KevinF Geschrieben Freitag um 16:55 Melden Geschrieben Freitag um 16:55 (bearbeitet) 7 minutes ago, Weihrauch said: Gott ist kein Ding das erschaffen wird, sondern der der alle sichtbaren Dinge erschafft. Falls es Gott gibt, ist der ja schon irgendwo, vermutlich im Himmel, wo sonst? Den Himmel als das Unsichtbare muss er also nicht erst erschaffen. Das mit dem Sichtbaren und Unsichtbaren klingt sehr fromm, ist aber in sich selbst widersprüchlich. Gott ist unsichtbar, der Hauptteil der unsichtbaren Welt, und erschafft sich also nicht selbst. Gott ist gar kein Ding und auch nicht Teil irgendeiner Welt, darum ist er bei "alle Dinge" ausgeschlossen. Zumindest nach meinem Sprachgefühl. bearbeitet Freitag um 16:56 von KevinF Zitieren
Higgs Boson Geschrieben Freitag um 17:01 Melden Geschrieben Freitag um 17:01 vor 4 Minuten schrieb KevinF: Also da tut mein Sprachgefühl weh 😉 Sorry, aber die deutsche Entsprechung zu "ruach" ist HIER eindeutig "Geist" (mit einer Brise Salz, wie gesagt, bin kein Experte). "Brise Gottes" versteht doch kein Deutscher. (Edit: Das Zitat ist von @Higgs Boson , sorry, kann es nicht korrigieren) Das finde ich super! Danke auch für Deine restlichen Übersetzungen, macht Spaß zu lesen, auch wenn ich nicht immer zustimme 🙂 Brise weil weiblich, das war der ganze Grund. Vielleicht ist 'Sturmgewalt' besser. Ich will hier unbedingt einen weiblichen Begriff. ruach und Tiamat sind weiblich. (Auch wenn ich Tiamat selbst hier nicht direkt als Begründung referenzieren möchte. Aus Gründen, die am vierten Schöpfungstag klar werden.) Zitieren
Weihrauch Geschrieben Freitag um 17:01 Melden Geschrieben Freitag um 17:01 (bearbeitet) vor 17 Minuten schrieb KevinF: Gott ist gar kein Ding und auch nicht Teil irgendeiner Welt, darum ist er bei "alle Dinge" ausgeschlossen. Zumindest nach meinem Sprachgefühl. Und was sollen dann die unsichtbaren Dinge sein? Davon steht hier nirgends etwas im Text. Die feste Wölbung des Himmels ist sichtbar, Sonne, Mond und Sterne am Himmel sind sichtbar. Bestimmt gibt es Regalmeter theologische Literatur, die sich über die unsichtbare Welt auslässt, aber wir lesen grade ein anderes Buch. bearbeitet Freitag um 17:14 von Weihrauch Zitieren
KevinF Geschrieben Freitag um 17:20 Melden Geschrieben Freitag um 17:20 24 minutes ago, Higgs Boson said: Wie kommt es dann dazu, dass im Vers 1 die Erde jetzt doch von Gott erschaffen wurde? @Weihrauch bringt hier den enuma elisch ins Spiel und lässt Himmel und Erde in Vers 1 von Madruk erschaffen worden sein. Darauf antwortet der Verfasser von Genesis 1 also. Oder man rettet den Monotheismus und sieht es als Überschrift. Dann hat aber Gott die Erde sowenig erschaffen wie Wasser und Finsternis und diese lediglich benannt. (Ihnen ihren Namen laut vorgelesen). Das lassen wir dann großzügig als Erschaffung durchgehen. Es ist in jedem Fall ein kreativer Akt. Vielleicht wird "Erets" in Vers 1 auch einfach nur in leicht anderer Bedeutung verwendet als in den Folgeversen, nämlich mit der Konnotation, die der Merismus bietet? Das wäre auch ein Spiel mit Worten. Zitieren
