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Die Kreuzigung des Jesus Christus - heilsnotwendig ?


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Geschrieben
vor 48 Minuten schrieb Cosifantutti:

„Steinbruchexegese“ nannte man das früher

 

Früher? Wie nennt man es jetzt?

Geschrieben
vor 14 Stunden schrieb SteRo:

 

Das einzige Heil nach der letzten Offenbarung Gottes ist das gute ewige Leben, welches Jesus Christus verkündet hat. Da gibt es kein Zurück mehr. Dass die Alten dieses Heil nicht erlangen konnten, ist offensichtlich. Auch ihre Rechtfertigung ist dementsprechend aus der Sicht der alleine gültigen Offenbarung Jesus Christi demnach eine Rechtfertigung 2. Klasse, welche die Verdamnis zwar verhindert, aber eben das gute ewige Leben ausschließt. Deshalb das "Hinabsteigen" Jesus Christi in "das Reich des Todes", auf dass auch die alten Gerechten am guten ewigen Leben, dem einzigen Heil, teilhaben können.

Der gesamte alte Bund ist lediglich das notwendige evolutionäre Vorspiel für das Erscheinen Jesu Christi, weil das Erscheinen Jesu Christi nur fruchten konnte auf Basis einer bestimmten religiös-kulturellen Reife.

 

 

Damit wären die Alten konsistent miterlöst. Akzeptiert.

Bleibt die Frage, wieso der Umstand, denn bei aller religiös-kultureller Reife (was ist das eigentlich), auch heute gibt es Menschen, die das ganze nicht aus Bosheit nicht verstehen und glauben können. Die sind dann prädestiniert verworfen, weil sie sich nicht, wie @KevinF das so treffend ausdrückte, in die Tasche lügen wollen.

Geschrieben (bearbeitet)
vor 44 Minuten schrieb Higgs Boson:

Auch wenn man Schriften historisch kritisch betrachtet und diese Sicht der Dinge habe ich sehr schätzen gelernt, historischer Fakt bleibt, da hat jemand etwas geschrieben und das ganze fand Eingang in den Tenach: Da hat das Stammesvolk durchaus nicht nur sich selbst im Blick.

 

Ja, aber who cares? Du bist nicht Adressat, für Dich wurde das nicht geschrieben.

 

Nach Deiner historisch-kritischen Lesart hat sich vor vielleicht 2500 Jahren irgendjemand was ausgedacht und aufgeschrieben, das Ganze wurde von seinem Stamm in die Sammlung Heiliger Stammesschriften aufgenommen, war und ist nicht für Dich gedacht -  und Dich überzeugt das so, daß Du Dein Leben zumindest teilweise danach ausrichtest.

 

Da ich das so absolut Null verstehen kann, finde ich das schon faszinierend, das gebe ich zu.

bearbeitet von rorro
Geschrieben
vor 3 Minuten schrieb rorro:

 

Nein, sind sie nicht (SteRo betreibt seine Privatlehre, die würde ich jetzt nicht zur Grundlage der Diskussion nehmen).

 

Mir schon klar, aber wenn ich mit SteRo seine Privatlehre diskutiere, muss ich diese als Grundlage nehmen.

Geschrieben
vor 18 Minuten schrieb rorro:

 

Ja, aber who cares? Du bist nicht Adressat, für Dich wurde das nicht geschrieben.

 

Nach Deiner historisch-kritischen Lesart hat sich vor vielleicht 2500 Jahren irgendjemand was ausgedacht und aufgeschrieben, das Ganze wurde von seinem Stamm in die Sammlung Heiliger Stammesschriften aufgenommen, war und ist nicht für Dich gedacht -  und Dich überzeugt das so, daß Du Dein Leben zumindest teilweise danach ausrichtest.

 

Da ich das so absolut Null verstehen kann, finde ich das schon faszinierend, das gebe ich zu.

 

Jetzt gehen diese Stammesbrüder aber her und machen mir ein Angebot: Unser Gott kann auch Dein Gott sein und das sind seine heiligen Schriften. Unser Gott ist der Schöpfer aller Menschen. Nimm und lies.

 

Und damit war ich Adressat.

