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Geschrieben
vor 5 Minuten schrieb MartinO:

Entschuldigung, was auch immer man vom Gesetz über Transsexualität und von Nius hält: Was hat das eigentlich mit dem Katholikentag zu tun??

Weil die darüber berichtet haben.

Geschrieben
Am 19.5.2026 um 15:54 schrieb rorro:

Es ist vollkommen illusorisch zu glauben eine von Beginn an durchgehende Lehre diesbezüglich, die zudem die Mehrheit der weltweiten Katholiken teilt (von wegen sensus fidelium und so), würde sich ändern.

 

Am 19.5.2026 um 17:11 schrieb rorro:

Die bevölkerungsreichsten und am schnellsten in der Katholikenzahl wachsenden Region (Subsaharaafrika) lehnt HS eindeutig ab (nach homosexuellem Sex wird gar nicht gefragt), im Osten Europas ist es gemischt (steht im Artikel dazu), in Lateinamerika gibt es eine leichte Mehrheit pro HS und in Nordamerika und Europa deutlich pro HS. Vor allem kann man sehen, daß die dt. Sichtweise alles andere als repräsentativ ist.

 

Die Frage, ob Homosexualität moralisch akzeptabel ist, kann sinnvollerweise nur so verstanden werden, ob ihr Ausleben akzeptiert wird. 

 

In Afrika hat die Ablehnung der Homosexualität oft mit dem europäischen/britischen Erbe zu tun und steht oft im deutlichen Gegensatz zur aktuellen kirchlichen Position, die die strafrechtliche Verfolgung Homosexueller ablehnt. Gleichzeitig scheinen viele in Afrika de Polygamie weniger entschieden abzulehnen als die Kirche. Es ist wohl eher Kultur als Gehorsam gegenüber dem Papst, was hier den Ausschlag gibt.

 

Deine Grafik beweist nicht, dass weltweit die Mehrheit der Katholiken Homosexualität ablehnt. Sie illustriert aber eines: Wie enorm sehr die Akzeptanz der Homosexualität unter Katholiken zugenommen hat, denn vor einigen Jahrzehnten wäre das Ergebnis sicher anders ausgefallen. Die  Berufung auf die Meinung der Gläubigen ist hier also wohl kein gutes Argument für die Ewigkeit der kirchlichen Lehre. 

 

Was Dein Argument angeht, dass  die Kirche die Homosexualität schon früh hat, so ist dieses analog zu dem der Pius-Brüder, dass sie Religionsfreiheit schon früh abgelehnt hat.

Geschrieben (bearbeitet)
Am 19.5.2026 um 23:51 schrieb rorro:

Frank, diese angeblichen „heutigen Erkenntnisse“ - die nie jemand belegen konnte - haben wir hier schon ad nauseam durchdiskutiert.

 

[...]

 

Meine Antwort kommt spät, aber besser spät als nie. Es soll tatsächlich noch ein Leben außerhalb des Forums geben. 😉

Dass du nach den „neuen Erkenntnissen“ schon öfter gefragt hast, weiß ich. Was während meiner weniger aktiven Zeit hier alles „ad nauseam“ diskutiert wurde, habe ich allerdings nicht vollständig im Überblick. Kam dabei eigentlich auch das sogenannte Minderheitenstress-Modell von Ilan H. Meyer (2003) zur Sprache

(veröffentlicht im Psychological Bulletin, Vol. 129, No. 5 [klick] oder nimmst du den Link [klick]) zur Sprache?

 

Das gilt bis heute als eines der grundlegenden Modelle der Gesundheitsforschung zu sexuellen Minderheiten. Die Kurzfassung lautet: Die Forschung unterscheidet zwischen dem Stress, den wir alle im Alltag erleben, und dem zusätzlichen, chronischen Stress, dem Minderheiten ausgesetzt sind

Es beschreibt dabei zwei Ebenen: Zum einen die ganz konkrete, erfahrene Ablehnung von außen. Zum anderen – und das ist der eigentlich bittere Punkt – das, was diese dauerhafte Abwertung im Inneren der Betroffenen auslöst. Wenn Menschen von klein auf lernen, dass das, was sie tief in sich fühlen, „fehlerhaft“, „widernatürlich“ oder eine „Sünde“ sei, dann verinnerlichen viele diese Ablehnung. Sie leben in Angst vor Entdeckung, Zurückweisung oder Ausgrenzung.

