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Politik für Alle


mn1217
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vor 2 Stunden schrieb Moriz:

Das Kopftuch ist Ausdruck einer religiösen Einstellung. Und die Religionsausübung ist glücklicherweise von der Verfassung geschützt. Da darf man nichts verhindern.

Allerdings ist besagte religiöse Einstellung, die das Kopftuch ausdrückt, reaktionär, frauenverachtend, undemokratisch und totalitär. Kann man gut finden, muss man aber nicht.

 

Aber faszinierend, wie jemand, der beim Synodalen Weg-Strang ob der gar schlimmen Haltung der konservativen Bischöfe klagt, hier aber für eine weitaus schlimmere und abscheulichere Variante der Religion in die Bresche springt. 

Edited by rince
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vor 12 Minuten schrieb rince:

Allerdings ist besagte religiöse Einstellung, die das Kopftuch ausdrückt, reaktionär, frauenverachtend, undemokratisch und totalitär. Kann man gut finden, muss man aber nicht.

Das ist allenfalls zum Teil wahr. So wahr, wie daß alle Kritiker der Corona-Maßnahmen rechtslastiges Gesocks sind.

 

vor 13 Minuten schrieb rince:

Aber faszinierend, wie jemand, der beim Synodalen Weg-Strang ob der gar schlimmen Haltung der konservativen Bischöfe klagt, hier aber für eine weitaus schlimmere und abscheulichere Variante der Religion in die Bresche springt. 

Ich halte die Grundrechte für wichtig. Dazu gehört nun mal auch die Religionsfreiheit.

 

Und: Letztlich ist es egal, ob etwas ver- oder geboten wird, wenn dahinter die gleiche paternalistische Einstellung zu finden ist. "Wir wissen, was gut für euch ist!"

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Die Angelika
vor 2 Stunden schrieb Shubashi:

Jemand verhaftet und dabei getötet wurde.
Nach allem, was ich gehört habe, hatte sich die Beachtung der Kleiderregeln im Alltag in letzter Zeit bedeutend gelockert, junge Frauen im Iran bevorzugen aktuell wohl eher so einen Auftritt.

Und dem versucht das dortige Klerikalfastnachterische Regime gerade mit aller Brutalität einen Riegel vorzuschieben.

Denn der Hidjab ist dort eben nicht ein beliebiges Kleidungsstück, sondern ein bewusst gewähltes Symbol für eine völlig korrupte politische Ordnung, in der Teile der Gesellschaft Wohlstand, Macht und Privilegien für sich im Namen Religion reklamieren, während die Mehrheit und religiös-ethnische Minderheiten mit den Resten zurechtkommen müssen.

Fällt das Kopftuch, fällt das Regime.

 

 

Es wurde eine junge Frau verhaftet, weil sie das Kopftuch eben in der von dir verlinkten lässigen Weise trug. 

Die Frau starb in Haft. Ob sie getötet wurde oder aufgrund eines Herzanfalls (ohne Gewalteinwirkung) starb, darüber wird gestritten. Die Demonstrierenden sind von ersterem überzeugt. 

 

Grundsätzlich stimme ich dir in deiner Beschreibung der iranischen Regierung zu.

 

MMn gelingt es in Europa nicht, über das Kopftuch sachlich zu diskutieren. Das rührt sicher da her, dass es in der Tat in vielen Ländern genutzt wird, um Frauen zu unterdrücken.

Wenn nun Familien aus solchen Ländern nach Deutschland kommen, dann wird dieses Unterdrückungssystem mit importiert und hält sich in den Familien. 

