Kara Geschrieben Donnerstag um 13:14 Melden Geschrieben Donnerstag um 13:14 vor 16 Minuten schrieb Werner001: Was macht denn das AT aus christlicher Sicht eigentlich „heilig“? Es offenbart uns - genau wie das NT - das Wesen Gottes. Und ja, auch ein Buch wie Levitikus tut das. Zitieren
Kara Geschrieben Donnerstag um 13:16 Melden Geschrieben Donnerstag um 13:16 Abgesehen davon, dass es Menschen geben soll, die über das Alte Testament überhaupt erst zu Jesus finden. Zitieren
Flo77 Geschrieben Donnerstag um 13:36 Melden Geschrieben Donnerstag um 13:36 vor 5 Minuten schrieb Kara: Es offenbart uns - genau wie das NT - das Wesen Gottes. Und ja, auch ein Buch wie Levitikus tut das. Äh - Marcian würde das ziemlich anders beantworten, auch wenn seine Argumentation in meinen Augen nicht hält. Was das AT selbst über Gott und Gottesbeziehungen aussagt, ist etwas ziemlich anderes als das, was durch das NT in das AT hineingelesen wird. Rorros Ansatz, die Rezeption wichtiger zu nehmen als die Autorenabsicht ist zwar eine Möglichkeit an den Text heranzugehen - ich empfinde es als Vergewaltigung eines Textes. Dann lieber umschreiben oder neuschreiben. Aber dieses "ich verstehe das aber so" und dabei entscheidende Faktoren der Geschichte zu ignorieren, hat für mich etwas unehrliches. Wobei es schon Ironie der Geschichte ist daß die Episode über Sodom und Gomorrah aus heutiger Sicht problematisch bleibt, egal ob man die "alt-israelitische" Lesart anwendet oder die "christliche". Noch unehrlicher finde ich es allerdings, einen lebendigen Prozess wie den einer Textrezeption einzufrieren, wie es die Kirche versucht (hat) und was zu dem Korsett führt in das sich die Katholische Theologie heute zwingen muss (mal außen vor gelassen, daß etliche primäre Stangen dieses Korsetts nur mit Müh und Not aus dem Text abgeleitet werden können). Mich von den Texten ansprechen zu lassen ist das eine. Elementare Aussagen des Textes ignorieren zu müssen, weil bestimmte Teile nicht frei gelesen werden DÜRFEN macht es zu einer für mich völlig unfruchtbaren und langweiligen Übung (weshalb ich die Schrift auch irgendwann totlangweilig fand, weil doch eh alles im Katechismus steht). Und ja, das Buch Leviticus soll eine theologische Offenbarung sein - wenn man es für sich liest - aber die Kirche hat dieses Buch doch höchstens noch dabei, weil es dummerweise in der Septuaginta stand, aber nicht, weil die Bundestheologie für ihre eigene irgendwie relevant wäre. Das Gesetz, das Gesetz, Quelle aller Sünde... 1 Zitieren
Weihrauch Geschrieben Donnerstag um 13:48 Melden Geschrieben Donnerstag um 13:48 613 Gesetze da, wie viele Gesetze stehen eigentlich im CIC? Zitieren
Flo77 Geschrieben Donnerstag um 13:57 Melden Geschrieben Donnerstag um 13:57 (bearbeitet) vor 17 Minuten schrieb Weihrauch: 613 Gesetze da, wie viele Gesetze stehen eigentlich im CIC? 613 von denen ein Großteil überhaupt nicht mehr ausgeführt werden kann, mangels Tempel in Jerusalem. Der CIC hat über 1.700 Canones, wobei nicht jeder Canon ein eigenes Gesetz abbildet. Das Gegenstück zu den 613 Mitzwoth wäre ohnehin eher was an Geboten im Katechismus steht. Ohne nachgezählt zu haben, schätze ich das sind weniger, weil viele geistliche/religiöse Übungen nicht festgeschrieben sind, sondern eher lokalem Brauchtum entspringen. Edit: Die Mitzwoth und die Katholische Moraltheologie sind nicht 1:1 vergleichbar. Die Moraltheologie geht nicht von einzelnen Pflichten der Gläubigen aus, sondern von "Grundprinzipien". Z.B. gehören zu "Du sollst nicht ehebrechen" im Grunde 1 Gebot und 7 Verbote. Eine Liste wie die Mitzwoth würde hier acht einzelne Positionen nennen, während die Moraltheologie nur das Obergebot nennt und den Rest als quasi mitgenannt annimmt. bearbeitet Donnerstag um 14:09 von Flo77 Zitieren
