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Die Bibel als das Ganze neu entdecken - Wort für Wort, Zeile für Zeile, Schritt für Schritt ...


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Geschrieben (bearbeitet)

Das heißt aber nur, dass diese Versionen nur eine seht begrenzte Wirkungsgeschichte hatten, im Gegensatz zur weit längeren, die wir in unseren Bibeln finden. Nicht mehr, und nicht weniger. Mit einem höheren Wahrheitsgehalt älterer Texte hat das nichts zu tun.

bearbeitet von Weihrauch
Geschrieben
vor 4 Stunden schrieb Weihrauch:

Das heißt aber nur, dass diese Versionen nur eine seht begrenzte Wirkungsgeschichte hatten, im Gegensatz zur weit längeren, die wir in unseren Bibeln finden. Nicht mehr, und nicht weniger. Mit einem höheren Wahrheitsgehalt älterer Texte hat das nichts zu tun.

 

Ich erkenne da keinen Zusammenhang mit meinem vorigen Posting. Vielleicht verstehe ich es aber einfach nicht. Magst du das noch erläutern?

Geschrieben
vor 55 Minuten schrieb Alfons:

Ich erkenne da keinen Zusammenhang mit meinem vorigen Posting. Vielleicht verstehe ich es aber einfach nicht. Magst du das noch erläutern?

 

Älteste Genesistexte der LXX, bevor die Schriften vom Toten Meer gefunden wurden:

Vaticanus (4. Jh.), Sinaiticus (4. Jh.), Alexandrinus (5. Jh.): alle mit der „6‑Tage‑Lesart“

Keine älteren Papyrusfragmente von Genesis. 

Aber: Die „6‑Tage‑Lesart“ der LXX wurde erst im 17.–19. Jahrhundert bekannt, obwohl die Manuskripte selbst aus dem 4.–5. Jahrhundert stammen.

 

In den Funden vom Toten Meer gibt es diese „6‑Tage‑Lesart“ nicht - auch keine griechischen Genesistexte, nur hebräische. So mein Kenntnisstand.

Jetzt klarer?

 

 

Geschrieben

Nachtrag: Bekannt war die „6‑Tage‑Lesart“ allerdings relativ früh, sie findet sich in Zitaten von

 

Philo von Alexandria (1. Jh.) → indirekt, aber er kennt die 6‑Tage‑Lesart

Justin der Märtyrer (2. Jh.) → zitiert die 6‑Tage‑Lesart

Irenäus (2. Jh.) → zitiert die 6‑Tage‑Lesart

Clemens von Alexandria (2./3. Jh.) → 6‑Tage‑Lesart

Origenes (3. Jh.) → diskutiert die 6‑Tage‑Lesart

Eusebius (4. Jh.) → 6‑Tage‑Lesart

Basilios der Große (4. Jh.) → 6‑Tage‑Lesart

Johannes Chrysostomos (4./5. Jh.) → 6‑Tage‑Lesart

 

Also das ist alles ziemlich tricky.

 

Geschrieben (bearbeitet)
vor einer Stunde schrieb Weihrauch:

 

Jetzt klarer?

 

 

 

Noch nicht so richtig, aber das kriegen wir hin. 

Danke erst einmal für deinen Nachtrag mit dem Hinweis auf diverse Kirchenväter etc., die Kenntnis von der 6-Tage-Lesart hatten. Ich kenne mich in der Geschichte der LXX ganz gut aus, einfach weil sie, flapsig gesagt, die Standardbibel des frühen Christentums war (und weil unter anderem deswegen die Juden allmählich auf sie verzichteten) , aber wer nun alles genau diese Lesart erwähnt hat, wusste ich noch nicht. Merci.

Ich konnte mit zwei Sachen in deinem ersten Posting nichts anfangen. Einmal mit der "sehr begrenzten Wirkungsgeschichte dieser Versionen" - der Zusammenhang legt nahe, dass du mit "dieser" auch die LXX meintest, was aber kaum sein kann, denn deren Wirkungsgeschichte ist ja nun enorm. Sogar die Tanach-Zitate im Neuen Testament sind meist Zitate aus der Septuaginta. Und das andere: Dein Satz "Mit einem höheren Wahrheitsgehalt älterer Texte hat das nichts zu tun" klang für mich so, als hätte ich solches, also den höheren Wahrheitsgehalt älterer Texte, behauptet. 

 

bearbeitet von Alfons
Geschrieben
vor 4 Minuten schrieb Alfons:

, aber wer nun alles genau diese Lesart erwähnt hat, wusste ich noch nicht. Merci.

