atheist666 Geschrieben 27. Juni Melden Geschrieben 27. Juni Irgendwie habe ich noch in Erinnerung, daß der Tod am Kreuz ein Ersatz für das alttestamentarische Sühneopfer sein soll der Sündenbock halt; und nennt man Jesus nicht auch das Lamm Gottes? Zitieren
Dies ist ein beliebter Beitrag. Flo77 Geschrieben 27. Juni Dies ist ein beliebter Beitrag. Melden Geschrieben 27. Juni (bearbeitet) vor 35 Minuten schrieb atheist666: Irgendwie habe ich noch in Erinnerung, daß der Tod am Kreuz ein Ersatz für das alttestamentarische Sühneopfer sein soll der Sündenbock halt; und nennt man Jesus nicht auch das Lamm Gottes? Das tut man, aber bitte, bitte werfe man hier nicht Dinge in einen Topf, die nicht zusammengehören. Der Sündenbock hat NICHTS mit dem Pessachlamm zu tun! Der Sündenbock wird an JomKippur mit den Sünden des Jahres in die Wüste gejagt. Das Pessachlamm sorgt dafür, daß der Tod an den Türen vorbeigeht. In der christlichen Deutung haben sich beide Bilder lediglich teilweise überlagert, obwohl originär kein direkter Zusammenhang bestand. Edit: "der" Sündenbock stimmt übrigens nur teilweise. Es handelte sich nämlich um 2(!) Böcke, von denen einer als Schlachtopfer endete, während der andere in die Wüste gejagt wurde. bearbeitet 27. Juni von Flo77 4 Zitieren
atheist666 Geschrieben 27. Juni Melden Geschrieben 27. Juni vor 3 Minuten schrieb Flo77: Das tut man, aber bitte, bitte werfe man hier nicht Dinge in einen Topf, die nicht zusammengehören. Der Sündenbock hat NICHTS mit dem Pessachlamm zu tun! Der Sündenbock wird an JomKippur mit den Sünden des Jahres in die Wüste gejagt. Das Pessachlamm sorgt dafür, daß der Tod an den Türen vorbeigeht. In der christlichen Deutung haben sich beide Bilder lediglich teilweise überlagert, obwohl originär kein direkter Zusammenhang bestand. Danke ❤️ für die Erläuterungen! Zitieren
iskander Geschrieben 28. Juni Melden Geschrieben 28. Juni vor 4 Stunden schrieb Flo77: Nach Markus und Matthäus bezahlt Jesus mit seinem Leben die Schuld die durch die Sünde entsteht. Dahinter steckt ein komplexes System aus beschädigter Weltordnung, die durch ein Opfer wieder repariert bzw. ins Lot gebracht werden muss. Hier besteht der Liebesakt in der Übernahme der Schuld. Nach Lukas führt das Opfer Jesu dem Menschen seine Unvollkommenheit, Sündhaftigkeit und Gewaltbereitschaft vor Augen und die Sanftmut Jesu mit der er das Martyrium ertrug um bei den Sündern die Umkehr auszulösen wird als Akt der unermesslichen Liebe Gottes verstanden. Das ist vielleicht noch einigermaßen verständlich, aber viele andere Darstellungen - die teils aber schon auf Kirchenväter zurückzugehen scheinen - sind es weniger. Und schon bei Markus und Matthäus (oder Paulus) wäre die Frage, wie das zu interpretieren ist. Anselms Auffassung von Gott, der ähnlich wie ein beleidigter Fürst Genugtuung fordert, wobei es ihm aber egal ist, ob ein Schuldiger oder Unschuldiger leidet, erscheint heute wohl den wenigsten Christen noch als attraktiv. Zitieren
johannes12 Geschrieben 3. August Melden Geschrieben 3. August Ich glaube schon, dass die Kreuzigung des Jesus Christus war schon deswegen heilsnotwendig, damit Menschen verstehen, wie abscheulich die Sünden der Menschheit sind - so dass sie unheimlichen Schmerzen und Schmach verdient haben. Dazu noch: Kein Mensch - außer Jesu Christi - konnte und kann so viel Leid aushalten, den Preis unserer Erlösung. Zitieren
Werner Hoffmann Geschrieben 16. August Autor Melden Geschrieben 16. August Gott benötigt kein blutiges Opfer, um gnädig zu sein. Vielmehr ist das Kreuz Ausdruck seiner radikalen Liebe, in der er selbst den tiefsten Abgrund menschlicher Schuld und Gewalt auf sich nimmt, um ihn von innen heraus zu überwinden. Das Kreuz ist nicht nur Heilszeichen, sondern auch Spiegel. Es zeigt, wie destruktiv der Mensch sein kann – und zugleich, dass Gott dieser Gewalt nicht mit Vernichtung begegnet, sondern mit radikaler Liebe, die den Kreislauf bricht. Die Kreuzigung Jesu ist die radikale Offenlegung der menschlichen Mordlust und Gewaltmechanismen. Gott tritt nicht als strafender Richter auf, sondern als Opfer der Gewalt – und bricht so die Logik des Sündenbocks. Darin liegt eine befreiende Botschaft: Echte Versöhnung entsteht nicht durch Gewalt, sondern durch Wahrheit und Liebe. 2 Zitieren
