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Die Kreuzigung des Jesus Christus - heilsnotwendig ?


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Geschrieben
vor 5 Minuten schrieb taupunkt:

Ich habe von Maimonides (?) mal das folgende Zitat gelesen „Wer die sieben Gebote übernimmt und gewillt ist, sie zu tun, der gehört zu den Frommen der Weltvölker und hat Anteil an der kommenden Welt“.

 

Über Leo Baeck und "Das Wesen des Judentums": Wie die Noachidischen Gebote mit der jüdischen Tradition verbunden werden können von Stefanie Wieczorek - Taschenbuch

 

Eine christliche Quelle ist bei so einem Thema natürlich doof, will sie der Vollständigkeit halber kurz verlinken:

noachidische-gebote-08-2010.pdf

 

 

Wobei Maimonides auch eine ziemliche Kampfklausel drin hat: nur derjenige, der die kleine Thora hält, weil sie von Gott offenbart wurde, gilt als Gerechter, nicht der, der sie aus eigener intellektueller Leistung tut.

 

https://www.youtube.com/watch?v=KEolY_vYr88

 

Geschrieben
vor 25 Minuten schrieb Flo77:

Aber das von Rabbi Elieser bis Maimonides.

 

Das waren Noahiden?

Ich bestreite nicht, dass das überhaupt nicht angesprochen wird, es war nicht mein Motiv und nicht dass ich wüsste das Motiv von irgendwem den ich kenne. Aber ich kenne nicht alle.

 

Und es ist üblich sich zum Geburtstag zu wünschen, dass man 120 wird. Da bleibt dann für die zukünftigen Welt nichts mehr übrig. 

 

 

Geschrieben
vor 1 Minute schrieb Higgs Boson:

 

Das waren Noahiden?

Ich bestreite nicht, dass das überhaupt nicht angesprochen wird, es war nicht mein Motiv und nicht dass ich wüsste das Motiv von irgendwem den ich kenne. Aber ich kenne nicht alle.

 

Und es ist üblich sich zum Geburtstag zu wünschen, dass man 120 wird. Da bleibt dann für die zukünftigen Welt nichts mehr übrig. 

Die Herren haben die Noachidischen Gebote und das Konzept der Thora für Nichtjuden "institutionalisiert" haben.

Geschrieben
Gerade eben schrieb Flo77:

Die Herren haben die Noachidischen Gebote und das Konzept der Thora für Nichtjuden "institutionalisiert" haben.

 

Ich weiß, das war ein Joke. 

Geschrieben
Gerade eben schrieb Higgs Boson:

Ich weiß, das war ein Joke. 

Gefährlicher Ansatz 🤣

Geschrieben
vor 29 Minuten schrieb taupunkt:

Ich habe von Maimonides (?) mal das folgende Zitat gelesen „Wer die sieben Gebote übernimmt und gewillt ist, sie zu tun, der gehört zu den Frommen der Weltvölker und hat Anteil an der kommenden Welt“.

 

Über Leo Baeck und "Das Wesen des Judentums": Wie die Noachidischen Gebote mit der jüdischen Tradition verbunden werden können von Stefanie Wieczorek - Taschenbuch

 

Eine christliche Quelle ist bei so einem Thema natürlich doof, will sie der Vollständigkeit halber kurz verlinken:

noachidische-gebote-08-2010.pdf

 

 

 

Ja, und das bedeutet jetzt genau was? Worauf willst du hinaus?

 

Aber wenn ich schon lese: "Kann ein Nicht-Jude in den Himmel kommen?", dann weiß man garnicht, wo man anfangen soll. Weil DAS ist nicht das, worum es Maimonides geht. Nicht mal ansatzweise.

 

Und das Problem ist, dass viele Christen glauben eine ziemlich gute Vorstellung vom Judentum zu haben, und dann  nicht merken, dass das nicht stimmt. Man kann da wirklich super aneinander vorbeireden. 

Geschrieben

 

 

Gerade eben schrieb Higgs Boson:

Und das Problem ist, dass viele Christen glauben eine ziemlich gute Vorstellung vom Judentum zu haben, und dann  nicht merken, dass das nicht stimmt. Man kann da wirklich super aneinander vorbeireden. 

