobert sie. Bei dem Wort rächt es sich wieder einmal, dass ich die Vokalisierung unterschlage. Der Befehl (unhöflicher) Imperativ, plural, versteckt sich in der Tradition und hängt unter dem ש . Da ist nämlich das eigentlich nötige zweite ו weggekippt, weil danach noch ein ה kommt. Also das erste ו ist die Präposition für und. כבש steht für erobern, dann müsste eigentlich das ו für den Befehl kommen, wird als ‚u‘ gesprochen, also als Vokal und verwandelt sich in drei kleine Pünktchen שֻׁ Das ה ist ein Hinweis auf ein weibliches Subjekt, in dem Fall das Land, das ist im Hebräischen weiblich. Wenn man das nicht beachten möchte steht da ‚sie eroberte‘ 3. Person weiblich, singular, Vergangenheit. Das wäre totaler Quatsch.

 

ורדו : und herrscht : Imperativ, plural. Die Wurzel kennen wir schon, das war ר.ד.ה , der schwache Vokal ה hat das Weite gesucht, das erste ו steht für das bekannte und, das zweite für den Imperativ. Das ist wieder das mit der Tyrannis...

 

בדגת הים : in der Fischwelt der Meere, die Formulierung hatten wir schon

 

ובעוף השמים : und über der Himmel Fluggetier, und die auch schon

 

ובכל־חיה : und über jedes Leben : ו und; ב in etwas, hier mit über übersetzt; כל alles, jedes; Leben חיה

 

הרמשת : das kriechend : ה bestimmter Artikel, hier als Relativpronomen, רמש Das sind wieder die Wimmler, die Kriechen; ת Endung für Partizip Singular weiblich. Bezieht sich auf das Leben von eben

 

על־הארץ : auf dem Land

 

 

 

 

 

Übersetzung

 

ויברך אתם אלהים

Und Gott segnete sie

 

ויאמר להם אלהים

Und Gott sprach zu ihnen

 

פרו ורבו ומלאו את־הארץ וכבשה

Seid fruchtbar und werdet zahlreich und füllt das Land und erobert es

 

ורדו בדגת הים ובעוף השמים

und herrscht in der Meere Fischwelt und über der Himmel Fluggetier

 

ובכל־חיה הרמשת על־הארץ

und über jedes kriechende Leben auf dem Land

 

 

 

Eigentlich klingt das mit Segen und sprechen und Imperativ und vermehren genauso, wie am fünften Tag. Doch diesmal ist etwas anders. Segen und Sprechen sind nicht eins. War am fünften Tag der gesprochene Befehl der Segen, ist der hier getrennt. Sogar das Wort für Gott wird 2 mal verwendet. Und mit dem ‚zu ihnen‘ beim Sprechen, wird der Mensch zum Gegenüber, der auf Augenhöhe angesprochen wird. Das ist kein Sklave, dem man einen Befehl erteilt.

 

Interessanterweise bekommen an diesem Tag nur die Menschen den Auftrag, sich zu vermehren.

 

 

 

 

bearbeitet von Higgs Boson
Geschrieben
vor 14 Stunden schrieb Higgs Boson:

Was ich noch dazu sagen möchte, all denen, die vielleicht schon den 2. Schöpfungsbericht nahen sehen:

[...]

Wieviele Menschen sind es?

Der Text lässt die Anzahl offen.

 

Wunderbare Idee. Gefällt mir. 
Aber beim "seid fruchtbar und mehret euch" schleicht sich doch wieder das Einzelpärchen in die Vorstellung, in meine jedenfalls. Bilder, die man einmal im Kopf hat ...

 

Geschrieben (bearbeitet)

Ich weiß nicht, ob wir es schon hatten:

 

Tag 1: Gott teilt Licht von Finsternis => Tag 4: Gott macht die Himmelslichter

 

Tag 2: Gott teilt Land und Meer => Tag 5: Gott lässt Fische wimmeln und Vögel fliegen (wobei die Vögel wohl die Bewohner des Wassers oben sind?)

 

Tag 3: Gott lässt Grünzeug wachsen => Tag 6: Gott erschafft das Landviehzeug inkl. Mensch.

 

3 Räume, 3 Füllungen

bearbeitet von Flo77
Geschrieben
vor 23 Minuten schrieb Flo77:

Tag 1: Gott teilt die Wasser durch das Firmament

 

Nö. Macht er an Tag 2. 

Geschrieben
vor 20 Minuten schrieb Weihrauch:

 

Nö. Macht er an Tag 2. 