Weihrauch Geschrieben 16. August Melden Geschrieben 16. August vor 2 Stunden schrieb Werner Hoffmann: Echte Versöhnung entsteht nicht durch Gewalt, sondern durch Wahrheit und Liebe. Ja. In deiner Schilderung ist die Versöhnung aber eine Einbahnstraße. Gott versöhnt sich mit den Henkern, aber deswegen sind die Henker (bzw. Judas, der Sanhedrin, Pilatus, die Juden und Christen) noch lange nicht mit Gott bzw. Jesus Christus versöhnt. Liebe klingt gut, aber was ist Wahrheit? Und jetzt komme mir nicht mit dem Schlagwort: Christus ist die Wahrheit, denn damit können die, die sich mit Gott/Jesus noch versöhnen sollen, noch nichts anfangen. Zitieren
Lindau Geschrieben 17. August Melden Geschrieben 17. August Am 6.4.2026 um 11:36 schrieb SteRo: Die Kreuzigung Jesu Christi als solche ist übrigens nicht heilsnotwendig. Eine andere Tötungsart hätte es auch getan. Denn worauf es ankommt ist lediglich, dass Gott offenbart wie weit unsere Liebe zu Ihm gehen soll. Warum überhaupt Tötung? und ein Fisch als Symbol wäre besser als ein Kreuz Zitieren
SteRo Geschrieben 17. August Melden Geschrieben 17. August (bearbeitet) vor 18 Minuten schrieb Lindau: Warum überhaupt Tötung? Es geht dabei um das Erdulden des Getötetwerden, die liebende Hingabe seines Lebens an den Willen des geliebten Vaters. Sein Leben für ein Geliebtes geben ist doch die höchste Liebestat. vor 18 Minuten schrieb Lindau: und ein Fisch als Symbol wäre besser als ein Kreuz ? bearbeitet 17. August von SteRo Zitieren
Lindau Geschrieben 17. August Melden Geschrieben 17. August vor 19 Minuten schrieb SteRo: Es geht dabei um das Erdulden des Getötetwerden, die liebende Hingabe seines Lebens an den Willen des geliebten Vaters. Sein Leben für ein Geliebtes geben ist doch die höchste Liebestat. Sicher gibt es bessere Liebesbeweise Zitieren
SteRo Geschrieben 17. August Melden Geschrieben 17. August vor 1 Minute schrieb Lindau: Sicher gibt es bessere Liebesbeweise Wenn man das eigene Leben über das Geliebte stellt, sein eigenes Leben also mehr liebt, dann erscheinen einem sicherlich "bessere". Zitieren
Lindau Geschrieben 17. August Melden Geschrieben 17. August Am 28.6.2026 um 02:13 schrieb iskander: Das ist vielleicht noch einigermaßen verständlich, aber viele andere Darstellungen - die teils aber schon auf Kirchenväter zurückzugehen scheinen - sind es weniger. Und schon bei Markus und Matthäus (oder Paulus) wäre die Frage, wie das zu interpretieren ist. Anselms Auffassung von Gott, der ähnlich wie ein beleidigter Fürst Genugtuung fordert, wobei es ihm aber egal ist, ob ein Schuldiger oder Unschuldiger leidet, erscheint heute wohl den wenigsten Christen noch als attraktiv. Gut gesagt! worin besteht denn die Schuld? Im Essen eines einzigen Apfels, also Mundraub? Zitieren
Lindau Geschrieben 17. August Melden Geschrieben 17. August vor 2 Minuten schrieb SteRo: Wenn man das eigene Leben über das Geliebte stellt, sein eigenes Leben also mehr liebt, dann erscheinen einem sicherlich "bessere". Warum sollte denn überhaupt jemand sterben? Zitieren
SteRo Geschrieben 17. August Melden Geschrieben 17. August Gerade eben schrieb Lindau: Warum sollte denn überhaupt jemand sterben? Es geht ja hier nicht um "jemand", sondern um Jesus Christus. Dass "jemand" für irgendwas sterben soll, erleben wir doch täglich. Zitieren
KevinF Geschrieben 17. August Melden Geschrieben 17. August (bearbeitet) 10 hours ago, Lindau said: Warum überhaupt Tötung? und ein Fisch als Symbol wäre besser als ein Kreuz Jordan Peterson meinte mal in einem seiner Videos, das Kreuz als Symbol sei wie eine Impfung gegen Tragödien. Diese Deutung gefällt mir. Außerdem stellt es imo eine radikale Absage daran dar, das "Reich Gottes" als politische Utopie im Hier und Jetzt verwirklichen zu wollen. Die Folge der Kreuzigung ist die Verinnerlichung des Reiches Gottes (+ gelebte Nächstenliebe, wobei es beides auch schon vorher gibt in den Evangelien, die allerdings auch erst nachösterlich sind) und