 

Alle Angaben ohne Gewähr. Ich bin Laie und es ist lange her, dass ich mich mit Handschriften etwas befasst habe. Darum ließ ich mir da von einer KI auf die Schnelle mal unter die Arme greifen. Hätte ich besser mal gleich dazugeschrieben. Mea culpa.

 

vor 8 Minuten schrieb Alfons:

Ich konnte mit zwei Sachen in deinem ersten Posting nichts anfangen. Einmal mit der "sehr begrenzten Wirkungsgeschichte dieser Versionen" - der Zusammenhang legt nahe, dass du mit "dieser" auch die LXX meintest, was aber kaum sein kann, denn deren Wirkungsgeschichte ist ja nun enorm. Sogar die Tanach-Zitate im Neuen Testament sind Zitate aus der Septuaginta.

 

Na ja, das ist halt so eine Sache, was den Bekanntheitsgrad der 6-Tage-Lesart betrifft. Originale haben wir von denen auch keine, nur Abschriften von Abschriften ... und die paar christlichen Nerds sind nicht vielen Katholiken bekannt gewesen, der Feld-, Wald- und Großstadtkatholik kennt die Trotz Internet nur in Ausnahmefällen. Wo machte sich denn die 6-Tage-Lesart wirkungsgeschichtlich bemerkbar? Für die 7 Tage Woche brauchts die nicht. 

 

vor 15 Minuten schrieb Alfons:

Und das andere: Dein Satz "Mit einem höheren Wahrheitsgehalt älterer Texte hat das nichts zu tun" klang für mich so, als hätte ich solches, also den höheren Wahrheitsgehalt älterer Texte, behauptet. 

 

Nee, aber in den Anfängen der Textkritik dachten manche noch, dass ältere Zeugen irgendwie wahrer wären als neuere. Manche glauben heute, dass der Textus Receptus der wahre Text sei, und alles andere Verfälschungen der Heiligen Schrift. Auf den Mist bin ich auch eine Zeit lang reingefallen. Viele suchen nach der Wahrheit, oder verkündigen sie. Aus dem Alter bin ich raus. 

Geschrieben
vor 18 Stunden schrieb Weihrauch:

Manche glauben heute, dass der Textus Receptus der wahre Text sei, und alles andere Verfälschungen der Heiligen Schrift. Auf den Mist bin ich auch eine Zeit lang reingefallen.

 

Klingt wie "fundamentalistisch vorgeschädigt" 😀

 Aber jetzt sind wir ja noch weit vom NT entfernt. Sind gerade mal am Schluss der ersten Schöpfungsgeschichte. Sechs Tage Arbeit, einen Tag ausruhen.

Geschrieben
vor 24 Minuten schrieb Alfons:

Klingt wie "fundamentalistisch vorgeschädigt" 😀

 

Nicht wirklich. Als ich mich entschloss, die ganze Bibel zu lesen, wusste ich nicht welche, und recherchierte im Internet. Da gab es damals diesen Herrn Bolsinger, der eine unrevidierte Lutherbibel letzter Hand von 1545 herausgab. Ich hatte damals keine Ahnung von Textkritik. Unverfälscht klang irgendwie gut und so wurde es eben diese Ausgabe. Ledereinband mit Goldschnitt fasste sich auch gut an.

 

Antiquaschrift und das brutale Lutherdeutsch zwang zu langsameren Lesen, und häufigem Nachschlagen in dem guten Glossar. Die Exotik der Sprache machte das ganze altertümlicher und bedeutungsschwerer. Ich mag sie heute noch. Bis auf das Komma Johanneum absolut texttreu, aber das hat der Ausgabe schließlich das Kreuz gebrochen. Hin und wieder nehme ich die schwere, unhandliche Faksimileausgabe zur Hand, um das Frakturlesen nicht zu verlernen. Ja mühsam ernährte sich das Eichhörnchen in der Anfangszeit. 

Geschrieben (bearbeitet)
Am 28.8.2026 um 17:46 schrieb johannes12:

 

[...]  und über alle Tiere, die auf der Erde kriechen! - "kriechen", oder "sich bewegen"? ... Sollte nur "kriechen" stehen, dann was ist mit anderen Tieren?

 

 

@Higgs Boson hatte ja schon, als sie diese Stelle aus dem Hebräischen übersetzt hat, darauf hingewiesen, dass "romes" nicht nur kriechen, sondern auch wimmeln bedeuten kann. 

