SteRo Geschrieben 23. Juni Melden Geschrieben 23. Juni Vatikan gibt keine Erlaubnis zur Laienpredigt in der Messe Zitieren
Chrysologus Geschrieben 23. Juni Melden Geschrieben 23. Juni Das war zu erwarten - weiterhin geht es um formelle Zuständigkeit, nicht um Qualität. Ich empfehle, sich ggf. ein gutes Buch mitzunehmen. Zitieren
Shubashi Geschrieben 23. Juni Melden Geschrieben 23. Juni 3 hours ago, Flo77 said: Wieso außerhalb der Ehe? Er musste die Witwe heiraten und dann mit ihr Kinder zeugen, was das Familienvermögen zusammenhält und die Witwe absichert. Da dürfte die Kirche eher durch das Verbot der Polygamie dran knabbern. Der Hinweis scheint mir schon interessant, denn es unterstreicht auch, dass wir nicht sinnvoll einfach alles, was vor zwei- oder dreitausend Jahren war, in die Jetztzeit übertragen können. Zitieren
Shubashi Geschrieben 23. Juni Melden Geschrieben 23. Juni 3 hours ago, Flo77 said: Wieso außerhalb der Ehe? Er musste die Witwe heiraten und dann mit ihr Kinder zeugen, was das Familienvermögen zusammenhält und die Witwe absichert. Da dürfte die Kirche eher durch das Verbot der Polygamie dran knabbern. Der Hinweis scheint mir schon interessant, denn es unterstreicht auch, dass wir nicht sinnvoll einfach alles, was vor zwei- oder dreitausend Jahren war, in die Jetztzeit übertragen können. Zitieren
Werner001 Geschrieben 23. Juni Melden Geschrieben 23. Juni vor 5 Stunden schrieb Guppy: Jesus wird auf jeden Fall alles das gemeint haben, was damals in Galiläa und Jerusalem auf Grundlage der Tora von den Menschen unter Unzucht verstanden wurde. Ich wüsste keinen Grund, weshalb er etwas anderes gemeint haben sollte oder warum bestimmte Dinge, die nach jüdischem Gesetz als Unzucht galten nicht von ihm gemeint worden sein sollten. Was ganz explizit homosexuelle Handlungen/Begierden betrifft, haben die Apostel, die unmittelbar von Jesus persönlich berufen waren seine Schafe zu weiden, entsprechendes gelehrt, was man alles im NT nachlesen kann. Dann sind Jesu Aussagen für uns heute vollkommen belanglos und unbedeutend, weil wir nicht vor 2000 Jahren in Galiläa oder Jerusalem leben und uns auch nicht an das jüdische Gesetz halten. Wir können uns also getrost unsere eigene Frohe Botschaft ausdenken, für Leute, die im 21. Jahrhundert in Europa leben Werner Zitieren
Werner001 Geschrieben 23. Juni Melden Geschrieben 23. Juni vor 5 Stunden schrieb Flo77: Als §175 noch galt, war der homosexuelle Akt unter Männern eine Gefährdung der zivilen Ordnung. Vielleicht kann ja mal jemand eine (gerne auch nur fiktive) Situation benennen, wie die zivile Ordnung gefährdet sein könnte. Ich denk mal, in dem Paragrafen spiegelte sich schlicht und einfach die religiöse Lehre wider, denn Länder wie Frankreich, aber auch Bayern und andere deutsche Staaten vor 1871, kamen seit Napoleon ohne einen solchen Paragrafen aus, ohne, dass die zivile Ordnung irgendwie erkennbar gefährdet wurde Werner Zitieren
Flo77 Geschrieben 23. Juni Melden Geschrieben 23. Juni vor 18 Minuten schrieb Werner001: Ich denk mal, in dem Paragrafen spiegelte sich schlicht und einfach die religiöse Lehre wider, denn Länder wie Frankreich, aber auch Bayern und andere deutsche Staaten vor 1871, kamen seit Napoleon ohne einen solchen Paragrafen aus, ohne, dass die zivile Ordnung irgendwie erkennbar gefährdet wurde Wenn es religiös war, dann wohl evangelischer Pietismus. Der Passus dürfte aus dem preussischen Landrecht in das BGB von 1871 gekommen sein. Zitieren