 

Ja, die bösen Christen... na mach mal 🙂

Geschrieben
vor 2 Minuten schrieb taupunkt:

 

 

 

Ja, die bösen Christen... na mach mal 🙂

 

Nein nicht böse.

Nur werden da Begriffe einfach in einem unpassenden Kontext verwendet: Die kommende Welt ist nicht der Himmel. Sie ist noch nicht mal transzendent.

Geschrieben
vor 15 Minuten schrieb Higgs Boson:

Nein nicht böse.

Nur werden da Begriffe einfach in einem unpassenden Kontext verwendet: Die kommende Welt ist nicht der Himmel. Sie ist noch nicht mal transzendent.

 

Da haben übrigens Christen auch eine falsche Vorstellung von (bzw. eine unbiblische). Der "Himmel" ist sozusagen nur die Parkstation. Am Ende der Zeit wird eine neue (höchste irdische!) Erde geschaffen sein (ich weiß, Dopplung) und wir werden in unserem Auferstehungsleib auf ihr wandeln. Als der, der wir sind. Das ist christlicher apostolischer Glaube. Nicht Wolke sieben ad aeternum.

Geschrieben
Gerade eben schrieb rorro:

 

Da haben übrigens Christen auch eine falsche Vorstellung von (bzw. eine unbiblische). Der "Himmel" ist sozusagen nur die Parkstation. Am Ende der Zeit wird eine neue (höchste irdische!) Erde geschaffen sein (ich weiß, Dopplung) und wir werden in unserem Auferstehungsleib auf ihr wandeln. Als der, der wir sind. Das ist christlicher apostolischer Glaube. Nicht Wolke sieben ad aeternum.

Na das erklär mal nach 1000 Jahren Himmelreichpredigt, der breite Masse der Bevölkerung.

 

Nebenbei: die christliche Eigenheit ist, daß dieses Leben im Gottesreich nach der Auferstehung ewig sein soll. Dieses Konzept der ewigen Existenz, ist dem Judentum reichlich fremd.

Geschrieben (bearbeitet)
vor 2 Stunden schrieb Higgs Boson:

 

Paulus geht davon aus, dass niemand das Gesetz erfüllen kann und daher niemand durch das Gesetz gerecht wird. Sondern nur durch Gnade, gekoppelt an den Tod Jesu. Beispiele:

 

Gal 3,10
„Verflucht ist jeder, der nicht bleibt in allem, was geschrieben steht im Gesetz, es zu tun.“

 

Gal 2,21
„Wenn Gerechtigkeit durch das Gesetz kommt, dann ist Christus vergeblich gestorben.“

 

Eph 2,8–9
„Aus Gnade seid ihr gerettet durch Glauben, nicht aus euch, Gottes Gabe ist es, nicht aus Werken…“

 

Seine Aussage zusammengefasst, jeder muss alle Gesetze halten, die Alternative ist Jesu Tod und der Glaube an die Auferstehung und das ist das, was er unter Gnade versteht.

 

Falls ich mich irren sollte und Paulus irgendwo einen Hinweis versteckt hat, dass man zwar unter dem Gesetz stehen kann und durch einfache Reue und Umkehr aus der Nummer rauskommt, wenn man dagegen verstoßen hat (ohne über die Jesusnummer),  gerne her damit.

 

 

Paulus schreibt da, insbesondere im Galaterbrief, der gar kein anderes Thema hat, an die Heidenchristen, die sich von den "Judaisierern" haben verführen lassen, sich beschneiden zu lassen. Letztlich sagt er: "Seid ihr bekloppt?? Christus schenkt Euch die Freiheit vom Gesetz und ihr legt Euch ein Riesenjoch auf, das niemanden rettet, zumal es eh niemand in Gänze halten kann. Wie könnt Ihr so dumm sein??"