KevinF Geschrieben Freitag um 17:28 Melden Geschrieben Freitag um 17:28 26 minutes ago, Weihrauch said: Und was sollen dann die unsichtbaren Dinge sein? Davon steht hier nirgends etwas im Text. Die feste Wölbung des Himmels ist sichtbar, Sonne, Mond und Sterne am Himmel sind sichtbar. Bestimmt gibt es Regalmeter theologische Literatur, die sich über die unsichtbare Welt auslässt, aber wir lesen grade ein anderes Buch. Drum schrieb ich doch: "Ich sage übrigens nicht, dass die Autoren die "sichtbare und die unsichtbare Welt" im Sinn hatten. Das war nur als Erläuterung für die deutsche Konnotation "für alle Dinge" gedacht." 🙂 Zitieren
KevinF Geschrieben Freitag um 17:32 Melden Geschrieben Freitag um 17:32 36 minutes ago, Higgs Boson said: Oder man rettet den Monotheismus Mir geht es hier wirklich nur um verschiedenene mögliche sachgerechte Übersetzungen. Das Bestätigen der eigenen Ansichten sollte kein Kriterium für eine gute Übersetzung sein. Ich glaube, hier sind wir uns alle einig 🙂 Zitieren
Weihrauch Geschrieben Freitag um 17:35 Melden Geschrieben Freitag um 17:35 vor 8 Minuten schrieb KevinF: Vielleicht wird "Erets" in Vers 1 auch einfach nur in leicht anderer Bedeutung verwendet als in den Folgeversen, nämlich mit der Konnotation, die der Merismus bietet? Der Merismus ist eine Stilfigur, bei der zwei Extreme genannt werden, um das Ganze auszudrücken. Das Ganze wäre Himmel - erets - Unterwelt. Die Extreme wären Himmel und Unterwelt in diesem altorientalischen Weltbild, erets wäre keines dieser Extreme sondern der mittlere Teil. Vielleicht liest du diesen Thread von vorne, weil dich das Thema zu interessieren scheint. Dann müssen wir nicht alles nach und nach wiederholen, was wir schon besprochen haben. Zitieren
Weihrauch Geschrieben Freitag um 17:39 Melden Geschrieben Freitag um 17:39 vor 4 Minuten schrieb KevinF: Mir geht es hier wirklich nur um verschiedenene mögliche sachgerechte Übersetzungen. Das sind immer nur momentane Arbeitsübersetzungen die sich aus dem bereits Gelesenen ergeben haben. Auch das lässt sich aus dem Thread erschließen, wenn man ihn liest. Zitieren
KevinF Geschrieben Freitag um 19:35 Melden Geschrieben Freitag um 19:35 1 hour ago, Weihrauch said: Der Merismus ist eine Stilfigur, bei der zwei Extreme genannt werden, um das Ganze auszudrücken. Das Ganze wäre Himmel - erets - Unterwelt. Die Extreme wären Himmel und Unterwelt in diesem altorientalischen Weltbild, erets wäre keines dieser Extreme sondern der mittlere Teil. Im Deutschen heißt es ja auch "Himmel und Erde" (also der Ausdruck, den man auch als "alle Dinge" interpretieren kann) und nicht "Himmel und Hölle". Und afaik funktioniert es so eben mit "Himmel und Erde" auch im Hebräischen in Genesis 1, aber ich bin mir wie gesagt nicht sicher. Falls ich Zeit finde, suche ich eine Quelle. Zitieren
