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FSSX kündigt die Weihe mehrer Bischöfe für den ersten Juli an


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Geschrieben
vor 3 Stunden schrieb SteRo:

 

Schon lustig.

 

90% der Kirchenmitglieder in Deutschland ist die Heilige Messe komplett egal.

62% glauben nicht an die Auferstehung Jesu von den Toten, das Zentrum des katholischen Glauben.

Diverse Dogmen wie die unbefleckte Empfängnis oder immerwährende Jungfräulichkeit Mariens wird unter deutschen Katholiken höchstens im einstelligen Prozentbereich geglaubt.

 

Diverse Lehrentscheidungen des Papstes zur Unmöglichkeit der Frauenweihe, zum Zölibat, zu künstlicher Verhütung, zu Abtreibung usw. werden von den meisten Kirchenmitgliedern in Deutschland ignoriert und von vielen, inkl. "ordentlichen" Priestern und Bischöfen großen Teil aktiv bekämpft.

 

Das alles interessiert aber scheinbar den Papst nicht die Bohne. Stattdessen gängelt man die wenigen überhaupt noch vorhandenen Gläubigen in der Kirche und verlangt von ihnen den grossen Schwur auf Ökumenismus und grenzenloser "Religionsfreiheit". 🤪

Geschrieben
vor 3 Minuten schrieb Guppy:

 

Schon lustig.

 

90% der Kirchenmitglieder in Deutschland ist die Heilige Messe komplett egal.

62% glauben nicht an die Auferstehung Jesu von den Toten, das Zentrum des katholischen Glauben.

Diverse Dogmen wie die unbefleckte Empfängnis oder immerwährende Jungfräulichkeit Mariens wird unter deutschen Katholiken höchstens im einstelligen Prozentbereich geglaubt.

 

Diverse Lehrentscheidungen des Papstes zur Unmöglichkeit der Frauenweihe, zum Zölibat, zu künstlicher Verhütung, zu Abtreibung usw. werden von den meisten Kirchenmitgliedern in Deutschland ignoriert und von vielen, inkl. "ordentlichen" Priestern und Bischöfen großen Teil aktiv bekämpft.

 

Das alles interessiert aber scheinbar den Papst nicht die Bohne. Stattdessen gängelt man die wenigen überhaupt noch vorhandenen Gläubigen in der Kirche und verlangt von ihnen den grossen Schwur auf Ökumenismus und grenzenloser "Religionsfreiheit". 🤪

Der Papst steht ja nicht im luftleeren Raum, er ist das uneingeschränkte Oberhaupt der Kirche, und als solches natürlich integraler Bestandteil dieser Kirche. Deine Ausführungen (die ich aus solch konservativen Kreisen schon öfter gehört habe) implizieren ja einen quasi außenstehenden Papst, der „die Kirche“ von außen überwacht.

Nein, er ist Teil dieser Kirche, und gilt nicht das alte „wenn der Führer das wüsste!“.

Er weiß es, und ist Teil davon.

Es gibt also nicht hier die schlimme modernistische Kirche und dort den unbeteiligten Papst, der einschreiten müsste, beide sind eins.

 

Damit bleiben für Ultratraditionalisten genau zwei Möglichkeiten: den Weg des Papstes mitzugehen, oder der Sedisvakantismus, denn der wirkliche Papst kann keinen Irrweg gehen, das ist traditioneller Glaube.

 

Werner

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Geschrieben
vor 18 Minuten schrieb Guppy:

 

Schon lustig.

 

90% der Kirchenmitglieder in Deutschland ist die Heilige Messe komplett egal.

62% glauben nicht an die Auferstehung Jesu von den Toten, das Zentrum des katholischen Glauben.

Diverse Dogmen wie die unbefleckte Empfängnis oder immerwährende Jungfräulichkeit Mariens wird unter deutschen Katholiken höchstens im einstelligen Prozentbereich geglaubt.

 

Diverse Lehrentscheidungen des Papstes zur Unmöglichkeit der Frauenweihe, zum Zölibat, zu künstlicher Verhütung, zu Abtreibung usw. werden von den meisten Kirchenmitgliedern in Deutschland ignoriert und von vielen, inkl. "ordentlichen" Priestern und Bischöfen großen Teil aktiv bekämpft.

 

Das alles interessiert aber scheinbar den Papst nicht die Bohne. Stattdessen gängelt man die wenigen überhaupt noch vorhandenen Gläubigen in der Kirche und verlangt von ihnen den grossen Schwur auf Ökumenismus und grenzenloser "Religionsfreiheit". 🤪

 

Der abweichende (Un-)Glaube einzelner Kirchenmitglieder ist nicht relevant. Relevant ist einzig und allein die Verbindung von abweichendem Glauben und (alternativer) Machtstruktur unter dem Dach "römisch-katholisch".

 

 

Geschrieben
vor 38 Minuten schrieb Guppy:

 

Schon lustig.

 

90% der Kirchenmitglieder in Deutschland ist die Heilige Messe komplett egal.

62% glauben nicht an die Auferstehung Jesu von den Toten, das Zentrum des katholischen Glauben.

Diverse Dogmen wie die unbefleckte Empfängnis oder immerwährende Jungfräulichkeit Mariens wird unter deutschen Katholiken höchstens im einstelligen Prozentbereich geglaubt.

 

Diverse Lehrentscheidungen des Papstes zur Unmöglichkeit der Frauenweihe, zum Zölibat, zu künstlicher Verhütung, zu Abtreibung usw. werden von den meisten Kirchenmitgliedern in Deutschland ignoriert und von vielen, inkl. "ordentlichen" Priestern und Bischöfen großen Teil aktiv bekämpft.

 

Das alles interessiert aber scheinbar den Papst nicht die Bohne. Stattdessen gängelt man die wenigen überhaupt noch vorhandenen Gläubigen in der Kirche und verlangt von ihnen den grossen Schwur auf Ökumenismus und grenzenloser "Religionsfreiheit". 🤪

Das meiste von dem das du kritisierst gehört ins Forum Internum und geht dich einen feuchten Kehricht an. Halt dich da einfach raus!

 

Und dann sind es doch mal zwei Paar Stiefel ob man mit dem Papst um den richtigen Weg - z. B. bei der Frauenordination, z. B. beim Zölibat, z. B. beim Umgang mit Homosexuellen - ringt, einerseits, oder andererseits die Einheit mit dem Papst auf kündigt in dem man z. B. der römisch-katholischen Messe die Legitimation abspricht.