Die Landtiere werden am sechsten Schöpfungstag in unterschiedliche Gruppen aufgeteilt: Haustiere (Vieh), Kriechtiere (Gewürm) und Wildtiere (Tiere des Feldes). Der Vers 28 kann ja nicht bedeuten, dass der Mensch nur über das herrschen soll, was kriecht - und nicht auch über das, was Beine hat und zuvor auch eigens erwähnt wurde.

 

Die diversen Übersetzungen haben das Problem unterschiedlich gelöst.
Martin Buber: "Schaltet über ... alles Lebendige, das auf Erden sich regt."
Pattloch-Bibel: "Herrscht über ... alles Getier, das sich auf Erden regt." Ähnlich Allioli.
Grünewald: "Herrschet über ... alle Lebewesen, die auf Erden wimmeln."
Menge: "Herrscht über ... alle Lebewesen, die auf Erden sich regen." Ähnlich die Elberfelder. 
Bei Luther und in der Einheitsübersetzung wird nur gekrochen. 


Die Septuaginta bietet eine längere Fassung der Stelle: "Herrscht über [Fische, Flugtiere] und über alle Haustiere und über die ganze Erde und über alle Kriechtiere, die auf der Erde kriechen." 
 

 

bearbeitet von Alfons
Geschrieben (bearbeitet)
vor 39 Minuten schrieb Alfons:

 

@Higgs Boson hatte ja schon, als sie diese Stelle aus dem Hebräischen übersetzt hat, darauf hingewiesen, dass "romes" nicht nur kriechen, sondern auch wimmeln bedeuten kann. 

Die Landtiere werden am sechsten Schöpfungstag in unterschiedliche Gruppen aufgeteilt: Haustiere (Vieh), Kriechtiere (Gewürm) und Wildtiere (Tiere des Feldes). Der Vers 28 kann ja nicht bedeuten, dass der Mensch nur über das herrschen soll, was kriecht - und nicht auch über das, was Beine hat und zuvor auch eigens erwähnt wurde.

 

Die diversen Übersetzungen haben das Problem unterschiedlich gelöst.
Martin Buber: "Schaltet über ... alles Lebendige, das auf Erden sich regt."
Pattloch-Bibel: "Herrscht über ... alles Getier, das sich auf Erden regt." Ähnlich Allioli.
Grünewald: "Herrschet über ... alle Lebewesen, die auf Erden wimmeln."
Menge: "Herrscht über ... alle Lebewesen, die auf Erden sich regen." Ähnlich die Elberfelder. 
Bei Luther und in der Einheitsübersetzung wird nur gekrochen. 


Die Septuaginta bietet eine längere Fassung der Stelle: "Herrscht über [Fische, Flugtiere] und über alle Haustiere und über die ganze Erde und über alle Kriechtiere, die auf der Erde kriechen." 
 

 

 

Was ich versuche: jedem hebräischen Wort genau ein deutsches Wort entgegen zu setzen. Und dann ist wimmeln so gut wie kriechen. Die Wildtiere (behema) sind halt groß, das was kriecht (oder wimmelt) klein.

 

Die Wildtiere mit den Tieren des Feldes gleich zu setzen, genau das würde ich nicht vorschnell machen. Denn das ist einfach ein anderer Begriff. Aus einer anderen Schöpfungsgeschichte Ich möchte die Sprachstruktur so 'datenmäßig' erhalten, die Deutung in der Sprache nicht vorwegnehmen. Das kommt im zweiten Schritt. Wenn man das im Hinterkopf behält, kommt es nicht zu vorschnellen hermeneutischen Kurzschlüssen - die nicht da sein müssen, aber da sein können.

 

Kommt dazu, dass das Hebräische mit Plural/Singular spielt. Darum in de Übersetzung 'Getier' (Singular) nicht 'Tiere' (Plural) Ist bei den Seemonstern, die eben keine Monster mehr sind, der große Unterschied. Aber die stehen als einzige im Plural.

bearbeitet von Higgs Boson
Geschrieben (bearbeitet)
vor 14 Minuten schrieb Higgs Boson:

Und dann ist wimmeln so gut wie kriechen. Die Wildtiere (behema) sind halt groß, das was kriecht (oder wimmelt) klein.

 

Große Wildtiere wimmeln auch, wenn die Herde sich schnell bewegt, seien es Rehe, Kühe, Schafsherden, Bergziegen, Gemsen usw. Ich finde Wimmeln besser, weil Ameisen, Spinnen, Echsen im AT eigentlich keine Rolle spielen, außer vielleicht Heuschreckenschwärme die das Land verwüsten.

