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Geschrieben (bearbeitet)
vor 1 Stunde schrieb SteRo:

 

Das ist gerade mal Inflationsausgleich. Schon in zehn Jahren sieht die Sache anders aus - mit gleichzeitig viel höheren Pensionszahlungen.

 

Aber auch dann gibt es keinen Grund zu jammern: nur das Kirchensteuer-Aufkommen der Kirche in Deutschland ist derzeit 5-6x so hoch wie das gesamte Budget der Kirche in Spanien (deren Steuereinnahmen liegen bei 1/20…)

 

Und da der Staat >90% des karitativen Dienstes refinanziert, ist man hierzulande gut begütert.

Unter‘m Krummstab lässt es sich eben gut leben…

bearbeitet von rorro
Geschrieben
vor 3 Stunden schrieb SteRo:

 

Das finde ich besonders spannend:

"Wenn ... Börsengewinne ... steigen, erhöht sich in der Regel auch das Kirchensteueraufkommen."

 

Da  besteht ein solides Nutznießerprinzip hinsichtlich der Maximierung der Börsengewinne durch lukrative Anlagetrends unmoralischer Kirchensteuerzahler (zB Rüstungsindustrie). Da braucht sich die Amtskirche nicht selbst die Finger schmutzig zu machen.

 

Geschrieben (bearbeitet)
vor 13 Minuten schrieb SteRo:

 

Das finde ich besonders spannend:

"Wenn ... Börsengewinne ... steigen, erhöht sich in der Regel auch das Kirchensteueraufkommen."

 

Da  besteht ein solides Nutznießerprinzip hinsichtlich der Maximierung der Börsengewinne durch lukrative Anlagetrends unmoralischer Kirchensteuerzahler (zB Rüstungsindustrie). Da braucht sich die Amtskirche nicht selbst die Finger schmutzig zu machen.

 

 

Es gibt durchaus auch Anlagestrategien, die Rüstung und andere moralisch fragwürdige Unternehmen ausschließen.

 

Es gibt sogar ETF, die sich an katholische Prinzipien halten.

bearbeitet von rorro
Geschrieben
Gerade eben schrieb rorro:

 

Es gibt durchaus auch Anlagestrategien, die Rüstung und andere moralisch fragwürdige Unternehmen ausschließen.

 

Es gibt sogar ETF, die sich an katholischen Prinzipien orientieren.

 

Ja gibt es alles. aber das natürliche Streben nach Gewinnmaximierung wird das kaum tangieren.

Geschrieben
vor 8 Minuten schrieb SteRo:

 

Ja gibt es alles. aber das natürliche Streben nach Gewinnmaximierung wird das kaum tangieren.

Das wissen wir beide nicht

Geschrieben
vor 3 Minuten schrieb rorro:

Das wissen wir beide nicht

 

Wir können aber vermuten, dass der Großteil der Anleger sich um die Moralität ihrer Anlage keinen Kopf macht, Hauptsache der Gewinn stimmt .. . insbesondere dann wenn andere Dienstleister damit beauftragt werden.

Geschrieben

Mir ist das Thema deshalb wichtig, weil mir das oberflächliche Friedensgelaber von Robert auf die Nerven geht und sein Gelaber vom "System das Menschen tötet" (inspiriert durch seinen Vorgänger). Die Römer können ja gut behaupten, dass ihre Vatikan-Bank Gewinne macht nur mit moralischen Anlagegeschäften, wenn "an der Basis" das Geld sprudelt, dessen Herkunft (auch) aus unmoralischen Quellen zumindest wahrscheinlich ist. Und alle zusammen leben sie doch recht gut, mit und durch "das System das Menschen tötet".

Geschrieben

Je mehr Kapital der Welt entzogen ist, weil die Kirche es beherrscht und nach den Gesichtspunkten der katholischen Soziallehre Leos XIII. einsetzt, finde ich die "besitzende Kirche" eigentlich eine ganz sinnvolle Sache.

 

Aber...