Weihrauch Geschrieben Donnerstag um 14:01 Melden Geschrieben Donnerstag um 14:01 Ist die Beschneidung noch ein Grund Christ zu werden? Ich frage für einen Freund. Zitieren
Flo77 Geschrieben Donnerstag um 14:10 Melden Geschrieben Donnerstag um 14:10 vor 9 Minuten schrieb Weihrauch: Ist die Beschneidung noch ein Grund Christ zu werden? Ich frage für einen Freund. Für mich war sie ein Grund kein Jude zu werden (also nicht meine eigene, sondern das Konzept), aber worauf willst Du hinaus? Zitieren
Weihrauch Geschrieben Donnerstag um 14:16 Melden Geschrieben Donnerstag um 14:16 In der Apg und dem Apostelkonzil schien es mir immer so, dass da das Kind mit dem Bade ausgeschüttet wurde, also die Vorhaut mit den 613 Gesetzen - oder war's umgekehrt? - und heute das Kind mit dem Taufbecken. Ich frage mich halt, ob die Kirche mittlerweile schon gesetzlicher geworden ist, als das Judentum. Scheint aber nicht klar gegeneinander abzählbar zu sein. Zitieren
Flo77 Geschrieben Donnerstag um 14:26 Melden Geschrieben Donnerstag um 14:26 vor 5 Minuten schrieb Weihrauch: In der Apg und dem Apostelkonzil schien es mir immer so, dass da das Kind mit dem Bade ausgeschüttet wurde, also die Vorhaut mit den 613 Gesetzen - oder war's umgekehrt? - und heute das Kind mit dem Taufbecken. Ich frage mich halt, ob die Kirche mittlerweile schon gesetzlicher geworden ist, als das Judentum. Scheint aber nicht klar gegeneinander abzählbar zu sein. Die Kirche hat zwar ihre 17 Gebote, 14 barmherzige Werke, 3 gute Werke usw. aber ihre Verbindlichkeit ist eine andere. Beten, Fasten und Almosengeben z.B. zählen zu den Dingen, die empfohlen sind, aber sie haben nicht den "Gesetzescharakter", den die Mitzwoth haben. Zitieren
Weihrauch Geschrieben Donnerstag um 15:03 Melden Geschrieben Donnerstag um 15:03 vor 24 Minuten schrieb Flo77: Die Kirche hat zwar ihre 17 Gebote, 14 barmherzige Werke, 3 gute Werke usw. aber ihre Verbindlichkeit ist eine andere. Das scheint mir etwas untertrieben zu sein, so oft wie der CIC hier zitiert wird, wenn auch viele (?) dieser Gesetze sich nicht auf das Leben im Alltag der Gläubigen beziehen, aber das ist im AT ja auch nicht so. Beim Synodalen Weg geht es aber auch um die Änderung von Gesetzen, und wie das oft so ist, wirkt sich eine Gesetzesänderung unter umständen auf viele Gesetze aus ... Zitieren
Flo77 Geschrieben Donnerstag um 15:14 Melden Geschrieben Donnerstag um 15:14 vor 8 Minuten schrieb Weihrauch: Das scheint mir etwas untertrieben zu sein, so oft wie der CIC hier zitiert wird, wenn auch viele (?) dieser Gesetze sich nicht auf das Leben im Alltag der Gläubigen beziehen, aber das ist im AT ja auch nicht so. Beim Synodalen Weg geht es aber auch um die Änderung von Gesetzen, und wie das oft so ist, wirkt sich eine Gesetzesänderung unter umständen auf viele Gesetze aus ... Moment, der CIC hat eine völlig andere Funktion als die Mitzwoth. Der CIC gibt vorallem die Regeln vor, wie der Klerus zu arbeiten hat. Für die Gläubigen gibt es da erstaunlich wenig zu finden. Die Mitzwoth sind aber eher ethische und religiöse Pflicht der Gläubigen und die steht im KKK. Zitieren