Stimmt, aber die Konjunktion stimmt immer noch.

Geschrieben
vor 47 Minuten schrieb Flo77:

Tag 1: Gott teilt Licht von Finsternis => Tag 4: Gott macht die Himmelslichter

 

Ich weiß nich so recht. Das erste ist doch keine Schaffung des Raumes. 

 

Tag 2. Gott macht den Himmel/Firmament > Tag 4: Füllt diesen Raum mit den Himmelslichtern.

 

Aber wie geht es dann weiter?

 

Geschrieben
Am 21.8.2026 um 22:04 schrieb johannes12:

24 Dann sprach Gott: Die Erde bringe Lebewesen aller Art hervor, von Vieh, von Kriechtieren und von Wildtieren der Erde nach ihrer Art. Und so geschah es. Mose 1,24

 

Dann sprach Gott: - ...

 

Die Erde bringe Lebewesen aller Art hervor, - ... die Erde soll Lebewesen aller Art hervorbringen  ... weist diese Aussage darauf hin, daß jedes chemische Element aus denen alle Lebewesen bestehen hat die Erde auch?

 

von Vieh, - welche Tieren gehörten zu Vieh?

 

von Kriechtieren - einigermaßen verständlich was für Lebewesen gehörten dazu ...

 

und von Wildtieren - sofort kommen Assoziationen hoch - wenn es Wildtieren gab, dann sollten es auch Haustiere geben ...

 

der Erde - die lebten und sich bewegten auf der Ede - nicht in der Luft oder im Wasser ... ?

 

nach ihrer Art. - ...

 

Und so geschah es. - weil Gott sprach ....

25 Gott machte die Wildtiere der Erde nach ihrer Art, das Vieh nach seiner Art und alle Кредитора auf dem Erdboden nach ihrer Art. Gott sah, dass es gut war. 1 Mose 1,25

 

Das was Gott beschlossen hat (Vers 24), führte Er auch aus (Vers 25).

Geschrieben

Das Verb RDH, das für die Herrschaft des Menschen verwendet wird, ist das Verb, mit denen die Macht eines altorientalischen Herrschers beschrieben wird, mit der dieser über seine Untertanen herrscht.

 

In Enuma elisch dagegen ist es Aufgabe der Menschen, den Göttern zu dienen.

 

Diese Erkenntnis hat mich mal eine Eins in einer Seminararbeit in AT gekostet (weil ich sie eben nicht hatte), verbunden mit der Bemerkung, wir wären auch der schlimmste Hebräischkurs gewesen, den der Professor je gehabt hätte.

 

Die Tatsache, dass ich meinen Sitznachbarin später geheiratet habe, hat ihn wenig beeindruckt.

Geschrieben

Sechster Schöpfungstag, zweite Bedeutungsebene

 

In vielen Schöpfungsmythen geht es gewaltsam zu. Ob in dem hier öfter schon erwähnten Enuma elisch oder im Atrahasus-Epos, ob in nordischen Sagen oder den Mythen der Maori, überall fließt Blut. Anders die Beschreibung der Schöpfung in der Tora. Kein Götter- oder Menschengemetzel, alles läuft friedlich ab im ersten Mythos. Und auch im zweiten sehr lange, wenn man von der Erschaffung Evas aus einer Rippe einmal absieht. Aber immerhin geschieht das unter Vollnarkose. Erst bei der Frage, ob dem Schöpfer gegrillte Lammkoteletts als Opfer lieber sind als eine Portion gebackene Bohnen kommt es zu Mord und Totschlag. Gott wollte Koteletts, zum Ärger aller Veganer. Aber da sind wir noch lange nicht.

 

Den wunderbar friedlichen biblischen Schöpfungsmythos kann man sinnbildlich lesen, als Symbolgeschehen. Mir ist eine der möglichen Deutungen dieser Art sympathisch. Gelesen habe ich sie in einem der Bücher der Ärztin und Psychotherapeutin Veronica Gradl. Sie sieht, grob skizziert, die Menschheit immer noch auf dem Weg vom sechsten zum siebten Schöpfungstag, als wanderndes Gottesvolk hin zu einer Seinsweise, die von Liebe bestimmt ist und von Verstehen.