Weihrauch Geschrieben Freitag um 19:52 Melden Geschrieben Freitag um 19:52 vor 9 Minuten schrieb KevinF: Im Deutschen heißt es ja auch "Himmel und Erde" (also der Ausdruck, den man auch als "alle Dinge" interpretieren kann) und nicht "Himmel und Hölle". Ja, aber wir übersetzen vom Hebräischen ins Deutsche und nicht vom Deutschen ins Hebräische. Lies den ganzen Thread, wenn du auf dem Laufenden sein willst, bitte. Du und deine Perspektive sind willkommen, aber wenn wir jedem Nachzügler alles noch mal ... Zitieren
KevinF Geschrieben Freitag um 19:59 Melden Geschrieben Freitag um 19:59 2 minutes ago, Weihrauch said: Ja, aber wir übersetzen vom Hebräischen ins Deutsche und nicht vom Deutschen ins Hebräische. Lies dazu den Rest des von Dir zitierten Beitrags 🙂 2 minutes ago, Weihrauch said: Lies den ganzen Thread, wenn du auf dem Laufenden sein willst, bitte. Du und deine Perspektive sind willkommen, aber wenn wir jedem Nachzügler alles noch mal ... Das ist der Punkt, auf mein Argument gibt es hier noch keine stichhaltige Entgegnung. Darum frage ich ja. Wenn Ihr jetzt aber schon bei Vers 11 oder so seid und auf Vers 1 keine Lust mehr habt, ist das für mich auch okay 😉 Zitieren
Weihrauch Geschrieben Freitag um 20:09 Melden Geschrieben Freitag um 20:09 Das hat mit Lust nichts zu tun. Das hier hat sich zu einer Art Workshop entwickelt, und warum wir nicht mehr, wie Anfangs mit Erde, sondern mittlerweile mit Land übersetzen hat einfache aber auch komplexere Gründe, die du nachlesen könntest. Wenn du diese kennen würdest, erübrigen sich möglicherweise diese deine Argumente. Könnte ja sein. Zitieren
KevinF Geschrieben Freitag um 20:15 Melden Geschrieben Freitag um 20:15 (bearbeitet) 11 minutes ago, Weihrauch said: Das hat mit Lust nichts zu tun. Das hier hat sich zu einer Art Workshop entwickelt, und warum wir nicht mehr, wie Anfangs mit Erde, sondern mittlerweile mit Land übersetzen hat einfache aber auch komplexere Gründe, die du nachlesen könntest. Wenn du diese kennen würdest, erübrigen sich möglicherweise diese deine Argumente. Könnte ja sein. Irgendwie habe ich den Eindruck, Du liest immer nur die Hälfte meiner Beiträge? Ich schrieb doch: "Das ist der Punkt, auf mein Argument gibt es hier noch keine stichhaltige Entgegnung. Darum frage ich ja." Wenn ich etwas übersehen habe, dann gerne her damit. Aber meinetwegen, machen wir mit den späteren Versen weiter: Du hast das Fehlen von Süßwasser bemängelt? Hm, aber Wasser von oben und von unten ist im Weltbild der Urgeschichte doch abgedeckt? Hätten wir damit nicht auch Süßwasser? bearbeitet Freitag um 20:20 von KevinF Zitieren
Weihrauch Geschrieben Freitag um 20:20 Melden Geschrieben Freitag um 20:20 Warum übersetzen wir mit Land und nicht mit Erde? Zitieren
KevinF Geschrieben Freitag um 20:27 Melden Geschrieben Freitag um 20:27 On 8/5/2026 at 4:49 PM, Aleachim said: Ich weiß, ich bin in dieser Hinsicht ein Nerd... Ich kann mir kaum vorstellen, wie man diese Diskussion nicht spannend finden kann! Solange es ums Übersetzen geht statt um das Philosophieren über (aus meiner ganz bescheidenen Sicht) belanglose Details im Text, bin ich voll dabei 🙂 Zitieren