Man kann zwar behaupten, dass doch bei uns gesetzlich niemand zum Tragen eines Kopftuchs gezwungen wird und deshalb das Tragen eines Kopftuches bei uns grundsätzlich als freiwilliges Tragen zu interpretieren ist. Das halte ich allerdings für sehr naiv. Denn das ist blanke, realitätsferne Theorie. In der Praxis den jungen Mädchen streng vermittelt, dass sie Schlampen seien, wenn sie kein Kopftuch trügen. Tja, und welches Mädchen möchte schon gerne eine Schlampe sein? Wenn sie dann an dieser Theorie zu zweifeln beginnen, unterliegen sie aber weiter engen familiären Kontrollstrukturen, die es ihnen nahezu unmöglich machen, sich gegen das Tragen des Kopftuches zu entscheiden. Sie müssen es tragen, sind dadurch gezwungen, weil sie sonst aus der Familie ausgestoßen sind (wenn nicht gar um ihr Leben fürchten müssen). Das dabei wirkende Muster ist das gleiche wie bei Sekten. 

Wie soll ein freiheitlich demokratischer Staat mit so etwas umgehen? Soll er die Praxis ignorieren? Wenn er das tut und das Tragen eines Kopftuchs behandelt als sei es nichts weiter als eine Kopfbedeckung, dann stützt er damit die sektenhaften Kontrollstrukturen und vernachlässigt den Schutz solcher Frauen. 

Reichen also die vorhandenen Anlaufstellen, die es für solche Frauen gibt, oder muss sich der Staat hier doch noch mehr Gedanken machen?

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Die Angelika
vor 19 Minuten schrieb Moriz:

Und: Letztlich ist es egal, ob etwas ver- oder geboten wird, wenn dahinter die gleiche paternalistische Einstellung zu finden ist. "Wir wissen, was gut für euch ist!"

 

Es gäbe noch eine andere Haltung:

Wir wissen zwar nicht, was für euch gut ist.

Aber wir wünschen in unserem Land keine paternalistischen Einstellungen. Wir bekennen uns zu unserer freiheitlichen demokratischen Grundordnung und bieten denen, deren Freiheit innerhalb unserer GEsellschaft von Gruppierungen bedroht wird, hinreichend Unterstützung, um sich befreien zu können, und SChutz, um ungefährdet in Freiheit leben zu können.

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vor 6 Minuten schrieb Die Angelika:

Es gäbe noch eine andere Haltung:

Wir wissen zwar nicht, was für euch gut ist.

Aber wir wünschen in unserem Land keine paternalistischen Einstellungen. Wir bekennen uns zu unserer freiheitlichen demokratischen Grundordnung und bieten denen, deren Freiheit innerhalb unserer GEsellschaft von Gruppierungen bedroht wird, hinreichend Unterstützung, um sich befreien zu können, und SChutz, um ungefährdet in Freiheit leben zu können.

Wie schafft man es, dabei nicht auf der anderen Seite vom Pferd  zu fallen?

 

(Die Argumente in deinem vorhergehenden Beitrag sind gut! Nur weiß ich immer noch nicht, wie man sinnvoll gegen solche familiären Strukturen angehen kann; erst recht nicht ohne die Religionsfreiheit zu gefährden, auch wenn sie hier vielleicht missbraucht wird.)

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vor 9 Minuten schrieb Die Angelika:

 

Es gäbe noch eine andere Haltung:

Wir wissen zwar nicht, was für euch gut ist.

Aber wir wünschen in unserem Land keine paternalistischen Einstellungen. Wir bekennen uns zu unserer freiheitlichen demokratischen Grundordnung und bieten denen, deren Freiheit innerhalb unserer GEsellschaft von Gruppierungen bedroht wird, hinreichend Unterstützung, um sich befreien zu können, und SChutz, um ungefährdet in Freiheit leben zu können.

Wer soll diesen Schutz gewährleisten? Derselbe Staat, der nicht verhindern kann, dass in den Moscheen im Lande Hass und Hetze gegen ihn und die freiheitlich-demokratische Grundordnung gepredigt wird?

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Die Angelika
vor 7 Minuten schrieb Moriz:

Die Argumente in deinem vorhergehenden Beitrag sind gut! Nur weiß ich immer noch nicht, wie man sinnvoll gegen solche familiären Strukturen angehen kann; erst recht nicht ohne die Religionsfreiheit zu gefährden, auch wenn sie hier vielleicht missbraucht wird.