Flo77 Geschrieben 23. Juni Melden Geschrieben 23. Juni (bearbeitet) vor 43 Minuten schrieb Flo77: Wenn es religiös war, dann wohl evangelischer Pietismus. Der Passus dürfte aus dem preussischen Landrecht in das BGB von 1871 gekommen sein. Fun fact: Paragraph 175 wurde wohl ziemlich wörtlich aus dem preußischen Strafgesetzbuch übernommen und mit dem "gesunden Volksempfinden" begründet. Die meisten Verurteilungen nach diesem Paragraphen gab es - erwartbar - in der damaligen aus rosa Hauptstadt Berlin, sowie im Ruhrgebiet und Hamburg. Auffällig ist allerdings, daß ausgerechnet Baden-Württemberg, insbesondere der Donaukreis und der Neckarkreis (um Stuttgart) überpropotional viele Verurteilungen zeigen. Sowohl für die Zeit von 1882-1936, als auch für die Zeit von 1936-1945 blieben diese Hotspots bei insgesamt steigenden Zahlen auffällig. Bedrückend finde ich allerdings, dass in Baden-Württemberg in den 1950ern beeindruckende 29% aller Verurteilungen gefällt wurden. Bei einem Anteil an der Gesamtbevölkerung von 14,5%... Ich tippe auf Pietismus, aber irgendwie... bearbeitet 23. Juni von Flo77 Zitieren
Werner001 Geschrieben 23. Juni Melden Geschrieben 23. Juni vor 11 Minuten schrieb Flo77: Ich tippe auf Pietismus, aber irgendwie... Da liegst du sicher nicht falsch. Werner Zitieren
iskander Geschrieben 23. Juni Melden Geschrieben 23. Juni vor 7 Stunden schrieb Guppy: Jesus wird auf jeden Fall alles das gemeint haben, was damals in Galiläa und Jerusalem auf Grundlage der Tora von den Menschen unter Unzucht verstanden wurde. Ich wüsste keinen Grund, weshalb er etwas anderes gemeint haben sollte oder warum bestimmte Dinge, die nach jüdischem Gesetz als Unzucht galten nicht von ihm gemeint worden sein sollten. Wenn Jesus sich an der Thora orientiert haben sollte, dann hätte er zwar wohl etwas gegen Analverkehr unter Männern gehabt, aber alle anderen homosexuellen Handlungen unter Männern - und unter Frauen ohnehin - wären ihm egal gewesen. Er hätte dann auch ganz sicher auch nichts gegen Polygamie gehabt. Und er wäre dafür gewesen, dass eine junge unverlobte Frau, die vergewaltigt wurde, an ihren Vergewaltiger verheiratet werden soll. (5. Mose 22,28-29 ist offenbar tatsächlich so gemeint.) 'Aber nein! Jesus hat das sicher nicht gedacht! Er ist der Thora und dem Verständnis seiner Zeit nur genau in dem Ausmaß gefolgt, wie es meiner eigenen, modernen Ansicht entspricht! Er hat genau das gemeint, was ich heute meine! Alles ist immer nur dann relevant, wenn es meine eigene, vorgefasste Meinung bestätigt!' Meine Kritik lautet nicht, dass ein moderner Christ nur das denken und tun dürft, was Jesus laut Evangelien gedacht und getan hat; oder dass er nicht zahlreiche Forderungen aufstellen dürfte, die weit über alles hinausgehen, was Jesus je gesagt hat. Mein Punkt ist auch nicht, dass ein moderner Christ die Thora nicht extrem selektiv rezipieren dürfte, oder dass er das damalige Grundverständnis nicht ablehnen dürfte (die Frau ist zuerst Eigentum ihres Vaters und dann ihre Ehemanns, an den sie verkauft wird). Meine Kritik lautet vielmehr, dass es unaufrichtig und zirkulär ist, zuerst seine eigene Meinung in Jesus hineinzuprojizieren, um dann so zu tun, als hätte man gar keine eigenständige Meinung und würde einfach nur direkt und unvermittelt das übernehmen, was Jesus gesagt hat (oder das, was die Thora gesagt hat). vor 7 Stunden schrieb Guppy: Was ganz explizit homosexuelle Handlungen/Begierden betrifft, haben die Apostel, die unmittelbar von Jesus persönlich berufen waren seine Schafe zu weiden, entsprechendes gelehrt, was man alles im NT nachlesen kann. Das ist eine ausgesprochen fragliche Argumentation, wo man sich dann auf irgendwelche Ideen des Paulus (dessen direkte Berufung durch Jesus eher eine theologische als historische Aussage ist) über die Genese homosexueller Wünsche einlassen muss, wobei diese Idden nach allem, was man weiß, genau so falsch sind wie seine Naherwartung. Die kirchliche Sexualmoral, die Du verteidigst, hat mit der in der Bibel kaum etwas zu tun. Du kannst sie gerne dennoch verteidigen. Nur solltest Du halt bitte nicht so tun, als käme sie direkt oder so gut wie direkt aus der Bibel selbst. Das tut sie nicht: https://www.youtube.com/watch?v=us0g1W1ur4o Zitieren