Geschrieben (bearbeitet)
vor 49 Minuten schrieb Flo77:

Je mehr Kapital der Welt entzogen ist, weil die Kirche es beherrscht und nach den Gesichtspunkten der katholischen Soziallehre Leos XIII. einsetzt, finde ich die "besitzende Kirche" eigentlich eine ganz sinnvolle Sache.

 

Aber...

 

Ein interessanter spekulativer Gedanke - wenn ich mal in Unkenntnis der "katholischen Soziallehre" hypothetisch nur wahrhaft Gutes darauf projizieren will.

 

Allerdings sollte vermutlich von Wirtschaftsexperten analysiert werden, welches im günstigsten und ungünstigsten Falle die Konsequenzen für das globale Wirtschaftsleben sein könnten. Und der Gedanke lässt auch historische Versuche der Umsetzung von Gemeinwohl-Idealen assoziieren, welche allesamt kläglich an der menschlichen Natur gescheitert sind.

 

Wir, die wir im Wohlstand leben, müssen uns wohl alle erst eingestehen, dass wir Blut an den Händen haben, und die schönsten Worte können uns nicht davon reinwaschen, v.a. dann nicht, wenn sie die Realität nicht zu Kenntnis nehmen. Die Anforderungen des Jesus Christus an uns sind sehr realistisch, aber wirklich ernst genommen empfinden wir sie doch vielleicht eher als Zumutung.

 

bearbeitet von SteRo
Geschrieben

Ganz viel passt mir nicht. Dass das Budget der Pfarreien, wo halt immer noch das Gros der pastoralen Arbeit geleistet wird, rigoros gekürzt wird, aber genug Geld da ist, sobald sich die Diözese präsentiert. Ein systemischer Fehler in gerade meiner Diözese, ich weiß nicht, in welchen das so ähnlich ist.

 

Aber ich hätte schon gerne mehr als ein paar kühne Behauptungen, die deutschen Diözesen würden systematisch in unethische Anlagen investieren.

 

Und ja, der Umgang mit Geld und das Anlegen des Geldes geschieht mit sehr viel Umsicht. Immobilien und Kirchengrund wird konsequent nicht verhökert. Finde ich nicht schlecht, auf alle Fälle legitim.

 

Bei sozialen, bildenden und pastoralen Projekten ist die Wertschöpfung sehr gering, das ist nun mal so, aber das Kerngeschäft der Kirchen, trotz Refinanzierung ein Minusgeschäft. Dass man mit dem, was man hat, haushalterisch umgeht, ist nicht das Dümmste.

Geschrieben
vor 21 Minuten schrieb nannyogg57:

Aber ich hätte schon gerne mehr als ein paar kühne Behauptungen, die deutschen Diözesen würden systematisch in unethische Anlagen investieren.

 

Das wurde meines Wissens von niemandem behauptet. Ich selbst sprach von den Kirchensteuer-Zahlern.

Geschrieben
vor 4 Stunden schrieb SteRo:

 Die Römer können ja gut behaupten, dass ihre Vatikan-Bank Gewinne macht nur mit moralischen Anlagegeschäften, wenn "an der Basis" das Geld sprudelt, dessen Herkunft (auch) aus unmoralischen Quellen zumindest wahrscheinlich ist.

?

Geschrieben
vor 2 Minuten schrieb nannyogg57:

?

 

Ja genau. Die Basis ist da wo die Kirchensteuer hereintrudelt, auf der Seite der Quelle. Wenn die Steuerpflichtigen am Gewinnmaximierung interessiert sind (wer, der an der Börse aktiv ist, ist das nicht?), dann wird entsprechend investiert. So nährt sich die Diözese dann von der Sündhaftigkeit ihrer Steuerzahler ohne sich selbst die Hände schmutzig machen zu müssen und in der Ruhe des Nicht-Wissens bei Nicht-Wissen-Wollen. Sie könnte ihre Gläubigen zwar belehren, aber das würde ja die Einnahmen ggf. negativ beeinträchtigen.