 

Wassertiere und Vögel legen Eier, das steckt vermutlich hinter dieser seltsamen Aufteilung. Vögel sind Landtiere. Punkt. Im Umkehrschluss geht es dann am 6. Tag um Säugetiere inkl. Mensch. Erscheint mir logisch und sinnvoll.

bearbeitet von Weihrauch
Geschrieben

Ok, ich ersetze, auf allgemeinen Wunsch, kriechen mit wimmeln, weil inklusiver.

 

Und die Fledermaus verlege ich auf den 6. Tag, weil sie keine Eier legt, obwohl sie ein Lufttier ist. Der Punkt geht an @johannes12

 

 

Geschrieben
vor 3 Stunden schrieb Higgs Boson:

Ok, ich ersetze, auf allgemeinen Wunsch, kriechen mit wimmeln, weil inklusiver.

 

Und die Fledermaus verlege ich auf den 6. Tag, weil sie keine Eier legt, obwohl sie ein Lufttier ist. Der Punkt geht an @johannes12

 

 

Nein, das passt hinten und vorne nicht.

Fledermäuse kriechen oder wimmeln nie auf der Erde, außerdem gibt es Wassertiere, die keine Eier legen, aber jede Menge (genau betrachtet: die meisten) Landtiere legen Eier

 

Werner

Geschrieben
vor 6 Minuten schrieb Werner001:

Nein, das passt hinten und vorne nicht.

Fledermäuse kriechen oder wimmeln nie auf der Erde, außerdem gibt es Wassertiere, die keine Eier legen, aber jede Menge (genau betrachtet: die meisten) Landtiere legen Eier

 

Duuuuuh? Mit einem Argument in dieser Sache. Da komme ich ja gleich ins Grübeln...

 

Was ist ein Vogel, was ein Ei? Und warum wollte das Huhn über die Straße?

Geschrieben
vor 2 Minuten schrieb Higgs Boson:

 

Duuuuuh? Mit einem Argument in dieser Sache. Da komme ich ja gleich ins Grübeln...

 

Was ist ein Vogel, was ein Ei? Und warum wollte das Huhn über die Straße?

Wenn man nach Lebensraum geht, lebt die Fledermaus in der Luft und der Biber im Wasser. Was ganz plötzlich auch mittelalterliche klösterliche Speisepläne plausibel erscheinen lässt

 

Werner

Geschrieben
vor 46 Minuten schrieb Werner001:

Wenn man nach Lebensraum geht, lebt die Fledermaus in der Luft und der Biber im Wasser. Was ganz plötzlich auch mittelalterliche klösterliche Speisepläne plausibel erscheinen lässt

 

Was den Tichsegen angeht, also der über dem Essen, da ist es eh gleich, weil beide Tiere sind nicht kosher. Was ja bei den Pilzen, die keine grünen Pflanzen sind, ja noch nichtmal Pflanzen sind einen Unterschied macht (nicht hier, aber in der Halacha). Wobei das auch egal wäre, der Segen über Fleisch bleibt gleich, ganz gleich, ob Geflügel, Rind oder Fisch.

Geschrieben
vor 5 Stunden schrieb Higgs Boson:

Die Wildtiere mit den Tieren des Feldes gleich zu setzen, genau das würde ich nicht vorschnell machen. Denn das ist einfach ein anderer Begriff. Aus einer anderen Schöpfungsgeschichte Ich möchte die Sprachstruktur so 'datenmäßig' erhalten, die Deutung in der Sprache nicht vorwegnehmen. Das kommt im zweiten Schritt.

 

Oooooch, mir gefällt das mit den Wildtieren aber gut. Auch wenn es nicht auf meinem Mist gewachsen ist. Ich habe es in einem konservativen Übersetzungskommentar Tanach-Deutsch gefunden. "Tag 6: Erschaffung der Landtiere (Vieh, Kriechtiere, wilde Tiere)." Im Zunz, gern Rabbiner-Bibel genannt, und in einer anderen Masora-Übersetzung fand ich an dieser Stelle "Vieh und Gewürm und Gethier des Landes". 