Weihrauch Geschrieben Donnerstag um 15:42 Melden Geschrieben Donnerstag um 15:42 vor 14 Minuten schrieb Flo77: Moment, der CIC hat eine völlig andere Funktion als die Mitzwoth. Das mag sein, da kenne ich mich auch überhaupt nicht aus. Sicher ist es unpräzise wenn ich im Christentum da von Gesetzen spreche, und damit den ganzen Papierkram der Kirche im Blick habe. Sorry für das Wort Papierkram, aber jedes andere Wort, wird wieder auf die Waagschale gelegt werden, weil dieses eine andere Wertigkeit hat als jenes und dann geht es wieder von einem Detail zum nächsten Detail und der ganze Gish-Galopp dreht sich wieder im Kreis, man kommt vom Hundertsten zum Tausendsten und nie an ein Ende. Gefühlt kommt mir mittlerweile das Christentum viel gesetzlicher vor als das Judentum, zumindest wie es mir im AT begegnet - ohne das ganze andere jüdische Schrifttum, über das ich kaum etwas weiß. Aber der Grundgedanke, der im Apostelkonzil nachzulesen ist, der scheint mir Schnee von gestern zu sein. Das ist ja verständlich, dass sich das so entwickelt, aber es hat eben auch seinen Preis, wenn da keiner mehr wirklich durchzublicken scheint und sich selbst die Fachleute streiten, oder nur noch die wahren Fachleute durchblicken. Zitieren
Weihrauch Geschrieben Donnerstag um 16:08 Melden Geschrieben Donnerstag um 16:08 vor 42 Minuten schrieb Flo77: Der CIC gibt vorallem die Regeln vor, wie der Klerus zu arbeiten hat. Für die Gläubigen gibt es da erstaunlich wenig zu finden. Das mag sein, aber über die Bande von Klerikern wirken sich doch viele Gesetze indirekt auf die Gläubigen aus. Wenn die Frauenweihe verboten ist, werden halt nur Männer geweiht und Frauen nicht. Wenn nur Bischöfe entscheiden dürfen, dürfen es die Gläubigen nicht. Wenn nur der Klerus die Macht in der Kirche hat, dann die Gläubigen eben nicht usw. Diese ganzen Spitzfindigkeiten die im anderen Thread eben zur Ehe vorgebracht wurden, haben ja vor allem für die Gläubigen Auswirkungen. "Bis dass der Tod euch scheidet" aaaaber, formal, gültig, annuliert, Christus ist in diesem Fall dabei gewesen, in jenem Fall aber nicht, dann aber doch wieder wenn das zutrifft, und jenes nicht dagegen spricht ... ??? Zitieren
Flo77 Geschrieben Donnerstag um 16:18 Melden Geschrieben Donnerstag um 16:18 Gerade eben schrieb Weihrauch: Das mag sein, aber über die Bande von Klerikern wirken sich doch viele Gesetze indirekt auf die Gläubigen aus. Wenn die Frauenweihe verboten ist, werden halt nur Männer geweiht und Frauen nicht. Wenn nur Bischöfe entscheiden dürfen, dürfen es die Gläubigen nicht. Wenn nur der Klerus die Macht in der Kirche hat, dann die Gläubigen eben nicht usw. Diese ganzen Spitzfindigkeiten die im anderen Thread eben zur Ehe vorgebracht wurden, haben ja vor allem für die Gläubigen Auswirkungen. "Bis dass der Tod euch scheidet" aaaaber, formal, gültig, annuliert, Christus ist in diesem Fall dabei gewesen, in jenem Fall aber nicht, dann aber doch wieder wenn das zutrifft, und jenes nicht dagegen spricht ... ??? Die ganzen Details zur Eheschließung sind immer nur dann interessant, wenn eine Ehe eingegangen werden soll, bei der entweder ein Nichtkatholik geheiratet werden soll, oder aber eine erneute Ehe angestrebt wird (manche lernen's ja nie). In der Praxis einer Ehe ist die Gültigkeit (die bis zur Feststellung des Gegenteils immer vorausgesetzt wird) schlicht nicht von Belang. Die vier "Pflichten" der Eheleute lassen sich schnell zusammenfassen: - einander ganz annehmen - die eheliche Keuschhalt halten - die Kinder im Glauben erziehen (bei gemischten Paaren stimmt der nicht-katholische Partner vorher zu, daß er den anderen nicht hindert) - Hauskirche sein Und wo Christus dabei ist oder nicht, ist eine völlig andere Frage, die weder von dem einen noch dem anderen berührt wird. Was die Sakramentalität angeht, so hat diese - wenn ich mich richtig erinnere - auch nur in dem Moment Relevanz, in dem es um die Aufhebung dieser Ehe geht. Zitieren
Weihrauch Geschrieben Donnerstag um 17:40 Melden Geschrieben Donnerstag um 17:40 vor einer Stunde schrieb Flo77: Die ganzen Details zur Eheschließung sind immer nur dann interessant, wenn eine Ehe eingegangen werden soll, bei der entweder ein Nichtkatholik geheiratet werden soll, oder aber eine erneute Ehe angestrebt wird (manche lernen's ja nie). Da war doch was, von zwei Protestanten in einer Ehe, die dann keine mehr ist, wenn einer von beiden katholisch wird, oder es auch nur wünscht, oder was weiß ich, ich kapier dann halt nicht, was eine christliche Ehe sein soll. Also ja, offensichtlich lerne ich das nie. Zitieren
