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Synodaler Weg - schon versperrt?


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Geschrieben

Und ich dachte immer, dem Gewissen ist auch dann Folge zu leisten, wenn es irrt. Aber was weiß ich schon :)

Geschrieben
vor 2 Stunden schrieb rorro:

 

Du hast die Grundthese, daß die christliche Ethik sich allein auf die Ratio gründen muß.

 

Wo steht das?

 

Die christliche Ethik ist christlich, weil sie auf der Offenbarung gründet. Und die Offenbarung ist wie sie ist. Sie läßt sich nicht herbeibegründen. So ist die biblische Aussage der Gottesebenbildlichkeit, die die Menschenwürde eines jeden für einen Christen und Juden begründet, eben kein rationales Argument und die Würde daher auch keine Ergebnis einer rationalen Überlegung, sondern Offenbarung.

Dasselbe gilt für die Aufforderung vollkommen zu sein. Das ist für einen Christen eine göttliche Aufforderung, kein nice-to-have eines schönen Argumentes. Wir sollen vollkommen sein, weil Gott das will. Fertig. Wenn Gott die Liebe ist - wieder nur aus der Offenbarung verstehbar, nicht aus der Ratio - dann kann der Willen Gottes per se nichts Schlechtes sein. Oder die Offenbarung ist falsch. Tertium non datur.

 

Die Sexuallehre läßt sich nur in diesem Kontext verstehen. Nur mit dem Hirn kommt man da nicht hinter (was übrigens auch Papst Paul VI. in Humanae Vitae schreibt, aber offenbar strengstens mißachtet wurde und wird).

 

Deine Dichotomie zwischen Glaubenswahrheit und Ethik ist nicht die der Kirche. Und Du hast Recht, ich gehe auf Argumente nicht ein, weil ich diese Dichotomie ablehne. Ich lehne also Deine Regeln des Spiels ab. Überzeugen muß Dich das nicht, tut es ja auch nicht.

 

Letztlich liegt dem ganzen Bestehen auf rein rationalen Argumenten ein gnostisches Verständnis zugrunde. Wer es versteht (also rational!), der kann es glauben (der darf es glauben, hat den Logiktest bestanden und darf erhobenen Hauptes glauben) - wer nicht, der nicht. Das ist Gnosis.

 

Der katholische Glaube dagegen ist vollkommen unabhängig von IQ und intellektueller Fähigkeit allen zugänglich - wer es zuläßt.

 

Ich habe überhaupt nichts dagegen, wenn jemand Teile davon oder das Ganze ablehnt - wer bin ich da zu richten? Was mich stört, ist, wenn diese Personen dann nicht die "Eier" haben zuzugeben, daß sie genau das tun und damit in diesen Teilen nicht mehr katholisch denken, sondern sich ständig winden - und Du bist dafür ein Paradebeispiel - warum diese kirchliche Aussage eigentlich falsch sei, es auf was ganz anderes ankomme etc. pp.

Alles millionenfach gehört und trotzdem nicht weniger langweilig geworden.

Deine Überzeugung ist diesbezüglich nicht katholisch. Fertig. Bricht der Krone keinen Zacken ab. Gibt Schlimmeres. Es gab und gibt sicher auch Kardinäle und Päpste, die manche Lehre der Kirche privat ablehnen. Es ist eben die Frage, ob sie sich auch winden und die Öffentlichkeit mit ihrem Dissens beglücken. Können sie, müssen sie aber nicht.

…..was du hier komplett unterschlägst und wo du mich auch komplett falsch wiedergibst: Ich habe nicht von der Begründung der Ethik im Gesamten gesprochen, sondern von ganz konkreten Einzelnormen. Sehr wohl gibt es in der katholischen Kirche eine große Tradition, ganz konkrete Einzelnormen aufgrund vernünftiger Argumentation zu begründen. Nimm hier als Beispiele Thomas von Aquin / Meister Eckhardt.

 

Im 20. Jahrhundert entwickelte sich innerhalb der katholischen Morallehre das Konzept der „autonomen Moral“ im Kontext des christlicher Glaubens, vertreten unter anderem zB von den Theologen Alfons Auer / Dietmar Mieth. Die beiden genannten Theologen sind hoch angesehen in der Katholischen Kirche. Es wurde nirgends infrage gestellt, dass ihr Konzept vollkommen innerhalb der katholischen Kirche ist. Andere Ethiker heute wären Eberhard Schockenhoff oder Martin Lintner…..Nach deiner Definition wären alle vier genannten katholischen Theologen „nicht katholisch“ ( siehe deine eigenen Worten…. ) 

 

Das eine ist die Gottebenbildlichkeit des Menschen und daraus abzuleiten die unbedingte Würde jedes Menschen. Etwas ganz anderes ist es jedoch ganz konkrete Einzelnormen zu finden: Beispiel Sexualmoral, Unterscheidung zwischen verschiedenen Methoden der Empfängnisverhütung. Die Sichtweise,   Das Verbot von Pille / Kondom direkt aus der Offenbarung abzuleiten /  zurückzuführen / zurückführen zu können, finde ich sehr bizarr…. 

 

Dein Vergleich mit der „Gnosis“ ist ebenso an den Haaren herbei gezogen. Sachliche, rational nachvollziehbare Argumentation ist ja gerade das Gegenteil von Gnosis….. 

 

Geschrieben
vor 57 Minuten schrieb Cosifantutti:

Das kann jetzt wirklich nicht dein Ernst sein. Wie gesagt, bei dir weiß man ( leider, leider…) nie, in welchem Zusammenhang du dich auf die Lehre des katholischen Lehramtes beziehst. Ich verstehe deinen ersten Satz als bittere Ironie deinerseits….. 

Dass der Gläubige das, was er zu glauben hat, nicht verstehen muss, sondern er zu glauben hat, was im vorgelegt wird…liegt auf derselben Ebene.

 

Es tut mir wirklich leid, aber irgendwann solltest du dich selber entscheiden, auf welcher Seite du selber stehst…. Es ist wirklich sinnlos, deine Beiträge zu kommentieren, wenn es nicht einmal klar ist, ob es erst gemeint ist oder bittere Ironie…etc…..

Sorry, aber in meinem Posting war ausnahmsweise überhaupt keine Ironie impliziert. Lies mal Rorros gesammelte Postings oder fag einen Moraltheologen oder den KKK.

 

Mich würde überraschen, wenn da was diametral anderes rauskäme, als ich es geschrieben habe.

 

(Mein pers. Gottes- und Menschenbild spielt hier keine Rolle mehr, wie mir jetzt schon mehrfach nahegelegt wurde.)

Geschrieben (bearbeitet)
vor 15 Minuten schrieb Flo77:

Sorry, aber in meinem Posting war ausnahmsweise überhaupt keine Ironie impliziert. Lies mal Rorros gesammelte Postings oder fag einen Moraltheologen oder den KKK.

 

Mich würde überraschen, wenn da was diametral anderes rauskäme, als ich es geschrieben habe.

 

(Mein pers. Gottes- und Menschenbild spielt hier keine Rolle mehr, wie mir jetzt schon mehrfach nahegelegt wurde.)

…….Was die Moraltheologen angeht, so fallen mir doch ein paar katholische ( !!! ) Moraltheologen ein, die nicht einfach nur den KKK zitieren, nochmals: Alfons Auer, Dietmar Mieth, Eberhard Schockenoff, Martin Lintner….. etc…. Je katholische Welt ist viel lebendiger und real vielfältiger, wie es manche hier darstellen….

bearbeitet von Cosifantutti

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