OneAndOnlySon Geschrieben 23. Juli Melden Geschrieben 23. Juli vor 2 Minuten schrieb Shubashi: Nur bei „sozialistischen Kampfbegriffen“ hätte ich Zweifel. Damit meinte ich die Stelle, in der sie der Argumentation von Brosius-Gersdorf vorwirft, sie sei "radikal individualistisch, marktliberal und erstaunlich kalt". Was will sie ab dem Punkt im Text noch erreichen, außer ihre eigene Bubble zu bespielen? Zitieren
Shubashi Geschrieben 23. Juli Melden Geschrieben 23. Juli 4 minutes ago, OneAndOnlySon said: Damit meinte ich die Stelle, in der sie der Argumentation von Brosius-Gersdorf vorwirft, sie sei "radikal individualistisch, marktliberal und erstaunlich kalt". Was will sie ab dem Punkt im Text noch erreichen, außer ihre eigene Bubble zu bespielen? Ich habe das Brosius-Gersdorf-Interview wg. der Zahlschranke bisher nicht gelesen, aber die Einordnung als „libertär“ habe ich auch anderswo gesehen. Zitieren
Kara Geschrieben 23. Juli Melden Geschrieben 23. Juli (bearbeitet) vor 40 Minuten schrieb OneAndOnlySon: Wenn wir Christen unsere Position tatsächlich nicht oberhalb der Gürtellinie von Unterstellungen, ad Personams und Populismus vertreten können, ist das kein Pluspunkt - dann kann das weg. Ad Personams und Populismus unter der Gürtellinie kann ich bei @mn1217 zu diesem Thema eigentlich nicht finden. Sie hat doch gute Argumente! Die sie mit Leidenschaft rüber bringt. Hat halt jeder so seine Themen, die ihm besonders am Herzen liegen. Das als "Geseiere" zu bezeichnen, finde ich nicht ok. @mn1217: Ich finde nicht, dass "das weg kann". Es ist schön, dass es Frauen wie dich gibt, die diese Meinung vertreten. bearbeitet 23. Juli von Kara 3 Zitieren
OneAndOnlySon Geschrieben 23. Juli Melden Geschrieben 23. Juli vor 5 Minuten schrieb Shubashi: Ich habe das Brosius-Gersdorf-Interview wg. der Zahlschranke bisher nicht gelesen, aber die Einordnung als „libertär“ habe ich auch anderswo gesehen. Diese Aussagen aus dem Interview klingen für mich nicht besonders marktliberal: Zitat Der Staat müsse unbedingt Vorkehrungen treffen, um zu verhindern, dass Frauen nicht unter Druck und Zwang gerieten oder wirtschaftlich ausgebeutet würden und sich aus wirtschaftlicher Not heraus zu einem solchen Schritt bereit erklärten ... „Am Ende gehen diejenigen, nämlich die Frauen, die die größten Belastungen tragen, die Leihmütter, möglicherweise mit der geringsten Entlohnung da raus, während andere – Kliniken, Vermittlungsagenturen – daran verdienen.“ (https://www.welt.de/politik/deutschland/article6a608add0e3703262e0c8116/frauke-brosius-gersdorf-leihmutterschaft-darf-der-staat-nicht-verbieten.html) "Libertär" ist ein weites Feld und nicht jede, die starken Wert auf persönliche Freiheitsrechte legt, ist Kampfkapitalistin. Zitieren
Florianklaus Geschrieben 23. Juli Melden Geschrieben 23. Juli vor 8 Stunden schrieb Spadafora: Mimmi die Dame weiß da ja alles schon vorher Wer ist denn diese Mimmi? Schreibt die hier? 1 Zitieren
rorro Geschrieben 23. Juli Melden Geschrieben 23. Juli (bearbeitet) vor 2 Stunden schrieb Shubashi: Wie wäre es daher mit dem §218-Kompromiss: illegal, aber nicht strafbar? Es folgt zumindest eine gewisse logische Konsequenz darin: wenn man Kinder straflos töten darf, sollte man sie auch verkaufen dürfen. So eine Gesellschaftsmehrheit ist in meinen Augen zwar nur noch sehr wenig wert, aber angesichts der Demographie auch in wenigen Generationen Makulatur. bearbeitet 23. Juli von rorro 2 Zitieren