 

Und da ich die Schriften schon mal kannte und auch sehr liebte, konnte ich das Angebot irgendwie nicht abschlagen. Schon Jahrzehnte betete ich lieber MIT Jesus statt ZU Jesus. Das war irgendwie wie heimkommen.

 

 

Geschrieben (bearbeitet)
vor 3 Stunden schrieb SteRo:

Der Zeitpunkt der Schöpfung und ihre Ende und alles dazwischen ist ein ewiger Moment in Gott. D.h. in unserer Raumzeit geschieht nichts ohne dass Gott involviert ist.

 

Die Sünden, die wir heute begehen, sind die Nägel, die in das Fleisch Jesus Christi getrieben werden, und wir sind die Folterknechte, die ihn kreuzigen.

 

Das ist ein gewisses Spannungsfeld. Gott lässt die Dinge zu, die Menschen - so heißt es wohl - aus ihrer Verblendung heraus tun, um durch sie seinen Heilsplan zu verwirklichen. Mir ging es vor allem in dem von mir gesetzten Akzent darum zu betonen, dass Menschen nicht die "willenlosen" Subjekte sind, die etwas tun, was Gott vorherbestimmt hat.

 

Gott erlebt die Zeitmomente, die seine Gegenwart sind, und er lässt sie zu, weil er durch sie verwirklicht, was er in seinem "Vorherwissen" geplant hat. Das Zutun Gottes ist, das menschliche Wirken zuzulassen, und die durch diese Handlungen entstehenden geschichtlichen Momente zu nutzen, um durch sie seinen Heilsplan zu verwirklichen.

 

Weil es bei Gott keine Zeit gibt, beschließt er nicht "im Voraus", wie er auch nicht "im Nachhinein" auf etwas Vergangenes blickt. Das begrifflich zu greifen ist fast unmöglich, wenn man etwas beschreiben will, was von uns zeitlich wahrgenommen wird - und historische Ereignisse unterliegen immer dem Zeitlichen.

 

Es gehört zu einer Grundproblematik eines allwissenden und allmächtigen Gottes, dass er in allem involviert ist. Im Islam wird beispielsweise sehr deutlich gemacht, dass nichts passiert, ohne dass Gott es aktiv ins Dasein bringt. Dort ist Gott derjenige, der den menschlichen Willen vollzieht. Im Christentum vollziehen die Menschen ihren Willen eigenständig, Gottes Wirken liegt darin, diese menschliche Freiheit zu gestatten, um sie für seine Ziele zu nutzen.

 

Die zeitlichen Dinge unterliegen der Freiheit des Menschen, die überzeitliche Verwirklichung bei Gott bedient sich der zeitlichen Dinge. So gehen für mich menschliche Freiheit und Gottes Heilsplan zusammen.

bearbeitet von taupunkt
Geschrieben
10 hours ago, taupunkt said:

Dabei greift Gott meiner Meinung nach nur ein historisches Ereignis auf, um dadurch seinen Heilsplan zu verwirklichen - er hätte auch ein anderes dafür nehmen können.

Ich stimme zu, dass es ein anderes Ereignis hätte sein können, aber dieses Ereignis hätte meiner Meinung nach trotzdem die Komponente "menschliche Boshaftigkeit" haben müssen. Einfach eines natürlichen Todes sterben und dann wieder zurück kommen ist eine ganz andere Botschaft.

Geschrieben

 

 

 

Es ist so :  die Menschen haben hier den freien Willen, zu tun, was sie wollen !

Und das tun sie auch, wie man ja sieht.  

Geschrieben
vor 28 Minuten schrieb Kulti:

Ich stimme zu, dass es ein anderes Ereignis hätte sein können, aber dieses Ereignis hätte meiner Meinung nach trotzdem die Komponente "menschliche Boshaftigkeit" haben müssen. Einfach eines natürlichen Todes sterben und dann wieder zurück kommen ist eine ganz andere Botschaft.


Das wäre eine interessante Frage. Wobei die Antwort auch davon abhängt, was man unter „müssen“ versteht und aus wessen Sicht, da Gott vollständig souverän agiert und keinen Zwängen unterliegt.

