Weihrauch Geschrieben vor 2 Stunden Melden Geschrieben vor 2 Stunden (bearbeitet) Am 2.7.2026 um 22:09 schrieb rorro: Du bist offenbar ganz anders aufgewachsen als ich. Schon biographisch gab es bei mir keinerlei Anlaß, mich je als "besser als" zu fühlen und meine Identität dadurch über andere zu stellen. Als Deutscher, der ich nun einmal bin, tue ich das ja auch nicht (zumal ich schon gerne in anderen Ländern gelebt habe). Man kann natürlich die ganze "Religionschose" so sehen, daß jeder menschliche Versuch der Zuschreibung zu Gott von wasauchimmer gleichwertig weil gleich falsch und eben menschlich bruchstückhaft ist. Das kann man so sehen (wenn der Satz davor nicht zu verschwurbelt war). Das schließt aber eben eine Offenbarung Gottes a priori aus. Wie gesagt - kann man so sehen. Man darf es aber auch anders sehen. So sehe ich das aber nicht, das ist bloß der Strohmann, den du mir unterstellst. Ich sehe es so, dass jeder menschliche Versuch der Zuschreibung zu Gott von wasauchimmer gleichwertig weil gleich richtig ist. Das schließt eine Offenbarung Gottes weder a priori aus noch a priori ein. Dein Verweis auf die Bruchstückhaftigkeit impliziert allerdings schon wieder, dass ein bestimmter menschlicher Versuch der Zuschreibung zu Gott von wasauchimmer, richtiger (weniger bruchstückhaft) sei und alle anderen weniger richtig (viel bruchstückhafter). Ein Gott (Monotheismus) ist richtiger, viele Gottheiten (Polytheismus) ist weniger richtig. Weil sich Gott a priori (sic!) als ein einziger offenbart hat, ist alles andere Schrifttum keine Offenbarung. Das Wort Offenbarung impliziert ja auch schon wieder, dass es den gibt, der sich offenbart - also gibt es die anderen Gottheiten nicht. Wie gesagt - kann man so sehen, man kann es aber auch anders sehen. Du tust es also schon wieder, nur mit dem nächsten sprachlichen Dreh - und das Lehramt liefert solche Drehs in Hülle und Fülle, damit sich ihre Anhänger als was besseres fühlen können - inklusive mir früher als ich genau wie du katholisch war. Am 2.7.2026 um 22:09 schrieb rorro: Du bist offenbar ganz anders aufgewachsen als ich. Schon biographisch gab es bei mir keinerlei Anlaß, mich je als "besser als" zu fühlen und meine Identität dadurch über andere zu stellen. Der nächste Strohmann: Am 2.7.2026 um 22:09 schrieb rorro: Und ich mag es prinzipiell nicht, wenn alle Ansichten dadurch gleichsam gesellschaftlich "entschärft" werden, in dem man ein puddingartiges "wirglaubendochalledasselbe" darüber gießt. Tu ich ja nicht. Die anderen glauben auch, aber was anderes - wobei ich ihren Glauben nicht wie du bis zur Bedeutungslosigkeit relativiere und meinen Glauben zu der Wahrheit hochstilisiere. Ich weiß nicht ob es Gott gibt, du schon, weil du dein Wissen zur Wahrheit hochstilisierst, und alles andere Wissen zum bedeutungslosen Glauben relativierst. Nach den Vokabeln Wissen und Glaube, versuchst du das gleiche Spiel mit der nächsten Vokabel, diesmal mit "essentiell": Am 2.7.2026 um 22:09 schrieb rorro: Nein, tun wir nicht. Es gibt essentielle bis weniger essentielle Unterschiede. Und der Mensch zeichnet sich mit einem gewissen Reifegrad dadurch aus (wozu der RU als Lernort eigentlich perfekt wäre, aber da gibt's bis heute Pudding, zumindest in NRW!), daß der Andere als anders wahrgenommen, geschätzt und christlich geliebt wird. Das paulinische "einer schätze den anderen höher als sich selbst" (Phil 2,3) hat keine Grenzen in Kirche, Religion, Nation oder was anderem. Der Andere wird als anders wahrgenommen, geschätzt und christlich geliebt, aber der Katholizismus zeichnet sich durch einen gewissen Reifegrad aus. Reife ist besser als Unreife, und zwar in den essentiellen Unterschieden und nicht in den weniger essentiellen - was natürlich besser ist, als bei den Anderen (unreifen), die wir schätzen und christlich (sic!) lieben, wozu leider, leider auch gehören kann, sich unchristlich hassen zu lassen (lieben ist besser als hassen). Am 2.7.2026 um 22:09 schrieb rorro: Du hast Identität womöglich (so klingt es, ich kann daneben liegen!) als vor allem abgrenzend erlebt. Als "wir sind nicht wie die da". Nein, als Kind gar nicht. Was mir allerdings schon als Kind aufgefallen ist, war der Friede in der Messe, und die Streitereien der Leute unmittelbar danach, manchmal noch vor dem Kirchengebäude, spätestens ein paar Ecken weiter, wenn sich die Gemeinde zerstreute. Damals waren es ja noch viele die am Sonntag zu Fuß zur Kirche gingen. Auf dem Hinweg waren die Leute anders, frömmer, als auf dem Rückweg. Die Messe fing schon auf dem Hinweg an, endete aber abrupt an der Schwelle der Kirchentür. Das fiel mir als Kind auf, und ich wunderte mich sehr darüber. Was Identität ist, wusste ich damals noch gar nicht. Heute weiß ich natürlich, dass zur Gruppenidentität auch die Abgrenzung von den Anderen gehört, wobei die Anderen natürlich immer irgendwie besser sind, als man selbst. Darum will man so werden wie die Anderen und nicht so bleiben, wie man ist. bearbeitet vor 2 Stunden von Weihrauch Zitieren
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