Geschrieben
vor 3 Minuten schrieb Frank:

Und dann sind es doch mal zwei Paar Stiefel ob man mit dem Papst um den richtigen Weg - z. B. bei der Frauenordination, z. B. beim Zölibat, z. B. beim Umgang mit Homosexuellen - ringt, einerseits, oder andererseits die Einheit mit dem Papst auf kündigt in dem man z. B. der römisch-katholischen Messe die Legitimation abspricht.

Bitte sauber formulieren: Die FSSPX hält die im Novus Ordo gefeierte Messe für ungültig bzw. eine Sakramentensimulation. Ich glaube nicht, daß es generell um die Frage geht, ob der Papst legitimiert wäre, die Liturgie zu ordnen.

 

Aber ja, im Vergleich zu den Debatten, die unsere Bischöfe mit dem Papst führen - und solcherlei Debatten sind für die Kirche nichts neues oder ungewöhnliches - ist dieser Vorwurf und der Ungehorsam ggü dem Papst in einer Frage, die die Ordnung der Kirche selbst in Frage stellt, schon eine andere Hausnummer.

 

Natürlich sind die Segnungsformulare einiger Bistümer - nun ja - zweifelhaft was ihre Legitimität angeht, eben weil der Papst eigentlich sowas verboten hat, auf der anderen Seite sind die päpstlichen Vorstellungen dazu auch etwas sehr weltfremd, aber sie berühren an keiner Stelle die Dogmatik der Sakramente oder sabotieren die Ordnung und Verkündigung der Kirche.

Geschrieben
vor 41 Minuten schrieb Werner001:

Deine Ausführungen (die ich aus solch konservativen Kreisen schon öfter gehört habe) implizieren ja einen quasi außenstehenden Papst, der „die Kirche“ von außen überwacht.

 

Das ist aber kein Wunder, denn der Allmächtige Schöpfer der Welt aka Jesus aka Heiliger Geist hat Petrus aka Papst die WahrheitTM und die Vollmacht Urbi et Orbi gegeben samt dem Auftrag alle Völker zu Jüngern zu machen. Die Übergriffigkeit "der Kirche" ist ihrer göttlichen DNA geschuldet, dem Menschen als Abbild Gottes, Jesus als wahrer Mensch und wahrer Gott, der Heilige Vater, die Heilige Mutter Kirche usw. Jedes zweite Wort der Kirche weist weit über die Institution RKK hinaus. Dieses Missverständnis ist kein Zufall, sondern Absicht. 

Geschrieben
vor 12 Minuten schrieb Flo77:

Bitte sauber formulieren: Die FSSPX hält die im Novus Ordo gefeierte Messe für ungültig bzw. eine Sakramentensimulation. Ich glaube nicht, daß es generell um die Frage geht, ob der Papst legitimiert wäre, die Liturgie zu ordnen.

 

Stimmt das?
So extrem habe ich das bisher nur von Sedisvakantisten gehört bzw. gelesen.

Geschrieben
vor 2 Minuten schrieb MartinO:

Stimmt das?
So extrem habe ich das bisher nur von Sedisvakantisten gehört bzw. gelesen.

M.E. stimmt das nicht.

Geschrieben
vor 29 Minuten schrieb Frank:

Das meiste von dem das du kritisierst gehört ins Forum Internum und geht dich einen feuchten Kehricht an. Halt dich da einfach raus!

 

Davon abgesehen, dass Du Dich entschieden im Ton vergriffen hast, ist das m.E. so nicht zutreffend. Die Dinge, die Guppy angesprochen hat, haben das Forum Internum verlassen, sonst wüssten wir ja nichts davon.

Geschrieben
vor 1 Stunde schrieb Frank:

 

 

Und dann sind es doch mal zwei Paar Stiefel ob man mit dem Papst um den richtigen Weg - z. B. bei der Frauenordination, z. B. beim Zölibat, z. B. beim Umgang mit Homosexuellen - ringt, 

Ja ne, is klar, Kadavergehorsam schulden nur die Tradis, die anderen "ringen".........

Geschrieben
vor einer Stunde schrieb Florianklaus:
vor 2 Stunden schrieb Frank:

Und dann sind es doch mal zwei Paar Stiefel ob man mit dem Papst um den richtigen Weg - z. B. bei der Frauenordination, z. B. beim Zölibat, z. B. beim Umgang mit Homosexuellen - ringt, 

Ja ne, is klar, Kadavergehorsam schulden nur die Tradis, die anderen "ringen".........

Wo sprach ich von Kadavergehorsam?

Wer keine Argumente hat, der arbeitet halt mit Unterstützungen. Von mir aus! Wenn's schee macht.

 

Aber erlaub mir eine Frage: Wie haben es die Petrusbrüder geschafft Tradi und in Gemeinschaft mit dem Papst zu bleiben?

Geschrieben (bearbeitet)
vor 2 Stunden schrieb Florianklaus:

Ja ne, is klar, Kadavergehorsam schulden nur die Tradis, die anderen "ringen".........

 

Die allermeisten progressiven Katholiken verstoßen sicher weniger gegen ihre Gehorsamspflicht als manche Tradis, nämlich insbesondere die Pius-Brüder. Auch unter den vorherigen Päpsten wie JPII, der sicher nicht ultra-liberal war, waren deswegen auch die Pius-Brüder exkommuniziert und nicht beispielsweise Katholiken, die sich Reformen wünschten und das sagten. 

 

Solange beispielsweise die "progressiven" Bischöfe nicht offen (und in einer vom Apostolischen Stuhl selbst als hinreichend bedeutsam einordneten Angelegenheit) den Gehorsam aufkündigen oder gar eine kirchliche Parallelstruktur bilden, ist auch eine kontroverse Diskussion noch immer ein Dialog. Das sieht auch Rom grundsätzlich so, sonst würde man die Bischöfe absetzen oder so durchgreifen wie damals, als man den dt. Bischöfen ganz klar und ultimativ gesagt hat, dass sie aus der staatlichen Konfliktberatung aussteigen müssen (bis hin zur direkten Intervention im Bistum Limburg). So etwas gibt es aber nicht.

Sicher, Rom ärgert sich sehr wahrscheinlich über viele deutsche Bischöfe und Katholiken, aber es gab nie eine Eskalation, bei der es zum offenen Buch gekommen wäre. Wenn die dt. Bischöfe ganz offen rebellieren und etwa gegen den Willen des Papstes Bischöfe ernennen sollten - oder beispielsweise Frauen zu Priestern weihen sollten -, sähe die Sache natürlich anders aus. Aber das ist eben nicht so.