 

Der Hebel der Religionsfreiheit ist aber leider auch genau der, der von den Unterdrückern benutzt wird, um weiter unterdrücken zu können. Hier wird der Verweis auf Religionsfreiheit missbraucht.

 

Wichtig wäre als erster Schritt, sich diesem Zustand zu stellen, anstatt ihn zu ignorieren oder blauäugig schönzureden. 

 

Es bringt uns nichts, wenn wir Religionsfreiheit wie ein goldenes Kalb anbeten und damit am Ende unsere eigene Freiheit verlieren. 

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Die Angelika
vor 7 Minuten schrieb rince:

Wer soll diesen Schutz gewährleisten? Derselbe Staat, der nicht verhindern kann, dass in den Moscheen im Lande Hass und Hetze gegen ihn und die freiheitlich-demokratische Grundordnung gepredigt wird?

 

Das ist in der Tat schwierig.

Wir alle, nicht nur der "Staat" müssen meiner Meinung nach klar Position beziehen und konsequent allen Versuchen entgegentreten, die unsere Freiheit gefährden. 

Dialogbereitschaft ist gut und schön, aber einen Dialog kann es nur geben, wenn alle Beteiligten zum Dialog bereit sind. Ich behaupte, dass es innerhalb des in Deutschland existierenden Islam Gruppierungen gibt, die dazu nicht bereit sind und unsere Dialogbereitschaft nur instrumentalisieren, um uns in Sicherheit zu wiegen und währenddessen Fakten zu schaffen, die letztendlich darauf hinauslaufen, dass wir vor lauter Verweis auf Religionsfreiheit unsere Religionsfreiheit verlieren.

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vor 3 Minuten schrieb Die Angelika:

Der Hebel der Religionsfreiheit ist aber leider auch genau der, der von den Unterdrückern benutzt wird, um weiter unterdrücken zu können. Hier wird der Verweis auf Religionsfreiheit missbraucht.

 

Wichtig wäre als erster Schritt, sich diesem Zustand zu stellen, anstatt ihn zu ignorieren oder blauäugig schönzureden. 

Ja. Ich bin offen für brauchbare Vorschläge.

Aber ich bin (inzwischen) extrem kritisch, was die Einschränkung von Grundrechten angeht. Das darf nämlich nur in Abwägung mit dem Schutz anderer, konkreter Grundrechte geschehen. 'Freiheit' gegen 'Kopftuch' ist mir da zu pauschal.

 

vor 6 Minuten schrieb Die Angelika:

Es bringt uns nichts, wenn wir Religionsfreiheit wie ein goldenes Kalb anbeten und damit am Ende unsere eigene Freiheit verlieren. 

Ich sehe nicht, wie wir unsere Freiheit verlieren sollten. Im Zweifelsfall gilt die Religionsfreiheit nämlich auch andersrum: Niemand darf uns zwingen, uns einer kopftuchfordernden Religion zu unterwerfen.

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vor 4 Minuten schrieb Die Angelika:

Wir alle, nicht nur der "Staat" müssen meiner Meinung nach klar Position beziehen und konsequent allen Versuchen entgegentreten, die unsere Freiheit gefährden. 

Wie machen wir das? In einer Woche anfangen, ohne Maske Bahn zu fahren? (Gehört sachlich in den anderen Thread, passt inhaltlich aber auch hier).

 

vor 5 Minuten schrieb Die Angelika:

um uns in Sicherheit zu wiegen und währenddessen Fakten zu schaffen, die letztendlich darauf hinauslaufen, dass wir vor lauter Verweis auf Religionsfreiheit unsere Religionsfreiheit verlieren.

Dazu fehlt mir jetzt die Phantasie. Wie soll das geschehen?

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Marcellinus
vor 4 Minuten schrieb Die Angelika:

Ich behaupte, dass es innerhalb des in Deutschland existierenden Islam Gruppierungen gibt, die dazu nicht bereit sind und unsere Dialogbereitschaft nur instrumentalisieren, um uns in Sicherheit zu wiegen und währenddessen Fakten zu schaffen, die letztendlich darauf hinauslaufen, dass wir vor lauter Verweis auf Religionsfreiheit unsere Religionsfreiheit verlieren.