atheist666 Geschrieben Donnerstag um 18:01 Melden Geschrieben Donnerstag um 18:01 vor 17 Minuten schrieb Weihrauch: Da war doch was, von zwei Protestanten in einer Ehe, die dann keine mehr ist, wenn einer von beiden katholisch wird, oder es auch nur wünscht, oder was weiß ich, ich kapier dann halt nicht, was eine christliche Ehe sein soll. Also ja, offensichtlich lerne ich das nie. Protestanten sind ja auch keine Katholiken, sondern nur Schismatiker. Und so, wie Eheschließungen von FSSPX nicht anerkannt werden, gilt dies auch für andere Ketzerehen. Zitieren
Wunibald Geschrieben Donnerstag um 18:39 Melden Geschrieben Donnerstag um 18:39 vor 2 Stunden schrieb Weihrauch: Das mag sein, aber über die Bande von Klerikern wirken sich doch viele Gesetze indirekt auf die Gläubigen aus... Ist die Rede von dem Band oder von der Klerikerbande? Das lässt mich ratlos zurück. 1 Zitieren
Weihrauch Geschrieben Donnerstag um 18:59 Melden Geschrieben Donnerstag um 18:59 Oh sorry, das hatte ich nicht im Sinn. Über Bande wie beim Billiard hatte ich im Sinne, also indirekt. Jetzt sehe ich es auch, wie man das missverstehen kann. So war es nicht gemeint. Zitieren
iskander Geschrieben Donnerstag um 19:50 Melden Geschrieben Donnerstag um 19:50 vor 50 Minuten schrieb Weihrauch: Oh sorry, das hatte ich nicht im Sinn. Über Bande wie beim Billiard hatte ich im Sinne, also indirekt. Jetzt sehe ich es auch, wie man das missverstehen kann. So war es nicht gemeint. Ich denke, er hat sich einen Scherz erlaubt - Du hast Dich schon verständlich ausgedrückt. Zitieren
rorro Geschrieben Donnerstag um 20:09 Melden Geschrieben Donnerstag um 20:09 (bearbeitet) vor 6 Stunden schrieb Weihrauch: Klar, war bei mir doch auch so, als ich noch katholisch war, bzw. katholisch glaubte, bzw. mich der katholischen Gruppe von Menschen zugehörig fühlte. Keine Einwände soweit. Das ist allerdings in sich widersprüchlich, denn diese Gruppe ist natürlich der massive kulturelle Einfluss der katholischen Gruppe von Menschen, der auf dich und mich einwirkte. Du schließt also von deiner Biographie auf eine Allgemeinheit für die das in dieser Allgemeinheit nicht zutrifft, weil dort andere heilige Schriften als massive kulturelle Einflüsse relevant sind. Damit weichst du dieses dein Argument auf: Jeder beim Synodalen Weg kann ja glauben, was er will, aber das ist dann nicht katholisch. Das gilt dann für die Piusbrüder, die Manichäer, Tertullian, Luther, die Zeugen Jehovas und die Muslime auch, und sie sind nicht mehr Teil dieser deiner Gruppe, wenn sie nicht jedes Iota des katholischen Lehramtes schlucken. Da geht es dann um den Gehorsam der kath. Institution gegenüber, nicht mehr um den Glauben derer die sich lose dem Christentum zugehörig fühlen. Gehorsam und Glaube können zwei paar Stiefel sein. Glaube wird dadurch zu einer leeren Worthülse, dass dein Glaube in einer anderen Liga spielt als der Glaube anderer Menschen. Kannst du ja so sehen, dass die Interpretation und Rezeption der Bhagavad Gita durch die Hindus nicht heilig ist, oder die des Tanach durch die Juden, oder des Koran durch die Muslime. Dann ist Glaube bei denen eine leere, unheilige Worthülse und bei der kath. Kirche hat er einen durch die Heiligkeit gesteigerten Wert, um nicht zu sagen, dass Glaube katholisch besser ist, oder wertvoller ist als bei Hindus, Juden und Muslimen. Dieses Spielchen von Relativierung und Hochstilisierung eines Begriffes