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Eine christliche Perspektive auf den Umgang mit der AfD


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Geschrieben (bearbeitet)
6 hours ago, Kara said:

 

Was ist denn das für ein Argument 😳?

 

Seit wann berechtigt das Vorhandensein natürlicher Todesfälle zur aktiven Tötung von Menschen?

 

Das Leben der meisten geborenen Menschen endet übrigens auf natürlichem Weg. Oft sogar unbemerkt! Ist es dann auch polemisch, von Tötung zu sprechen, wenn so ein Mensch aktiv umgebracht wird?

 

Nein? Warum nicht?

 

Weil du einen Unterschied machst zwischen Menschen verschiedener Entwicklungsstadien. 


Für mich ist es halt weder theologisch logisch, noch entspricht es der üblichen rechtlichen Sichtweise.

Theologisch führt es in meinen Augen zu einem schrägen Gottesbild: Gott „beseelt“ also Menschen, von denen er automatisch 20% sofort wieder sterben läßt. Dieses Bild der vollständigen sofortigen „Beseelung“  von an Anfang an wurde wiederum nur notwendig, weil Papst Pius IX. vor 150 Jahren sein Dogma der „Unbefleckten Empfängnis“ Mariens erließ. Die vorher gültige Lehre nach Thomas von Aquin von der allmählich „Beseelung“ entsprach wesentlich eher der sowohl damaligen Wahrnehmung der Menschen, die ja so auch der biologischen Entwicklung von einfach zu komplex entsprach und dementsprechend auch die Rechtsauffassung prägte - dass eine Abtreibung von einer Kindstötung zu unterscheiden ist. 
Dass diese Ineinssetzung heutiges katholisches Lehramt ist, verändert nunmal noch nicht die übliche rechtliche und gesellschaftliche Sichtweise - und  macht sie auch kein bisschen überzeugender.

Mir ist deshalb auch völlig unklar, was diese Art der Polemik immer wieder soll, außer eben Menschen vor den Kopf zu stoßen. Sie rettet ja auch keinerlei Leben, wie eben die Statistik zur restriktiven Regelung von Abtreibung belegt. Davon unabhängig bleibt ja jedem Menschen rein persönlich überlassen, wie er für sich selbst den Anfang des Lebens sieht. Nur befürchte ich, dass „kirchliches Lehramt“ dabei heute inzwischen eine sehr untergeordnete und wenig überzeugende Rolle spielt.

 

Edit:

Jetzt wollte ich mich gar nicht zu einer erneuten Abtreibungsdiskussion versteigen - mein Punkt ist eigentlich nur, dass hierzulande ein international sehr erfolgreicher Umgang mit dem Thema gepflegt wird, wenn tatsächlich ein Konsens besteht, dass niedrige Abtreibungszahlen das Ziel sind.

Für öffentliche Rechthaberei und gesellschaftliche Polarisation

taugt der deutsche Weg dagegen eher wenig - was für mich aber absolut kein Nachteil ist.

bearbeitet von Shubashi
Geschrieben (bearbeitet)
vor 5 Stunden schrieb phyllis:

ja grossartig. Aber auch die Verhinderung einer Nidation ist keine Kindstötung.

 

Das definierst Du?

 

Wenn Dich das Wort „Kind“ stört: es wird ein Menschenleben getötet. 

 

Diese Aussage ist naturwissenschaftlich vollkommen korrekt.

 

Wenn es das irgendwie semantisch besser macht, bitte schön.

 

(Übrigens genauso durch die Spirale)

bearbeitet von rorro
Geschrieben (bearbeitet)
vor 1 Stunde schrieb Shubashi:


Für mich ist es halt weder theologisch logisch, noch entspricht es der üblichen rechtlichen Sichtweise.