 

Jemand, der sich damit seit Jahren beschäftigt und auskennt, hat dazu ein Buch geschrieben, das sich mit genau dem Thema beschäftigt: Ahmad Mansour: Operation Allah.

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Die Angelika
vor 4 Minuten schrieb Moriz:

Ja. Ich bin offen für brauchbare Vorschläge.

Aber ich bin (inzwischen) extrem kritisch, was die Einschränkung von Grundrechten angeht. Das darf nämlich nur in Abwägung mit dem Schutz anderer, konkreter Grundrechte geschehen. 'Freiheit' gegen 'Kopftuch' ist mir da zu pauschal.

 

Ich sehe nicht, wie wir unsere Freiheit verlieren sollten. Im Zweifelsfall gilt die Religionsfreiheit nämlich auch andersrum: Niemand darf uns zwingen, uns einer kopftuchfordernden Religion zu unterwerfen.

 

Wir werden uns wohl einig sein, dass es eine Einschränkung der Grundrechte in Deutschland lebender muslimischer Frauen ist, wenn diese von ihren Familien zum Tragen eines Kopftuchs gezwungen werden.

 

Ich sage nun definitiv nicht "Freiheit gegen Kopftuch", das ist auch mir zu pauschal. Ich sage aber, dass wir genauer hinschauen sollten, was da abläuft. Nicht jede kopftuchtragende Muslimin in Deutschland trägt dieses Kopftuch auch freiwillig, nicht einmal jede, die öffentlich behauptet, es freiwillig zu tragen. 

 

Dass du nicht siehst, wie wir unsere Freiheit verlieren sollten, weil doch im Zweifelsfall die Religionsfreiheit auch andersherum gelte, finde ich bezeichnend.

Ich habe in den letzten Jahren nicht nur ein Mal erlebt, wie ein junger muslimischer Mann sich in eine junges deutsches Mädchen verliebt hat. Ich habe weiters erlebt, wie tolerant und integriert sich selbiger gezeigt hat. Weder die enganliegende Jeans, noch das knappe Top, noch das offene Haar des deutschen Mädchens war ein Problem. Allerdings galt das bedauerlicherweise nur so lange, bis die Beziehung enger wurde und er sich sicher war, das Mädchen erobert zu haben. Und irgendwann fingen doch tatsächlich diese jungen Dinger aus großer Liebe zu dem Mann völlig freiwillig an, ihre Kleidervorlieben zu ändern, mit Kopftüchern zu experimentieren etc. Sorry, ich mag zwar alt sein, aber blöd bin ich nicht, Ich habe da ganz große Zweifel, dass das immer so ganz freiwillig war. Und meine Zweifel werden dann auch noch genährt, wenn solche Beziehung dann doch zerbrach und dieser ganze, angeblich freiwilllige Kleiderhokuspokus ganz schnell wieder sein Ende findet. 

Ich habe auch in Diskussionen mit jungen Muslimen und Musliminnen gehört, dass ihre Mädchen wenn sie mal welche haben sollten, selbstverständlich Kopftuch tragen müssen.  Da geht es los, und zwar dann, wenn deutsche Kursleiter in Integrationskursen und BIK-Klassen dann dazu betreten schweigen und sich einbilden, das würde sich schon noch "verwachsen". Nein, genau hier haben wir umgehend und deutlich klare Kante zu zeigen und zu vermitteln, was bei uns gilt. 

 

 

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vor 4 Minuten schrieb Die Angelika:

Wir werden uns wohl einig sein, dass es eine Einschränkung der Grundrechte in Deutschland lebender muslimischer Frauen ist, wenn diese von ihren Familien zum Tragen eines Kopftuchs gezwungen werden.