Shubashi Geschrieben 23. Juli Melden Geschrieben 23. Juli 51 minutes ago, rorro said: Es wollte zumindest eine gewisse logische Konsequenz darin: wenn man Kinder straflos töten darf, sollte man sie auch verkaufen dürfen. So eine Gesellschaftsmehrheit ist in meinen Augen zwar nur noch sehr wenig wert, aber angesichts der Demographie auch in wenigen Generationen Makulatur. Um das klarzustellen: es geht mir um den Umgang mit der jetzigen Gesetzeslage, ich bin nicht dafür sie zu liberalisieren. Ich will aber keinesfalls, dass Kinder Opfer ideologischer Kämpfe werden, indem sie zur Strafverfolgung irgendwelcher Handlungen herangezogen, die nur bei uns illegal wären. Wenn die Auftraggeber irgendwelcher Leihmutterschaften hier bestraft würden, wäre eine Auswirkung auf die Kinder vermutlich unvermeidlich. Wer sich um die Demographe sorgt: das hülfe angeblich ein Iphoneverbot. Zitieren
Sucuarana Geschrieben 23. Juli Melden Geschrieben 23. Juli 4 hours ago, OneAndOnlySon said: Es gibt einen kleinen aber feinen Unterschied zwischen einem sachlichen Argument auf Basis der eigenen Weltanschauung und dem, was ich "moralinsaures Geseier" genannt habe. Es sollte doch möglich sein, dieses Thema zu diskutieren, ohne direkt betroffenen Personengruppen niedere Beweggründe oder Lügen vorzuwerfen. Wenn wir Christen unsere Position tatsächlich nicht oberhalb der Gürtellinie von Unterstellungen, ad Personams und Populismus vertreten können, ist das kein Pluspunkt - dann kann das weg. Und genau hier liegt das Problem. Ich bin gegen die Leihmutterschaft, aber ich weiss nicht genau, warum. Und es sollte gegen sie gute Argumente geben. Diese könnten auf wirtschaftlichen, medizinischen, soziologischen, u.s.w. Erörterung basieren. Wenn wir derartige Argumente finden und klar darlegen, dann sollte es ein einfaches sein, die Leihmutterschaft damit für alle und überall zu beenden. Wenn unsere Argumente nur auf unserer religiöser Tradition beruhen, dann wäre ein derartiges Verbot der Leihmutterschaft nicht allgemeingültig in der gesamten Gesellschaft, sondern nur für Katholiken (oder allgemein Christen) gültig, was aber auch schon ein Fortschritt wäre. Wir sind jetzt bereits auf der fünfzehnten Seite dieses Threads, und ich habe immer noch keine derartigen Argumente gefunden. Stattdessen sehe ich: Beleidigende Wortwahl, zum Beispiel "Homos" für die Herren Spahn und Funke. Schwachsinnige Unterstellungen die sowohl dem Recht als auch der Ethik widersprechen, zum Beispiel dass hier Kinder "gekauft" werden. Und viel Aufregung und hoher Blutdruck. Viel Hass auf alles Moderne, auf Andersdenkende, auf Anderslebende, auf alles was mit Fortpflanzung oder Sex zu tun hat. Viel Frust der eigenen Lebenssituation. Viel absichtliche Selbst-Isolation: wir sind Aussenseiter, und das macht uns angeblich zu besseren Menschen. Wenn dieser Thread wirklich alles ist, was Katholiken zur Leihmutterschaft sagen wollen oder können, dann gibt es keinen Grund sie abzulehnen. Es ist ganz klar, dass viele Katholiken mit dem traditionellen Welt- und Familienbild sie zwar ablehnen, ihre Ablehnung hier auch wortreich vertreten, aber im Endeffekt nur hasserfüllte Sprache dabei rauskommt. Wenn sie ausser ihrer Aufregung keine Argumente haben, dann würde ich es so zusammenfassen: Liebe Guppy, Rorro und Mn1217 (um nur mal ein paar Beispiele zu nennen), wenn ihr keine Leihmutterschaft wollt, dann nehmt halt nicht an einer Teil, aber lasst bitte den Rest der Welt in Ruhe. Das ist im Grunde das gleiche Argument wie die FSSPX und ihre Zeremonien: Liebe Tradis, wenn ihr keine Handkommunion möchtet, dann geht nicht zu einer Messe wo diese stattfindet, sondern fahrt Sonntags woanders hin. Aber weder aus Leihmutterschaft noch aus Handkommunion lässt