Higgs Boson Geschrieben Samstag um 07:10 Melden Geschrieben Samstag um 07:10 Am 5.8.2026 um 18:03 schrieb johannes12: 13 Es wurde Abend und es wurde Morgen: dritter Tag. 1Mose 1,13 Es wurde Abend - war der Abend die Grenze zwischen dem Tag und der Nacht - oder hat Abend etwas gedauert? und es wurde Morgen: - die Frage zum Morgen gleicht sich mit der zum Abend: Grenze ... oder etwas gedauert? dritter Tag. - quasi 24 Stunden ... ויהי־ערב ויהי־בקר יום שלישי ויהי־ערב Und es war Abend ויהי־בקר Und es war Morgen יום שלישי Dritter Tag Bei diesem Vers muss ich nicht mehr erklären, bis auf den dritten שלישי war alles schon mal dran. Wie der zweite Tag Montag, ist der dritte Tag Dienstag. Könnte man glatt auch so schreiben. An dritten Tag sieht Gott zweimal ‚Gut‘. Nämlich nachdem er die Meere und das Land benannt hat, und jetzt nach Gras, Kraut und Fruchtbaum. Fun Fact: Weil an diesem Tag Gott 2 mal gut sagt, ist das ein beliebter Tag, um im rabbinischen Judentum zu heiraten. Ein ‚Gut‘ für den Ehemann, ein ‚Gut‘ für die Ehefrau. Hochzeit, dritter Tag, vielleicht kommt jemand drauf, oder weiß es eh. Da gibt es irgendwo einen Vers ‚Am dritten Tag fand eine Hochzeit statt‘. Man darf gerne davon ausgehen, dass an der Stelle tatsächlich Dienstag gemeint ist. Das funktioniert nämlich auch auf Griechisch: τρίτη Nicht dass das wichtig wäre. Ist nur witzig. Zitieren
Aleachim Geschrieben Samstag um 07:38 Melden Geschrieben Samstag um 07:38 vor 27 Minuten schrieb Higgs Boson: Da gibt es irgendwo einen Vers ‚Am dritten Tag fand eine Hochzeit statt‘. Man darf gerne davon ausgehen, dass an der Stelle tatsächlich Dienstag gemeint ist. Das funktioniert nämlich auch auf Griechisch: τρίτη Blöde Zwischenfrage abseits: Könnte dann die Auferstehung am dritten Tag auch so gemeint sein? Zitieren
Higgs Boson Geschrieben Samstag um 07:55 Melden Geschrieben Samstag um 07:55 vor 9 Minuten schrieb Aleachim: Blöde Zwischenfrage abseits: Könnte dann die Auferstehung am dritten Tag auch so gemeint sein? Du meinst Auferstehung am Dienstag? Guter Einfall. Würde aber die komplette Idee zerschießen, der Tag der Auferstehung als erster Tag der neuen Schöpfung, bei der der erste Tag der Sonntag ist. Weil auch wenn der im Schöpfungsbericht mit Tag eins benannt und nicht erster Tag genannt wird, der Sonntag ist יום ראשון also erster ראשון Tag יום . Verwandt mit dem allerersten Wort 'im Anfang'. Zitieren
Weihrauch Geschrieben Samstag um 08:06 Melden Geschrieben Samstag um 08:06 (bearbeitet) Die Auferstehung am dritten Tag ist ein mythologisches Grundmuster, das mit dem Mond zusammenhängt, der "stirbt" und nach ca. 3 Tagen wieder "aufersteht". Im frühen Judentum markierte der Zeitpunkt, wenn man ihn am westlichen Himmel das erste Mal wieder sieht, den Monatsanfang. bearbeitet Samstag um 08:09 von Weihrauch Zitieren
Higgs Boson Geschrieben Samstag um 09:29 Melden Geschrieben Samstag um 09:29 vor einer Stunde schrieb Weihrauch: Die Auferstehung am dritten Tag ist ein mythologisches Grundmuster, das mit dem Mond zusammenhängt, der "stirbt" und nach ca. 3 Tagen wieder "aufersteht". Im frühen Judentum markierte der Zeitpunkt, wenn man ihn am westlichen Himmel das erste Mal wieder sieht, den Monatsanfang. Wobei der Zeitpunkt Pessach auf den Vollmond fällt, nämlich Mitte des Mondmonats. Zitieren