Theologisch führt es in meinen Augen zu einem schrägen Gottesbild: Gott „beseelt“ also Menschen, von denen er automatisch 20% sofort wieder sterben läßt. Dieses Bild der vollständigen sofortigen „Beseelung“  von an Anfang an wurde wiederum nur notwendig, weil Papst Pius IX. vor 150 Jahren sein Dogma der „Unbefleckten Empfängnis“ Mariens erließ. Die vorher gültige Lehre nach Thomas von Aquin von der allmählich „Beseelung“ entsprach wesentlich eher der sowohl damaligen Wahrnehmung der Menschen, die ja so auch der biologischen Entwicklung von einfach zu komplex entsprach und dementsprechend auch die Rechtsauffassung prägte - dass eine Abtreibung von einer Kindstötung zu unterscheiden ist. 
Dass diese Ineinssetzung heutiges katholisches Lehramt ist, verändert nunmal noch nicht die übliche rechtliche und gesellschaftliche Sichtweise - und  macht sie auch kein bisschen überzeugender.

Mir ist deshalb auch völlig unklar, was diese Art der Polemik immer wieder soll, außer eben Menschen vor den Kopf zu stoßen. Sie rettet ja auch keinerlei Leben, wie eben die Statistik zur restriktiven Regelung von Abtreibung belegt. Davon unabhängig bleibt ja jedem Menschen rein persönlich überlassen, wie er für sich selbst den Anfang des Lebens sieht. Nur befürchte ich, dass „kirchliches Lehramt“ dabei heute inzwischen eine sehr untergeordnete und wenig ünerzeugende Rolle spielt.

 

 

Hast Du dafür die KI benutzt, da Du ja öfters betonst, keine große theologische Bildung zu haben…?

 

1. lässt Gott sogar 100% der „beseelten“ Menschen sterben. Was bedeutet das für Dein Gottesbild?

 

2. wie schon erwähnt aber offensichtlich nicht beachtet, sind die „20%“ so genau belegt wie „90%“ oder „0,1%“, nämlich gar nicht.

 

3. ist der Zusammenhang mit der Lehre der Unbefleckten Empfängnis hanebüchen, vor allem da

 

4. die Meinung des Thomas von Aquin nie „gültig“ war (dazu hätte sie in diesem Punkt als solche deklariert werden müssen, was wiederum beweisen hätte, daß die Kirche irrt, da Thomas die Unbefleckte Empfängnis ablehnte)

 

Wenn zudem naturwissenschaftliche Beschreibungen „polemisch“ sein sollen, so what? Wenn die Überzeugung des eigenen Gutseins Kratzer bekommt, mag das heilsam sein.

 

Und diese Beschreibung rettet keine Kinder.

 

Tja, die Beschwerde der holländischen Bischöfe gegen die Judenvergasung hat damals nicht nur keine Juden gerettet, sondern noch mehr Opfer gefordert (u.a. Edith Stein).

War es daher komplett falsch was dagegen zu sagen, wenn menschliches Leben getötet wird?

 

“Etiam si omnes, ego non“

bearbeitet von rorro
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  • Thanks 1
Geschrieben (bearbeitet)
2 hours ago, rorro said:

 

Hast Du dafür die KI benutzt, da Du ja öfters betonst, keine große theologische Bildung zu haben…?

 

1. lässt Gott sogar 100% der „beseelten“ Menschen sterben. Was bedeutet das für Dein Gottesbild?

 

2. wie schon erwähnt aber offensichtlich nicht beachtet, sind die „20%“ so genau belegt wie „90%“ oder „0,1%“, nämlich gar nicht.

 

3. ist der Zusammenhang mit der Lehre der Unbefleckten Empfängnis hanebüchen, vor allem da

 

4. die Meinung des Thomas von Aquin nie „gültig“ war (dazu hätte sie in diesem Punkt als solche deklariert werden müssen, was wiederum beweisen hätte, daß die Kirche irrt, da Thomas die Unbefleckte Empfängnis ablehnte)

 

Wenn zudem naturwissenschaftliche Beschreibungen „polemisch“ sein sollen, so what? Wenn die Überzeugung des eigenen Gutseins Kratzer bekommt, mag das heilsam sein.

 

Und diese Beschreibung rettet keine Kinder.