Geschrieben

Vermutlich wäre es korrekter zu sagen: Wird die Komponente "menschliche Boshaftigkeit" aus dem Geschehen um den Karfreitag genommen, so wird der Sieg über das Böse aus dem österlichen Geschehen genommen.

Geschrieben
vor 8 Stunden schrieb Higgs Boson:

Jetzt gehen diese Stammesbrüder aber her und machen mir ein Angebot: Unser Gott kann auch Dein Gott sein und das sind seine heiligen Schriften. Unser Gott ist der Schöpfer aller Menschen. Nimm und lies.

 

Historisch-kritisch sind es nicht seine Schriften, es ist das Konglomerat von größtenteils erdachten Geschichten des Stammes. Warum sich dafür interessieren? Ehrman ist da konsequenter.

Zumal: ein wirkliches Angebot hat dieser Stamm Dir nicht gemacht, Du hast Dich dafür interessiert - und wusstest davon nur aufgrund eines Glaubens, den Du ablehnst.

 

vor 8 Stunden schrieb Higgs Boson:

Schon Jahrzehnte betete ich lieber MIT Jesus statt ZU Jesus. Das war irgendwie wie heimkommen.

 

Ich tue beides täglich in den Psalmen.

Geschrieben
vor 12 Stunden schrieb SteRo:

Der Zeitpunkt der Schöpfung und ihre Ende und alles dazwischen ist ein ewiger Moment in Gott. D.h. in unserer Raumzeit geschieht nichts ohne dass Gott involviert ist.

 

Die Sünden, die wir heute begehen, sind die Nägel, die in das Fleisch Jesus Christi getrieben werden, und wir sind die Folterknechte, die ihn kreuzigen.

 

Und jeder dieser Nägel wird, da Jesus Christus es bereitwillig aus liebender Hingabe an den Willen seines Vaters geschehen lässt, zu Verdiensten Jesu Christi, die wiederum die Sünden jener, die ihn kreuzigen, auslöschen, sofern sie erkennen (wollen).

 

Welch unendlich vergebende Barmherzigkeit! Die Rede vom Opferlamm, das die Sünden hinwegnimmt ist vollkommen zutreffend. Was dahinter aufleuchtet und die Szenerie des Gekreuzigten durchstrahlt ist das absolute Gute, das Allerhöchste Gut ... man kann nicht umhin es als solches zu lieben! Danke Herr, Danke! Gelobt sei Gott!

 

Geschrieben (bearbeitet)
vor 11 Stunden schrieb Higgs Boson:

 

Damit wären die Alten konsistent miterlöst. Akzeptiert.

Bleibt die Frage, wieso der Umstand, denn bei aller religiös-kultureller Reife (was ist das eigentlich), auch heute gibt es Menschen, die das ganze nicht aus Bosheit nicht verstehen und glauben können. Die sind dann prädestiniert verworfen, weil sie sich nicht, wie @KevinF das so treffend ausdrückte, in die Tasche lügen wollen.

 

Die Reife ist

- Landbesitz, wo vorher keines war (durch Landnahme und Vertreibung)

- Zucht, wo vorher Unzucht war (u.a. durch Steinigung von Sündern)

- Ordnung (Kult, Riten, Heiligtum, Priestertum etc .... Ausrichtung auf den einen Gott), wo vorher Unordnung (u.a. Götzendienst, mal dieser mal jener) war

Ein geformtes Volk Gottes also. Dass es sich dabei nur um Äußerlichkeiten handelt (und die eigentlichen Sünden der Innerlichkeit des Menschen dabei gar nicht vorkommen), ist das Wesen des Alten Bundes, dessen Aufgabe es eben war lediglich die erforderliche religiös-kulturelle Basis für die fruchtbare Offenbarung Jesu Christi zu bilden.

 

Der Gedanke des "sich nicht in die Tasche lügen wollen" ist bereits Ausdruck innerer Sündhaftigkeit. Denn die Wahrheit aufgrund nichtverschuldeter Umstände nicht verstehen können, sich aber trotzdem bemühen, ist das eine, aber die Wahrheit als Lüge abtun ist das andere.