Weihrauch Geschrieben Samstag um 10:27 Melden Geschrieben Samstag um 10:27 vor 51 Minuten schrieb Higgs Boson: Wobei der Zeitpunkt Pessach auf den Vollmond fällt, nämlich Mitte des Mondmonats. Genau. Immer wenn im AT steht: Und Gott sprach: Mache am 1. Tag des Monats X dies und das ... ist der Tag des Neulichts des Mondes gemeint (Abendstpät im Deutschen). Am 14. Tag des Nisan ... Seder, am 15. Pessach bei Vollmond. Die Gottheit Sin (akkadisch) / Nanna (sumerisch) ist der klassische Mondgott Mesopotamiens der verschwindet und zurückkehrt. Er bestimmt Monate, Kalender im Enuma Elisch. Andere Gottheiten im mesopotamischen Himmel sind Venus = Istar, Merkur = Nabu, Mars = Nergal, Saturn = Ninurta, Sonne = Samas, Jupiter = Marduk. Die müssen da weg, und am 4. Tag kommen die dann auch aus dem Himmel raus, und dann ... Ich halt das nicht mehr lange aus. Wem das Herz voll ist ... "Hinabgestiegen in das Reich des Todes, am dritten Tage auferstanden von den Toten" sind schon viele Gottheiten, Osiris ist ägyptischer Gott der Auferstehung. Im AT, Jona verschwindet 3 Tage im Fisch, "Weinen um Tammuz" (Ez 8,14) seine Gemahlin (Inanna/Ishtar) verbringt drei Tage in der Unterwelt usw. Poetry Slam am laufenden Meter. Zitieren
Higgs Boson Geschrieben Samstag um 10:36 Melden Geschrieben Samstag um 10:36 vor 7 Minuten schrieb Weihrauch: Genau. Immer wenn im AT steht: Und Gott sprach: Mache am 1. Tag des Monats X dies und das ... ist der Tag des Neulichts des Mondes gemeint (Abendstpät im Deutschen). Am 14. Tag des Nisan ... Seder, am 15. Pessach bei Vollmond. Die Gottheit Sin (akkadisch) / Nanna (sumerisch) ist der klassische Mondgott Mesopotamiens der verschwindet und zurückkehrt. Er bestimmt Monate, Kalender im Enuma Elisch. Andere Gottheiten im mesopotamischen Himmel sind Venus = Istar, Merkur = Nabu, Mars = Nergal, Saturn = Ninurta, Sonne = Samas, Jupiter = Marduk. Die müssen da weg, und am 4. Tag kommen die dann auch aus dem Himmel raus, und dann ... Ich halt das nicht mehr lange aus. Wem das Herz voll ist ... "Hinabgestiegen in das Reich des Todes, am dritten Tage auferstanden von den Toten" sind schon viele Gottheiten, Osiris ist ägyptischer Gott der Auferstehung. Im AT, Jona verschwindet 3 Tage im Fisch, "Weinen um Tammuz" (Ez 8,14) seine Gemahlin (Inanna/Ishtar) verbringt drei Tage in der Unterwelt usw. Poetry Slam am laufenden Meter. ich erlöse dich gleich, wir haben zu @johannes12 schon fast aufgeholt. 1 Zitieren
Higgs Boson Geschrieben Samstag um 10:50 Melden Geschrieben Samstag um 10:50 (bearbeitet) Am 6.8.2026 um 05:47 schrieb johannes12: 14 Dann sprach Gott: Lichter sollen am Himmelsgewölbe sein, um Tag und Nacht zu scheiden. Sie sollen als Zeichen für Festzeiten, für Tage und Jahre dienen. 