Geschrieben
Am 7.7.2026 um 17:02 schrieb Chrysologus:

Das wurde den Seminaristen vor dem Konzil so beigebracht. 

 

Wo beschäftigt sich das Konzil damit, was Seminaristen beigebracht werden soll bzgl. dem Thema Sexualität in der Kinderbeichte?

 

Zugegeben, es ist ein zweischneidiges Schwert. Einerseits kann es sein, dass Jugendliche Sünden gegen das 6. Gebot begehen ohne es zu wissen. Wenn ihnen nicht beigebracht wird, dass es Sünde ist, werden sie vermutlich diese auch nicht unterlassen, sich somit selbst seelisch schaden und auch die Sünden nicht beichten. Andererseits sind Kinder eben Kinder und sollte es auch bleiben. Ihre Seelen und ihr Herz sollten nicht unnötig mit einem Sammelsurium von Sünden der Erwachsenenwelt belastet werden.

 

Wie gesagt, das kann man diskutieren, wie man mit dem Thema umgehen sollte. Aber das ist natürlich in keiner Weise vergleichbar mit grün-wokem LGBT-Unterricht, wo Kindern antichristliche Gender-Ideologie ins Hirn gebrannt und schwerste Sünden verherrlicht werden werden. Darum ist schon der Vergleich einfach sinnlos.

 

Am 7.7.2026 um 17:02 schrieb Chrysologus:

Ich würde das auch für übergriffig halten, das war aber - wie schon gesagt - in der Vergangenheit Standart. 

 

Ich finde es in Ordnung, wenn der Pönitent zu Sünden gegen das 6. Gebot so absolut gar nichts in der Beichte sagt, dass der Priester da zumindest mal nachfragt, ob man noch etwas zu beichten hat, zum Beispiel Sünden der Unkeuschheit. Das zeigt doch eine Fürsorge des Priesters. Es ist immerhin sehr gut möglich, dass der Pönitent aus Angst oder Scham schwere Sünden in dem Bereich bewusst verschweigt und dadurch seine Beichte ungültig ist. Ihm da eine Brücke zu bauen, indem man diese Bereich einmal anspricht, würde ich nicht als übergriffig empfinden, sondern eher für fürsorglich. Explizites Ausfragen nach konkreten Handlungen fände ich dagegen übergriffig.

 

Aber wie schon gesagt, bei Kindern/Jugendlichen ist das nochmal eine andere Sache.

Geschrieben (bearbeitet)

@Guppy

 

Damit Du mal ins Bild gesetzt wirst, wie es vor noch gar nicht langer Zeit aussah, zitiere ich aus J. Cornwells Buch "Die Beichte":

 

"Viele männliche Zeugen erinnern sich daran, dass sie massiv bedrängt wurden, Masturbation zu gestehen. So schreibt der 68-jährige John aus Australien, sein Gemeindepriester habe die unziemliche Frage schon gestellt, als er noch nicht einmal über die sprachliche Kompetenz verfügt habe, um die »Sünde« zu verstehen, geschweige denn über die Fähigkeit, sie zu begehen. [...]"

 

"Mit fortschreitender Pubertät und dem neuen Schwerpunkt der »Unreinheit« kamen die Gewissensbisse. Dazu Ms J. N.: »Genau zu dem Zeitpunkt, als wir vor Hormonen und Neugier förmlich sprudelten […], bekam ich Gewissensbisse, und sie machten mir das Leben viele Jahre lang zur Hölle, selbst als ich längst verheiratet war und Kinder bekommen hatte. Ich sprach mit keinem Menschen über sie.« [...] Obwohl es keine verlässliche Statistik gibt, nur die bewegenden Aussagen der noch lebenden Angehörigen jener Generationen, die der frühen Beichte ausgesetzt waren und jahrzehntelang geschwiegen haben: Es spricht vieles dafür, dass durch die frühe Beichte zahllose Kinder traumatisiert wurden. [...]"