hatten wir doch vorhin schon. Das können wir jetzt nach dem Wissen und dem Glauben noch mit einer Vielzahl von Begriffen durchexerzieren, ad nauseam, mit immer dem selben Resultat. Du bist offenbar ganz anders aufgewachsen als ich. Schon biographisch gab es bei mir keinerlei Anlaß, mich je als "besser als" zu fühlen und meine Identität dadurch über andere zu stellen. Als Deutscher, der ich nun einmal bin, tue ich das ja auch nicht (zumal ich schon gerne in anderen Ländern gelebt habe). Man kann natürlich die ganze "Religionschose" so sehen, daß jeder menschliche Versuch der Zuschreibung zu Gott von wasauchimmer gleichwertig weil gleich falsch und eben menschlich bruchstückhaft ist. Das kann man so sehen (wenn der Satz davor nicht zu verschwurbelt war). Das schließt aber eben eine Offenbarung Gottes a priori aus. Wie gesagt - kann man so sehen. Man darf es aber auch anders sehen. Und ich mag es prinzipiell nicht, wenn alle Ansichten dadurch gleichsam gesellschaftlich "entschärft" werden, in dem man ein puddingartiges "wirglaubendochalledasselbe" darüber gießt. Nein, tun wir nicht. Es gibt essentielle bis weniger essentielle Unterschiede. Und der Mensch zeichnet sich mit einem gewissen Reifegrad dadurch aus (wozu der RU als Lernort eigentlich perfekt wäre, aber da gibt's bis heute Pudding, zumindest in NRW!), daß der Andere als anders wahrgenommen, geschätzt und christlich geliebt wird. Das paulinische "einer schätze den anderen höher als sich selbst" (Phil 2,3) hat keine Grenzen in Kirche, Religion, Nation oder was anderem. Du hast Identität womöglich (so klingt es, ich kann daneben liegen!) als vor allem abgrenzend erlebt. Als "wir sind nicht wie die da". Das ist nicht mein Leben gewesen und wird es hoffentlich nie. Ich erlebe es übrigens im Netz häufiger, gerne auch in religiöser "Apologetik", wenn die eigene Identität durch "Abgrenzung von" verkauft wird - meistens wird der andere, von dem man sich abgrenzen will, auch noch falsch dargestellt. Bleibt ja nicht aus... bearbeitet Donnerstag um 20:10 von rorro Zitieren
iskander Geschrieben Donnerstag um 20:46 Melden Geschrieben Donnerstag um 20:46 (bearbeitet) vor 7 Stunden schrieb Kara: Es offenbart uns - genau wie das NT - das Wesen Gottes. Und ja, auch ein Buch wie Levitikus tut das. Man kann das natürlich so sehen - vor allem, wenn man einen Zugang hat, wie @rorro ihn weiter oben beschrieben hat. Oder einen wie Theologen, die sagen, dass die Menschen ihre Erfahrungen mit Gott aus ihrer damaligen Perspektive aufgeschrieben haben, mit allen möglichen menschlichen Verzerrungen. Aber der Gott, dem man in erheblichen Teilen des AT begegnet, wenn man sie einfach mal so stehen lässt, wie sie sind, dürfte den meisten Christen eigentlich schon sehr fremd sein. Er ist körperlich, ursprünglich ist er ein Gott unter Göttern, und er wird an einer Stelle sogar von einem anderen Gott besiegt. Der gütige Gott oder auch der "philosophische Gott" (Gott als das unendliche Sein usw.) haben mit vielen Stellen des AT wenig zu tun. Er tötet beispielsweise kleine Kinder als Strafe für die Vergehen der Eltern, und an vielen Stellen scheint ihm das menschliche Leben nicht viel zu bedeuten. Er neigt zum Jähzorn und zur Eifersucht. Um hier nur ein paar Worte von Thom Stark (Is God a Moral Compromiser?) stellvertretend für viele andere zu zitieren: "Yahweh said that he was slow to anger, and by that he meant that he waited a few minutes before striking his own covenant people with a plague, killing over fourteen thousand people in a matter of minutes, because they were upset with Moses because Korah, a man who objected to the hierarchical priesthood, arguing that all of Israel was equally holy to Yahweh (Num 16:3), was executed