Werner001 Geschrieben 23. Juni Melden Geschrieben 23. Juni vor einer Stunde schrieb iskander: irgendwelche Ideen des Paulus Bei Paulus ist Homosexualität die Strafe Gottes für Leute, die ihm, also Gott, nicht Paulus, nicht gehorchen. Paulus hat schon ziemlich viel Mist von sich gegeben Werner Zitieren
Flo77 Geschrieben 23. Juni Melden Geschrieben 23. Juni vor 35 Minuten schrieb Werner001: Bei Paulus ist Homosexualität die Strafe Gottes für Leute Genaugenommen ist es homosexuelles Verlangen und Strafe für die Abwendung von Gott. Aus eigener Erfahrung und unzähligen Versuchen muss ich sagen: Das Verlangen verschwindet nicht, durch Hinwendung... Zitieren
Cosifantutti Geschrieben 23. Juni Melden Geschrieben 23. Juni vor 5 Stunden schrieb SteRo: Vatikan gibt keine Erlaubnis zur Laienpredigt in der Messe Schon ein besonderes Kuriosum: In Deutschland predigen ja schon seit gefühlt 40 - 50 Jahren sogenannte „Laien“ in der Messe: Pastoralreferenten, die ja auch unter anderem in ihrer Ausbildung eine „Predigtprüfung“ ablegen müssen. Ich finde es doch sehr bizarr, dass man so nach 40 - 50 Jahren eine bewährte Praxis meint „abstellen“ zu müssen….. Es dürfte doch eigentlich kirchenrechtlich kein größeres Problem darstellen, wenn ein Diözesanbischof die sogenannte „Laienpredigt“ auf seine eigene Kappe nimmt und sie für die eigene Diözese erlaubt…. Zitieren
Werner001 Geschrieben 23. Juni Melden Geschrieben 23. Juni vor 35 Minuten schrieb Flo77: Genaugenommen ist es homosexuelles Verlangen und Strafe für die Abwendung von Gott. Aus eigener Erfahrung und unzähligen Versuchen muss ich sagen: Das Verlangen verschwindet nicht, durch Hinwendung... Wir können getrost davon ausgehen, dass du von dem Thema weit mehr Ahnung hast als Paulus Werner Zitieren
atheist666 Geschrieben 23. Juni Melden Geschrieben 23. Juni vor 23 Minuten schrieb Cosifantutti: Schon ein besonderes Kuriosum: In Deutschland predigen ja schon seit gefühlt 40 - 50 Jahren sogenannte „Laien“ in der Messe: Pastoralreferenten, die ja auch unter anderem in ihrer Ausbildung eine „Predigtprüfung“ ablegen müssen. Ich finde es doch sehr bizarr, dass man so nach 40 - 50 Jahren eine bewährte Praxis meint „abstellen“ zu müssen….. Es dürfte doch eigentlich kirchenrechtlich kein größeres Problem darstellen, wenn ein Diözesanbischof die sogenannte „Laienpredigt“ auf seine eigene Kappe nimmt und sie für die eigene Diözese erlaubt…. Sagen wir doch wie es ist, Rom ist nicht dumm, und mir kommt das wie eine Retourkutsche vor, weil die Deutschen immer schlauer sein wollen. Zitieren
Flo77 Geschrieben 23. Juni Melden Geschrieben 23. Juni vor 39 Minuten schrieb Cosifantutti: Schon ein besonderes Kuriosum: In Deutschland predigen ja schon seit gefühlt 40 - 50 Jahren sogenannte „Laien“ in der Messe: Pastoralreferenten, die ja auch unter anderem in ihrer Ausbildung eine „Predigtprüfung“ ablegen müssen. Ich finde es doch sehr bizarr, dass man so nach 40 - 50 Jahren eine bewährte Praxis meint „abstellen“ zu müssen….. Es dürfte doch eigentlich kirchenrechtlich kein größeres Problem darstellen, wenn ein Diözesanbischof die sogenannte „Laienpredigt“ auf seine eigene Kappe nimmt und sie für die eigene Diözese erlaubt…. Mein Zeit, dann feiert man eben tridentinisch. Da gehört die Predigt nicht zur Messe und gut ist. Zitieren