 

Und es gibt noch einen wichtigen Unterschied: Die progressiven Katholiken werfen weder dem Papst noch der überwältigenden Mehrheit der Konzilsväter explizit oder implizit vor, Häresien zu verbreiten und also Häretiker zu sein - genau das aber tun die Pius-Brüder:

 

"In Wirklichkeit aber urteilt sie [die Pius-Bruderschaft] über das Katholischsein von Papst und Konzil. Sie behält sich das Urteil darüber vor, ob und wann der Papst katholisch ist oder handelt. Solches Urteilen aber gehört zur obersten Hirtengewalt der Kirche. Die Lehrgewalt ist ein Teil der Hirtengewalt. Und nach dem Ersten Vatikanum gehört die oberste Hirtengewalt dem Papst, über den nicht wiederum geurteilt werden kann. [...] Die Priesterbruderschaft St. Pius X. überschreitet dann die erlaubte Grenze, wenn sie dem Konzil dort, wo es um das unaufgebbare Glaubensgut geht, also um die göttliche Tradition, einen unüberwindlichen Bruch mit der Tradition, also einen Abfall vom Glauben, eine Häresie vorwirft. Nicht nur der inzwischen ausgeschlossene Bischof Williamson, auch Bischof Tissier de Mallerais behauptet, dass es sich bei der Konzilslehre um eine andere Religion handele. Den gegenwärtigen Papst betrachtet er als einen modernistischen Häretiker.

Noch bevor die Verhandlungen mit Rom begannen, die nach der Aufhebung der Exkommunikation 2009 angekündigt worden waren, erklärte Tissier de Mallerais, dass die Piusbruderschaft ihre Positionen nicht aufgeben werde, sondern dass es darum gehe, Rom zur Tradition zu bekehren.

Was ist hier geschehen? Hier wird die oberste Gerichtsinstanz beansprucht. Es wird a priori ausgeschlossen, dass der eigene Standpunkt falsch sein könnte, und das Lehramt wird am eigenen Standpunkt gemessen. Man geht nicht in die Verhandlungen hinein mit einer gewissen Offenheit, die eigene Position gegebenenfalls zu revidieren. [...]

Die Piusbruderschaft ist es, die den gegenwärtigen Zustand, in dem sie sich als beklagenswertes Opfer präsentiert, aufrechterhält, und zwar, wie sie sagt, um katholisch zu bleiben.

Mit anderen Worten: Um katholisch zu bleiben, muss man sich der Hirtengewalt des Papstes entziehen. Und das jetzt schon über einen Zeitraum von mehreren Jahrzehnten. Das bedeutet, dass seit dem Konzil das Lehramt und der Jurisdiktionsprimat de facto in ihrer Funktion für die Kirche ausgefallen sind. An ihre Stelle ist die Piusbruderschaft getreten, deren Überleben für die Rettung der Tradition notwendig sei."

https://www.kath-info.de/traditionn.html

 

Hier wird die Rechtgläubigkeit und Autorität des Papstes in einer Weise infragegestellt, wie man sie so bei den allermeisten "progressiven" Katholiken, die Rang und Namen haben, kaum finden wird. 

 

Zudem frage ich mich, ob Du die Sache nicht auf den Kopf stellst, wenn Du es so darstellst, als würde man nur von den Pius-Brüdern Gehorsam verlangen: Sind es nicht die Pius-Brüder bzw. ihre Anhänger (wie hier etwa @Guppy), die progressiv gesinnten Katholiken offensiv einen Mangel an Glaubensgehorsam vorwerfen, aber - auch und gerade aus kirchlicher Sicht - besonders schwer gegen das Prinzip des Glaubensgehorsams verstoßen? Sind nicht die Pius-Brüder und ihre Anhänger die ersten, die von anderen einen "Kadavergehorsam" einfordern, den sie aber selbst nicht leisten - und zwar sogar weniger als andere?

 

bearbeitet von iskander
Geschrieben (bearbeitet)
vor 5 Stunden schrieb Guppy:

Stattdessen gängelt man die wenigen überhaupt noch vorhandenen Gläubigen in der Kirche und verlangt von ihnen den grossen Schwur auf Ökumenismus und grenzenloser "Religionsfreiheit". 🤪

 

Du redest so, als seien "die wenigen überhaupt noch vorhandenen Gläubigen" allesamt oder ganz überwiegend FSSPX-Anhänger. Selbst wenn man nur diejenigen als Gläubige zählt, die alle sowohl von der Kirche wie der FSSPX unbestrittenen Glaubensinhalte teilen, dürften die Anhänger der FSPPX ganz eindeutig in der Minderheit sein. Und wenn man nur diejenige als Gläubige zählt, die die offizielle kath. Lehre ohne Abstriche akzeptieren, dann wäre eh kein einziger Anhänger der Pius-Brüder gläubig.

 

Merkst Du eigentlich, wie Du hier mit zweierlei Maß misst? Wenn jemand z.B. das Verbot der Verhütung ablehnt, dann ist er für Dich anscheinend kein richtiger Gläubiger. Wenn jemand aber nicht nur wesentliche Beschlüsse des  1. und das 2. Vatikanums sowie solche von Paul VI. ablehnt, sondern der Kirche gleich auch noch die Verbreitung von Häresien vorwirft, dann ist das offenbar ganz in Ordnung.

 

Nochmals: Man mag ja von Teilen der kath. Lehre abweichen; aber wie kann man es dann anderen vorhalten, wenn sie dasselbe tun? Siehst Du denn wirklich nicht, wie widersprüchlich das ist und was für eine Art Doppelmoral das darstellt? Nach dm Motto: "Andere haben unbedingt der Kirche zu gehorchen, sonst sind sie nicht gläubig; ich aber darf ihr den Gehorsam in einer besonders schweren Weise aufkündigen und sie sogar als "häretisch" bezeichnen; denn ich bin ich, und für mich gelten andere Maßstäbe."

Merkst Du denn nicht selbst, wie absurd das klingt?

 

Und auf die Gefahr hin, mich zu wiederholen: Spätestens seit dem 1. Vatikanum gibt es einfach keine Grundlage mehr, die eigene Interpretation von Tradition und Glaube über die Interpretation des Papstes zu stellen und auf dieser Grundlage über den Papst zu urteilen. So heißt es in Pastor aeternus:

 