along with his whole family and everyone who stood beside him the day prior. For their protest against the killing of an Israelite with a good point, Yahweh immediately struck them with a lethal plague, and he would have obliterated the whole assembly, had not Moses and Aaron been more compassionate than Yahweh and rushed to intercede on behalf of the people. In Exodus 32, for a single episode of flirtation with an idol (which many scholars argue, historically speaking, wasn’t an idol at all but a pedestal for Yahweh, though the text presents it as an idol [...]), termines that he’s going to kill every last Israelite and start over with Moses. [...] Israel is only spared because, once again, Moses shows more sense than Yahweh, reminding Yahweh that he had made a covenant with Abraham et al., and that killing all of Israel would be a little rash. Yahweh comes to his senses, “repents” of his plot to commit genocide against his own people (32:14), but then strikes them with a plague anyway (32:35), just to remind Moses that he was still in charge. [...]" Laut dem Autor hat JHWH die typischen Charakter-Züge altorientalischer Schutzgötter, die wiederum erhebliche Ähnlichkeiten mit den damaligen Herrschern hatten: "All monarchs (Yahweh is a monarch here) made covenants with their people, in which they delivered to the people non-negotiable divine laws which were to be strictly obeyed, demanding complete loyalty, in return for protection, justice, prosperity, and general well-being. These are the components of all such covenants in the ancient Near East, and the divine laws were, literally, set in stone. The monarch is absolutely the “commander” who lays down the law, and the covenant people are absolutely the “commandees.” (2) Copan claims that this arrangement wasn’t, in Israel’s case, coercive, and that it didn’t override “the choices of human agents.” But what do you call it when a monarch kills, or threatens to kill, his subjects if they break loyalty? That’s called coercion. That’s the meaning of the “fear of Yahweh,” which has been watered down in popular modern Christianity to mean “reverence for God.” Yahweh was to be feared, not because he was wonderful, but because he was terrible! (He was to be praised for being wonderful, to be sure. But feared because he was terrible.) There is a two-fold basis offered for motivating obedience to Moses’ laws: so that it may go well with you (the promise of protection and prosperity), and so that you won’t have to watch your toddlers hacked to pieces or die from a plague [...]. The truth is, all ancient Near Eastern patron deities were jealous deities [...]. Any emotion that is attributable to human beings is also attributed to the ancient Near Eastern deities. All ancient Near Eastern deities promised protection and justice for the faithful, and calamity and suffering for the unfaithful. All ancient Near Eastern peoples were made to fear what might happen if they stopped sacrifices in their god’s temple, or worshiped another, rival nation’s god. [...] The “jealous god” is a pervasive ancient Near Eastern motif that reflects tribal contention [...]. Yes, Yahweh was a jealous god, and his jealousy was said to be for the well-being of his people—as with all the other deities. Yahweh was one jealous god among many." Wie gesagt: Man kann das alles irgendwie exegetisch auflösen. Aber wenn man ehrlich ist, muss man wohl aber so oder so sagen, dass die damalige Vorstellungswelt unserer heutigen Vorstellungswelt sehr fremd gworden ist, und dass dies auch für die jeweiligen religiösen Vorstellungsweelten gilt. Wenn ich die Evangelien lese, kann ich an vielen Stellen durchaus irgendwo verstehen, dass das Menschn berührt und etwas Bedeutendes, Großes oder sogar Erhabenes und - religiös gesprochen - Heiliges - empfinden. Beim AT gibt es auch solche Stellen, das bestreite ich gar nicht; aber vieles dort wirkt auf mich, wenn ich offen sein darf, weder besonders erhaben noch im positiven Sinne berührend - eher sehr archaisch. Das ist nicht einmal so kritisch gemeint, wie es vielleicht klingen mag. Die Menschen haben damals, in der Antike im Orient, eben in einer ganz anderen Welt gelebt als wir heute. bearbeitet Donnerstag um 21:13 von iskander Zitieren