 

"In der Folge wurde das Gewissen katholischer Kinder schon in einem unangemessenen Stadium ihrer emotionalen und geistigen Entwicklung belastet, indem man ihnen ständig die Lehren der Kirche über die »Todsünden« ins Gedächtnis rief – derjenigen Sünden, die den Tod der Seele bedeuten, und, wie es im Kinderkatechismus hieß, Gottes »furchtbare Strafen« nach sich zogen. Man brachte den Kindern bei, dass die Seele eines Menschen, der im Zustand der Todsünde stirbt, in alle Ewigkeit in der Hölle schmoren muss. Schwere Sünden oder Todsünden umfassten den Bruch der Zehn Gebote und die sieben Hauptsünden, die sich damit überlappten. Nur wenige dieser Sünden konnten auf eine »schwere« Art überhaupt von kleinen Kindern begangen werden. Also unterrichtete man sie über die permanente Gefahr derjenigen Todsünden, die sogar Kinder begehen können: unreine Taten, unreine Worte und unreine Gedanken – eine Methode, die bei ihnen Schuldgefühle in Bezug auf den eigenen Körper und die Körper anderer Menschen hervorrief. In den Jahren vor und während der Pubertät widmeten sich Beichtväter und Katecheten extrem ausführlich den sexuellen Sünden und riefen damit auf Jahre hinaus Gewissensbisse und Schuldgefühle hervor."

 

vor 2 Stunden schrieb Guppy:

Aber das ist natürlich in keiner Weise vergleichbar mit grün-wokem LGBT-Unterricht, wo Kindern antichristliche Gender-Ideologie ins Hirn gebrannt und schwerste Sünden verherrlicht werden werden.

 

Ja - wenn man mal Deine extrem tendenziöse und wertende Sprache außen vorlässt, dann hast Du völlig recht. Es gibt absolut keinen Anhaltspunkt dafür, und es ist auch hochgradig unplausibel, dass es Kindern schaden würde, wenn sie hören, dass auch manche Männer oder Frauen zusammenleben. Es ist genauso unbelegt und unplausibel, dass so etwas zu schweren Schuldgefühlen, Gewissenskonflikten, Höllenängsten, regelrechten Traumatisierungen, Entfremdungen vom eigenen Körper und sexuellen Funktionsstörungen führen würde, oder dass es sogar zu Sexualstraftaten wie z.B. Vergewaltigung und Kindesmissbrauch beitragen würde. Hingegen gibt es ernstzunehmende und teils sogar starke Anhaltspunkte, dass die Beichte bzw. eine strenge Sexualmoral genau solche Auswirkungen haben können bzw. dass sie genau solche Phänomene begünstigen können. Das ist also wirklich nicht vergleichbar. 

 

bearbeitet von iskander
Geschrieben
vor 11 Stunden schrieb SteRo:

 

Ja genau. Die Basis ist da wo die Kirchensteuer hereintrudelt, auf der Seite der Quelle. Wenn die Steuerpflichtigen am Gewinnmaximierung interessiert sind (wer, der an der Börse aktiv ist, ist das nicht?), dann wird entsprechend investiert. So nährt sich die Diözese dann von der Sündhaftigkeit ihrer Steuerzahler ohne sich selbst die Hände schmutzig machen zu müssen und in der Ruhe des Nicht-Wissens bei Nicht-Wissen-Wollen. Sie könnte ihre Gläubigen zwar belehren, aber das würde ja die Einnahmen ggf. negativ beeinträchtigen.

Dann dürfen am Schluss nur noch ganz Heilige etwas am Sonntag in den Klingelbeutel werden ...

Geschrieben
vor 3 Minuten schrieb nannyogg57:

Dann dürfen am Schluss nur noch ganz Heilige etwas am Sonntag in den Klingelbeutel werden ...

 

Nun, es geht ja im Kontext nicht primär um die Sünder, sondern um die Teilhabe an der Sünde und die moralische Geldwäsche durch die Kirche.

 

Aber sekundär hast du natürlich recht. Es geht auch um die ethische Kategorisierung des Broterwerbs der Kirchensteuerzahler. Aber ich würde einen ethischen Broterwerb nicht unbedingt mit Heiligkeit in Verbindung bringen.