"Die römische Kirche besitzt nach Anordnung des Herrn den Vorrang der ordentlichen Gewalt über alle andern Kirchen. Diese Gewalt der Rechtsbefugnis des römischen Bischofs, die wirklich bischöflichen Charakter hat, ist unmittelbar. Ihr gegenüber sind Hirten und Gläubige jeglichen Ritus und Rangs, einzeln sowohl wie in ihrer Gesamtheit, zur Pflicht hierarchischer Unterordnung und wahren Gehorsams gehalten, nicht allein in Sachen des Glaubens und der Sitten, sondern auch der Ordnung und Regierung der über den ganzen Erdkreis verbreiteten Kirche. Durch Bewahrung dieser Einheit mit dem römischen Bischof in der Gemeinschaft und im Bekenntnis desselben Glaubens ist so die Kirche Christi eine Herde unter einem obersten Hirten. Das ist die Lehre der katholischen Wahrheit, von der niemand abweichen kann, ohne Schaden zu leiden an seinem Glauben und an seinem Heil. (...) Weil der römische Bischof durch das göttliche Recht des apostolischen Vorrangs an der Spitze der gesamten Kirche steht, lehren und erklären wir auch: Der römische Bischof ist oberster Richter aller Gläubigen, und man kann in allen Streitsachen, die kirchlicher Untersuchung zustehen, an dieses Gericht Berufung einlegen. Über das Urteil des Apostolischen Stuhles jedoch darf niemand aufs neue verhandeln, da es keine höhere Amtsgewalt gibt, und niemandem ist es erlaubt, über dieses Gericht zu richten."

https://www.kath-info.de/traditionn.html

 

Es steht den Pius-Brüdern also nicht zu, über die Rechtgläubigkeit des Papstes oder über seine Auslegung der Tradition zu urteilen, oder darüber, ob sein Verbot, Bischöfe zu weihen, zu Recht oder zu Unrecht besteht; sondern es steht dem Papst zu, über die Rechtgläubigkeit der Pius-Brüder, ihre Auslegung der Tradition und ihre Bischofsweihen zu urteilen. Indem die Pius-Brüder (mindestens implizit) in gravierenden Angelegenheiten das Gegenteil behaupten bzw. leben, verwerfen sie Pastor aeternus und damit eine zentrale Lehre der Kirche über ihre Struktur und die Pflichten der Gläubigen in einer besonders eklatanten Weise.

 

Abgesehen davon haben wir es doch jetzt zig mal durchgekaut, und ich habe es Dir durch entsprechende Zitate aus Dignitatis humane auch bewiesen: Die Religionsfreiheit, die die Kirche seit dem 2. Vatikanum anerkennt, ist kein moralisches Anrecht, die Wahrheit abzulehnen, sondern ein Abwehrrecht gegen den Zwang durch Dritte. Es ist genau die Art von Freiheit, die es Dir ermöglicht, die Kirche offen zu kritisieren, die FSSPX zu verteidigen und ihre Messen zu besuchen, ohne dass Du deshalb Besuch von der Kriminalpolizei bekommst. Nimm das bitte zur Kenntnis und tue nicht so, als ginge es um eine Auseinandersetzung um eine Art Indifferentismus, da dies einfach nicht der Fall ist.

 

Ich finde es gut, dass Du und andere Menschen Eure jeweilige Meinung frei äußern oder auch Gottesdienste Eurer Wahl besuchen könnt, ohne dass deshalb die Polizei bei Euch vor der Tür steht. Ich kann nur hoffen, dass Du mir zustimmst. Wenn Du das aber nicht tust und wenn Du Dir religiöse Verfolgungen und eine Unterdrückung der Freiheit wie in Saudi-Arabien wünschst, dann stehe bitte wenigstens dazu. 

 

In dem oben von mir verlinkten Text wird übrigens auch deutlich gemacht, wie schwach die Berufung der Pius-Brüder beim Thema Religionsfreiheit auf die Tradition ist:

 

"Warum hält sie [die Pius-Bruderschaft] nicht an der mittelalterlichen Lehre von der weltlichen Papstgewalt (potestas directa in temporalibus) fest? Die gab es noch viel länger als 200 Jahre und wurde dann doch wieder fallengelassen. Aufgrund dieser Lehre teilte Alexander VI. 1493 die Welt zwischen Spanien und Portugal auf, und zwar aus bloßer Freigebigkeit und aus der Fülle der apostolischen Gewalt! Werke von Theologen, die die weltliche Machtfülle des Papstes in Frage stellten, wurden (von Sixtus V.) auf den Index gesetzt, darunter der hl. Robert Bellarmin. Später wurde Bellarmin heiliggesprochen und zum Kirchenlehrer erhoben! Was für ein Bruch mit der Tradition! Wenn sich also die Piusbruderschaft bei diesem Thema auf die Tradition beruft, dann ist diese Tradition in Wirklichkeit nur eine Momentaufnahme der Lehrentwicklung aus dem 19. Jahrhundert."

 

Ich habe Dir die Frage jetzt schon etliche mal gestellt und stelle sie erneut: Wieso war es früher in Ordnung, wenn die Kirche ihre Lehre in manchen Punkten geändert hat, seit Pius XII. aber offenbar nicht mehr? Warum kannst oder willst Du diese simple Frage nicht beantworten?

 

bearbeitet von iskander
Geschrieben
Am 3.2.2026 um 07:28 schrieb Spadafora:

 

Die Entwicklung der Priesterbruderschaft St. Pius X. seit der ersten Bischofsweihen unter Msgr. Lefebvre 1988 hat mit der 2. Staffel der Bischofsweihen vom 1. Juli 2026 eine neue Stufe erreicht. Es ist aus meiner Sicht ein Idealtyp einer religiösen Spaltung, die nicht unbedingt an einem Stichtag, sondern über einen Zeitraum erfolgt.

 

Der oben zitierte Text stellt systematisch das dar, was Max Weber als Legitimitätsglauben bezeichnet: Er beruft sich nicht auf formale Kompetenz (die fehlt – die Weihe erfolgt ja "ohne päpstliches Mandat"), sondern auf Tradition und Notstand. Die zentrale Formel "objektiver Zustand schwerer Not" ist ein klassisches Element der Ausnahmezustands-Rhetorik: Sie suspendiert die normale kirchenrechtliche Ordnung zugunsten eines höheren, angeblich unbestreitbaren Gebots (salus animarum). Übrigens haben sich die Reformatoren und wohl jede neue gesellschaftliche Strömung einer vergleichbaren Legitimitätsstruktur bedient. Ein ursprünglich personengebundenes, außeralltägliches Charisma (Lefebvres Autorität als Bekenner gegen das Konzil) muss in eine dauerhafte Institution übersetzt werden, ohne die Legitimationsquelle zu verlieren. Im Kern verlässt Lefebvre die Tradition der katholischen Kirche, nutzt sie jedoch erfolgreich, indem er suggieriert, dass ohne das Konzil ja alles so wäre, wie es die Priesterbruderschaft repräsentiert - unterschlagend, dass sich Kirche, Gläubige und Welt weiterdrehen, und im Gegensatz zu ihm nicht einfach stehenbleibt.