 

Nach Gradl gibt es – das nur kurz noch vorweg – zwei Zugänge zum Erkennen der Welt. Der eine ist der rationale, der auf Beobachtung und Fakten beruht. Sie nennt ihn den griechischen, den Ich-Es-Bezug zur Welt. Der andere ist der Ich-Du-Bezug, das Denken in Beziehungen, in Träumen und Bildern, sie nennt es die jüdische Weise der Welterkenntnis. Diese Formulierungen gehen auf Martin Buber zurück. Paulus hat es im 1. Korintherbrief formuliert: „Sintemal die Juden Zeichen fordern und die Griechen nach Weisheit fragen …“ Wenn diese beiden Arten der Welterkenntnis sich kreuzen, sagt Gradl, entstehe eine neue Art, die Welt zu verstehen. Sie nennt es Symbol-Denken.

 

In ihrem Buch „Prat“ sieht Veronica Gradl in dem Text zum sechsten Schöpfungstag, dem „Tag der Tiere“, an dem auch „das besondere Tier Mensch als Beziehungs-Doppelwesen“ geschaffen wird, eine zweite Bedeutungsebene. Eine innermenschliche, sie spricht vom „Garten Eden in unseren Köpfen“. Die einzelnen Weisungen, die Gott den Menschen mit auf den Weg gibt, ließen sich dann so verstehen (ich kürze ihre Texte und formuliere sie für mein Verstehen um):

Seid fruchtbar in eurer lebendigen Seele, wie der Baum, von dem der 1. Psalm spricht, der am Wasser gepflanzt ist und seine Frucht bringt zu seiner Zeit. Die Frucht des Menschen ist das, was jemand aus dem guten Schatz seines Herzens hervorbringt.

Und mehret euch an seelischer Substanz, an Kraft des Herzens und an Wirklichkeit gelebten Lebens, die aus Liebe besteht.

 

Und füllet die Erde, „diese kleine Erde eurer Leiber“, mit Gedanken voll Sinn, mit Erinnerungsbildern, „nach innen genommen in Anteilnahme, gehütet in Aufmerksamkeit“, damit die innere Erde voll sei von Seele „und schwer von der heiligen Wirklichkeit eures Liebhabens“.

 

Und macht sie euch untertan, „diese eure kleine Erde Leib“. Das hebräische Wort dafür bedeute auch „tretet darauf“, das mache aber keinen Unterschied. Ein sinnerfülltes Leben, in dem das animalische Erleben dem geistigen Erleben untertan ist, sei die Erde im Garten Eden, sei Fundament, um „mit den Füßen der Seele fest auf geliebter Wirklichkeit“ zu stehen.

 

Und herrscht über die Fische im Meer eures Unbewussten. Mit den Fischen seien die noch unbewussten lebendigen Inhalte gemeint, die „aus dem Urmeer des Psychischen ins Bewusstsein drängen“ und die nicht irgendwie zu Taten werden sollen, sondern bewusst und kontrolliert, denn der Mensch habe Verantwortung für sein Tun.

 

Und über die Vögel unter dem Himmel – diese Vögel sieht Gradl als ein Bild für die Möglichkeitsvorstellungen und Entwürfe der Zukunft, „die euch aus dem Ungewordenen anfliegen“, unter dem Bewusstseinshimmel von Eden. Wie bei den Fischen gilt: Auch diese Vogel-Botschaften dürfen nicht „irgendwie im Ich-Land eurer Tatkraft fußfassen“, sondern nur in der Verantwortung über gut und böse.

 

Und über alles Getier, das auf Erden kriecht – das sind die Instinkte und Antriebe. „Die Raubtierkräfte der Wut und die Esels-Zähigkeiten des Eigensinns, der dumpfe Ochse Geduld und die blökende Herde der Wünsche.“ Und auch „die gut-böse Weisheits-Täuschungs-Schlange des Begehrens“ – Begehren meint hier den Wunsch nach Wachstum und Verwandlung, nach Häutungen der Persönlichkeit. Besonders dieser Schlange müsse man „den rechten Frieden vorschreiben“.

 

Es folgen in dem Buch noch die Deutungen der weiteren göttlichen Weisungen, bis Vers 30. Das lasse ich erst einmal weg.

 

Veronica Gradl fasst ihr Verständnis der Weisungen Gottes am sechsten Schöpfungstag so zusammen:

Seid fruchtbar an Zukunft
Und mehret euch im Geist der Wahrheit und der Erkenntnis, der niemals in Einem allein ist, sondern „in euch und zwischen euch“ wohnt;

und füllet die Erde mit der neuen Wirklichkeit, die „das Reich“ heißt, weil darin alle Menschen vor der Liebe gleich, und in der Wahrheit verbunden sind, und alles Verborgene offenbar liegt.

Und machet sie euch untertan: Alles, was „Erde“ ist, lasst beherrscht sein vom „Geist“, in euch und zwischen euch,

damit die Erde, mit euch und allen Tieren, das „heilige Tier“ sei: Als ein Ganzes lebendig.