 

Tja, die Beschwerde der holländischen Bischöfe gegen die Judenvergasung hat damals nicht nur keine Juden gerettet, sondern noch mehr Opfer gefordert (u.a. Edith Stein).

War es daher komplett falsch was dagegen zu sagen, wenn menschliches Leben getötet wird?

 

“Etiam si omnes, ego non“


Ich sehe schon, ich habe mich wieder auf die unsinnige, weil kaum auflösbare Abtreibungsdebatte eingelassen, die eigentlich in diesem Kontext nicht wichtig ist. Mea Culpa!

Es geht ja hier eigentlich darum, was Abtreibungszahlen niedrig hält - was trotz unterschiedlicher theologischer oder philosophischer Betrachtungsweisen doch kirchlich ziemlich allgemeiner und gesellschaftlich recht großer Konsens sein dürfte. In den Zahlen, die international bei zugegeben schwieriger Datenlage zur Verfügung stehen, sind die Zahlen hierzulande im Vergleich gut. 
Die katholische Bewertung von Abtreibung hierzulande ist nun mal schlicht nicht die rechtliche, weder nach Gesetz noch nach Verfassung. Ob sie von der Gesellschaft nennenswert geteilt wird, dürfte fraglich sein,  praktisch medizinisch wird sie ebenfalls nicht ins Gewicht fallen, weil Schwangerschaft erst später entdeckt wird.

Jetzt ist mir v.a. unklar, was diese rechtlich unsinnige Gleichsetzung von „Nidationsverhinderung=Abtreibung=Kindstötung“ soll, sie ist praktisch ohne jede Bedeutung, außer dass sie den gesellschaftlich Konflikt in völlig polemischer Weise polarisiert. Ich denke aktuell sogar, dass diese politisch sinnlose Rechthaberei über kurz oder lang zu einer (meiner Meinung eher schädlichen) Liberalisierung des deutschen Abtreibungsrechtes führen könnte, weil sich eine säkular-pluralistische Gesellschaft eben nicht von einer kleinen radikalen Minderheit bevormunden lassen will. Diese unsinnig polarisierende Polemik kann also ggf zum Gegenteil dessen führen, was sie vorgeblich erreichen will. 

bearbeitet von Shubashi
Geschrieben
vor 3 Minuten schrieb Shubashi:


Ich sehe schon, ich habe mich wieder auf die unsinnige, weil kaum auflösbare Abtreibungsdebatte eingelassen, die eigentlich in diesem Kontext nicht wichtig ist. Mea Culpa!

Es geht ja hier eigentlich darum, was Abtreibungszahlen niedrig hält - was trotz unterschiedlicher theologischer oder philosophischer Betrachtungsweisen doch kirchlich ziemlich allgemeiner und gesellschaftlich recht großer Konsens sein dürfte. In den Zahlen, die international bei zugegeben schwieriger Datenlage zur Verfügung stehen, sind die Zahlen hierzulande im Vergleich gut. 
Die katholische Bewertung von Abtreibung hierzulande ist nun mal schlicht nicht die rechtliche, weder nach Gesetz noch nach Verfassung. Ob sie von der Gesellschaft nennenswert geteilt wird, dürfte fraglich sein,  praktisch medizinisch wird sie ebenfalls nicht ins Gewicht fallen, weil Schwangerschaft erst später entdeckt wird.

Jetzt ist mir v.a. unklar, was diese rechtlich unsinnige Gleichsetzung von „Nidationsverhinderung=Abtreibung=Kindstötung“ soll, sie ist praktisch ohne jede Bedeutung, außer dass sie den gesellschaftlich Konflikt in völlig polemischer Weise polarisiert. Ich denke aktuell sogar, dass diese politisch sinnlose Rechthaberei über kurz oder lang zu einer (meiner Meinung eher schädlichen) Liberalisierung des deutschen Abtreibungsrechtes führen könnte, weil sich eine säkular-pluralistische Gesellschaft eben nicht von einer kleinen radikalen Minderheit bevormunden lassen will. Diese unsinnig polarisierende Polemik kann also ggf zum Gegenteil dessen führen, was sie vorgeblich erreichen will. 