Da die Sünde vom freien Willen des Menschen abhängt handelt es sich beim Verworfensein nicht um Prädestination. Zudem ist ja, Dank Jesus Christus, jede Sünde vergebbar, und Umkehr ist möglich bis in die letzte Minute des Lebens. Ein letztendliches Verworfensein setzt also schon Beharrlichkeit im Bösen/Schlechten voraus.

 

»Denn Gott befiehlt nichts Unmögliches, son-
dern wenn er befiehlt, dann mahnt er, zu tun,
was man kann, und zu erbitten, was man nicht
kann«, und er hilft, daß man kann.

 

 

bearbeitet von SteRo
Geschrieben
vor 3 Stunden schrieb Kulti:

Vermutlich wäre es korrekter zu sagen: Wird die Komponente "menschliche Boshaftigkeit" aus dem Geschehen um den Karfreitag genommen, so wird der Sieg über das Böse aus dem österlichen Geschehen genommen.


Da gehe ich mit.

Geschrieben
vor 16 Stunden schrieb Domingo:

 

Wieso? (Ein Link reicht, da ich nicht alles hier gelesen habe.)

 

Vermutlich einfach, weil Paulus das sagt?

Geschrieben
vor 17 Stunden schrieb Domingo:

 

Wieso? (Ein Link reicht, da ich nicht alles hier gelesen habe.)

 

Ah, sorry, hatte ich nicht gelesen. Exakt u.a. wegen Paulus - und weil wie schon mehrfach erwähnt der Tanach sich nicht an Nichtjuden richtet.

Geschrieben (bearbeitet)
vor 2 Minuten schrieb rorro:

 

Ah, sorry, hatte ich nicht gelesen. Exakt u.a. wegen Paulus - und weil wie schon mehrfach erwähnt der Tanach sich nicht an Nichtjuden richtet.

 

 

Ich verstehe die zweite Begründung nicht. Warum bewirkt Jesu Lehre oder sein Opfertod nicht, dass sich die Tanach jetzt auch an Nichtjuden richtet, sondern speziell die Auferstehung?

bearbeitet von Domingo
Geschrieben (bearbeitet)
vor 3 Minuten schrieb Domingo:

Ich verstehe die zweite Begründung nicht. Warum bewirkt Jesu Lehre oder sein Opfertod nicht, dass sich die Tanach jetzt auch an Nichtjuden richtet, sondern speziell die Auferstehung?

 

Weil die Auferstehung die Bestätigung Gottes für Lehre und Leben Jesu ist.

bearbeitet von rorro
Geschrieben (bearbeitet)
vor 6 Stunden schrieb rorro:

 

Historisch-kritisch sind es nicht seine Schriften, es ist das Konglomerat von größtenteils erdachten Geschichten des Stammes. Warum sich dafür interessieren? Ehrman ist da konsequenter.

Zumal: ein wirkliches Angebot hat dieser Stamm Dir nicht gemacht, Du hast Dich dafür interessiert - und wusstest davon nur aufgrund eines Glaubens, den Du ablehnst.

 

Das, was Du da historisch-kritisch als Konglomerat abtust: Du weißt, was Bart über die Schriften des NT schreibt. Und es ist nicht etwa so, dass er aufgrund dessen, heute kein Christ mehr ist. Sein Atheismus hat ganz andere Wurzeln. 

 

Du hast völlig Recht, mir sind die Schriften durch das Christentum vertraut. Und ohne Nicea hätte ich auch mit dem Christentum kein Problem, auch nicht mit einem kerygmatischen Jesus*. Aber ich kann nicht einem historischen Jesus eine Göttlichkeit dieses Kalibers ans Bein binden. Ich muss mich an diesem Punkt für einen der beiden entscheiden, muss ich für mich ehrlich bleiben, das hat der arme Kerl nicht verdient. 

 

Wie kriegt man jetzt das, was Du Konglomerat nennst, mit Glauben zusammen? Indem wir Gottesbilder entwickeln. Ideen, über Gott. Und in Dialog zu dem treten, wie andere in ihren Schriften ihr Gottesbild darstellen. Das geht zum Beispiel über die Frage: was treibt den Schreiber in dem Moment an, was ist die Aussage, gibt es mehr als eine Aussage? Wie lesen andere diese Texte, was sagen die Auslegetraditionen? Was passiert, wenn ich den Text wörtlich nehme? Was sagt der Text ausdrücklich nicht aus, auf was bezieht sich der Text im Gesamtsystem? Was, wenn der Text nur eine Erfindung ist, was sagt er über das Gottesbild des Schreibers aus? Das alles, alle Ebenen, können gleichzeitig existieren, selbst wenn sie sich zu widersprechen scheinen. Und keine Frage ist verboten, keine Antwort muss unwidersprochen hingenommen werden. 