Die Forschung zeigt seit Jahren ziemlich konsistent: Nicht die sexuelle Orientierung an sich erklärt die erhöhten psychischen Belastungen homosexueller Menschen, sondern das feindselige soziale Klima, in dem sie leben.

 

Wir wissen, dass sich Homosexuelle von Teilen der kirchlichen Lehre diskriminiert fühlen, wir wissen, dass diese Lehre von manchen Strömungen missbraucht wird, um Homosexuelle gesellschaftlich abzuwerten – und wir wissen spätestens seit Meyer ziemlich genau, welche psychischen Folgen das haben kann. Aber die Lehre soll bleiben, wie sie ist? Ernsthaft?

 

Das Problem geht doch viel tiefer. Ging es nur darum ob homosexueller Sex  erlaubt ist oder nicht wäre es mir wurscht. Mir ist eh egal wer mit wem schläft und angesichts von Kriegen und Klimakrise haben wir - auch moraltheologisch - grad wichtigere Themen als das 6. Gebot.

Wenn es aberr die Lehre ist die krank macht, dann geht es hier an das Selbstverständnis von Kirche. Sind wir der "Erlösungsverkündigungsverein" als den uns Jesus Christus gegründet hat oder sind wir "der eine Ring sie zu Knechten"?

 

Und das hat auch Auswirkungen auf den Sensus Fidei. Es ist doch kaum noch einer bereit, die Trennung des Katechismus in natürlicher, nicht krankhafter Neigung und widernatürlichem Sex mitzugehen. Ich bin es nicht, und wenn man die Umfragen ansieht, bin ich da wohl nicht in der Minderheit.
Spätestens seit den 2010er-Jahren haben wir gesellschaftlich hohe Zustimmungswerte zur rechtlichen Gleichstellung Homosexueller, auch unter Katholik\*innen. Nach dem Synodalen Weg und der vatikanischen Segenserklärung Fiducia Supplicans befürworten laut YouGov 60 Prozent der Deutschen die kirchliche Segnung homosexueller Paare [klick] . Das heißt – und auch das ist durchaus eine neuere Entwicklung – die Akzeptanz von Homosexualität als etwas Natürliches, das ganz selbstverständlich zum homosexuellen Menschen dazugehört wie die Heterosexualität zum heterosexuellen, ist gesellschaftlicher Konsens.

bearbeitet von Frank
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Geschrieben

Wow. Ich bin beeindruckt, wie wenig Du anscheinend die Lehre(!) kennst. Wie gesagt, Lehre, nicht Praxis sündiger Menschen.

 

Was konkret lehrt denn die Kirche über den Umgang mit bspw. Menschen homosexueller Neigung?

 

„Eine nicht geringe Anzahl von Männern und Frauen sind homosexuell veranlagt. Sie haben diese Veranlagung nicht selbst gewählt; für die meisten von ihnen stellt sie eine Prüfung dar. Ihnen ist mit Achtung, Mitleid und Takt zu begegnen. Man hüte sich, sie in irgend einer Weise ungerecht zurückzusetzen. Auch diese Menschen sind berufen, in ihrem Leben den Willen Gottes zu erfüllen und, wenn sie Christen sind, die Schwierigkeiten, die ihnen aus ihrer Veranlagung erwachsen können, mit dem Kreuzesopfer des Herrn zu vereinen.“

 

Das Wort „Mitleid“ hat leider in Deutschen den möglichen Beigeschmack der Arroganz, den es u.a. in lateinischen Sprachen nicht hat.

 

Welches Wort zum Umgang ist denn falsch? Wäre taktlos besser? Ohne Achtung? Soll man sie jetzt doch ungerecht zurücksetzen?

 

Du schreibst:

 

“Ging es nur darum ob homosexueller Sex  erlaubt ist oder nicht wäre es mir wurscht.“

 

Dann müsste das Thema Dir egal sein.