 

Das "Gesetz Christi", wenn wir schon den Begriff nehmen wollen, der sich bei Paulus immer auf die Torah bezieht, ist recht simpel: Liebe Gott und den Nächsten. Liebe = Agape. Hingebungsvoll, ohne Erwartung oder Forderung einer Erwiderung. Das ist eigentlich alles, der Rest ist Fußnote.

 

Ha, alles aus der Torah, wirst Du vielleicht einwenden. Stimmt. Jesus geht es ums Herz. Wovon das Herz voll ist, davon redet der Mund und handelt die Hand.

Jesus hat das Gesetz nicht abgeschafft, er hat es entscheidend gewichtet. Er hatte die Vollmacht zu sagen: das ist wichtig, das nicht. Nur Er übrigens.

bearbeitet von rorro
Geschrieben
vor 6 Minuten schrieb Flo77:

Na das erklär mal nach 1000 Jahren Himmelreichpredigt, der breite Masse der Bevölkerung.

 

Erwarte von mir nicht, daß ich die miese Katechese der Vergangenheit ausbügele.

 

vor 6 Minuten schrieb Flo77:

Nebenbei: die christliche Eigenheit ist, daß dieses Leben im Gottesreich nach der Auferstehung ewig sein soll. Dieses Konzept der ewigen Existenz, ist dem Judentum reichlich fremd.

 

Ich habe nicht behauptet, daß die Eschatologie identisch wäre.

Geschrieben
vor einer Stunde schrieb Higgs Boson:

 

Nein nicht böse.

Nur werden da Begriffe einfach in einem unpassenden Kontext verwendet: Die kommende Welt ist nicht der Himmel. Sie ist noch nicht mal transzendent.

 

Na solange jeder seine eigene Spiritualität kennt, ist doch die Welt in Ordnung.

Geschrieben (bearbeitet)
On 4/18/2026 at 11:05 PM, rorro said:

Ich habe nirgendwo behauptet, daß die Kirche nicht dazulernt. Allerdings werden dadurch keine Dogmen unwahr.

 

Auch die Dogmen haben sich historisch entwickelt und ihre Auslegung ist ebenfalls einer geschichtlichen Entwicklung unterworfen.

 

On 4/18/2026 at 11:05 PM, rorro said:

Der Protestantismus denkt fundamental anders über die Kirche, die Wahrheit, den Geist etc. - basierend auf einer Neuschöpfung nach 1500 Jahren Christenheit.

Kann man so machen, klar. Muss man aber nicht für richtig halten.

 

Die Autorität der Kirche ist, wenn man sich nur ein klitzeklein mit Kirchengeschichte auskennt, nicht nur der Ratio zugänglich, sondern geradezu eine Voraussetzung für jegliche theologische Entwicklung - und daher auch für die Erfindungen des Protestantismus.

 

Denn u.a.: ohne Bischöfe keine Heilige Schrift, ergo keine reformatorische Theologie.

 

Erstens: 
 
Man braucht Kriterien zur Beurteilung der Tradition. 
Andernfalls landet man beim Lehramtspositivismus, was in letzter Konsequenz bedeutet, unabhängig von allen inhaltlichen Argumenten der formalen Autorität des Lehramtes zu folgen, was gleichbedeutend ist mit intellektuellem Selbstmord. 
 
Wir haben hier also exakt dieselbe Problematik wie im Nachbarthread bei Euthyphrons Dilemma. 
Merkst Du etwas? 
 
Zweitens, zum Thema "Neuerfindung": 
 
Ein wenig komplexer sind die diesbezüglichen Diskussionen des 16. Jahrhunderts schon. 
 
Aber unabhängig davon wäre die entscheidende Frage hier aus meiner Sicht: 
Bist Du mit Deiner eigenen Tradition auch so kritisch? 
 
Der römisch-katholische Kirchenhistoriker Hubert Wolf spricht von der Erfindung (sinngemäß müsste es imo wohl eher "Neuerfindung" heißen) des Katholizismus im 19. Jahrhundert unter Pius IX. 
 
Aber das siehst Du natürlich ganz anders, nicht wahr? 
Was bei mir den Eindruck hinterlässt, dass hier mit zweierlei Maß gemessen wird.