 

Geschrieben (bearbeitet)
vor 15 Stunden schrieb Flo77:

Ich weiß nicht, ob wir es schon hatten:

 

Tag 1: Gott teilt Licht von Finsternis => Tag 4: Gott macht die Himmelslichter

 

Tag 2: Gott teilt Land und Meer => Tag 5: Gott lässt Fische wimmeln und Vögel fliegen (wobei die Vögel wohl die Bewohner des Wassers oben sind?)

 

Tag 3: Gott lässt Grünzeug wachsen => Tag 6: Gott erschafft das Landviehzeug inkl. Mensch.

 

3 Räume, 3 Füllungen

 

Danke, für Deinen Einwurf und zwar wegen der Finsternis.

 

Die Finsternis über dem Klabumms ist unbestimmt. Und es war irgendwie doof zu übersetzten. Weil das Deutsche da keine einheitlichen Regeln hat. Hat mich gestern nochmal geärgert, weil ich gerade dabei bin meine ganzen hebräischen Einlassungen zu sortieren. Unbestimmt kann zweierlei bedeuten: Wirklich unbestimmt und allgemein, oder Eigenname. Was damit gemeint ist, muss sich im weiteren Verlauf klären. Durch einen Akkusativ zum Beispiel. In jedem Fall durch den bestimmten Artikel ha

we’ha’arez hayeta tohu wa’bohu we’choschech al’pane tehom we’ruach elohim merachepet al’pane ha’majim

 

Das ist nochmal Vers 2 in Lautschrift. Land und Wasser sind bestimmt, wie auch Himmel und Land in Vers 1, das ist nicht zu diskutieren. Land, Wasser, Himmel sind keine Eigennamen, keine Personen, soviel ist sicher. Elohim wird durchgehend wie ein Eigenname behandelt. Doch auch hier wäre grundsätzlich ein sprachliches Spiel möglich. Eigenname = eine Person, allgemein, kann auch eine andere 'Person' sein.


tohu wa’bohu unbestimmt, Person möglich

choschech Finsternis, Person möglich

tehom Abgrund, Person möglich

ha’majim Wasser, keine Person

 

Dann macht Gott Licht (Person möglich), das er dann im Verlauf von der Finsternis, keine Person (mehr?) scheidet. 

 

Wa’yar elohim et’ha’or ki’tov wa’yabdel elohim ben ha’or u’ben ha’choschech

 

ha’choschech  die Finsternis, bestimmt, keine Person (mehr?)

ha’or das Licht, bestimmt, keine Person (mehr?)

 

Alles außer Gott bestimmt, das heißt, keine Eigennamen (mehr). Das kann durchaus, ein Seitenhieb auf abgelehnte Götter (Eigennamen) sein, den nur versteht, wer sich die Mühe macht, den Text grammatikalisch aufzurollen. Das ist nämlich nicht übersetzbar, ohne den Leser auf genau diesen Seitenhieb festzulegen. 

 

Das wäre mir nicht aufgefallen, wenn ich bei der Erschaffung des Menschen nicht das gleiche Problem gehabt hätte. Mensch, Eigenname, Menschheit? Kommt Adam heimlich still und leise durch die Blume schon als, wie nennt @Weihrauch das im ersten Schöpfungbericht als Sprungmarke (?) vor? Das weiß man nicht. Der Text lässt das tatsächlich offen und es ist nicht meine Sache, das zu beurteilen. Das ist nur absolut hässlich zu übersetzen (was ich eh nicht wollte), weil da ein Doppelsinn versteckt sein kann.

Wenn man davon ausgeht, dass die Text durch eine Redaktion gegangen sind, spielt die Absicht des ursprünglichen Autors und seine zeitliche Verortung keine Rolle! Aber eine redaktionelle Verschwörungstheorie, die eines Dan Brown würdig ist.

 

Das kann man mit allen geschaffenen der letzten Tagen machen. Ist es erst unbestimmt, Person möglich, dann bestimmt, kein Eigennamen? Bis man einen Verfolgungswahn bekommt. Ich liebe sowas

 

Das hat mir zwar Nächte meines Lebens gekostet, aber das war es wert.

 

Die grammatikalische Grundlagen habe ich gestern noch zusammengefasst, und heute kommt @Flo77 mit einem unerwarteten Querschuss und ich verstehe, was @Weihrauch die ganze Zeit gemeint haben könnte.

bearbeitet von Higgs Boson

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