 

Geschrieben
vor 35 Minuten schrieb rorro:

Wow. Ich bin beeindruckt, wie wenig Du anscheinend die Lehre(!) kennst. Wie gesagt, Lehre, nicht Praxis sündiger Menschen.

 

Was konkret lehrt denn die Kirche über den Umgang mit bspw. Menschen homosexueller Neigung?

 

„Eine nicht geringe Anzahl von Männern und Frauen sind homosexuell veranlagt. Sie haben diese Veranlagung nicht selbst gewählt; für die meisten von ihnen stellt sie eine Prüfung dar. Ihnen ist mit Achtung, Mitleid und Takt zu begegnen. Man hüte sich, sie in irgend einer Weise ungerecht zurückzusetzen. Auch diese Menschen sind berufen, in ihrem Leben den Willen Gottes zu erfüllen und, wenn sie Christen sind, die Schwierigkeiten, die ihnen aus ihrer Veranlagung erwachsen können, mit dem Kreuzesopfer des Herrn zu vereinen.“

 

Das Wort „Mitleid“ hat leider in Deutschen den möglichen Beigeschmack der Arroganz, den es u.a. in lateinischen Sprachen nicht hat.

 

Welches Wort zum Umgang ist denn falsch? Wäre taktlos besser? Ohne Achtung? Soll man sie jetzt doch ungerecht zurücksetzen?

 

Du schreibst:

 

“Ging es nur darum ob homosexueller Sex  erlaubt ist oder nicht wäre es mir wurscht.“

 

Dann müsste das Thema Dir egal sein.

 

Oh wow, da hat jemand kurz nachgedacht ... und nichts begriffen.

 

Stell dir vor: Ich war hier lange genug aktiv, habe lange genug mitgelesen und mitgeschrieben – auch in dieser Debatte –, um dein KKK-Zitat in- und auswendig zu kennen.

 

Und ja, würden sich alle an den Katechismus halten, wären wir tatsächlich einen Schritt weiter. Man muss sich doch nur mal hier im Forum umschauen (Stichwort: Guppys Beiträge) oder in die Weltkirche blicken (Stichwort: der fehlende Aufschrei afrikanischer Bischöfe, wenn ihre Staaten Homosexuelle mit drakonischen Strafen bis hin zur Todesstrafe belegen), um zu sehen, wie die Praxis in konservativen Kreisen real aussieht.

 

Aber das alleine löst das Problem eben nicht. Du kannst nicht KKK 2358 zitieren und KKK 2357 direkt darüber komplett ausblenden, wo die Lehre gleichgeschlechtliche Handlungen als „in sich nicht in Ordnung“ und „widernatürlich“ definiert.

Und genau hier greift Ilan Meyers Modell, das du mit deinem Ablenkungsmanöver so elegant überspringst: Du kannst einem Menschen nicht von klein auf eintrichtern, dass seine tiefste Identität und Liebesfähigkeit eine fundamentale „Verkehrung der Schöpfungsordnung“ ist, und dann glauben, ein bisschen „Achtung, Mitleid und Takt“ im Umgang würde den chronischen, internalisierten Stress im Inneren der Betroffenen verhindern. Es ist genau diese moralische Abwertung der Identität, die die Menschen nachweislich psychisch krank macht – egal wie „taktvoll“ sie verpackt ist.

 

Also pack deine Nebelkerzen wieder ein und nimm endlich das empirisch belegte Leid von Menschen zur Kenntnis!

Geschrieben (bearbeitet)
vor 2 Stunden schrieb Frank:

Oh wow, da hat jemand kurz nachgedacht ... und nichts begriffen.

 

Stell dir vor: Ich war hier lange genug aktiv, habe lange genug mitgelesen und mitgeschrieben – auch in dieser Debatte –, um dein KKK-Zitat in- und auswendig zu kennen.

 

Und ja, würden sich alle an den Katechismus halten, wären wir tatsächlich einen Schritt weiter. Man muss sich doch nur mal hier im Forum umschauen (Stichwort: Guppys Beiträge) oder in die Weltkirche blicken (Stichwort: der fehlende Aufschrei afrikanischer Bischöfe, wenn ihre Staaten Homosexuelle mit drakonischen Strafen bis hin zur Todesstrafe belegen), um zu sehen, wie die Praxis in konservativen Kreisen real aussieht.