iskander Geschrieben 23. Juni Melden Geschrieben 23. Juni (bearbeitet) vor 4 Stunden schrieb Cosifantutti: Schon ein besonderes Kuriosum: In Deutschland predigen ja schon seit gefühlt 40 - 50 Jahren sogenannte „Laien“ in der Messe: Pastoralreferenten, die ja auch unter anderem in ihrer Ausbildung eine „Predigtprüfung“ ablegen müssen. Ich finde es doch sehr bizarr, dass man so nach 40 - 50 Jahren eine bewährte Praxis meint „abstellen“ zu müssen….. Es dürfte doch eigentlich kirchenrechtlich kein größeres Problem darstellen, wenn ein Diözesanbischof die sogenannte „Laienpredigt“ auf seine eigene Kappe nimmt und sie für die eigene Diözese erlaubt…. Aus dem Katholisch-Artikel selbst: "Begründet wird dies [gemeint ist die Absage an Laienpredigten] damit, dass Verkündigungstätigkeit und Feier der Sakramente inhaltlich zusammenhingen und somit beide Formen der geistlichen Amtsausübung darstellten. Eine Ausnahme könne es auch 'bei Vorliegen schwerwiegender pastoraler Erwägungen' nicht geben, hieß es." Zu diesem Anlass und zu vielem ähnlichem habe ich die KI Grok gebeten, eine kleine Lehr-Geschichte zu verfassen. Nein, sie handelt nicht von der kath. Kirche. Sie basiert zwar auf realen Ereignissen, aber auf solchen aus dem fernen China. Nach der Eroberung Chinas durch die Mandschu 1644 mussten alle Männer ihren Kopf kahl scheren, bis auf einen Zopf hinten am Kopf (sinngemäß: "Behaltet euren Kopf, verliert eure Haare - oder umgekehrt"). Am Anfang war der "chinesische Zopf" ein effektives Symbol der Macht und Kontrolle - aber irgendwann wurde es dysfunktional und allgemein als ein Symbol von Rückständigkeit und Starrsinn wahrgenommen. Und doch hielt die regierende Quing-Dynastie bis zum Untergang des Kaiserreichs (1922) an dieser speziellen Frisur fest. Es gab zwar Reform-Versuche, aber die Reform-Gegner blockierten jede echte Veränderung. Das sture Bestehen auf der längst unvorteilhaft gewordenen Zopf-Pflicht gilt sogar als ein Faktor (von natürlich etlichen), die zum Ende des Kaiserreichs beitrugen. Hier nun (mit minimalen Anpassungen durch mich) die Geschichte der KI Grok: Die Geschichte vom Goldenen Zopf In einem großen, alten Reich am Rande der Welt lebte einst ein stolzes Volk der Steppe, das das Land der Weiten Felder erobert hatte. Die Eroberer waren klug und zäh. Sie wussten: Mit Schwertern allein hält man kein so riesiges Reich zusammen. Deshalb erließen sie ein einfaches, aber wirkungsvolles Gesetz: „Jeder Mann im Reich soll sein Haar so tragen wie wir: vorn kahl geschoren, hinten einen langen, geflochtenen Zopf. Wer den Zopf trägt, zeigt, dass er zum Reich gehört.“ Zuerst war das klug. Der Zopf war wie eine lebende Fahne der Unterwerfung und Einheit. Wer ihn abschnitt, erklärte sich zum Feind. Es gab Aufstände, Blut floss, doch nach ein paar harten Lektionen gewöhnten sich die Menschen daran. Der Zopf wurde Alltag. Väter flochten ihren Söhnen den Zopf, Mütter kämmten ihn stolz, und bald hieß es: „So haben wir es immer gemacht.“ Die Jahrhunderte vergingen. Das Reich wurde reich und mächtig. Doch draußen drehte sich die Welt schneller. Fremde Schiffe brachten dampfende Maschinen, neue Gewehre, die weiter und schneller schossen, und neue Ideen, die sich überall verbreiteten. Junge Beamte, Gelehrte und sogar einige mutige Prinzen wagten zaghaft vorzuschlagen: „Der Zopf behindert uns. In den neuen Fabriken bleibt er in den Maschinen hängen. Unsere Soldaten stört er beim Trainieren, beim Nahkampf und beim Bedienen der Artillerie. Und wenn wir mit den Fremden verhandeln, lachen sie heimlich über unsere ‚rückständige Sitte‘. Lasst uns ihn wenigstens für Soldaten und Schüler abschaffen.