 

Geschrieben
vor 17 Minuten schrieb Alfons:

 

Oooooch, mir gefällt das mit den Wildtieren aber gut. Auch wenn es nicht auf meinem Mist gewachsen ist. Ich habe es in einem konservativen Übersetzungskommentar Tanach-Deutsch gefunden. "Tag 6: Erschaffung der Landtiere (Vieh, Kriechtiere, wilde Tiere)." Im Zunz, gern Rabbiner-Bibel genannt, und in einer anderen Masora-Übersetzung fand ich an dieser Stelle "Vieh und Gewürm und Gethier des Landes". 

 

 

Ich habe nichts gegen die Wildtiere gesagt. Tiere des Feldes - das war der Punkt. Die kommen erst im nächsten Schöpfungsbericht, das ist ein anderer Begriff. Tiere des Landes, das steht da.

Geschrieben (bearbeitet)
vor 36 Minuten schrieb Higgs Boson:

 

Ich habe nichts gegen die Wildtiere gesagt. Tiere des Feldes - das war der Punkt. Die kommen erst im nächsten Schöpfungsbericht, das ist ein anderer Begriff. Tiere des Landes, das steht da.

 

O sorry, dann hatte ich Dich missverstanden. 
Mein "Tiere des Feldes" war dann aber kein Deutungsversuch, sondern schlicht eine Schludrigkeit beim Schreiben. In meinem Beitrag ging es ja um etwas anderes. 

 

bearbeitet von Alfons
Geschrieben (bearbeitet)
vor 13 Stunden schrieb Werner001:

Fledermäuse kriechen oder wimmeln nie auf der Erde, außerdem gibt es Wassertiere, die keine Eier legen, aber jede Menge (genau betrachtet: die meisten) Landtiere legen Eier

 

Ich gehe davon aus, dass die Verfasser das wussten, weil Noach Vögel mit auf die Arche nahm, Vögel aussendet um zu sehen, ob es schon wieder Land gibt. Vögel sind Landtiere in ihrem Verständnis. Gen 1,22: "Und Gott segnete sie und sprach: Seid fruchtbar und mehret euch und erfüllet das Wasser im Meer, und die Vögel sollen sich mehren auf dem Land." Gen 1,30 "Allen Tieren des Landes, allen Vögeln des Himmels und allem, was auf dem Land wimmelt, das Lebensatem in sich hat, gebe ich alles grüne Gewächs zur Nahrung."

 

Den Meerestieren wird keine Nahrung zugewiesen. Warum nicht? Vielleicht weil sie nicht im Interesse der Verfasser liegen, da Meerestiere nicht Teil ihrer Opfergaben auf dem Altar sind, sondern Landtiere, genauer nur Säugetiere und Vögel die Eier legen. Insekten und Reptilien landen auch nicht auf dem Altar, interessieren sie also auch nicht, werden nicht explizit genannt und Süßwasserlebewesen auch nicht. Es geht also gar nicht um die Schöpfung aller Lebewesen in Gen 1, sondern nur um die Lebewesen, die für die Verfasser theologisch irgendeine Bedeutung haben.

 

Diese Aufteilung, die Vögel nicht zu den Landtieren zu zählen, muss also einen anderen Grund haben, der für den späteren Kontext wichtig sein könnte, beispielsweise auf welche Art die Menschen sich vermehren, und sie tun es, wie Säugetiere es tun, nicht wie Vögel es tun. So gesehen, ergibt diese Aufteilung 5. Tag Eierlegende - 6. Tag im Umkehrschluss Säugetiere Sinn, zumindest für mich. 

 

Ich mag deine kritischen Einwände, zu zeigen was nicht stimmt. Ha! Da ist ein Problem. Mach ich genauso. Ich geh dem Problem dann aber auch lösungsorientiert nach, versuche mich in konstruktiver Kritik zu üben, und den Sinn zu ergründen. Dabei kann ich mich natürlich trotzdem irren, was ja nicht schlimm ist, wenn sich das herausstellt.

bearbeitet von Weihrauch
Geschrieben
vor 3 Stunden schrieb Weihrauch:

Insekten und Reptilien landen auch nicht auf dem Altar, interessieren sie also auch nicht, werden nicht explizit genannt

„…allem, was auf dem Land wimmelt, das Lebensatem in sich hat…“

Da sind doch Insekten und Reptilien mit dabei?

 

Werner

Geschrieben (bearbeitet)

Ich hab noch nie eine Ameise oder Fliege atmen gesehen, natürlich atmen die auch, aber man sieht es halt nicht, weil der Chitinpanzer das nicht zulässt. Reptilien, z.B. Eidechsen kann man beim Atmen zusehen. Punkt für dich. Vermutlich wussten die Verfasser auch, dass Fische atmen, aber das beißt sich theologisch mit der ruach, die über der Tiefe geistbraust, und nicht unter Wasser weht.