Was nicht ganz so einfach ist. Grundrechte sind nämlich in erster Linie Rechte gegen den Staat. Der darf mir nämlich weder ge- noch verbieten, ein Kopftuch zu tragen. Innerfamiliärer Zwang ist aber etwas ganz anderes. Natürlich darf der auch nur in Grenzen sein, wo diese Grenzen liegen ist aber deutlich schwerer zu bestimmen (ich darf meinen Sechsjährigen zwingen, seinen Spinat aufzuessen - ob ich das tun sollte ist natürlich eine ganz andere Frage).

 

vor 8 Minuten schrieb Die Angelika:

Ich habe auch in Diskussionen mit jungen Muslimen und Musliminnen gehört, dass ihre Mädchen wenn sie mal welche haben sollten, selbstverständlich Kopftuch tragen müssen.  Da geht es los, und zwar dann, wenn deutsche Kursleiter in Integrationskursen und BIK-Klassen dann dazu betreten schweigen und sich einbilden, das würde sich schon noch "verwachsen". Nein, genau hier haben wir umgehend und deutlich klare Kante zu zeigen und zu vermitteln, was bei uns gilt. 

Hier stimme ich dir vollkommen zu. Es ist Aufgabe des Integrationsunterrichtes, auch solches anzusprechen.

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vor 16 Minuten schrieb Die Angelika:

 

Wir werden uns wohl einig sein, dass es eine Einschränkung der Grundrechte in Deutschland lebender muslimischer Frauen ist, wenn diese von ihren Familien zum Tragen eines Kopftuchs gezwungen werden.

 

Ich sage nun definitiv nicht "Freiheit gegen Kopftuch", das ist auch mir zu pauschal. Ich sage aber, dass wir genauer hinschauen sollten, was da abläuft. Nicht jede kopftuchtragende Muslimin in Deutschland trägt dieses Kopftuch auch freiwillig, nicht einmal jede, die öffentlich behauptet, es freiwillig zu tragen. 

 

 

 

Alles richtig,doch ist es nicht ganz einfach,das eine vom anderen zu unterscheiden.

Wenn man mitbekommt, dass eine Frau gezwungen wird, ist das eine Sache für die Polizei oder bei Kindern für das Jugendamt.

Solange eine Frau aber behauptet, freiwillig das Kopftuch zu tragen, kann ich es ihr nicht verbieten.

Der nächste Schritt wäre tatsächlich ein Kopftuchverbot von Staats wegen oder auch eine Anpassung des Artikels 4 des Grundgesetzes.

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Keine Kopftücher hiesse konsequenterweise auch: Keine Kippa.

 

Wollen wir das ?

 

Und es heisst,daß Menschen vorgeschrieben wird,wie sie sich zu kleiden haben.

Finde ich sehr problematisch. 

 

Edited by mn1217
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42 minutes ago, Moriz said:

Ja. Ich bin offen für brauchbare Vorschläge.

Aber ich bin (inzwischen) extrem kritisch, was die Einschränkung von Grundrechten angeht. Das darf nämlich nur in Abwägung mit dem Schutz anderer, konkreter Grundrechte geschehen. 'Freiheit' gegen 'Kopftuch' ist mir da zu pauschal.


Das ist ja auch richtig, deswegen gibt es bei uns ja auch kein generelles Kopftuchverbot.

Nur schränken wir die Freiheit der Meinung des Ausdrucks und der Meinung bei Verfassungsfeinden auch in diverser Hinsicht ein, aktuell sogar schon beim Tragen des Buchstabens „Z“, weil alle wissen, wofür das steht. Und genauso haben die Belgier die Totalverschleierung verboten, weil sie bei ihnen die Propaganda dafür ein Mobilisierungsinstrument der Terroristen war.

Und in der Türkei „befreite“ der autoritäre Staatsislamismus des Herr Erdogan die Türken vom „undemokratischen“ Kopftuchverbot - und stellte gleichzeitig die Frauen politisch in die zweite Reihe.

Das Kopftuch kann ein Aspekt der Religionsfreiheit - und es kann in sehr vielen Ländern ein Symbol der Unterdrückung sein.