 

Mir ist nicht aufgefallen, daß ich oder andere irgendjemanden bevormunden wollten. Kannst Du mir sagen, wo das der Fall gewesen sein soll? Wo habe ich den Eindruck erweckt, daß ich gegen den demokratischen Diskurs wäre?

 

Falls das alles nur Verleumdung war, bitte ich diese zukündtig zu unterlassen. Danke.

 

Und des Weiteren gestehe ich Dir und anderen tatsächlich so etwas wie Prinzipientreue zu. Ja, ich weiß, ist spätestens seit Merkel nicht mehr en vogue, aber Überzeugungen darf man wirklich haben - auch ganz aunbhängig davon wie die gesellschaftlichen Mehrheitsverhältnisse sind.

 

Und selbst wenn das Aussprechen dieser Überzeugungen der "anderen Seite" nützen, sogar die freie Rede finde ich gut.

 

Um den Schwenk zur AfD zu bekommen: auch wenn eine Frau Knoblich mit belegfreien Floskeln vor der AfD warnt und aufgrund dessen dieser Partei eher Stimmen zutreibt - soll sie das in Deinen Augen etwa nicht mehr tun?

Geschrieben
1 minute ago, rorro said:

Mir ist nicht aufgefallen, daß ich oder andere irgendjemanden bevormunden wollten. Kannst Du mir sagen, wo das der Fall gewesen sein soll? Wo habe ich den Eindruck erweckt, daß ich gegen den demokratischen Diskurs wäre?

??? Worauf bezieht sich das jetzt genau?

 

Der Ausgangspunkt dieser Diskussion um Abtreibung (innerhalb des Threads) war die polemische Darstellung von angeblich politisch-„christlichen“ Zielen bei Linken und Grünen, die eben auch „das Töten ungeborener Kinder“ aufführte. Mein Einwand war, dass diese Polemik eben überhaupt nicht die praktische Realität von Abtreibungen hierzulande trifft. Natürlich kann man zu diesem Thema jede Art von Polemik betreiben - aber ich würde dann gerne wissen, welchen politisch-praktischen Nutzen diese haben soll, denn das ist ja letztlich das Thema dieses Threads. Und halte ich die AfD-Position für so unsinnig wie die meisten extrem restriktiven Abtreibungspolitiken - sie gefährden Menschenleben und treiben die Abtreibungszahlen potentiell eher nach oben.

(Laut der verfügbaren WHO-Daten. Sie anzuzweifeln, ohne bessere zu haben, bringt in meinen Augen nichts. Mehr Forschung dazu würde ich befürworten.)
 

Geschrieben
vor 3 Stunden schrieb rorro:

lässt Gott sogar 100% der „beseelten“ Menschen sterben.

Na dann ist Abtreibung ja erst recht völlig problemlos. Da ist ja die Gefahr, in der ewigen Verdammnis zu landen, völlig ausgeschlossen, und das ist es doch, was Gott für den Menschen möchte?

 

Werner

Geschrieben
29 minutes ago, Werner001 said:

Na dann ist Abtreibung ja erst recht völlig problemlos. Da ist ja die Gefahr, in der ewigen Verdammnis zu landen, völlig ausgeschlossen, und das ist es doch, was Gott für den Menschen möchte?

 

Werner


Das zeigt immerhin, zu welch verrückten Annahmen es führt, religiöse Lehren komplett von Ratio und gesundem Menschenverstand abzukoppeln. 
Gott als „Zygotenmaschine“, die selbige sofort wieder abmurkst, um massenhaft unschuldige „Seelen“ ad paradisum zu führen wäre allerdings nur als Schauerbild für Goyas „Schlaf der Vernunft“ geeignet gewesen.

Geschrieben
vor 3 Stunden schrieb Shubashi:

??? Worauf bezieht sich das jetzt genau?