 

Grundlage ist einfach ein Glaube an Gott, dass er es gut meint, dass er für uns ist. Und zu diesem Gott trete ich in Kontakt, mit meinen eigenen Gebeten und mit Gebeten, die andere seit Jahrtausenden nutzen.

 

Alle Religiöse Praxis ist Ausdruck davon. Das ist ein spiritueller Weg.

 

Und das hat alles nichts mit WahrheitTM zu tun. Aber beim Judentum finde ich den Raum, in dem jede Frage nicht nur gestellt werden darf, sondern auch erwünscht ist. Je spitzfindiger, desto besser. 

 

Was das Angebot angeht: Es gibt mehrere jüdische Organisationen, die betreiben zwar keine Mission wie das Christentum (früher), aber sie sind Anlaufstellen für Suchende wie mich. 

 

 

vor 6 Stunden schrieb rorro:

Ich tue beides täglich in den Psalmen.

 

👍

 

 

 


_______________________________________________________
* Treffen sich 2 Jesuiten, sagt der eine zum Anderen: Hör mal, man hat in Jerusalem das Grab von Jesus gefunden und sogar seine Knochen waren noch darin! Antwortet der andere: OMG, das heißt er hat wirklich gelebt! 

 

 

 

bearbeitet von Higgs Boson
Geschrieben
vor 6 Stunden schrieb SteRo:

 

Der Gedanke des "sich nicht in die Tasche lügen wollen" ist bereits Ausdruck innerer Sündhaftigkeit. 

 

 

Sich nicht anlügen wollen ist sündhaft. Ok, ich glaube, wir beenden das hier.

Denn ein 'friss Vogel oder stirb' kriege ich auch bei den ZJ.

Geschrieben
vor einer Stunde schrieb rorro:

 

Weil die Auferstehung die Bestätigung Gottes für Lehre und Leben Jesu ist.

Ok, danke.

Geschrieben (bearbeitet)
vor 3 Stunden schrieb Higgs Boson:

 

Sich nicht anlügen wollen ist sündhaft. Ok, ich glaube, wir beenden das hier.

Denn ein 'friss Vogel oder stirb' kriege ich auch bei den ZJ.

 

Dann verstehst du den Ausdruck "sich nicht in die Tasche lügen wollen" vielleicht anders.

 

Ich habe verstanden: sich selbst nicht etwas einreden wollen, das man bereits als Lüge bzw Unwahrheit kategorisiert hat. Das ist dann natürlich sündhaft, denn man hat Kenntnis von der Wahrheit (zB durch mündliche Mitteilung) und verwirft diese Mitteilung als Lüge bzw Unwahrheit ohne sich zu bemühen, ihre Wahrheit zu erkennen.

 

»Denn Gott befiehlt nichts Unmögliches, son-
dern wenn er befiehlt, dann mahnt er, zu tun,
was man kann, und zu erbitten, was man nicht
kann«, und er hilft, daß man kann.

bearbeitet von SteRo
Geschrieben (bearbeitet)
vor 6 Stunden schrieb Higgs Boson:

 

Das, was Du da historisch-kritisch als Konglomerat abtust: Du weißt, was Bart über die Schriften des NT schreibt. Und es ist nicht etwa so, dass er aufgrund dessen, heute kein Christ mehr ist. Sein Atheismus hat ganz andere Wurzeln. 

 

Du hast völlig Recht, mir sind die Schriften durch das Christentum vertraut. Und ohne Nicea hätte ich auch mit dem Christentum kein Problem, auch nicht mit einem kerygmatischen Jesus*. Aber ich kann nicht einem historischen Jesus eine Göttlichkeit dieses Kalibers ans Bein binden. Ich muss mich an diesem Punkt für einen der beiden entscheiden, muss ich für mich ehrlich bleiben, das hat der arme Kerl nicht verdient. 