 

Der Beichtspiegel wäre entsprechend der mittlerweile allgemeinen Anlagetätigkeit der K-Steuerzahler auch zu ergänzen, so dass zB gebeichtet werden könnte:

Ich habe mich am Töten von Menschen bereichert (Rüstung, KI-Industrie)

Ich habe mich an der Unterminierung von Sexualmoral und am Töten ungeborenen Lebens bereichert (Pharma)

Ich habe mich an der Wohnungsnot bereichert (Immobilienfonds)

etc. etc.

 

Der Beichtvater abschließend: Deine Sünden seien dir vergeben, schließlich hast du deine Kirche an deinen Gewinnen teilhaben lassen und damit auch dieses Sakrament käuflich erworben.

 

Geschrieben

Man sieht also, dass der Robert (wie sein Vorgänger Jorge  auch) einer kognitiven Täuschung oder Einschränkung unterliegt, wenn er sagt "das [Wirtschafts-]System, das tötet". Eine Täuschung, die ideologisch bedingt ist. Denn wenn er schon von etwas reden will, das als solches nicht existiert, sondern lediglich für das Zusammenwirken von Menschen unter monetären Gesichtspunkten steht, müsste er sagen:

 "Das [Wirtschafts-]System, das tötet und meiner Kirche Leben schenkt."

Geschrieben
Am 8.7.2026 um 21:38 schrieb Guppy:

Einerseits kann es sein, dass Jugendliche Sünden gegen das 6. Gebot begehen ohne es zu wissen. Wenn ihnen nicht beigebracht wird, dass es Sünde ist, werden sie vermutlich diese auch nicht unterlassen, sich somit selbst seelisch schaden und auch die Sünden nicht beichten.

 

Die normale kindliche bzw. jugendliche Sexualität ist nach allgemeinem Expertenkonsens unschädlich und sogar wichtig für eine normale sexuelle Entwicklung. Wenn wir Thomas von Aquin darin folgen, dass der Mensch Gott nicht beleidigt, es sei denn er handelt gegen sein eigenes Wohl, dann liegt hier auch keine Sünde vor. 

 

Schädlich ist eine Unterdrückung der natürlichen sexuellen Entwicklung: In sehr vielen Fällen wird das Kind bzw. der Jugendliche, dem eine strenge Sexualmoral vermittelt wird, dennoch masturbieren oder wenigstens sexuelle Gefühle und Gedanken haben, welche er nicht immer entschieden "ablehnt". Wenn er die entsprechende Moral jedoch wirklich ernst nimmt, wird das allerdings dazu führen, dass er Schuld-, Scham- und Versagensgefühle entwickelt, die sehr belastend sein können (siehe meinen letzten Beitrag in diesem Thread) und im Extremfall sogar zum Suizid führen können. Nicht die natürliche psychosexuelle Entwicklung junger Menschen ist das Problem, sondern der Versuch, diese zu unterdrücken. 

 

Wenn man sich die kirchliche Argumentation zur Masturbation bzw. zu analogen Fällen ansieht, erkennt man, dass diese Argumentation auf der Annahme beruht, "daß der freigewollte Gebrauch der Geschlechtskraft [...] außerhalb der normalen ehelichen Beziehungen seiner Zielsetzung wesentlich widerspricht" (so Persona humana wörtlich im Zusammenhang mit der Masturbation).

 

Hier liegt jedoch ein fundamentaler Denkfehler vor: Der Zweck der sexuellen Anlage (dieser Zweck entspräche den Absichten, die Gott mit der Erschaffung dieser Anlage verfolgt hat) mit einer angeblichen göttlichen Zweckbestimmung des einzelnen sexuellen Aktes konfundiert.