 

Aber das alleine löst das Problem eben nicht. Du kannst nicht KKK 2358 zitieren und KKK 2357 direkt darüber komplett ausblenden, wo die Lehre gleichgeschlechtliche Handlungen als „in sich nicht in Ordnung“ und „widernatürlich“ definiert.

Und genau hier greift Ilan Meyers Modell, das du mit deinem Ablenkungsmanöver so elegant überspringst: Du kannst einem Menschen nicht von klein auf eintrichtern, dass seine tiefste Identität und Liebesfähigkeit eine fundamentale „Verkehrung der Schöpfungsordnung“ ist, und dann glauben, ein bisschen „Achtung, Mitleid und Takt“ im Umgang würde den chronischen, internalisierten Stress im Inneren der Betroffenen verhindern. Es ist genau diese moralische Abwertung der Identität, die die Menschen nachweislich psychisch krank macht – egal wie „taktvoll“ sie verpackt ist.

 

Die Lehre verurteilt nicht die Liebe, sondern „homosexuelle Handlungen“, also das, was Dir wurscht ist.

 

Oder es ist Dir nicht wurscht, dann geht es doch wieder bloß um Sex, immer dieselbe Leier.

 

vor 2 Stunden schrieb Frank:

Also pack deine Nebelkerzen wieder ein und nimm endlich das empirisch belegte Leid von Menschen zur Kenntnis!

 

Ich nehme das Leid zur Kenntnis - das tun wir beide beruflich zuhauf - aber ich suche nicht die Ursache an falschen Stellen.

bearbeitet von rorro
Geschrieben

Ich les hier audrücke wie "tiefste Identität" und "Liebesfähigkeit" zur Verteidigung sündhafter Aktivität. "Phantasie" und "Kategorienfehler" fallen mir da ein.

Die "Liebesfähigkeit" ist ein hervorragendes Vermögen der menschlichen Natur, die Sündhaftigkeit ist das nicht.

Und was "tiefste Identität" angeht, so impliziert der Ausdruck, dass es mehrere (weniger tiefe) Schichten der Selbst-Identität der menschlichen Natur gäbe. Wer "tiefste Identität" sagt, sollte in der Lage sein, diese aufzulisten. Das wäre doch mal ein interessantes Thema für die Kreativität der menschlichen Phantasie bar jeder Realität.

Theologisch sind nur zwei Identitäten, die aber nicht gleichzeitig, sondern nacheinander existent sind und bei denen die eine die andere kategorisch ausschließt. Die zweite folgt auf den Tod der ersten, quasi eine Auferstehung von der Sündhaftigkeit. Lt. Konzil wird man dabei vom Feind Gottes zum Freund Gottes. Auch die "Liebesfähigkeit" wird dabei gewandelt, weil die Liebe eine andere vollkommenere Qualität erlangt durch die Reinigung von der Sündhaftigkeit. Das stelle man sich mal vor, dass die Liebesfähigkeit, die zuvor ohne sündhafte Aktivität nicht sein wollte, plötzlich sich selbst genügt und sich gefällt alleine dadurch, dass sie liebt. Liebe ist genug, ganz ohne Sünde.

Geschrieben

Gott sei Dank gibt es immer weniger Menschen, für die kirchliche Lehre irgendeine praktische Relevanz hat. @rorro du hast übrigens einen veralteten Katechismus zitiert, der aktuelle lässt von eigener Entscheidung bis zu dämonischer Besessenheit alles zu, was das Herz geiler Traditionalisten erfreut

 

Werner

Geschrieben
vor 1 Stunde schrieb rorro:

Die Lehre verurteilt nicht die Liebe, sondern „homosexuelle Handlungen“, also das, was Dir wurscht ist.

 

Oder es ist Dir nicht wurscht, dann geht es doch wieder bloß um Sex, immer dieselbe Leier.

Rorro, dass du nicht dumm bist, wissen wir beide. Also lügst du dich selbst in die Tasche oder verarscht mich. Wie dem auch sei: Als Mediziner müsstest du wissen, dass deine rigorose Trennung zwischen „homosexueller Veranlagung“ und „homosexueller Handlung“ ein rein akademisches, künstlich herbeifantasiertes Konstrukt ist!