 

 

On 4/18/2026 at 11:05 PM, rorro said:

Natürlich kann Deine Tradition wahr sein - besser oder schlechter sind irrelevante Kriterien - wie jede Neuerfindung. Vielleicht haben auch die ZJ Recht. Alles möglich. Ich halte es bloß für extrem unglaubwürdig.

 

Ich beantworte schon die Fragen nach Kontinuität, nach der Bewertung der Tradition, nach dem Geltungsanpruch von Religion usw. ganz anders als Du...

 

bearbeitet von KevinF
Geschrieben
vor 3 Minuten schrieb KevinF:

Auch die Dogmen haben sich historisch entwickelt und ihre Auslegung ist ebenfalls einer geschichtlichen Entwicklung unterworfen.

 

 

Erstens: 
 
Man braucht Kriterien zur Beurteilung der Tradition. 
Andernfalls landet man beim Lehramtspositivismus, was in letzter Konsequenz bedeutet, unabhängig von allen inhaltlichen Argumenten der formalen Autorität des Lehramtes zu folgen, was gleichbedeutend ist mit intellektuellem Selbstmord. 
 
Wir haben hier also exakt dieselbe Problematik, wie im Nachbarthread bei Euthyphrons Dilemma. 
Merkst Du etwas? 
 
Zweitens, zum Thema "Neuerfindung": 
 
Ein wenig komplexer sind die diesbezüglichen Diskussionen des 16. Jahrhunderts schon. 
 
Aber unabhängig davon wäre die entscheidende Frage hier aus meiner Sicht: 
Bist Du mit Deiner eigenen Tradition auch so kritisch? 
 
Der römisch-katholische Kirchenhistoriker Hubert Wolf spricht von der Erfindung (sinngemäß müsste es imo wohl eher "Neuerfindung" heißen) des römischen Katholizismus im 19. Jahrhundert unter Pius IX. 
 
Aber das siehst Du natürlich ganz anders, nicht wahr? 
Was bei mir den Eindruck hinterlässt, dass hier mit zweierlei Maß gemessen wird.

 

 

 

Ich beantworte schon die Fragen nach Kontinuität, nach der Bewertung der Tradition, nach dem Geltungsanpruch von Religion usw. ganz anders als Du...

 

 

Mich interessiert ausschließlich eines: Wahrheit. Nicht ob etwas schlau, intellektuell anregend, "intellektuell selbstmörderisch" oder sonst etwas ist. Nur, wirklich nur, ob etwas wahr ist. Dabei interessiert es mich nicht im geringsten, welchen IQ derjenige hat, der das sagt.

 

Wer hat die Autorität etwas Wahres zu sagen, daß über Dich und mich hinausgeht? Kann ich das selbst sein, kannst Du das sein? Kann das Hubert Wolf sein?

 

Nur die Wahrheit interessiert mich. Dabei kann Intellektualität helfen, muß aber nicht. Sie kann ihr ggf. auch im Wege stehen.

 

Alles andere außer Wahrheit finde ich bei religiösen Fragen letztlich langweilig. Andere rel. Glaubensrichtungen sind interessant kennenzulernen, doch verglichen mit der Frage nach Wahrheit höchst sekundär. Da ich bislang noch keinen religiösen Genies persönlich begegnet bin und mich eingeschlossen auch bei mykath mir keine ins Blickfeld springen, finde ich persönlich zusammegepatchte Überzeugungen auch langweilig. Ich habe schon zuviel Durchschnittsmensch erlebt um was anderes als durchschnittliche Ergebnisse bei solchen Bemühungen zu erwarten...

Geschrieben
2 minutes ago, rorro said:

 

Mich interessiert ausschließlich eines: Wahrheit. Nicht ob etwas schlau, intellektuell anregend, "intellektuell selbstmörderisch" oder sonst etwas ist. Nur, wirklich nur, ob etwas wahr ist. Dabei interessiert es mich nicht im geringsten, welchen IQ derjenige hat, der das sagt.