 

Selbst wenn Gott die sexuelle Anlage geschaffen nämlich hat, damit der Mensch Kinder zeugen kann und sie unter geeigneten Umständen auch tatsächlich zeugt, folgt daraus noch lange nicht, dass Gott etwas gegen alle sexuellen Akte haben müsste, welche nicht der Kinderzeugung dienen können. Erst recht folgt nicht, dass er jeden beliebigen einzelnen sexuellen Akt dazu bestimmt hätte, der Kinderzeugung zu dienen - so dass er also wollen würde, dass beispielsweise ein Akt der Masturbation zur Kinderzeugung dient; und dass dieser Akt dann, weil er dieser Bestimmung nicht nachzukommen vermag, seinem gottgegebenen Zweck widersprechen würde (was ohnehin ein absurder Gedanke wäre). 

 

Wenn Du jemandem ein Buch schenkst, damit er es lesen kann und hoffst, dass es es bei passender Gelegenheit auch tatsächlich liest, folgt daraus auch noch lange nicht, dass Du etwas dagegen haben müsstest, wenn der Beschenkte das Buch auch auf andere Weise benutzt, etwa als Unterlage zum Schreiben oder zum Pressen von Blumen (jedenfalls, solange er das Buch gut behandelt). Erst recht folgt nicht, dass es Dein Wille sein müsste, dass jede Benutzung des Buches - also etwa eine zum Blumenpressen - dem Lesen zu dienen habe und also gegen Deinen Willen verstoßen müsste, weil sie dies natürlich nicht leisten kann.

 

Man mag sagen, dass man menschliche Geschenke auch für etwas benutzen dürfe, was jenseits ihres eigentlichen Zwecks liege, nicht aber göttliche (etwa weil Gott kleinlicher sei als normale Menschen?); aber ich kenne kein Argument für diese Annahme, und ich habe auch noch nie gesehen, dass ein kath. Theologe oder Philosoph in diese Richtung argumentieren und also die entscheidende logische Lücke zu schließen versuchen würde. 

 

Natürlich kann man dennoch an die kirchliche Lehre glauben, einfach weil die Kirche sie verkündet – aber die Begründung, auf die die Kirche sich offiziell beruft, beruht auf einem Kategorienfehler, der eigentlich sehr offensichtlich ist.

Andere Argumente, wie sie im Umfeld kirchennaher Philosophen und Theologen diskutiert werden, sind genauso untauglich – die Anhänger verschiedener Schulen werfen sich gegenseitig vor, dass die Argumente der jeweils anderen Seite unbrauchbar oder sogar "lächerlich" seien – und Recht haben sie alle.

Da die Bibel – bestenfalls! – ein Verbot homosexueller Akte hergibt, nicht aber der meisten anderen "widernatürlichen" Akte, bliebe der Kirche hier eigentlich nur die Berufung auf ihre eigene Tradition.

 

Die Menschen, die durch die kirchliche Sexualmoral geschädigt oder sogar traumatisiert wurden oder es noch werden (siehe meinen letzten Betrag in diesem Thread), wurden und werden also ohne Sinn und Grund geschädigt und traumatisiert. Es ist alles umsonst. 

(Und rein vorsorglich: Mir ist bewusst, dass solche Schädigungen in vielen Teilen der Welt heute sicher wesentlich seltener passieren als früher.)

Geschrieben

Ich war seit 50 Jahren bei keiner Beichte mehr, ewiges Seelenheil hin oder her.

Ich habe allerdings schon ein paar sehr gute Bußandachten mit anschließender Absolution mitgemacht, das fand ich äußerst heilsam für den Seelenfrieden. Ok, das war bei den Alt-Katholiken und ist für Rom natürlich völlig unwirksam, aber zum Glück wird man am Ende ja nicht von der römischen Kurie beurteilt werden

 

Werner

Geschrieben

Plädoyer für die innere Ruhe

 

Gössl sprach in seiner Predigt beim Festgottesdienst am Sonntag auf dem Domplatz von einer „Hochgeschwindigkeitsmobilität“, die längst alle Lebensbereiche umfasse und die Menschen immer in Bewegung sein lasse: „Viele halten äußere Ruhe schon gar nicht mehr aus. Sie vergehen geradezu vor Langeweile“.