In der Pflege lehren wir unseren Azubis von Tag eins an, dass der Mensch eine unteilbare Einheit aus Körper, Seele und Geist ist. In der Medizin habt ihr dafür das biopsychosoziale Modell. Oder denk an die ganzheitlichen körperlichen, sozialen, psychologischen und spirituellen Dimensionen von Leid nach Cicely Saunders.

Wie wir mit unseren Mitmenschen interagieren und Beziehungen leben, prägt zutiefst, wie wir uns selbst erleben. Du kannst nicht hingehen und auf der einen Seite säuselnd sagen „Lieb doch, wen du willst, ich begegne dir mit Takt“, aber auf der anderen Seite dogmatisch dekretieren: „Sobald du diese Liebe ganzheitlich leben und ausdrücken willst, ist das eine Sünde wider die Natur.“

Damit machst du Menschen im Inneren kaputt. Und genau das ist es, worum es mir geht. Es geht mir eben gerade nicht bloß um Sex – das ist deine Reduktion, um dich nicht mit der psychologischen Realität einer gelebten Partnerschaft auseinandersetzen zu müssen.

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Geschrieben (bearbeitet)
vor 44 Minuten schrieb Frank:

Als Mediziner müsstest du wissen, dass deine rigorose Trennung zwischen „homosexueller Veranlagung“ und „homosexueller Handlung“ ein rein akademisches, künstlich herbeifantasiertes Konstrukt ist!

 

Das ist Blödsinn. Die sexuelle Neigung/Veranlagung ist so wie sie ist - das Ausleben derselben unterliegt immer noch so etwas wie dem freien Willen.

 

Das gilt für Heterosexuelle, Homosexuelle und solche mit irgendwelchen potentiell anderen schadenden Neigungen (wie bspw. Pädophile), die sie sich aber auch nicht ausgesucht haben.

 

Wer heterosexuell ist, verheiratet, einen seit Jahren kranken Ehepartner hat, muss auch keusch leben, auch wenn das der Person nicht passt (genausowenig wie der erkrankten Person meistens). Da fragt auch niemand nach „Identität“ - das Gejammer nervt.

Natürlich könnte die Kirche sagen: „also jahrelang keinen Sex in der Ehe, das geht nicht.“ Wärest Du für so etwas? Was schlägst Du vor? One-Night-Stands oder doch feste Affäre? 

 

Offensichtlich geht es doch wieder nur um Sex und Du willst ihn für lebensnotwendig erklären. Also doch die alte Leier.

bearbeitet von rorro
Geschrieben
vor 34 Minuten schrieb rorro:

Offensichtlich geht es doch wieder nur um Sex und Du willst ihn für lebensnotwendig erklären. Also doch die alte Leier.

Offensichtlich nicht. Es geht um Sichtbarkeit und Selbstbewußtsein, bzw. dessen Verhinderung. Das sieht man doch an dem Aufhebens um die Partnerschaftssegnungen bzw. dem Verhalten einiger afrikanischer BIschöfe. Es sieht nicht danach aus, dass es da nur um die Verurteilung irgendwelcher Handlungen geht, von denen man konkret gar nichts weiß. 

Geschrieben
vor 46 Minuten schrieb rorro:

„also jahrelang keinen Sex in der Ehe, das geht nicht.“

Sie könnte sich dabei auf Paulus berufen, und zwar wesentlich schlüssiger als beim Thema Homosexualität.

 

Aber was kümmert die Kirche Paulus. Sie hat ihre überkommenen Regeln, die mögen so blödsinnig sein wie es nur geht, ist egal, irgendeinen Fetzen findet man immer, mit dem man auch den größten Schwachsinn als heiligen Willen Gottes verkaufen kann

 

Werner

Geschrieben (bearbeitet)
vor 50 Minuten schrieb rorro:

Das ist Blödsinn. Die sexuelle Neigung/Veranlagung ist so wie sie ist - das Ausleben derselben unterliegt immer noch so etwas wie dem freien Willen.

Jein. Aber um das Ausleben geht es gar nicht. Oder nur am Rande.