das Hinausschieben der vollständigen Verwirklichung des Reiches Gottes bis zum Ende aller Tage (das nun tendenziell eher als in weiter Ferne gesehen wird. Nach 2000 Jahren auch verständlich.). Nachdem das gesagt ist: Die angebliche Heilsnotwendigkeit der Kreuzigung ergibt für mich auch keinen Sinn. Da steckt imo alttestamentliche levitische Theologie dahinter (wobei es im AT auch andere Tendenzen gibt), die Sünde als so eine Art metaphysische Verschmutzung sieht, die dann eben einen Ausgleich benötigt. Passt nicht zum modernen Weltbild imo. Und selbst bei Leviticus gibt es keine Menschenopfer. bearbeitet 17. August von KevinF Zitieren
KevinF Geschrieben 17. August Melden Geschrieben 17. August (bearbeitet) Außerdem ist das Kreuz eine Erinnerung an das Schicksal Jesu. Falls wir von einem historischen Jesus ausgehen wollen, der das Reich Gottes predigte und als Folge davon am Kreuz starb, ist das imo sehr angemessen. bearbeitet 17. August von KevinF Zitieren
SteRo Geschrieben 18. August Melden Geschrieben 18. August Selbstopfer ist nicht gleich Selbstopfer. Wußte zuerst nicht, in welchen Thread damit. Aber eigentlich ist dieser Thread genau der richtige, denn der Kontrast zwischen Jesu Christi Selbstopfer und dem Selbstopfer dieses armen verwirrten Menschen könnte nicht größer sein. Gott sei seiner armen Seele gnädig. Warum sich ein Pfarrer in Sachsen-Anhalt einst selbst anzündete Beim Lesen dieses Artikels musste ich unweigerlich an das Bild des sich selbst verbrennenden vietnamesischen buddhistischen Mönchs denken wie er ohne mit der Wimper zu zucken in Meditationspose brennt. Zitieren
Lindau Geschrieben 18. August Melden Geschrieben 18. August Am 4.8.2026 um 01:34 schrieb johannes12: Ich glaube schon, dass die Kreuzigung des Jesus Christus war schon deswegen heilsnotwendig, damit Menschen verstehen, wie abscheulich die Sünden der Menschheit sind - so dass sie unheimlichen Schmerzen und Schmach verdient haben. Dazu noch: Kein Mensch - außer Jesu Christi - konnte und kann so viel Leid aushalten, den Preis unserer Erlösung. Gott hat die Menschen so gemacht, wie sie sind Zitieren
nannyogg57 Geschrieben 18. August Melden Geschrieben 18. August Ich bin nur eine dumme Theologin und ich verstehe das Mysterium im Kreuz Jesu immer nur einmal im Jahr für einen kurzen Moment in der Liturgie der Kreuzverehrung. Ansonsten ist es mir ein komplettes Rätsel. 1 1 Zitieren
SteRo Geschrieben 18. August Melden Geschrieben 18. August vor 1 Stunde schrieb Lindau: Gott hat die Menschen so gemacht, wie sie sind Ja und nein. Ja, weil Er dem Wesen, das alle Menschen teilen und das Er nach seinem Bilde wollte, individuelles Sein verleiht. Nein, weil zum Wesen der freie Wille gehört, kraft dessen jeder einzelne Mensch sein Sein selbst bestimmt. Zitieren
johannes12 Geschrieben 18. August Melden Geschrieben 18. August vor 10 Stunden schrieb nannyogg57: Ich bin nur eine dumme Theologin und ich verstehe das Mysterium im Kreuz Jesu immer nur einmal im Jahr für einen kurzen Moment in der Liturgie der Kreuzverehrung. Ansonsten ist es mir ein komplettes Rätsel. Mit Seinem schmerzvollen Tod und glorreicher Auferstehung hat Jesus jedem von uns geschenkt Befreiung von ewigen Qualen der Holle und gleichzeitig Einzug in die Herrlichkeit des Ewigen Lebens. ... So sehe ich diese Sache 2 Zitieren
Lindau Geschrieben 20. August Melden Geschrieben 20. August Am 18.8.2026 um 22:19 schrieb johannes12: Mit Seinem schmerzvollen Tod und glorreicher Auferstehung hat Jesus jedem von uns geschenkt Befreiung von ewigen Qualen der Holle und gleichzeitig Einzug in die Herrlichkeit des Ewigen Lebens. ... So sehe ich diese Sache Brav gelernte Phrasen, weit weg von der Lebenswirklichkeit des Alltags. 2 Zitieren
Lindau Geschrieben 20. August Melden Geschrieben 20. August Am 18.8.2026 um 11:35 schrieb nannyogg57: Ich bin nur eine dumme Theologin und ich verstehe das Mysterium im Kreuz Jesu immer nur einmal im Jahr für einen kurzen Moment in der Liturgie der Kreuzverehrung. Ansonsten ist es mir ein komplettes Rätsel. Mir ist es auch ein Rätsel. Zitieren
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