Bezeichnend ist, dass der Text selbst diese Kontinuität herstellt, indem er wörtlich auf Lefebvres Erklärung von 1974 zurückgreift: Legitimation durch Traditionsberufung im doppelten Sinn – inhaltlich (katholische Tradition) und strukturell (Berufung auf die eigene Gründungsfigur als Autoritätsquelle). Auf diese Weise wird unbemerkt eine neue - nie dagewesene - Tradition etabliert, die sich möglicherweise in der 3. Staffel Bischofsweihen vielleicht im Jahr 2064 verfestigt.

Auf diese Weise hat jede religiöse Abspaltung ihren Gründungsmythos und den Startpunkt: 1054, 1517 / 1531, 1871 und 1974.

 

Der Text selbst leugnet explizit den Sektencharakter ("sucht nicht hauptsächlich ihr eigenes Überleben") – dieses Dementi ist soziologisch hochaufschlussreich, denn es markiert genau die Stelle, an der Fremd- und Selbstbeschreibung auseinanderfallen: Von außen (Rom) wird der Akt als schismatisch, sektenbildend gerahmt; von innen als treuer Dienst an der "Kirche aller Zeiten". Dieser Kampf um Deutungshoheit ist typisch für Abspaltungsprozesse in ihrer Frühphase.

 

Interessant ist m.E. eine Deutung im Sinne Bourdieus: Aus seiner Sicht lässt sich der Vorgang als Kampf um das Monopol der legitimen Handhabung der Heilsgüter innerhalb des religiösen Feldes lesen. Die Bruderschaft verfügt über beträchtliches religiöses Kapital (eigene Seminare, weltweite Gemeinschaften, liturgische Kompetenz), aber nicht über die kirchenrechtlich anerkannte Weihegewalt. Die Bischofsweihe ist der Versuch, ererbtes/informelles Kapital in formal-institutionelles Kapital umzumünzen, ohne den Sanktionsmechanismus des Feldes (Exkommunikation) zu akzeptieren. Genau darin liegt die strukturelle Ähnlichkeit zu 1988: Die Handlung ist ein Akt der Selbstermächtigung innerhalb eines Feldes, dessen Spielregeln man gleichzeitig ablehnt und für sich beansprucht.

 

Der "objektive Zustand schwerer Not der Seelen" - was für ein Schweizer Messer der Selbstlegitimation, was lässt sich damit nicht alles rechtfertigen. Der Rückgriff auf die Erklärung von 1974 und implizit auf die Weihen von 1988 stellt eine Erinnerungsgemeinschaft her, die die Gegenwartsentscheidung als notwendige Wiederholung eines bereits einmal legitim vollzogenen Gründungsaktes erscheinen lässt.

 

Eine weitere Konstante in diesem Vorgang ist diese: Traditionalistische Bewegungen wie die Priesterbruderschaft St. Pius X. lassen sich als Reaktion auf die durch das Zweite Vatikanische Konzil ausgelöste Pluralisierung in der Kirche deuten. Sie ist eine Folge der weltlichen Entwicklung (Industrialisierung, Liberalisierung, Demokratisierung, Bevölkerungswachstum, Globalisierung). Mit dieser Entwicklung fremdeln heutige Gesellschaften, und wir sehen diese Gegenreaktion überall. Salopp gesagt: die Priesterbruderschaft St. Pius X. ist für die Kirche das, was die Autokratie für die Demokratie ist.

 

So gesehen ist die Priesterbruderschaft St. Pius X. eine Erscheinung der Moderne, und damit alles andere als eine Folge der Tradition.

 

(Anmerkung des Autors: Dieser Text wurde mit natürlicher Intelligenz geschrieben).

 

 

 

Geschrieben

"Die jüngsten Verurteilungen treffen uns – wie schon jene der Vergangenheit – in dem, was uns am teuersten ist: in unserer Anhänglichkeit an unsere Mutter, die Römische Kirche. Doch selbst in dieser Prüfung muss alles zum Wohl der Seelen und der Kirche selbst zusammenwirken. Aus diesem Grund drängen uns diese Verurteilungen dazu, die heilige Kirche nur noch mehr zu lieben und ihr nach besten Kräften und mehr denn je in ihren Nöten beizustehen. Aus eben diesem Grunde opfert die Priesterbruderschaft St. Pius X. das durch diese neuen Sanktionen verursachte Leiden bereitwillig auf – zum Wohle der gesamten Kirche und Eurer Heiligkeit.

 

Wir sind sicher, dass eines Tages Sie selbst oder einer Ihrer Nachfolger sich das Programm des heiligen Pius X. zu eigen machen wird: „Alles in Christus erneuern“, Instaurare omnia in Christo. An jenem Tag wird der Heilige Vater in der Priesterbruderschaft St. Pius X. keine Grube von Schlangen und Skorpionen vorfinden, sondern ein kleines Heer loyaler Söhne, die zu allem bereit sind, um ihn bei der Erneuerung aller Dinge in unserem Herrn zu unterstützen und vor der gesamten Menschheit die unveräußerlichen Rechte Christi des Königs über alle Seelen und über alle Nationen einzufordern.

 

An jenem Tage wird der Heilige Vater mit großer Freude und tiefem Trost wahrhaft katholische Seelen vorfinden, deren Verbundenheit mit der Kirche sich niemals auf den Treibsand eines mehrdeutigen Dialogs gründete, sondern auf den Felsen des Glaubens Petri.

 

Wir bitten die allerseligste Jungfrau Maria, sie möge das Kommen dieses Tages beschleunigen. Vor allem wünschen wir Eurer Heiligkeit, diese Freude und diesen Trost so bald wie möglich zu erfahren.

 

In Erwartung dessen – und wenn Sie es ungeachtet Ihrer jüngsten Entscheidung vermögen: Segnen Sie uns als Ihre Söhne. Für uns hat sich nichts geändert, und niemals wird sich etwas ändern."

 

https://fsspx.de/de/news/schreiben-den-heiligen-vater-bezueglich-des-dekrets-des-dikasteriums-fuer-glaubenslehre-59956

Geschrieben

Mir erscheint dieser Pius-Quatsch historisch dem Altgläubigen-Schisma in der russischen Orthodoxie vergleichbar. Nur verstehe ich eher, dass im 17. Jh. noch Menschen glauben konnten, mit nur zwei gekrümmten Fingern beim Kreuzzeichen führe man unmittelbar zur Hölle, mit dreien aber nicht.

Dass eine Großinstitution wie die Kirche nicht einfach jede Gruppe gestatten kann, ihr eigenes Führungspersonal kreiert, ist eigentlich einfach und logisch. 
Was mich abschreckt an solchen Leuten, ist die eingebildete und selbstgerechte Rechthaberei. Gibt es darüberhinaus eigentlich irgendetwas, dass den Geist des Evangeliums in die Gesellschaft trägt? Die Liebe zu allen Menschen, über die eigene spirituelle Schickeria hinaus? Das würde mir imponieren - nur besser Latein zu können, ist ziemlich mager.

