Higgs Boson Geschrieben vor 7 Stunden Melden Geschrieben vor 7 Stunden Ich mache da jetzt einen neuen Thread auf, damit es den Wort für Wort und so nicht zerschießt. Es ging um Zirkelschlüsse. vor 11 Stunden schrieb SteRo: Ich argumentiere gar nicht. Was sollte mich also veranlassen wesensfremde Maßstäbe anzulegen? Der rechte Glaube kann nicht herbei argumentiert werden. Jedem passiert es, dass wir in einer Diskussion mit unserer Position nicht mehr weiterkommen. Die Reaktionen können persönliche Angriffe sein, die zur Sachlage nichts beitragen. Oder wir wechseln das Thema, oder oder oder. Auf einen besonderen Fall, der zu einem Dilemma bei der Verteidigung der eigenen Position führt, ist der Zirkelschluss. Dabei ist der Zirkelschluss wunderbar geeignet, mit Leuten mit denen man einer Meinung ist, sehr gut zu diskutieren. Er ist die vollkommene Basis für eine geschlossene Gruppe, die alle zusammen im Kreis laufen. Da funktioniert das. Und wenn sowas so gut funktioniert, sollte das einen irgendwie misstrauisch machen, die Dinge sind selten rund. Die Auflösung eines Zirkelschluss ist zum einen schmerzhaft, am Ende aber befreiend, weil endlich neue Gedanken und Perspektiven möglich sind, die vorher einfach nicht sichtbar waren. Die Sunk-Cost-Fallacy erklärt, warum viele lieber dabei bleiben. Und das ist ok. Manche Eiterbeule muss noch ein bisschen wachsen, bis sie sich öffnet. Aber was ist ein Zirkelschluss? Ganz grob gesagt, wenn das eine Erklärung (nach einigen weiteren Erklärungen) als Voraussetzung für die Erklärung dient. Der rechte Glaube: Der rechte Glaube, der zwingend notwendig ist, um nicht in die Hölle zu kommen. Eine Drohkulisse dient als Missionsbeschleuniger. (Zu dem Thema habe ich als freikirchliche Predigerin mal eine Predigt gehalte: Himmel oder Hölle. Letztere war mir Zeit meines Lebens suspekt. Dem habe ich mit klugen Worten durchaus Raum gegeben. Die Gemeinde war begeistert, man hat mich weder gesteinigt noch rausgeworfen) Woher kommt der rechte Glaube? Die Bibel / die Lehren der Kirche ist die Wahrheit Jesus ist Gottes Sohn, erlöst uns von der Beschneidung, der Hölle und dem ganzen Rest. Dazu man muss an ihn glauben. Das ist die Wahrheit. Warum sind die Aussagen über Jesus wahr, warum soll man an ihn glauben? Weil es in der Bibel steht / die Kirche lehrt. Warum sind die Aussagen der Bibel und der Kirche wahr? Weil die Bibel und Jesus es sagen. Und die Bibel / die Lehren der Kirche die Wahrheit sind. Kann sein, dass da noch ein paar weitere Zwischenschritte dazukommen, aber das Schema bleibt gleich. Die Begründung dreht sich im Kreis in der Hoffnung, dass man am Ende einer länglichen Diskussion den Anfang vergessen hat. Wenn Du eine andere Erklärung dafür hast, wo der rechte Glaube herkommt, dann ist jetzt die Gelegenheit mich zu korrigieren. 1 Zitieren
Shubashi Geschrieben vor 3 Stunden Melden Geschrieben vor 3 Stunden Solche Zirkelschlüsse gelten eigentlich für jedes „stabile“, sich selbst begründendes Glaubenssystem - deswegen wirken für mich „rechtgläubige“ Beteuerungen oft ähnlich wie linientreue Parteitagsbeschlüsse. Letztlich entschließt man sich, Baron Münchhausen nachzuahmen - man zieht sich selbst am eigenen Zopf aus dem „Sumpf“ der Debatte mit den „Ungläubigen“. Glaube heißt aber nicht, nie in Morast oder Treibsand zu geraten, es ist nur das Zutrauen, nicht darin unterzugehen. 1 Zitieren
rorro Geschrieben vor 2 Stunden Melden Geschrieben vor 2 Stunden Ein Zirkelschluß entsteht dann, wenn man Axiome herbeiargumentieren möchte. Welchen Inhalt das Axiom hat (Gott existiert, die Bibel sagt was über Gott aus, Jesus ist der Sohn Gottes, die Katholische Kirche ist die Kirche Jesu, etc. pp) ist dabei vollkommen irrelevant. Den „Sprung des Glaubens“ (Kierkegaard) kann man nicht argumentativ begründen. Zitieren
Moby Geschrieben vor 41 Minuten Melden Geschrieben vor 41 Minuten vor 6 Stunden schrieb Higgs Boson: Wenn Du eine andere Erklärung dafür hast, wo der rechte Glaube herkommt, dann ist jetzt die Gelegenheit mich zu korrigieren. Wie man es auch dreht und wendet, selbst wenn man die Strohmänner auch noch so sorgfältig verbrennt, so entstehen aus deren Asche doch nur wieder an das Kreuz seines individuellen Glaubens zu schlagende Pappkameraden, die auch nur wieder theologisch oder philosophisch sozusagen umgefummelt werden, und dann kommen auch nur wieder die täglich grüßenden Murmeltiere, die wohl jede dieser Diskussionen nach sich ziehen. Korrigieren kann man dich nicht, sollte man auch nicht, denn jeder religiöse Mensch lebt in seinem ureigenem Glaubens-Universum und sucht seinen Glaubens(ur)grund in einem der schwarzen Löcher (seines religiös ausgestalteten Univerums), in dem er meint, sein Gott sitze genau dort und von nun an sucht er verzweifelt nach einem Lichtschalter. Zitieren
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