sich nicht das Recht ableiten, den Rest unserer Glaubensbrüder und den Rest der nicht-katholischen Menschheit zu verfluchen, oder sich ins Schisma zu begeben. Vielleicht ist Herr Spahn nur das Opfer seines eigenen Ausgangs aus der selbstverschuldeten Unmündigkeit geworden. Vielleicht war er, genau wie seine Partei, lange nur eine unreflektierte Geisel der traditionellen Weltsicht der Christen, die historisch den Kern seiner Partei bildeten, aber heutzutage eine kleine Splittergruppe geworden sind. Ich gehöre zwar zu dieser Splittergruppe, aber wir sind heute der Schwanz, nicht mehr der Hund. Pioniere haben die Pfeile im Rücken. Traurig aber wahr. 3 Zitieren
Sucuarana Geschrieben 23. Juli Melden Geschrieben 23. Juli Mein eigenes Argument gegen die Leihmutterschaft ist schwach, psychologisch, und persönlich. Eine Mutter hat eine spezielle und stärkere emotionale Bindung an ihr Neugeborenes. Das Kind dann schnell nicht mehr zu haben ist für sie schmerzhaft, zumindest in vielen Fällen. Dies ist ein rein psychologisches Argument. Und es ist nicht allgemeingültig. Es gibt Fehlgeburten, und tragische Todesfälle im Säuglingsalter. Ich war auch schon auf Beerdigungen, wo der Sarg nur 60cm lang ist, und diese sind besonders traurig. Manche Mütter entschliessen sich auch, ein Kind, dass sie nicht aufziehen können, zur Adoption zu geben. Das ist zwar auch traurig, aber in manchen Fällen weniger schlimm als die Alternativen. Wir können das Leid und die Trauer nicht vollständig aus der Welt schaffen. Aber wir können unser bestes tun, Leid und Trauer zu verringern. Aber dieses Argument zieht nur in den Fällen, in denen die Leihmutterschaft der gebärenden Frau weh tut. Und ich kenne genügend Mütter von Kindern, die adoptiert wurden, um zu wissen, dass die Welt nicht einfach ist, und das Leben nicht schwarz und weiss. Und das gleiche Argument kann auch auch für Väter gelten. Und im Fall dieser spezifischen Leihmutterschaft muss man das Leid der Mutter gegen das Glück der Väter abwiegen, an dem sie vielleicht sogar zu einem gewissen Grad teilnehmen kann. Das ist also eine sehr persönliche Fragestellung, und muss individuell entschieden werden. Zitieren
iskander Geschrieben 23. Juli Melden Geschrieben 23. Juli (bearbeitet) Am 18.7.2026 um 15:59 schrieb Guppy: So ähnlich ist es doch auch. Die Frau wird bei der Leihmutterschaft komplett zum Objekt degradiert. Dass Frauen ihren Körper gegen Geld zur Verfügung stellen ist nichts neues, ist ja bei der Prostitution auch so. In der Regel sind das ganz überwiegend Frauen in Abhängigkeitverhältnissen oder in Armut, die ausgebeutet und ausgenutzt werden. Ob das im konkreten Fall so ist, wissen wir nicht. Wenn es so ist, ist es natürlich problematisch, aber das wäre dann für sich genommene noch kein genereller Einwand. Am 18.7.2026 um 15:59 schrieb Guppy: Das Kind wird ebenso objektifiziert. Es wird wie eine Ware bei Amazon bestellt und dann wie gewünscht "geliefert". Die Rede von der "Objektifizierung" ist hier eine fragwürdige Ausdrucksweise, deren Sinn schwer zu bestimmen ist. Was ist konkret gemeint? - Dass man eine Person zu irgend einem Zweck "nutzt", wenn sie ggf. damit einverstanden ist? Das tun wir alle ständig, und daran ist nichts verwerflich. - Dass jemand gegen Geld freiwillig seinen Körper für etwas zur Verfügung stellt? Das tut auch der Masseur, und wieso sollte jemand so etwas nicht tun dürfen, wenn er es genuin freiwillig tut - egal ob in einem sexuellen oder nicht-sexueellen Kontext? Was hat das mit "Objekt-Sein" zu tun? - Dass man jemanden wie eine Sache behandelt und nicht wie einen Menschen - dann wäre das im konkreten Fall zu begründen. Am 18.7.2026 um 15:59 schrieb Guppy: Und selbst wenn es im Fall Spahn keine in Armut lebende Frau war, sondern eine, die das wirklich "freiwillig" gemacht hätte: Was wäre denn, wenn diese Frau durch den spätestens nach der Geburt einsetzenden Mutterinstinkt das Kind hätte behalten wollen. Hätte sie dann sagen können:"Ach nein, ich möchte mein Kind behalten, ich kann es nicht weggeben"? Oder hätte sie dann, wie vertraglich vereinbart und von Spahn bezahlt, ihr Kind weggeben müssen, wenn Spahn und sein Gespiele auf die Einhaltung des Vertrages pochen? Dass weiß ich nicht, und das kann sicher ein problematischer Aspekt sein. Es heißt aber nicht, dass eine Frau wie eine Sklavin behandelt wird; noch ändert es etwas daran, dass hier die Dienstleistung des Austragens des Kindes und ggf. der zur Verfügungsstellens der eigenen Eizelle und nicht das Kind selbst eine Ware ist. Am 18.7.2026 um 15:59 schrieb Guppy: In jedem Fall wurde das Kind, das auf Bestellung durch Dritte hin erzeugt wurde, nicht danach gefragt, ob es seiner Mutter entrissen und zu zwei Homos gesteckt werden möchte. Noch schlimmer: Viele Kinder sollen angeblich noch nicht einmal danach gefragt werden, ob sie gezeugt oder ggf. zur Adoption im Baby-Alter freigegeben werden wollen. Am 18.7.2026 um 15:59 schrieb Guppy: Darum möchte ich an der Stelle mal klar trennen: Was Spahn und Co. in ihren Schlafzimmer so treiben oder welche absurden Lebensstile sie im privaten Rahmen pflegen, müssen sie mit ihrem Gewissen und Gott ausmachen. Was findest Du am homosexuellen Lebensstil konkret "absurd"? Nur zur Klarstellung: Ich will hier keineswegs behaupten, dass es keine ernsthaften Bedenken und keine ernsthaften Argumente gebe, die gegen eine Leihmutterschaft sprechen. Erst recht liegt es mir fern, die persönliche Doppelmoral von Spahn zu rechtfertigen. Ich finde nur, dass man die Debatte sachlich anstatt mit Polemik und inhaltlich unpassenden Kampfbegriffen führen sollte. bearbeitet 23. Juli von iskander Zitieren
rorro Geschrieben 23. Juli Melden Geschrieben 23. Juli (bearbeitet) Hier wird von OAOS und jetzt Sucuarana behauptet, die Anschuldigung des Kinderkaufs sei unsinnig bzw. schwachsinnig. Nun kann man ein Argument ja deutlich besser entkräften, indem man dessen Falschheit belegt. Kommt da noch was substanzielles oder bleibt es bei abwertenden Äußerungen? bearbeitet 23. Juli von rorro 1 Zitieren
iskander Geschrieben 23. Juli Melden Geschrieben 23. Juli Am 19.7.2026 um 20:15 schrieb mn1217: Ist doch korrekt. Uns die Frau wird auch gekauft,für die Teit der Schwangerschaft. Ist ja nur ne Frau,was,solls. Inwiefern wird eine Frau gekauft, wenn sie freiwillig gegen Geld eine Dienstleistung erbringt? Sie verkauft sich ja nicht selbst in die Sklaverei und wird auch von keinem Dritten in diese verkauft, oder? Am 19.7.2026 um 22:02 schrieb Guppy: Leihmutterschaft ist eine Form von Sklaverei und Menschenhandel. Deine Aussage ist mit den Definitionen von "Sklaverei" und "Menschenhandel" zumindest dann vollkommen unvereinbar, wenn echte Freiwilligkeit vorliegt. Freiwillige Dienstleistungen - auch körperliche (von denen es unzählige gibt) - haben keinen Bezug zu Sklaverei und Menschenhandel. Am 19.7.2026 um 23:17 schrieb rorro: Ist schon interessant, daß auch Gegner der Leihmutterschaft eher mit Frauenrechten argumentieren als mit dem Umstand, daß dabei ein Kind ver- und gekauft wird. Da das Kind kein Eigentum ist, wird es auch nicht gekauft und verkauft. So wenig wie im Fall, dass jemand ein Kind aus einem Kinderheim aufnehmen und adoptieren will, aber dem Kinderheim dafür eine Gebühr zahlen muss. Gekauft wird das "Austragen" des Kindes, nicht das Kind; und da das Kind kein Sklave ist und alle Personenrecht hat, ist es auch keine Ware. Man kann das trotzdem alles faktisch finden, aber man sollte dann das, was passiert, kritisieren und nicht etwas, was tatsächlich nicht passiert. Man kann vielleicht im beten Fall noch eine gewisse Analogie zum Warenhandel herstellen, mehr aber auch nicht. Zitieren