Geschrieben
18 minutes ago, Guppy said:

An jenem Tage wird der Heilige Vater mit großer Freude und tiefem Trost wahrhaft katholische Seelen vorfinden, deren Verbundenheit mit der Kirche sich niemals auf den Treibsand eines mehrdeutigen Dialogs gründete, sondern auf den Felsen des Glaubens Petri.

 

Wir bitten die allerseligste Jungfrau Maria, sie möge das Kommen dieses Tages beschleunigen. Vor allem wünschen wir Eurer Heiligkeit, diese Freude und diesen Trost so bald wie möglich zu erfahren.


Die reine unverblümte Heuchelei und Arroganz der Rechthaber. 
Mögen sie doch bitte einfach alle anderen in Ruhe lassen und ihrer superheiligen Wege ziehen.

Geschrieben (bearbeitet)
vor 30 Minuten schrieb Guppy:

Aus diesem Grund drängen uns diese Verurteilungen dazu, die heilige Kirche nur noch mehr zu lieben und ihr nach besten Kräften und mehr denn je in ihren Nöten beizustehen. Aus eben diesem Grunde opfert die Priesterbruderschaft St. Pius X. das durch diese neuen Sanktionen verursachte Leiden bereitwillig auf – zum Wohle der gesamten Kirche und Eurer Heiligkeit.

 

Das ist die bekannte Opferrolle, das Martyrium: Man darf ja nicht mehr seine Meinung frei äußern, Pardon, eigene Bischöfe weihen.

bearbeitet von Frey
Geschrieben
vor 4 Stunden schrieb Frank:

 

Aber erlaub mir eine Frage: Wie haben es die Petrusbrüder geschafft Tradi und in Gemeinschaft mit dem Papst zu bleiben?

Definiere "Tradi". Aus Sicht der Piusse sind die Petrusbrüder keine Tradis, sondern nur Liturgienostalgiker.

Geschrieben (bearbeitet)
vor 58 Minuten schrieb Guppy:

"Wir sind sicher, dass eines Tages Sie selbst oder einer Ihrer Nachfolger sich das Programm des heiligen Pius X. zu eigen machen wird: „Alles in Christus erneuern“, Instaurare omnia in Christo. An jenem Tag wird der Heilige Vater in der Priesterbruderschaft St. Pius X. keine Grube von Schlangen und Skorpionen vorfinden, sondern ein kleines Heer loyaler Söhne, die zu allem bereit sind, um ihn bei der Erneuerung aller Dinge in unserem Herrn zu unterstützen und vor der gesamten Menschheit die unveräußerlichen Rechte Christi des Königs über alle Seelen und über alle Nationen einzufordern. [...]" 

 

https://fsspx.de/de/news/schreiben-den-heiligen-vater-bezueglich-des-dekrets-des-dikasteriums-fuer-glaubenslehre-59956

 

Mit anderen Worten: Sobald der Papst erkannt hat, dass er und praktisch alle kath. Bischöfe Häretiker sind; sobald er seinen gravierenden Irrtümern abschwört; sobald er erkennt, dass in Saudi-Arabien die wahre Religions- und Meinungsfreiheit blüht, welche von der ganzen Welt (unter kath. Vorzeichen natürlich) übernommen werden sollte usw. usf; mit anderen Worten: sobald er sich reumütig den Pius-Brüdern anschließt, wird endlich alles gut werden. Und bis dahin opfern die Pius-Brüder, die die Kirche lieben, obwohl sie von ihr doch grundlos so schlecht behandelt werden, ihr Leid an der Kirche in wahrer christlicher Gesinnung auf. 


Bemerkenswert ist ja übrigens auch, dass die Bruderschaft sich nicht allein nach Pius X. benennt, sondern auch ein sehr unkritisches Verhältnis zu ihm zu pflegen scheint. Nur zur Erinnerung bzw. zur Information für alle, denen das unbekannt ist: Pius unterhielt ein umfangreiches Spionage-Netzwerk, das der Bespitzelung diente, um so jede Abweichung von seiner Linie im Keim zu ersticken. Dazu Cornwell (Die Beichte):

 

"Dabei bediente sie [die Nachrichten- und Spionageagentur] sich modernster Kopierverfahren und der Telegrafie und überzog den ganzen Erdball mit einem Netz freiwilliger Informanten oder »Korrespondenten«. Benigni ließ in privaten Räumen heimlich Dokumente fotografieren, fing private Post ab und rekrutierte Doppelagenten. Dabei wurden falsche Namen und Verkleidungen benutzt und Einbrüche begangen.4 Der wichtigste Zweck dieser größtenteils kriminellen Aktivitäten war die Delation (abgeleitet vom Partizip Perfekt des lateinischen Verbs deferre: hinabstürzen, melden, anklagen), also die Meldung sämtlicher mutmaßlicher Fälle von unorthodoxer Lehre, Liberalismus, Opposition und sogenanntem »Modernismus« nach Rom. Mit der Zeit reichte die Bandbreite der so Denunzierten vom kleinen Seminaristen bis zum Kirchenfürsten. [...] Als »Modernist« konnte in Verruf geraten, wer positiv von »christlicher Demokratie« sprach oder eine Zeitung las, in der liberale Ansichten vertreten wurden; wer dabei belauscht wurde, wie er irgendeinen Aspekt der kirchlichen Tradition in Frage stellte, selbst wenn es sich nur um eine Devotionalie und nicht um eine Doktrin der Kirche handelte. Ein Beispiel dafür ist die Delation eines Priesters, der bezweifelte, dass das Heilige Haus von Nazareth tatsächlich nach Italien versetzt worden sei. [...] Jedes unkluge Wort im Refektorium eines Klosters oder im Gemeinschaftsraum eines Seminars, jede unbedachte Äußerung in einer Predigt oder Vorlesung konnte nach Rom gemeldet werden. [...] Noch wichtiger und nachhaltiger waren die Auswirkungen auf das Ethos der Geistlichkeit. Einerseits verbreitete sich eine Angst vor spekulativem Denken, vor offener Meinungsäußerung, vor dem Stellen von Fragen und vor jeder Lektüre außer den im Priesterseminar vorgeschriebenen Büchern; andererseits breitete sich die Überzeugung aus, dass Rom immer und überall alles beobachtete und alles bestrafen konnte."