 

Es geht um das Verständnis von Homosexualität als "schwerer Abirrung" samt aller damit verbundenen Implikationen im Bezug auf die Selbstwahrnehmung und die soziale Einbettung.

 

vor 50 Minuten schrieb rorro:

Das gilt für Heterosexuelle, Homosexuelle und solche mit irgendwelchen potentiell anderen schadenden Neigungen (wie bspw. Pädophile), die sie sich aber auch nicht ausgesucht haben.

Der Verweis auf die Pädophilie durfte natürlich nicht fehlen. Nur, daß homosexueller Sex allenfalls so schädigend ist, wie heterosexueller Sex.

 

vor 50 Minuten schrieb rorro:

Wer heterosexuell ist, verheiratet, einen seit Jahren kranken Ehepartner hat, muss auch keusch leben, auch wenn das der Person nicht passt (genausowenig wie der erkrankten Person meistens). Da fragt auch niemand nach

Oh, ich würde sofort danach Fragen, wenn ich mit einem solchen Fall konfrontiert wäre und der/die Betroffene sich mitteilen möchte.

 

Dann könnte man auch mal über den grundsätzlichen Unterschied zwischen einer solchen Situation und der Situation eines Homosexuellen (Paares) reden und warum ich z.B. einen massiven Unterschied zwischen den Beziehungen über die Du hier fabulierst.

 

vor 50 Minuten schrieb rorro:

"Identität“ - das Gejammer nervt.

Natürlich könnte die Kirche sagen:

Natürlich nervt Dich das. Als heterosexueller Mann hast Du mit ziemlich hoher Wahrscheindlichkeit in Deinem Leben noch micht gehört Deine Veranlagung wäre eine "schwere Abirrung" (sagt der Katechismus das eigentlich auch über die Pädophilie?). Du wirst aehr wahrscheinlich nie die Erfahrung gemacht haben, daß du Deine sexuelle Identität, die im übrigen nicht von der Identität der Person trennbar ist, formulieren musstest im Sinne eines Bekenntnisses und das entgegen der Erwartung und den Normen um Dich herum. Deine Identität als heterosexueller Mann stand nie auf dem Prüfstand. Weder im forum internum noch im forum externum.

 

vor 50 Minuten schrieb rorro:

„also jahrelang keinen Sex in der Ehe, das geht nicht.“ Wärest Du für so etwas? Was schlägst Du vor? One-Night-Stands oder doch feste Affäre? 

Es gibt keine einfachen Lösungen. Aber die passende findet man nur durch reden. Als Paar und vielleicht auch durch reden mit anderen. Daß Männer in dieser Hinsicht massive Kommunikationsprobleme haben (wofür der Allmächtige unter anderem den Schwulen an sich als Hilfe geschaffen hat, aber die Hilfe muss man halt auch annehmen wollen), ist ein Elend, aber auch das hängt mit dem allgemeinen Verständnis vom Mannsein und wie wir unsere Söhne erziehen zusammen.

 

Und Männer, die keine Hilfe suchen, sollten für dich als Arzt eher Alltag als Ausnahme sein.

 

vor 50 Minuten schrieb rorro:

Offensichtlich geht es doch wieder nur um Sex und Du willst ihn für lebensnotwendig erklären. Also doch die alte Leier.

"Lebensnotwendig" sind Luft, Wasser, Licht, Kalorien und Beziehungen.

 

Und letzteres ist ein Thema in dem Sex eine Rolle spielt - und nicht die Kleinste - aber Sex kann viele Formen - auch non-genitale - annehmen. Erst recht in einer Ehe. Aber gerade die wird Homosexuellen ja konsequent verwehrt. Die Gläubigen leben die Ehe heute anders, aber die originäre Lehre definiert diesen Bund nur als Ort in dem Sex stattfindet und Kinder produziert und erzogen werden.

 

Das ganze Beziehungsgeschehen zwischen den Partnern spielt formal überhaupt keine Rolle.

bearbeitet von Flo77
Geschrieben (bearbeitet)
vor 4 Minuten schrieb Flo77:

Das ganze Beziehungsgeschehen zwischen den Partnern spielt formal überhaupt keine Rolle.