1 Mose 1,14 Dann - ... als nächster Schritt sprach Gott: - .... Lichter - Lichtquellen sollen - im Sinne werden oder müssen? am Himmelsgewölbe - "am" oder "in"? sein, - .... um Tag und Nacht - als Tageszeiten? zu scheiden. - im Sinne "zu unterscheiden"? Sie sollen - .... als Zeichen - ... das Wort "Konkretisieren"? passt irgendwie hierher? für Festzeiten, - ... im Sinne "für feststellen/f esthalten von Zeitpunkten während des Tages"? .... soll doch nichts zu tun haben mit Festen ... ? für Tage -feststellen/festhalten? und - ... Jahre - feststellen/festhalten bestimmten Jahren? dienen. - .... ויאמר אלהים יהי מארת ברקיע השמים להבדיל בין היום ובין הלילה והיו לאתת ולמועדים ולימים ושנים ויאמר אלהים : und Gott sprach יהי : er / es wird, Wayyiqtol, höflicher Imperativ. Das ist Singular, kann man im Deutschen aber nicht so ausdrücken מארת : Leuchten, Leuchtkörper אור kennt ihr schon, das Licht, aber da fehlt jetzt ein Buchstabe, was eigentlich den ganzen Sinn verändert. So geschrieben, hat das was mit einem Fluch אר zu tun. Wäre da nicht die Vokalisierung, die uns rettet. Ausgesprochen klingt es wieder nach Licht. Vokalisierung – Tradition, Tradition – wichtig. Das מ an dieser Stelle ist ein Hinweis, dass es sich um ein Werkzeug handelt (hat nichts mit ‚aus, heraus‘ zu tun), das ת am Ende, zusammen mit der Vokalisierung macht klar, es handelt sich um einen weiblichen Plural. Eigentlich ist die Endung ות Aber da fehlt schon wieder ein ו , das nennt sich defektive Schreibweise. Aber alles zusammen haben wir hier ein Werkzeug zum Licht machen: Leuchte oder Leuchtkörper. Nicht Licht. Dieses Wort ist brutal verstümmelt. Wir können uns dieses Wort nur zusammenreimen, weil wir einen Kontext im Satzverlauf haben und die Vokalisierung, die ich der Übersichtlichkeit zuliebe hier unterschlage. ברקיע השמים : in der Himmel Wölbung. Das hatten wir schon alles. ב als Hinweis das das irgendwo ist, רקיע war die Wölbung und השמים kennen wir seit Vers 1 schon als Wort für die Himmel להבדיל : zu trennen. ל auf etwas zu, die Wurzel ב.ד.ל für alles was mit Trennen zu tun hat, das ה und das י werden zur Konstruktion des Infinitv verwendet. Im modernen Hebräisch ist das ל fester Bestandteil des Infinitv, im biblischen nicht, das nur als Hinweis. בין היום : zwischen dem Tag, בין zwischen, hatten wir schon zur genüge, היום ist gleichzeitig das Wort für ‚Heute‘ ובין הלילה : und zwischen der Nacht. Ah, jetzt wird dem Leser klar, was mit den verstümmelten Wort für Leuchten gemeint ist. Weil Tag und Nacht und Trennung, das hatten wir mit dem Licht schon. והיו : und sie werden, 3. Person männlich, Plural, Vergangenheit, Wayyiqtol, daher Zukunft לאתת : zum Zeichen. Altbekanntes ל , auf etwas zu, Zeichen אתת ולמועדים : und zu festgelegten Zeiten, und ו kennen wir, ל auch, die Wurzel י.ע.ד heißt irgendwas mit festlegen. Jetzt fehlt hier das erste י . Das liegt daran, dass das ein sogenannter schwacher Wurzelbuchstabe ist, den es auch mal zerlegt. Die ים am Ende ist die männliche Pluralform, analog zu ות bei den geschredderten Leuchten von vorhin. Und wir kenne diese Kombination eigentlich schon zur Genüge, von den Himmeln oder den Wasser. Weiters, nur als Hinweis, alles was mit Zeiten zu tun hat, trägt gerne ein ע in sich. ולימים : und für Tage, ול ist bekannt, ימ steht hier für Tag יום Das ו ist beim Tag ein Hilfsvokal, der im Plural nicht benötigt wird. Das hat mit