 

Kardinal Gasparri, ein früherer Kardinalstaatssekretär, sagte dazu aus:

 

"Papst Pius X. akzeptierte, segnete und befürwortete eine geheime Spionageorganisation außerhalb und oberhalb der Hierarchie, die sogar Mitglieder der Hierarchie selbst bis hinauf zum Kardinal ausspähte; kurz gesagt, er akzeptierte, segnete und befürwortete eine Art Freimaurertum in der Kirche – ein in der Kirchengeschichte beispielloser Vorgang."

 

Selbst den späteren Johannes XXIII. traf es:

 

"Es sollte 70 Jahre dauern, bis katholische Leser erfuhren, dass selbst der spätere Papst Johannes XXIII. in jungen Jahren dem Vatikan gemeldet wurde, weil er ein verdächtiges Buch las. Sein kriecherischer Entschuldigungsbrief an das Heilige Offizium beweist, dass auch die besten Kirchenleute durch das Verfahren herabgewürdigt wurden."

 

Entweder finden die Pius-Brüder das alles gut - oder aber es stört sie wenigstens nicht besonders. Wenn man dann noch die Ablehnung grundlegender Freiheiten wie der Religionsfreiheit (als Freiheit von staatlichem Zwang, nicht als Indifferentismus) hinzunimmt, ergibt sich ein relativ klares Bild. Diese Leute sind im Wortsinne Ewiggestrige, und das ist keine Polemik, sondern eine Beschreibung. 

 

bearbeitet von iskander
Geschrieben
vor 4 Stunden schrieb Frank:

 

Wer keine Argumente hat, der arbeitet halt mit Unterstützungen. 

Kein Kommentar....

Geschrieben
vor 1 Stunde schrieb Florianklaus:

Definiere "Tradi". Aus Sicht der Piusse sind die Petrusbrüder keine Tradis, sondern nur Liturgienostalgiker.

 

Die Sicht der Piusse ist relativ einfach und beruht auf zwei zentralen Prinzipien:

 

Prinzip 1: Tradition ist genau das, was innerhalb der Kirche zur Zeit der katholischen Sozialisation der ersten Pius-Brüder galt. Selbst erhebliche Änderungen der kath. Lehre und Praxis, die zuvor stattfanden, sind in Ordnung und werden als organische Vertiefungen betrachtet. Doch wenn eine einigermaßen relevante Lehre oder Praxis, mit welcher die Pius-Brüder aufgewachsen sind, verändert wird, dann ist das ein illegitimer Bruch mit der Tradition (selbst wenn die entsprechende Änderung auch nicht grundlegender sind als Änderungen, die zuvor stattfanden).

Mit anderen Worten: Die Zeit, in der die Pioniere der Pius-Bruderschaft religiös sozialisiert wurden, ist rein zufällig auch die maßgebliche Zeit für die Kirche, an welcher sich alles für immer zu orientieren hat; seit dieser Zeit ist ein Wandel auf einmal nicht mehr möglich. 

 

Prinzip 2: Es gibt eine wesentliche Einschränkung bzw. Präzisierung von Prinzip 1: Eine bestimmte Tradition gilt nichts - nämlich die des 1. Vatikanums, welche besagt, dass es ganz eindeutig das kirchliche Lehramt ist, welches entscheidet, wie der Glaube zu verstehen ist und was beispielsweise eine legitime Vertiefung der Tradition ist und was nicht. Stattdessen entscheiden die Pius-Brüder über solche Fragen, und zwar im Sinne von Prinzip 1. Und wenn der Papst den Pius-Brüdern darin nicht folgt, ist er eben ein Häretiker.

 

Ist dass eine faire Zusammenfassung oder ist daran irgendetwas falsch? Die gleiche Frage geht an @Guppy.

Geschrieben (bearbeitet)
vor 15 Stunden schrieb Frey:

 

Die Entwicklung der Priesterbruderschaft St. Pius X. seit der ersten Bischofsweihen unter Msgr. Lefebvre 1988 hat mit der 2. Staffel der Bischofsweihen vom 1. Juli 2026 eine neue Stufe erreicht. Es ist aus meiner Sicht ein Idealtyp einer religiösen Spaltung, die nicht unbedingt an einem Stichtag, sondern über einen Zeitraum erfolgt.

 

Der oben zitierte Text stellt systematisch das dar, was Max Weber als Legitimitätsglauben bezeichnet: Er beruft sich nicht auf formale Kompetenz (die fehlt – die Weihe erfolgt ja "ohne päpstliches Mandat"), sondern auf Tradition und Notstand. Die zentrale Formel "objektiver Zustand schwerer Not" ist ein klassisches Element der Ausnahmezustands-Rhetorik: Sie suspendiert die normale kirchenrechtliche Ordnung zugunsten eines höheren, angeblich unbestreitbaren Gebots (salus animarum). Übrigens haben sich die Reformatoren und wohl jede neue gesellschaftliche Strömung einer vergleichbaren Legitimitätsstruktur bedient. Ein ursprünglich personengebundenes, außeralltägliches Charisma (Lefebvres Autorität als Bekenner gegen das Konzil) muss in eine dauerhafte Institution übersetzt werden, ohne die Legitimationsquelle zu verlieren. Im Kern verlässt Lefebvre die Tradition der katholischen Kirche, nutzt sie jedoch erfolgreich, indem er suggieriert, dass ohne das Konzil ja alles so wäre, wie es die Priesterbruderschaft repräsentiert - unterschlagend, dass sich Kirche, Gläubige und Welt weiterdrehen, und im Gegensatz zu ihm nicht einfach stehenbleibt.

Bezeichnend ist, dass der Text selbst diese Kontinuität herstellt, indem er wörtlich auf Lefebvres Erklärung von 1974 zurückgreift: Legitimation durch Traditionsberufung im doppelten Sinn – inhaltlich (katholische Tradition) und strukturell (Berufung auf die eigene Gründungsfigur als Autoritätsquelle). Auf diese Weise wird unbemerkt eine neue - nie dagewesene - Tradition etabliert, die sich möglicherweise in der 3. Staffel Bischofsweihen vielleicht im Jahr 2064 verfestigt.

Auf diese Weise hat jede religiöse Abspaltung ihren Gründungsmythos und den Startpunkt: 1054, 1517 / 1531, 1871 und 1974.

 

Der Text selbst leugnet explizit den Sektencharakter ("sucht nicht hauptsächlich ihr eigenes Überleben") – dieses Dementi ist soziologisch hochaufschlussreich, denn es markiert genau die Stelle, an der Fremd- und Selbstbeschreibung auseinanderfallen: Von außen (Rom) wird der Akt als schismatisch, sektenbildend gerahmt; von innen als treuer Dienst an der "Kirche aller Zeiten". Dieser Kampf um Deutungshoheit ist typisch für Abspaltungsprozesse in ihrer Frühphase.