 

 

Darauf, von Dir: "Ich denke aktuell sogar, dass diese politisch sinnlose Rechthaberei über kurz oder lang zu einer (meiner Meinung eher schädlichen) Liberalisierung des deutschen Abtreibungsrechtes führen könnte, weil sich eine säkular-pluralistische Gesellschaft eben nicht von einer kleinen radikalen Minderheit bevormunden lassen will."

 

 

vor 3 Stunden schrieb Shubashi:

(Laut der verfügbaren WHO-Daten. Sie anzuzweifeln, ohne bessere zu haben, bringt in meinen Augen nichts. Mehr Forschung dazu würde ich befürworten.)

 

Unbrauchbare Daten sind unbrauchbar. Auch wenn sie von der WHO kommen (deren größter Zuwender übrigens die private Bill Gates Foundation ist).

 

Es geht nicht darum, "bessere" zu haben, es geht erst einmal darum, überhaupt brauchbare zu haben. Die fehlen.

Geschrieben
vor 3 Minuten schrieb rorro:

Unbrauchbare Daten sind unbrauchbar. Auch wenn sie von der WHO kommen (deren größter Zuwender übrigens die private Bill Gates Foundation ist).

 

Es geht nicht darum, "bessere" zu haben, es geht erst einmal darum, überhaupt brauchbare zu haben. Die fehlen.

Dann kann aber auch niemand sicher behaupten, dass in Deutschland überhaupt Abtreibungen vorkommen. Das ganze Theater der Pro-Life-Lobby ist damit rein theoretisch und entbehrt jeder faktischen Grundlage.

 

Wenn die Statistiken so unsicher sind, ist die Abtreibungszahl 0 genauso wahrscheinlich wie der von der WHO veröffentliche Wert.

Geschrieben
29 minutes ago, rorro said:

Darauf, von Dir: "Ich denke aktuell sogar, dass diese politisch sinnlose Rechthaberei über kurz oder lang zu einer (meiner Meinung eher schädlichen) Liberalisierung des deutschen Abtreibungsrechtes führen könnte, weil sich eine säkular-pluralistische Gesellschaft eben nicht von einer kleinen radikalen Minderheit bevormunden lassen will."


Zählst Du Dich etwa zu dieser Gruppe, die polemische Polarisierung als eine sinnvolle Taktik zur Verschärfung des Abtreibungsrechtes einsetzen möchte? Selbst wenn, glaubst Du ernsthaft, dass das funktionieren könnte? Ich sehe da aktuell überhaupt keine politischen Mehrheiten für.

Geschrieben (bearbeitet)
vor 11 Minuten schrieb Shubashi:


Zählst Du Dich etwa zu dieser Gruppe, die polemische Polarisierung als eine sinnvolle Taktik zur Verschärfung des Abtreibungsrechtes einsetzen möchte?

 

Nein. Doch wenn Du das nach einer Aussage von mir bringst, schienst Du mich dazuzuzählen. Dazu fehlte mir ein Beleg. Offensichtlich war das aber nicht so von Dir gemeint.

bearbeitet von rorro
Geschrieben
vor 39 Minuten schrieb OneAndOnlySon:

Dann kann aber auch niemand sicher behaupten, dass in Deutschland überhaupt Abtreibungen vorkommen. Das ganze Theater der Pro-Life-Lobby ist damit rein theoretisch und entbehrt jeder faktischen Grundlage.

 

Wenn die Statistiken so unsicher sind, ist die Abtreibungszahl 0 genauso wahrscheinlich wie der von der WHO veröffentliche Wert.

 

Wenn Du glaubst, daß die Frauenärzte alle lügen - dann wird das Deine Wahrheit sein.

Geschrieben

Leute, das ist doch nicht so schwierig:

 

wenn es mehrere Methoden gibt, Menschenleben in utero zu töten, und die Staaten die Daten dazu sehr unterschiedlich erheben (von genau bis sehr ungenau, weil eine Methode gar nicht erfasst wird), dann sind Vergleiche zwischen diesen Staaten schon rein mathematisch absoluter Unsinn.