 

Das ist aber kein Biologiebuch und keine Kosmologie und kein Schöpfungsbericht, sondern theologische Lyrik. Da gelten andere Interpretationsgesetze. Insofern ist es schon ein Strohmann, wenn man da modernes naturwissenschaftliches Wissen anlegt, und dann "großzügig" einlenkt, dass diese bronze- oder eisenzeitlichen Autoren es halt nicht besser wissen konnten, und dass schließlich jeder glauben darf, was er will. Dem Verständnis des Geschriebenen ist das nicht dienlich. 

bearbeitet von Weihrauch
Geschrieben
vor 10 Minuten schrieb Weihrauch:

Ich hab noch nie eine Ameise oder Fliege atmen gesehen, natürlich atmen die auch, aber man sieht es halt nicht, weil der Chitinpanzer das nicht zulässt. Reptilien, z.B. Eidechsen kann man beim Atmen zusehen. Punkt für dich. Vermutlich wussten die Verfasser auch, dass Fische atmen, aber das beißt sich theologisch mit der ruach, die über der Tiefe geistbraust, und nicht unter Wasser weht.

 

Das ist aber kein Biologiebuch und keine Kosmologie und kein Schöpfungsbericht, sondern theologische Lyrik. Da gelten andere Interpretationsgesetze. Insofern ist es schon ein Strohmann, wenn man da modernes naturwissenschaftliches Wissen anlegt, und dann "großzügig" einlenkt, dass diese bronze- oder eisenzeitlichen Autoren es halt nicht besser wissen konnten, und dass schließlich jeder glauben darf, was er will. Dem Verständnis des Geschriebenen ist das nicht dienlich. 

Achtung, das ist kein persönlicher Angriff, sondern mein persönlicher Eindruck:
Was ich da zwischen den Zeilen lese: „da steht halt irgendwas, und das interpretiere ich so, wie ich es gut finde, und eventuelle Fehler in meiner Interpretation sind mir egal“.

Damit ist aber doch letztlich völlig egal was da steht, denn die gewünschte Interpretation kann man aus jedem Text herauslesen.

Ich dachte, in diesem Thread geht es eben nicht darum, was man gerne herauslesen möchte, sondern darum, was da eigentlich steht?

 

Werner

 

Geschrieben
Gerade eben schrieb Werner001:

Achtung, das ist kein persönlicher Angriff, sondern mein persönlicher Eindruck:

 

Alles gut. Wir kennen uns ja lang genug. 

 

vor 1 Minute schrieb Werner001:

Was ich da zwischen den Zeilen lese: „da steht halt irgendwas, und das interpretiere ich so, wie ich es gut finde, und eventuelle Fehler in meiner Interpretation sind mir egal“.

 

Komm schon, warum unterstellst du mir das? Ich hab doch eben noch geschrieben: 

 

vor 4 Stunden schrieb Weihrauch:

Dabei kann ich mich natürlich trotzdem irren, was ja nicht schlimm ist, wenn sich das herausstellt.

 

Es muss sich halt irgendwie herausstellen. Wenn es das nicht tut, irre ich mich vielleicht nicht. 

 

vor 4 Minuten schrieb Werner001:

Damit ist aber doch letztlich völlig egal was da steht, denn die gewünschte Interpretation kann man aus jedem Text herauslesen.

 

Nein, kann man nicht. Das ist wieder so eine pauschale Behauptung, die durch nichts gedeckt ist. Zeig es an den Brüdern Karamasow oder der Bhagawad Gita, wenn du kannst. Schlagworte nutzen nur dir etwas, dir deine Sichtweise zu bestätigen.

 

vor 9 Minuten schrieb Werner001:

Ich dachte, in diesem Thread geht es eben nicht darum, was man gerne herauslesen möchte, sondern darum, was da eigentlich steht?

 

Genau. Und jetzt denk mal selbst mit dieser Intention, nicht gegen sie, warum das Land nicht erschaffen wird. Das ist eigentlich ganz simpel, wenn man den Rest des AT mit in den Blick nimmt und theologisch, im Sinne der Verfasser denkt. Zeig mal was du kannst! 

 

Geschrieben
vor 8 Stunden schrieb Weihrauch:

theologisch, im Sinne der Verfasser denkt. Zeig mal was du kannst! 

Theologisch denken kann ich nicht. Nur logisch geht.

 

Werner

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