Ein wehrhafte Demokratie wird immer beides im Blick haben.

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Marcellinus
vor 4 Minuten schrieb mn1217:

Keine Kopftücher hiesse konsequenterweise auch: Keine Kippa.

 

Wollen wir das ?

 

Und es heisst,daß Menschen vorgeschrieben wird,wie sie sich zu kleiden haben.

Finde ich sehr problematisch. 

 

Du hast es nicht verstanden, oder willst es nicht verstehen. Es gibt zahlreiche Bekleidungsvorschriften bei unterschiedlichsten Gelegenheiten, aber darum geht es hier nicht. Es geht um Ort, an denen Menschen nicht freiwillig sind, und an denen sie ein Anrecht auf weltanschauliche Neutralität haben, und da verbieten sich eben religiöse Symbole, also zB in Schulen, in Behörden oder vor Gericht. 

 

Im deutschen Judentum von Kaiserzeit und Weimarer Republik war es übrigens selbstverständlich, daß Juden die Kippa nur beim Gang zu Synagoge trugen. Das nur nebenbei.

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Marcellinus
vor 5 Minuten schrieb Shubashi:

Das Kopftuch kann ein Aspekt der Religionsfreiheit ...

 

Kennst du dafür ein einziges Beispiel? Die Gegenbeispiele, wo Kopftücher ein Symbol der Unterdrückung sind, kannst du stattdessen überall erleben, wo Muslime die Straße beherrschen. Dazu braucht es nicht einmal ein islamisches Land zu sein. Da reicht eine deutsche Schule mit hinreichend großem Migrantenanteil.

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Die Angelika

Es ist nicht nur Aufgabe des Integrationsunterrichtes, sondern sollte uns allen angenehme Aufgabe sein, wenn uns unsere freiheitliche Grundordnung wichtig ist.

Kleine Anekdote aus meinem Berufsalltag (ich arbeite nicht mehr Integrationskursen, sondern mit Auszubildenden):

Auszubildender, Syrer, Muslim, hat bekannterweise Probleme mit deutschen Frauen. Mit mir ist er schon mehrfach angeeckt, weil er mich nicht als Vertretung meines Kollegen akzeptieren wollte. Als ich ihm dann erklärte, dass er dann eben keine Hilfe bekäme, meinte er, ich sei ausländerfeindlich und islamophob (Übrigens eine klassische Methode, um unsereins einzuschüchtern). Nachdem ich meinem Kollegen das gesteckt hatte, zuckte der nur die Schultern, anstatt das mit ihm zu bearbeiten. Nun denn.

Ein paar Wochen später mussten wir dummerweise einen Dozentenwechsel vornehmen, was zur Folge hatte, dass sein Förderunterricht (Einzelunterricht)  nicht mehr von einem Mann, sondern einer Frau gehalten wurde. Wochen später beschwert diese sich zufällig (weil mein Kollege in Urlaub war) bei mir, dass der junge Mann so häufig niht käme. Also kümmere ich mich drum, schau mir das genauer an und stelle fest, dass seine Anwesenheit mit Einsatz der Dozentin anstelle eines Dozenten rapide nachließ. Ein Schelm, wem dabei in den Sinn kommt, dass das Methode hat und am Geschlecht des Dozenten liegt. Also weise ich meinen Kollegen nach seiner Rückkehr aus dem Urlaub darauf hin, woraufhin er wieder nur die Schultern zu zucken gedenkt. Daraufhin habe ich ihm deutlichst gesagt, was ich davon halte und was er zu tun habe, wenn er seinen Job ordentlich machen will, nämlich dem jungen Herrn Klartext zu liefern, ihn damit konfrontieren und ihm zu erklären, dass er aus der Maßnahme fliegt, wenn er weiterhin so häufig fehlt. Daraufhin meint mein Kollege doch glatt, dass er befürchtet, dass der junge Mann dann lieber die Maßnahme sausen ließe und er arme Kerl doch ohne die Unterstützung hier (auch wenn sie dann unregelmäßig sei), die Ausbildung wohl kaum erfolgreich abschließen werde. Da platzte mir dann endgültig der Kragen und ich habe ihm entgegnet, dass dieser Auszubildende es in diesem Fall dann auch nicht verdient habe, mit unserer Hilfe die Ausbildung zu bestehen. Der müsse sich halt dann entscheiden, ob ihm sein syrisches Machogehabe oder seine Ausbildung wichtiger sei. Und ich würde von ihm als Kollegen erwarten, dass er sich hier solidarisch mit uns 