Geschrieben
vor 21 Stunden schrieb Guppy:

Zum Glück vertreten Linke und Grüne christliche Werte, wie das Erschießen und Enteignen von "Reichen", das Töten von ungeborenen Kindern im Mutterleib oder Waffenlieferungen in Kriegsgebiete. Da besteht natürlich Problem für einen kirchlichen Arbeitgeber.

Die AfD Niedersachsen gilt als verfassungsfeindlich.

 

Das kann man so den anderen Parteien nicht vorwerfen, auch wenn sie nicht Politik mit dem Evangelium in der Hand betreiben. (Das tut übrigens auch die AfD nicht btw.)

 

Möglich, dass Frau Müller zu Unrecht gekündigt wurde, der Fall scheint komplex zu sein, verstehen kann ich es, dass die Diakonie als Trägerin mit einer Spitzenkandidatin der verfassungsfeindlichen AfD nichts zu tun haben will.

Geschrieben

Lt. Gesetz werden alle Schwangerschaftsabbrüche nach §218a in einer Bundesstatistik erfasst, ebenso werden durchführende Einrichtungen und Ärzte sowie die eingesetzten Methoden erfasst. Trotz dieser sehr dezidiert vorgegeben Statistik sollen also die Zahlen bei uns in Wirklichkeit viel höher sein? Das wäre dann die Dunkelziffer illegaler Abtreibungen - nur dürften die gerade in Ländern mit restriktiven Gesetzen deutlich höher sein.

Es spricht also alles dafür, dass die deutschen Daten sehr verläßlich sind. Also müssten im Gegenteil die Daten anderer Länder ungewöhnlich hoch ausfallen, ohne dass dort überhaupt Abtreibungen  vorkommen. Das erschiene mir unwahrscheinlich und v.a. begründungswürdig. Bisher habe ich dazu kein Argument gelesen, weshalb ich die Behauptung als nicht stichhaltig ansehe.

Geschrieben
vor 10 Minuten schrieb Shubashi:

Lt. Gesetz werden alle Schwangerschaftsabbrüche nach §218a in einer Bundesstatistik erfasst, ebenso werden durchführende Einrichtungen und Ärzte sowie die eingesetzten Methoden erfasst. Trotz dieser sehr dezidiert vorgegeben Statistik sollen also die Zahlen bei uns in Wirklichkeit viel höher sein? Das wäre dann die Dunkelziffer illegaler Abtreibungen - nur dürften die gerade in Ländern mit restriktiven Gesetzen deutlich höher sein.

Es spricht also alles dafür, dass die deutschen Daten sehr verläßlich sind. Also müssten im Gegenteil die Daten anderer Länder ungewöhnlich hoch ausfallen, ohne dass dort überhaupt Abtreibungen  vorkommen. Das erschiene mir unwahrscheinlich und v.a. begründungswürdig. Bisher habe ich dazu kein Argument gelesen, weshalb ich die Behauptung als nicht stichhaltig ansehe.

 

Wenn Du das wider mediz. Wissens so glauben willst, dann werde ich Dir das nicht nehmen können.

Geschrieben

Übrigens, auch wenn man ausländische Statistiken beiseite läßt, die letzte Überarbeitung des deutschen Abtreibungsrecht erfolgte 1995, seitdem sind die Zahlen von gut 130.000 auf etwas über 100.000 zurückgegangen. Das mag unbefriedigend sein, nur sind deutlich niedrigere Zahlen anscheinend nicht so einfach zu erreichen, jedenfalls wohl offensichtlich nicht mit Maßnahmen der Repression.

Geschrieben
2 minutes ago, rorro said:

 

Wenn Du das wider mediz. Wissens so glauben willst, dann werde ich Dir das nicht nehmen können.


Hier ist Statistik gefragt. Was spricht dafür, dass die gesetzliche Bundesstatistik falsch ist?

Geschrieben
vor 7 Minuten schrieb Shubashi:


Hier ist Statistik gefragt. Was spricht dafür, dass die gesetzliche Bundesstatistik falsch ist?