“ Im Verbotenen Palast saßen jedoch die Hüter der Reinen Ordnung, die alten Räte und Hofschranzen. Sie trugen ihre Zöpfe besonders lang und kunstvoll geflochten, geschmückt mit kostbaren Bändern, als wäre der Zopf selbst ein Orden. Mit ernster Miene und zitternden Stimmen verkündeten sie: „Der Zopf ist nicht bloß Haar! Er ist die Seele des Reiches! Er verbindet uns mit dem Himmel und den Ahnen. Wer ihn antastet, zerreißt das kosmische Gleichgewicht. Früher hat er uns stark gemacht – warum sollte er uns heute schwächen? Das ist nur das Geschwätz von Unruhestiftern und Barbarenfreunden!“ Einer der besonders eifrigen Räte, ein gewisser Herr Seidenzopf, ließ sogar eine Denkschrift verfassen: „Der Zopf hat uns durch Seuchen, Überschwemmungen und Aufstände getragen. Ihn jetzt abzuschaffen wäre, als würde man dem Drachenthron die Beine absägen!“ Die anderen nickten eifrig, froh, dass jemand die tiefgründigen Worte gefunden hatte, die ihre eigene Angst vor Veränderung so würdevoll verkleideten. Jahrzehnte vergingen. Feindliche Flotten beschossen die Küsten, riesige Bauernaufstände erschütterten das Land, und das Reich verlor eine Provinz nach der anderen. Immer wieder kamen kluge Minister mit Reformplänen. „Lasst uns den Zopf wenigstens für Soldaten im Krieg abschaffen“, baten sie. Die Hofschranzen antworteten mit vornehmer Empörung: „Niemals! Der Zopf ist unser heiliges Erbe!“ Sie hielten endlose Sitzungen ab, in denen sie über die exakte Länge des Zopfes, die richtige Flechttechnik und die angemessene Anzahl von Seidenbändern debattierten – während draußen das Reich bröckelte. Ein besonders gelehrter Eunuch schrieb sogar ein dickes Buch mit dem Titel „Die hundert Tugenden des Geflochtenen Haares“. Es wurde pflichtschuldigst in allen Provinzen verteilt. Der junge Kaiser, der schließlich auf den Thron kam, sah das alles. Heimlich betrachtete er sich im Spiegel und dachte: „Das Ding ist lächerlich. Es zieht am Kopf und macht uns zum Gespött der Welt.“ Doch sobald er die alten Räte vor sich hatte, die ihm mit tränenerstickter Stimme erklärten, dass das Abschneiden des Zopfes den Untergang des Himmelsmandats bedeuten würde, knickte er ein. Er wagte nur winzige, lächerliche Kompromisse: „Vielleicht dürfen Schüler den Zopf etwas kürzer tragen… aber nur bis zur Schulter!“ Diese winzigen, halbherzigen Kompromisse machten jedoch alles nur noch schlimmer: Die Traditionalisten fühlten sich verraten, die Reformer empfanden sie als Farce, und das Reich selbst verlor weiter an Kraft, während keine Seite wirklich zufrieden war. Die Folgen für das Kaiserhaus selbst wurden immer bitterer. Die besten Köpfe des Reiches wandten sich ab – viele flohen ins Ausland oder schlossen sich den Reformern an. Das Heer wurde schwach und gedemütigt, weil die Soldaten mit ihren langen Zöpfen weder modern exerzieren konnten noch ernst genommen wurden. Die ausländischen Mächte behandelten den Hof wie ein Museumstück: interessant, aber hoffnungslos veraltet. Selbst treue Untertanen begannen zu flüstern: „Wenn die da oben nicht einmal ihr eigenes Haar ändern können, wie sollen sie dann das Reich retten?“ Die Hofräte und Hofschranzen aber saßen weiter in ihren Seidengewändern, streichelten ihre prächtigen Zöpfe und versicherten sich gegenseitig, wie weise und standhaft sie doch seien. „Die Geschichte wird uns recht geben“, sagten sie. Bis die Geschichte eines Tages mit Scheren in der Hand auf den Plätzen der großen Städte erschien. Studenten, Soldaten und einfache Bürger versammelten sich. Mit lautem Lachen und manchen Tränen schnitten sie sich die Zöpfe ab – mitten auf offener Straße. Es war ein Fest der Befreiung. Der lange geflochtene Stolz der Jahrhunderte fiel in den Staub. Der Kaiser im Verbotenen Palast, der inzwischen ein alter Mann war, hörte die Nachrichten und soll nur noch leise gemurmelt haben: „Sie haben uns verlassen.