 

Wer hat die Autorität etwas Wahres zu sagen, daß über Dich und mich hinausgeht? Kann ich das selbst sein, kannst Du das sein? Kann das Hubert Wolf sein?

 

Nur die Wahrheit interessiert mich. Dabei kann Intellektualität helfen, muß aber nicht. Sie kann ihr ggf. auch im Wege stehen.

 

Alles andere außer Wahrheit finde ich bei religiösen Fragen letztlich langweilig. Andere rel. Glaubensrichtungen sind interessant kennenzulernen, doch verglichen mit der Frage nach Wahrheit höchst sekundär. Da ich bislang noch keinen religiösen Genies persönlich begegnet bin und mich eingeschlossen auch bei mykath mir keine ins Blickfeld springen, finde ich persönlich zusammegepatchte Überzeugungen auch langweilig. Ich habe schon zuviel Durchschnittsmensch erlebt um was anderes als durchschnittliche Ergebnisse bei solchen Bemühungen zu erwarten...

 

Wahrheit ist ohne intellektuelle Redlichkeit nicht zu haben und diese ist mit besagtem intellektuellen Selbstmord unvereinbar.

 

Wobei ich Dir einen solchen nicht persönlich vorwerfe, ich zeige nur die Implikationen des Lehramtspositivismus auf.

 

Gerade weil es mir um die Wahrheit geht, beantworte ich besagte Fragen anders als Du.

 

Und wenn es Dir wirklich so sehr um die Wahrheit geht:

 

Wie kommt es dann, dass Du so wenig bereit bist, die Autorität Deiner Kirche zu hinterfragen?

 

Sicher, dass der Wunsch, dein Glaube möge wahr sein, Dir am Ende nicht wichtiger ist, als die Suche nach Wahrheit?

Geschrieben
Gerade eben schrieb KevinF:

Wahrheit ist ohne intellektuelle Redlichkeit nicht zu haben und diese ist mit besagtem intellektuellen Selbstmord unvereinbar.

 

Ach Quatsch. Entweder ist etwas wahr oder nicht. Das ist absolut. Gilt auch für Analphabeten, vollkommen Ahnungslose und Kleinstkinder. Wahr oder nicht.

 

Gerade eben schrieb KevinF:

Wobei ich Dir einen solchen nicht persönlich vorwerfe, ich zeige nur die Implikationen des Lehramtspositivismus auf.

 

Gerade weil es mir um die Wahrheit geht, beantworte ich besagte Fragen anders als Du.

 

Und wenn es Dir wirklich so sehr um die Wahrheit geht:

 

Wie kommt es dann, dass Du so wenig bereit bist, die Autorität Deiner Kirche zu hinterfragen?

 

Sicher, dass der Wunsch, dein Glaube möge wahr sein, Dir am Ende nicht wichtiger ist, als die Suche nach Wahrheit?

 

Ich hinterfrage durchaus die Autorität meiner Kirche. Aktuell wälze ich mich bspw. durch "The Papacy" von Erick Ybarra, der bis ins kleinste Détail die Stellung des Bischofs von Rom im ersten Jahrtausend betrachtet. Bin aktuell auf S. 507 von rund 750 (inkl. Register). So einen Kram würde sich kaum jemand reinziehen, der nicht kritisch hinterfragt und alles bloß abnickt. Doch bis jetzt habe ich zumindest in den bislang behandelten ersten 600 Jahren der Kirche nichts gefunden, was der aktuellen katholischen Meinung widerspricht (und vom Osten zu meinem Erstaunen immer wieder bestätigt wurde).

Geschrieben (bearbeitet)
vor 2 Stunden schrieb rorro:

 

Paulus schreibt da, insbesondere im Galaterbrief, der gar kein anderes Thema hat, an die Heidenchristen, die sich von den "Judaisierern" haben verführen lassen, sich beschneiden zu lassen. Letztlich sagt er: "Seid ihr bekloppt?? Christus schenkt Euch die Freiheit vom Gesetz und ihr legt Euch ein Riesenjoch auf, das niemanden rettet, zumal es eh niemand in Gänze halten kann. Wie könnt Ihr so dumm sein??"