 

Interessant ist m.E. eine Deutung im Sinne Bourdieus: Aus seiner Sicht lässt sich der Vorgang als Kampf um das Monopol der legitimen Handhabung der Heilsgüter innerhalb des religiösen Feldes lesen. Die Bruderschaft verfügt über beträchtliches religiöses Kapital (eigene Seminare, weltweite Gemeinschaften, liturgische Kompetenz), aber nicht über die kirchenrechtlich anerkannte Weihegewalt. Die Bischofsweihe ist der Versuch, ererbtes/informelles Kapital in formal-institutionelles Kapital umzumünzen, ohne den Sanktionsmechanismus des Feldes (Exkommunikation) zu akzeptieren. Genau darin liegt die strukturelle Ähnlichkeit zu 1988: Die Handlung ist ein Akt der Selbstermächtigung innerhalb eines Feldes, dessen Spielregeln man gleichzeitig ablehnt und für sich beansprucht.

 

Der "objektive Zustand schwerer Not der Seelen" - was für ein Schweizer Messer der Selbstlegitimation, was lässt sich damit nicht alles rechtfertigen. Der Rückgriff auf die Erklärung von 1974 und implizit auf die Weihen von 1988 stellt eine Erinnerungsgemeinschaft her, die die Gegenwartsentscheidung als notwendige Wiederholung eines bereits einmal legitim vollzogenen Gründungsaktes erscheinen lässt.

 

Eine weitere Konstante in diesem Vorgang ist diese: Traditionalistische Bewegungen wie die Priesterbruderschaft St. Pius X. lassen sich als Reaktion auf die durch das Zweite Vatikanische Konzil ausgelöste Pluralisierung in der Kirche deuten. Sie ist eine Folge der weltlichen Entwicklung (Industrialisierung, Liberalisierung, Demokratisierung, Bevölkerungswachstum, Globalisierung). Mit dieser Entwicklung fremdeln heutige Gesellschaften, und wir sehen diese Gegenreaktion überall. Salopp gesagt: die Priesterbruderschaft St. Pius X. ist für die Kirche das, was die Autokratie für die Demokratie ist.

 

So gesehen ist die Priesterbruderschaft St. Pius X. eine Erscheinung der Moderne, und damit alles andere als eine Folge der Tradition.

 

(Anmerkung des Autors: Dieser Text wurde mit natürlicher Intelligenz geschrieben).

 

 

 

 

Liest sich alles sehr nett und aus der Distanz des Unbeteiligtseins geschrieben.

 

Jedoch schließt eine solche rein optionale Betrachtungsweise nicht aus, dass tatsächlich ein objektiver Notstand vorliegen könnte, auf den die Piusse reagiert haben und reagieren, angeleitet vom Heiligen Geist.

 

 

bearbeitet von SteRo
Geschrieben

DIe (Weih)Bischöfe sind geweiht, jetzt noch groß da Kübel von Ärger drüber auszuschütten bringt nichts. 

 

Ich empfehle für eine ruhige Analye der Situation das Interview mit Kardinal Kurt Koch: https://communio-podcast.podigee.io/30-piusbrueder-bischofsweihen-kardinal-koch

 

Der Sandsturm muß sich erst legen, dann kann man sich der Sache geduldig widmen. Zu glauben, daß sich die Kirche doktrinär der SSPX anschließen wird, ist natürlich eine Illusion. Aber ein respektvoller Dialog wird irgendwann wieder möglich sein.

Geschrieben
vor 14 Stunden schrieb Guppy:

"Die jüngsten Verurteilungen treffen uns – wie schon jene der Vergangenheit – in dem, was uns am teuersten ist: in unserer Anhänglichkeit an unsere Mutter, die Römische Kirche. Doch selbst in dieser Prüfung muss alles zum Wohl der Seelen und der Kirche selbst zusammenwirken. Aus diesem Grund drängen uns diese Verurteilungen dazu, die heilige Kirche nur noch mehr zu lieben und ihr nach besten Kräften und mehr denn je in ihren Nöten beizustehen. Aus eben diesem Grunde opfert die Priesterbruderschaft St. Pius X. das durch diese neuen Sanktionen verursachte Leiden bereitwillig auf – zum Wohle der gesamten Kirche und Eurer Heiligkeit.

 

Wir sind sicher, dass eines Tages Sie selbst oder einer Ihrer Nachfolger sich das Programm des heiligen Pius X. zu eigen machen wird: „Alles in Christus erneuern“, Instaurare omnia in Christo. An jenem Tag wird der Heilige Vater in der Priesterbruderschaft St. Pius X. keine Grube von Schlangen und Skorpionen vorfinden, sondern ein kleines Heer loyaler Söhne, die zu allem bereit sind, um ihn bei der Erneuerung aller Dinge in unserem Herrn zu unterstützen und vor der gesamten Menschheit die unveräußerlichen Rechte Christi des Königs über alle Seelen und über alle Nationen einzufordern.

 

An jenem Tage wird der Heilige Vater mit großer Freude und tiefem Trost wahrhaft katholische Seelen vorfinden, deren Verbundenheit mit der Kirche sich niemals auf den Treibsand eines mehrdeutigen Dialogs gründete, sondern auf den Felsen des Glaubens Petri.

 

Wir bitten die allerseligste Jungfrau Maria, sie möge das Kommen dieses Tages beschleunigen. Vor allem wünschen wir Eurer Heiligkeit, diese Freude und diesen Trost so bald wie möglich zu erfahren.

 

In Erwartung dessen – und wenn Sie es ungeachtet Ihrer jüngsten Entscheidung vermögen: Segnen Sie uns als Ihre Söhne. Für uns hat sich nichts geändert, und niemals wird sich etwas ändern."

 

https://fsspx.de/de/news/schreiben-den-heiligen-vater-bezueglich-des-dekrets-des-dikasteriums-fuer-glaubenslehre-59956

 

Eine souveräne und christliche Reaktion.

 

Dessen ungeachtet hat Rom natürlich richtig reagiert. Denn wer Führung beansprucht (ob gerechtfertigt oder nicht sei dahingestellt), der muss diese Führung auch verteidigen und darf Konflikte und Trennungen nicht scheuen. Deshalb wünschte ich persönlich von Rom auch entsprechend konsequentes Vorgehen gegen jene, die den rechten römisch-katholischen Glauben unterminieren auch wenn sie dabei keine parallele Machtstruktur aufbauen (wie die Piusse das tun). Denn der Glaube muss bewahrt und verteidigt und von Falschem gereinigt werden, so wie der Tempel des Herrn gereinigt wurde durch Jesus Christus. Wer falschen Glauben duldet kann nicht Glaubensautorität beanspruchen.

 

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