 

Wie kriegt man jetzt das, was Du Konglomerat nennst, mit Glauben zusammen? Indem wir Gottesbilder entwickeln. Ideen, über Gott. Und in Dialog zu dem treten, wie andere in ihren Schriften ihr Gottesbild darstellen. Das geht zum Beispiel über die Frage: was treibt den Schreiber in dem Moment an, was ist die Aussage, gibt es mehr als eine Aussage? Wie lesen andere diese Texte, was sagen die Auslegetraditionen? Was passiert, wenn ich den Text wörtlich nehme? Was sagt der Text ausdrücklich nicht aus, auf was bezieht sich der Text im Gesamtsystem? Was, wenn der Text nur eine Erfindung ist, was sagt er über das Gottesbild des Schreibers aus? Das alles, alle Ebenen, können gleichzeitig existieren, selbst wenn sie sich zu widersprechen scheinen. Und keine Frage ist verboten, keine Antwort muss unwidersprochen hingenommen werden. 

 

Grundlage ist einfach ein Glaube an Gott, dass er es gut meint, dass er für uns ist. Und zu diesem Gott trete ich in Kontakt, mit meinen eigenen Gebeten und mit Gebeten, die andere seit Jahrtausenden nutzen.

 

Alle Religiöse Praxis ist Ausdruck davon. Das ist ein spiritueller Weg.

 

Und das hat alles nichts mit WahrheitTM zu tun. Aber beim Judentum finde ich den Raum, in dem jede Frage nicht nur gestellt werden darf, sondern auch erwünscht ist. Je spitzfindiger, desto besser. 

 

Was das Angebot angeht: Es gibt mehrere jüdische Organisationen, die betreiben zwar keine Mission wie das Christentum (früher), aber sie sind Anlaufstellen für Suchende wie mich. 

 

 

 

👍

 

 

 


_______________________________________________________
* Treffen sich 2 Jesuiten, sagt der eine zum Anderen: Hör mal, man hat in Jerusalem das Grab von Jesus gefunden und sogar seine Knochen waren noch darin! Antwortet der andere: OMG, das heißt er hat wirklich gelebt! 

 

Wenn das alles nichts mit Wahrheit zu tun hat (inkl. Deiner Aussagen über Jesus), why bother

 

Um sich wohlzufühlen?

 

Lesen, was Menschen vor vielen Jahrhunderten sich über ihr Gottesbild ausgedacht haben (wozu auch das Gutmeinen Gottes gehört) und welche Geschichten sie dazu dichteten, mag zwar religionshistorisch interessant sein - aber warum soll das irgendeine Existenz außerhalb des Judentums berühren?

 

Natürlich kann jeder Mensch mit seiner Lebenszeit machen er will, aber wenn da die Wahrheit keine Rolle spielt, würde mich das alles so was von kalt lassen...

bearbeitet von rorro
Geschrieben
vor 19 Stunden schrieb Higgs Boson:

Aber ich kann nicht einem historischen Jesus eine Göttlichkeit dieses Kalibers ans Bein binden. Ich muss mich an diesem Punkt für einen der beiden entscheiden, muss ich für mich ehrlich bleiben, das hat der arme Kerl nicht verdient. 

 

Vom historischen Jesus weißt Du aus der gleichen Quelle so viel wie über den Christus. Dieses Modell historischer Jesus vs. Christus des Glaubens war schon immer zum Scheitern verurteilt. Die wenigen historischen Fakten, die außerchristliche Quellen zu Jesus liefern, reichen zur Bestätigung seiner historischen Existenz und mancher historischer Eckdaten, aber darüber hinaus bieten sie keine Informationen, noch dazu nicht, um eine eigene Weltanschauung darauf aufzubauen. Es bleibt ein inkonsistentes Modell übrig: während Du die kirchlichen Überlieferungen zu Jesus Leben akzeptierst und als Autorität akzeptierst, sind alle anderen kirchlichen Überlieferungen für Dich irrelevant oder dienen Dir nur als Autoritätsargumente gegenüber Christen. Stimmig ist das nicht, eher eine klassische Patchworkreligion, die herausnimmt, was passt.

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