 

Dass sie bei einer Konversion das ganze Gesetz halten müssen, da hat er Recht. Und die Frage, ob der Konvertit bekloppt ist, ist die Erste Antwort, wenn man bei einem Rabbi nachfragt, ob man konvertieren will. Weil Konversion ist völlig unnötig, es sei denn, es ist die einzige Möglichkeit zu sein, der man ist.

 

Im Römerbrief, geschrieben auch an Juden, geht er darauf ein, dass das Gesetz vollständig gehalten werden muss.

 

Das allgemeine Konzept von Reue kennt er zwar, Umkehr ist aber bei ihm unbedingt an den Glauben an Jesus gekoppelt. Als Geschenk gibts Gnade, der Glaube an Jesus ist aber die Bedingung. Ohne den gibt es für ihn keinen Ausweg aus dem Dilemma.

 

Darum meine Frage: ist unter diesem Aspekt die Gnade bedingungslos?

 

Und ist nicht ein Glaube, den man nicht machen kann, nicht ein viel größeres Werk, dessen Erfüllung noch viel unmöglicher ist, als alle Mitzwot? Seien es 618 oder nur 7?

 

Vielleicht einfach sagen: Ja, ok, die Gnade ist nicht so bedingungslos, wie das im Überschwang gerne angenommen wird. Oder, ja, das gibt's diese Prädestination.

bearbeitet von Higgs Boson
Geschrieben (bearbeitet)
2 hours ago, rorro said:

Ach Quatsch. Entweder ist etwas wahr oder nicht. Das ist absolut. Gilt auch für Analphabeten, vollkommen Ahnungslose und Kleinstkinder. Wahr oder nicht.

 

Intellektuelle Redlichkeit bedeutet insbesondere, sich nicht selbst in die Tasche zu lügen. 
 
Das Streben nach Wahrheit, auch wenn diese möglicherweise gräßlich ist. 
 
Das geht nicht, ohne alles kritisch zu hinterfragen. 
 
Und das ist hier eben die Gretchenfrage: 
 
Bist Du bereit, die Autorität Deiner Kirche radikal zu hinterfragen oder nicht? 
 
Das ist übrigens auch das, worum es bei Euthyphrons Dilemma im Nachbarthread geht, weshalb "Nicht anwendbar, da anderes Gottesbild" (ich paraphrasiere) eben keine Antwort ist.

 

 

 

2 hours ago, rorro said:

Ich hinterfrage durchaus die Autorität meiner Kirche. Aktuell wälze ich mich bspw. durch "The Papacy" von Erick Ybarra, der bis ins kleinste Détail die Stellung des Bischofs von Rom im ersten Jahrtausend betrachtet. Bin aktuell auf S. 507 von rund 750 (inkl. Register). So einen Kram würde sich kaum jemand reinziehen, der nicht kritisch hinterfragt und alles bloß abnickt. Doch bis jetzt habe ich zumindest in den bislang behandelten ersten 600 Jahren der Kirche nichts gefunden, was der aktuellen katholischen Meinung widerspricht (und vom Osten zu meinem Erstaunen immer wieder bestätigt wurde).

 

Also HAST Du Kriterien, anhand derer Du das Lehramt beurteilst? 
 
Großartig. 
Dann kann Deine Antwort auf mein Infragestellen der Historizität bestimmer Bibelstellen aber eben nicht sein "Die Kirche sagt, sie sind historisch, also sind sie es." (ich paraphrasiere). 
 
Das war ja hier der Ausgangspunkt.

 

bearbeitet von KevinF
Geschrieben (bearbeitet)
1 hour ago, Higgs Boson said:

Und ist nicht ein Glaube, den man nicht machen kann, nicht ein viel größeres Werk, dessen Erfüllung noch viel unmöglicher ist, als alle Mitzwot? Seien es 618 oder nur 7?

 

Exakt so ist es.

 

 

1 hour ago, Higgs Boson said:

Im Römerbrief, geschrieben auch an Juden, geht er darauf ein, dass das Gesetz vollständig gehalten werden muss.