Frauen zeigt und dafür sorgt, dass der sich so verhält, wie das in D üblich sein sollte. Andernfalls könnte es mir einfallen, dass ich mich demnächst umgekehrt sexistisch verhalte. 

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Die Angelika
vor 19 Minuten schrieb MartinO:

Solange eine Frau aber behauptet, freiwillig das Kopftuch zu tragen, kann ich es ihr nicht verbieten.

 

Ich kann aber genau hinschauen, insbesondere wenn es um sehr junge Frauen geht.

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Die Angelika
vor 17 Minuten schrieb mn1217:

Keine Kopftücher hiesse konsequenterweise auch: Keine Kippa.

 

Wollen wir das ?

 

Und es heisst,daß Menschen vorgeschrieben wird,wie sie sich zu kleiden haben.

Finde ich sehr problematisch. 

 

 

Kleidervorschriften gibt es in vielen Bereichen, unter anderem für Bankkaufleute. Das ist nicht per se problematisch.

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Die Angelika
vor 6 Minuten schrieb Marcellinus:

 

Kennst du dafür ein einziges Beispiel? Die Gegenbeispiele, wo Kopftücher ein Symbol der Unterdrückung sind, kannst du stattdessen überall erleben, wo Muslime die Straße beherrschen. Dazu braucht es nicht einmal ein islamisches Land zu sein. Da reicht eine deutsche Schule mit hinreichend großem Migrantenanteil.

 

Ich bin so frei, dass ich ein Kopftuch trage, wenn mir danach ist.

Aber vielleicht ist das dann auch wieder falsch, weil ich ja keine Muslima bin, da fällt das dann bestimmt unter kulturelle Aneignung oder so....

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Marcellinus

@Die Angelika

Wie wir in den letzten fast drei Jahren erleben mußten, hat Freiheit in diesem Land keinen hohen Stellenwert. Gleichzeitig haben wir in den letzten Jahren Millionen von Zuwanderern in unser Land bekommen, die alle aus Ländern kommen, in denen Frauenrechte quasi nicht existieren. So etwas verändert ein Land, und wird es weiter verändern. Ich denke, der Zug ist abgefahren.

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14 minutes ago, Marcellinus said:

 

Kennst du dafür ein einziges Beispiel? Die Gegenbeispiele, wo Kopftücher ein Symbol der Unterdrückung sind, kannst du stattdessen überall erleben, wo Muslime die Straße beherrschen. Dazu braucht es nicht einmal ein islamisches Land zu sein. Da reicht eine deutsche Schule mit hinreichend großem Migrantenanteil.


Ich hatte ja das Foto aus dem Iran von 2017 verlinkt - so getragen, scheint mir das Kopftuch gleichmaßen modisches wie freiheitliches Statement.

Ich gestehe allerdings, dass von heutiger Mode generell wenig verstehe - ich kann mir aber vorstellen, das kreative, selbstbestimmte Umgang damit auch in anderen Gesellschaften freiheitlich sein kann.

Ein Symbol der Unterdrückung kann eben umfunktioniert werden.

 

Edit:

Blöder Satz, aber ich riskier‘s mal: frag lieber eine Frau.

Edited by Shubashi
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vor 10 Minuten schrieb Die Angelika:

 

Kleidervorschriften gibt es in vielen Bereichen, unter anderem für Bankkaufleute. Das ist nicht per se problematisch.

Im Job.

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