der Entwicklung der Sprache zu tun und würde hier zu weit führen. Das zweite ים ist wieder der männliche Plural. מ und ם sind übrigens der gleiche Buchstabe. Letzterer wird nur am Ende eines Wortes verwendet. Tage und Meere (schaut nach) werden tatsächlich gleich geschrieben und auch praktisch gleich ausgesprochen. (Allerdings etwas unterschiedlich vokalisert). Man ist hier für die Deutung auf den Kontext angewiesen. Passiert im Deutschen auch. Wenn ich vom Ball spreche, meine ich dann das Kinderspielzeug, oder gehe ich da fesch tanzen? Nur den Kontext verrät es. ושנים : und Jahre . Das Jahr שנה , das ה entfällt im Plural. ים ist der Plural. Achtung, das Jahr ist im Hebräischen weiblich (endet auf ה), auch wenn es im Plural eine männliche Endung hat. Verwendet man es als Satzgegenstand, muss das verb weiblich konjugiert werden, gleiches gilt für Adjektive. Übersetzung: ויאמר אלהים יהי מארת ברקיע השמים Und Gott sprach Leuchten werden in der Himmel Wölbung להבדיל בין היום ובין הלילה zu trennen zwischen dem Tag und zwischen der Nacht והיו לאתת ולמועדים ולימים ושנים und sie werden zu Zeichen und zu festgelegten Zeiten und Tagen und Jahren Meine Anmerkungen. Zuerst, das klingt wieder ähnlicher wie die ersten Verse. Nicht so ganz kompliziert und verwunden wie die beiden vorhergehenden Verse mit dem Kraut und so weiter. Noch wissen wir nicht, was diese Leuchten sind, aber es scheint hier um die Erschaffung des Kalenders zu gehen. Und das Wort für die Leuchten ist echt eine Frechheit. Das ist eigentlich so ohne Kontext und Vokalisierungstradition nicht lesbar, das kann natürlich an der defektiven Schreibweise liegen, aber so liest sich das Wort wie das Wort Fluch. Zufall? (Ich habe eine Idee, aber noch nicht hier) Fun Fact: Die rabbinische Tradition sieht den Mittwoch (vierter Tag, da sind wir gerade) als Tag des Fluches (Krankheiten), weshalb das auch Fasttag ist / war. Auch fällt ein katholischer Fasttag auf einen Mittwoch. Und in vielen Gegenden ist auch der Mittwoch ein fleischfreier Tag. In unserer Kantine gab es Freitags immer Fisch und am Mittwoch Mehlspeisen. bearbeitet Samstag um 10:53 von Higgs Boson 1 Zitieren
Weihrauch Geschrieben Samstag um 10:58 Melden Geschrieben Samstag um 10:58 Ich weiß gar nicht wie ich dir dafür danken kann. So deutlich konnte ich das nicht in den deutschen Übersetzungen sehen. Das ist so genial, wie du das erklärst und es wird dich aus den Latschen hauen ... versprochen. 1 Zitieren
Weihrauch Geschrieben Samstag um 11:31 Melden Geschrieben Samstag um 11:31 vor 37 Minuten schrieb Higgs Boson: Und das Wort für die Leuchten ist echt eine Frechheit. Das ist eigentlich so ohne Kontext und Vokalisierungstradition nicht lesbar, das kann natürlich an der defektiven Schreibweise liegen, aber so liest sich das Wort wie das Wort Fluch. Zufall? (Ich habe eine Idee, aber noch nicht hier) Ich glaube du bist auf der richtigen Spur, mit deiner Idee. Um so besser, wenn du selbst drauf kommst. Hast du schon ein Taschentuch gebraucht, oder noch nicht? Zitieren
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