 

Das allgemeine Konzept von Reue kennt er zwar, Umkehr ist aber bei ihm unbedingt an den Glauben an Jesus gekoppelt. Als Geschenk gibts Gnade, der Glaube an Jesus ist aber die Bedingung. Ohne den gibt es für ihn keinen Ausweg aus dem Dilemma.

 

Außer natürlich, man liest Röm 7 etwas gegen den Strich.

 

Was bekommst Du, wenn Du obige Erkenntnis bezüglich dem Glauben als Werk auf Röm 7 anwendest?

 

Ich komme dann zu dem Ergebnis, dass der "rechtfertigende" Glaube eben nicht ein Fürwahrhalten von metaphysischen Aussagen sein kann.

 

Was das ist, womit sich die liberale protestantische Tradition beschäftigt, die bei Schleiermacher ihren Ausgangspunkt hat.

bearbeitet von KevinF
Geschrieben (bearbeitet)
5 hours ago, Higgs Boson said:

Selbstverständlich sind die Gerecht, die alle Gebote jederzeit die Gebote befolgen.

Aber es sind auch die gerecht, die Fallen und umkehren.

 

 

Ich formuliere es so: 
 
"Akzeptiere, dass Du akzeptiert bist und tue das Gute um des Guten willen."

 

(Säkular: Akzeptiert gemäß den westlichen Werten

Religiös gesprochen: Damit auch durch Gott als die ultimative Manifestation der Werte)
 
Das ist mein Verständnis der Rechtfertigung, das identisch ist mit meinem Verständnis von Umkehr. 
 
(Wobei ich die Formulierung "Akzeptiere, dass Du akzeptiert bist" als Interpretation der Rechtfertigungslehre von Tillich habe.) 
 
Ist das nicht ziemlich nahe an Deinem Verständnis? 
 
Bei mir kommt dann eben noch das Postulat hinzu, dass der, der danach lebt, Anteil hat, an dem, was Tillich das "Neue Sein in Jesus als dem Christus" nannte. 
 
Und die kleine Komplikation, dass ich nicht wirklich an die Existenz Gottes glauben kann, was nach oben Gesagtem aber keine Rolle mehr spielt, da die Erfahrung der "Rechtfertigung" für mich so ist, ALS OB der rechtfertigende Gott und das "Neue Sein in Jesus als dem Christus" metaphysisch real wäre. 
 
"Gott" ist für mich also eine lyrische Beschreibung von moralischer Selbstbejahung im Sinne der obigen Umkehr + Wunschvorstellung. 
 
Das reicht für mich als Zugang zur christlichen Spiritualität inklusive Gebete. 

bearbeitet von KevinF
Geschrieben

Es gibt ja das jüdische Ritual des Sündenbocks. Warum eigentlich wird nicht anerkannt, dass Jesus Christus der ultimative Sündenbock sein wollte für die Menschen?

Es kann sich ja ein anderer Mensch dafür bewerben, Jesus hätte wohl nichts dagegen.

Geschrieben (bearbeitet)
vor 10 Minuten schrieb Einsteinchen:

Es gibt ja das jüdische Ritual des Sündenbocks. Warum eigentlich wird nicht anerkannt, dass Jesus Christus der ultimative Sündenbock sein wollte für die Menschen?

 

Weil uns heute die Vorstellung des (Menschen-)Opfers große Probleme bereitet, ja barbarisch vorkommt?

 

Wobei man das Ganze auch positiv sehen könnte: Nachem in Jesus das ultimative Opfer dargebracht wurde, brauchen wir keine Tiere mehr auf dem Altar zu schlachten. Wir verzehren nur (symbolisch) das Fleisch und das Blut des Geopferten, wie man es anno dazumal tat.

bearbeitet von Domingo
Geschrieben (bearbeitet)

Da fällt mir ein, dass Jesus auch gesagt hat: Reisst diesen Tempel nieder, in drei Tagen baue ich ihn wieder auf.

Der dritte reale Tempel der jüdischen und christlichen Apokalyptiker ist obsolet.

bearbeitet von Einsteinchen

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