“ Das Reich zerbrach nicht allein wegen des Zopfes. Aber der Zopf wurde zum greifbaren Symbol einer tieferen Krankheit: der Angst, dass ohne die alten Äußerlichkeiten nichts Substanzielles mehr übrig bleiben könnte. Die Hüter der Ordnung hatten so lange an etwas festgehalten, das einst nützlich gewesen war, dass es am Ende das Kaiserhaus selbst erdrosselte – langsam, aber unaufhaltsam. Und so endete das große Reich nicht mit einem heroischen Kampf, sondern mit tausenden kleiner Scheren, die fröhlich schnippten. Der goldene Zopf landete schließlich in staubigen Vitrinen von Museen, wo er heute noch liegt: ein Mahnmal dafür, dass nichts so gefährlich ist wie die Weigerung, etwas loszulassen, das die Welt längst hinter sich gelassen hat. Manchmal ist das Schwerste nicht, Neues anzunehmen – sondern Altes loszulassen, das einmal diente und nun nur noch zieht. bearbeitet 24. Juni von iskander 1 Zitieren
atheist666 Geschrieben 24. Juni Melden Geschrieben 24. Juni (bearbeitet) Schönes Beispiel für den Mißbrauch von KI um am Thema vorbei zu reden. Ich danke für dieses Vorführung! Zusatz: So kann man dann Bleiwüsten produzieren.🤣 bearbeitet 24. Juni von atheist666 Zusatz Zitieren
iskander Geschrieben 24. Juni Melden Geschrieben 24. Juni vor einer Stunde schrieb atheist666: Schönes Beispiel für den Mißbrauch von KI um am Thema vorbei zu reden. Ich dachte, Du wolltest nicht auf mich antworten und mich ignorieren? Nicht geschafft? Zu Deinem Vorteil gehe ich einmal davon aus, dass Du durchaus weißt, was eine Parabel ist und Dich nur ganz bewusst so stellst, als seist Du unwissend und schwer von Begriff. Allerdings frage ich mich, warum Du das tust. Wieso schreibst Du unzählige Beiträge, in denen Du vorgibst, dass Du entweder absolut keine Ahnung hast, worüber Du überhaupt sprichst, oder dass Du keine keine Sekunde nachdenkst, bevor Du in die Tasten haust? Nebenbei habe ich mich nicht nur parabolisch, sondern auch ganz direkt zu verschiedenen Themen des Synodalen Wegs geäußert. Das heißt ich habe mich wirklich inhaltlich geäußert. Ich habe nicht einfach geschrieben 'Alles, was konservativ ist, ist gut' und Negativ-Etikette an alle "Neuerer" verteilt - oder umgekehrt -, so wie Du es tust. Von Dir hingegen kenne ich bis dato keinen einzigen Beitrag gesehen, bei dem Du irgendetwas zum Synodalen Weg oder einer anderen Debatte sagen würdest, was über das Reproduzieren und geringfügige Variierender immer-gleichen Ressentiments hinausginge, im Sinne von: 'Alles, was ich irgendwie als "links" einordne, finde ich total doof.' Du musst Dich von der obigen Parabel übrigens auch nicht persönlich angesprochen fühlen. Denn sie trifft ja Personen oder Institutionen, die an Überzeugungen und Lehren festhalten, die aus ihrer Perspektive irgendwie Sinn ergeben, oder von denen sie sich das zumindest einreden. Es geht hier um Menschen mit Angst vor Veränderung, nicht um Zyniker. Bei Dir ist das aber ja anders. Aus Deiner eigenen, atheistischen Sichtweise ergeben beispielsweise strenge religiöse Regeln, die die Freiheit von Menschen aus Gründen einschränken und sich allein religiös rechtfertigen lassen, kein Iota Sinn. Du gibst indirekt dann ja auch selbst zu, dass Du nicht etwa aus inhaltlichen Gründen für solche Restriktionen bist, sondern nur deshalb, weil Du "erzkonservativ" bist - und offenbar automatisch gegen alles, was