Sucuarana Geschrieben 23. Juli Melden Geschrieben 23. Juli (bearbeitet) Zu Rorro's Beitrag: Kauf: Übertragung von Eigentumsrechten, gegen ein Entgelt. An einem Kind, oder im allgemeinen einer Person, kann niemand Eigentumsrechte haben. Im Gegensatz zu einer Sache, und im Gegensatz zu einem übertragbaren Recht, wie z.B. einer Aktienoption. Ein Kind ist niemals das Eigentum einer anderen Person, und schon gar nicht des Fiskus. Natürlich haben die Eltern (oder ggf. der Vormund oder gesetzliche Vertreter) eine Pflicht, für das Kind zu sorgen, und die Pflicht und das Recht, für es Entscheidungen zu treffen. Zum Beispiel ob es zur Balletunterricht oder zum Fussballverein angemeldet wird. Aber im Gegensatz zum Verfügungsrecht an Sachen, das beinahe absolut ist, sind diese Rechte der Eltern eingeschränkt, sonst kommt das Jugendamt oder zur Not das Gericht. Ein Vertrag, der versucht eine Person zu kaufen oder zu verkaufen, ist automatisch nichtig, da sittenwidrig, und ohne gesetzliche Grundlage. Ich nehme mal an, Du hast nie im Leben eine Vorlesung im bürgerlichen Recht besucht. Wenn Du es hättest, würde ich jetzt sagen: "Setzen, Sechs". Also fühle Dich bitte belehrt, nicht beleidigt. Das gleiche haben glaube ich schon mehrere Leute in diesem Thread gesagt, nur halt in anderen Worten. bearbeitet 23. Juli von Sucuarana 2 Zitieren
Higgs Boson Geschrieben 23. Juli Melden Geschrieben 23. Juli (bearbeitet) vor 7 Stunden schrieb mn1217: In dem Fall bin ich für ein deutlich strikteres Verbot auch bezüglich Auslandsaufträgen . es muss mMn so strikt sein und so schwierig, dass so gut wie niemand es mehr versucht. (ganz ausmerzen wird man es nie). Und wie willst Du das rechtlich umsetzen? Der Vater ist der biologische Vater, das steht auf der Geburtsurkunde und kann ggf. auch per Gentest nachgewiesen werden. Da die Leihmutterschaft nicht auf deutschem Boden stattfindet, kann sie auch nicht nach deutschem Recht geahndet werden, das zieht da nicht. Dazu müsste der deutsche Staat die Gültigkeit seines Gesetzes über seine Landesgrenzen hinaus ausdehnen, was nicht rechtstaatlichen Grundsätzen entspricht. Das Kind hingegen hat, da der Vater deutscher Staatsbürger ist, ebenfalls deutsche Staatsangehörigkeit. Und damit das Recht in Deutschland zu leben. Sich etwa zu wünschen bedeutet nicht, dass es machbar ist. Will der Staat die Situation von Leihmüttern verbessern, kann er das nur auf eigenem Staatsgebiet. Das bedeutet, Legalisierung und Regelung (Umgangsrecht, Kosten, Gesundheitsrisiken) bearbeitet 23. Juli von Higgs Boson Zitieren
rorro Geschrieben 23. Juli Melden Geschrieben 23. Juli (bearbeitet) vor 28 Minuten schrieb Sucuarana: Zu Rorro's Beitrag: Kauf: Übertragung von Eigentumsrechten, gegen ein Entgelt. An einem Kind, oder im allgemeinen einer Person, kann niemand Eigentumsrechte haben. Im Gegensatz zu einer Sache, und im Gegensatz zu einem übertragbaren Recht, wie z.B. einer Aktienoption. Ein Kind ist niemals das Eigentum einer anderen Person, und schon gar nicht des Fiskus. Natürlich haben die Eltern (oder ggf. der Vormund oder gesetzliche Vertreter) eine Pflicht, für das Kind zu sorgen, und