 

Wie schon erwähnt: sie erfasst viele Abtreibungen nicht, aus methodischen Gründen.

Menschliches Leben beginnt mit dem Einsetzen des eigenen Stoffwechsels der befruchteten Eizelle, eine Schwangerschaft dagegen lässt sich zu dem Zeitpunkt aktuell noch nicht detektieren - das geht erst nach Einnistung. Wird diese verhindert, stirbt das menschliche Leben ohne je als solches „gemessen“ worden zu sein.

Geschrieben
48 minutes ago, rorro said:

Menschliches Leben beginnt mit dem Einsetzen des eigenen Stoffwechsels der befruchteten Eizelle, eine Schwangerschaft dagegen lässt sich zu dem Zeitpunkt aktuell noch nicht detektieren - das geht erst nach Einnistung. Wird diese verhindert, stirbt das menschliche Leben ohne je als solches „gemessen“ worden zu sein

Man weiss ja nichmal ob die "Pille danach" überhaupt eine befruchtete Eizelle erwischt hat oder nicht.

Schon ziemlich mutig hier von "Tötungen" zu reden.

Geschrieben
vor 11 Minuten schrieb phyllis:

Man weiss ja nichmal ob die "Pille danach" überhaupt eine befruchtete Eizelle erwischt hat oder nicht.

Schon ziemlich mutig hier von "Tötungen" zu reden.

 

Die Pille danach macht mit der Eizelle ja gar nichts. Sie läßt sich bloß verhungern, verhindert also ein Weiterleben derselben. Ich habe auch nirgendwo gesagt, daß jeder Einsatz tödlich wäre, doch im Zweifel für das Leben, oder? Zumindest ist das meine ärztliche Einstellung. Und Zweifel gibt es hier mehr als genug...

 

 

Geschrieben
3 hours ago, rorro said:

 

Die Pille danach macht mit der Eizelle ja gar nichts. Sie läßt sich bloß verhungern, verhindert also ein Weiterleben derselben. Ich habe auch nirgendwo gesagt, daß jeder Einsatz tödlich wäre, doch im Zweifel für das Leben, oder? Zumindest ist das meine ärztliche Einstellung. Und Zweifel gibt es hier mehr als genug...

 

 

Ja natürlich. Die Pille macht was die Natur ja auch macht, denn längst nicht jeder GV an Fruchtbarkeitstagen führt zu einer Schwangerschaft. Und rechtlich beginnt sie mw nach der Einnistung.

 

Ich verstehe deinen Standpunkt schon. Er ist aber nur bei religiösen Extremisten mehrheitsfähig. Was mich natürlich beruhigt. :)

Ansonsten.... Hamsterrad mal wieder. Verbringen wir unsere Zeit besser mit was sinnvollerem.

Geschrieben
4 hours ago, rorro said:

 

Wie schon erwähnt: sie erfasst viele Abtreibungen nicht, aus methodischen Gründen.

Menschliches Leben beginnt mit dem Einsetzen des eigenen Stoffwechsels der befruchteten Eizelle, eine Schwangerschaft dagegen lässt sich zu dem Zeitpunkt aktuell noch nicht detektieren - das geht erst nach Einnistung. Wird diese verhindert, stirbt das menschliche Leben ohne je als solches „gemessen“ worden zu sein.


Ich sehe hier unser Missverständnis: es geht mir um Schwangerschaft im gesetzlichen Sinne, nicht im religiösen. Das kann man natürlich machen, kann meiner Meinung nach aber realistischerweise niemals Grundlage allgemeiner Gesetzgebung sein.

Ich halte es auch für ausgeschlossen, dass diese religiöse Begriffsauffassung irgendwo Teil einer „Abtreibungsstatistik“ sein wird, weil, wie Du selbst sagst, bei Anwendung überhaupt keine Schwangerschaft detektiert wurde. So was fällt also medizinisch allgemein unter „Empfängnisverhütung“.

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