Flo77 Geschrieben Donnerstag um 21:10 Melden Geschrieben Donnerstag um 21:10 vor 3 Minuten schrieb iskander: Beim AT gibt es auch solche Stellen, das besreite ich gar nicht; aber vieles dort wirkt auf mich, wenn ich offen sein darf, weder besonders erhaben noch im positiven Sinne berührend - eher sehr archaisch. Und Gott sei mir gnädig, aber das ist genau das, was ich von einer Religion erwarte und was mich am heutigen überphilosophierten Christentum, aber auch anderen Religionen so abschreckt. Religion ist nach meinem Verständnis nichts intellektuelles. Rorro beschrieb hier letztens seinen Weg in den Glauben ausgehend von der Erkenntnis/Gewissheit, daß Yeshua der Sohn Gottes und göttlich ist. Dieses Konzept ist jemandem wie mir vollkommen fremd. Ich brauche einen Gott der dreinschlägt, der tut, der präsent ist, der rabiat ist. Ich habe auch überhaupt kein Problem mit der Annahme der Existenz anderer Götter. Ich bin Monolatrist, nicht zwangsläufig Monotheist. Es scheint etwas kompliziert zu beschreiben, denn für mich ist Religion Teil unseres Menschseins und Teil unser Realität. Da wundert es mich überhaupt nicht, daß sich Gottesbilder verändern und Gotteserfahrungen anders erlebt werden. Aber das nimmt diesen Bildern nicht ihre Stärke oder ihr Gewicht. Zitieren
Wunibald Geschrieben Gestern um 05:02 Melden Geschrieben Gestern um 05:02 vor 10 Stunden schrieb Weihrauch: Oh sorry, das hatte ich nicht im Sinn. Über Bande wie beim Billiard hatte ich im Sinne, also indirekt. Jetzt sehe ich es auch, wie man das missverstehen kann. So war es nicht gemeint. vor 9 Stunden schrieb iskander: Ich denke, er hat sich einen Scherz erlaubt - Du hast Dich schon verständlich ausgedrückt. Bei solchen Vorlagen kann ich mich halt eben nicht beherrschen; nix für ungut. Zitieren
Chrysologus Geschrieben Gestern um 06:57 Melden Geschrieben Gestern um 06:57 vor 12 Stunden schrieb atheist666: Protestanten sind ja auch keine Katholiken, sondern nur Schismatiker. So wurden sie im CIC/1917 und davor behandelt, das gilt seit 1983 jedoch nicht mehr. Für Protestanten gilt die lateinische Rechtsordnung nicht, sie sind Angehörige einer nicht in Gemeinschaft mir Rom stehenden kirchlichen Gemeinschaft. Bis zum 1. Advent 1983 war die Rechtsfiktion so, dass jede Taufe in die römische Kirche hinein führt, der Täufling aber ggf. sofort Schismatiker wurde. Ab diesem Sonntag ist das anders. vor 12 Stunden schrieb atheist666: Und so, wie Eheschließungen von FSSPX nicht anerkannt werden, gilt dies auch für andere Ketzerehen. Das ist so nicht richtig. Protestanten unterliegen immer schon nicht der Formpflicht, damit heiraten sie in jeder beweisbaren Form gültig und sakramental. Führt zu anderen Problemen. Zitieren
Flo77 Geschrieben vor 23 Stunden Melden Geschrieben vor 23 Stunden vor 30 Minuten schrieb Chrysologus: Bis zum 1. Advent 1983 war die Rechtsfiktion so, dass jede Taufe in die römische Kirche hinein führt, der Täufling aber ggf. sofort Schismatiker wurde. Ab diesem Sonntag ist das anders. Verdammter Modernismus. 2 Zitieren
Recommended Posts
Join the conversation
You can post now and register later. If you have an account, sign in now to post with your account.