die Pflicht und das Recht, für es Entscheidungen zu treffen. Zum Beispiel ob es zur Balletunterricht oder zum Fussballverein angemeldet wird. Aber im Gegensatz zum Verfügungsrecht an Sachen, das beinahe absolut ist, sind diese Rechte der Eltern eingeschränkt, sonst kommt das Jugendamt oder zur Not das Gericht. Ein Vertrag, der versucht eine Person zu kaufen oder zu verkaufen, ist automatisch nichtig, da sittenwidrig, und ohne gesetzliche Grundlage. Ich nehme mal an, Du hast nie im Leben eine Vorlesung im bürgerlichen Recht besucht. Wenn Du es hättest, würde ich jetzt sagen: "Setzen, Sechs". Also fühle Dich bitte belehrt, nicht beleidigt. Das gleiche haben glaube ich schon mehrere Leute in diesem Thread gesagt, nur halt in anderen Worten. Du argumentierst rein juristisch. Darum geht es mir nicht. Mir geht es um die Erlangung einer Verfügungsgewalt über eine Person mittels Geldzahlung. Ob die absolut oder eingeschränkt ist, ist sekundär. Es wird sozusagen ein Handel betrieben, die Ware ist das Kind. Ein „Brautkauf“ mittels Geld an ihre Eltern wäre nichts anderes. Dadurch wird die Frau nicht zur rechtlosen Sklavin, aber ich gehe mal stark davon aus, daß Du diese Idee der „Brautschau“ nicht unterstützt. Und es gibt durchaus Eigentumsrechte an Sachen, die massiv eingeschränkt sind (bspw. bei privatem Wald). So schwarz weiß ist das alles nicht. bearbeitet 23. Juli von rorro 2 Zitieren
iskander Geschrieben 23. Juli Melden Geschrieben 23. Juli (bearbeitet) vor 25 Minuten schrieb rorro: Du argumentierst rein juristisch. Darum geht es mir nicht. Mir geht es um die Erlangung einer Verfügungsgewalt über eine Person mittels Geldzahlung. Ob die absolut oder eingeschränkt ist, ist sekundär. Dann verwendest Du hier einen etablierten Begriff in einer abweichenden Bedeutung. Es wird im inne der üblichen Definition kein Kind gekauft oder verkauft. Und da von Anfang an klar ist, dass die Leihmutter anderen das Kind überlässt, ist es auch irreführend zu sagen, dass sie es gegen Geld "weggibt". Die Leistung, die gekauft wird, besteht im Austragen des Kindes. vor 25 Minuten schrieb rorro: Ein „Brautkauf“ mittels Geld an ihre Eltern wäre nichts anderes. Dadurch wird die Frau nicht zur rechtlosen Sklavin, aber ich gehe mal stark davon aus, daß Du diese Idee der „Brautschau“ nicht unterstützt. Am Brautkauf ist nicht falsch, dass eine erwachsene Person nicht als autonomes Subjekt behandelt wird und dass jemand zudem nicht gefragt wird, ob er heiraten will - es herrscht hier keine Analogie. vor 25 Minuten schrieb rorro: Und es gibt durchaus Eigentumsrechte an Sachen, die massiv eingeschränkt sind (bspw. bei privatem Wald). So schwarz weiß ist das alles nicht. Das ist nicht relevant. Ein Kind ist kein Eigentum seiner Eltern - weder mit noch ohne Leiheltern. Daran ändert Dein Hinweis nichts. Denke doch einmal selbst nach: Nimm an, im antiken Rom kauft jemand von einem Sklavenhändler eine Sklavin und ihr Kind, und über beide kann er frei verfügen, weil beide nun sein Eigentum sind. Hier passen die Begriffe "Menschenhandel" und "Ware". Wenn Du sie hingegen dort verwendest, wo es objektiv keinen Menschenhandel und keine Ware gibt (außer als Dienstleistung), dann ebnest Du einen fundamentalen entscheidenden Unterschied ein und nimmst eine erhebliche semantische Bedeutungsverschiebung vor. Langsam frage ich mich, ob es gegen die Leihmutterschaft denn keine echten Argumente gibt, wenn ihre Gegner es anscheinend nötig haben, sich solcher Taktiken zu bedienen, nur um emotionalisierende und polemische Attacken fahren zu können? Am 20.7.2026 um 23:17 schrieb Guppy: Naja, die Union beruft sich auf das christliche Menschenbild, aber wo vertritt sie das denn noch? Beim Lebenssschutz nicht, bei der Ehe nicht, bei der Familienpolitik nicht, bei der Adoption nicht, selbst bei der simplen Frage nach der Anzahl der Geschlechter nicht. Katholische Soziallehre wird auch gerade in die Tonne getreten. Christentum ist etwas anderes als Katholizismus im Sinne des Papstes. Der Papst kann definieren, was katholisch ist, aber nicht, was christlich ist. Oder jedenfalls kann er dann nicht auf allgemeine Akzeptanz hoffen. Am 22.7.2026 um 11:55 schrieb Shubashi: Gefährliche Berufe sind persönliche Entscheidungen von erwachsenen Personen zu ihrer eigenen Person, es kommt im Gegensatz zur Leihmutterschaft keine dritte Person ins Spiel. Ein Kind wird allerdings auch nicht gefragt, bevor es gezeugt wird. Trotzdem dürften die meisten Kinder froh sein, dass sie leben - und sich dafür retrospektiv auch für eine Leihmutterschaft entscheiden, wenn die Alternative wäre, sonst nie gelebt zu haben. bearbeitet 23. Juli von iskander Zitieren
iskander Geschrieben 23. Juli Melden Geschrieben 23. Juli vor 8 Stunden schrieb OneAndOnlySon: Es gibt einen kleinen aber feinen Unterschied zwischen einem sachlichen Argument auf Basis der eigenen Weltanschauung und dem, was ich "moralinsaures Geseier" genannt habe. Es sollte doch möglich sein, dieses Thema zu diskutieren, ohne direkt betroffenen Personengruppen niedere Beweggründe oder Lügen vorzuwerfen. Du sprichst mir hier und in Deinen anderen Beiträgen aus dem Herzen. Leider begrenzt die Foren-Software die Anzahl der Likes, die ich Dir geben kann. Zitieren
Shubashi Geschrieben 24. Juli Melden Geschrieben 24. Juli 6 hours ago, iskander said: Ein Kind wird allerdings auch nicht gefragt, bevor es gezeugt wird. Trotzdem dürften die meisten Kinder froh sein, dass sie leben - und sich dafür retrospektiv auch für eine Leihmutterschaft entscheiden, wenn die Alternative wäre, sonst nie gelebt zu haben. Nun ja, das spräche dann auch für Vermehrungsmethoden a la Aldous Huxley in „Brave New World“, wo das Heranzüchten des neuen Nachwuchses maschinell erfolgt. Ich vermute weiterhin, dass die Entscheidung ein Kind zu bekommen, tatsächlich weiterhin am besten bei den jeweiligen Eltern aufgehoben ist, und alle weiteren Akteure wie Agenturen, Investoren, Staaten, Leihmütter, Kirchen, Reproduktionsmediziner, Samenbanken es sowohl praktisch wie auch mental und sozial es nur deutlich komplizierter machen. Und da diese Verfahren keinem allgemeinen, sondern nur einem sehr speziellen Mangel Abhilfe schaffen, sehe ich immer noch eher den Punkt, dass eher viele bereits lebende Kinder von besserer Zuwendung profitieren könnten, als technisch und finanziell aufwendig welche zu erzeugen, wenn die vorhandenen oft schlecht versorgt sind. Zitieren
rorro Geschrieben 24. Juli Melden Geschrieben 24. Juli vor 7 Stunden schrieb iskander: Am Brautkauf ist nicht falsch, dass eine erwachsene Person nicht als autonomes Subjekt behandelt wird und dass jemand zudem nicht gefragt wird, ob er heiraten will - es herrscht hier keine Analogie. Du hast sowas von keine Ahnung. Frag mal wie sonst die KI… Zitieren