Man darf mit lehramtlichen Segen seinem Partner den Laufpass geben und sich einen anderen suchen, kein Problem, Gott lächelt wohlwollend, solange man bloß keinen Sex hat

 

Werner

bearbeitet von Werner001
Geschrieben
vor 8 Minuten schrieb Werner001:

Man darf mit lehramtlichen Segen seinem Partner den Laufpass geben und sich einen anderen suchen, kein Problem, Gott lächelt wohlwollend, solange man bloß keinen Sex hat

 

Werner

Und selbst dann kann man immer noch beichten. Angst-Reue reicht.

Geschrieben
vor 10 Minuten schrieb Flo77:

Und selbst dann kann man immer noch beichten. Angst-Reue reicht.

Und so ist es doch auch ganz einfach mit der Homosexualität. Du musst nur dein ganzes Leben lang aus Angst vor der Hölle bereuen , dass du bist, wer du bist, und schon ist Gott zufrieden.

Das ist doch eine wahrhaft Frohe Botschaft!

 

Werner

Geschrieben
vor 2 Minuten schrieb Werner001:

Und so ist es doch auch ganz einfach mit der Homosexualität. Du musst nur dein ganzes Leben lang aus Angst vor der Hölle bereuen , dass du bist, wer du bist, und schon ist Gott zufrieden.

Das ist doch eine wahrhaft Frohe Botschaft!

Hau nicht mich, ich hab das Konzept nicht erfunden.

 

Aber genau so funktioniert es ja mit allen sexuellen Sünden.

Geschrieben
vor 16 Minuten schrieb Flo77:

Hau nicht mich, ich hab das Konzept nicht erfunden.

 

Aber genau so funktioniert es ja mit allen sexuellen Sünden.

Der Schuh war nicht für dich gedacht, du musst ihn nicht anziehen.

 

Nein, so funktioniert es nicht mit alles sexuellen Sünden. Heten sind nicht gefordert, ihr Leben lang zu bereuen, dass sie sind.

 

Werner

Geschrieben
vor 2 Minuten schrieb Werner001:

Nein, so funktioniert es nicht mit alles sexuellen Sünden. Heten sind nicht gefordert, ihr Leben lang zu bereuen, dass sie sind.

Das sind Homosexuelle auch nicht. Bereut werden muss nur sexuelle Aktivität an sich.

 

Aber für jeden, der nach einer Scheidung unannuliert wieder heiratet, gilt das  genauso. Im Grunde sitzen wir da mit denen im gleichen Boot. Nur, daß unsereins nicht auf den Tod der Expartner und eine Radieschenheilung hoffen kann.

 

Geschrieben
Gerade eben schrieb Flo77:

Bereut werden muss nur sexuelle Aktivität an sich.

 

Das wäre bei Verlobten ja auch so. Da ist die Stimmung aber weit weniger abweisend. 

Geschrieben
vor 2 Minuten schrieb Merkur:

Das wäre bei Verlobten ja auch so. Da ist die Stimmung aber weit weniger abweisend. 

Bei Singles ja auch nicht wirklich.

Geschrieben
vor 4 Minuten schrieb Flo77:

Radieschenheilung

Irgendein an den Haaren herbeigezogener Anullierungsgrund wird dich doch finden lassen, damit der Alte da oben zufrieden ist.

 

Man kann ja was erfinden und es hinterher beichten, der Lehramtsgott ist ein Beamter, der wird das schlucken, ist schließlich formaljuristisch ok

 

Werner

Geschrieben
vor 1 Minute schrieb Werner001:

Irgendein an den Haaren herbeigezogener Anullierungsgrund wird dich doch finden lassen, damit der Alte da oben zufrieden ist.

 

Man kann ja was erfinden und es hinterher beichten, der Lehramtsgott ist ein Beamter, der wird das schlucken, ist schließlich formaljuristisch ok

Als ob es den Ewigen interessieren würde...

 

Aber das ist vielleicht das Problem mit einem Gottesbild, das durch römisches Juristerei gespielt wurde. 🤷‍♂️

Geschrieben

Ich halte es da mit der Weisheit des heiligen Prüdericus von Wixhausen: Sündige tapfer drauf los und lass den lieben Gott einen guten Mann sein.

 

Werner

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