 

Gegen diese Mobilität gelte es, Ruhemomente zu finden. „Es braucht die innere Ruhe, die Verwurzelung in Gott, damit unser Leben ertragreich werden kann, damit es erfüllt wird und Menschen in Bewegung bringen kann.“

 

Kaum hatte er es ausgesprochen, brach eine hektische Suche nach den "Ruhemomenten" aus.

Geschrieben (bearbeitet)

Bischof Meier: Religionsunterricht nicht durch KI ersetzbar

 

Der Augsburger Bischof Bertram Meier hält Religionsunterricht in Zeiten der Künstlichen Intelligenz für unverzichtbar. "Insbesondere der Religionsunterricht gibt Raum für jene Qualitäten, in denen die KI uns Menschen nicht das Wasser reichen kann", sagte Meier

 

Der Bischof verwies auf das im Mai veröffentlichte Lehrschreiben "Magnifica humanitas" von Papst Leo XVI. zum Thema KI. "Sogenannte Künstliche Intelligenzen machen keine Erfahrungen, besitzen keinen Leib, empfinden weder Freude noch Schmerz, reifen nicht in Beziehungen, wissen nicht von ihrem Inneren her, was Liebe, Arbeit, Freundschaft und Verantwortung bedeutet", zitierte Meier das Kirchenoberhaupt.

 

Also ich teile des Bertrams Meinung überhaupt nicht. Warum? Weil KI im Gegensatz zum Menschen nicht befangen ist, sich nicht fürchtet vor negativem Feedback von Eltern, vor politischer Einflussnahme, sich nicht fürchtet davor von Vorgesetzen gemaßregelt zu werden aufgrund Äußerungen, die dem Zeitgeist "politisch inkorrekt" erscheinen, die aber dennoch der Lehre entsprechen.

Eine wahrhaft römisch-katholisch trainierte KI hätte das Potential jeden menschlichen Möchtegern-Lehrer in den Schatten zu stellen und die Lehre unverfälscht zu vermitteln.

 

bearbeitet von SteRo
OneAndOnlySon
Geschrieben
vor 51 Minuten schrieb SteRo:

Bischof Meier: Religionsunterricht nicht durch KI ersetzbar

 

Der Augsburger Bischof Bertram Meier hält Religionsunterricht in Zeiten der Künstlichen Intelligenz für unverzichtbar. "Insbesondere der Religionsunterricht gibt Raum für jene Qualitäten, in denen die KI uns Menschen nicht das Wasser reichen kann", sagte Meier

 

Der Bischof verwies auf das im Mai veröffentlichte Lehrschreiben "Magnifica humanitas" von Papst Leo XVI. zum Thema KI. "Sogenannte Künstliche Intelligenzen machen keine Erfahrungen, besitzen keinen Leib, empfinden weder Freude noch Schmerz, reifen nicht in Beziehungen, wissen nicht von ihrem Inneren her, was Liebe, Arbeit, Freundschaft und Verantwortung bedeutet", zitierte Meier das Kirchenoberhaupt.

Gibt es überhaupt ernsthafte Bestrebungen, Religionsunterricht durch KI zu ersetzen? Also wie kommt Bischof Meier überhaupt auf dieses Thema? Ist KI aktuelle einfach das Hype-Thema, dass man in jede Sonntagsrede einbauen muss? Vor rund 20 Jahren (als Terrorismus das beherrschende Thema war) wurde auf dem Jahreskonzert eines Musikvereins die Jugendarbeit damit beworben, dass Musiker keine Anschläge verüben würden. 🙄
 

KI mag keinen Reli-Unterricht ersetzen aber sie verändert die Art, wie wir arbeiten wie Schüler Aufgaben erledigen, wie wir Informationen beschaffen, wie wir kommunizieren, wie Unterricht vorbereitet und wie er durchgeführt wird.

Geschrieben
vor 22 Minuten schrieb OneAndOnlySon:

Also wie kommt Bischof Meier überhaupt auf dieses Thema?

Er ist seiner Pflicht nachgekommen, das Papier seines Chefs positiv zu erwähnen.

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