aus Deiner Sicht "linksgrün-versifft" ist. Wobei Du unter "konservativ" erkennbar nicht den klassischen Konservatismus verstehst, der das Gute und Bewährte erhalten will, sondern eine ideologische-reaktionäre Haltung, die selbst dann am Alten festhalten möchte, wenn dieses - auch aus der eigenen Perspektive - unnütz ist und nur unnötiges Leid verursacht. Merkwürdig ist dann nur, dass Du Dich dann empörst, wenn man Dir sagt, dass Du nicht als ein klassischer Konservativer im guten Sinne rüberkommst, also als einer, der unideologisch ist und nachdenkt, und dem es primär um das Wohl der Menschen geht, sondern als jemand, dessen Fokus vor allem auf ihm selbst, seiner eigenen Identität und dem reflexhafte Markieren von Feindbilder liegt. Was denn sonst? Ich ziehe nur die logischen Schlüsse aus dem, was Du sagst - mehr nicht. Falls Dich das stört, wieso änderst Du dann nicht einfach Dein Verhalten? Wieso schreibst Du dann nicht einfach mal ernstzunehmende Beiträge zu Sachthemen? Beiträge, die über ein "Alles, was ist irgendwie links ist, ist pfui!" hinausgehen? Beiträge mit Inhalt? Mit Argumenten? Beiträge, der Dich als einen ernstzunehmenden Konservativen ausweisen würden, der zu einem abwägenden Urteil fähig ist, und der es nicht nötig hat, alles sofort in ein Schwarz-Weiß-Schema zu pressen? Ein Konservativer, der nicht von Ressentiments lebt und der sich nicht andauernd polar auf Feindbilder beziehen muss, um ein Gefühl von Bedeutung zu bekommen? Einer, der unvoreingenommen und mit der notwendigen Differenzierungsfähigkeit an seine Umwelt herangeht? Einer, dem es nicht um eine Ideologie als Selbstzweck oder als Stabilisator für seine eigene Identität geht, sondern wirklich um das Wohl seiner Mitmenschen und das, was sich bei bei einer ernsthaften Prüfung als gut und vernünftig herausstellt? Zitieren
atheist666 Geschrieben 24. Juni Melden Geschrieben 24. Juni Gerade eben schrieb iskander: Ich dachte, Du wolltest nicht auf mich antworten und mich ignorieren? Nicht geschafft? Zu Deinem Vorteil gehe ich einmal davon aus, dass Du durchaus weißt, was eine Parabel ist und Dich nur ganz bewusst so stellst, als seist Du unwissend und schwer von Begriff. Allerdings frage ich mich, warum Du das tust. Wieso schreibst Du unzählige Beiträge, in denen Du vorgibst, dass Du entweder absolut keine Ahnung hast, worüber Du überhaupt sprichst, oder dass Du keine keine Sekunde nachdenkst, bevor Du in die Tasten haust? Nebenbei habe ich mich nicht nur parabolisch, sondern auch ganz direkt zu verschiedenen Themen des Synodalen Wegs geäußert. Das heißt ich habe mich wirklich inhaltlich geäußert. Ich habe nicht einfach geschrieben 'Alles, was konservativ ist, ist gut' und Negativ-Etikette an alle "Neuerer" verteilt - oder umgekehrt -, so wie Du es tust. Von Dir hingegen kenne ich bis dato keinen einzigen Beitrag gesehen, bei dem Du irgendetwas zum Synodalen Weg oder einer anderen Debatte sagen würdest, was über das Reproduzieren und geringfügige Variierender immer-gleichen Ressentiments hinausginge, im Sinne von: 'Alles, was ich irgendwie als "links" einordne, finde ich total doof.' Du musst Dich von der obigen Parabel übrigens auch nicht persönlich angesprochen fühlen. Denn sie trifft ja Personen oder Institutionen, die an Überzeugungen und Lehren festhalten, die aus ihrer Perspektive irgendwie Sinn ergeben, oder von denen sie sich das zumindest einreden. Es geht hier um Menschen mit Angst vor Veränderung, nicht um Zyniker. Bei Dir ist das aber ja anders. Aus Deiner eigenen, atheistischen Sichtweise ergeben beispielsweise strenge religiöse Regeln, die die Freiheit von Menschen aus Gründen einschränken und