OneAndOnlySon Geschrieben 24. Juli Melden Geschrieben 24. Juli vor 16 Minuten schrieb Shubashi: Und da diese Verfahren keinem allgemeinen, sondern nur einem sehr speziellen Mangel Abhilfe schaffen, sehe ich immer noch eher den Punkt, dass eher viele bereits lebende Kinder von besserer Zuwendung profitieren könnten, als technisch und finanziell aufwendig welche zu erzeugen, wenn die vorhandenen oft schlecht versorgt sind. Wann ist ein Mangel allgemein und wann "sehr speziell"? Antwortet der Kinderwunsch eines Paares einem allgemeinen oder einem speziellen Mangel? Und ist ein sehr spezieller Mangel (wie z.B. der Bedarf nach einem Medikament gegen des Angelman-Syndrom) Begründung genug, um eine Abhilfe staatlich zu unterbinden? Wenn man gleichzeitig will, dass die Kinderlosigkeit der einen Paare einen Vorteil für existierende Kinder bringt, so müsste der Staat die entsprechende Beträge von allen kinderlosen Paaren abschöpfen und z.B. in Bildung und Jugendhilfe stecken. Dies könnte durch den Ersatz des Ehegattensplittings durch ein Familiensplitting umgesetzt werden. Zitieren
rorro Geschrieben 24. Juli Melden Geschrieben 24. Juli Daß Menschen, die sich Christen nennen, Kinderhandel rechtfertigen, ist echt krass. Aber war ja erwartbar nach der Rechtfertigung von Babytöten. Ich finde das alles einfach nur krass. 2 1 Zitieren
Chrysologus Geschrieben 24. Juli Melden Geschrieben 24. Juli Persönliche Angriffe anstelle von Argumenten. Zitieren
rorro Geschrieben 24. Juli Melden Geschrieben 24. Juli vor 39 Minuten schrieb Chrysologus: Persönliche Angriffe anstelle von Argumenten. Da fällt mir auch nichts mehr zu ein. Menschenhandel rechtfertigen ist für mich außerhalb der christlichen Vorstellungskraft. 1 1 Zitieren
OneAndOnlySon Geschrieben 24. Juli Melden Geschrieben 24. Juli vor 13 Minuten schrieb rorro: Daß Menschen, die sich Christen nennen, Kinderhandel rechtfertigen, ist echt krass. Aber war ja erwartbar nach der Rechtfertigung von Babytöten. Ich finde das alles einfach nur krass. Ich kann damit leben, wenn Leihmutterschaft in Deutschland verboten bleibt. Wenn wir aber gleichzeitig bei den Argumenten gegen eine Legalisierung die hier genannt wurden (Kindeswohl, Überbevölkerung, Ausbeutung, Macht durch Reichtum) konsequent sein wollen, sind Maßnahmen notwendig, die im konservativen Flügel eher nicht auf Gegenliebe stoßen. Dann sind wir bei Themen wie Umverteilung, Vermögenssteuer, Erbschaftssteuer, Geburtenkontrolle, staatliche Vormundschaft, Arbeitsrecht und einem massiven Ausbau von Bildung, Betreuung, Jugend-, Inklusions- und Integrationshilfe. Wenn das Kindeswohl im Zentrum steht, müssen wir die Dauer von Adoptionsverfahren bei Kindern, die eben doch durch Leihmutterschaft im Ausland geboren wurden, radikal verkürzen und vereinfachen, damit die Kinder nicht jahrelang in einem rechtlichen Schwebezustand leben, der für sie z.B. beim plötzlichen Tod der Wahlmutter sehr negative Folgen haben kann. Zitieren
Flo77 Geschrieben 24. Juli Melden Geschrieben 24. Juli vor 5 Minuten schrieb OneAndOnlySon: Wenn wir aber gleichzeitig bei den Argumenten gegen eine Legalisierung die hier genannt wurden (Kindeswohl, Überbevölkerung, Ausbeutung, Macht durch Reichtum) konsequent sein wollen, sind Maßnahmen notwendig, die im konservativen Flügel eher nicht auf Gegenliebe stoßen. Dann sind wir bei Themen wie Umverteilung, Vermögenssteuer, Erbschaftssteuer, Geburtenkontrolle, staatliche Vormundschaft, Arbeitsrecht und einem massiven Ausbau von Bildung, Betreuung, Jugend-, Inklusions- und Integrationshilfe. Du wohnst schon in der richtigen Gegend... (Und nein, über die Hälfte dieser Themen müsste man nicht diskutieren, wenn die andere Hälfte schlicht ad acta gelegt werden würde und wir uns endlich mal auf das beschränken würden, was uns wirklich etwas angeht, nämlich die Situation innerhalb unserer eigenen Landesgrenzen.) 1 Zitieren
Recommended Posts
Join the conversation
You can post now and register later. If you have an account, sign in now to post with your account.