sich allein religiös rechtfertigen lassen, kein Iota Sinn. Du gibst indirekt dann ja auch selbst zu, dass Du nicht etwa aus inhaltlichen Gründen für solche Restriktionen bist, sondern nur deshalb, weil Du "erzkonservativ" bist - und offenbar automatisch gegen alles, was aus Deiner Sicht "linksgrün-versifft" ist. Wobei Du unter "konservativ" erkennbar nicht den klassischen Konservatismus verstehst, der das Gute und Bewährte erhalten will, sondern eine ideologische-reaktionäre Haltung, die selbst dann am Alten festhalten möchte, wenn dieses - auch aus der eigenen Perspektive - unnütz ist und nur unnötiges Leid verursacht. Merkwürdig ist dann nur, dass Du Dich dann empörst, wenn man Dir sagt, dass Du nicht als ein klassischer Konservativer im guten Sinne rüberkommst, also als einer, der unideologisch ist und nachdenkt, und dem es primär um das Wohl der Menschen geht, sondern als jemand, dessen Fokus vor allem auf ihm selbst, seiner eigenen Identität und dem reflexhafte Markieren von Feindbilder liegt. Was denn sonst? Ich ziehe nur die logischen Schlüsse aus dem, was Du sagst - mehr nicht. Falls Dich das stört, wieso änderst Du dann nicht einfach Dein Verhalten? Wieso schreibst Du dann nicht einfach mal ernstzunehmende Beiträge zu Sachthemen? Beiträge, die über ein "Alles, was ist irgendwie links ist, ist pfui!" hinausgehen? Beiträge mit Inhalt? Mit Argumenten? Beiträge, der Dich als einen ernstzunehmenden Konservativen ausweisen würden, der zu einem abwägenden Urteil fähig ist, und der es nicht nötig hat, alles sofort in ein Schwarz-Weiß-Schema zu pressen? Ein Konservativer, der nicht von Ressentiments lebt und der sich nicht andauernd polar auf Feindbilder beziehen muss, um ein Gefühl von Bedeutung zu bekommen? Einer, der unvoreingenommen und mit der notwendigen Differenzierungsfähigkeit an seine Umwelt herangeht? Einer, dem es nicht um eine Ideologie als Selbstzweck oder als Stabilisator für seine eigene Identität geht, sondern wirklich um das Wohl seiner Mitmenschen und das, was sich bei bei einer ernsthaften Prüfung als gut und vernünftig herausstellt? Und man ist sich zu keiner faulen Ausrede zu Schade Anstatt sich mit der Frage von @Cosifantutti mal wirklich zu beschäftigen, wird die KI zu Geschichterl aus dem Wienerwald bzw Geschichterl aus dem Paulanergarten degradiert. Was war jetzt nochmal genau die Frage? Zitieren
iskander Geschrieben 24. Juni Melden Geschrieben 24. Juni vor 11 Stunden schrieb iskander: Und doch hielt die regierende Quing-Dynastie bis zum Untergang des Kaiserreichs (1922) an dieser speziellen Frisur fest. Sorry, sollte heißen: 1912 Zitieren
atheist666 Geschrieben 24. Juni Melden Geschrieben 24. Juni Im Übrigen, mal ohne KI und solche Späß. Seit wann hat ein Forist darüber zu bestimmen, wie sich andere zu verhalten bzw zu schreiben haben? So ein Verhalten kennt man zuletzt nur aus der DDR. Zitieren
atheist666 Geschrieben 24. Juni Melden Geschrieben 24. Juni vor 3 Minuten schrieb iskander: Sorry, sollte heißen: 1912 Thema verfehlt 6 SETZEN! Zitieren
Werner001 Geschrieben 24. Juni Melden Geschrieben 24. Juni vor 20 Minuten schrieb atheist666: Im Übrigen, mal ohne KI und solche Späß. Seit wann hat ein Forist darüber zu bestimmen, wie sich andere zu verhalten bzw zu schreiben haben? So ein Verhalten kennt man zuletzt nur aus der DDR. In der DDR hatten Foristen wenig zu sagen, denk ich Werner Zitieren
atheist666 Geschrieben 24. Juni Melden Geschrieben 24. Juni vor 3 Minuten schrieb Werner001: In der DDR hatten Foristen wenig zu sagen, denk ich Werner Kommt alles wieder, da bin ich ganz zuversichtlich. Zitieren
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